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Liebe? Hass? Hassliebe?

22. Januar 2008 um 13:22

Hallo,

ich bin auch neu hier und möchte mir auf Empfehlung einfach mal alles von der Seele schreiben, auch wenn es schwer wird, die richtigen Worte zu finden. Vielleicht habt ihr ja ein paar Tips für mich.


Ich bin seit 8 Monaten in einer Beziehung, die mich immermehr verzweifeln lässt. Im Prinzip ist es das was man ja heute eine "on off Beziehung" nennt, aber eigentlich viel schlimmer. Bei uns geht es immer ein paar Tage gut und dann sucht er den kleinsten Anlass, um einen Streit entstehen zu lassen und dann die Sachen zu packen und zu gehen. Und dann fängt der Terror richtig an. Beleidigungen, Unterstellungen, seelische Tiefschläge...Er weiß ganz genau wohin er zielen muss,damit es weh tut.

Ich muss dazu erwähnen, dass er dann nach Hause fährt und trinkt. Das tut er nicht, wenn er bei mir ist, aber dafür eben umso mehr wenn er allein ist. Es gab Momente in denen er mir zeigte, dass er weiss dass es nicht richtig ist, was er tut und dass er das auch weiss. Es sei ihm bewusst, dass er Hilfe bräuchte. Aber wenns drauf ankommt, will er davon nichts mehr wissen. Dann bin ich diejenige, die Schuld an allem ist, krank sowieso und was weiss ich nicht noch alles.

Grundsätzlich ist es mir mittlerweile unmöglich mit ihm ein vernünftiges Gespräch auf die Beine zu stellen. Bei ihm ist es immer so, dass dann alles nur per SMS machbar ist. Und das kann er bestens.


Was mich besonders hart getroffen hat, sind die Worte, die mich aus seinem Umfeld erreicht haben. Vor allem die von seiner Familie. Ich könne ja froh sein, wenn ich so glimpflich aus der Sache rauskommen würde. Wenn ich einen Rat haben möchte dann solle ich so weit rennen wie ich nur könnte und eben wie weit er bei anderen Frauen schon gegangen sei. Ich hab Dinge erfahren, die ich im Nachhinein am liebsten garnicht wissen würde. Und ich komme damit überhaupt nicht klar. Auf der einen Seite gibt mir seine Familie und seine Freunde zu verstehen, dass sie nicht verstehen, wieso er so ist und dass es alles andere als richtig ist, aber auf der anderen Seite sagt es ihm keiner. Nein ganz im Gegenteil, ihm wird noch gesagt wie sehr er sich geändert habe und alles wird gut. Er ist auf dem Standpunkt dass seine Familie immer zu ihm steht usw. Bei allem was mir über ihn gesagt wurde, kam mit Nachdruck der Satz dass ich ihm um Gottes Willen nicht einmal sagen dürfe, dass wir miteinander gesprochen haben. Ich bin mit der ganzen Situation total überfordert. Wenn ich mit ihm darüber spreche, dann spring ich seiner Familie mit Anlauf in den Rücken und wenn nicht, dann ihm. In meiner Familie gäbe es sowas garnicht, da wird offen drüber gesprochen und niemals würde einer aus meiner Familie sagen, egal über wen, sieh zu dass Du ihn los wirst,das ist das Beste was Dir passieren kann.


Es klingt immer so leicht sich zu trennen aber das ist es nicht. Zumal es mir nicht gelingt. Ich hab so doll gelitten unter seiner ständigen Eifersucht die ich immer zu spüren bekommen habe und er hat mir oft bewusst sehr wehgetan. Wir waren so oft an dem Punkt, uns zu trennen, aber er hat mich nie gehen lassen. Es ist ihm immer wieder gelungen mich fest zu halten. Und nun komm ich da nicht wieder raus.


Vor ein paar Tagen ist das ganze völlig eskaliert. Er hat mich tagelang um ein Gespräch gebeten und sich wirklich dafür ins Zeug gehängt. Also bin ich zu ihm getobt, mitten in der Nacht, mitten in die Pampa und nix. Ich sah dass der TV lief, Auto stand vor der Tür, aber null Reaktion, nicht auf meine SMS, nicht auf meine Anrufe, nix. Alles was ich hatte war noch eine SMS auf meinem Handy, die alles andere als nett war.

Ich bin so voller Hoffnung dorthin gefahren und hab mich so leer gefühlt, als ich zurück gefahren bin. Alle Hoffnungen waren weg, nur noch Enttäuschung. Leider Gottes hab ich dann einen sehr grossen Fehler gemacht und bin nicht nach Haus gefahren, sondern zu einem Freund wo der Trost dann leider etwas weiter ging als er sollte. Wir haben nicht miteinander geschlafen aber das spielt nun auch keine grosse Rolle mehr. Als ich nach Haus fuhr, hatte ich zig Anrufe auf dem Handy aber keinerlei Motivation mehr mir ausgerechnet jetzt allerlei an den Kopf werfen zu lassen. Vor meiner Haustür wurde ich allerdings schon erwartet. Ich habe ihm gesagt wo ich war und was war. Wir haben normal miteinander gesprochen und hatten ein sehr schönes Wochenende. Von ihm kam sogar der Vorschlag zu einer Paarberatung oder ähnlichem zu gehen. Nur seit dem er nach Haus gefahren ist, geht garnichts mehr. Ich steh am Pranger weil ich ihn in seinen Augen betrogen habe. Die Tatsache dass er sich kurz vor Silvester von mir getrennt hatte, spielt keine Rolle mehr. Es gibt keinerlei Chance für mich an ihn heran zu kommen. Er bittet mich ihm zu helfen, damit klarzukommen und in der nächsten Minute muss ich mir die wildesten Vorwürfe anhören. Ich weiss einfach nicht mehr weiter. Auf der einen Seite versteh ich seine Enttäuschung, seine Wut. Aber auf der anderen Seite sind immer wieder all die Dinge die mir über ihn erzählt wurden und darüber kann ich mit ihm nicht reden. Und ausserdem ärger ich mich so sehr über mich selbst, dass ich diese andere Nähe zugelassen habe. Ich hab das Gefühl dass ich mich letztendlich dem ergeben habe was er mir permanent unterstellt hat. Immer musste ich mir anhören dass es ja andere gäbe und das wo ich doch sowieso nirgendwo mehr allein hingehen konnte...Selbst wenn ich in der Stadt war und ihn vorher gefragt habe ob er mit möchte, hat er mir anschliessend unterstellt dass ich ihn in der Zeit betrogen hätte. Und dann passiert mir auch noch ausgerechnet dass was er mir die ganze Zeit unterstellt hatte. Ich weiss einfach nicht mehr weiter, mir fehlt der Boden unter den Füssen und ich hab keine Ahnung wie ich mit der ganzen Situation umgehen soll.


Sry dass es alles ein wenig wirr klingt, aber momentan wächst mir das alles über den Kopf und ich wär für jeden Tip wirklich dankbar.

Liebe Grüsse

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24. Januar 2008 um 12:09

Hallo
danke für deine nachricht erstmal. hab deine geschichte leider erst jetzt gelesen und es ist tatsächlich so, als wäre es meine eigene. meine beziehung besteht auch ungefähr so lange wie deine - ist also eigentlich noch viel zu frisch, um schon solche gravierenden probleme zu haben. ich hab mir schon oft gedacht, dass meine eltern in 34 jahren ehe wohl nie so miteinander umgegangen sind, wie er mit mir. ich kenne dieses gefühl auch, dass man eigentlich weiß, man muss sich trennen um sich selbst zu retten. warum ist einem das eigene leben in so einer situation eigentlich weniger wert als das des anderen? warum will man jemandem helfen, der die hilfe gar nicht annehmen will? das ist doch eigentlich keine liebe mehr, sondern schon abhängigkeit. meine launen waren sehr oft von seinen abhängig. gab er mir etwas in form von zärtlichkeiten, einem gespräch, dann war ich glücklich und lächelte. wenn er betrunken war und seine gemeinheiten von sich gab, saß ich da und war unglücklich. ich hab in den letzten wochen immer zuerst geschaut, wie er drauf ist und dann gewusst, wie es mir geht. ich hab das vertrauen zu ihm verloren, abgesehen davon, dass meine gefühle ihm gegenüber sehr gelitten haben. vor zwei stunden hat er mich angerufen. natürlich kamen wieder alle möglichen gefühle in mir hoch und ich hab wieder losgeheult. er hat mir all das gesagt, was ich in den letzten wochen so gerne hören wollte: dass er mich vermisst, dass er seine fehler einsieht, dass er mit mir reden will, dass er auch etwas mit mir unternehmen will. aber ich habe nach wie vor das gefühl, dass es zu spät ist.

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24. Januar 2008 um 13:35

WAS BIST DU DIR WERT????????
Dein Partner ist krank, das erlaube ich mir zu
sagen, ohne ihn zu kennen. Und was mit der Familie abläuft,das ist noch richtig übel dazu.
Die dürfen aber alle so bleiben wie sie sind,denn du wirst sie nicht ändern. Das steht
nicht in deiner Macht und dazu fehlt dir auch die Kraft. Was für mich traurig und bedenklich ist, warum machst du das mit. Warum entscheidest du nicht für dich, dass du etwas Besseres verdient hast. Warum bist du so abhängig. Ob er sich Hilfe holt, das kannst du nicht entscheiden, aber du brauchst für dich dringend Hilfe.Gutes Buch: "Ich lerne mich selbst zu lieben."
Gruß Melike

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vom Redaktionsteam