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Liebeskummer um meine Heimat - sorry, etwas verrückt

21. August 2007 um 10:11 Letzte Antwort: 22. August 2007 um 21:28

Wahrscheinlich ist das hier völlig deplaziert - seit heute weise ich alle Anzeichen heftigen Liebeskummers auf. Das ist kein Witz. Mich nimmt diese elende Sache in Mügeln (Sachsen) so sehr mit, dass ich heute außer ein bisschen Obst noch nix zu mir genommen hab. Mir hat es regelrecht den Appetit verschlagen - das passiert mir jetzt erst das zweite Mal in meinem Leben, und beim ersten Mal wars wirklich Liebeskummer. Ich bin ein Lokalpatriot, ich kanns nicht ändern. Leider wohne ich weit weg - aber Sachsen ist und bleibt das beste aller Fleckchen Erde - dort bin ich schließlich aufgewachsen. Ich schleppe mich heute durch den Tag - sowas hatte ich schon lange nicht mehr. Ich fühle mich, als hätte ichs selbst getan. Wie können Menschen so sein? Nicht nur brutal, sondern auch dämlich bis dorthinaus. Ich weiß ja, das es immer nur ein paar sind, dass die anderen sich nicht trauen, dagegen anzugehen (mal ganz ehrlich - wer greift schon ein, wenn da 50 Leute randalieren, also ich würde es nicht wagen).

Passiert euch das auch manchmal, dass euch etwas politisches so nahe geht? Und ihr Sachsen hier - können wir nix machen? Ich fühle mich, als liefe ich hinter jemandem her und wollte ihn unter allen Umständen zurückerobern. Ich bin so hilflos, weil ich weit weg bin.

Ach Scheiß...

PS: Sorry an alle, die wirklich Liebeskummer haben und vielleicht denken, was soll der Scheiß, die hat vielleicht Probleme... Aber ich fühl mich wirklich schlecht, und es hat was mit Liebe zu tun...

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21. August 2007 um 10:24

Noch mal entschulding
Muss mich nochmal für dieses wirre Posting entschuldigen. Ich weiß, das gehört hier nicht her. Aber ich fühl mich jetzt etwas besser. Ich weiß nur nicht, was ich machen soll. Ich würde so gerne was machen. Menschen ändern, odern den Opfern beistehen. Außer Spenden an irgendwelche Anti-Rechts-Organisationen fällt mir aber nix ein. Das ist armselig.

Naja...

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22. August 2007 um 7:49
In Antwort auf britta_12100163

Noch mal entschulding
Muss mich nochmal für dieses wirre Posting entschuldigen. Ich weiß, das gehört hier nicht her. Aber ich fühl mich jetzt etwas besser. Ich weiß nur nicht, was ich machen soll. Ich würde so gerne was machen. Menschen ändern, odern den Opfern beistehen. Außer Spenden an irgendwelche Anti-Rechts-Organisationen fällt mir aber nix ein. Das ist armselig.

Naja...

Tja...
wenn du dich ausdrücklich von den geschehnissen distanzieren willst, dann könntest du ein paar leute ins boot holen, eine anzeige in einer zeitung mit hoher auflagenzahl inserieren und dabei eure namen nennen. quasi wie eine öffentliche unterschriftenliste.

sonst hast du leider wirklich nicht viel auswahl.

lg
mistelzweig

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22. August 2007 um 8:27
In Antwort auf ruth_12547201

Tja...
wenn du dich ausdrücklich von den geschehnissen distanzieren willst, dann könntest du ein paar leute ins boot holen, eine anzeige in einer zeitung mit hoher auflagenzahl inserieren und dabei eure namen nennen. quasi wie eine öffentliche unterschriftenliste.

sonst hast du leider wirklich nicht viel auswahl.

lg
mistelzweig

Spenden ist wahrscheinlich besser
Danke für eure Antworten. Das warn bisschen ne Kurzschlussreaktion, hier sowas durchgeknalltes zu posten. Aber was macht man nicht alles, wenn da was so weh tut...

Das mit der Anzeige ist nicht schlecht, aber da spende ich das Geld doch lieber einer der vielen Organisationen vor Ort, die sich aktiv dagegen engagieren. Kenne da einige, stamme ja aus der Gegend - oder dem Jugendklub in Mügeln, die wollen mit den Nazis auch nix zu tun haben. Die können auch immer Knete brauchen. Den ersten objektiven Artikel zum Thema hab ich übrigens in der ZEIT gelesen. Die meisten anderen waren mir zu einseitig und zu knallig.

Ich glaub übrigens auch gar nicht, dass die acht Inder von so vielen Leuten "gejagt" wurden. Viele sind die ziemlich kurze Strecke wohl einfach mitgerannt, um zu sehen, was passiert - das hätte ich vielleicht sogar selber gemacht. Man denkt ja vielleicht doch, irgendwas tun zu können, ich weiß nicht. Keine Ahnung, ich war nicht dabei. Um so schlimmer, dass niemand den wirklichen Pöbel in Schach halten konnte. Ich finde das eigentlich am dramatischsten - viele der Leute, die da in irgendeiner Form involviert waren, sind dort jeden Tag essen gegangen - so stand es jedenfalls in einem Artikel. Mit ein paar blöden Nazis könnte ich klarkommen, Dumme gibts immer und überall - aber das der "normale" Bürger ausflippt, das finde ich alarmierend.
Ich hoffe jedenfalls, dass der Mann sich nicht ins Boxhorn jagen lässt und seine Pizzeria weiterführt. Und dass die Einwohner des Ortes ihn dabei unterstützen.

Mag ja sein, dass die meisten gar nicht offensichtlich rechts sind. Ich kenne die Struktur in solchen Orten.
Aber so unterschwellig ein paar doofe Gedanken haben viele Leute in ihren Köpfen, und da muss man auch bei sich selber anfangen. Das wird gerne ignoriert oder unter den Teppich gekehrt - bis es dann mal knallt. Leider ist zudem die Gewaltbereitschaft bei vielen Jugendlichen im Osten stärker ausgeprägt als anderswo.

Mir fällt da als Beispiel ein ganz konkreter Fall aus meine Heimatdorf ein - meine Nachbarin (bzw. die Tochter der Nachbarn) ist mit einem schwarzen Südamerikaner verheiratet, die haben auch ein Kind zusammen. Alle im Ort, die sie kennen, akzeptieren das, und ach, was ist das Baby niedlich. Aber wenn man die Leute mal reden hört, wenn die beiden nicht dabei sind - da ist nichts direkt rassistisches oder so dabei. Aber doch Dinge wie: Na, ob das mal gut geht... oder: Er ist ja ein netter Kerl, aber ich würde das für meine Tochter nicht wollen... So ein Zeug halt. Und das ist glaube ich in vielen Köpfen drin. Irgendein Meinungsinstitut hat herausgefunden, dass das in Bayern am ausgeprägtesten ist, gefolgt von Sachsen. Und im Leugnen sind wir in Sachsen ganz besonders groß. Ach, ist doch alles nicht so schlimm...

Naja. Wir müssen halt weiter gegen sowas ankämpfen. Schlimm genug, dass es immer erst zu solchen Aktionen kommen muss, bevor man mal wieder aufwacht. Geht mir ganz genauso, ich nehme mich da gar nicht aus.

So, nu is aber gut mit dem Thema hier in einem völlig falschen Forum. Danke, dass keiner geschimpft hat deswegen.

Alles Liebe
nexgo

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22. August 2007 um 16:08

Sicher?
"das hoffe ich nicht, dass du das getan hättest.
selbst wenn welche "mitgerannt" sind:
biedermeier und die brandstifter!"

Ich meine doch nicht zum Gaffen! Aber wenn da irgendwas passiert und ich sehe, da werden Leute irgendwie verfolgt - da bleib ich doch nicht sitzen!

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22. August 2007 um 21:28
In Antwort auf britta_12100163

Spenden ist wahrscheinlich besser
Danke für eure Antworten. Das warn bisschen ne Kurzschlussreaktion, hier sowas durchgeknalltes zu posten. Aber was macht man nicht alles, wenn da was so weh tut...

Das mit der Anzeige ist nicht schlecht, aber da spende ich das Geld doch lieber einer der vielen Organisationen vor Ort, die sich aktiv dagegen engagieren. Kenne da einige, stamme ja aus der Gegend - oder dem Jugendklub in Mügeln, die wollen mit den Nazis auch nix zu tun haben. Die können auch immer Knete brauchen. Den ersten objektiven Artikel zum Thema hab ich übrigens in der ZEIT gelesen. Die meisten anderen waren mir zu einseitig und zu knallig.

Ich glaub übrigens auch gar nicht, dass die acht Inder von so vielen Leuten "gejagt" wurden. Viele sind die ziemlich kurze Strecke wohl einfach mitgerannt, um zu sehen, was passiert - das hätte ich vielleicht sogar selber gemacht. Man denkt ja vielleicht doch, irgendwas tun zu können, ich weiß nicht. Keine Ahnung, ich war nicht dabei. Um so schlimmer, dass niemand den wirklichen Pöbel in Schach halten konnte. Ich finde das eigentlich am dramatischsten - viele der Leute, die da in irgendeiner Form involviert waren, sind dort jeden Tag essen gegangen - so stand es jedenfalls in einem Artikel. Mit ein paar blöden Nazis könnte ich klarkommen, Dumme gibts immer und überall - aber das der "normale" Bürger ausflippt, das finde ich alarmierend.
Ich hoffe jedenfalls, dass der Mann sich nicht ins Boxhorn jagen lässt und seine Pizzeria weiterführt. Und dass die Einwohner des Ortes ihn dabei unterstützen.

Mag ja sein, dass die meisten gar nicht offensichtlich rechts sind. Ich kenne die Struktur in solchen Orten.
Aber so unterschwellig ein paar doofe Gedanken haben viele Leute in ihren Köpfen, und da muss man auch bei sich selber anfangen. Das wird gerne ignoriert oder unter den Teppich gekehrt - bis es dann mal knallt. Leider ist zudem die Gewaltbereitschaft bei vielen Jugendlichen im Osten stärker ausgeprägt als anderswo.

Mir fällt da als Beispiel ein ganz konkreter Fall aus meine Heimatdorf ein - meine Nachbarin (bzw. die Tochter der Nachbarn) ist mit einem schwarzen Südamerikaner verheiratet, die haben auch ein Kind zusammen. Alle im Ort, die sie kennen, akzeptieren das, und ach, was ist das Baby niedlich. Aber wenn man die Leute mal reden hört, wenn die beiden nicht dabei sind - da ist nichts direkt rassistisches oder so dabei. Aber doch Dinge wie: Na, ob das mal gut geht... oder: Er ist ja ein netter Kerl, aber ich würde das für meine Tochter nicht wollen... So ein Zeug halt. Und das ist glaube ich in vielen Köpfen drin. Irgendein Meinungsinstitut hat herausgefunden, dass das in Bayern am ausgeprägtesten ist, gefolgt von Sachsen. Und im Leugnen sind wir in Sachsen ganz besonders groß. Ach, ist doch alles nicht so schlimm...

Naja. Wir müssen halt weiter gegen sowas ankämpfen. Schlimm genug, dass es immer erst zu solchen Aktionen kommen muss, bevor man mal wieder aufwacht. Geht mir ganz genauso, ich nehme mich da gar nicht aus.

So, nu is aber gut mit dem Thema hier in einem völlig falschen Forum. Danke, dass keiner geschimpft hat deswegen.

Alles Liebe
nexgo

Die anzeige...
... sollte ja -wie cp schon meinte- zeigen, dass es leute mit namen gibt, die das nicht gut finden, die mal "aufstehen" und sich dagegen auflehnen.

spenden ist wirklich gut gemeint, aber das geht eben in der masse unter.

in diesem falle ist es doch ganz egal, in welchen bundesländern es welche einstellung gibt, oder nicht?
fakt ist, dass das passiert und -soweit ich das nun mitbekommen habe- eben nicht glimpflich ausgegangen ist.

deine aussage, dass du wohl auch mitgelaufen wärst finde ich persönlich etwas erschreckend. du schreibst zwar anschließend, dass du nicht zum gaffen mitgerannt wärst. hm... aber was hättest du denn sonst gemacht?

dass es eine "ziemlich kurze strecke" ist, soll vielleicht etwas abschwächend wirken, aber ist es nicht egal, wie lange oder kurz die strecke ist?

verstehe das alles bitte nicht als angriff, das soll es nicht sein. ich habe nur das gefühl, dass du das ganze etwas abschwächen willst und das finde ich unangebracht. passiert ist eben passiert. vielleicht musste es auch passieren, um die bevölkerung mal wieder etwas wach zu rütteln.

lg
mistelzweig

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