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Forum / Liebe & Beziehung

Late bloomer

Letzte Nachricht: 28. Januar um 20:42
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itsme123
26.01.24 um 9:55

Kann es sein das Frau mit 40 plus und Familie plötzlich lesbisch ist?
gibt es hier mehr davon?
Wie geht ihr damit um?

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linea
26.01.24 um 10:02

Be Frauen weiß ich es nicht, ich kenne einen Mann, der war Verheiratet, 2 Kinder und ist jetzt schwul. Bei dem Wechsel war er auch um die 40. Das Verhältnis zu seiner Ex Frau ist gut, sie brauchte zwar etwas, bis sie realisiert hat, das ihr Mann nun einen Freund hat, aber sie sagt, es ist ihr lieber, als wenn er sich eine andere Frau genommen hätte.
Vielleicht sind sich einige nicht sicher oder brauchen sehr lange um selber ihre vorlieben zu akzeptieren.

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lissy1208
26.01.24 um 14:19

Unser Nachbar war auch verheiratet, hat 2 Töchter und 2 Enkelkinder - ist aber schon seit über 10 Jahren mit seinem Mann verheiratet.

Und umgekehrt kenne ich auch eine Frau, die sich (ebenfalls verheiratet mit 2 Kindern) mit ca. 40/Mitte 40 scheiden hat lassen und jetzt sehr glücklich mit einer Frau zusammen lebt. Hätte ich auch nie gedacht, auf uns wirkte sie auch mit ihrem Mann sehr glücklich..

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itsme123
26.01.24 um 14:35
In Antwort auf lissy1208

Unser Nachbar war auch verheiratet, hat 2 Töchter und 2 Enkelkinder - ist aber schon seit über 10 Jahren mit seinem Mann verheiratet.

Und umgekehrt kenne ich auch eine Frau, die sich (ebenfalls verheiratet mit 2 Kindern) mit ca. 40/Mitte 40 scheiden hat lassen und jetzt sehr glücklich mit einer Frau zusammen lebt. Hätte ich auch nie gedacht, auf uns wirkte sie auch mit ihrem Mann sehr glücklich..

Was mich persönlich dabei irritiert ist das ICH es von mir nie gedacht hätte 🫣

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L
linea
26.01.24 um 14:45
In Antwort auf itsme123

Was mich persönlich dabei irritiert ist das ICH es von mir nie gedacht hätte 🫣

Eine Freundin von mir verliebt sich bespielsweise in eine Person aufgrund des Charakters und der Ausstrahlung, ob Mann oder Frau ist für Sie nicht wichtig. Als Teenie war es zufälligerweise oft ein Mann, aber ab und an auch mal eine Frau. Verheiratet ist sie nun seit vielen Jahren mit einem Mann.

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lissy1208
26.01.24 um 16:26
In Antwort auf itsme123

Was mich persönlich dabei irritiert ist das ICH es von mir nie gedacht hätte 🫣

Ach so, es geht um Dich persönlich. Dachte, um eine Bekannte/Freundin von Dir. Und Du hattest vorher noch nie mehr als freundschaftliche Gefühle für eine Frau oder Fantasien, wie es mit einer Frau wäre? Und jetzt aus heiterem Himmel?

Tja, wenn mir das jemals passieren würde, wäre ich auch mehr als irritiert.. Kann ich mir so gar nicht vorstellen..

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itsme123
26.01.24 um 16:42
In Antwort auf lissy1208

Ach so, es geht um Dich persönlich. Dachte, um eine Bekannte/Freundin von Dir. Und Du hattest vorher noch nie mehr als freundschaftliche Gefühle für eine Frau oder Fantasien, wie es mit einer Frau wäre? Und jetzt aus heiterem Himmel?

Tja, wenn mir das jemals passieren würde, wäre ich auch mehr als irritiert.. Kann ich mir so gar nicht vorstellen..

Ja geht um mich 
ich hatte das in der Pubertät mal, ... Und jetzt so extrem das ich mich als lesbisch und nicht bi definieren würde 
Verheiratet und 3 Kinder 

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bissfest
bissfest
26.01.24 um 16:51

Hey, ich bin nicht lesbisch, maximal ein bisschen bi, was Lesben ja tendenziell eher nervt , soweit ich es mitbekomme. Meine lesbische Freundin sagt immer, eine bisexuelle Frau kommt für sie nicht mehr in Frage . Ich möchte aber betonen, dass meine Freundin und ich nichts miteinander hatten. Ich bin also nicht der Grund für ihre Einstellung.

Zurück zur Frage des Outings: Ich habe einige homosexuelle (ich benutze das Wort jetzt als Überbegriff für Männer und Frauen) Freunde auf divsersen Kontinenten. Die meisten berichten, dass sie um ihre Neigung eigentlich schon immer wussten, dass es aber ein Prozess war (ja, auch in der heutigen Zeit, ja auch in Europa und Nordamerika, in Afrika und Südamerika aber umso mehr), sich zu outen.

Ein Bekannter (hier in Österreich) hat sich beispielsweise erst nach dem Tod der Mutter geoutet und dann Frau und Kind verlassen. Heute lebt er mit einem Mann zusammen.

Meine lesbische Freundin (hier in Österreich) hatte ihre erste Erfahrung mit einem Mädchen, als sie fünfzehn war, und da war für sie eigentlich klar, was sie wollte und will. Dennoch wusste sie aber auch, dass ihre Eltern Probleme mit ihrer Neigung haben würden. Meine Freundin konnte ihren Eltern nach ihrem Outing nie Partnerinnen vorstellen und es gab auch einen Fall, in dem die Familie der Partnerin die Beziehung zu verhindern versuchte.

Ein junger Mann in Afrika (ich lebte und arbeitete damals in seiner Heimat) vertraute sich mir an, weil ich aus Europa kam und weil er wusste, dass man dem Thema dort liberaler gegenübersteht. Er flehte mich aber an, ihn nicht zu verratenm, da Homosexualität zumindest damals in seiner Heimat illegal war.

Mein brasilianischer Freund wurde hingegen problemlos von seiner Familie als schwuler Mann akzeptiert.

Interessanterweise kenne ich auch junge Lesben (in Österreich), die ihre Freundin der Familie als Mitbewohnerin präsentieren und die schon Freunde hatten.

Ich glaube, dass es auch heute noch einen nicht so kleinen Anteil an homsexuellen Menschen (nein, natürlich nicht alle und für die junge Generation ist es vielleicht einfacher) gibt, die ihre Neigung ignorier(t)en, weil sie ihrem Umfeld eine Freude machen woll(t)en oder weil ihnen vielleicht der Mut zur Wahrheit fehlt(e). Diese Menschen führen dann heterosexuelle Beziehungen, gründen Familie, obwohl das nicht der sexuellen Orientierung entspricht. Jedenfalls wurde es mir so berichtet.

Dann kommt natürlich hinzu, dass die Dinge nicht nur schwarz-weiß sind. Meine lesbische Freundin hatte auch Beziehungen mit Männern, hat diese auf aufrichtig geliebt und teilweise hat sie auch den Sex genossen. Dennoch bezeichnet sie sich als lesbisch und meint, das Thema Männer sei für sie mittlerweile abgeschlossen.

Ich denke, manchmal muss auch einfach herausfinden, was man will und inwieweit das andere oder das gleiche Geschlecht attraktiv ist.

Ich kann mir vorstellen, dass verschiedene Faktoren zusammenkommen und jeder Fall und jeder Mensch ist anders.

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skycaptain
26.01.24 um 17:48

Ich kann es nicht ganz ausschließen, aber ich halte für unwahrscheinlich, dass sich bei jemandem mal eben so die sexuelle Orientierung ändert. Von daher hallte ich für unwahrscheinlich, dass z.B. eine über vierzig Jahre alte Frau mal eben lesbisch wird. Was ich aber für durchaus möglich halte, ist, dass jemand sich erst wenn sie/er über vierzig Jahre alt ist, klar wird über manche schon lange vorhandenen Aspekte der eigenen sexuellen Orientierung. Oder erst, wenn sie/er über vierzig Jahre alt ist, die eigenen Lebensumstände in einer Weise gestaltet sieht, bei der es nicht zu riskant ist, sich zu outen.

Viele Männer haben in ihren Vierzigern eine sogenannte Midlife-Crisis, in der sie dann Bestrebungen erkennen lassen, aus bisherigen Schemata/Dynamiken auszubrechen. Was aber nicht heißt, dass vorher nie ein Wunsch da war, aus diesen Schemata/Dynamiken auszubrechen. Aber die Midlife-Crisis bewirkt, dass sie mit ihren Wünschen anders umgehen - z.B. Unternehmungen anstreben, die ihnen geeignet erscheinen, Wunschvorstellungen Realität werden zu lassen.
Ich halte nicht für ausgeschlossen, dass es so etwas auch bei Frauen gibt.

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itsme123
26.01.24 um 18:27
In Antwort auf skycaptain

Ich kann es nicht ganz ausschließen, aber ich halte für unwahrscheinlich, dass sich bei jemandem mal eben so die sexuelle Orientierung ändert. Von daher hallte ich für unwahrscheinlich, dass z.B. eine über vierzig Jahre alte Frau mal eben lesbisch wird. Was ich aber für durchaus möglich halte, ist, dass jemand sich erst wenn sie/er über vierzig Jahre alt ist, klar wird über manche schon lange vorhandenen Aspekte der eigenen sexuellen Orientierung. Oder erst, wenn sie/er über vierzig Jahre alt ist, die eigenen Lebensumstände in einer Weise gestaltet sieht, bei der es nicht zu riskant ist, sich zu outen.

Viele Männer haben in ihren Vierzigern eine sogenannte Midlife-Crisis, in der sie dann Bestrebungen erkennen lassen, aus bisherigen Schemata/Dynamiken auszubrechen. Was aber nicht heißt, dass vorher nie ein Wunsch da war, aus diesen Schemata/Dynamiken auszubrechen. Aber die Midlife-Crisis bewirkt, dass sie mit ihren Wünschen anders umgehen - z.B. Unternehmungen anstreben, die ihnen geeignet erscheinen, Wunschvorstellungen Realität werden zu lassen.
Ich halte nicht für ausgeschlossen, dass es so etwas auch bei Frauen gibt.

Würde Sinn machen 🤔 bin trotzdem verwirrt 
passt gar nicht in meinen Plan 😅

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itsme123
26.01.24 um 18:33
In Antwort auf bissfest

Hey, ich bin nicht lesbisch, maximal ein bisschen bi, was Lesben ja tendenziell eher nervt , soweit ich es mitbekomme. Meine lesbische Freundin sagt immer, eine bisexuelle Frau kommt für sie nicht mehr in Frage . Ich möchte aber betonen, dass meine Freundin und ich nichts miteinander hatten. Ich bin also nicht der Grund für ihre Einstellung.

Zurück zur Frage des Outings: Ich habe einige homosexuelle (ich benutze das Wort jetzt als Überbegriff für Männer und Frauen) Freunde auf divsersen Kontinenten. Die meisten berichten, dass sie um ihre Neigung eigentlich schon immer wussten, dass es aber ein Prozess war (ja, auch in der heutigen Zeit, ja auch in Europa und Nordamerika, in Afrika und Südamerika aber umso mehr), sich zu outen.

Ein Bekannter (hier in Österreich) hat sich beispielsweise erst nach dem Tod der Mutter geoutet und dann Frau und Kind verlassen. Heute lebt er mit einem Mann zusammen.

Meine lesbische Freundin (hier in Österreich) hatte ihre erste Erfahrung mit einem Mädchen, als sie fünfzehn war, und da war für sie eigentlich klar, was sie wollte und will. Dennoch wusste sie aber auch, dass ihre Eltern Probleme mit ihrer Neigung haben würden. Meine Freundin konnte ihren Eltern nach ihrem Outing nie Partnerinnen vorstellen und es gab auch einen Fall, in dem die Familie der Partnerin die Beziehung zu verhindern versuchte.

Ein junger Mann in Afrika (ich lebte und arbeitete damals in seiner Heimat) vertraute sich mir an, weil ich aus Europa kam und weil er wusste, dass man dem Thema dort liberaler gegenübersteht. Er flehte mich aber an, ihn nicht zu verratenm, da Homosexualität zumindest damals in seiner Heimat illegal war.

Mein brasilianischer Freund wurde hingegen problemlos von seiner Familie als schwuler Mann akzeptiert.

Interessanterweise kenne ich auch junge Lesben (in Österreich), die ihre Freundin der Familie als Mitbewohnerin präsentieren und die schon Freunde hatten.

Ich glaube, dass es auch heute noch einen nicht so kleinen Anteil an homsexuellen Menschen (nein, natürlich nicht alle und für die junge Generation ist es vielleicht einfacher) gibt, die ihre Neigung ignorier(t)en, weil sie ihrem Umfeld eine Freude machen woll(t)en oder weil ihnen vielleicht der Mut zur Wahrheit fehlt(e). Diese Menschen führen dann heterosexuelle Beziehungen, gründen Familie, obwohl das nicht der sexuellen Orientierung entspricht. Jedenfalls wurde es mir so berichtet.

Dann kommt natürlich hinzu, dass die Dinge nicht nur schwarz-weiß sind. Meine lesbische Freundin hatte auch Beziehungen mit Männern, hat diese auf aufrichtig geliebt und teilweise hat sie auch den Sex genossen. Dennoch bezeichnet sie sich als lesbisch und meint, das Thema Männer sei für sie mittlerweile abgeschlossen.

Ich denke, manchmal muss auch einfach herausfinden, was man will und inwieweit das andere oder das gleiche Geschlecht attraktiv ist.

Ich kann mir vorstellen, dass verschiedene Faktoren zusammenkommen und jeder Fall und jeder Mensch ist anders.

Es geht mir nicht um das Thema Outing 
Sondern es verwirrt mich einfach das ich vor meinem 40. Geburtstag nie auf die Idee gekommen wäre lesbisch zu sein, ich hätte mich als klar hetero mit LEICHTEN bisexuellen Tendenzen schubladisiert wäre es nötig gewesen 
jetzt ganz klar homosexuell
Da kann ich mir selbst nicht folgen

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S
skycaptain
26.01.24 um 20:41
In Antwort auf itsme123

Ja geht um mich 
ich hatte das in der Pubertät mal, ... Und jetzt so extrem das ich mich als lesbisch und nicht bi definieren würde 
Verheiratet und 3 Kinder 

Vorneweg - ich bin männlichen Geschlechts. Von daher bin ich mir alles andere als sicher, ob ich mich in deine Situation hineindenken kann. Aber versuche, dich in Gelassenheit so zu nehmen, wie du bist. Mach dich jedenfalls nicht verrückt. Es gibt auch so genug Sachen, die einem den Blutdruck hochtreiben.

Ich habe mal gelesen, dass es z.B. auch bisexuelle Menschen gibt, die nicht immer beide Geschlechter gleichermaßen anziehend finden, sondern bei denen wechselt, welches Geschlecht sie anziehender finden. Und es soll auch Leute geben, denen es bei potentiellen Partnern gar nicht so aufs Geschlecht ankommt, sondern auf andere Eigenschaften, aufgrund derer eine Partnerschaft/im sexuellen Bereich wie auch immer ausgestaltete Lebensgemeinschaft harmonisch ablaufen würde.

Meine Frau und ich sind jetzt ein paar Monate verheiratet. Davor waren wir etwa zehn Jahre lang ein Paar und sie hat immer gesagt, dass sie auch Frauen nicht immer uninteressant findet. Das ist eine Sache, die mich nicht stört oder aus dem Konzept bringt.
Über deine Familie und dich kann ich nichts sagen, zumal ich nicht weiß, wie ihr in der Familie miteinander umgeht und welches bei euch die Faktoren sind, die die Beziehung zu deinem Mann bzw. die Bande zu deinen drei Kindern stabil machen.

Ich weiß nur, mein Vater hat meine Mutter verlassen während sie mit mir schwanger war und ist nach Südamerika gegangen. Bis kurz nachdem ich mit meinem Studium angefangen habe und er das Bedürfnis hatte, sich bei mir zu melden, habe ich nie etwas von ihm gesehen oder gehört. Er war im Prinzip für mich ein fremder Mensch. Als er sich gemeldet hat, habe ich erfahren, dass er damals gegangen ist, weil er es anders nicht hinbekommen hat, sich einzugestehen, dass er mehr homosexuell ist und in einer heterosexuellen Partnerschaft auf Dauer nicht glücklich wird. Im Grunde genommen ist er ein ganz netter Mensch, der im Umgang mit den Dingen überfordert war. Und wie viele andere Menschen hat auch er in Fragen des Umganges mit seiner sexuellen Orientierung enorme Seelenschmerzen gelitten. Was ich niemandem wünsche.

Sollte sich deine Situation für deine Familie und dich zu einer Art ethischem Dilemma auswachsen, wünsche ich euch, dass ihr es so schmerzfrei wie möglich bewältigt. Meiner Meinung nach am wichtigsten für euch ist, dass ihr euch nicht gegenseitig Stress macht. Ehrliche Kommunikation, bei der alle Beteiligten einsehen, dass es nicht darum geht, einander wehzutun, sondern darum, Mißverständnissen vorzubeugen bzw. Mißverständnisse auszuräumen, ist da meiner Meinung nach ganz wichtig. Mein Vater hat lange Zeit nicht mit mir kommuniziert, und ich denke, die Zeit, in der es mir zu schaffen gemacht hat, dass für mich, was ihn betrifft, so viele Fragen offen waren, hätte sich verkürzen lassen.

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skycaptain
26.01.24 um 21:48
In Antwort auf itsme123

Es geht mir nicht um das Thema Outing 
Sondern es verwirrt mich einfach das ich vor meinem 40. Geburtstag nie auf die Idee gekommen wäre lesbisch zu sein, ich hätte mich als klar hetero mit LEICHTEN bisexuellen Tendenzen schubladisiert wäre es nötig gewesen 
jetzt ganz klar homosexuell
Da kann ich mir selbst nicht folgen

Verwirrt, weil du dir selbst nicht folgen kannst.

Das gibts bei uns Menschen ja öfter. Das hängt damit zusammen, dass wir Menschen sehr danach streben, bei allem einen wie auch immer gearteten Sinn oder eine Erklärung zu finden. Machmal dauert es eine Weile, bis man einen Sinn oder eine Erklärung gefunden hat. Manchmal muss man auch erst herausfinden, welcher Art eine Erklärung sein muss, damit man mit ihr zufrieden ist. Bei manchen Sachen reicht es einem, Kausalketten zu kennen. Bei anderen möchte man wissen, welchen Zweck oder welchen tieferen Sinn sie haben. Manchmal muss man auch erstmal durchschauen, woran genau es liegt, dass man etwas als Problem empfindet. Bei wieder anderen Angelegenheiten geht es einem darum, Rechtfertigungen oder Schuldige zu finden und darum, welche Arten von Argumenten man als Rechtfertigung akzeptiert. Und manchmal fällt den Menschen ein Stein vom Herzen wenn sie begreifen, dass es sich um Angelegenheiten handelt, bei denen sie sich nicht rechtfertigen müssen.

Manchmal braucht man auch jemanden, der einem hilft, sich selbst besser zu verstehen, damit man weiß, warum man mit dem Finden von Antworten nicht weiterkommt.
ZB wurde ich als Sechstklässler im Matheunterricht spielerisch mit der Thematik der "bedingten Wahrscheinlichkeit" konfrontiert - und zwar in Form des Ziegenproblems. Also des Szenariums, bei dem ein/e Showmaster/in ein Auto und zwei Ziegen hinter drei verschlossene Tore stellt und die Spielerin/der Spieler raten muss, hinter welchem der drei Tore das Auto ist, um es zu gewinnen. Nachdem die Spielerin/der Spieler ein Tor ausgewählt hat, wird es noch nicht geöffnet. Sondern die Showmasterin/der Showmaster öffnet ein anderes als das von der Spielerin/vom Spieler geratene Tor, und zwar immer eins, hinter dem eine Ziege steht/hinter dem das Auto nicht steht. Danach bekommt die Spielerin/der Spieler die Möglichkeit, sich ausgehend von dem Tor, das sie/er ausgewählt hat, für dasjenige andere Tor umzuentscheiden, das die Showmasterin/der Showmaster nicht geöffnet hat. Und die Frage an die Schüler/innen, die mit der Aufgabe konfrontiert werden, ist, ob die Spielerin/der Spieler sich umentscheiden oder bei dem Tor bleiben sollte, für welches sie/er sich ursprünglich entschieden hat. Ich bin damals mit der Aufgabe erst nicht klargekommen. Bis mein Opa mir gesagt hat, dass ich seiner Ansicht nach deshalb nicht klarkomme, weil ich emotional mit der Aufgabenstellung nicht konform gehe, die Aufgabe also nicht zu meinem Charakter passe. Und zwar insofern, als er mich kenne und deshalb wisse, dass mir Ziegen im Grunde genommen besser gefallen als Autos, und dass ich es gar nicht als Gewinn empfinde, zu erraten, wo das Auto ist, sondern lieber eine Ziege haben würde. Dann hat er mir empfohlen, die Aufgabe für mich so zu ändern, dass da zwei langweilige Autos und eine Ziege sind und dass die Spielerin/der Spieler das Ziel hat, die Ziege zu gewinnen. Keine fünf Minuten später hatte ich rausbekommen, bei welchem Spielverhalten die Gewinnchancen der Spielerin/des Spielers am größten sind.

Vielleicht ist es bei dir ja ähnlich - vielleicht hast du die Probleme, dir selbst zu folgen, ja auch deshalb, weil du das Ziel, das für dich damit verbunden ist, dir selbst folgen zu können, noch nicht auf dich zugeschnitten hast.

Mach dich also nicht verrückt, sondern nimm dir in aller Ruhe die Zeit, die du brauchst, um dich zu sortieren. Und wenn du aufgewühlt bist oder meinst, in einer Zwickmühle zu stecken, versuche, alles aus einem größeren Blickwinkel zu sehen.

Wenn mich irgendwelche Sachen innerlich umtreiben, hilft mir Tiefenentspannung. Da sind dann zwar nicht alle Fragen geklärt, aber man trägt viel leichter daran, dass sie es (noch) nicht sind. Was Tiefenentspannung angeht, gibt es viele verschiedene Ansätze und ggfs musst du selbst herausfinden, was dir am meisten behagt und was dich am besten entspannt.

Was mich extrem gut entspannt, ist, wenn meine Frau und ich beieinander sind. Zum Beispiel miteinander Abendbrot essen. Und der Klang und der Rhythmus ihrer Stimme, z.B. wenn sie mir Sachen erzählt während ich mich mit einem Ohr an ihren Bauch kuschle und den Schall ihrer Stimme nicht nur durch die Luft, sondern auch durch ihren Körper höre. Meine Frau relaxt gerne alleine in der warmen Badewanne - da kommt dann das Badewannenbrett quer drauf, wo sie leckere Sachen zum Essen abstellt, und sie hört Musik oder liest und genießt ihre Ruhe während Badetuch und Schlafanzug von der Abwärme vom Badofen warmgehalten bereitliegen. Also, es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie er innerliche Ruhe erlangt.

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itsme123
26.01.24 um 22:21
In Antwort auf skycaptain

Verwirrt, weil du dir selbst nicht folgen kannst.

Das gibts bei uns Menschen ja öfter. Das hängt damit zusammen, dass wir Menschen sehr danach streben, bei allem einen wie auch immer gearteten Sinn oder eine Erklärung zu finden. Machmal dauert es eine Weile, bis man einen Sinn oder eine Erklärung gefunden hat. Manchmal muss man auch erst herausfinden, welcher Art eine Erklärung sein muss, damit man mit ihr zufrieden ist. Bei manchen Sachen reicht es einem, Kausalketten zu kennen. Bei anderen möchte man wissen, welchen Zweck oder welchen tieferen Sinn sie haben. Manchmal muss man auch erstmal durchschauen, woran genau es liegt, dass man etwas als Problem empfindet. Bei wieder anderen Angelegenheiten geht es einem darum, Rechtfertigungen oder Schuldige zu finden und darum, welche Arten von Argumenten man als Rechtfertigung akzeptiert. Und manchmal fällt den Menschen ein Stein vom Herzen wenn sie begreifen, dass es sich um Angelegenheiten handelt, bei denen sie sich nicht rechtfertigen müssen.

Manchmal braucht man auch jemanden, der einem hilft, sich selbst besser zu verstehen, damit man weiß, warum man mit dem Finden von Antworten nicht weiterkommt.
ZB wurde ich als Sechstklässler im Matheunterricht spielerisch mit der Thematik der "bedingten Wahrscheinlichkeit" konfrontiert - und zwar in Form des Ziegenproblems. Also des Szenariums, bei dem ein/e Showmaster/in ein Auto und zwei Ziegen hinter drei verschlossene Tore stellt und die Spielerin/der Spieler raten muss, hinter welchem der drei Tore das Auto ist, um es zu gewinnen. Nachdem die Spielerin/der Spieler ein Tor ausgewählt hat, wird es noch nicht geöffnet. Sondern die Showmasterin/der Showmaster öffnet ein anderes als das von der Spielerin/vom Spieler geratene Tor, und zwar immer eins, hinter dem eine Ziege steht/hinter dem das Auto nicht steht. Danach bekommt die Spielerin/der Spieler die Möglichkeit, sich ausgehend von dem Tor, das sie/er ausgewählt hat, für dasjenige andere Tor umzuentscheiden, das die Showmasterin/der Showmaster nicht geöffnet hat. Und die Frage an die Schüler/innen, die mit der Aufgabe konfrontiert werden, ist, ob die Spielerin/der Spieler sich umentscheiden oder bei dem Tor bleiben sollte, für welches sie/er sich ursprünglich entschieden hat. Ich bin damals mit der Aufgabe erst nicht klargekommen. Bis mein Opa mir gesagt hat, dass ich seiner Ansicht nach deshalb nicht klarkomme, weil ich emotional mit der Aufgabenstellung nicht konform gehe, die Aufgabe also nicht zu meinem Charakter passe. Und zwar insofern, als er mich kenne und deshalb wisse, dass mir Ziegen im Grunde genommen besser gefallen als Autos, und dass ich es gar nicht als Gewinn empfinde, zu erraten, wo das Auto ist, sondern lieber eine Ziege haben würde. Dann hat er mir empfohlen, die Aufgabe für mich so zu ändern, dass da zwei langweilige Autos und eine Ziege sind und dass die Spielerin/der Spieler das Ziel hat, die Ziege zu gewinnen. Keine fünf Minuten später hatte ich rausbekommen, bei welchem Spielverhalten die Gewinnchancen der Spielerin/des Spielers am größten sind.

Vielleicht ist es bei dir ja ähnlich - vielleicht hast du die Probleme, dir selbst zu folgen, ja auch deshalb, weil du das Ziel, das für dich damit verbunden ist, dir selbst folgen zu können, noch nicht auf dich zugeschnitten hast.

Mach dich also nicht verrückt, sondern nimm dir in aller Ruhe die Zeit, die du brauchst, um dich zu sortieren. Und wenn du aufgewühlt bist oder meinst, in einer Zwickmühle zu stecken, versuche, alles aus einem größeren Blickwinkel zu sehen.

Wenn mich irgendwelche Sachen innerlich umtreiben, hilft mir Tiefenentspannung. Da sind dann zwar nicht alle Fragen geklärt, aber man trägt viel leichter daran, dass sie es (noch) nicht sind. Was Tiefenentspannung angeht, gibt es viele verschiedene Ansätze und ggfs musst du selbst herausfinden, was dir am meisten behagt und was dich am besten entspannt.

Was mich extrem gut entspannt, ist, wenn meine Frau und ich beieinander sind. Zum Beispiel miteinander Abendbrot essen. Und der Klang und der Rhythmus ihrer Stimme, z.B. wenn sie mir Sachen erzählt während ich mich mit einem Ohr an ihren Bauch kuschle und den Schall ihrer Stimme nicht nur durch die Luft, sondern auch durch ihren Körper höre. Meine Frau relaxt gerne alleine in der warmen Badewanne - da kommt dann das Badewannenbrett quer drauf, wo sie leckere Sachen zum Essen abstellt, und sie hört Musik oder liest und genießt ihre Ruhe während Badetuch und Schlafanzug von der Abwärme vom Badofen warmgehalten bereitliegen. Also, es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie er innerliche Ruhe erlangt.

Vielen Dank für deine Antworten die helfen mir wirklich sehr weiter 
ganz liebe Grüße 

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laurette120
laurette120
27.01.24 um 19:47

Ich habe den größten Teil meines Lebens in traditionellen Rollen verbracht; hingebungsvolle Ehefrau eines guten Mannes, liebevolle Mutter und Karrieremutter. Irgendwann nach meiner Scheidung begann ich, drei Jahre vor meinem Coming-Out mit 45, lesbische Erkenntnisse zu entwickeln. Jetzt bin ich 48. Ich glaube nicht, dass ich plötzlich lesbisch geworden bin; Ich glaube, das war ich schon immer, aber das stand im Widerspruch zu dem traditionellen Lebensstil, den ich lebte. Aber jetzt, wo ich geoutet bin, werde ich immer geoutet sein; Für mich gibt es kein Umdrehen und Zurückgehen.

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bissfest
bissfest
27.01.24 um 20:31
In Antwort auf itsme123

Es geht mir nicht um das Thema Outing 
Sondern es verwirrt mich einfach das ich vor meinem 40. Geburtstag nie auf die Idee gekommen wäre lesbisch zu sein, ich hätte mich als klar hetero mit LEICHTEN bisexuellen Tendenzen schubladisiert wäre es nötig gewesen 
jetzt ganz klar homosexuell
Da kann ich mir selbst nicht folgen

Ich hatte auch nicht ausschließlich über das Thema Outing geschrieben, sondern auch andere Prozesse und Aspekte angesprochen. Skycaptain hat sie in seinem ersten Beitrag in diesem Thread genauer ausgeführt. 

Noch etwas zu mir: Ich war früher „stockhetero". Der Gedanke an Sex mit einer Frau schockierte mich zwar nicht, war aber nichts, was ich für mich in Erwägung zog. Als ich so um die dreißig war, änderte sich das. Ich weiß nicht, warum das so kam. Es ist einfach so. Ich weiß, dass ich Männer und Frauen sexuell anziehend finde. Das wissen meine Partner auch immer. Das heißt nicht, dass ich alles gleichzeitig ausleben muss. Es ist nur rein theoretisch möglich, wenn ich Single bin, aber auch hier gibt es so viele Abstufungen wie Individuen. 

Bedenklich fände ich in diesem Kontext nur eines: aufgrund von schlechten Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht homosexuell werden. Im Konkreten kann man das manchmal bei Frauen nach gescheiterten Beziehungen mit den falschen Männern (lieblos oder gewalttätig) beobachten. Da kommt dann der meiner Meinung nach falsche Gedanke auf, dass mit einer Frau automatisch alles besser wird. Ich glaube, das ist eine Fahrkarte mitten in die nächste enttäuschende Erfahrung, denn wenn man bei der Partnerwahl kein gutes Händchen hat, ist ein Geschlechterwechsel nicht automatisch die Lösung, sondern man wird sich ganz im Gegenteil wieder das eben gar nicht passende Gegenstück suchen. Aber aus deinen Worten meine ich das nicht herauszulesen. Daher: Genieß es .

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itsme123
28.01.24 um 12:06

Zum Glück oder auch leider liegt es nicht an meinen Erfahrungen mit meinem Mann
leider daher weil ich für mich eine logische und einfache Erklärung hätte

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bissfest
bissfest
28.01.24 um 16:24
In Antwort auf itsme123

Zum Glück oder auch leider liegt es nicht an meinen Erfahrungen mit meinem Mann
leider daher weil ich für mich eine logische und einfache Erklärung hätte

Manchmal ändern sich im Laufe eines Lebens Sichtweisen auf Themen und Einstellungen. 

Ein paar Fragen an dich hätte ich im Sinne eines Anstoßes: Hast du jung geheiratet und eventuell davor nicht viele sexuelle Erfahrungen gesammelt? Ist es der Wunsch nach Abwechslung (andere Person und anderes Geschlecht)? Hattest du bisher ein erfülltes Sexualleben? Interessiert sich dein Mann für deinen Höhepunkt? Ist dein Mann vielleicht ein guter Mensch und ihr seid im Alltag ein gutes Team, aber er ist für dich sexuell uninteressant (geworden)? Ist euer Sex für dich langweilig und zur Routine geworden, obwohl dein Mann ein guter und rücksichtsvoller Liebhaber ist? Die Antworten können gern dir gehören. Mir musst du sie nicht schreiben. Alles Gute dir. 

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skycaptain
28.01.24 um 16:44
In Antwort auf itsme123

Zum Glück oder auch leider liegt es nicht an meinen Erfahrungen mit meinem Mann
leider daher weil ich für mich eine logische und einfache Erklärung hätte

Menschen verwenden zwar Logik gerne als Werkzeug zum Erkenntnisgewinn, aber es ist ja kein Naturgesetz, dass menschliches Verhalten nur durch das Streben nach Logik determiniert ist.

Ein/e Verhaltensforscher/in könnte zwar z.B. mein Verhalten, meine Regungen und meine Willensbildung  analysieren und in irgendwelche Kontexte einbetten und viel dazu sagen, und bezogen auf irgendwelche Aspekte des Daseins bzw. bezogen auf irgendwelche Systeme, in die mein Dasein eingebettet ist, einen Sinn darin sehen.

Aber das heißt nicht, dass meine Willensbildung, meine Regungen oder mein Verhalten immer auf einem bei mir vorhandenen Streben nach Logik beruht. Das ist nämlich bei mir nicht der Fall. Mein kindliches Entzücken, wenn ich meine Frau zB in einem kuscheligen weichen Schlafanzug sehe, oder dass ich beim Discofoxtanzen mit ihr gerne den Bauchstreichler tanze, beruht bei mir nicht auf einem Streben nach Logik. Die Art, wie ich mich verhalte, wenn ich mich über etwas ärgere, beruht öfter mal auch nicht auf einem Streben nach Logik. Und dass ich manchmal spitz werde wie Lumpi wenn meine Frau im Minirock und bauchfreiem Top mit mir Lambada tanzt, liegt bestimmt auch nur an meinem Streben nach logischem Verhalten.

Zur Willensbildung und den Regungen des Menschen haben sich schon viele Leute Gedanken gemacht.
Zum Beispiel der chinesische Philosoph Dschuang Dsi in seinem "wahren Buch vom südlichen Blütenland".
Zum Beispiel Galenos von Pergamon (Galen) mit seiner Temperamentenlehre mit den Sanguinikern, Cholerikern, Melancholikern und Phlegmatikern.
Zum Beispiel Philosophen wie Mark Aurel in seinen Selbstbetrachtungen oder Seneca in seinen Epistulae Morales ad Lucilium.
Zum Beispiel Verhaltensforscher wie Daniel Kahneman, der in seinem Buch "Schnelles Denken und langsames Denken" bei den Menschen zwei "Betriebsmodi" beschreibt, in denen sie ticken und zwischen denen sie hin und her schalten können, nämlich
- Modus 1: Schnell, automatisch, immer aktiv, emotional, stereotypisierend, unbewusst, mit weniger durch den Körperstoffwechsel zu bewerkstelligendem Energieaufwand verbunden, rudelkonform, stark von der Amygdala beeinflusst. - Modus 2: Langsam, anstrengend, selten aktiv, logisch, berechnend, bewusst, mit mehr durch den Körperstoffwechsel zu bewerkstelligendem Energieaufwand verbunden, mehr an objektiver Korrektheit denn an Rudelkonformität interessiert, stark von den für rationales Denken zuständigen Teilen des Gehirns beeinflusst.
Zum Beispiel der Theologe Dietrich Bonhoeffer in seinem Aufsatz "Von der Dummheit", in dem er Dummheit als einen Seinszustand beschreibt, in dem Menschen Argumenten nicht zugänglich sind und ihren eigenen Sinn für Gut und Böse außer Acht lassen und dem auch intellektuell sehr bewegliche Menschen anheim fallen können. (Erschienen in "Widerstand und Ergebung. Briefe und Aufzeichnungen aus der Haft", Eberhard Bethge (Herausgeber), 1951, Verlag Christian Kaiser, München. Wikisource:  .)
Zum Beispiel  Justin Kruger und David Dunning, die Studien betrieben haben über die Fähigkeit des Menschen, über eigene Inkompetenz hinwegzusehen und das Wissen um eigene Inkompetenz aus seinem eigenen Bewusstsein zu verdrängen, und dies als "Dunning-Kruger-Effekt" beschrieben haben. ("Unskilled and Unaware of It: How Difficulties in Recognizing One's Own Incompetence Lead to Inflated Self-Assessments" , .)
Und die "Big Five", das Fünf-Faktoren-Modell der Persönlichkeit, das vier Forschergruppen unabhängig voneinander entwickelt haben, nämlich Ernest Tupes & Raymond Cristal / Lewis Goldberg / Raymond Cattell / Paul Costa & Robert McCrae, und das bei Menschen auf die fünf Faktoren "Offenheit für Erfahrungen", "Gewissenhaftigkeit", "Extraversion", "Verträglichkeit" und "Neurotizismus" abhebt.

Laut Sigmund Freud spielt in meine Willensbildung und in mein Verhalten alles mögliche mit hinein, was einer der drei "Abteilungen" "Es", "Ich" und "Über-Ich" zugeordnet werden kann. Zum Beispiel Emotionen, Triebe, Instinkte, der Sinn für Gut und Böse (manche sehen im Sinn für Gut und Böse einen Aspekt des Gewissens und der Seele), Wunschvorstellungen, Weltanschauungen, der Wunsch, etwas Sinnvolles auf sinnvolle Weise zu tun, manchmal auch der Wunsch, vernünftig zu handeln, meine analytischen Fähigkeiten, manchmal auch mein logisches Denken, ...


Warum macht es dir so zu schaffen, dass du im Moment bei dir keine logische Erklärung findest?
Dass du im Moment bei dir keine logische Erklärung findest, muss ja nicht schlimm sein.
Dass du im Moment keine logische Erklärung findest, bedeutet ja z.B. nicht, dass dein Sinn für Gut und Böse nicht mehr richtig funktioniert. 


Ich kann ja mal versuchen, dir eine logische Erklärung zu basteln, auch wenn ich überhaupt keinen Schimmer habe, ob sie richtig ist:

Vielleicht hatte der Wechsel der sexuellen Orientierung von heterosexuell nach homosexuell in prähistorischen Gesellschaften für Frauen und die Gesellschaft Vorteile. Vielleicht war die Lebenserwartung der Männer aufgrund von Reibereien und Jagdunfällen nicht so hoch wie die von Frauen, sodass die Überlebenschancen in der Gruppe für Frauen, die ihre Männer verloren hatten, höher waren, wenn sie Bande zu ihren Geschlechtsgenossinnen geknüpft hatten. Das Überleben dieser Frauen wiederum könnte für das Überleben der Gruppe irgendwie positiv gewesen sein.

Wie gesagt - ich weiß nicht, ob das stimmt. Hab mir das gerade eben kurz ausgedacht. Aber vielleicht ist ja gar nicht wichtig, ob das stimmt, solange es dir ein bisschen hilft, weils vielleicht irgendwie logisch anmutet.


Das Wichtigste ist: Mach dich nicht verrückt.


Kennst du die "Desiderata" von Max Ehrmann? Er hat sie 1927 in englischer Sprache geschrieben.
Da steht in etwa drin:
  Du bist ein Kind Gottes, genauso wie die Bäume und die Sterne. Du hast ein Recht, hier zu sein.
Und auch:
  Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich(!!!), in freundlicher Beziehung zu allen Menschen.

Hier eine etwas freiere Übersetzung ins Deutsche:

Wünsche
(Desiderata)
Dies ist die freie Übersetzung eines Gedichtes von Max Ehrmann aus dem Jahre 1927.
ŠŠŠ
Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann. Stehe, soweit ohne Selbstaufgabe möglich, in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Äußere Deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen ruhig zu - auch den Geistlosen und Unwissenden. Auch sie haben ihre Geschichte.

Meide laute und aggressive Menschen. Sie sind eine Qual für den Geist. Wenn Du Dich mit anderen vergleichst, könntest Du eitel werden oder Dir nichtig vorkommen. Denn immer wird es jemanden geben, größer wie geringer als Du.

Freue Dich Deiner Leistungen wie auch Deiner Pläne. Bleibe an Deinem Fortkommen interessiert, wie bescheiden auch immer. Es ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

Lass in Deinen geschäftlichen Angelegenheiten Vorsicht walten - die Welt ist voller Betrug. Aber werde dadurch nicht blind gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit.

Viele Menschen ringen um hohe Ideale, und überall ist das Leben voll Heldentum. Sei Du selbst. Vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung, noch sei zynisch, was die Liebe betrifft. Denn auch im Augenblick aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie Gras.

Ertrage freundlich und gelassen den Ratschlag der Jahre. Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit er dich bei plötzlich hereinbrechendem Unglück schützt. Aber beunruhige dich nicht mit Einbildungen - viele Ängste kommen aus Ermüdung und Einsamkeit. Neben einer heilsamen Selbstdisziplin sei freundlich mit Dir selbst.

Du bist ein Kind Gottes, genauso wie die Bäume und die Sterne. Du hast ein Recht, hier zu sein. Und ob es Dir bewußt ist oder nicht, es besteht kein Zweifel. Das Universum entfaltet sich wie vorgesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott.

Was auch Deine Arbeit und Dein Sehnen ist, erhalte Dir den Frieden mit Deiner Seele in der lärmenden Wirrnis des Lebens. Mit all der Schande, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist es dennoch eine schöne Welt.

Strebe behutsam danach, glücklich zu sein.



In diesem Sinne

Mit freundlichem Gruß

SkyCaptain​
 

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I
itsme123
28.01.24 um 16:45

Das bekam ich per PN
"wir" uns mit unserem "Ding" für "unersetzbar" halten... (wo ich mich gar nicht zugehörig fühle, WEISS ich doch viel zu gut, daß "das" für ihren sexuellen Genuß inkl "Orgasmus" gar nicht notwendig ist und Sperma für die Fortpflanzung heutzutage ja nun wirklich auf allerlei "Wegen" mit "Eurer" Eizelle verschmolzen werden kann, AUSSER "Schwanz-in-Muschi"...).Auch wenn's Dich vmtl somgar nicht interessiert, möchte ich noch anmerken, daß meine "Orientierung" noch nie anders, als "absolut hetero" war und IST!Ich ha e zwar (sehr) gute, "m" Freunde und Umarmen zur Begrüßung, in einem Zelt pennen usw ist völlig ok, aber DAS WAR'S dann auch! Schon küssen "is' nicht", da wäre ich ganz bestimmt auch ein unvorstellbar schlechter Schauspieler So, das soll's gewewen sein. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt in die RIchtung ging, die Du bei Deiner Frage angepeilt hattest...Sollte ich mich da (zu) weit "verrant" haben, bitte ich ausdrücklich um Entschuldigung für die Dir "gestohlene" Zeit!Einen wunderschönen Sonntag und alles Gute mit Familie und/oder Freundin wünsche ich Dir!Und: Mach' keinen Quatsch, schau' bitte wirklich, wie Eure Kinder das "verpacken"...Kannst ja 'mal schreiben, wie's weiterging/-geht und ob Dir mein "Kommentar" irgendwas gebracht hat, danke.

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I
itsme123
28.01.24 um 16:48

Der Anfang der pn
"Da war doch was...!"Wie Du schon selbst festgestellt hast, ist das mit dem "lesbische-Gefühle-Haben" bei Dir ja nicht VÖLLIG "aus heiterem Himmel" passiert, so ehrlich solltest Du Dir ggü schon sein, auch wenn Dich das JETZT, in dieser Lebensphase mit Mann u Ki doch besonders "irritiert".Ich kenne im Bekanntenkreis nur einen Mann, der schonmal mit einer Frau verheiratet war (da kannte ich ihn noch gar nicht), und sich die Frau dann kurz später als lesbisch empfand und sich scheiden ließ! Schon igw blöd für ihne, da er "eigentlich mehr" mit ihr vorhatte. Man heiratet - außer bei "RTL" oder so - ja eigentlich nicht "nur 'mal eben einfach so". Was nicht nur da mittlerweile in unserer doch ziemlich "heruntergekommenen", dekadenten Spaßgesellschaft so um sich greift, hat ja mit "natürlicher Normalität" - obwohl oder vlt doch eher auch gerade WEIL die "Grünen" mit"regieren"! - rein GAR NICHTS mehr zu tun.Ich will da aber kein neues Faß aufmachen.Wenn Du es jetzt doch so gar nicht mehr aushältst mit Deinem Mann (habt Ihr noch, wieviel, "richtig" oder nur "Pflichtübung", Sex?) u Ki, solltest Du das zwar ehrlich "rüberbringen", aber auch an die anderen, unmittelbar Beteiligten denken! Va die Kinder sollten in einem Alter sein, wo sie das verstehen und VERTRAGEN können, besonders, wenn Deine "Wesensänderung" so weit geht, daß Du sie verläßt.Für mich wäre das schon auch ein heftiger "Schlag", aber ich käme allein vmtl damit zurecht - OHNE Kinder! Wären da welche, wüßte ich nicht, wie ich ihnen das klarmachen könnte, sie mit der Frau, die sich nun "andersherum" (entschuldige den Ausdruck, mir fällt nicht besseres ein...) orientiert gezeugt zu habe

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I
ich2022
28.01.24 um 20:42
In Antwort auf itsme123

Kann es sein das Frau mit 40 plus und Familie plötzlich lesbisch ist?
gibt es hier mehr davon?
Wie geht ihr damit um?

kenne sowohl Frauen
wie auch Männer, welche sich früher oder später zum eigenen Geschlecht
stärker hingezogen fühlten und fühlen.

Egal ob sie vorher ehelich verbunden mit Kindern waren -

im Nachhinein blühten sie auf
- wahrscheinlich weniger aus sexuellen Gründen- sondern dem Gefühl der inneren gefühlsmäßigen Verbundenheit.

 

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