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Leider lang... Meine beste Freundin und ihr Mann

17. Februar 2009 um 11:30

Hallo Zusammen,
ich befinde mich gerade in einer Zwicklage und wäre für Eure Sicht auf die Situation dankbar.
Vielleicht hat ja auch jemand von Euch eine ähnliche Erfahrung gemacht?

Also: Ich bin mit meiner besten Freundin schon seit vielen Jahren eng befreundet. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder. Die Beziehung zu ihrem Mann - in den ersten Jahren unserer Freundschaft kannte ich ihn so gut wie nicht - war immer sehr kompliziert. Oftmals riet ich ihr ihn zu verlassen, wenn sie - dazu kam es in den Anfangsjahren unserer Freundschaft oft - unglücklich und verzweifelt bei mir Rat suchte. Sie hielt an dieser Beziehung dennoch fest und ich akzeptierte schließlich ihr Festhalten an diesem Mann.

Dann gab es einen Zwischenfall, der es dazu kommen ließ, dass ihr Mann Kontakt zu mir aufnahm, weil sie verschwunden und er verzweifelt war. Seitdem spielte es sich so ein, dass beide mich als Vermittlungsperson "nutzten", wenn es mal wieder kriselte. Somit wurde ich also für beide Teile dieser
Partnerschaft eine Vertrauensperson. Dadurch bekam ich natürlich auch eine erweiterte Sicht auf die Situationen (nach dem Prinzip der berühmten "drei Wahrheiten").

Kürzlich ergab es sich, dass er und ich ein ungestörtes Gespräch hatten. Hierbei schilderte er mir seine
Sicht der Partnerschaft und gab zu verstehen, dass es so nicht weitergehen könne. Er mehrfach Versuche gestartet hatte, mit ihr über seine Unzufriedenheit zu sprechen und sie das nicht ernst nahm und das mit einer lapidaren und verletzenden Aussage abtat.

Um dieses Wissen "reicher" empfand ich schon einen Zwiespalt; hatte das Gefühl etwas tun zu müssen, aber wollte natürlich nicht herausfordern, dass er im Anschluss wieder eine solche Verletzung an den Kopf geworfen bekommt. Somit versuchte ich hier auf subtile Weise bei ihr den Groschen ins Rollen zu bringen, sie quasi durch prinzipielles Thematisieren - passte da gerade gut in unseren Kommunikationsschwerpunkt - zu sensibiliseren.

Nun ja, kurze Zeit später ergab sich zwischen ihm und mir wieder die Gelegenheit eines ungestörten Gespräches, in dem ich ihn darauf ansprach, dass es zwischen beiden doch nun einen recht entspannten Eindruck mache. Daraufhin erwiderte er, dass dies nur so scheine, weil er nichts mehr sage. Er sagte weiter, dass es nun wohl nur noch darum gehe, wie ein Ende gefunden werden könne.

Das brachte mich selbstverständlich wieder in einen Zwiespalt und ich wusste nicht, wie ich damit umgehen soll. Schließlich ist sie meine beste Freundin und ich wollte und konnte sie ja nicht "ins offene Messer laufen lassen". Ich machte mir hier einen Entschluss wirklich nicht leicht und kam schließlich dahin, dass ich die Verantwortung hierfür nicht tragen kann und will und entschied, an seine Fairness zu appellieren, mit ihr ganz offen über sein Empfinden zu reden und ihr die Chance zu geben, darauf zu reagieren; seinen Standpunkt überhaupt wahrnehmen zu können.

Tja, die Idee an sich finde ich immer noch richtig, nur leider ließ ich mir mit diesem Appell über das Wochenende Zeit und natürlich kam es währenddessen zu einem handfesten Streit zwischen beiden.

Am Folgetag hatte ich erst sie, dann ihn am Telefon. Ich versuchte beiden zuzuhören und ließ sie dann unabhängig voneinander wissen, dass ich diese Verantwortung nicht tragen kann und will und aus der "Nummer" ab sofort raus bin.

Und nun habe ich meiner besten Freundin gegenüber ein schlechtes Gewissen, weil ich ihr hier meine Unterstützung entziehe. Andererseits hat auch sie begrüßt, dass er sich in Krisen an mich wand und ich so zur unfreiwilligen Vermittlerin wurde.

Bin ich eine schlechte Freundin, weil ich mich hier nun rausgezogen habe?
Wie würdet Ihr Euch an meiner Stelle verhalten?

Bitte entschuldigt die Länge meines Textes, aber das Thema ist zu nah, um es in kurzen Sätzen sachgerecht verpacken zu können. Danke Euch schon mal für das Lesen und Eure eventuellen Reaktionen!

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17. Februar 2009 um 20:58

Danke Dir,
das bestärkt mich ein wenig

Dir nen schönen Abend!

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18. Februar 2009 um 11:40

Danke Dir,
dass Du Dir die Zeit für meinen Text nahmst und für Deine Reaktion!

Sie nimmt nun leider meine Telefonate nicht mehr entgegen... Das begründet sich wohl darin, dass ich ihr gegenüber noch mal ziemlich klar in meinen Äußerungen wurde bevor ich mich aus der Sache gezogen habe.
Dieses Risiko war mir im Vorfeld bewusst. Ich dachte und denke auch jetzt noch, dass es besser ist, wenn sie so auf mich sauer sein kann und dies eventuell dennoch bei ihr etwas ins Rollen bringt und sich die Beiden, die ja immerhin die Verantwortung für eine Familie gemeinsam tragen, so vielleicht wieder zusammenraufen können. Bei denen geht es schließlich wirklich um was.

Ich hoffe mal, dass das so oder ähnlich auch verlaufen wird

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