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Lange geschichte

4. Mai 2011 um 22:49 Letzte Antwort: 5. Mai 2011 um 14:51

Hallo,
ich glaube das wird jetzt eine sehr lange Geschichte aber ich fang einfach mal an zu schreiben. Ich will meinen Freunden nicht mehr in den Ohren liegen damit und hoffe allein durch das Aufschreiben ein wenig Erleichterung zu finden.
Es geht um meine Ex-Freundin bzw. um unsere Beziehung. Wir sind vor fast fünf Jahren zusammengekommen und waren insgesamt viereinhalb Jahre zusammen. Im ersten Teil, d.h. die ersten eineinhalb Jahre waren wir quasi jeden Tag zusammen. Es war für uns beide die erste große Liebe. Dann habe ich angefangen zu studieren und bin weggezogen (200km Entfernung) und sie machte noch ihre Schule fertig. Wir führten eine sehr intensive Fernbeziehung und waren damit eigentlich immer sehr glücklich. Natürlich gab es hin und wieder Probleme, z.B. dass man versucht in die wenige Zeit die man zusammen hat (Wochenenden, Ferien etc.) alles hineinzupacken. Im letzten Jahr ging es dann los dass wir immer weniger Sex hatten, was mich sehr belastete. Wir redeten darüber, sie sagte dass sie sich immer gefordert fühlt, und nicht abschalten kann. Wenn die Situation in Richtung Sex ging, hat sie viel zu viel nachgedacht und konnte sich nicht mehr fallenlassen, was früher aber sehr gut ging. Wir haben versucht die Gründe dafür zu finden, und einer war mit Sicherheit, dass ich immer wenn ich abgewiesen wurde, beleidigt war (so blöd es klingt). Irgendwie konnten wir die Lage nicht verbessern, und ich entschloss mich dazu keine sexuellen Annäherungen mehr zu machen, um nicht ständig abgewiesen zu werden. Ich wollte sehen ob sie selbst aktiv wird, wie früher. Dem war nicht so. In dieser Zeit zweifelte ich sehr stark an unserer Beziehung aber vor allem auch an mir selbst, meiner Männlichkeit und Anziehungskraft. In der gleichen Zeit lernte ich eine andere Frau kennen, und sah wie echte Hingabe und sexuelles Verlangen nach mir auch aussehen kann. Nachdem ich ihr gesagt habe dass ich eine Freundin habe und dass aus uns nicht mehr wird, brachen wir den Kontakt nicht ab sondern trafen uns weiterhin und irgendwann kam es dann zu einer gemeinsam verbrachten Nacht. Ich habe meine Freundin betrogen. Ich fühlte mich sofort schlecht, und wusste nicht wie es weitergehen soll. Komischerweise waren meine Zweifel an der Beziehung weg, und ich sah klar vor mir dass ich die Beziehung retten und meine Freundin behalten möchte. Ich fuhr am Wochenende darauf wieder zu ihr, verschwieg ihr aber mein Fremdgehen und versuchte die Beziehung durch gesteigerte Aufmerksamkeit und besserem Verhalten wieder zu entflammen. Dann kam Weihnachten und Neujahr. Irgendwie änderte sich nichts. Sie schien auch nichts zu bemerken und ich sagte nichts, konnte ihr aber nicht mehr so wie vorher in die Augen sehen und mich nicht mehr echt verhalten.
In der zweiten Januarwoche redeten wir wieder recht intensiv über unsere Beziehung und stellten fest, dass es irgendwie nicht so läuft wie es laufen sollte. Zur Hälfte geplant, zur Hälfte aus der Situation heraus sagte ich dass wir eine Beziehungspause einlegen sollten um festzustellen ob wir uns noch lieben. (Ich habe öfter gesagt, dass ich finde dass ihre Liebe mir gegenüber nachgelassen hat). Sie heulte und sagte Es ist nur eine Pause, nicht das Ende! und sowas wie Ich will dich nicht verlieren.

Mir gings richtig schlecht. Ich hasste mich selbst und projizierte den Hass auf die Beziehung und irgendwie auch auf meine Freundin. Ich meldete mich nicht. Nach ca. 2 Wochen rief sie mich an. Wir hatten dann ungefähr einmal wöchentlich Kontakt, und die Lage war bei jedem Gespräch eine andere. Einmal war ich mir sicher die Beziehung retten bzw. erhalten zu wollen aber dann sagte sie so etwas wie dass sie sich nicht mehr sicher ist, was bei mir wieder dieses abgewiesen-werden Gefühl hervorrief. Beim nächsten Gespräch war es andersrum, Ich fühlte dass eine Fortsetzung der Beziehung ohne die Fremdgeh-Beichte nicht mehr möglich war, und belog sie, und sagte dass ich im Moment keine Zukunft für uns sehe, wobei sie ein persönliches Treffen wollte und sagte sie vermisse mich. Ich litt sehr stark unter der Situation und sah nur zwei Optionen: A) Entweder ich sage ihr dass ich fremdgegangen bin, oder B) Ich sage nichts und wir beenden die Beziehung im Guten. Beide Alternativen schienen das Beziehungsende als Konsequenz zu haben. Es mag feige gewesen sein, aber ich habe mich für Option B) entschieden um ihr den Schmerz zu ersparen (vermutlich auch aus Scham). Also wies ich sie am Telefon immer ab, und legte mich nicht fest. Komischerweise sah ich sie in der Bringschuld, d.h. dass sie auf mich zukommen muss. Ich buchte eine 6-Wochen lange Rucksackreise und hoffte dadurch Abstand zu allem hier zu bekommen. Also hatten wir wieder gute zwei Wochen keinen Kontakt und sie schrieb mir am Tag vor meiner Abreise nochmal ob wir telefonieren wollen. Die Pause dauerte insgesamt schon neun Wochen. Wir telefonierten. Ihr schien es sehr gut zu gehen, sie war heiter und wünschte mir viel Spaß auf der Reise. Ich fragte sie wie sie zu der Beziehung stehe, und sie sagte knallhart (im Nachhinein betrachtet natürlich konsequent und nachvollziehbar, im ersten Moment für mich einfach nur knallhart) naja, sie sagte dass sie seit unserem letzten Telefonat und eigentlich schon ab dem Zeitpunkt wo ich gesagt habe ich möchte kein persönliches Treffen mehr, die Beziehung als beendet ansah und sich damit abzufinden beginnt. Ich war enttäuscht und verletzt. Wir beendeten das intensive, zweistündige Gespräch dann doch sehr versöhnlich aber eben getrennt. Die Beziehung war zu Ende und jetzt war es jedem klar.

Ich konnte nicht schlafen. Ich fühlte mich schlecht. Am nächsten Tag ging es 15h im Flugzeug auf einen anderen Kontinent, aber ich wollte eigentlich nur zu ihr und sie in den Arm nehmen. Ich dachte mir: Sei stark! Es ist nun mal so. Finde dich damit ab! Ich habe dann drei Nächte nicht geschlafen, sagen wir es war der Jetlag. Während ich wachgelegen bin, dachte ich nur an sie. Dann kam ich auf die glorreiche Idee ihr eine Email zu schreiben und mein Fremdgehen zu beichten. Also suchte ich schlaftrunken um 4 Uhr morgens ein Internetcafe in einer unbekannten Stadt. Ich fand eins. Ich habe mir vorher so viel zusammengereimt, das ich alles in diese E-Mail packen wollte. Letztendlich war es eine relativ kurze Mail, mit der Beichte, vielen Entschuldigungen und der Einsicht, dass mir klar sei, dass sie mich nie wieder als Partner akzeptieren würde. Ich hoffte auf eine Antwort per Mail. Am nächsten Tag rief ich sie an. Ich sagte dass ich es unfair fände wenn sie sich nicht dazu äußern könnte, ich wollte es ihr nicht einfach so hinklatschen sondern ihr die Möglichkeit lassen etwas dazu zu sagen. Sie war verständlicherweise aufgebracht und verletzt. Sie sagte dass ich ihr besser nichts gesagt hätte. Aber so blöd es klingt, ich bildete mir irgendwie ein, dass ich sie nur so zurückbekommen könnte, wenn ich sie etwas fühlen ließ. Das Ende des Gesprächs war anders als sonst. Nicht versöhnlich. Nicht diese du bist mir auch als Freund weiterhin wichtig Schiene. Sie sagte: Ich weiß nicht ob ich jemals wieder mit dir reden und Kontakt haben möchte. Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Mit schlechtem Gewissen schrieb ich ihr eine Woche später eine weitere Email. Kein Wort über Beziehung, Fremdgehen und Gewissensbisse. Nur oberflächlichen Mist: ja bin grad hier und habe das erlebt und war schon dort etc.. Ich wollte nur mal sehen ob sie antwortet oder wie es ihr geht. Zwei Tage später war Post in meinem Mailaccount. Ähnliche Oberflächlichkeiten kamen zurück. Sie schrieb dass sie sich Sorgen mache, da sie was von einem Erdbeben in meinem Reiseland gehört hat.

Ja, und das wars. Abruptes Ende: Ich habe mich seitdem nicht mehr gemeldet. Die letzte Mail, die von ihr kam, ist jetzt 5 Wochen her. Das letzte Mal Augenkontakt hatten wir vor fast 4 Monaten. Und: Mir gehts dreckig. Jetzt wo mich der Alltag wieder hat, merk ich es erst wie krass ich sie eigentlich vermisse. Mein Verstand sagt, da musst du durch. Da muss jeder mal durch und es werden wieder bessere Zeiten kommen. Mein Gefühl sagt mir aber dass ich mich bei ihr melden soll, und es versuchen muss sie zurückzubekommen.


Danke jedem Einzelnen fürs Lesen und Antworten.

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5. Mai 2011 um 10:49

Hallo Anthrazit,
ist schon eine sehr krasse und traurige Geschichte, die du uns da schreibst...

Du hattest über eine sehr lange Zeit hinweg eine richtig nette Freundin. Das ist dir jetzt klar, seit sie wirklich weg ist...
Der Jammer mit euch Männern ist, dass ihr oft erst begreift, was ihr hattet, wenn ihr es verloren habt und alles zu spät ist. Das Stichwort hier ist Wertschätzung.
Aber egal jetzt.

Mir scheint, dein Problem ist nicht nur eines des Herzens, sondern vor allem des Egos: Du kannst nicht mit ihrer Abweisung in sexueller Hinsicht leben, erzeugst Druck durch Schmollen. Polierst dann dein Ego bei einer anderen auf.
Dann schreibst du ja selbst, dass du dich von ihr Distanzierst, ich vermute stark um zu schauen, ob du noch auf sie einwirken kannst.ebenso mit dem fremdgeh Geständnis: Du willst Kontrolle über sie ausüben, indem du sie dazu bringen willst etwas zu empfinden. Hätte sie eifersüchtig reagieren sollen?

Jetzt hast du alles verloren. So hart und bitter das für dich sein mag. Aber, und jetzt nimm mir das bitte nicht übel, ich denke, dass es weniger der Liebeskummer ist, der dich mitnimmt, wie dein kaputtes Ego,welches dich runterzieht, weil du jetzt nicht mehr bestätigt bekommst,dass du geliebt wirst.

Vermisst du SIE oder ihre Liebe zu dir?

Dir rate ich eine Therapie um dein niedriges Selbstbewusstsein auf Vordermann zu bringen, denn mir scheint, bei dir gibt es ein riesengroßes emotionales Loch, was Selbstliebe angeht. Dieses versuchst du mit allen Mitteln mit der Liebe und Anerkennung anderer zu stopfen, damit du weißt, du wirst geliebt.

Auf dieser Basis aber, ist eine Beziehung zu NIEMANDEM möglich,weil du die Frauen lediglich ausnutzt.
Aber: Liebe beginnt bei einem selber. Wenn du dich selbst liebst, bist du nicht nur davon befreit, dir Anerkennung und Bestätigung woanders zu suchen, du bist auch tatsächlich in der Lage selbst etwas zurück zu geben.

Dann würdest du nicht mehr schmollend auf Ablehung reagieren,sondern vielleicht die Größe haben, ihr mit Ruhe und Verständnis zu begegnen...

Bevor du dich nicht um deine eigenen Baustellen gekümmert hast, hast du keine Chance sie jemals wiederzubekommen. Aber ich denke, wenn du wirklich was tust und ihr eines Tages (so ein Prozess ist lang) als neuer Mensch begegnest, der aus seinen Fehlern gelernt hat und an sich gearbeitet hat,dann gibt es noch ein Fünkchen Hoffnung.
Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass es mit dieser Frau nichts mehr wird und dein bemühen, einzig und allein darauf richten, das aus DIR ein guter Partner (Für egal wen) wird.

So wie es jetzt ist, ist noch zuwenig Zeit vergangen (du hast ihr ja ordentlich weh getan) und du bist was deine Entwicklung angeht auch nicht annähernd weiter gekommen (mal abgesehen von ein paar Einsichten seinerseits).

Wahre Liebe ist, jemandem das BESTE zu wünschen. Notfalls auch ein Leben ohne sich selbst, wenn es das BESTE wäre. Wie steht es da bei dir?

Herzliche Grüße,

Sumsebiene

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5. Mai 2011 um 11:35
In Antwort auf faith_12088589

Hallo Anthrazit,
ist schon eine sehr krasse und traurige Geschichte, die du uns da schreibst...

Du hattest über eine sehr lange Zeit hinweg eine richtig nette Freundin. Das ist dir jetzt klar, seit sie wirklich weg ist...
Der Jammer mit euch Männern ist, dass ihr oft erst begreift, was ihr hattet, wenn ihr es verloren habt und alles zu spät ist. Das Stichwort hier ist Wertschätzung.
Aber egal jetzt.

Mir scheint, dein Problem ist nicht nur eines des Herzens, sondern vor allem des Egos: Du kannst nicht mit ihrer Abweisung in sexueller Hinsicht leben, erzeugst Druck durch Schmollen. Polierst dann dein Ego bei einer anderen auf.
Dann schreibst du ja selbst, dass du dich von ihr Distanzierst, ich vermute stark um zu schauen, ob du noch auf sie einwirken kannst.ebenso mit dem fremdgeh Geständnis: Du willst Kontrolle über sie ausüben, indem du sie dazu bringen willst etwas zu empfinden. Hätte sie eifersüchtig reagieren sollen?

Jetzt hast du alles verloren. So hart und bitter das für dich sein mag. Aber, und jetzt nimm mir das bitte nicht übel, ich denke, dass es weniger der Liebeskummer ist, der dich mitnimmt, wie dein kaputtes Ego,welches dich runterzieht, weil du jetzt nicht mehr bestätigt bekommst,dass du geliebt wirst.

Vermisst du SIE oder ihre Liebe zu dir?

Dir rate ich eine Therapie um dein niedriges Selbstbewusstsein auf Vordermann zu bringen, denn mir scheint, bei dir gibt es ein riesengroßes emotionales Loch, was Selbstliebe angeht. Dieses versuchst du mit allen Mitteln mit der Liebe und Anerkennung anderer zu stopfen, damit du weißt, du wirst geliebt.

Auf dieser Basis aber, ist eine Beziehung zu NIEMANDEM möglich,weil du die Frauen lediglich ausnutzt.
Aber: Liebe beginnt bei einem selber. Wenn du dich selbst liebst, bist du nicht nur davon befreit, dir Anerkennung und Bestätigung woanders zu suchen, du bist auch tatsächlich in der Lage selbst etwas zurück zu geben.

Dann würdest du nicht mehr schmollend auf Ablehung reagieren,sondern vielleicht die Größe haben, ihr mit Ruhe und Verständnis zu begegnen...

Bevor du dich nicht um deine eigenen Baustellen gekümmert hast, hast du keine Chance sie jemals wiederzubekommen. Aber ich denke, wenn du wirklich was tust und ihr eines Tages (so ein Prozess ist lang) als neuer Mensch begegnest, der aus seinen Fehlern gelernt hat und an sich gearbeitet hat,dann gibt es noch ein Fünkchen Hoffnung.
Trotzdem solltest du dich darauf einstellen, dass es mit dieser Frau nichts mehr wird und dein bemühen, einzig und allein darauf richten, das aus DIR ein guter Partner (Für egal wen) wird.

So wie es jetzt ist, ist noch zuwenig Zeit vergangen (du hast ihr ja ordentlich weh getan) und du bist was deine Entwicklung angeht auch nicht annähernd weiter gekommen (mal abgesehen von ein paar Einsichten seinerseits).

Wahre Liebe ist, jemandem das BESTE zu wünschen. Notfalls auch ein Leben ohne sich selbst, wenn es das BESTE wäre. Wie steht es da bei dir?

Herzliche Grüße,

Sumsebiene

Danke
Hey,

erstmal danke für die schnelle und vor allem ehrliche Antwort.

Es ist schwierig das einzugestehen, aber ich glaube, dass du Recht hast. Ich hab mir selber schon etwas ähnliches in diese Richtung gedacht. Mein Selbstwertgefühl und mein Selbstvertrauen sind sehr stark beeinträchtigt. Eigentlich seltsam, weil augenscheinlich alles passen sollte (Stichwort Erfolg etc.). Hab mein erstes Studium beendet, hab gute Job-Aussichten, bin sportlich, habe gute soziale Kontakte, familiär passt auch alles.
Ich habe gemerkt dass ich seit längerem (schon während der Beziehung) von Selbstzweifeln geplagt werde, das hat mir auch ein sehr guter Freund gesagt, dass er mich gar nicht mehr wiedererkenne. Keine Ahnung wo das herkommt.
Interessanterweise habe ich mir vor ca. 2 Wochen Literatur zum Thema Selbstvertrauen aufbauen und Ähnliches besorgt, und hoffe da aus eigener Kraft irgendwie rauszukommen. Therapie hört sich für mich im ersten Moment sehr krass und radikal an.

Auf die Frage ob ich sie, ober ihre Liebe zu mir vermisse kann ich leider keine Antwort geben, kann das nicht trennen. Auf die Frage, ob ich ihr das Beste wünsche, auch wenn es ohne mich ist. Ich habe versucht das in einem Denkbeispiel rauszufinden, nämlich ob ich sie mit einem neuen Partner gerne glücklich sehen würde. Und NEIN. Definitiv nicht. Das würde mich sehr verletzen.

Naja danke nochmal. Du hast mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. Und jetzt weiß ich dass es keinen Sinn macht sich bei ihr zu melden, und den Kontakt zu suchen.

Anthrazit

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5. Mai 2011 um 12:16
In Antwort auf parth_11852520

Danke
Hey,

erstmal danke für die schnelle und vor allem ehrliche Antwort.

Es ist schwierig das einzugestehen, aber ich glaube, dass du Recht hast. Ich hab mir selber schon etwas ähnliches in diese Richtung gedacht. Mein Selbstwertgefühl und mein Selbstvertrauen sind sehr stark beeinträchtigt. Eigentlich seltsam, weil augenscheinlich alles passen sollte (Stichwort Erfolg etc.). Hab mein erstes Studium beendet, hab gute Job-Aussichten, bin sportlich, habe gute soziale Kontakte, familiär passt auch alles.
Ich habe gemerkt dass ich seit längerem (schon während der Beziehung) von Selbstzweifeln geplagt werde, das hat mir auch ein sehr guter Freund gesagt, dass er mich gar nicht mehr wiedererkenne. Keine Ahnung wo das herkommt.
Interessanterweise habe ich mir vor ca. 2 Wochen Literatur zum Thema Selbstvertrauen aufbauen und Ähnliches besorgt, und hoffe da aus eigener Kraft irgendwie rauszukommen. Therapie hört sich für mich im ersten Moment sehr krass und radikal an.

Auf die Frage ob ich sie, ober ihre Liebe zu mir vermisse kann ich leider keine Antwort geben, kann das nicht trennen. Auf die Frage, ob ich ihr das Beste wünsche, auch wenn es ohne mich ist. Ich habe versucht das in einem Denkbeispiel rauszufinden, nämlich ob ich sie mit einem neuen Partner gerne glücklich sehen würde. Und NEIN. Definitiv nicht. Das würde mich sehr verletzen.

Naja danke nochmal. Du hast mich auf jeden Fall zum Nachdenken gebracht. Und jetzt weiß ich dass es keinen Sinn macht sich bei ihr zu melden, und den Kontakt zu suchen.

Anthrazit

Hallo Anthrazit,
bitte, bitte gern geschehen

ich helf dir gern, auch wenn es manchmal hart klingt. Ich möcht noch kurz auf deine Antwort eingehen.

"Therapie hört sich für mich im ersten Moment sehr krass und radikal an. "

Das stimmt. Aber eine Therapie (Gesprächstherapie) ist gar nicht so schlimm, wie man immer meint. Man geht da einmal die Woche hin und führt Gespräche in einem Raum,wo man alles sein und sagen darf. Das hilft unheimlich beim Reflektieren. Der Therapeut hilft dir auf die richtigen gedanken zu kommen und reflektiert deine Worte auch wieder.

Schau mal, ob du mit der Literatur weiterkommst. wenn nicht,dann spricht nix gegen einen unverbindlichen Kennenlerntermin bei einem Therapeuten.

"Auf die Frage ob ich sie, ober ihre Liebe zu mir vermisse kann ich leider keine Antwort geben, kann das nicht trennen. Auf die Frage, ob ich ihr das Beste wünsche, auch wenn es ohne mich ist. Ich habe versucht das in einem Denkbeispiel rauszufinden, nämlich ob ich sie mit einem neuen Partner gerne glücklich sehen würde. Und NEIN. Definitiv nicht. Das würde mich sehr verletzen."

Siehst du, dann hast du dir das doch schon selbst beantwortet. Wobei: Ich weiß selbst wie hart das ist, jemandem alles Glück der Welt zu wünschen, neue Partner eingeschlossen. Aber das ist andererseits ein hervorragender Indikator für die Macht des eigenen Egos

Geh deinen Weg,du gehst in die richtige Richtung

Grüße,

Sumsebiene

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5. Mai 2011 um 14:51
In Antwort auf faith_12088589

Hallo Anthrazit,
bitte, bitte gern geschehen

ich helf dir gern, auch wenn es manchmal hart klingt. Ich möcht noch kurz auf deine Antwort eingehen.

"Therapie hört sich für mich im ersten Moment sehr krass und radikal an. "

Das stimmt. Aber eine Therapie (Gesprächstherapie) ist gar nicht so schlimm, wie man immer meint. Man geht da einmal die Woche hin und führt Gespräche in einem Raum,wo man alles sein und sagen darf. Das hilft unheimlich beim Reflektieren. Der Therapeut hilft dir auf die richtigen gedanken zu kommen und reflektiert deine Worte auch wieder.

Schau mal, ob du mit der Literatur weiterkommst. wenn nicht,dann spricht nix gegen einen unverbindlichen Kennenlerntermin bei einem Therapeuten.

"Auf die Frage ob ich sie, ober ihre Liebe zu mir vermisse kann ich leider keine Antwort geben, kann das nicht trennen. Auf die Frage, ob ich ihr das Beste wünsche, auch wenn es ohne mich ist. Ich habe versucht das in einem Denkbeispiel rauszufinden, nämlich ob ich sie mit einem neuen Partner gerne glücklich sehen würde. Und NEIN. Definitiv nicht. Das würde mich sehr verletzen."

Siehst du, dann hast du dir das doch schon selbst beantwortet. Wobei: Ich weiß selbst wie hart das ist, jemandem alles Glück der Welt zu wünschen, neue Partner eingeschlossen. Aber das ist andererseits ein hervorragender Indikator für die Macht des eigenen Egos

Geh deinen Weg,du gehst in die richtige Richtung

Grüße,

Sumsebiene

Liebe als Selbstaufgabe?
Ganz ohne Zweifel hat, wie ich finde, Anthrazit Fehler begangen. Jedoch finde ich von ihm zu verlangen, daß seine Liebe selbstlos ist, ebenfalls nicht den richtigen Weg.

Er hat sich von seiner Partnerin etwas gewünscht, was er nicht in der Weise bekam wie er es sich wünschte. Die Frage, ob er denn nun zuviel verlangt hat oder sie zu wenig gegeben lässt sich in Absolutheit wohl nicht beantworten, wichtig ist, daß es eine Lücke gab, die er in fragwürdiger Weise geschlossen hat.

Er hat dabei gelernt, die Selbstzweifel helfen ihm dabei. Jetzt steht er vor der Wahl in Anbetracht der neuen Selbsterkenntnis sein Glück nocheinmal woanders von Grund auf neu zu suchen, oder zur Freundin zurück zu kehren und ihr entweder den fragwürdigen Lernweg zu erklären, oder mit einer Lüge ihr gegenüber eine Beziehung aufzubauen. Letzteres widerspricht sich selbst.

Das Geständnis dürfte wohl das Vertrauen ruinieren, und es hängt an der Freundin ob sie seine Darstellung, er habe dabei etwas gelernt, als langfristig vertrausenswürdig betrachtet. Außerdem stellt sich die Frage ob er denn nun bekommen würde was ihm fehlt.

Zwei Dinge hat er aufzuarbeiten, seine nicht verarbeitete Unzufriedenheit in der Beziehung, und seinen Seitensprung. Ist das eine Basis für eine Beziehung? Ich glaube eher nicht.

Von ihm zu verlangen er solle in Liebe und Hingabe zu seiner Freundin, oder zukünftigen Partnerin, sich selbst aufgeben, halte ich für so nicht richtig. Natürlich ist das ehrenswert, aber es geht doch gerade darum, daß beide glücklich sind. Man kann nicht glücklich sein wenn man sich selbst ständig unterordnet. Der andere kann nicht glücklich sein wenn man sich selbst ständig überordnet. Der Weg liegt also dazwischen, im Herausfinden und Balancieren der eigenen Bedürfnisse und der des Partners.

Liegt nicht da das Problem? Er hat diese Balance in der Beziehung nicht einvernehmlich finden können. Als "Ausgleich" ging er fremd. Ich finde es fraglich ob es auf der Basis einen Sinn macht, das sind zwei gute Gründe es bleiben zu lassen.

Trotzdem, ich finde es völlig richtig in der Beziehung auf seine eigenen Bedürfnisse zu achten. Und zu unterscheiden, wie man liebt. Liebt man seine Kinder, so freut man sich wenn sie einen Partner finden. Liebt man seine Frau, so freut man sich nicht wenn sie einen anderen Partner findet. Das ist absolut legitim, und daran sollte er nichts ändern, mit oder ohne Therapeuten.

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