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Liebe ... wirklich so toll?

22. Januar 2017 um 23:01

Liebes Forum,

seit längerem mache ich mir Gedanken darum, ob Liebe, hier speziell der Wunsch danach jemanden anziehend zu finden und zu lieben, nicht eigentlich unreif ist.
Denn eigentlich empfinde ich, dass unser Streben auf Selbstständigkeit hin ausgerichtet sein sollte.

Vielleicht zur Erklärung: In meinem Bekanntenkreis bilden sich derzeit viele Beziehungen. Plötzlich steht der Partner an erster Stelle, Eifersucht ist im Spiel, es darf nicht mehr bei andersgeschlechtlichen Freunden übernachtet werden, die Pläne für das Auslandssemester werden über den Haufen geworfen, etc.

Wenn man sich nun für jemand anderen so sehr einschränkt, so sehr den Wunsch danach hat, Zeit mit jemanden zu verbringen, dass man seine eigenen Pläne beinahe vollkommen aufgibt- ist das nicht völlig daneben? Wie kann man sich darauf einlassen und es wollen, sich in eine solche emotionale Abhängigkeit von einem anderen Menschen zu begeben?

Dann meine eigene Erfahrung: Ich war ein einziges Mal verliebt. Wir empfanden beide Zuneigung zueinander und doch war es so anstrengend, ständig an ihn zu denken, Sorgen um ihn zu haben, ihn zu verlieren oder auch dieses Gefühl der Unvollständigkeit, wenn er nicht da ist ... das kann doch unmöglich ein erstrebenswerter Zustand sein!

Wieso nicht alleine bleiben und glücklich sein? Ich verstehe den Wunsch nach dieser Art Zweisamkeit/Abhängigkeit nicht. Wieso streben wir das irgendwie doch an? So viele wollen sich verlieben, es wird immer davon gesprochen, wie wundervoll es ist verliebt zu sein und jemanden zu haben.
Es kann doch nicht der Wunsch eines erwachsenen Menschen sein, sich so sehr zu verlieben, in eine solche emotionale Abhängigkeit zu begeben/in einer solchen zu leben.

Und nun interessieren mich eure Meinungen dazu


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23. Januar 2017 um 0:41

Dass sich die Lebenspläne und -prioritäten verschieben, kann ich ja auch nachvollziehen. Aber nicht, dass man dafür alles aufgibt à la "Wenn ich ein Auslandssemester mache, sind wir ein halbes Jahr getrennt". Sollte wahre Liebe so etwas nicht verkraften können? Ist es nicht das, was man später bereut nicht getan zu haben?

Die Freunde sind nun schon fester in ihr Beziehungsleben eingeplant, aber einen Abbruch der Freundschaft hat das bisher trotzdem nicht bedeutet. Wir kennen uns so lange, haben auch schon viel durchlebt, treffen uns auch so noch oft genug und verstehen uns nach wie vor gut
Und ich denke, exakt da liegt der Vorteil an Freundschaften: Die Eifersuchts-Komponente bleibt aus

Fakt ist, ich habe es ja kennengelernt Aber vielleicht hast du Recht mit der Theorie über die zwei Menschentypen.

Sowohl im übertragenen Sinne als auch tatsächlich ziehe ich Wassereis Sahneeis vor

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23. Januar 2017 um 1:06

Zitat: "Im übrigen wirs sich der studier und karrierewahn als sackgasse erweisen, bald."
(Sorry, ich weiß nicht wie man hier zitiert)

Um den Studier-und Karrierewahn geht es ja auch gar nicht. Ich nehme an, du beziehst dich hier auf das Auslandssemester? Das bringt beruflich (in unserem Studiengängen) keine Vorteile, es ist eher etwas Persönliches: Über die eigenen Grenzen hinausgehen, Neues kennenlernen, solche Dinge. Studieren geschieht übrigens, v.a. in den Geistes-und Kulturwissenschaften, ganz häufig aus persönlichem Interesse an bestimmten Themengebieten statt Karrierewahn
Und: Natürlich, jeder soll machen, was er für richtig hält.
Aber: Wenn man langgehegte Pläne für etwas anderes schnell über den Haufen wirft, ist das schon etwas komisch.

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23. Januar 2017 um 8:52
In Antwort auf naturtalent1

Liebes Forum,

seit längerem mache ich mir Gedanken darum, ob Liebe, hier speziell der Wunsch danach jemanden anziehend zu finden und zu lieben, nicht eigentlich unreif ist.
Denn eigentlich empfinde ich, dass unser Streben auf Selbstständigkeit hin ausgerichtet sein sollte.

Vielleicht zur Erklärung: In meinem Bekanntenkreis bilden sich derzeit viele Beziehungen. Plötzlich steht der Partner an erster Stelle, Eifersucht ist im Spiel, es darf nicht mehr bei andersgeschlechtlichen Freunden übernachtet werden, die Pläne für das Auslandssemester werden über den Haufen geworfen, etc.

Wenn man sich nun für jemand anderen so sehr einschränkt, so sehr den Wunsch danach hat, Zeit mit jemanden zu verbringen, dass man seine eigenen Pläne beinahe vollkommen aufgibt- ist das nicht völlig daneben? Wie kann man sich darauf einlassen und es wollen, sich in eine solche emotionale Abhängigkeit von einem anderen Menschen zu begeben?

Dann meine eigene Erfahrung: Ich war ein einziges Mal verliebt. Wir empfanden beide Zuneigung zueinander und doch war es so anstrengend, ständig an ihn zu denken, Sorgen um ihn zu haben, ihn zu verlieren oder auch dieses Gefühl der Unvollständigkeit, wenn er nicht da ist ... das kann doch unmöglich ein erstrebenswerter Zustand sein!
 
Wieso nicht alleine bleiben und glücklich sein? Ich verstehe den Wunsch nach dieser Art Zweisamkeit/Abhängigkeit nicht. Wieso streben wir das irgendwie doch an? So viele wollen sich verlieben, es wird immer davon gesprochen, wie wundervoll es ist verliebt zu sein und jemanden zu haben.
Es kann doch nicht der Wunsch eines erwachsenen Menschen sein, sich so sehr zu verlieben, in eine solche emotionale Abhängigkeit zu begeben/in einer solchen zu leben.

Und nun interessieren mich eure Meinungen dazu


 

...
wenn man sich verliebt, verändern sich eben die prioritäten. als ich meinen verlobten kennenlernte, wollte ich eigentlich für den master wegziehen. habe mich dann doch dagegen entschieden und habe mir einen job gesucht. klar hätt ich gern weiter studiert, aber jetzt berufserfahrung zu haben, verlobt zu sein und mit ihm ein kind zu erwarten erfüllt mich mit noch größerer glücklichkeit und ich bereue nichts

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