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Lebenskrise mit 25 ? Schwere Krankheit

15. Februar 2006 um 9:19 Letzte Antwort: 19. Februar 2006 um 4:55

Stecke derzeit in einer Lebenskrise fest. Kennt jemand das?!

Es fing damit an, daß mein Freund die Diagnose "Multiple Sklerose" erhielt. Ich bin die einzige, die davon weiß. Familie und Freunde wissen nichts! Diese Krankheit hat "1000 Gesichter", er lebt also in absoluter Unsicherheit, darf nichts mehr planen. Wenn es ganz schlecht kommt, wird er behindert, und diese Behinderungen bilden sich evt. nicht mehr zurück. Kann sein, daß er in den Rollstuhl kommt, teilweise kann er gelämt sein, Impotenz, ganz schnelle Ermüdungen... Manche können nicht mal mehr abwaschen, und sind danach so erschöpft, daß sie den ganzen Tag Ruhe davon brauchen.

Es macht ihn total fertig. Jetzt hat er sich in kurzer Zeit extrem umgekrempelt. Er will seine eventuell kurze Zeit noch richtig genießen. Hat sich komplett umgestylt- vom hanghaarigen, dickeren Rocker zum schlanken, durchtrainierten Designertyp mit kurzer, stylischer Frisur. Jetzt geht er oft alleine weg, und flirtet mit anderen Frauen, die total auf ihn abfahren. Früher fanden ihn andere Frauen überhaupt nicht interessant. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll.

Dann will er bald seinen Job schmeißen, und mit mir zusammen meine Selbständigkeit bestreiten. Ich habe Angst, daß es dann vielleicht nicht klappt, daß die Nähe zuviel wird oder daß ich womöglich für zwei arbeiten muß.

Ich schleppe das jetzt schon seit einem halben Jahr mit mir herum, und kann mit keinem darüber reden. Ich weiß gar nicht wie die Zukunft aussieht.

In seinem jetzigen Beruf kann er kaum noch arbeiten, da es handwerklich zu schwer ist. Er schafft viel weniger wie vorher- die Kollegen halten ihn schon für faul.

Ich finde es auch schrecklich nicht zu wissen wie es weitergeht. Dadurch, daß er jetzt ständig mit anderen flirtet, macht mir auch irgendwo zu schaffen. Es ist total schwer. Habe das Gefühl er betäubt sich mit den Flirts, denn er vergißt dann seine derzeit gelämten Hände und Arme, die ihm ständig zu schaffen machen. Es lenkt ihn ab. Ich möchte, daß er sein Leben noch genießt- flirten ist okay für mich. (Solange zuhause gegessen wird).

Aber die Belastung ist mir so viel. Arbeite viel mehr wie sonst. Er schafft gar nicht mehr so viel. Sein Selbstbewußtsein kommt nur noch aus seinem Aussehen, für mich ist er oberflächlich geworden. Er sagt, er bringt sich vorher um, bevor er in den Rollstuhl muß.

Ich habe so eine zentnerschwere Last auf mir. Manchmal weiß ich gar nicht mehr, ob ich die Beziehung noch möchte. Es ist mir einfach so viel.

Was ist, wenn es wirklich schlimmer wird? Ich habe große Angst, daß er sich irgendwann umbringt. Es ist alles so unsicher. Meine Gefühle sind wie auf Eis gelegt. Das schwerste ist in einer absoluten Unsicherheit zu leben. Mein Leben ist sonst durchgeplant, und jetzt fällt alles zusammen.

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15. Februar 2006 um 10:01

Liebe netti,

leider kann ich dir keinen Tipp geben... ich habe mir dieser Krankheit keine Erfahrung oder bin auch sonst nie mit Menschen, die eine "vergleichbare Krankheit" haben, in Kontakt gekommen...

Ich finde es schlimm, wie du das alles schreibst und es hat mich echt berührt...

Ich hoffe einfach, dass ihr das schafft und ich wünsche dir alles alles Liebe und ganz ganz viel Kraft!


Liebe Grüße, Lisa

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15. Februar 2006 um 10:57
In Antwort auf genna_12886650

Liebe netti,

leider kann ich dir keinen Tipp geben... ich habe mir dieser Krankheit keine Erfahrung oder bin auch sonst nie mit Menschen, die eine "vergleichbare Krankheit" haben, in Kontakt gekommen...

Ich finde es schlimm, wie du das alles schreibst und es hat mich echt berührt...

Ich hoffe einfach, dass ihr das schafft und ich wünsche dir alles alles Liebe und ganz ganz viel Kraft!


Liebe Grüße, Lisa

@Lisa
Danke Lisa. Viel Kraft kann ich jetzt wirklich gebrauchen.

Er flüchtet halt vor seiner Krankheit, indem er sich ablenkt und flirtet.
Und sobald er wieder zuhause ist, spürt er MS wieder an seinen tauben Händen. Er muß lernen sich wirklich mit der Krankheit auseinander zu setzen. Die Fakten von MS kann er aufzählen, aber so als ob er damit nichts zu tun hat- er verdrängt MS. Ich frage mich, was es denn werden soll, wenn er einen schlimmeren Verlauf bekommt? Was ist, wenn er zu müde wird, um wegzugehen? Nicht mehr flüchten kann? Er will sich umbringen, wenn er ein "Krüppel" ist, wie er das leider ausdrückt. Wenn er dicker wird, weil er kein Sport mehr machen kann (derzeit geht das noch), dann wird er sich nicht mehr in seinem Körper wohl fühlen. Habe auch wirklich das Gefühl, daß er sich nur über sein Aussehen derzeit definiert.

Sein ganzes Selbstbewußtsein ist nur aufgrund seines jetzigen besseren Aussehen. Und was ist, wenn er mal nicht mehr so gut aussieht? Was wäre wenn die "Lähmung" in den Händen stärker wäre? Ja was dann??

Habe wirklich Angst um ihn, und um unsere gemeinsame Zukunft.

Habe auch Angst, daß er alles verspielt. Daß er sich derzeit daneben benimmt, daß ich meine Gefühle für ihn verliere. Er sagt da wirklich nur, daß ich dann eben Schluß machen soll. Der zieht wirklich mehr eine Show ab- er war vor der Diagnose MS anders.

Ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann die MS zu verarbeiten, und wie lange es dauern wird. Wenn mir jemand sagen könnte: "Hey, Netti- nur noch ein halbes Jahr, dann hast Du es durchgestanden." Dann wäre es viel leichter, aber so...

Hoffe ich stehe das durch. Kann ja auch mit keinem darüber sprechen, weil er es geheim halten will. Das belastet zusätzlich, weil seine Familie immer sagt, daß er sich unmöglich benimmt.

Er würde sich aber nicht so benehmen, wenn er nicht MS hätte und diese verdrängen würde. Deshalb habe ich ein stückweit Verständnis, aber auch nur bedingt. Bin immer hin- und hergerissen...

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15. Februar 2006 um 13:15
In Antwort auf zowie_12530744

@Lisa
Danke Lisa. Viel Kraft kann ich jetzt wirklich gebrauchen.

Er flüchtet halt vor seiner Krankheit, indem er sich ablenkt und flirtet.
Und sobald er wieder zuhause ist, spürt er MS wieder an seinen tauben Händen. Er muß lernen sich wirklich mit der Krankheit auseinander zu setzen. Die Fakten von MS kann er aufzählen, aber so als ob er damit nichts zu tun hat- er verdrängt MS. Ich frage mich, was es denn werden soll, wenn er einen schlimmeren Verlauf bekommt? Was ist, wenn er zu müde wird, um wegzugehen? Nicht mehr flüchten kann? Er will sich umbringen, wenn er ein "Krüppel" ist, wie er das leider ausdrückt. Wenn er dicker wird, weil er kein Sport mehr machen kann (derzeit geht das noch), dann wird er sich nicht mehr in seinem Körper wohl fühlen. Habe auch wirklich das Gefühl, daß er sich nur über sein Aussehen derzeit definiert.

Sein ganzes Selbstbewußtsein ist nur aufgrund seines jetzigen besseren Aussehen. Und was ist, wenn er mal nicht mehr so gut aussieht? Was wäre wenn die "Lähmung" in den Händen stärker wäre? Ja was dann??

Habe wirklich Angst um ihn, und um unsere gemeinsame Zukunft.

Habe auch Angst, daß er alles verspielt. Daß er sich derzeit daneben benimmt, daß ich meine Gefühle für ihn verliere. Er sagt da wirklich nur, daß ich dann eben Schluß machen soll. Der zieht wirklich mehr eine Show ab- er war vor der Diagnose MS anders.

Ich weiß nicht wie ich ihm helfen kann die MS zu verarbeiten, und wie lange es dauern wird. Wenn mir jemand sagen könnte: "Hey, Netti- nur noch ein halbes Jahr, dann hast Du es durchgestanden." Dann wäre es viel leichter, aber so...

Hoffe ich stehe das durch. Kann ja auch mit keinem darüber sprechen, weil er es geheim halten will. Das belastet zusätzlich, weil seine Familie immer sagt, daß er sich unmöglich benimmt.

Er würde sich aber nicht so benehmen, wenn er nicht MS hätte und diese verdrängen würde. Deshalb habe ich ein stückweit Verständnis, aber auch nur bedingt. Bin immer hin- und hergerissen...

Hallo netti,
auch mich hat dein beitrag total berührt.
ich versuche dir einfach mal aufgrund meiner lebenserfahrung ein paar tipps zu geben, vielleicht ist ja etwas brauchbares dabei.

es ist eine superkrasse lage.
aber sehen wir es mal so an (bitte jetzt nicht falsch verstehen): wenn du hier im forum einige beiträge durchliest, wirst du sehen, dass es viele menschen gibt, die ziemlich krasse dinge in ihrem leben durchgemacht haben. jeder geht natürlich damit anders um.
ich sehe das mal so: die einen geben auf, geben sich auf, fühlen sich mit dem ganzen überfordert - die anderen fangen gerade dann an zu kämpfen.
so wie alles im leben hat nämlich auch so eine schreckliche krankheit zwei seiten: die erste sind natürlich die ganzen schrecklichen auswirkungen, die zweite seite ist aber die möglichkeit, dass man innerlich daraus wachsen kann. hast du dir das schon mal überlegt? aus solchen schwierigen situationen kann man innerlich total viel kraft schöpfen.

ich finde es so schade, wenn menschen so schnell aufgeben wie dein freund das anscheinend gerade tut. ich selbst habe ziemlich krasse sachen erlebt, deshalb kann ich das vielleicht etwas beurteilen (du kannst mir gerne eine pm schicken oder noch besser deine e-mail-adresse, dann kann ich dir vielleicht direkt von meinen erfahrungen tipps geben ).

du hat es ja selbst erfasst: er definiert sich jetzt so sehr über sein aussehen. ich würde es als torschusspanik bezeichnen. als torschusspanik vor dem ende des lebens. deshalb das ganze geflirte, das neue aussehen.

anscheinend hatte er vor der krankheit nicht so ein großes selbstvertrauen, war mit seinem körper nicht zufrieden, hat sich wahrscheinlich innerlich gewünscht, mehr anerkennung von frauen zu erhalten. nun ist er schlank und jetzt nutzt er das richtig aus.

aber ganz ehrlich: dies ist die oberfläche. wirklich innere stärke hat er nicht erreicht. sonst hätte er das nicht nötig.

wie kannst du ihm helfen: nun, steh ihm bei. hör dir seine sorgen an. ich denke, er sollte drigend in eine selbsthilfegruppe gehen. dort findet er gleichgesinnte. das würde ihm sicherlich helfen (das es auch ein leben mit ms gibt). aber du darfst ihn nicht zwingen/drängen, zu so einer gruppe zu gehen- die entscheidung muss von ihm selbst kommen.

aber ich bitte auch dich etwas: gib dich nicht auf. sei nicht mit ihm zusammen aus mitleid. es ist eine heftige krankheit. ja. aber er ist nicht der einzige mensch auf der welt, der eine heftige krankheit hat.
und ich denke, er würde es außerdem merken, wenn du mit ihm irgendwann nur noch aus mitleid zusammen bist - das würde sein selbstbewusstsein noch mehr in die knie zwingen. also, tue das nicht.

vielleicht machst du dir gedanken, ob er sich nicht dann umbringt, wenn du nicht mehr mit ihm zusammen bist. nun, bitte verstehe folgendes nicht falsch, aber letzten endes müssen wir alle unseren weg alleine gehen. ich habe liebe menschen, die mich unterstützt haben, als es mir schlecht ging, aber kämpfen musste ich alleine. so wie er stand ich auch auf der weggabelung zwischen aufgeben und weitermachen/kämpfen.

also, der tipp an dich: bitte versuche, immer noch an erster stelle dein eigenes glück zu sehen. und wenn du denkst, dass du die beziehung nicht halten kannst, dann mache bitte schluss. er wird dich vielleicht mit vorwürfen überhäufen. aber bitte mache dir die vorwürfe nicht selbst. denn du musst auch dein leben auf die reihe kriegen, oder? und du kannst immer noch für ihn da sein.

wen gibt es noch in seinem leben, der für ihn da ist?

so, nun noch etwas zu ihm: er meinte, er würde sich umbringen, bevor er im rollstuhl sitzen müsste. dieser satz hat mich echt schockiert. aber genau dies ist eben diese weggabelung: aufgeben oder kämpfen. es gibt so coole rolli-fahrer. viele menschen sind gerade durch solche krankheiten stark geworden. ich denke, es würde ihm erheblich besser gehen, wenn er der krankheit direkt ins auge blickt, sich wirklich mit ihr und den folgen auseinandersetzt, als sie zu verdrängen, denn er rennt gerade davon, aber dann wird er davon eingeholt.

wenn er sie wirklich aus seinem leben vernichten will, dann muss er sich ihr stellen.

nun, ich stand mal in meinem leben vor einer kreuzung, da bekam ich panik und dachte: ich habe so viele träume. ich schaffe das eh nicht. und dann sind wichtige jahre in meinem leben vorbei. chance verpasst. dann kann ich mich ja eh unter die erde legen.
was habe ich gemacht? überlegt, wie ich diese träume noch verwirklichen kann (im rahmen des möglichen - alles im leben hat grenzen). ich habe deshalb begonnen, mein leben voll umzukrempeln. und mir geht es dadurch blendend - und ich habe gemerkt, dass es immer weiter geht. wenn sich die eine tür schließt, öffnet sich eine andere.

weisst du, ich habe jetzt z.b. einige pläne für mein leben - ich habe keine ahnung, ob ich etwas davon umsetzen werde/kann etc. aber ich will es jedenfalls versuchen. was hat man denn zu verlieren? gar nichts. wenn man aufgibt, bevor man anfängt zu kämpfen, hat man verloren. weisst du, ich habe mir irgendwann mal folgendes gesagt: wenn ich mal sterben werde, dann will ich im kopf eines wissen - ich habe mein bestes gegeben und habe es versucht. alles andere lag nicht in meiner macht. aber das, was in meiner macht lag, will ich versucht haben. so probiere ich auch dinge, bei denen die erfolgschance sehr gering ist - was hat man zu verlieren? nichts. aber man hat 100% verloren, wenn man es noch nicht mal versucht.

und genau dies sollte er doch auch machen: wenn er leute kennenlernt, die mit der krankheit leben (gut leben), wird er sehen, dass es immer wege gibt. es muss nicht der hardcore-fall eintreffen. aber er darf sich nicht hängenlassen. das wäre so schade.

was hat er zu verlieren, wenn sich jetzt der krankheit stellt? gar nichts (denn er kann nur gewinnen).
aber was hat er zu verlieren, wenn er sich jetzt der krankheit nicht stellt? alles!!! (denn dann hat er eh schon verloren, weil er noch nicht mal anfängt zu kämpfen)
das ist der unterschied.

herzliche grüße und alles gute
notting hill

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15. Februar 2006 um 13:52

Bei mir wurde auch
MS diagnostiziert, vor einem halben Jahr, 4 Tage nach meinem 26. Geburtstag. Sicher ist die Krankheit unheilbar und klar kann man irgendwann im Rollstuhl enden aber hallo, was hat denn bitte schön sein Arzt gesagt? Geht er zu nem vernünftigen Neurologen?Wie wird er therapiert? Kriegt er Medikamente?
Mein Hausarzt hat kürzlich zu mir gesagt das es den meisetns MS-Patienten nuir so schlecht geht weil sie sich selbst runterziehen. Ich bin alleinerziehend, mein Sohn wird jetzt bald 2 1/2, würde ich den Kopf in den Sand stecken würde es mir sicher schlecht gehen aber ich führe mein Leben ganz normal weiter und von MS stirbt man nicht!
Würd mich echt interessieren was die Ärzte Deinem Freund gesagt haben!!

Liebe Grüße
rotlocke

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15. Februar 2006 um 14:00

Wie bei soviele Krankheiten ...
... hängt der Zustand von MS-Patienten eng mit dem Zustand der Psyche zusammen.
Das Leben ist zu schön um dunklen Gedanken nachzuhängen.
Ich liebe das Leben, habe einen tollen Hausarzt, einen erstklassigen Neurologen und nicht zuletzt einen kleinen Sonnenschein auf zwei Beinen die mir in den Hintern treten wenn ich den Kopf hängen lassen. Ansonsten seh ich das Leben recht optimistisch wozu ich jedem nur raten kann

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15. Februar 2006 um 14:17

MS
ist eine Autoimmunerkrankung und nicht heilbar.
Eine Freundin von mir hat seit Jahren MS und sitzt mittlerweile im Rollstuhl. Ja, es hat sie Überwindung gekostet, doch sie hat es akzeptieren müssen, weil es anders nicht mehr ging. Die Erkrankung verläuft bei ihr in Schüben, denen sie versucht mit entsprechenden Medikamenten beizukommen.
Ihr Mann hat übrigens auch MS. Und beide wußten sowohl von ihrer als auch der Krankheit des anderen.

Wenn dein Freund sagt, er würde sich eher umbringen, als im Rollstuhl zu sitzen, dann sagt er das, weil er es sicher jetzt nicht vorstellen kann, das kann sich jedoch ändern, wenn er vor dieser Wahl steht.
Und sein Verhalten deutet doch daraufhin, dass er am Leben hängt. Im Moment leugnet er noch seine Erkrankung, doch sollte er sich sehr bald um die entsprechenden Medikamente kümmern. Diese Medikamente können zwar nicht "heilen", doch hemmen und verzögern sie Verschlechterungen seines Zustandes. Je später er anfängt sie zu nehmen, desto schlechter könnte sein Zustand sein (und die Medikamente greifen eben nur ab der Zeit, wo man sie nimmt und können bereits eingetretene Schädigungen nicht mehr rückgängig machen).
Mit MS kann man übrigens leben. Meine Freundin war 16 als man bei ihr MS festgestellt hat - in wenigen Wochen wird sie 34 und mit Rollstuhl ist sie seit ca. 1 1/2 Jahren unterwegs.

Dein Freund muss selbst bereit sein zu akzeptieren, dass er eine chronische Erkrankung hat.
Wenn es dir hilft, lies mal nach, welche Phasen Menschen durchlaufen, wenn sie Trauerarbeit leisten und Abschied nehmen müssen. Er ist noch in der Anfangsphase, wo er es ablehnt sich mit dem Thema überhaupt zu beschäftigen und die Krankheit soweit möglich negiert. Das geht aber nur eine begrenzte Zeit (siehe Arbeitsplatz). Er wird sehr bald seinen Arbeitgeber und seine Familie informieren müssen.
Doch auch das ist seine Aufgabe.
Lass ihm noch etwas Zeit das Ganze zu verdauen und sich (realistische) Gedanken über seine Zukunft zu machen.
Du nimmst Anteil und weißt nicht, wie du dich ihm gegenüber verhalten sollst. Kann ich gut verstehen, da ich auch schon erlebt habe, wie bitter und schwierig Kranke sein können.
Versuche bei aller Nachsicht auch auf deine Grenzen zu achten, die Krankheit deines Freundes sollte nicht dazu führen, dass er glaubt einen "Freischein" zu haben und sich dir gegen über alles erlauben zu können. Lass dich momentan nicht auf Zukunftsprojekte festnageln, dafür ist es einfach zu ungewiss, wie er sich noch veränderen wird (krankheitsbeding & charakterlich). Sollte er dich dazu "drängeln", weise ihn darauf hin, dass er erst mal für sich und seine Umgebung "reinen Tisch" machen soll. Je später er z.B. seinen Arbeitgeber informiert, desto unangenehmer kann es für ihn werden. Auch seine Eltern/Freunde sollten nicht weiter im Ungewissen bleiben. Sie interpretieren sein Verhalten falsch, weil sie nicht wissen, dass er krank ist. Das kann doch auf Dauer nur in die Hose gehen.

Liebe netti, gönne dir selbst etwas Zeit über alles nachzudenken und zu sehen, wie sich die Beziehung zu deinem Freund entwickelt. Treibt er es zu bunt, erlaube dir auch mal auf Abstand zu gehen. Entschuldige nicht alles, was er tut. Beobachte, ob er sich und anderen auch weiter etwas vor macht.
Und versuche bitte in ihm in erster Linie den Menschen und nicht den Kranken zu sehen.

Ich wünsche dir, dass Du die Kraft die du brauchst,
in dir finden wirst.

Lg

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15. Februar 2006 um 14:53
In Antwort auf grethe_12641201

Bei mir wurde auch
MS diagnostiziert, vor einem halben Jahr, 4 Tage nach meinem 26. Geburtstag. Sicher ist die Krankheit unheilbar und klar kann man irgendwann im Rollstuhl enden aber hallo, was hat denn bitte schön sein Arzt gesagt? Geht er zu nem vernünftigen Neurologen?Wie wird er therapiert? Kriegt er Medikamente?
Mein Hausarzt hat kürzlich zu mir gesagt das es den meisetns MS-Patienten nuir so schlecht geht weil sie sich selbst runterziehen. Ich bin alleinerziehend, mein Sohn wird jetzt bald 2 1/2, würde ich den Kopf in den Sand stecken würde es mir sicher schlecht gehen aber ich führe mein Leben ganz normal weiter und von MS stirbt man nicht!
Würd mich echt interessieren was die Ärzte Deinem Freund gesagt haben!!

Liebe Grüße
rotlocke

Hallo Ihr Lieben!
@Rotlocke: Ja, er spritzt AVONEX. Der Neurologe ist auf MS spezialisiert, davor hat er einen gehabt, der ihm nicht weitergeholfen hat.

Er hat auch eine Woche im KH verbracht- da haben sie alle Untersuchungen (wie Liquor usw.) mit ihm gemacht.

Das Problem liegt auch nicht an der medizinischen Komponente, sondern wohl vielmehr daran, daß er vor der MS flieht, sie einfach nicht wahr haben will. Hätte er keine Sensibilitätsstörungen in den Händen, würde er gar nicht daran denken. Er hat das noch alles nicht verkraftet.

@Nottinghill: Ja, er hat vielleicht immer ein schlechtes Selbstbewußtsein gehabt. Das kommt jedoch von innen, da habe ich keinen Einfluß drauf. Denn man kann das keinem "aufdrücken". Und jetzt definiert er sich nur über sein neues Aussehen, aber das geht langfristig doch nach hinten los!!

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15. Februar 2006 um 15:00
In Antwort auf inez_12562985

MS
ist eine Autoimmunerkrankung und nicht heilbar.
Eine Freundin von mir hat seit Jahren MS und sitzt mittlerweile im Rollstuhl. Ja, es hat sie Überwindung gekostet, doch sie hat es akzeptieren müssen, weil es anders nicht mehr ging. Die Erkrankung verläuft bei ihr in Schüben, denen sie versucht mit entsprechenden Medikamenten beizukommen.
Ihr Mann hat übrigens auch MS. Und beide wußten sowohl von ihrer als auch der Krankheit des anderen.

Wenn dein Freund sagt, er würde sich eher umbringen, als im Rollstuhl zu sitzen, dann sagt er das, weil er es sicher jetzt nicht vorstellen kann, das kann sich jedoch ändern, wenn er vor dieser Wahl steht.
Und sein Verhalten deutet doch daraufhin, dass er am Leben hängt. Im Moment leugnet er noch seine Erkrankung, doch sollte er sich sehr bald um die entsprechenden Medikamente kümmern. Diese Medikamente können zwar nicht "heilen", doch hemmen und verzögern sie Verschlechterungen seines Zustandes. Je später er anfängt sie zu nehmen, desto schlechter könnte sein Zustand sein (und die Medikamente greifen eben nur ab der Zeit, wo man sie nimmt und können bereits eingetretene Schädigungen nicht mehr rückgängig machen).
Mit MS kann man übrigens leben. Meine Freundin war 16 als man bei ihr MS festgestellt hat - in wenigen Wochen wird sie 34 und mit Rollstuhl ist sie seit ca. 1 1/2 Jahren unterwegs.

Dein Freund muss selbst bereit sein zu akzeptieren, dass er eine chronische Erkrankung hat.
Wenn es dir hilft, lies mal nach, welche Phasen Menschen durchlaufen, wenn sie Trauerarbeit leisten und Abschied nehmen müssen. Er ist noch in der Anfangsphase, wo er es ablehnt sich mit dem Thema überhaupt zu beschäftigen und die Krankheit soweit möglich negiert. Das geht aber nur eine begrenzte Zeit (siehe Arbeitsplatz). Er wird sehr bald seinen Arbeitgeber und seine Familie informieren müssen.
Doch auch das ist seine Aufgabe.
Lass ihm noch etwas Zeit das Ganze zu verdauen und sich (realistische) Gedanken über seine Zukunft zu machen.
Du nimmst Anteil und weißt nicht, wie du dich ihm gegenüber verhalten sollst. Kann ich gut verstehen, da ich auch schon erlebt habe, wie bitter und schwierig Kranke sein können.
Versuche bei aller Nachsicht auch auf deine Grenzen zu achten, die Krankheit deines Freundes sollte nicht dazu führen, dass er glaubt einen "Freischein" zu haben und sich dir gegen über alles erlauben zu können. Lass dich momentan nicht auf Zukunftsprojekte festnageln, dafür ist es einfach zu ungewiss, wie er sich noch veränderen wird (krankheitsbeding & charakterlich). Sollte er dich dazu "drängeln", weise ihn darauf hin, dass er erst mal für sich und seine Umgebung "reinen Tisch" machen soll. Je später er z.B. seinen Arbeitgeber informiert, desto unangenehmer kann es für ihn werden. Auch seine Eltern/Freunde sollten nicht weiter im Ungewissen bleiben. Sie interpretieren sein Verhalten falsch, weil sie nicht wissen, dass er krank ist. Das kann doch auf Dauer nur in die Hose gehen.

Liebe netti, gönne dir selbst etwas Zeit über alles nachzudenken und zu sehen, wie sich die Beziehung zu deinem Freund entwickelt. Treibt er es zu bunt, erlaube dir auch mal auf Abstand zu gehen. Entschuldige nicht alles, was er tut. Beobachte, ob er sich und anderen auch weiter etwas vor macht.
Und versuche bitte in ihm in erster Linie den Menschen und nicht den Kranken zu sehen.

Ich wünsche dir, dass Du die Kraft die du brauchst,
in dir finden wirst.

Lg

Ja,
er ist noch in der Negierungsphase. Von diesen Phasen habe ich auch in der MS-Literatur gelesen. Er will einfach alles nicht wahr haben!

Möchte ihm auch heute vorschlagen, daß er seiner Familie Bescheid gibt. Es haben sich durch das "Hineinfressen" bei mir so viele Emotionen angestaut, daß sich diese für mich einfach negativ auswirken, und mich blockieren.

Diese ganze Krankheit verunsichert mich.

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15. Februar 2006 um 15:21
In Antwort auf bobby_12178983

Hallo netti,
auch mich hat dein beitrag total berührt.
ich versuche dir einfach mal aufgrund meiner lebenserfahrung ein paar tipps zu geben, vielleicht ist ja etwas brauchbares dabei.

es ist eine superkrasse lage.
aber sehen wir es mal so an (bitte jetzt nicht falsch verstehen): wenn du hier im forum einige beiträge durchliest, wirst du sehen, dass es viele menschen gibt, die ziemlich krasse dinge in ihrem leben durchgemacht haben. jeder geht natürlich damit anders um.
ich sehe das mal so: die einen geben auf, geben sich auf, fühlen sich mit dem ganzen überfordert - die anderen fangen gerade dann an zu kämpfen.
so wie alles im leben hat nämlich auch so eine schreckliche krankheit zwei seiten: die erste sind natürlich die ganzen schrecklichen auswirkungen, die zweite seite ist aber die möglichkeit, dass man innerlich daraus wachsen kann. hast du dir das schon mal überlegt? aus solchen schwierigen situationen kann man innerlich total viel kraft schöpfen.

ich finde es so schade, wenn menschen so schnell aufgeben wie dein freund das anscheinend gerade tut. ich selbst habe ziemlich krasse sachen erlebt, deshalb kann ich das vielleicht etwas beurteilen (du kannst mir gerne eine pm schicken oder noch besser deine e-mail-adresse, dann kann ich dir vielleicht direkt von meinen erfahrungen tipps geben ).

du hat es ja selbst erfasst: er definiert sich jetzt so sehr über sein aussehen. ich würde es als torschusspanik bezeichnen. als torschusspanik vor dem ende des lebens. deshalb das ganze geflirte, das neue aussehen.

anscheinend hatte er vor der krankheit nicht so ein großes selbstvertrauen, war mit seinem körper nicht zufrieden, hat sich wahrscheinlich innerlich gewünscht, mehr anerkennung von frauen zu erhalten. nun ist er schlank und jetzt nutzt er das richtig aus.

aber ganz ehrlich: dies ist die oberfläche. wirklich innere stärke hat er nicht erreicht. sonst hätte er das nicht nötig.

wie kannst du ihm helfen: nun, steh ihm bei. hör dir seine sorgen an. ich denke, er sollte drigend in eine selbsthilfegruppe gehen. dort findet er gleichgesinnte. das würde ihm sicherlich helfen (das es auch ein leben mit ms gibt). aber du darfst ihn nicht zwingen/drängen, zu so einer gruppe zu gehen- die entscheidung muss von ihm selbst kommen.

aber ich bitte auch dich etwas: gib dich nicht auf. sei nicht mit ihm zusammen aus mitleid. es ist eine heftige krankheit. ja. aber er ist nicht der einzige mensch auf der welt, der eine heftige krankheit hat.
und ich denke, er würde es außerdem merken, wenn du mit ihm irgendwann nur noch aus mitleid zusammen bist - das würde sein selbstbewusstsein noch mehr in die knie zwingen. also, tue das nicht.

vielleicht machst du dir gedanken, ob er sich nicht dann umbringt, wenn du nicht mehr mit ihm zusammen bist. nun, bitte verstehe folgendes nicht falsch, aber letzten endes müssen wir alle unseren weg alleine gehen. ich habe liebe menschen, die mich unterstützt haben, als es mir schlecht ging, aber kämpfen musste ich alleine. so wie er stand ich auch auf der weggabelung zwischen aufgeben und weitermachen/kämpfen.

also, der tipp an dich: bitte versuche, immer noch an erster stelle dein eigenes glück zu sehen. und wenn du denkst, dass du die beziehung nicht halten kannst, dann mache bitte schluss. er wird dich vielleicht mit vorwürfen überhäufen. aber bitte mache dir die vorwürfe nicht selbst. denn du musst auch dein leben auf die reihe kriegen, oder? und du kannst immer noch für ihn da sein.

wen gibt es noch in seinem leben, der für ihn da ist?

so, nun noch etwas zu ihm: er meinte, er würde sich umbringen, bevor er im rollstuhl sitzen müsste. dieser satz hat mich echt schockiert. aber genau dies ist eben diese weggabelung: aufgeben oder kämpfen. es gibt so coole rolli-fahrer. viele menschen sind gerade durch solche krankheiten stark geworden. ich denke, es würde ihm erheblich besser gehen, wenn er der krankheit direkt ins auge blickt, sich wirklich mit ihr und den folgen auseinandersetzt, als sie zu verdrängen, denn er rennt gerade davon, aber dann wird er davon eingeholt.

wenn er sie wirklich aus seinem leben vernichten will, dann muss er sich ihr stellen.

nun, ich stand mal in meinem leben vor einer kreuzung, da bekam ich panik und dachte: ich habe so viele träume. ich schaffe das eh nicht. und dann sind wichtige jahre in meinem leben vorbei. chance verpasst. dann kann ich mich ja eh unter die erde legen.
was habe ich gemacht? überlegt, wie ich diese träume noch verwirklichen kann (im rahmen des möglichen - alles im leben hat grenzen). ich habe deshalb begonnen, mein leben voll umzukrempeln. und mir geht es dadurch blendend - und ich habe gemerkt, dass es immer weiter geht. wenn sich die eine tür schließt, öffnet sich eine andere.

weisst du, ich habe jetzt z.b. einige pläne für mein leben - ich habe keine ahnung, ob ich etwas davon umsetzen werde/kann etc. aber ich will es jedenfalls versuchen. was hat man denn zu verlieren? gar nichts. wenn man aufgibt, bevor man anfängt zu kämpfen, hat man verloren. weisst du, ich habe mir irgendwann mal folgendes gesagt: wenn ich mal sterben werde, dann will ich im kopf eines wissen - ich habe mein bestes gegeben und habe es versucht. alles andere lag nicht in meiner macht. aber das, was in meiner macht lag, will ich versucht haben. so probiere ich auch dinge, bei denen die erfolgschance sehr gering ist - was hat man zu verlieren? nichts. aber man hat 100% verloren, wenn man es noch nicht mal versucht.

und genau dies sollte er doch auch machen: wenn er leute kennenlernt, die mit der krankheit leben (gut leben), wird er sehen, dass es immer wege gibt. es muss nicht der hardcore-fall eintreffen. aber er darf sich nicht hängenlassen. das wäre so schade.

was hat er zu verlieren, wenn sich jetzt der krankheit stellt? gar nichts (denn er kann nur gewinnen).
aber was hat er zu verlieren, wenn er sich jetzt der krankheit nicht stellt? alles!!! (denn dann hat er eh schon verloren, weil er noch nicht mal anfängt zu kämpfen)
das ist der unterschied.

herzliche grüße und alles gute
notting hill

Hallo Nottinghill,
ich bin Dir sehr ähnlich. Sehe das wirklich so wie Du.

Wenn die Beziehung nichts mehr "taugen" würde, hätte ich auch kein Problem damit, einen Schlußstrich zu ziehen. Sein Selbstbewußtsein ist ein Problem, was er aber selbst in den Griff bekommen muß. Das kommt von ihm selbst, vom innern. Da könnte ich ihm 1000 Mal sagen, daß er toll ist- wenn er es von sich selbst nicht glaubt, ist es sinnlos.

Ich sehe es nur insofern differenzierter, daß ich meinen "alten" Freund liebe, aber "die neue Persönlichkeit" ist mir ein wenig suspekt, da er wirklich eine Show abzieht, und sich selbst täuscht. Das ist nur Fassade, was er da betreibt. Eine Flucht vor der Realität! Jetzt ist er mit einem Mal der angehimmelte Traumtyp, aber er täuscht sich damit selbst. Er will damit nur seine Ängste verstecken. Nur ich merke das, weil ich ihn besser kenne wie andere.

Er soll nicht flüchten, er soll sich mit der Krankheit WIRKLICH auseinander setzen! Bin auch davon überzeugt, daß die Beziehung diese Krise überstehen wird. Er muß nur mal richtig von mir wachgerüttelt werden, denn kein anderer kann das tun. Ich bin die Einzige, die über seine Diagnose MS Bescheid weiß.

Wenn er solche Ansichten hat wie "er bringt sich um, wenn er in den Rollstuhl muß" zeigt mir das nur, daß er zu wenig Selbstbewußtsein hat.

Ich kannte mal einen Rolli-Fahrer, der soetwas von Positiv war, daß er alle um ihn herum damit angesteckt hat! Es kommt immer darauf an das Beste aus der Situation zu machen.

Habe ihm auch gesagt: Wer weiß, ob das nicht ein Wink des Schicksals ist, daß Du ein viel besseres Leben vorhast, wo Du nie drauf gekommen wärst, wenn Du nicht diese Diagnose bekommen hättest. Und wenn die Arme nicht mehr (zum Arbeiten) zu gebrauchen sind, kann man immer noch sein Wissen in Vortägen weitergeben. Man darf sich nur nicht aufgeben.

Nur er hat eine ganz andere Art damit umzugehen. Neigt schon immer zu Depressionen, und es fällt ihm viel schwieriger damit umzugehen, als es mir wahrscheinlich fallen würde, weil ich insgesamt positiver denke.

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15. Februar 2006 um 15:50

Liebe netti,

ich glaube zu verstehen: Die Krankheit ist eine (schlimme) Sache, aber die Unsicherheit, die er Dir vermittelt ist die andere Sache.

Würde er Dir Verzweifelung signalisieren, aber Dir durchaus das Gefühl der Liebe vermitteln, würdest Du neue, oft ungeahnte Energien haben und für Euch/die Sache kämpfen.

Nicht die Krankheit sondern sein Verhalten verunsichert Dich, oder ?

Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden.

Du hast eine große Belastung, die Du an und für sich nicht alleine tragen solltest.
Ich denke dass -bei allem Leid- auch Dein Freund dafür sorgen sollte, dass Du Unterstützung z.B. aus seiner Familie hast. Dafür muss er sich natürlich mit seiner Krankheit auseinandersetzen und nicht fliehen. Er muss seiner Familie und anderen die Diagnose mitteilen.

Ich wünsche Dir die Ruhe, Kraft und Unterstützung, die Du dringend brauchst.

Ophelia

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15. Februar 2006 um 16:06
In Antwort auf ophelia208

Liebe netti,

ich glaube zu verstehen: Die Krankheit ist eine (schlimme) Sache, aber die Unsicherheit, die er Dir vermittelt ist die andere Sache.

Würde er Dir Verzweifelung signalisieren, aber Dir durchaus das Gefühl der Liebe vermitteln, würdest Du neue, oft ungeahnte Energien haben und für Euch/die Sache kämpfen.

Nicht die Krankheit sondern sein Verhalten verunsichert Dich, oder ?

Ich hoffe, ich habe das richtig verstanden.

Du hast eine große Belastung, die Du an und für sich nicht alleine tragen solltest.
Ich denke dass -bei allem Leid- auch Dein Freund dafür sorgen sollte, dass Du Unterstützung z.B. aus seiner Familie hast. Dafür muss er sich natürlich mit seiner Krankheit auseinandersetzen und nicht fliehen. Er muss seiner Familie und anderen die Diagnose mitteilen.

Ich wünsche Dir die Ruhe, Kraft und Unterstützung, die Du dringend brauchst.

Ophelia

Ja, genau!
Sein Verhalten, was er teilweise an den Tag legt, verunsichert mich.

Natürlich kommt die Verunsicherung durch die Krankheit noch dazu, aber das spielt alles ineinander.

Dadurch, daß ich nicht offen mit der Krankheit umgegangen bin, (konnte ja auch mit keinem darüber reden) sondern ihn nicht noch mit meinen Ängsten belasten wollte, hat sich derart viel bei mir angestaut... Alles Negative wollte ich ihm nicht anlasten, und habe meine eigenen Bedürfnisse verleugnet. Das führte zu einer fast gleichgültigen Haltung ihm gegenüber. Ich fühlte ich mich leer, und noch mehr belastet.

Bin jetzt erst darauf gekommen, als ich hier im Forum schrieb.

Wird also Zeit, mal Tacheles zu reden. Ich hoffe, daß wir das beide schaffen!

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16. Februar 2006 um 10:44
In Antwort auf zowie_12530744

Hallo Ihr Lieben!
@Rotlocke: Ja, er spritzt AVONEX. Der Neurologe ist auf MS spezialisiert, davor hat er einen gehabt, der ihm nicht weitergeholfen hat.

Er hat auch eine Woche im KH verbracht- da haben sie alle Untersuchungen (wie Liquor usw.) mit ihm gemacht.

Das Problem liegt auch nicht an der medizinischen Komponente, sondern wohl vielmehr daran, daß er vor der MS flieht, sie einfach nicht wahr haben will. Hätte er keine Sensibilitätsstörungen in den Händen, würde er gar nicht daran denken. Er hat das noch alles nicht verkraftet.

@Nottinghill: Ja, er hat vielleicht immer ein schlechtes Selbstbewußtsein gehabt. Das kommt jedoch von innen, da habe ich keinen Einfluß drauf. Denn man kann das keinem "aufdrücken". Und jetzt definiert er sich nur über sein neues Aussehen, aber das geht langfristig doch nach hinten los!!

Wird besser
Glaub mir, ich hatte die Störungen in den Händen auch nich locker 3 Monate nachdem ich aus dem KH gekommen bin, jetzt hab ich immer mal ein Rieseln in den Beinen. Ein guter Arzt ist extrem wichtig! Und wenn Du ihm Rückhalt gibst wird er auch mit der Situation klar kommen, das dauert alles ein bißchen.
Nahdem ich meinem Fraund von der Diagnose erzählt habe hat er den Kontakt abgebrochen mit den Worten "Du bist eine starke Frau, Du schaffst das schon!"
Und es geht auch ohne ihn ganz gut.
Wichtig ist das Dein Freund erkennt das er nicht ubermorgen ihm Rollstuhl landet, wenn er vernünftig mit den Spritzen eingestellt ist kann es sein das er die nächsten Jahre gar keinen Schub kriegt!
Denkt einfach positiv und falls Du wen zum reden brauchst kanst Du mich über meine eMail rotlocke02@yahoo.de erreichen,

alles Liebe
rotlocke

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16. Februar 2006 um 20:32
In Antwort auf grethe_12641201

Wird besser
Glaub mir, ich hatte die Störungen in den Händen auch nich locker 3 Monate nachdem ich aus dem KH gekommen bin, jetzt hab ich immer mal ein Rieseln in den Beinen. Ein guter Arzt ist extrem wichtig! Und wenn Du ihm Rückhalt gibst wird er auch mit der Situation klar kommen, das dauert alles ein bißchen.
Nahdem ich meinem Fraund von der Diagnose erzählt habe hat er den Kontakt abgebrochen mit den Worten "Du bist eine starke Frau, Du schaffst das schon!"
Und es geht auch ohne ihn ganz gut.
Wichtig ist das Dein Freund erkennt das er nicht ubermorgen ihm Rollstuhl landet, wenn er vernünftig mit den Spritzen eingestellt ist kann es sein das er die nächsten Jahre gar keinen Schub kriegt!
Denkt einfach positiv und falls Du wen zum reden brauchst kanst Du mich über meine eMail rotlocke02@yahoo.de erreichen,

alles Liebe
rotlocke

Liebe Rotlocke,
danke. Habe Dir eine Email geschickt. Wäre toll, wenn wir uns mailen könnten, da Du scheinbar in einer ähnlichen Krankheitsphase bist wie er. Und in einem gleichen Alter.

Gruß, Netti

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18. Februar 2006 um 22:25
In Antwort auf zowie_12530744

Hallo Nottinghill,
ich bin Dir sehr ähnlich. Sehe das wirklich so wie Du.

Wenn die Beziehung nichts mehr "taugen" würde, hätte ich auch kein Problem damit, einen Schlußstrich zu ziehen. Sein Selbstbewußtsein ist ein Problem, was er aber selbst in den Griff bekommen muß. Das kommt von ihm selbst, vom innern. Da könnte ich ihm 1000 Mal sagen, daß er toll ist- wenn er es von sich selbst nicht glaubt, ist es sinnlos.

Ich sehe es nur insofern differenzierter, daß ich meinen "alten" Freund liebe, aber "die neue Persönlichkeit" ist mir ein wenig suspekt, da er wirklich eine Show abzieht, und sich selbst täuscht. Das ist nur Fassade, was er da betreibt. Eine Flucht vor der Realität! Jetzt ist er mit einem Mal der angehimmelte Traumtyp, aber er täuscht sich damit selbst. Er will damit nur seine Ängste verstecken. Nur ich merke das, weil ich ihn besser kenne wie andere.

Er soll nicht flüchten, er soll sich mit der Krankheit WIRKLICH auseinander setzen! Bin auch davon überzeugt, daß die Beziehung diese Krise überstehen wird. Er muß nur mal richtig von mir wachgerüttelt werden, denn kein anderer kann das tun. Ich bin die Einzige, die über seine Diagnose MS Bescheid weiß.

Wenn er solche Ansichten hat wie "er bringt sich um, wenn er in den Rollstuhl muß" zeigt mir das nur, daß er zu wenig Selbstbewußtsein hat.

Ich kannte mal einen Rolli-Fahrer, der soetwas von Positiv war, daß er alle um ihn herum damit angesteckt hat! Es kommt immer darauf an das Beste aus der Situation zu machen.

Habe ihm auch gesagt: Wer weiß, ob das nicht ein Wink des Schicksals ist, daß Du ein viel besseres Leben vorhast, wo Du nie drauf gekommen wärst, wenn Du nicht diese Diagnose bekommen hättest. Und wenn die Arme nicht mehr (zum Arbeiten) zu gebrauchen sind, kann man immer noch sein Wissen in Vortägen weitergeben. Man darf sich nur nicht aufgeben.

Nur er hat eine ganz andere Art damit umzugehen. Neigt schon immer zu Depressionen, und es fällt ihm viel schwieriger damit umzugehen, als es mir wahrscheinlich fallen würde, weil ich insgesamt positiver denke.

Hi netti,
hast du meine e-mail bekommen? habe einfach mal so drauf los gequasselt .

liebe grüße

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19. Februar 2006 um 4:55

...die stärke der liebe
hallo netti,
ich kann mir gut vorstellen wie du dich fühlst bzw. was in dir vorgeht.
du stellst dich unterbewusst auf alle eventualitäten der krankheit ein und möchtest diese auch mit deinem freund durchstehen. doch gleichzeitig hast du das gefühl, das du in den zukunfstplänen deines freundes nur die zweite geige spielst. seine optische veränderung und das "plötzliche" abfahren der anderen frauen auf ihn stärken vermutlich nur sein selbstwertgefühl. er ist noch wer...er kommt noch an als mann!!! du weisst das er krank ist...dir kann und muss er nichts vormachen...vor den anderen frauen kann er unabhängig von der sportlicheren figur so sein wie früher...nämlich männlich, gesund und stark.
wenn ich mich in die situation von deinem freund versetzte und mitbekommen würde wie belastend die arbeit und "meine" krankheit für dich sind...würde ich so ein verhalten mit der flirterei nur an den tag legen, wenn ich es darauf abzielen möchte, das du schluss machst. er möchte dir vielleicht einen grund dafür geben aber es soll nicht seine krankheit sein.
ich bin eine frau wie du, somit kann ich dir nicht sagen was in deinem freund vorgeht. aber es könnte doch sein, das er dir einfach das durchleben der krankheit ersparen möchte..???...vielleicht kommt er sich nutzlos vor. auf der anderen seite kann ich deinen freund nicht so recht verstehen, das er sich das leben nehmen möchte, wenn er in den rollstuhl muss. er wurde über die ärzte heute schon darüber informiert und kann sich langsam mit dir zusammen darauf vorbereiten. es gibt menschen, bei denen wird ein tumor im oberschenkelknochen festgestellt und die sitzen innerhalb von einer Woche im Rollstuhl!!! ich habe eine kollegin, die hat auch ms und da geht es auch ständig auf und ab...aber, sie sagt sich: nein, mit mir nicht, ich zeigs dir du scheiss krankheit...und das schon an die 10jahre. sie lebt auch jeden tag als wäre es der letzte aber zusammen mit ihrem mann. meine kollegin sagt ganz einfach: ohne die liebe und ihre kraft brauch ich nicht anzufangen zu kämpfen. warum vertraut er sich eigentlich nicht seiner familie an? oder gibt in seiner firma bescheid - das würde vielleicht auch einiges erleichtern und das hat ja nichts mit mitleid zutun, sondern ist ja auch ein stückweit eine information evtl. gefahren. wie z.B. bei einem diabetiker..wenn die kollegen informiert sind, können sie in evtl. notsituationen richtig reagieren.
vielleicht waren ein paar zeiten dabei, die dir zumindest etwas helfen oder dir etwas kraft geben.
ich wünsche dir jedenfalls alles gute, kopf hoch.
grüße

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