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Macht diese Art von Liebe Sinn?

26. Juni 2015 um 15:30

Hallo zusammen,

ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll. Vielleicht damit, dass ich seit fünf Jahren nach einem Mann verrückt bin und ich nicht weiß, ob ich mich damit krank mache.
Dieser Mann war und ist wieder mein Freund. Er ist Spanier, sehr gutaussehend und erfolgreich. Kennengelernt haben wir uns durch meinen Zwillingsbruder. Ich war gerade im Urlaub, als mein Bruder mich anflehte, seinen Kumpel für ein paar Wochen bei mir wohnen zu lassen. Aus dieser Begegnung wurde Liebe. Er kam nach zwei Wochen wieder und blieb für weitere zwei Jahre bei mir wohnen, solange bis ich mein Abitur nachgeholt. So schön diese Zeit auch war, gab es schon viele Streitigkeiten bezüglich des Haushalts. Ich kam jeden Tag gegen vier Uhr wieder und fand ihn immer noch im Bademantel vor. Durch seine liebevolle Art und seinen Charme hat er mich immer wieder beruhigt und davon überzeugt, dass das alles nicht so schlimm sei. Nun gut. Nach diesen zwei Jahren fand er jedoch keinen Job als Jurist und Ökonomist in Berlin. Job-Aussichten gab es für ihn in Spanien - trotz Krise. Die einzige Lösung, um zusammen zu bleiben, schien ein Fernstudium an der FernUni in Hagen erst mal zu beginnen und danach zu wechseln, da mein Spanisch zu schlecht war. Ich gab also meine Zwei-Zimmerwohnung in Schöneberg auf, verschenkte und verkaufte meinen Haushalt. Wir zogen zuerst nach Barcelona. Nach kurzer Zeit merkte ich, dass nicht mehr alles so war wie es vorher war. Der charmante junge Mann war nur noch mit seiner Jobsuche beschäftigt und bemerkte nicht, dass ich alleine in der Fremde ohne irgend jemanden da stand. Ich war auch so unterfordert und wusste einfach nicht wohin mit mir. Es spitzte sich jedenfalls so zu, dass ich gehen wollte, da er kein Interesse mehr an mir zu haben schien. Nach großem Geheule und einigen Gesprächen bleib ich trotzdem. Wir zogen kurze Zeit später nach Palma de Mallorca und er besorgte uns ein riesige Wohnung, da damit ich mich wohlfühle. Mein Studium hatte auch schon begonnen und ich versuchte mein bestes. Es fiel mir jedoch sehr schwer mich den ganzen Tag alleine zu unterhalten. Er musste jeden Tag zehn Stunden arbeiten, kam dann nach Hause, unterhielt sich eine Stunde mit mir und musste dann weiterarbeiten. Wobei ich glaube, dass er mehr am Zocken war als alles andere.Wenn er abends da war, bin ich immer so deprimiert gewesen, dass ich vor ihm weinen musste und ihm Vorwürfe für meine Lage machte. Seine Antwort war immer: "Du musst etwas ändern. So geht das nicht". Ändern musste sich auf jeden Fall etwas. Nur musste ich das auch alleine tun. Nach einiger Zeit knüpfte ich Kontakt zu einigen Leuten dort, durch die Sprachschule, machte ein Volontariat als Englischlehrerin und besuchte einen Malkurs. Das half schon mal, doch mein Herz war gebrochen. Ich zog in ein anderes Zimmer der Wohnung und wusste nicht mehr wer bin und was ich wollte. Ein Jahr später zog ich zurück nach Deutschland. Der Schmerz fraß mich auf. Ich musste zurück zu meiner Mutter ziehen. Mein Exfreund kam mich zwei Monate später besuchen. Er weinte und beteuerte seine Liebe und wie sehr er mich als Frau doch haben wollte. Er war wirklich fertig. Ich hatte mich kurz in dieser Zeit auf ihn eingelassen, doch verdrängte ihn sobald er wieder weg war. Ich zog einen "endgültigen" Schlussstrich zwischen uns und begann eine Liaison. Nichts besonderes, aber es half mir für kurze Zeit. Mein Exfreund und ich nahmen dann aber wieder Kontakt auf und ich verlor mich schon wieder in meinen Gefühlen, besuchte ihn noch einige male in Spanien und er mich in Berlin. Wenn ich nicht am Reisen war, verfolgte ich weiterhin mein Fernstudium der Kulturwissenschaften und arbeite nebenbei quasi überall. Wenn wir offiziell mal wieder nicht zusammen waren, probierte ich es für einige Monate mit jemanden anderes. Schaffte es aber nie den Spanier aus meinem Kopf zu kriegen und beendete alles ziemlich schnell wieder. Ich tat damit vielen sehr weh und zerstörte mich damit immer mehr. Bis jetzt. Meine letzte fünfmonatige Beziehung ging auch zu Bruch. Durch einen Zufall musste ich nach Barcelona, traf natürlich meinen Ex und war verliebt wie am ersten Tag. Er sagt das gleiche und möchte mich zurück. Seit einigen Monaten führen wir nun wieder eine Fernbeziehung und sehen uns einmal im Monat. Er weiß noch nicht, wie wir zusammenleben können. Ich werde jedenfalls nicht wieder nach Spanien gehen. Weiß nicht, ob ich einfach doof bin oder einfach nur vergebens auf das Beste hoffe, um mein Liebesglück zu finden. Vielleicht kann ja einer von euch mir mit einem Rat zur Seite stehen, denn meine Familie und meine Freunde sind überfragt.

Danke fürs Lesen.

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27. Juni 2015 um 10:19


Vielen Dank euch beiden. Beide antworten sind sehr unterschiedlich, aber dennoch gleich. Denn beide sagen eigentlich nur aus, dass ich nicht nur für jemand anderes Leben soll.
Und ja, dieses Hin-und Hergeplänkel sollte der späteren Familienplanung dienen. Allerdings ist es auch wahr, dass, wenn er nicht mal jetzt richtig Zeit für mich hat, die auch nicht in Zukunft mit Kind haben wird.
Ich denke, dass mich eure Antworten wachgerüttelt haben - vor allem die erste - und ich nicht nur etwas, sondern alles ändern werde. Letztens meinte noch eine Kollegin zu mir: "Man darf keine Angst haben, das Leben zu leben, das man möchte."
Danke euch!

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