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"Liebe" und wie sie "einfach verschwindet"

30. November 2009 um 17:49

Sorry für die komische Frontzeile. Und sorry, dass das jetzt ein ziemlich langer Text werden wird .

Ich lese seit einiger Zeit hier im Forum (Als Typ ^.^). Und was die Ausgangssituation vieler Threads ist, ist dass in einer Beziehung "plötzlich die Liebe weg ist".

Eben hab ich noch nen Thread gelesen, indem die Frau ihren Mann zitiert: Er hat festgestellt, dass er "sie nicht mehr liebt"; er "dachte zuerst, das liegt am Stress"; dann war die Liebe aber doch einfach weg.

Dazu gibt es ein ganz hübsch getextetes Lied von Annett Louisan (darf ich die Lyrics hier posten, oder muss ich dann GEMA-Gebühren zahlen *g*?):
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dieser Tag schlägt noch gar keine Wogen
doch irgendwie kennt sie ihn schon
es läuft so ne Art Wiederholung
und es handeln die selben Personen

und alles war irgendwann neulich
die zweisamen Jahre vergehn
gegossen in eiserne Treue
es gibt keine Schuld zu gestehn
und kein Grund zu gehn

bis aufs Blut ineinander verwoben
und bis auf die Knochen vertraut
zwei Leben wie Feder und Nut
nach Maß aufeinander gebaut
allen Stürmen getrotzt
n paar Wünsche erfüllt
die Leidenschaft gut in den Alltag gehüllt
jeder Blick sieht gekonnt über Fehler hinweg
läuft alles perfekt nur die Liebe ist weg
---------
So etwas sehe ich die ganze Zeit. Und ich meine nicht nur: Hier im Forum. Bei meinen (zahlreichen) weiblichen Freundinnen mit ihren jeweiligen Beziehungen. Bei meinen männlichen Freunden mit ihren Beziehungen. In allen Zeitungen, Büchern. Und: Auch hier im Forum.

Mich macht das nachdenklich.

Ich bin erst 25... vielleicht habe ich diese Erfahrung einfach noch nicht gemacht? Ich empfinde zu Menschen, mit denen ich lange und viel Erfahrungen geteilt habe immer eine Art tiefer Zuneigung. Und die verschwindet nicht einfach. Selbst wenn ich mich getrennt habe weil die Beziehung nicht gut für mich war, habe ich hinterher immer mindestens ein halbes Jahr wie ein Hund gelitten. Dass man einen Menschen sehr lieb hat - und für mich ist das "Liebe" - verschwindet nicht "einfach so". Zumindest bei mir nicht. Ich ertappe mich sogar eher dabei, dass ich auch Mädels gegenüber mit denen ich schon Jahre auseinander bin, die ich seither kaum gesehen habe und mit denen die Beziehung nicht wirklich schön war noch öfters eine gewisse Verantwortung/Zuneigung empfinde (ohne konkrete Situation, einfach beim Denken an die betreffende Person)... nichts psycho-verwirrtes, einfach ein ruhiges Gefühl, dass ich mich freuen würde wenn es ihr gut geht. Ohen dass ich die betreffende Person jetzt deswegen unbedingt anrufen müsste bzw. das Bedürfnis verspüren würde wieder eine Beziehung anzufangen. In gesteigerter Form ist das das gleiche Gefühl, das bei mir auch in einer längeren Beziehung besteht. Oder in einer langen Freundschaft.
------------
Aber von anderen höre ich immer: Unabhängigkeit... Selbstverwirklichung... die Liebe ist einfach weg.

Ich möchte auch unabhängig sein! Mich selbst verwirklichen, Liebe empfinden. Ich "moralisiere" also das Funktionieren der anderen gar nicht - ich meine NICHT, dass man eben zusammen bleiben soll auch wenn man total unzufrieden ist. Ich bin nur überrascht, dass so viele in ihren Beziehungen "plötzlich aufwachen", die Liebe "weg ist" und dann Selbstverwirklichung in Widerspruch zur Beziehung gerät.

Ich hatte immer das Gefühl - vielleicht ist das gar nicht richtig und liegt nur an meinem zarten Alter? - dass solche Äußerungen nur möglich sind wenn Personen nie die Rationalität hatten wahrzunehmen dass (auch romantische) Verknalltheit oder Geilheit auf der einen Seite und Zuneigung/Liebe auf der anderen Seite (auch innerlich) ganz verschiedene Dinge sind?

Natürlich kenne ich das auch, dass man von einem Mädel hormonell umgehauen wird, an nichts anderes mehr denken kann etc... aber das habe ich immer nur entweder in den ersten zwei Monaten gehabt oder bei Beziehungen die sonst total disfunktional waren (mE der selbe Effekt wie "Versöhnungssex" - wenn ansonsten Drama ist, ist auch die romantische Anhänglichkeit größer).

Fast alle anderen scheinen das anders zu sehen. Liebe ist zuerst "einfach da"... und dann irgendwann "einfach weg".

So, jetzt wiederhole ich mich nur noch, Zeit aufzuhören .

Auch hab ich das alles jetzt recht zynisch dekonstruiert ^.^. So verkopft sehe ich das gar nicht, das kam jetzt nur beim Schreiben so raus.

Der Grund warum ich schreibe ist einfach: Ich habe zunehmend Angst. Wie soll ich mich denn mit meinen "romantischen" Vorstellungen bei Frauen fallen lassen? Wenn ich auf der Suche nach einer "Gefährtin" bin, und die Dame jeden Tag ankommen kann und sagt: "Sorry Schatz, ich funktioniere da einfach ganz anders als du. Tiefe Zuneigung empfinde ich grundsätzlich nur meinen Eltern gegenüber oder Kindern. Bei Männern kann immer die Liebe plötzlich weg sein, und mit dir ist es jetzt soweit."

Ich habe überhaupt keine Probleme Frauen kennenzulernen - im Vergleich zu meinen Freunden und Bekannten bin ich da weit überdurschnittlich "erfolgreich". Auch der Rest meines Lebens stimmt soweit - ich bin mit meiner beruflichen Entwicklung sehr zufrieden, mag meine Freunde sehr, ich hab sehr viele Interessen, bin sehr aktiv, sprich: Ich bin mit meinem Leben sehr glücklich. Nur diese eine Sache funktioniert überhaupt nicht - ich kann mich auf Frauen zunehmend nicht mehr; inzwischen eigentlich gar nicht mehr einlassen iSv emotional richtig fallenlassen.
-
Was denkt ihr?

Mehr lesen

1. Dezember 2009 um 3:13

-
... auf den zweiten Blick war es wohl sinnlos, das hier zu posten. Mit den Nachbarthreads

- "zwischen zwei Männern"
- "fremder Slip"
- "in Ex verliebt trotz Freund"
- "Hat er uns beim Sex gefilmt??"
- "Mein Freund darf nicht in meinem Bett schlafen"
- "Gibt es viele Männer, die gerne lecken?"

Also vergesst am besten dass ich mich gemeldet habe . Es passt hier wohl nicht her.

lg

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1. Dezember 2009 um 8:34

Liebe verschwindet.......?
du hast das sehr schön geschrieben!

wenn du mich fragst wie es mir gegangen ist mit der liebe?
ich war lange verheiratet.....über 20 jahre, und die liebe war nicht plötzlich weg. nein es war ein schleichender prozess...bis es gar nicht mehr ging.
aber ich bin grundsätzlich ein typ der richtig tief lieben kann...und ich hatte vor kurzem eine sehr schöne beziehung, die er leider beendet hat. nun hab ich auch liebeskummer, denn meine liebe ist in dem fall nicht so ätherisch und hat sich verflüchtigt.

dir kann ich nur sagen: versuch dich zu öffnen wenn du wieder eine frau kennen lernst die du toll findest. du wirst merken ob sie es ehrlich mit dir meint.
lg

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1. Dezember 2009 um 9:11

Was ist Liebe?
Aus meiner Sicht ist Liebe etwas, dass sich langsam entwickelt und auch nur langsam wieder nachlässt. Zugegeben, ich bin auch "nur" 26 Jahre alt und bin jetzt "erst" in der zweiten längeren Beziehung, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass man von heute auf morgen keine Liebe mehr für seinen Partner empfindet.
Klar, Gefühle für andere Menschen können sich ändern und die Menschen selber auch, aber normalerweise gehen diese Veränderungen nur langsam und in kleinen Schritten von statten und nicht von heute auf morgen.

Ich könnte mir vorstellen, dass in der heutigen kurzlebigen Zeit zum einen viel zu schnell von Liebe gesprochen wird und zum anderen es ein wenig Mode geworden ist, eine Beziehung mit dem Satz: "Ich liebe dich nicht mehr" zu beenden.

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1. Dezember 2009 um 10:36


...dass man nicht annehmen sollte, was der Partner denkt, fühlt und will, nur weil man mit ihm schon Jahre zusammen ist."

Ich habe selten einen so tollen Satz gelesen!

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14. Dezember 2009 um 0:23

Ist es
... extrem unmöglich, wenn ich meinen eigenen Thread jetzt noch mal pushe ?

Mich beschäftigt das Thema nämlich immer noch sehr... und ich finde es wichtig .

Im Forum lese ich viel, dass "ich sah den anderen Typen, fand ihn toll und merkte plötzlich dass die Liebe zu meinem Ehemann weg ist" geschrieben wird... und es ist eben ein Riesen-Clash zu meiner eigenen Erlebniswelt (siehe oben)...

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16. Dezember 2009 um 2:16

Ähm
- ich werde "pro forma" noch einmal wiederholen, dass ich es NIE akzeptieren werde mich von einer Horde extremistischer 68erinnen als "Vergewaltiger", "Diktator" etc. bezeichnen lassen zu müssen und eure Gefängnis/Abschlachtungsphantasien ("lieber das als ein großer Schaden") über mich ergehen zu müssen nur weil ich in einem Thread geschrieben habe, dass ich die Positionen BEIDER Personen im Ausgangsthread verstehe.

Ich bin auch noch immer schockiert und verwundert, wo diese ganze Aggressivität, dieser blanke HASS gegenüber Männern bei euch hergekommen ist.

Wenn er jetzt wieder verschwunden (bzw: Einige Zeit ruhig gestellt ) ist: Umso besser.

Dann würde ich diese Diskussion auch gern im anderen Thread lassen... wer sich ein Bild machen möchte ob ich ein "Vergewaltiger" bin nur weil ich geschrieben habe "beide" Personen zu verstehen, muss im Grunde ja auch nur das Ausgangspost lesen.

Dir wünsche ich für deinen restlichen Lebensweg ein deutlich entspannteres Verhältnis zu Männern insgesamt. Nicht *alle* Männer sind "Vergewaltiger", "Schweine" etc.!

Manchmal sitzen eigene Verletzungen so tief, dass "Frau" das leicht vergisst.

Bei diesem Weg viel Glück

und lg aus Hamburg

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16. Dezember 2009 um 23:22

Mmh
meiner meinung nach wird heutzutage viel zu viel als liebe interpretiert.
kleine schwärmerei wird (vor allem bei angehender- bis junger frau [liegt vll auch am alter] so schnell zur "liebe"
liest man hier im forum auch so schön.
"bin in klassenkameraden/in verknallt, kenn ihn/sie zwar erst nen tag aber will am liebsten schon gleich heiraten und kinder"
naja, trifft ja auch auf wesentlich ältere zu -.-

klar is die "liebe" dann oft schnell weg, wenn man dann ma zusammenkommen sollte...wenns vorher nichtmal richtige war.

ich finde auch das "liebe" sich entwickelt und, sofern man nicht belehrt wird, dass man durchgehend belogen wurde, sie sich auch nicht so schnell auflöst.
ich kanns selber nicht wirklich nachvollziehn wenn Frau (kann bei mir nur von Frau sprechen)
nach einer längeren beziehung einfach so sagen kann, dass sie sich "entliebt" hat.
und das dreiste an der sache:
du kannst auch ruckzuck diesem mädel schnurz egal sein, sie würds nichtmal kümmern wenn man ins krankenhaus kommt oder von nem hochhaus springt.
trifft auch auf ne "einfache" freundin von mir zu.
schwupps ist man ihr egal, freundschaft vorbei, mit abgeschlossen und man hat dann auch keine verpflichtungen dieser person gegenüber
man wird sogar noch egaler als ein idiot der in china reis frisst.

hab schließlich die selbe "paranoia" wie du, wenn mans so ausdrücken darf -.-
tja, nicht jeder kann nunmal das glück haben und auf männer stehn.
mittlerweile jdf seh ich das so. die versteht man wenigstens.
und das tolle is, sie können sich selbst nachvollziehen!
manchmal glaub ich sogar dass frauen für sich selbst mysterien sind.
so blieben jdf für mich bis jetzt massig fragen ungeklärt -.-

n handbuch pro dame wär mal ne praktische erfindung!

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17. Dezember 2009 um 4:16
In Antwort auf cuddlebear

Mmh
meiner meinung nach wird heutzutage viel zu viel als liebe interpretiert.
kleine schwärmerei wird (vor allem bei angehender- bis junger frau [liegt vll auch am alter] so schnell zur "liebe"
liest man hier im forum auch so schön.
"bin in klassenkameraden/in verknallt, kenn ihn/sie zwar erst nen tag aber will am liebsten schon gleich heiraten und kinder"
naja, trifft ja auch auf wesentlich ältere zu -.-

klar is die "liebe" dann oft schnell weg, wenn man dann ma zusammenkommen sollte...wenns vorher nichtmal richtige war.

ich finde auch das "liebe" sich entwickelt und, sofern man nicht belehrt wird, dass man durchgehend belogen wurde, sie sich auch nicht so schnell auflöst.
ich kanns selber nicht wirklich nachvollziehn wenn Frau (kann bei mir nur von Frau sprechen)
nach einer längeren beziehung einfach so sagen kann, dass sie sich "entliebt" hat.
und das dreiste an der sache:
du kannst auch ruckzuck diesem mädel schnurz egal sein, sie würds nichtmal kümmern wenn man ins krankenhaus kommt oder von nem hochhaus springt.
trifft auch auf ne "einfache" freundin von mir zu.
schwupps ist man ihr egal, freundschaft vorbei, mit abgeschlossen und man hat dann auch keine verpflichtungen dieser person gegenüber
man wird sogar noch egaler als ein idiot der in china reis frisst.

hab schließlich die selbe "paranoia" wie du, wenn mans so ausdrücken darf -.-
tja, nicht jeder kann nunmal das glück haben und auf männer stehn.
mittlerweile jdf seh ich das so. die versteht man wenigstens.
und das tolle is, sie können sich selbst nachvollziehen!
manchmal glaub ich sogar dass frauen für sich selbst mysterien sind.
so blieben jdf für mich bis jetzt massig fragen ungeklärt -.-

n handbuch pro dame wär mal ne praktische erfindung!

Danke!

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