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Liebe versus isolation

29. März 2003 um 23:38

hallo zusammen,

mich würde eure meinung zu beziehungen, die man wohl als "abhängigkeitsbeziehungen" nennen kann, interessieren.

wenn beide partner "abhängig" voneinander sind und ihr tun und handeln völlig aufeinander abstimmen sieht das auf den ersten blick ganz klasse aus (ist es auch ).
allerdings stellten mein partner und ich fest, dass wir dazu neigen, soziale kontakte zu vernachlässigen, was bevor wir uns kannten, nie passierte. ich muss mich regelrecht dazu zwingen, zu meiner besten freundin den kontakt zu halten. sie ist mir nach wie vor sehr wichtig, aber ich kann mich einfach nicht dazu durchringen, mal wieder einen frauenabend zu veranstalten.
wir isolieren uns regelrecht, und das, obwohl wir in der lage sind, jedes zweite wochenende, trotz 3 kindern, abends wegzugehen. davon träumen andere eltern nur, ich weiss...
obwohl wir beide recht gesellige wesen sind und uns auch durchaus in gesellschaft benehmen können verbringen wir lieber unsere freizeit mit uns und geniessen unsere gemeinsame zeit unendlich. nun, wir sind ja nun auch schon weit über die verliebtphase hinaus und erleben unseren alltag mit 3 kindern nicht in rosa wölkchen. hier im dorf haben wir nur zu unseren direkten nachbarn kontakt, der sehr herzlich ist. bei den kindern achten wir sehr darauf, dass sie ihre freundschaften wirklich pflegen und erhalten.
wir sitzen nicht nur in der bude und himmeln uns an - bei dem kleinsten sonnenstrahl findet man uns im garten oder beim fahrradfahren.

uns erscheint unsere beziehung schon symbiotisch. mein liebster kann mir etwas geben, was ich wohl brauche und ich ihm ebenso. vor einigen jahren noch war ich der ansicht, dass sich gegensätze anziehen - bis ich merkte, dass zuviele gegensätze auch kaputtmachen können. nun lebe ich das gegenteil. die gleichen lebenseinstellungen, dieselben hobbies (mein liebster sitzt gerade neben mir an seinem pc und schmunzelt über meinen beitrag, den ich gerade schreibe) - einfach alles identisch.

wir sind uns durchaus bewusst, dass es sehr selten vorkommt, dass der persönliche freiraum der eigene partner bedeutet und wissen auch, dass es gefährlich werden kann, wenn wir uns total aufeinander fixieren, aber wir beide haben nicht den drang, diesen zustand zu ändern.

für die kinder ist es super. sie spüren liebe, die auch offen gezeigt wird durch umarmungen, küsse und blicke. natürlich beziehen wir sie voll ein in unser "wir-gefühl".

sicher, bei uns gibt es auch meinungsverschiedenheiten, die offen und klar ausgetragen werden. das wird dann stundenlang ausdiskutiert, bis wir einen konsens finden, mit dem wir beide klarkommen können. lautstarke streitereien sind nicht unser ding, wir heben uns unsere leidenschaftliche ausbrüche für andere dinge auf .

wer uns einzeln erlebt würde nie ahnen, wie wir unsere gemeinsame zeit gestalten. wir sind beide selbsbewusst - in einem gesunden mass-, nicht schrulliger als andere und nicht auffälliger als unsere mitmenschen. tja, eigentlich ganz normal und trotzdem nicht.

wie steht ihr zu solchen beziehungen? kennt ihr das? widerspricht das der weltanschauung zur entfaltung des individuums?

liebe gruesse

diefrau

btw wir tragen NICHT dieselben jogginganzüge und jeder bestimmt selbst wie man sich kleidet...



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30. März 2003 um 10:33

Wenns euch spaß macht....
hallo "die Frau"

man, wenns euch doch im augenblick spaß macht so zu leben und ihr euch glücklich und erfüllt dabei fühlt, was ist dann dagegen einzuwenden??? warum machst du dir jetzt unnötige gedanken, um etwas, was im augenblick doch stimmig für euch beide zu sein scheint?

es gibt da auch ganz sicher keine patentrezepte wie symbiotisch oder nicht symbiotisch ne beziehung sein soll und "leben" muss man immer wieder aufs neue aktuellen gegebenheiten "anpassen".

ich meine, was heute passt, kann morgen schon total widersprüchlich sein und dich oder deinen partner dann erdrücken, eben weil ihr euch im laufe der zeit verändert habt, eure individuellen lebenseinstellungen und bedürfnisse eben anders geworden sind.
sich aber schon jetzt darüber gedanken zu machen, wäre sicher absoluter quatsch, tut das wenn es soweit ist (kann ja auch sein, ihr fühlt euch bis in alle ewigkeit mit dieser "trauten zweisamkeit" wohl).

wichtig finde ich persönlich nur, dass ihr "eigenständig" leben nicht verlernt. ich meine damit, selbständig bleiben ist wichtig, eben doch noch mal kontakte nach außerhalb pflegen, wirtschaftliche unabhänigkeit nicht so ganz aus den augen verlieren, sprich---das du als frau, dich nicht total von deinem partner im negativen sinn "abhängig" machst. denn leider sind es noch immer meist die frauen, die dann job und karriere wegen der kinder total aus den augen verlieren und dann, nach dieser familienpause, den einstieg nicht mehr so recht schaffen.

ansonsten genießt euer glück, genießt einander, ist schön wenn ne beziehung so stimmt, aber verliere nicht total die möglichkeit aus dem blick, dass es eben irgendwann mal nicht mehr so passen könnte, du deinen partner eben nicht mehr so "eng" um dich hast (aus welchen gründen auch immer)

ich wünsch euch was---lg--katze mit hut

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30. März 2003 um 16:30

Wir leben ähnlich!

Mein Partner und ich leben auch in einer sehr symbiotischen Beziehung.

Normalerweise verbringen wir 24 Stunden am Tag miteinander. Ab und zu unternehmen wir was getrennt voneinander, aber selten. Höchstens eine Woche im Jahr sind wir voneinander getrennt, wenn ich mal alleine meine Familie besuche.

Wir wohnen zusammen in einer kleinen aber schönen Wohnung, studieren zusammen an der Uni und haben gemeinsame Interessen und Hobbies.
Wir haben fast nur gemeinsame Freunde, mit denen wir ab und an was unternehmen oder die uns besuchen.

Unser Zusammenleben ist recht harmonisch, wir streiten uns nicht sehr oft.
Allerdings haben wir uns immer was zu erzählen, eben wegen der vielen gleichen Interessen und der gemeinsamen Hobbies. Außerdem lachen wir sehr viel miteinander und fühlen uns pudelwohl in der Gegenwart des anderen, da wir sehr verkuschelt sind.

Ach ja, das ganze geht jetzt schon seit 3 Jahren so und ich habe nicht das Bedürfnis daran was zu verändern.

Ich persönlich habe nicht das Gefühl, daß mich mein Partner irgendwie einschränkt.
Er hat sehr viel Verständnis für mich, weil wir uns ziemlich ähnlich sind.
Kinder haben wir allerdings nicht, dafür einen ganzen Kleintierzoo, um den wir uns gemeinsam kümmern. ;o)

Ich habe mir auch schon wie du darüber gedanken gemacht, ob es gut ist, wenn man soviel "zusammenhockt".

Manche sagen, daß dadurch der Alltag und die Gewohnheit gefördert werden. Ich muss allerdings sagen, daß das nichts Ngatives ist für mich.
Ich liebe den Alltag, denn der wird mir durch die Gegenwart von meinem Schatz so verschönert!
Wir kuscheln, umarmen und küssen sehr viel und halten oft Händchen. Das macht den Alltag neben der Kommuniktion miteinander doch sehr angenehm.

Es ist nícht so, daß wir beide nicht alleine leben könnten. Mein Schatz hat vorher 2 Jahre und ich 4 Jahre alleine gelebt. Ich habe mich immer sehr wohl als Single gefühlt und hätte eigentlich nie gedacht, daß ich mal so eng mit einem Menschen zusammenleben könnte. Z.B. war ich nie der WG-Typ oder so.

Abschließend kann ich sagen, daß mir ein Leben in dieser Form, so wie ich es jetzt führe, absolut glücklich macht und ich mache mir auch keine Gedanken mehr darüber, ob sowas gut oder richtig ist.
Ich weiß nur, daß ich unwahrscheinliches Glück habe, so einen Menschen gefunden zu haben, der mir so viel Aufmerksamkeit schenkt und dem ich das zurückgeben kann.

LG
SolarDawn

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30. März 2003 um 17:13

Liebe Diefrau
Wie ich so deine Zeilen lese.
Es ist in meiner Ehe auch teilweise so.Wir sind seid 25 Jahren zusammen davon 18 verheriratet und haben auch drei Kinder.In meinem Freundeskreis ist es meistens so .Das der Sonntag dafür da ist sich zum Kaffee ,Flohmarkt und Ausflüge zu treffen.Nur meine Familie hält sich da ein wenig zurück.Wir sind gerade an unseren freien Sonntag lieber alleine.Das soll nicht heissen das wir dann nur Stubenhocker sind,aber wenn wir zum Flohmarkt,gehen oder Ausflüge machen dann lieber allein.Zwei unserer Kinder sind schon größer und gehen nun ihre eigenen Wege.Bei schlechtem Wetter können wir auch faul auf dem Sofa liegen und Fernseh schauen.Wir haben gemeinsame Zukunftspläne und sind uns einig wie wir unser Leben führen wollen.Sicher gibt es auch mal Knatsch,aber wir schreien uns nicht an.Und wir haben uns immer zum Grundsatz gemacht das ,wenn wir abends ins Bett gehen es für beide Seiten geklärt ist.Wir gehen nie im Streit auseinander .Doch hat jeder seinen eigenen Freiraum.Mein Mann geht ein mal die Woche Skatspielen und spielt ab und zu Billard ich treffe mich an dem selben Abend mit meinen Freundinen zum essen,Kino e.c.t.Diesen Freiraum brauchen wir.Und der erste der nach Hause kommt ruft den anderen an,um ihn gute Nacht zu wünschen.
Ich kann nicht ohne meinen Mann .Wenn er später ins Bett kommt bin ich meist wieder wach.Es fehlt eben was im Bett.Ich finde solche Beziehungen schön ,aber weiss ich auch das man nicht so klammern sollte.Was hat mein Mann mich immer vermisst wenn ich im Krankenhaus war.Oder ich ihn wenn er auf Fortbildung ist.Ich sage immer unsere Beziehung ist wie ein Ei .Eidotter und Eiweiss -gibt es nur zusammen.
Liebe Diefrau sei stolz auf deine Bezihung und führe sie weiter so.
Ich bin glücklich und wünsche das meine Ehe immer so harmonisch bleibt.
Alles Liebe Mamelick

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