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Lange Geschichte - Denkanstöße erbeten!

31. Januar 2017 um 12:19 Letzte Antwort: 1. Februar 2017 um 7:38

Puh, war ich lange nicht hier... hallo zusammen! Ich schicke zwei Warnungen voraus: Erstens: ich weiß, dass ich mich gleich anhören werde wie ein pubertierender Teenie, und es geht mir selbst tierisch auf die Nerven. Leider kann ich aber gerade nix daran ändern - ich versuche, mir einzureden, dass das daran liegt, dass ich als Teenie solche Erfahrungen nicht gemacht hab... Zweitens: ich geb mir immer Mühe, aber ich kann mich einfach nicht kurzfassen... sorry dafür, aber ich werde mich zumindest um Übersichtlichkeit bemühen... Und es geht los: Es gibt da diesen Kerl (logisch...), ich nenn ihn mal Ulf. Wir spielen zusammen im Uni-Orchester. Die Tragödie nimmt ihren Lauf im Jahre 2013: näher kennen gelernt, direkt super gut verstanden, auch außerhalb der Proben regelmäßig verabredet, darüber hinaus viel Mail-Kontakt, das ganze Programm. Für mich war er so eine Mischung aus großer Bruder und beste Freundin. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits einige Jährchen mit meinem Freund (inzwischen Mann) zusammen, war auch nie ein Geheimnis, deswegen (und vielleicht auch, weil ich manchmal ein bisschen naiv bin) hab ich's wohl nicht gecheckt, dass für Ulf eben nicht alles tutti war... Kleines Intermezzo (wichtig zum besseren Verständis für später): ich hab dann das Sommersemester 2013 nicht im Orchester mitgespielt, ergo haben wir uns auch nicht in den Proben gesehen. In der Zeit also nur private Treffen und Mail-Kontakt - bis er von heute auf morgen ohne jegliche Erklärung nicht mehr geantwortet hat. Die Erklärung kam dann, als wir ein paar Wochen später den Faden wir aufgenommen hatten, genauer gesagt: als ich ihm (freudefreude) von meiner Schwangerschaft erzählt habe: Wie oben bereits angedeutet, war es für ihn wohl mehr als nur platonische Freundschaft, deswegen hatte er den Kontakt abgebrochen. Er hatte dann geglaubt, er sei drüber weg, aber als er von der Schwangerschaft erfahren hat, wurde ihm klar, dass das eben noch nicht der Fall war. Auf seinen Wunsch hin bis auf weiteres also wieder kein Kontakt. Im Nachhinein ärgere ich mich maßlos über mich selbst, dass ich das so einfach hingenommen habe. Andererseits - was hätt ich tun sollen? Für ihn war es ja sicher besser so... trotzdem denke ich, ich hätte irgendwie mehr tun müssen... naja, lässt sich nicht ändern. Zeitsprung: Oktober 2014. Wegen Schwangerschaft und Geburt - und ja, auch ein bisschen, um ihm nicht extra über den Weg zu laufen, war bis dahin für mich Orchesterpause. Aber da wollt ich dann endlich wieder. Zum Glück ist das Orchester groß genug, dass man sich trotzdem in den Proben einigermaßen aus dem Weg gehen kann. Hab ich auch brav gemacht. So lange, bis ich zufällig mal ein Mädel kennen gelernt habe, die erschreckend viel über mich wusste... Es stellte sich dann raus, dass sie inzwischen mit Ulf zusammen war. Große Freude meinerseits - für ihn (klar, sie war/ist auch super nett), aber auch für mich selbst. Dachte ich doch, ich krieg dann meinen "großerBruderbesteFreundin"Freund wieder... (Das war im Januar 2015) Lief auch zunächst ganz gut, die ersten Treffen waren noch bissl verkrampft, aber das hat sich ziemlich schnell gegeben. War natürlich dank Kind meiner- und Freundin seinerseits sowieso immer etwas schwierig, Termine zu finden, aber okay. Naja, allerdings lief es dann ziemlich schnell immer nach einem ähnlichen Muster ab: Mail ich, Mail Ulf, Mail ich - nix. Warten. Verwirrung meinerseits, weil ich ihn eigentlich als sehr zuverlässigen, kontaktfreudigen Menschen kennengelernt habe - und weil ich so einen plötzlichen Kontaktabbruch seinerseits, ohne jeglichen Kommentar, ja bereits kannte... aus Gründen - siehe oben... Nach ein paar Wochen Funkstille dann eben doch wieder Kontakt - meistens von mir ausgehend, geb ich ja zu, weil es mir einfach keine Ruhe gelassen hat, und ich dann doch jedes Mal wieder nachgefragt hab, ob alles okay ist. Und weil ich ihn wirklich wirklich gern mag und ihn ungern aus meinem Leben verschwinden sehen möchte. War dann auch jedes Mal gleich wieder entspannt zwischen uns, er hat jedesmal sehr überzeugend den Anschein erweckt, dass er sich wirklich freut und auch gern mit mir Kontakt hat. Nur die Tatsache, dass er dann immer wieder in der Versenkung verschwunden ist, passte halt irgendwie nicht dazu... Nunja. Nach einem halben/dreiviertel Jahr mit diesem Hin und Her, hab ich dann mal vorsichtig bei ihm angemerkt, dass mir das ziemlich auf die Nerven geht. Unter anderem auch deshalb, weil ich - leider - dazu tendiere, mir übermäßig viel Sorgen zu machen. War gerade zu der Zeit auch so, dass einige Menschen aus meinem direkten und etwas ferneren Umfeld einige schwerere Unfälle hatten, sodass ich einfach ziemlich sensibel war auf "lange nix von XY gehört". Hab ich ihm auch gesagt, tat ihm dann auch leid, hat sich mit viel Stress bei der Arbeit entschuldigt und versprochen, dass er bald wieder mehr Zeit haben würde. So weit, so gut. Das war also ca Oktober/November 2015. Eine Zeitlang war es dann ganz okay. Im Februar 2016 waren wir dann für ein Event verabredet, wo er ganz kurzfristig gefragt hat, ob es okay wäre, wenn er absagt. Meinte auch, es täte ihm total leid, er hätte halt so viel zu tun, aber wenn ich es sehr doof fände, würde er natürlich wie abgemacht mitkommen. Ich fand's natürlich schade, weil es, wie gesagt, inzwischen schwierig war, überhaupt Termine zu finden, aber will ja auch nicht, dass er meinetwegen dann bis nachts am Schreibtisch sitzen muss. Also Absage angenommen - Reaktion von ihm: null. Wieder wochenlang nix. Mann, war ich sauer! Dann, kurz vor Beginn des Sommersemesters, eine Mail von ihm: dass er das nächste Semester nicht zu den Proben kommt, weil er einen Hörsturz hatte, zwar auf dem Weg der Besserung ist, aber Orchester eben noch zu viel wäre. Und ob wir denn nicht mal wieder was unternehmen wollen. Hab mich natürlich gefreut, von ihm zu hören, und auch, dass er von sich aus gefragt hat, ob wir uns treffen wollen, natürlich tat es mir auch sehr leid, das mit dem Hörsturz zu hören. Trotzdem war ich nach all dem Hin und Her auch einigermaßen angefressen. War also in meiner Reaktion eher verhalten, hab natürlich gefragt, wie es ihm inzwischen geht, ob er noch krankgeschrieben ist etc, und an was für eine Art von "Unternehmung" er gedacht hat. Reaktion: null. Im Orchester wusste auch keiner, wie's ihm geht. Ich mir also wieder Sorgen gemacht. Nach drei Wochen nochmal geschrieben, wie es ihm geht, dass ich mir echt Sorgen mache. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber wenn MIR ein Freund schreibt, dass er sich Sorgen um mich macht, und es geht mir aber einigermaßen gut, dann beeile ich mich, demjenigen schnellstens Entwarnung zu geben! Nach vier Tagen kam dann eine - ziemlich lapidare - Antwort. Ja, es geht ihm gut, er war nur nicht so in Schreibstimmung. Von gemeinsamer Unternehmung oder dergleichen war da schon keine Rede mehr. Da ist mir dann der Kragen geplatzt. Auch hier ärgere ich mich über mich selbst, dass ich das per Mail "geklärt" habe - allerdings war ja klar, dass wir uns in den Proben vorläufig nicht sehen, und extra deswegen einen Termin finden (was ja, wie gesagt, eh immer schwierig war), war mir dann auch zu blöd. Hab ihm dann jedenfalls geschrieben, dass ich keine Lust habe auf Freundschaften, wo ich nur dann aus der Ecke geholt werde, wenn er gerade nix Besseres zu tun hat und mir mit Mann, Kind und Studium dafür meine Zeit zu kostbar ist. Was ich nicht geschrieben habe (vielleicht hätte ich das tun sollen, vielleicht aber auch nicht) - hier jedenfalls zur Erläuterung: hab es ja oben schon geschrieben, ich mag ihn einfach wirklich gern, und ganz offensichtlich war ich ihm ja auch mal sehr wichtig. Ich fand es einfach sehr verletzend festzustellen, dass das jetzt scheinbar nicht mehr der Fall war. Wobei ich eben auch nicht verstehen konnte, warum er dann immer wieder "mitgezogen" hat, zumindest für eine gewisse Zeit, und sich da ja auch augenscheinlich sehr gefreut hat, bevor er eben wieder abgetaucht ist. Versteh ich bis heute nicht. So, jedenfalls: nach der Mail hab ich nicht wirklich damit gerechnet, dass er sich entschuldigt und/oder mal erklärt, was das immer wieder soll (obwohl ich natürlich ein wenig darauf gehofft habe). Hätte eher damit gerechnet, dass er fragt, was die Zickerei jetzt soll oder was weiß ich - womit ich absolut nicht gerechnet hätte: dass er einfach gar nicht mehr reagiert. Ich weiß, wenn ich jemandem sage, ich will (so) nicht mit dir befreundet sein, brauch ich mich nicht zu wundern, wenn derjenige dann aus meinem Leben verschwindet. Ich hätte nur einfach nicht gedacht, dass ich ihm SO dermaßen unwichtig bin, dass es ihm nichtmal mehr eine Erwiderung wert ist. So ist er eigentlich nicht! Dachte ich jedenfalls... Das kratzt zugegenebermaßen bis heute ziemlich an meinem Ego... Seit Oktober 2016 sehen wir uns jetzt wieder regelmäßig bei den Proben. Da hätte ich ja nun gedacht, wenn ich ihm so am Arsch vorbei gehe, dann ignorieren wir uns da, und gut. Aber nein - er grüßt mich freundlich, lächelt mich an, wenn sich unsere Blicke zufällig treffen (was nicht sehr häufig passiert - allerdings sitzt er genau in meiner Blickrichtung, ganz vermeiden lässt es sich also nicht) etc. Das verwirrt mich jetzt erst recht. Ich bin einfach hin- und hergerissen, was ich jetzt tun soll: einerseits will ich ihm nicht "hinterher laufen". Ich denke, wenn ihm wirklich was an unserer Freundschaft liegen würde, hätte er längst irgendwas unternommen - da das nicht der Fall ist, brauch ICH mich jetzt nicht zum Affen zu machen. Andererseits versteh ich das Ganze nach wie vor nicht so wirklich. Ich würde es einfach gern einmal abschließend geklärt haben - aber da ER keine Anstalten macht, müsste ich dafür eben selber den Hintern hochkriegen und ihn ansprechen. Was ich - siehe oben - eigentlich nicht will. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an alle, die bis hier durchgehalten haben und herzlichen Glückwunsch zu ihrem Stehvermögen!! Hier kommt also meine Frage: was mach ich denn jetzt?! Seit fast einem Jahr versuche ich, einigermaßen erfolglos, das Ganze einfach abzuhaken. Soll ich das einfach weiter versuchen? Gibt es Tricks, wie das besser funktioniert? Oder muss ich mich doch zum Affen machen und ihm hinterherlaufen? Oder gibt es irgendeine dritte Möglichkeit, die ich bisher übersehen habe?

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31. Januar 2017 um 12:21

AAAHHH, warum sind meine ganzen schönen Absätze verschwunden?! Hab das Traktat doch extra in kleine Häppchen aufgeteilt *heul*... Kann man das irgendwie editieren?

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31. Januar 2017 um 12:35

Hm, ich sitze am PC... 
Und nein, er hat immer "leicht verdauliches" von mir bekommen

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31. Januar 2017 um 13:05

Erstmal vielen Dank euch beiden, dass ihr euch trotz fehlender Absätze durch meinen Roman gekämpft habt!

Im Grunde seh ich es ja genauso, deswegen hab ich ja auch die ganze Zeit die Füße still gehalten.
Klar, anfangs hab ich noch gehofft, dass es irgendeinen Weg gibt, das wieder hinzubiegen, aber inzwischen mach ich mir da keine Illusionen mehr.

Es geht mir auch gar nicht (mehr) darum, die Freundschaft zu retten oder so - nicht zuletzt auch wegen unserer Partner.
Ich merke halt nur, dass ich immer noch dran zu knabbern habe, dass das so im Raum steht, ohne Klärung.

Aber gut, manche Dinge sollen vielleicht nicht geklärt werden.

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31. Januar 2017 um 22:01

Wenn es nun so gewesen wäre, dass die Initiative IMMER von mir ausgegangen wäre - dann wäre es - sogar für mich... - eindeutig gewesen, dass das Interesse auf seiner Seite eben deutlich geringer ist, als auf meiner. Hätt ich trotzdem traurig gefunden, aber zumindest wäre dann klar gewesen, was Sache ist. Hätt ich mit umgehen können (glaube ich...).

Nur: so war es ja nicht. Immer, wenn ich an nem Punkt war, wo ich dachte, okay, läuft nicht mehr, Haken dran, dann hat ER sich ja gemeldet, nach Treffen gefragt, etc. Ganz offensichtlich Interesse bekundet. Und WENN es mal zu Treffen kam, hatten wir auch immer ne super Zeit! War jetzt nicht so, dass ich den Eindruck hatte, er macht das jetzt halt aus Höflichkeit oder was auch immer, sondern wir haben uns prima verstanden, wie früher.

Das passt für mich einfach nicht zusammen.
Mit jemandem, der einem nicht egal ist, geht man doch so nicht um (jedenfalls in meiner Welt).
Und jemanden, der einem eben doch egal ist, bindet man sich doch nicht immer wieder freiwillig ans Bein.

Es ging ja auch gar nicht in erster Linie darum, dass ich mir mehr "Beachtung" gewünscht hätte (was ich durchaus nicht abstreite), sondern um ein bisschen mehr Respekt: er wusste, dass ich mir Sorgen mache, wenn er den Kontakt "einfach so" abreißen lässt (hatten wir dann auch nochmal drüber gesprochen). Trotzdem tut er es dann doch immer wieder.
Wenn er gerade keinen Bock hat oder was auch immer, kann er doch kurz bescheid sagen, dass er gerade viel um die Ohren und in den nächsten Wochen nicht so die Zeit hat.
Wär ja kein Thema gewesen.

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1. Februar 2017 um 2:44

Erstmal: Danke, dass Du ihn Ulf genannt hast! Herrlich! Hab herzlich gelacht! Das bringt ein paar Lacher in den Text!
Zweitens: So heißt mein Schwarm wirklich! Seitdem räum ich mich nicht mehr ganz so weg über den Namen, aber auch nur minimal..

Meine Gedanken zu Deinem Problem:
Hättest Du auch so ein Problem damit, wenn Ulf eine Frau wäre? Ist da vielleicht unterbewusst merh, als Du Dir eingestehst?
Wie Du selbst schon sagst, klingt es hauptsächlich nach einer Ego-Sache. Wenn jemand so sehr auf einen stand, kratzt es immer am Ego, wenn derjenige sich auf einmal zurückzieht.
Für mich klingt es ganz profan danach.

Aber auch, wenn ein großer Teil Deiner Enttäuschung tatsächlich doch mit der reinen Freundschaft zu tun haben sollte, so ändert das nichts an der Tatsache: Er meldet sich sehr unregelmäßig bzw zieht sich immer wieder zurück. Warum das so ist, ist eigtl egal. Er verhält sich so. Würde er mehr Kontakt mit Dir wollen, warum auch immer, würde er diesen suchen. Das tut er aber nicht. Erzwingen kannst Du nichts. Traurig darüber sein darfst Du aber, ganz egal ob es mehr Ego oder mehr echte Traurigkeit über den Verlust der Freundschaft ist. 

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1. Februar 2017 um 7:25

Hi

Zwei Optionen:

1. Ansprechen
2. Sein lassen

Ich würde auf 2. tendieren. 

Irgendwie scheinst du (oder vielleicht auch er) noch dem Gestern 'nach zu trauern'. Ich würde aufhören den Geistern von damals nachbzu jagen. Auch euren Partnern gegenüber. 

Irgendwie kommst du mir auch ein bisschen egoistisch rüber, wenn du den Typen nicht in Ruhe lässt (und seine Freundin indirekt dazu). 

Und hör auf dor ständig Sorgen um ihn oder das Umfeld zu machen. Die können auch auf sich schauen. Klingt schon fast so als würdest die bemuttern oder hadt du einen Mami-Komplex?
 

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1. Februar 2017 um 7:38

Warum stalkst du den armen Ulf eigentlich seit Jahren? Ich denke Du solltest deine Ego mal zurückfahren und nicht dauernd im Rampenlicht seiner Aufmerksamkeit stehen wollen. Er war oder ist in Dich verliebt und offensichtlich ist jedes Wiedersehen für ihn qualvoll. Lass doch den armen Mann glücklich mit seiner Freundin werden, ohne ihn dauernd zu stalken.

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