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Lebensgemeinschaft und das liebe Geld! Wie macht ihr das?

20. März 2004 um 15:52

Hallo!

Ich bin vor einem halben Jahr mit meinem Freund zusammengezogen. Habe die Brücken in meiner Heimat abgerissen, bin in eine 350 km entfernte Stadt gezogen und habe auch meinen gutbezahlten Ganztagsjob aufgegeben. Dazu mus ich noch sagen, dass ich eine kleine Tochter aus einer früheren Beziehung habe.

Mein Freund verdient recht gut. Ich dagegen habe wegen der Eingewöhnung meiner Tochter einen Halbtagsjob hier angenommen und verdiene fast die Hälfte weniger als er. Trotzdem trage ich zu allen Kosten, die wir haben, genau die Hälfte bei. Also Miete, Nebenkosten, Telefon und dergleichen. Er hat noch sein Auto und macht zur Zeit ein Abendstudium, aber an diesen Kosten beteilige ich mich natürlich nicht. Er dagegen beteiligt sich nicht an den Kosten für meine Tochter (mit Ausnahme der Lebensmittel). So weit so gut.

Ganz klar, dass am Ende (was sage ich, eigentlich schon Mitte) des Monats kein Cent mehr auf meinem Konto ist. Und dabei lebe ich nicht verschwenderisch. Komme eben einfach nicht mehr aus und kann nicht mal eben Essen gehen oder mir Kleidung kaufen.

Das macht mich zur Zeit ziemlich depressiv und ich frage mich, ob wir das so überhaupt richtig geregelt haben. Einerseits will ich ihm nicht auf der Tasche liegen und auch ungern zugeben, dass ich nicht auskomme. Andererseits ist es doch so eigentlich auch fair, oder?

Wie machen das andere Paare? Wie regelt ihr das Finazielle?

Und wie seht ihr das eigentlich, dass Vater Staat uns Ledige mit Kind, die in einer Lebensgemeinschaft leben, in die Steuerklasse I zwingt, gleichzeitig Freibeträge nimmt, und wir so mit weniger Geld auskommen müssen, obwohl wir Kinder großziehen?
Dass überall das Einkommen des Partners bei der Berechnung hinzugezogen wird (z. B. Beiträge zum Kindergarten oder Ganztagsbetreuung), gleichwohl der Partner aber im Gegenzug keinerlei Vergünstigungen hat?

Wir werden wie eine Familie vor dem Gesetzgeber behandelt, müssen aber beide uns die hohen Steuern der Steuerklasse I gefallen lassen!

Welcher Single-Mann geht da schon gerne eine Beziehung mit Single-Frau mit Kind ein???

Hier fühlt man sich doch nur noch bestraft, ein Kind zu haben!!!

Hoffe auf angeregten Meinungsaustausch - bitte nur ernstgemeinte Beiträge!

Eure Chrissy

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20. März 2004 um 17:57

Unfair
Diese Regelung finde ich reichlich unfair. Er kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass Du Dich zur Hälfte an den Kosten beteiligst, wenn Du nur ein Halbtagsgehalt hast. Zumal Du dann doch sicher auch noch diejenige bist, die sich schwerpunktmässig um den Haushalt kümmert, oder?

Ich würde da auf alle Fälle mit ihm drüber reden.

Hattet Ihr das vor dem Zusammenziehen denn so vereinbart?

Almond

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20. März 2004 um 18:30
In Antwort auf almond

Unfair
Diese Regelung finde ich reichlich unfair. Er kann doch nicht ernsthaft erwarten, dass Du Dich zur Hälfte an den Kosten beteiligst, wenn Du nur ein Halbtagsgehalt hast. Zumal Du dann doch sicher auch noch diejenige bist, die sich schwerpunktmässig um den Haushalt kümmert, oder?

Ich würde da auf alle Fälle mit ihm drüber reden.

Hattet Ihr das vor dem Zusammenziehen denn so vereinbart?

Almond

Wieso Steuerklasse 1
Soviel ich noch weiß kommt man als alleinstehende mit Kind doch automatisch in Steuerklasse 2.Frag mal beim Finanzamt nach.Auch beim jugendamt kann man nachfragen was einem noch so zusteht wenn man ein geringes Einkommen hat

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20. März 2004 um 20:50
In Antwort auf rahab_12921305

Wieso Steuerklasse 1
Soviel ich noch weiß kommt man als alleinstehende mit Kind doch automatisch in Steuerklasse 2.Frag mal beim Finanzamt nach.Auch beim jugendamt kann man nachfragen was einem noch so zusteht wenn man ein geringes Einkommen hat

Kann Dir zwar keine Infos zum Thema Kind...
... geben, aber vielleicht einen Tip zum Thema kostenaufteilung zwischen Deinem Freund und Dir. Mein Plan zum Thema Zusammenziehen war stets (hat sich mittlerweile erledigt, da ich zwar seit eineinhalb Jahren mit meinem Freund Bett und Tisch teile, wir aber andere, für uns sehr zufriedenstellende Lösungen gefunden haben)daß ein Kostenplan aufgestellt wird (Miete, Lebensmittel etc.) und dann anteilig ausgerechnet wird, wieviel jeder verdient. Dieses Verhältnis wird dann genauso auf die monatlichen Kosten umgelegt. So tut es beiden Parteien "gleich weh", ohne daß einer extrem benach- oder bevorteilt wird.

Gruß,
Merengardis

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21. März 2004 um 10:00
In Antwort auf rahab_12921305

Wieso Steuerklasse 1
Soviel ich noch weiß kommt man als alleinstehende mit Kind doch automatisch in Steuerklasse 2.Frag mal beim Finanzamt nach.Auch beim jugendamt kann man nachfragen was einem noch so zusteht wenn man ein geringes Einkommen hat

Kurze Info
Hallo Helrom,

das ist leider nicht mehr so - ich zitiere mal von der Homepage der Bundesregierung:

"Die Abschaffung der Steuerklasse II geht auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 10. November 1998 zurück. Nach dieser Entscheidung ist es mit Artikel 6 des Grundgesetzes nicht vereinbar, dass der Haushaltsfreibetrag nur allein Erziehenden zusteht. Nach Ansicht der Verfassungsrichter sind damit Familien mit verheirateten Eltern gegenüber nichtehelichen Lebensgemeinschaften benachteiligt.

Die Steuerklasse II entfällt mit Abschaffung des Haushaltsfreibetrages im Jahr 2005. Allein Erziehende fallen dann in die Steuerklasse I. Die Steuerklassen I und II unterscheiden sich durch den Haushaltsfreibetrag.

Anspruch auf den Haushaltsfreibetrag haben Steuerpflichtige, bei denen die Voraussetzungen für den Abzug eines Haushaltsfreibetrags bereits im Jahr 2001 vorgelegen haben und die weiterhin diese Voraussetzungen erfüllen. Alleinerziehende, deren Kinder nach dem 1. Januar 2002 geboren werden, haben keinen Anspruch auf den Freibetrag."

Einen kleinen Ausgleich zu schaffen versucht die Regierung mit dem Familienförderungsgesetz durch Anhebung des Kindergeldes.

Grüssle vom Narrenkaeppi

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21. März 2004 um 10:17

Hallo Chrissy
...ich lebe mit meinen beiden Kindern alleine, kann also bezüglich von Kostenteilung keine Tips geben. Aber der Vorschlag von Merengardis wäre doch vielleicht für Euch machbar?!

So wie es momentan bei Euch geregelt wird, das empfinde ich als ein wenig unfair. Nun gut, wenn er sich an den Kosten für das Kind nicht beteiligt ist das das eine (bekommst du denn für die Tochter Unterhalt vom Kindsvater oder wenn nicht Unterstützung vom Jugendamt durch eine Vorschusszahlung??) - aber die monatlichen Kosten für Wohnung ect. die könnten doch dann anders, anteilsmässig, aufgeteilt werden. Das jeder das gleiche trägt, obwohl der Verdienst des einen um die Hälfte geringer ist, mmhh, empfinde ich als ungerecht. Wie ist das denn, wenn Du dann kein Geld mehr zur Verfügung hast und ihr gemeinsam etwas unternehmen wollt. Ist da die Trennung dann auch so rigoros?

Tja, das mit der Steuerklasse 2 ärgert mich schon sehr, denn ich meine, dass hier Äpfel mit Birnen verglichen werden. Geklagt hatte ein Ehepaar, dass sich gegenüber den Alleinerziehenden hinsichtlich des Haushaltsfreibetrages benachteiligt gefühlt hat. Sicher haben beide Aufwendungen an Betreuungskosten - nur wenn diese aus zwei Gehältern und nicht nur aus einem getragen werden, dann macht das für mich schon einen Unterschied.

Grüssle vom Narrenkaeppi

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