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Macht und Ohnmacht

12. Juni 2014 um 16:42 Letzte Antwort: 12. Juni 2014 um 18:06

Ich lese gerade das Buch "Beziehungsdynamit" von Ursula Maria Auktor. Schon im Vorwort der Verlegerin ist mir die Autorin sehr sympathisch, denn sie verrät uns, dass sie das Buch geschrieben hat, weil sie auf der Seite der Männer steht. Und nachdem ich das Buch, dass durch klare und knallharte Sprache immer ins Schwarze trifft, in einem Rutsch durchgelesen habe, ist sie mir noch viel sympathischer geworden. Ursula Maria Auktor steht wirklich auf der Seite der Männer, und ich erinnere mich nicht an viele Frauen, wo ich das uneingeschränkt sagen kann.

Mein Grundgefühl gegenüber Frauen war mein Leben lang geprägt von Unsicherheit und Ambivalenz, und ich kenne jede Menge Männer, denen es genauso geht. In fast jedem Beziehungsratgeber wird auf die Männer als unsensible Gefühlsautisten und kontaktgestörte Soziopathen eingedroschen und die Frauen verherrlicht als Mutter, Geliebte oder Partnerin, die vergeblich versuchen, den Mann auf ihr Gefühlsniveau zu bringen.

Wie es uns Männern geht mit diesen Ansprüchen, die Frau und Gesellschaft an uns stellen, will aber niemand wissen, schon gar nicht die Frauen, die sich die eierlegende Wollmilchsau als Mann wünschen. Das Highlight in diesem Buch ist (neben den sehr eindrücklichen Fallbeispielen aus der Therapiepraxis, wo 5 Frauen und 2 Männer aus dem Beziehungsnähkästchen plaudern) die Offenlegung der verdeckten Machtspiele, die in jeder Beziehung unbewusst laufen. Meiner Meinung nach haben die Frauen schon längst wieder ein Matriarchat errichtet. In der Mehrzahl der Fälle geht der Machtmissbrauch von der Frau aus. Alle Variationen von Machtmissbrauch habe ich schon erlebt: Das gezielte Einsetzen von Sex, um das zu bekommen, was die Frau möchte. Die Opferhaltung: Du kannst mich doch nicht verlassen, ich tue doch alles, was du willst bis hin zur Selbstmorddrohung. Die Erpressung mit Sex: Ich verweigere mich ihm, bin aber zu feige, das offen zu sagen, und schiebe Kopfschmerzen vor. Die Liste der Manipulation durch Sex (weil Frauen wissen, dass der Mann nach sexueller Verfügbarkeit sucht und durch sexuelle Reize verführt werden kann) ist endlos lang.

Was ich mir als Mann wünsche? Das ich Sex mit Lust und Freude leben kann, ohne unter den Generalverdacht als sexueller Belästiger gestellt zu werden. Klar hab ich als Mann noch viel nachzuholen, was sich die Frauen seit der Emanzipationsbewegung an Selbsterfahrung gegönnt haben. Es kann aber nur über das Prinzip der Gleichberechtigung gehen, und ich meine damit, dass auch den Männern das Recht zugestanden wird, vielschichtige sexuelle, erotische und zärtliche Bedürfnisse und Wünsche zu haben.

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12. Juni 2014 um 17:19

Lesen und Fühlen
Hallo Achilles,
du hast es sehr schön auf den Punkt gebracht. Ich habe es allerdings nie "gefühlt", was die Frau will und wie sie tickt. Ich habe meinem Gefühl nie vertraut. Deshalb lese ich so gern "Anleitungen". Bücherlesen ist natürlich kein Ersatz für das "Fühlen", aber mir verhilft es zur einen oder anderen Erkenntnis.

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12. Juni 2014 um 18:03

Hallo Jolie,
puh, selten haben Beiträge im Forum so ins Schwarze getroffen. Vielen Dank dafür...das muss ich erstmal sacken lassen...

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12. Juni 2014 um 18:06

Hallo Achilles,
danke dir für den Anstoss, werde mehr leben und weniger lesen...

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