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Liebe und Beziehung in der heutigen Wegwerf-Gesellschaft?

9. Januar 2014 um 22:13 Letzte Antwort: 15. Januar 2014 um 22:27

Hallo in die Runde,

ich werfe mal eine ketzerische Behauptung in die Runde und freue mich auf eine spannende Diskussion.

Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umschaue, sehe ich eine ganze Reihe von losen friends-with-benefits-Konstrukten, Affären aber auch Dauer-Singles. Zugegeben: Den Gegenpol stellen bei mir mittlerweile verheiratete Paare dar, die z.T. schon mit Kindern unterwegs sind.

Auffällig ist: Die Zeiten in denen man nach dem Sex oder nach den ersten bewussten und leidenschaftlichen Küssen ein Paar war, sind lange vorbei. Viele Freunde von mir bevorzugen lose Beziehungsformen ohne Verantwortung - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Bei vielen höre ich, dass der Wunsch nach Unabhängigkeit zu groß ist, um sich fest zu binden. Andere geben nach ein oder anderem Bier zu, dass sie sich nicht sicher sind, ob der Partner/die Partnerin Mrs. oder Mr. Right sind - mit der Konsequenz, sich dann nicht zu binden.

Auch der Kampf um Beziehungen wird immer seltener. Nur die wenigstens sind bereit, wirklich etwas zu investieren und zu wagen, um in einer Beziehung zu bleiben oder eine Beziehung einzugehen. Langfristiges Umgarnen wird schnell als Klammern missinterpretiert, wird nicht umgarnt, endet das Ganze immer öfter mal in der "Kiste" - und das war's dann auch schon.

Könnte es sein, dass das medial vorgelebte Ideal von Schönheit, Liebe und Beziehung immer stärker dazu führt, dass nur noch wenige sich binden wollen? Spielt die Angst vor Abhängigkeit oder davor, verletzt zu werden auch eine Rolle?

Könnte es sein, dass die zunehmende Reizüberflutung dazu führt, dass man gar keinen Raum mehr für einen Partner hat?

Ist die Tatsache, dass man immer genügend Alternativen hat und das früher gelebte "ein Partner im Leben" mittlerweile längst passé ist nicht auch Ursache dafür, dass man sich nicht bindet?

Wie geht es euch? Welche Tendenzen seht ihr? Was für Ursachen seht ihr?

Viele Grüße
schiller

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9. Januar 2014 um 22:23

An den Alternativen
wirds wohl liegen. Männer werden beziehungsunwillig, weil sie heute problemloser an Sex kommen und viele Frauen sich auf die lange Bank schieben lassen, man will ja keine "Klette" sein. Zudem dröhnen sich die Herren der Schöpfung meistens täglich mit Pornos zu, die suggerieren an jeder Ecke wartet eine willige Stute.

Somit frönen sie der Biologie des munteren Samenstreuens und haben keine Notwenigkeit mehr sich zu binden. Natürlich gibt es auch die ein oder andere Frau die keine Lust hat, aber das tritt stärker auf, wenn sie schon eine Ehe/lange Beziehung hinter sich hat oder eben noch sehr jung ist.


Zudem glaube ich dass "gemeinsam Altwerden" von jeher eher ein Frauentraum war. Und die heutige Gesellschaftsstruktur spielt da nicht mehr so mit.

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9. Januar 2014 um 23:01

....
Heutzutage gibt es soooo unzählig viele Möglichkeiten neue Leute kennenzulernen und zu daten. Das schafft bei vielen Mensche die Illusion, dass es in der großen Welt den einen richtige Partner gibt, mit dem es keine Probleme gibt und alles für immer schön ist. Warum sollte man sich also an seine jetzige Affäre binden, mit der man nicht immer zu 100% übereinstimmt? Außerdem beeinflusst das Umfeld und die Medien natürlich ungemein. Du hast bestimmt auch schonmal erlebt dass ein beendete Beziehung im Freundes/-Bekanntenkreis gleich eine Kette von Schlussmacherei mit sich zieht. Hab ich schon oft feststellen können. Man orientiert sich nunmal an andre, will nix verpassen.

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10. Januar 2014 um 10:52
In Antwort auf ericka_12431364

An den Alternativen
wirds wohl liegen. Männer werden beziehungsunwillig, weil sie heute problemloser an Sex kommen und viele Frauen sich auf die lange Bank schieben lassen, man will ja keine "Klette" sein. Zudem dröhnen sich die Herren der Schöpfung meistens täglich mit Pornos zu, die suggerieren an jeder Ecke wartet eine willige Stute.

Somit frönen sie der Biologie des munteren Samenstreuens und haben keine Notwenigkeit mehr sich zu binden. Natürlich gibt es auch die ein oder andere Frau die keine Lust hat, aber das tritt stärker auf, wenn sie schon eine Ehe/lange Beziehung hinter sich hat oder eben noch sehr jung ist.


Zudem glaube ich dass "gemeinsam Altwerden" von jeher eher ein Frauentraum war. Und die heutige Gesellschaftsstruktur spielt da nicht mehr so mit.

...
...und Frauen?

Bei vielen Frauen ist es doch auch so, dass sie auf der einen Seite von der Vielzahl an Optionen überfordert sind - und auf der anderen Seite durch die vielen Fehlschläge irgendwann ganz bewusst auf Affären oder friends-with-benefits-Geschichten setzen um bloß nichts emotional zu sehr an sich rankommen zu lassen.

Ich höre aus meinem weiblichen Bekanntenkreis häufig "wir haben uns drauf geeinigt, dass es nur Sex ist" - wenige Wochen später beginnt dann aber das verkomplizieren in Richtung "er/sie meldet sich nicht" oder "irgendwie entwickelt sich grad mehr". Die Ängste, die durch wachsende Gefühle und Emotionen entstehen scheinen dabei dem positiven Erlebnis im Weg zu stehen.

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10. Januar 2014 um 10:55

Spannend...
...das es deiner Ansicht nach vor allem "die Männer" sind, die Ursache der von mir beschriebenen Situation sind.

Aus meiner Sicht ist es so, dass auch Frauen durchaus bereit sind, sexueller Selbstbedienungsladen zu sein - aber immer mit dem vorgeschobenen Beruhigungsargument, man habe ja alle Zügel in der Hand und sein Unabhängig/habe die Kontrolle.

Ist es am Ende nicht so, dass viele Männer aufgrund - ich nenne es mal so - der medialen Zwänge gar nicht anders können als "cool", "unnahbar" und "unabhängig" zu sein um für Frau noch attraktiv zu sein? Man hört und liest immer wieder, dass es unmännlich sei, eine Frau lange zu umgarnen (und mit lange meine ich nicht mehrere Dates/Flirts, sondern Wochen, Monate) - oder dass Frauen es nicht abkönnen, wenn Mann sich regelmäßig meldet.

Ist es nicht am Ende doch irgendwie so, dass schon lange ein falsches Bild von Beziehungen (vor-)gelebt wird? Dass alles zu 100% passen muss und sofort BAMM machen muss? Dass eine Beziehung immer leicht und ohne gemeinsame Arbeit funktionieren muss?

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10. Januar 2014 um 10:57
In Antwort auf aeneas_12716360

....
Heutzutage gibt es soooo unzählig viele Möglichkeiten neue Leute kennenzulernen und zu daten. Das schafft bei vielen Mensche die Illusion, dass es in der großen Welt den einen richtige Partner gibt, mit dem es keine Probleme gibt und alles für immer schön ist. Warum sollte man sich also an seine jetzige Affäre binden, mit der man nicht immer zu 100% übereinstimmt? Außerdem beeinflusst das Umfeld und die Medien natürlich ungemein. Du hast bestimmt auch schonmal erlebt dass ein beendete Beziehung im Freundes/-Bekanntenkreis gleich eine Kette von Schlussmacherei mit sich zieht. Hab ich schon oft feststellen können. Man orientiert sich nunmal an andre, will nix verpassen.


Die Schlussmach-Kette habe ich vor Jahren selbst mal gestartet, als ich mich von meiner langjährigen Freundin getrennt habe. Es war durchaus erstaunlich zu sehen, dass viele mit dem Argument "als ihr euch getrennt habt, haben wir unsere Beziehung hinterfragt" (oder so ähnlich) bereit waren, ihre eigenen Beziehungen zu beenden...

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10. Januar 2014 um 10:59

Wo Treue Spaß macht...
...stimme dir zu.

Aber mal ganz ehrlich: Ist es nicht ätzend, dass wir uns von Ängsten diktieren lassen, ob, wann, wie und wo wir uns verlieben "dürfen"?

Eine gute Freundin von mir meinte letztens über ihre "Affäre": Ich möchte nicht, dass er mit anderen Frauen schläft. Er sagt über sie "Ich weiß nicht, was sie für mich ist. Aber ich mag es nicht, wenn sie von anderen Männern angeflirtet wird". Und ich nur "HALLO? Leute?"...

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10. Januar 2014 um 11:02

Könnte es sein...
... dass es vielleicht gar nichts so unerträgliches, unsägliches und mal grundsätzlich falsches ist, wenn man keine Beziehung möchte?

Könnte es sein, dass das gar nicht schlimm ist?

Du schreibst das so, als wäre es etwas schlechtes. Du schreibst das so, als müssten wir eigentlich alle eine lange Beziehung wollen. Müssten wir?

Natürlich fühlen sich viele Singles nicht wohl damit, dass sie Single sind - ich bin mir sicher, es haben sich auch genug in Partnerschaften, die mit dem ersten Kuss und erstem Sex bindend waren, nicht wohl gefühlt. (und es gibt sicher auch genug, die auch heute noch in einer Partnerschaft sind und nicht glücklich damit.)
Natürlich sehnen sich auch heute viele nach dauerhaften Beziehungen und natürlich hat es einen Einfluss, dass der Druck von aussen, der teilweise gezwungen hat, sich um die Beziehung zu kümmern, sich "zusammen zu raufen" entfallen ist. Aber das macht langfristige Beziehungen noch lange nicht zur allgemeinen "richtigen" Lösung.

Es gibt mehr Freiheiten in dieser Hinsicht und es gibt viel mehr Menschen, die diese nutzen. Die einen zu ihrem Vorteil und zum Vorteil anderer, die anderen zu ihrem Nachteil und dem Nachteil anderer.

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10. Januar 2014 um 11:15
In Antwort auf an0N_1189750099z

Könnte es sein...
... dass es vielleicht gar nichts so unerträgliches, unsägliches und mal grundsätzlich falsches ist, wenn man keine Beziehung möchte?

Könnte es sein, dass das gar nicht schlimm ist?

Du schreibst das so, als wäre es etwas schlechtes. Du schreibst das so, als müssten wir eigentlich alle eine lange Beziehung wollen. Müssten wir?

Natürlich fühlen sich viele Singles nicht wohl damit, dass sie Single sind - ich bin mir sicher, es haben sich auch genug in Partnerschaften, die mit dem ersten Kuss und erstem Sex bindend waren, nicht wohl gefühlt. (und es gibt sicher auch genug, die auch heute noch in einer Partnerschaft sind und nicht glücklich damit.)
Natürlich sehnen sich auch heute viele nach dauerhaften Beziehungen und natürlich hat es einen Einfluss, dass der Druck von aussen, der teilweise gezwungen hat, sich um die Beziehung zu kümmern, sich "zusammen zu raufen" entfallen ist. Aber das macht langfristige Beziehungen noch lange nicht zur allgemeinen "richtigen" Lösung.

Es gibt mehr Freiheiten in dieser Hinsicht und es gibt viel mehr Menschen, die diese nutzen. Die einen zu ihrem Vorteil und zum Vorteil anderer, die anderen zu ihrem Nachteil und dem Nachteil anderer.


Nur um das vorweg klar zu stellen: Ich gehöre nicht zu denen, die Beziehungen für etwas schlechtes halten und bin glücklich vergeben.

Nichts desto trotz beobachte ich die oben geschriebenen Tendenzen.

Natürlich gibt es viele, die sich in Partnerschaften stürzen, die unglücklich und nicht positiv für beide oder für eine Seite verlaufen. Aber: Genau so beobachte ich Freunde um mich rum, die eine Form der Partnerschaft wählen, die bewusst auf Freiheit ausgelegt ist, um ja nichts tieferes zuzulassen.

Die Gefahr, die ich erkenne ist, dass wir immer weiter abstumpfen und irgendwann gar nicht mehr in der Lage sind, Emotionen zu deuten und zuzulassen.

Eine Freundin von mir meinte letztens "Ich habe immer so ein blödes Gefühl wenn er nicht bei mir ist, das hasse ich". Ich habe sie dann gefragt "Kann es sein, dass das Gefühl, was du beschreibst einfach bedeutet, dass du ihn vermisst?" - das war schon ein gewisser Aha-Effekt für sie

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10. Januar 2014 um 11:30
In Antwort auf katina_12485259


Nur um das vorweg klar zu stellen: Ich gehöre nicht zu denen, die Beziehungen für etwas schlechtes halten und bin glücklich vergeben.

Nichts desto trotz beobachte ich die oben geschriebenen Tendenzen.

Natürlich gibt es viele, die sich in Partnerschaften stürzen, die unglücklich und nicht positiv für beide oder für eine Seite verlaufen. Aber: Genau so beobachte ich Freunde um mich rum, die eine Form der Partnerschaft wählen, die bewusst auf Freiheit ausgelegt ist, um ja nichts tieferes zuzulassen.

Die Gefahr, die ich erkenne ist, dass wir immer weiter abstumpfen und irgendwann gar nicht mehr in der Lage sind, Emotionen zu deuten und zuzulassen.

Eine Freundin von mir meinte letztens "Ich habe immer so ein blödes Gefühl wenn er nicht bei mir ist, das hasse ich". Ich habe sie dann gefragt "Kann es sein, dass das Gefühl, was du beschreibst einfach bedeutet, dass du ihn vermisst?" - das war schon ein gewisser Aha-Effekt für sie

Glücklich vergeben...
... bin ich auch.
Aber ich halte das nicht für etwas, das für jeden erstrebenswert sein sollte.

Unter anderen Umständen würde ich selbst zu denen gehören, die eine Affäre oder solo bleiben einer tieferen Beziehung um Längen vorziehen.

Das hat für mich nichts mit "keine Gefühle" und "abstumpfen" zu tun - es sind einfach *andere* Gefühle. Nicht besser und nicht schlechter.
Es ist ein anderer Weg, sonst nichts.

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10. Januar 2014 um 11:32

Hmmm...
ich seh das komplett anders...ich bin jetzt langsam in dem alter,wo ich viele paare kenne,die zusammenbleiben,weil man eben zusammenbleibt...man hat keinen bock mehr was neues zu suchen,oder man hat die reife im kopf um zu wissen,das der neue partner auch nicht der perfekte typ sein wird,weil es immer irgendwas gibt,was einen stören könnte...man weiß ,was man an dem anderen hat....affären jibbet in meinem freundes -und familienkreis aktuell keine...allet ruhig...
also,das alle paare jetzt auseinanderrennen seh ich jetzt nicht so...mit mitte 20 hätte ich das noch unterschrieben...mit über 40 seh ich das komplett anders...

sky

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10. Januar 2014 um 11:43
In Antwort auf skyeye70

Hmmm...
ich seh das komplett anders...ich bin jetzt langsam in dem alter,wo ich viele paare kenne,die zusammenbleiben,weil man eben zusammenbleibt...man hat keinen bock mehr was neues zu suchen,oder man hat die reife im kopf um zu wissen,das der neue partner auch nicht der perfekte typ sein wird,weil es immer irgendwas gibt,was einen stören könnte...man weiß ,was man an dem anderen hat....affären jibbet in meinem freundes -und familienkreis aktuell keine...allet ruhig...
also,das alle paare jetzt auseinanderrennen seh ich jetzt nicht so...mit mitte 20 hätte ich das noch unterschrieben...mit über 40 seh ich das komplett anders...

sky

...
...okay, bei mir scheint grad im Freundeskreis vieles im Umbruch zu sein. Mit 25 - 35 sieht es irgendwie so aus, wie oben beschrieben...

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10. Januar 2014 um 12:33


also ich bin seit sehr langer Zeit keine monogame Beziehung mehr eingegangen und ich mache da kein Geheimnis daraus. So gar nicht. Freunde, Bekannte, Kollegen wissen jetzt nicht die Details, aber dass ich so gar keine Nonne bin, dass wissen die schon. Natürlich gibt es auch Menschen, die das nicht mögen und einige wenige, die damit wirklich grundsätzlich nicht klar kommen.
Das ist bei jeder menschlichen Eigenschaft so - ich habe auch so einige Charakterzüge mit denen ich nicht umgehen kann und / oder will. Aber von dem, wie Du es beschreibst, ist meine eigene Erfahrung um Welten entfernt.

Ja, natürlich gibt es "Idealbilder" - die sind wichtig. Nicht für jede Person im einzelnen, aber grundsätzlich für eine Gesellschaft.
Und natürlich gibt es immer Menschen, die anderen erklären möchten, was für diese jetzt richtig wäre und was nicht - mit den verschiedensten Intentionen. War schon immer so, wird immer so sein.
Gibt auch genug, bei denen es mehr Naivität ist, dass sie wirklich glauben, es gibt ein generelles "richtig" und "falsch" - weil sie nie darüber nachgedacht haben und nie darüber nachdenken mussten, meistens.

Es gibt auch immer Menschen, die sich an dem orientieren, was ihrer Meinung nach die anderen gut finden und demnach für ein Urteil über sie fällen.
Ein Mensch, der völlig frei davon ist, ist ein waschechtes @rschloch, weil das auch eine gewisse "Feedback"- Funktion hat, Menschen, die davon zu viel haben, putzen eben anderen gern rektal die Zähne. Die meisten Menschen sind in beiden Extremen nicht, aber diese Eigenschaft ist grundsätzlich unerlässlich für Gemeinschaften. Jetzt sind wir Menschlein aber Gemeinschaftswesen und eine Gemeinschaft, eine Kultur, eine Gesellschaft wird nie funktionieren, wenn es allen völlig egal ist, wie ein anderer die eigenen Handlungen findet.

Ein Problem ist meiner Meinung nach nichts davon.
Auch nicht die Tatsache, dass Gesellschaften, Werte, Ideale nicht statisch sind, sondern sich verändern.

Wenn die Geschichtsschreiber das richtig deuteln, hatten die Menschheit in der Zeit wo es Neandertaler noch gab und unsere direkteren Vorfahren gerade so schon, das Matriachat. Da war Vaterschaft völlig irrelevant, ein Kind gehört immer zur Familie der Mutter und die Mutter ist immer recht eindeutig zu ermitteln - man geht davon aus, dass das u.a. völlig freie Sexualität bedeutet hat.
Das hat sich seit dem mehrfach recht gründlich gewandelt - es wandelt sich noch und das wird es weiter tun.
Es gibt immer einzelne Menschen, die mit dem "aktuellen Status" nicht sonderlich gut zurecht kommen, weil der eben nicht der Art entspricht, wie sie selbst die Welt sehen. Die Verschiebung folgt der Mehrheit, ist eine Folge von Kultur und "Umständen" - das ist Pech für die, die gerade nicht in der Masse sind (je nach Zeit und Bedingungen auch gefährlich), aber keine Gefahr und keine Katastrophe allgemein.

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10. Januar 2014 um 13:02
In Antwort auf katina_12485259

...
...okay, bei mir scheint grad im Freundeskreis vieles im Umbruch zu sein. Mit 25 - 35 sieht es irgendwie so aus, wie oben beschrieben...


Aber gerade diese Altersklasse beherbergt doch die meisten Heiratswilligen!

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10. Januar 2014 um 14:05

Liebe und Beziehung in der heutigen Wegwerfgesellschaft
Schaut man sich die heutigen Beziehungen an, trennen sich die allermeisten wieder, wenn Kinder auf der Welt sind. Die Paarebene ist nicht mehr vorhanden, alles dreht sich nur noch ums Kind. Oft kommen dann noch finanzielle Probleme dazu, wenn die Frau zu Hause bleibt, das Geld sehr knapp wird. Der Sex wird schlagartig weniger bis gar nicht mehr. Das alles nimmt man heute einfach nicht mehr so hin. Bei einer Scheidung trifft es dem Mann und Vater ein zweites Mal. Die Väterrechte werden mit Füssen getreten. Er darf auf einmal nicht mehr anrufen und mit seinen Kindern reden. Nimmt sich die Frau wieder einen neuen Freund und bildet schnell eine neue Familie, hat der leibliche Vater schon gar keine Rechte mehr. Ausser zahlen Monat für Monat. Erst kürzlich wieder eine Erklärung vom Bundesverfassungsgericht, dass die Vaterrechte sehr gestutzt werden. Welcher Mann hat denn da noch Lust auf eine Beziehung. Recht so, wenn der Mann endlich soweit ist und sagt, ich bleibe Single und gönne mir die Freuden des Lebens. 5 Minute Lust, 25 Jahre Last kann es nicht sein, dass der Mann auf diese Art und Weise sein Leben verschenkt. Die Frau von heute oftmals gleichviel verdient, wie der Mann doch laut Gesetz wird der Mann finanziell gerupft. In einer Ehe rechnet man doch auch beide Gehälter zusammen, ob es ausreicht eine Familie zu gründen. Doch bei der Trennung soll der Mann die finanzielle Last alleine tragen. Es hat alles seine Gründe, warum wir Deutschen kaum noch Kinder haben. Zum Glück haben wir das Internet um uns auszutauschen, damit die Jungmänner gleich mal kritischer sind in der Einstellung zu einer Ehe oder Beziehung. Solange die Väter so mies behandelt werden vom deutschen Recht, ist das schon ok, wenn immer weniger eine Bindung eingehen und sich Kinder anschaffen.

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10. Januar 2014 um 14:07

Jein...
Einerseits ist kaum zu bestreiten, dass der mediale Druck heutzutage enorm ist und man sich dem kaum entziehen kann (da reicht es auch nicht aus, den Fernseher auszuschalten - man müsste schon auf eine einsame Insel ziehen). Und das Bild, das über die Medien transportiert wird, ist geprägt von Jugendwahn, Spaß, Sex, Abenteuer. Auch ich selbst stelle an mir fest, dass ich davon nicht unbeeinflusst geblieben bin.

Andererseits glaube ich nicht, dass Menschen früher "besser" waren. Vieles war nur gesellschaftlich verpönt. Dennoch haben sich Menschen ihren Weg gesucht - selbst in Ländern wie Saud-Arabien, die heute extrem restriktiv sind. Es finden sich auch viele Hinweise, die darauf hindeuten, dass es in der Vergangenheit auch nicht anders war. Das wilde Treiben z.B. an französischen Königshöfen oder im antiken Rom/Griechenland ist ja recht gut dokumentiert.

Aber natürlich hast Du Recht, dass man vor allem in Zeiten des Internets ständig von Angeboten überflutet wird und das nicht ohne Wirkung bleibt.

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10. Januar 2014 um 15:05
In Antwort auf katina_12485259

Spannend...
...das es deiner Ansicht nach vor allem "die Männer" sind, die Ursache der von mir beschriebenen Situation sind.

Aus meiner Sicht ist es so, dass auch Frauen durchaus bereit sind, sexueller Selbstbedienungsladen zu sein - aber immer mit dem vorgeschobenen Beruhigungsargument, man habe ja alle Zügel in der Hand und sein Unabhängig/habe die Kontrolle.

Ist es am Ende nicht so, dass viele Männer aufgrund - ich nenne es mal so - der medialen Zwänge gar nicht anders können als "cool", "unnahbar" und "unabhängig" zu sein um für Frau noch attraktiv zu sein? Man hört und liest immer wieder, dass es unmännlich sei, eine Frau lange zu umgarnen (und mit lange meine ich nicht mehrere Dates/Flirts, sondern Wochen, Monate) - oder dass Frauen es nicht abkönnen, wenn Mann sich regelmäßig meldet.

Ist es nicht am Ende doch irgendwie so, dass schon lange ein falsches Bild von Beziehungen (vor-)gelebt wird? Dass alles zu 100% passen muss und sofort BAMM machen muss? Dass eine Beziehung immer leicht und ohne gemeinsame Arbeit funktionieren muss?

Wow
"sexueller Selbstbedienungsladen". Das hast Du jetzt aber total nett gesagt Sehr charmant mein Lieber, da bin ich ja ganz beeindruckt.

Und warum bin ich bitte ein "Selbstbedienungsladen" und nicht "kein vermauerter Kerker, wo man nur lebenslänglich rein kommt", wenn ich auch Sex habe, ohne gleich eine Beziehung zu wollen?

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10. Januar 2014 um 16:02

Weil vieles unterbewusst abläuft...
... und sich somit einer bewussten Entscheidung entzieht.

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10. Januar 2014 um 17:06

Das tue ich ja...
... sonst wäre es mir ja nie bewusst geworden.

Aber ich mache das wahrscheinlich nur punktuell und behaupte, dass man diese Einflüsse nicht auf Dauer ganz unterdrücken kann. Allein das menschliche Bedürfnis nach sozialer Anerkennung sorgt doch schon dafür, dass wir uns an anderen orientieren. Auch wenn wir das gar nicht wollen.

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10. Januar 2014 um 20:08

Ähm...
Hallo Karl-Heinz,

erneut wirkt dein Beitrag ein wenig nach "fishing for attention". Warum? Ganz einfach: Du teaserst einiges an, schreibst dann aber "die ich hier nicht zu erklären gedenke". Ganz ehrlich? Das wirkt so, als wenn du deine eigene Meinung eindeutig für zu wichtig erachtest - denn sonst würdest du sie doch einfach kund tun?

Ich gebe dir recht, dass es des Öfteren Tendenzen dahin gibt, die "Wegwerfgesellschaft", sprich das Fehlen von Werten auch auf Beziehungen - und im schlimmsten Falle auch auf die eigenen Kinder zu übertragen. Die Frage ist: WARUM ist das so? Welche Verhaltensmuster werden warum und wie entwickelt?

In deinem Beitrag fehlt mir die Substanz. Wie wäre es, wenn du nicht nur die Fakten anprangerst, sondern mal versuchst herauszufinden, was die Ursachen sind?

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10. Januar 2014 um 20:09

Unterstützungspotenzial
Interessantes Wort. Was ist damit gemeint? Moralische Unterstützung? Finanzielle Unterstützung? Ist es nicht viel wichtiger bei einem Mann das Gefühl zu haben, dass er mit seiner Partnerin durch dick und dünn geht? Dass er immer für sie da ist?

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10. Januar 2014 um 20:10

Hä?
"Was machst du da falsch?" -> Bitte noch mal meinen Beitrag lesen.

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10. Januar 2014 um 20:13

Die Kardinalfrage...
...ist doch: Wer bestimmt das von dir zitierte "Idealbild"? Also: Wovon lassen wir uns beeinflussen?

Sehr gut finde ich deinen letzten Absatz. In gewisser Hinsicht plädierst du für einen relativen Ansatz, eine Beziehung zu bewerten - und nicht für einen absoluten Ansatz. Hier setzen aber bereits die Probleme an, die ich eingangs erläutert habe: Ist es nicht so, dass die Alternativen und Verlockungen z.T. zu groß sind, um genau die von dir genannten Fragen zu stellen?

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10. Januar 2014 um 20:14
In Antwort auf an0N_1189750099z


also ich bin seit sehr langer Zeit keine monogame Beziehung mehr eingegangen und ich mache da kein Geheimnis daraus. So gar nicht. Freunde, Bekannte, Kollegen wissen jetzt nicht die Details, aber dass ich so gar keine Nonne bin, dass wissen die schon. Natürlich gibt es auch Menschen, die das nicht mögen und einige wenige, die damit wirklich grundsätzlich nicht klar kommen.
Das ist bei jeder menschlichen Eigenschaft so - ich habe auch so einige Charakterzüge mit denen ich nicht umgehen kann und / oder will. Aber von dem, wie Du es beschreibst, ist meine eigene Erfahrung um Welten entfernt.

Ja, natürlich gibt es "Idealbilder" - die sind wichtig. Nicht für jede Person im einzelnen, aber grundsätzlich für eine Gesellschaft.
Und natürlich gibt es immer Menschen, die anderen erklären möchten, was für diese jetzt richtig wäre und was nicht - mit den verschiedensten Intentionen. War schon immer so, wird immer so sein.
Gibt auch genug, bei denen es mehr Naivität ist, dass sie wirklich glauben, es gibt ein generelles "richtig" und "falsch" - weil sie nie darüber nachgedacht haben und nie darüber nachdenken mussten, meistens.

Es gibt auch immer Menschen, die sich an dem orientieren, was ihrer Meinung nach die anderen gut finden und demnach für ein Urteil über sie fällen.
Ein Mensch, der völlig frei davon ist, ist ein waschechtes @rschloch, weil das auch eine gewisse "Feedback"- Funktion hat, Menschen, die davon zu viel haben, putzen eben anderen gern rektal die Zähne. Die meisten Menschen sind in beiden Extremen nicht, aber diese Eigenschaft ist grundsätzlich unerlässlich für Gemeinschaften. Jetzt sind wir Menschlein aber Gemeinschaftswesen und eine Gemeinschaft, eine Kultur, eine Gesellschaft wird nie funktionieren, wenn es allen völlig egal ist, wie ein anderer die eigenen Handlungen findet.

Ein Problem ist meiner Meinung nach nichts davon.
Auch nicht die Tatsache, dass Gesellschaften, Werte, Ideale nicht statisch sind, sondern sich verändern.

Wenn die Geschichtsschreiber das richtig deuteln, hatten die Menschheit in der Zeit wo es Neandertaler noch gab und unsere direkteren Vorfahren gerade so schon, das Matriachat. Da war Vaterschaft völlig irrelevant, ein Kind gehört immer zur Familie der Mutter und die Mutter ist immer recht eindeutig zu ermitteln - man geht davon aus, dass das u.a. völlig freie Sexualität bedeutet hat.
Das hat sich seit dem mehrfach recht gründlich gewandelt - es wandelt sich noch und das wird es weiter tun.
Es gibt immer einzelne Menschen, die mit dem "aktuellen Status" nicht sonderlich gut zurecht kommen, weil der eben nicht der Art entspricht, wie sie selbst die Welt sehen. Die Verschiebung folgt der Mehrheit, ist eine Folge von Kultur und "Umständen" - das ist Pech für die, die gerade nicht in der Masse sind (je nach Zeit und Bedingungen auch gefährlich), aber keine Gefahr und keine Katastrophe allgemein.

...und...
"ich bin seit sehr langer Zeit keine monogame Beziehung mehr eingegangen"

...warum?

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10. Januar 2014 um 20:17
In Antwort auf an0N_1189750099z

Wow
"sexueller Selbstbedienungsladen". Das hast Du jetzt aber total nett gesagt Sehr charmant mein Lieber, da bin ich ja ganz beeindruckt.

Und warum bin ich bitte ein "Selbstbedienungsladen" und nicht "kein vermauerter Kerker, wo man nur lebenslänglich rein kommt", wenn ich auch Sex habe, ohne gleich eine Beziehung zu wollen?

Ganz einfach...
...weil du am Ende von einer Bettgeschichte in die andere springst. Vielleicht stimmt einfach dein Bild von einer Beziehung nicht? Der Grund, warum ich mit meiner Freundin glücklich bin ist ein ganz einfacher: Wir sperren uns beide in keinen goldenen Käfig, haben unsere Freiheiten - und sind trotzdem monogam und verliebt. Seit Jahren.

Das Problem ist einfach, dass viele Frauen und Männer eine Beziehung mit einer völligen emotionalen Abhängigkeit und einem absolutem Verlust der Unabhängigkeit und Freiheit gleichsetzen.

Die Frage ist: WARUM ist das so?

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10. Januar 2014 um 20:20

Nene...
...ich glaube, dass es gesellschaftlich von beiden Seiten erwartet wird, bestimmte Ideale vorzuleben.

Die Sucht nach Unabhängigkeit und der Möglichkeit der freien, sexuellen und beruflichen Entfaltung ist nur ein Teil davon. Dass dies zur Folge hat, dass man bewusst Gefühle und Bedürfnisse unterdrücken muss, um dem "Bild" zu genügen steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich mein, wie plemplem ist es, Spielchen spielen zu müssen, wenn man jemanden mag? Ein Kollege von mir hatte ein Date und fragte mich "Das Date ist erst 24 Stunden her - meinst du, es ist zu früh, ihr zu schreiben?". Ganz ehrlich? Wie plemplem ist das? Schreibt er ihr, dass er den Abend schön fand, ist er ne Klette und sie muss ihm das Gefühl geben, für sie unattraktiv zu sein. Schreibt er ihr ein paar Tage nicht, würde sie im Forum die Empfehlung bekommen, sich rar zu machen. Das ist doch Bullshit... Sorry...

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10. Januar 2014 um 20:24

Ängste...
...sind sicherlich die Ursache. Aber was ist die Ursache dieser Ängste? Wenn ich überlege, wie lange meine Freundin und ich um unsere Beziehung ringen mussten und Ängste überwinden mussten - und das aus ganz unterschiedlichen Gründen - stellt sich für mich einfach die Frage: Was hat sich geändert? Sind es die miesen Erfahrungen, wie du sie beschreibst, oder sind es andere Gründe, die uns immer wieder zweifeln lassen?

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10. Januar 2014 um 20:38

...aha.
"Ich kenne diese Hintergründe sehr genau?" - dann erzähl mal! Dieses böse, böse Forum. Warum schreibst du dann hier? Geil auf Aufmerksamkeit?

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10. Januar 2014 um 20:40

...wurscht?
Ganz ehrlich: Wenn ein Mann dir das Gefühl gibt, dass ihm sowohl die Kinder als auch du wichtig sind - was hindert dich? Oder gibt es keine Männer mehr, die so ticken?

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10. Januar 2014 um 20:53
In Antwort auf katina_12485259

Ganz einfach...
...weil du am Ende von einer Bettgeschichte in die andere springst. Vielleicht stimmt einfach dein Bild von einer Beziehung nicht? Der Grund, warum ich mit meiner Freundin glücklich bin ist ein ganz einfacher: Wir sperren uns beide in keinen goldenen Käfig, haben unsere Freiheiten - und sind trotzdem monogam und verliebt. Seit Jahren.

Das Problem ist einfach, dass viele Frauen und Männer eine Beziehung mit einer völligen emotionalen Abhängigkeit und einem absolutem Verlust der Unabhängigkeit und Freiheit gleichsetzen.

Die Frage ist: WARUM ist das so?

Wohl kaum.
meine Ehe hat mit einer völligen emotionalen Abhängigkeit, goldenem Käfig, Verlust von Unabhängigkeit und Freiheit nicht das geringste zu tun. Sonst hätte ich nämlich keine.

Aber natürlich habe ich auch einiges nicht, was ich ganz allein hätte und was in einer Beziehung nicht geht. Es ist nur nichts, was mir wichtiger wäre als unsere Ehe, eher ein gelegentlicher Seufzer.
Ansonsten setze ich eine Beziehung nicht mit diesem ganzen Unfug gleich und finde weder unter Kollegen noch unter Freunden noch unter guten Bekannten Menschen, bei denen das anders ist.

Mein Mann und ich sind uns näher als ich es je für möglich hielt, aber eine Beziehung kann und will ich nur führen, wenn die Eigenständigkeit über dem Durchschnitt liegt.

Verliebt, seit Jahren, sind wir auch. Seit sehr vielen Jahren. Monogam nicht. Bettgeschichten... habe ich 3 oder 4 oder 5 im Jahr, er auch so in etwa. Von einer in die andere? Nein, sind fast nie mehr als ONS. Die sind auf einer völlig anderen emotionalen Ebene und haben damit nicht das geringste zu tun.

Warum ich keine monogamen Beziehungen mehr eingegangen bin? Weil ich keine Exklusivrechte wünsche und keine gebe. Sex kann mit sehr grosser emotionaler Nähe verbunden sein, ist es bei mir aber nicht immer und in einer monogamen Beziehung gab es immer etwas, was mir fehlt und was letztlich zu einem für beide Seiten schmerzhaften Ende führte. Meine Einstellung zum Sex ist eine andere, für mich ist das nichts bzw. nicht unbedingt etwas so gewichtiges und mit einem Menschen, für den das anders ist, habe ich weder Sex noch Beziehung.
Man kann viel tun für eine gute Beziehung und dafür, dass sie hält und dafür, dass man damit glücklich ist. Aber man muss in einigen grundlegenden Punkten übereinstimmen, sonst kann man jemanden so sehr lieben, wie man will, eine Beziehung wird auf Dauer nicht funktionieren, weil man sich nur aneinander ausreibt.

Vielleicht habe ich einfach nur ein Bild von einer Beziehung, was für Dich nicht passen würde - aber für mich.
Nach meiner Meinung stimmt mit dem Bild einer Beziehung dann alles, wenn beide Partner damit auf Dauer glücklich sind und nicht dann, wenn es für andere Personen richtig wäre.
Du musst es nicht gut finden und Du sollst Deine Beziehungen so führen, dass Ihr beide damit glücklich seid, nicht ich oder irgendwer sonst.
Ich spreche Dir aber auch das Recht ab, es mit solchem "Selbstbedienungsladen" - Zeug so abzuwerten.

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10. Januar 2014 um 20:55


Finde ich gut! Alles Gute für dich!

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11. Januar 2014 um 1:30
In Antwort auf katina_12485259

Nene...
...ich glaube, dass es gesellschaftlich von beiden Seiten erwartet wird, bestimmte Ideale vorzuleben.

Die Sucht nach Unabhängigkeit und der Möglichkeit der freien, sexuellen und beruflichen Entfaltung ist nur ein Teil davon. Dass dies zur Folge hat, dass man bewusst Gefühle und Bedürfnisse unterdrücken muss, um dem "Bild" zu genügen steht auf einem ganz anderen Blatt. Ich mein, wie plemplem ist es, Spielchen spielen zu müssen, wenn man jemanden mag? Ein Kollege von mir hatte ein Date und fragte mich "Das Date ist erst 24 Stunden her - meinst du, es ist zu früh, ihr zu schreiben?". Ganz ehrlich? Wie plemplem ist das? Schreibt er ihr, dass er den Abend schön fand, ist er ne Klette und sie muss ihm das Gefühl geben, für sie unattraktiv zu sein. Schreibt er ihr ein paar Tage nicht, würde sie im Forum die Empfehlung bekommen, sich rar zu machen. Das ist doch Bullshit... Sorry...

Ja ich gebe dir da recht
die gute alte kennenlern Phase. sie war mir immer schon verhasst, weil mir das geschacher zuwider ist und ich auf dieses prickeln liebend gerne verzichtet hätte.
ich schätze dass uns dieses Phänomen wohl immer erhalten bleiben wird.

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11. Januar 2014 um 11:13

Hallo liebe vio
verallgemeinern kann ma das aber nicht oder?
am sinnvollsten wäre es jeder für sich individuell entscheidet.

ich will noch einwerfen dass sich deine betrachtungsweise eher auf die Sexualität bezieht.
Beziehungen sind aber meist viel mehr als das.

die offene Beziehung setzt meist Unabhängigkeit voraus. emotionale körperliche und finanzielle. es ist meist Menschen vorbehalten die auch sonst auf der Überholspur leben oder vieles locker nehmen.
aber nicht jeder ist das.

wenn kinder ins spiel kommen sieht alles ohnehin nochmals anders aus.
die Bedürfnisse verändern sich. Sexualität steht oft nicht mehr im Vordergrund und die soziale u. finanzielle Sicherheit rückt in den Fokus.

basiert die sexuelle Freizügigkeit daher auf der Tatsache der modernen Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln u. der neuen Möglichkeit der Familienplanung?

was ist mit den Frauen wenn du dich auf die Geschichte beziehst?
Affären u. Bordelle waren den Männern vorbehalten.

Beziehung bedeutet viel mehr. daher wirkt sich das für u. wider zur Monogamie auf viel mehr Bereiche aus.
unsere Gesellschaft wäre nicht so weit wenn der soziale Zusammenhalt kleiner familiärer Einheiten nicht vorhanden gewesen wäre.
viele Errungenschaften wie Bildung immobilieneigentum Kultur und mehr, basieren auf der Sicherheit jahrzehnte und jahrhundertealter Systeme die durch den offenen bruch von Monogamie gestört worden wären.
die Hinwendung zu anderen kann zu Unsicherheit Vernachlässigung und nicht zuletzt zur Zeugung von Nachwuchs führen.

das ist kein Plädoyer zur Monogamie. ich fürchte nur dass wir bisher keine adäquate lebbare alternative haben mit der man auf Dauer zufrieden sein kann.

daher ist für mich persönlich diese frage weiterhin offen und unbeantwortet. du selbst scheinst eine Antwort gefunden zu haben.

lg mandellaugen

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11. Januar 2014 um 11:32

Scheidungen
soweit ich weiß werden nur etwas mehr als ein Drittel der ehen geschieden und die bestehenden halten auch länger.

heiraten ist ja auch ein romantischer Akt und einfach eine Party bei der man zusammen kommt.
so sinnlos ist es nicht.

heiraten lohnt sich auch nach der Reform des scheidungsrechts 2007.
der nacheheliche ehegattenunterhalt fällt weg. daher sind die zwei übrig gebliebenen Quellen der Absicherung der Frau der erwerb von Eigentum und der Rentenleistungen des Mannes.
das Eigentum wird im Falle der Scheidung aufgeteilt und die Rentenansprüche bestehen.

das ist gerade dann entscheidend wenn die Frau den Löwenanteil bei der kinderbetreuung leistet u. daher Einbußen bei Beruf und gehalt hinnehmen muss. das ist auch heute noch in Deutschland so. daher sichert die Heirat auch weiterhin die Frau ab.
das nachsehen haben diejenigen die nach der Trennung mit Kindern mit leeren Händen dastehen, eine große Lücke im Lebenslauf haben und später im Rentenalter die altersarmut droht.

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11. Januar 2014 um 12:21

Diese Einsamkeit ...
innerhalb der Beziehung kann auch unverheiratete treffen ... ich sehe da eher keinen Zusammenhang zur Heirat.

ich bin selbst seit jahren geschieden

interessant oder ... du verheiratet u. ich geschieden

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11. Januar 2014 um 14:29

Oh, das wäre mein Alptrum gewesen...
... zum Glück der von meinem Mann auch.

7 Gäste, Standesamt, Kaffee trinken => Ende der Vorstellung.

Bei mir ist es der Mann mit dem "Löwenanteil bei der Kindererziehung" und halt Rente, Absicherung, ...

Dazu kommt, dass eine Vaterschaftanerkennung ausserhalb der Ehe ein ziemliches Theater ist und man sich ständig irgendwelche gegenseitigen Vollmachten ausstellen muss, die man in der Ehe automatisch hat.

Aber das war nur der Anlass, der einzig mögliche Grund für eine Ehe ist immer noch "ich möchte für immer mit Dir zusammen sein" ausdrücken zu wollen. Auch wenn man nie wirklich wissen kann, ob es nicht doch anders kommt, man kann es wünschen, ausdrücken wollen und sehr viel dafür tun.

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13. Januar 2014 um 11:13

Hallo!
Ich habe die Antworten hier gar nicht gelesen, aber mich beschäftigt dieses Thema auch schon eine Weile.

Ich selber bin auch gerade nicht abgeneigt eine Beziehung zu führen und merke, dass ich mir dabei eigentlich vollkommen verwirrt vorkomme.

Früher, also so vor zwanzig Jahren wartete man so in der Regel vier bis sechs Monate bis man sexuell aktiv wurde. Während der Vorlaufzeit hatte man genug Zeit sich über Vorstellungen, Zukunftsideen... auszutauschen.

Ich habe ein großes Problem in der heutigen Zeit mit neuen Begegnungen.

Es erstaunt mich rein gar nicht mehr, wenn "Mann" nach einem kurzen Chat -ich spreche von Internetbekanntschaften- direkt mit einer Flasche Wein vor der Tür aufwarten will.

Es erstaunt mich auch nicht mehr, wenn "Mann" die tiefsitzende Erwartung in sich trägt, dass man in der ersten Nacht, nach dem ersten Date in der Kiste landen muss.

Man muss sich da als Frau schon sehr abgrenzen und wer es nicht tut, landet ständig mit Männern im Bett.

Ich glaube dass man genau durch eben diese schnellen Geschichten Gefahr läuft ziemlich abgestumpft zu werden.

Ich glaube die heutige Zeit bringt es mit sich, dass man durch die Art der Begegnung ziemlich schnell verletzt werden kann oder auch verletzt.

Es gibt auch Männer, oder auch Frauen, die schon vor einem ersten Date so viel da hineininterpretieren, dass sie dann verletzt sind, wenn man nach dem ersten Date keine weiteren Verbindlichkeiten eingehen kann.

Ich finde dass die heutige Art sich kennenzulernen erfordert mehr denn je ehrlich zu sein.

Aber ja, klar, Sex and the city.... es wird uns vorgelebt, dass schneller Sex ganz normal ist und gehört einfach zum Singleleben dabei.

Und dieser Punkt mit der Individualität: Ja, kann ich ganz zustimmen. Viele Menschen sind heute nicht mehr so tiefdenkend, erleben das Gegenüber als Stereotypen, der schnell austauschbar ist. Ich finde es erschreckend, wie wenig belesen viele Menschen heute sind, selbst wenn sie studiert sind und ich bin überzeugt davon, dass Werbung und Medien diese oberflächliche, stereotype Neigung unserer Gesellschaft fördert. Bei wie vielen Leuten steht denn am Wochenende nichts anderes an als sich durch Konsumtempel zu schleppen, mit dem Ziel sich wunderbar passiv berauschen zu lassen. Unbewusst nehmen wir dabei ständig diese ganzen Schönheitsideale wahr und das steht heute wirklich unvorstellbar weit oben in den Köpfen der Menschen.

Ich selber kann mich davon auch nicht freisprechen. Ach herrjeh, alles sicher ein wenig durcheinander. Vielleicht komme ich irgendwie nicht so richtig auf den Punkt. Aber: Ich glaube dass die Menschen in den ländlicheren Regionen nicht ganz so stereotyp sind wie in den Städten. Ich selber mag eine gesunde Mischung aus allem.

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13. Januar 2014 um 12:37

"Wenn der Spiegel nicht mehr das Bild zeigt..."
Schlechte (unfreundliche und wenig schmeichelhafte) Spiegel gibt es schließlich schon genug. Findet man vorzugsweisen in dem Umkleidekabinen von Klamottenläden, gerne verbunden mit fiesem Licht.

Sowas muss man eben nicht auch noch zu Hause haben...

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13. Januar 2014 um 12:40

Das sehe ich nun wieder anders...
"das Zustandekommen offener Beziehungen sehe ich eher geprägt von der Tatsache dass einer der partner der ausschlaggebende part ist und der andere nur mitzieht um sich zu arrangieren u. die Beziehung aufrecht zu halten. vielfach verläuft es jedoch nicht optimal. da sexuelle Hinwendung zu anderen viel mehr bedeutet und mehr nach sich zieht, etliche andere Ressourcen dadurch auch woanders landen und irgendwann sich die Loyalität verlagert und die eigentliche Beziehung zur pharse werden lässt. "

=> sehe ich anders:

1) aus leidvoller Erfahrung mache ich vor dem ersten (!) Sex mit jemandem klar, dass es keine Exklusivrechte gibt, keine geben wird und ich auch keine wünsche.
Das würde ich so auch jedem anderen raten, der für sich selbst sexuelle Monogamie nicht als die Option der Wahl ansieht. Sonst ist die Gefahr, den anderen zu verletzen, einfach zu hoch.
Kommt immer noch oft genug vor, dass da jemand seine Bereitschaft, damit umzugehen, überschätzt, aber ohne das von vornherein zu klären gibt es fast sicher unschöne Szenen.

2) eine offene Beziehung funktioniert nur, wenn man zu Hause ein intaktes Sexleben hat und tunlichst darauf achtet, dass sich keine "Loyalität verlagert" und selbstverständlich auch nur bei Menschen, für die Sex etwas ganz nahes und inniges sein kann, aber eben nicht grundsätzlich "viel mehr bedeutet".

3) die monogamen Beziehungen, die ich versucht habe, sind schon u.a. daran gescheitert, dass ich irgendwann vor der Wahl stand, entweder auf etwas zu verzichten, was mir ziemlich fehlt oder es zu nehmen und damit meinen Partner zu betrügen.

Dann macht es die Beziehung auch nicht zur Farce

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14. Januar 2014 um 23:42

Hm
"Ich sehe das durchaus positiv. Der Mensch ist nicht für dauerhafte Monogamie ausgelegt. Nach einigen Jahren Beziehung verfliegt der Reiz meist."

Ehrlich gesagt sehe ich das nicht so. Warum ist ein Mensch nicht auf Monogamie ausgelegt? Wenn ich meinen Partner / meine Partnerin liebe und sie / er mich - und dies auf einer tiefen Freundschaft basiert - warum sollte ich das aufs Spiel setzen?

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15. Januar 2014 um 16:21

Hmm...
Ist es dann nicht ein Ding von fehlendem Selbstbewusstsein, wenn Frau sich mit einem Krümel zufrieden gibt?

Ich habe eher den Eindruck, dass Männer und Frauen beide dazu tendieren, erstmal unverbindlich agieren zu wollen und es als "wir schaun mal, wohin es führt" interpretieren, wenn man eigentlich schon in einer Beziehung steckt.

Am Ende ist es doch viel einfacher, wenn man nicht gesagt hat "wir sind ein Paar" weil die Verantwortung für den anderen und alles was damit zusammenhängt eine deutlich geringere ist...?

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15. Januar 2014 um 22:21

Sehe ich anders
Das man den Partner lieben kann, wenn man mit andren Sex hat, kann ich mir schon vorstellen. Aber dass ich meinen Partner kein Stück weniger liebe, wenn ich mich in einen anderen verliebe, kann ich mir bei besten Willen nicht vorstellen. Liebe ist prinzipiell teilbar, aber eben nicht diese Art von Liebe

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15. Januar 2014 um 22:27

Wie gut...
...dass du meinen Beitrag so ausführlich und gründlich gelesen hast

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