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Forum / Liebe & Beziehung

Lange Beziehung vs. Leidenschaft ? Der Klassiker? Keine Ahnung

Letzte Nachricht: 12. September 2018 um 17:16
B
bircan_12485275
04.09.18 um 17:29

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

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loveair30
loveair30
04.09.18 um 19:42

Ich finde es sehr schön ud Inzeressabt wie du das alles Erklärst..... und ich verstehe genau was du meinst..... ich bin überzeugt davon das es ganz ganz wenige Paare gibt die wirklich so Perfekt zusammen passen das man kein Konstrukt aufbauen muss.....  in allen anderen Beziehungen baut man unbewusst dieses Konstrukt auf weil man diesen Menschen über alles Liebt und einfach srine Bedürfnisse zurückschraubt..... dieses "Funktionieren" funktioniert auch sehr gut wie man bei euch sieht..... jedoch bist du ein Denker so wie ich, du Leidest still dahin und willst eigentlich nur diese Leidenschaft spüren von deiner Frau..... diese kann sie dir aber nicht so geben wie du sie brauchst weil sie keine Denkerin ist. Für sie ist die Welt in Ordnung und liebt dich ganz sicher über alles da bin ich mir ganz sicher. Dein Leiden wirst du jedoch nicht wegbringen und ich glaube auch das es in den Meisten Beziehungen als "normal" abgestempelt wird. Ich kann dir nur eine Option geben und dir sage das du in ein Bordel oder Laufhaus gehst um bestimmte Fantasien ausleben zu können...... aber diese Leidenschaft wirst du dort auf keinen fall finden..... du bist in einem Dilemma und tust mur sehr leid, aber ich glaube das es uns alle mal genau so gehen wird wie dir.....

lg Marlene 😊

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E
ernesa_2854411
05.09.18 um 7:02

Kann es sein, dass du einfach viel zu verkopft an die Sache herangehen, statt eure Sexualität einfach zu genießen?

Du hast alles bis ins Kleinste analysiert, hast dir ein Idealbild aufgebaut. Das geht sogar so weit, dass du deiner Frau unterstellst, sie würde nur mitmachen. Du unterstellst ihr fehlende Leidenschaft. Wie soll die denn aufkommen, wenn du alles bis ins Kleinste zerredest?

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L
lilasonne1
06.09.18 um 17:51
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

Ich kann Dich total verstehen. Deine Frau gibt Dir das Gefühl, dass sie alles nur Dir zuliebe tut und so wird es wohl auch sein. Das ist nicht schön und mir würde da auch was fehlen. Du wirst das leider nicht erzwingen können. 

Ich finde auch nicht schlecht, dass Du dieses Thema öfter auf den Tisch bringst. Du wirst sie ja nicht ständig damit nerven, aber wenn man über Jahre unzufrieden ist, will man sich damit auch nicht abfinden. 

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M
myra_877605
06.09.18 um 18:27


Wie du das sagst, klingt das für mich einleuchtend!
Ihr habt geredet, nochmals geredet! Beide bemühen sich! Ich wäre auch gekränkt wenn ich nur das Gefühl hätte, jetzt macht er das nur mir zuliebe, oder dem Haus oder der Situation zuliebe! Aber andernseits kann es auch sein, dass du ihr etwas nicht geben kannst, trotz stärkerem Verlangen deinerseits! Vielleicht machst du irgendetwas falsch! Es kann nur ein Hauch sein! Eigentlich lieben es die Frauen oral! Ich hab mal gelesen dass es tolle Paarseminare gibt! Muss nicht Tantra sein! Das würde ich in eurem Fall wirklich nicht ausschliessen! 

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Meeresbrise80
07.09.18 um 9:05
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

Das Problem ist einfach, dass manche Geschichten irgendwann einfach auserzählt sind...Es fällt vielen schwer, das anzunehmen, es sich einzugestehen usw...Aber letztenendes ist es nicht nur der Sex, der euch fehlt...Es ist Anziehung, Leidenschaft, Interesse den anderen kennenzulernen und zu erfahren, was ihn bewegt...Selbst jetzt mit mehr Sex bist du nach wie vor nicht zufrieden und ich kann dir versichern, dass auch täglicher Sex nicht mehr hilft...Einfach weil euch beiden klar ist, dass jeder von euch sich gerade verbiegen muss, um die Beziehung aufrecht zu erhalten...Vielleicht muss man überlegen, ob es nur noch Freundschaft ist und ob man nicht nochmal Mut haben sollte, neu zu starten und nochmal glücklich zu werden...Sicher ist es bitter, aber manchmal die einzige Chance, für beide nochmal Erfüllung zu finden...Es ist kein Drama, kein Versagen, kein falscher Weg, wenn man ehrlich zueinander ist und neue Wege betritt...Klar wird das Umfeld dumme Kommentare haben, aber jeder, der eine Langzeitbeziehung geführt hat, wird dein Problem kennen...Ich hatte eine von 17 Jahren, ich war nicht die treibende Kraft für die Trennung am Ende, kann aber nur sagen, dass wir beide dadurch so viel gewonnen haben, mit dem wir beide nicht gerechnet haben...Hör auf dein Herz, nimm mal 2 Wochen komplett Abstand und horche in dich rein...Was vermisst du konkret, was willst du, worauf hast du Lust, mit wem willst du gehen, wofür kämpfen....

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myra_877605
07.09.18 um 18:17


Schade auch dass der TE einen langen thread schreibt und wir ihm alle irgendwie nach unseren Möglichkeiten, versuchen, Antwort zu geben!  Aber er schreibt nichts dazu! Oder hast du keine Zeit? Da habe ich mich auch gefragt ob du zu deiner Frau ev. auch ohne Antwort agierst? Ist auch beim Sex möglich! Auch nicht ausgesprochen! Mich irritiert das immer sehr!

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M
Meeresbrise80
07.09.18 um 19:06

Jepp ich sehe das genauso

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M
myra_877605
07.09.18 um 21:23


Könntest du mir mir das Wort „matrix“ in diesem Kontext bitte erklären? Wikipedia: Gebärmutter, Muttertier! Da komme ich nicht wirklich mit!! Wie meinst du das? 
Und was meinst du hier mit im „Recht oder Unrecht“ sein! Und dann noch „gemein oder nicht gemein“??? Bei diesem Problem, sehe ich absolut keinen Zusammenhang! Danke, für deine Erklärumg!!

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M
myra_877605
08.09.18 um 9:38


Danke, für die Antwort!

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M
myra_877605
08.09.18 um 17:21


Also kreuzzunge, ich sehe das wirklich ähnlich wie du! Es ist schlicht und einfach eine Tatsache, dass die Palette sich total verengt! Ich bin schon sehr lange verheiratet, schaue mich auch nicht nach einem neuen Partner um! Aber wirklich, wenn ich einen haben wollte, da würde mir jetzt echt keiner gefallen! Ich wohne am Bodensee, Schweizerseite! Ich habe immer gedacht, doofer Kanton! Aber eine Freundin, die gerne eine neue Partnerschaft eingehen würde, hat mir erzählt, dass sie echt auch keinen von diesen Männern nur in Betracht ziehen würde! Und die wohnt echt urbaner als ich! Es heisst noch lange nicht, dass man keinen abkriegen würde! Die Frage würde eher i c h stellen: würde ich jetzt einen von diesen Männern wollen? Definitiv nicht! Mag Ausnahmefälle geben! Aber ich denke, eher selten! Und ja, meistens wiederholt man mit seinen Lieben etwas!

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M
myra_877605
09.09.18 um 16:25


Aber deine Antwort verbinde ich jetzt echt mit Überheblichkeit! Liege ich da falsch? Oder versuch sie mir wenigstens zu erklären! 

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R
reba_12479314
09.09.18 um 21:47
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

Oweia! Ist deine Frau so sehr finanziell abhängig von dir, dass sie sich nun, trotz fehlender Leidenschaft, bemüht dich sexuell zu befriedigen?

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G
goar_880398
10.09.18 um 8:37

Schade, dass es hier vom eigentlich interessanten Ursprungsthema abdriftet...

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L
lirim_11976125
10.09.18 um 9:32
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

TE,

was Euch abhanden gekommen ist, ist attraction und nicht Sex. Fehlender/schlechter Sex rührt einfach daher, dass einer (hier die Frau) nicht ON ist.

Im täglichen Miteinander "vergisst" der Mann oft, zu verführen. Er ruht sich aus, hat andere Sachen im Kopf (Firma) und die Partnerin fühlt sich nicht gesehen. Beide sind irgendwie mit allem anderen beschäftigt, als mit der Beziehungsarbeit. Kinder, Haushalt, Firma, Familie, Freunde, Reisen, usw.

Ich nehme mich davon übrigens auch nicht aus. Ich hab das gleiche Problem gehabt, bei mir endete es mit Scheidung und neuer Partnerin. Und ich bin glücklich wie es läuft. ABER: ich verführe aktiv. Jeden Tag. Ich bemühe mich. Ich spiele (Katz-und-Maus), ich rede (über meine Gefühle) und frage nach (ihren Gefühlen). Ich initiiere Sex aber ich lasse sie auch mal selbst ankommen. Ich habe eigene Freunde und gemeinsame Freunde mit ihr. Kurzum: ich bin nicht mehr der Mann, den meine Ex-Frau hatte, sondern ich habe mich um 180 Grad gedreht. Und das fühlt sich gut an. Sehr gut sogar. 

Wie Du das hinkriegen kannst in einer festgefahrenen Beziehung, das musst Du für Dich selbst herausfinden. Vllt. ein wenig Dominanz, ein wenig Empathie, ein wenig Experimentierfreudigkeit.

Und:
Keine Vorwürfe machen. Du kannst sie nicht ändern, Du kannst nur Dich ändern.

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L
lirim_11976125
10.09.18 um 15:46

Ja und nein. Ich empfand das damals nicht als "Fehler", einfach deshalb, weil ich es nicht anders gekannt habe. Ich habe meine Ex-Frau kurz vor dem Abi kennengelernt und nach dem Studium geheiratet.
Ich habe die Erfahrung, dass man Menschen (gilt nämlich für beide Seiten) immer wieder aufs Neue verführen muss, um eine Beziehung am Laufen zu halten, gar nicht machen können. 
Nach meiner Trennung habe ich dann auch mal verstanden, was da schief gelaufen ist die ganzen Jahre. Und ich hätte es damals auch nicht ändern können, dazu waren wir schon viel zu sehr eingefahren. Aber d.h. nicht, dass es nicht geht. Nur ich hätte es in meiner Konstellation einfach nicht hinbekommen.
Ich hab die Zeit gebraucht, mich zu entwickeln und die hab ich mir auch genommen.

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B
bayram_11872721
10.09.18 um 16:22
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

Für meine Begriffe macht Ihr schon sehr viel richtig. Ich denke aber, Du wirst damit umgehen müssen, dass weibliche Erotik vielschichtiger, subtiler ist, dass Lust auf mehr als Nähe halt schlecht im Alltag gedeiht..... ich empfehle, mehr Auszeiten einzuflechten, bei passender Witterung und Umgebung Erotik im Freien, romantische Ausflüge, knisternde Stimmung in einer passenden Sauna, Urlaub zu zweit in frivolerem Ambiente, oder (je nach Deinem Eifersuchtspegel) gönnst Du ihr mal eine Yonimassage, an der Du teilnimmst u.v.a.m. Auch dann wird es aber Zeiten geben mit unterschiedlicher sexueller Aktivität - je nach persönlicher Verfassung, Jahreszeit.....

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R
reba_12479314
10.09.18 um 20:12

Nun ja, wahrscheinlich hast du überlesen,dass der TE das Begehrtwerden von seiner Frau vermisst und LIEBEN ohne SEX kann man sehr Viel(e).

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R
reba_12479314
10.09.18 um 20:23
In Antwort auf reba_12479314

Nun ja, wahrscheinlich hast du überlesen,dass der TE das Begehrtwerden von seiner Frau vermisst und LIEBEN ohne SEX kann man sehr Viel(e).

... und bestimmt gibt es auch Einige , oder Mehrere, die Sex ohne Liebe bevorzugen, weil sie nie Liebe erfahren haben 

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O
orban_12755287
10.09.18 um 20:30
In Antwort auf bircan_12485275

Moin. Ich bin neu hier und schreibe, weil ich grad mein Limit der Leidensfähigkeit erreicht habe und nicht weiter weiß. Vielleicht kann mir ja irgendjemand eine Inspiration geben, der mit dem Thema awas anfangen kann.....

(Hatte das Thema auch in der Rubrik "Sex" gepostet. Wusste nicht wo es besser hinpasst )

Wie soll ich sagen.
Ich versuche mich kurz zu fassen. Schlagwortartig.
25-jährige Beziehung, 2 Kinder großgezogen, Haus, Firma, Freundeskreis, das volle Programm, Verflochtenheit bis ins Mark. Viele Krisen bewältigt, zusammengerauft, ein Paar, mit (fast) allem was dazu gehört.
 
Unser Sex war anfangs unbeschwert, wobei ich der Aktive war, jener, der auch mal was ausprobieren wollte. Es machte Spaß und war toll. Erst nach einiger Zeit, wenigen Jahren,  (ich war jung ) spürte ich, dass sie „mitgemacht“ hat, dass ihre eigenen Bedürfnisse / Gelüste eine andere Intensität haben als die Meinen, dass sie „es“ nicht braucht, keine eigenen Phantasien oder Bedürfnisse hat. So langsam spürte ich, dass ich auch gern mal verwöhnt werden würde, verführt werden, genommen werden, Massagen bei Kerzenschein, etc.

So nach und nach traten ihrerseits gewisse Animositäten zutage. Vielleicht hatte sie sich ja anfangs verstellt, sich hingegeben, was mit zunehmender Sicherheit in der Beziehung durch zunehmende Verflechtungen nicht mehr notwendig schien.
 
Bevor ich jetzt gesteinigt werde !!! Ich weiß es selber. Das hört sich richtig böse und zynisch an ! Nachlassende Lust am Partner kann vielfältige Ursachen haben, am Partner selber, am „WIR“, in der Beziehung und / oder den Umständen liegen, (Kinder / Stress etc.) Ich bin mir dessen bewusst. Was ich eben (so zynisch) beschrieb kommt durchaus vor, als unbewusster Prozess.
 
All meine Versuche darüber zu reden schlugen fehl, weil sie nicht über Sexualität reden kann und will. Ich versuchte an sie ranzukommen, über meine Liebe zu ihr und Bedürfnisse zu sprechen, denn ich liebe und begehre sie. Nach über 25 Jahren schaue ich sie an und denke „WOW“.  Ich stieß gegen eine Wand. Viele Jahre redete ich mir ein, dass Sex ja nun mal nicht alles sei. Es gibt Wichtigeres. (Dachte ich).
 
Nach und nach hatte sie keine Lust mehr auf irgendwas, was über gelegentliches, lautloses Kopulieren hinaus ging. Erst war plötzlich mein Sperma eklig, dann wurde die 69 zum NoGo, dann wollte sie nicht mehr geleckt werden, weil sie das nicht mag, dann wurde Fellatio ebenfalls auf den Index gesetzt. Das war so ein Prozess über die Jahre und ich wurde damit immer unglücklicher.
 
Nun ist mir etwas passiert, was vielen Männern meines Alters um die 50 passiert. Ich habe, jetzt, wo die Kinder groß sind und ich mich auch verändert habe, mehr zu mir gefunden und damit auch endlich mal den Arsch in der Hose gehabt zu mir und meinen Bedürfnissen zu stehen. Seit ca. 2-3 Jahren suche ich intensiv das Gespräch. Wirkliches Reden. Butter bei die Fische. Liebevolle Gespräche, in denen beide sich offenbaren und echt sind. Denn nur in absoluter Offenheit, wenn man weiß, mit WEM man da zusammen lebt, kann eine Beziehung funktionieren.  (Ich höre mich grad an wie ein Beziehungs-Nerd. Sorry. Das hat aber mehr Tiefe als man annehmen mag und ich bin spät aufgewacht. Zugegeben). Wir haben im Laufe dieser Gespräche, die natürlich nicht immer einfach und konfliktfrei waren, vieles angesprochen, was bis dato aus Gründen der Konfliktvermeidung verschwiegen wurde. Wir haben festgestellt, dass wir ein Konstrukt aufgebaut haben, welches dem Funktionieren diente und das liebevolle Miteinander vernachlässigt hat. Wir haben uns neu kennengelernt, unsere Unterschiedlichkeit formuliert und angenommen. Wir haben mehr seelische Nähe und Akzeptanz denn je und leben miteinander harmonischer denn je.
 
ABER. Jetzt kommt`s.
 
Meine Frau hat durch unsere vielen Gespräche (in denen es natürlich nicht nur um meine Bedürfnisse ging!) realisiert, dass ich mehr Bedürfnisse habe als sie, dass meine Libido ausgeprägter ist als die ihre. Was früher seltener vorkam passiert nun häufiger, von ihr aus. Sie verwöhnt mich in der Form, dass ich ab und zu mal einen zärtlichen Handjob bekomme und wir auch häufiger miteinander schlafen als früher. Ich sehe, das sie sich um mich bemüht. Ich sehe, dass sie mich liebt, Ich sehe, dass sie meinen Bedürfnissen Rechnung tragen will, dass sie es wirklich versucht und genau deshalb schäme ich mich in Grund und Boden für das, was ich jetzt sage. Meine Frau ist liebevoll und versucht auf mich einzugehen. Und trotzdem ist und bleibt es ein „Verrichtung“, eine „Orgasmusproduktion“, welche meinen Körper aber nicht meine Seele befriedigt. Es hat nichts mit Leidenschaft und / oder Erotik zu tun, sondern fühlt sich an wie eine Abarbeitung / Ableitung / Beseitigung hormoneller Bedürfnisse. Sie versteht das Thema eben so. Ihr reicht ein handgemachter Höhepunkt alle 2-4 Wochen als Sexualität vollkommen. Genau genommen (meine Wahrnehmung) haben wir keine gemeinsame Sexualität. Dabei explodiere ich vor Leidenschaft (für sie) und dabei geht es mir nicht ums F….., sondern um`s Spüren. Den Anderen spüren, gemeinsam spüren.
 
Ja, ich weiß. Eine Partnerschaft ohne gemeinsame und erfüllende Sexualität kann nicht funktionieren. Das ist die eine Seite der Medaille. Aber…. Ich bin echt verunsichert, weil ich ständig davon lese, dass es in langen Partnerschaften nicht selten ist und vielleicht sogar…. Normal??? Mich macht das irre. Ich wache morgens damit auf und gehe abends damit schlafen, dass mir diese Form der Körperlichkeit fehlt. Das Gemeinsame erleben.
 
Was war jetzt überhaupt meine Frage ?????????????????
Egal. Vielleicht fällt ja jemandem was dazu ein……….

Hm.. Blöd gefragt, aber ihr kennt euch nun seit so vielen Jahren in und auswendig, aber könnt nicht darüber reden? Ich denke du musst dir nur einfallen lassen, wie du es bei ihr am besten ansprechen kannst, dann sollte es funktionieren
Mehr Mühe in die Beziehung stecken als darin zu überlegen was nicht stimmen könnte

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M
myra_877605
10.09.18 um 20:46
In Antwort auf orban_12755287

Hm.. Blöd gefragt, aber ihr kennt euch nun seit so vielen Jahren in und auswendig, aber könnt nicht darüber reden? Ich denke du musst dir nur einfallen lassen, wie du es bei ihr am besten ansprechen kannst, dann sollte es funktionieren
Mehr Mühe in die Beziehung stecken als darin zu überlegen was nicht stimmen könnte


Habt ihrs noch nicht gemerkt dass der TE nicht antwortet? Da können wir nur ohne ihn schreiben! Das empfinde ich immer als „alles sagend“!

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R
reba_12479314
10.09.18 um 20:47
In Antwort auf orban_12755287

Hm.. Blöd gefragt, aber ihr kennt euch nun seit so vielen Jahren in und auswendig, aber könnt nicht darüber reden? Ich denke du musst dir nur einfallen lassen, wie du es bei ihr am besten ansprechen kannst, dann sollte es funktionieren
Mehr Mühe in die Beziehung stecken als darin zu überlegen was nicht stimmen könnte

Sobald sich Jemand um die Beziehung bemühen muss - passt kein Miteinander. Es wäre höchstens ein Bemühen es miteinander noch zu ertragen- welcher Mensch möchte das?

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R
reba_12479314
10.09.18 um 20:50
In Antwort auf myra_877605


Habt ihrs noch nicht gemerkt dass der TE nicht antwortet? Da können wir nur ohne ihn schreiben! Das empfinde ich immer als „alles sagend“!

Vielleicht antwortet er unter einem anderen Nick, wie so Viele die ihre Sorgen so einbringen.

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M
myra_877605
10.09.18 um 21:08
In Antwort auf reba_12479314

Vielleicht antwortet er unter einem anderen Nick, wie so Viele die ihre Sorgen so einbringen.


Meinst du? Wie dann? Und wo?

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L
lirim_11976125
12.09.18 um 8:54

Das Internet macht so einiges möglich. Und natürlich kommt es auch auf einen selbst an. Ist man ein aktiver Mensch, der Hobbies und Freunde hat oder hockt man nur auf der Couch vor Trash-TV und sucht eine Mitguckerin. Da spielen so viele Faktoren hinein, dass man aus der Entfernung da keine Prognose wagen kann.

Der wichtigste Punkt ist, dass Mann aktiv sein muss. Er muss führen. In seiner aktuellen Beziehung und auch in seiner neuen Beziehung (so es denn darauf hinausläuft). Und genau da werden viele Männer einfach nur faul.
Naja, so richtig gut ist die Beziehung halt nicht aber irgendwie lässt es sich aushalten. Muss man keine Ideen einbringen. Und genau das ist der Fehler.
Jeder der Partner ist gefordert aktiv etwas in die Beziehung einzubringen.
Und dann klappt das auch.

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L
lirim_11976125
12.09.18 um 14:14

Aktiv Ideen einbringen. Abwechslung, Spannung, Sicherheit, Emotion, Comfort in der Beziehung aufrecht erhalten. Der Frau auch mal Widerstand geben, wenn sie es allzu sehr übertreibt. 

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L
lirim_11976125
12.09.18 um 14:17

Das funktioniert auch nur solange, wie es für beide passt. Fühlt sich einer nicht mehr wohl damit, dann klappt das nicht.

Der passende Gegenpart hingegen triggert diese Verhalten automatisch.

Problematisch bei Langzeitsingles (red flag) und Frauen mit Omega Männern (red flag). Da muss die Frau autonom, stark, nachhaltig und auf sich allein gestellt agieren. Meine Erfahrung ist, dass sie aber selten glücklich damit ist.

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myra_877605
12.09.18 um 17:16


Sehe ich gleich wie du! Das muss gegenseitig sein! Vielleicht miteinander neue Wege beschreiten!! 

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