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lange Beziehung, trotzdem fremdverliebt, was tun ?

26. Juni 2017 um 14:16

Hallo,

ich möchte euch mal mein Problem schildern, und meine Frage ist, ob die Beziehung noch eine Chance hat.

Ich bin Mitte 40 und mit meinem Lebensgefährten seit 17 Jahren zusammen. Bis vor ca. 2 Jahren war ich sehr glücklich. Dann fingen die Probleme an, ich hatte Streß im Job und unsere Eltern wurden krank und pflegebedürftig bzw. starben. Ich stand kurz vor dem Burnout, es ging dann aber wieder besser, dagegen meinem LG immer schlechter. Mein LG wurde auch krank und depressiv. Ich habe immer wieder versucht, ihn aus dem Loch herauszuholen und wollte für Momente ohne Kummer sorgen. Leider hat das nicht geklappt. Er hat sich wahrscheinlich von mir unter Druck gesetzt gefühlt und ich habe dann auch nicht mehr gefragt. Um selbst da aber nicht mit runtergerissen zu werden, habe ich konsequenterweise 1-2x die Woche etwas für mich selbst gemacht - das hat mir gut getan und ich hatte wieder Kraft für den Alltag geschöpft. Gegen Ende letzten Jahres hat das aber nichts mehr genützt und ich habe es zu hause kaum noch ausgehalten. Ich war kurz davor, meinen Koffer zu packen und zu gehen - nur wußte ich nicht, wohin. Also habe ich die Zähne zusammengebissen und bin geblieben.
Dieses Jahr dann im gemeinsamen Urlaub habe mich plötzlich in einen anderen Mann verliebt. Seither geht er mir nicht mehr aus dem Kopf, wir haben aber keinen Kontakt miteinander und ich bin mir zudem nicht sicher, was er für mich empfindet.
Die Zuneigung zu ihm kam so plötzlich, daß es mich einige schlaflose Nächte und unzählige Grübeleien gekostet hat.

Ich bin so hin- und hergerissen Einerseits möchte ich für meinen LG da sein, merke aber, daß es mich überfordert, fühle mich eher als Therapeutin oder wie seine Mutter, aber nicht wie seine Frau. Andererseits habe ich großes Bedürfnis danach, einfach mal wieder unbeschwert leben zu können, zu lachen und zu genießen. Ich weiß nicht, wie ich beides miteinander vereinbaren kann. In den letzten Wochen habe ich schon mehrmals versucht, mit meinem LG zu sprechen, was mir fehlt, aber er blockt dann ab und ist beleidigt. Ich trau mich schon gar nicht mehr was zu sagen. Dann flüchte ich mich in Tagträumereien und erinnere mich an die Begegnung mit dem anderen und an die Schmetterlinge

Dazu kommt, daß mein LG täglich Alkohol trinkt - dann geht mir abends beim Zubettgehen seine Fahne dermaßen auf die Nerven .... Ich habe ihn darauf angesprochen, aber er will nicht darauf verzichten. Wie gesagt, in den letzten Wochen habe ich versucht, ihm klarzumachen, daß ich auch Bedürfnisse habe, die nicht ewig hintenangestellt werden können, habe aber das Gefühl, er nimmt es nicht ernst.

Ich bin nicht der Typ der sagt: „Laß das oder ich gehe“ bzw. „mach das oder ich bin weg“ - das traue ich mich nicht. Denn ich bin mir ziemlich sicher, daß ich dann wirklich gehen könnte, weil er immer mal wieder zu mir sagt, er würde sich nicht ändern, für nichts und niemanden ... entweder wird er so genommen wie er ist oder gar nicht. Wo er im Prinzip ja auch recht hat, aber es kann ja nicht sein, daß einer sich verbiegt und seine Bedürfnisse hintenanstellt und der andere hat alles, was er braucht.

Ich denke halt an die Zukunft und weiß nicht, ob eine Besserung in Sicht ist, wenn nicht, würde ich gehen.

Was meint ihr ?

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26. Juni 2017 um 14:30

Liebe rosamunde,

wie würdest du den Alkoholkonsum deines LG einschätzen? Kannst du das mal genau bezeichnen? Ein Bier, ein Glas Wein..?

Es ist gut, dass du dir Zeit nimmst, um etwas für dich zu tun. Das ist sehr wichtig und sollte selbstverständlich sein.

Hat dein LG denn mal professionelle Hilfe gesucht?

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26. Juni 2017 um 14:38

Ein Feierabendbier, ein Feierabendwhisky, eine halbe Weinflasche zum Abendessen. Das hat mich jetzt bisher nicht so doll gestört, aber es kommt nun alles zusammen. Seine Trauer, sein Frust, seine Krankheiten - und der Alkohol macht es ja nicht unbedingt besser. Kurz gesagt, er beschwert sich täglich, daß es ihm so schlecht geht, tut aber nix, damit es ihm besser geht. Therapie oder Reha habe ich schon vorgeschlagen, er kümmert sich aber nicht darum.

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26. Juni 2017 um 14:53

Tisch ist gut
Nee, aber soooo leicht verliebe ich mich ja auch nicht. Und es gab ja auch schon mehr als einen Mann, der mich kennenlernen wollte, was ich aber bisher immer abgelehnt habe. Nur hatte ich auch noch nie solche ambivalenten Gefühle.

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26. Juni 2017 um 16:01
In Antwort auf rosamunde2017

Tisch ist gut
Nee, aber soooo leicht verliebe ich mich ja auch nicht. Und es gab ja auch schon mehr als einen Mann, der mich kennenlernen wollte, was ich aber bisher immer abgelehnt habe. Nur hatte ich auch noch nie solche ambivalenten Gefühle.

Der Andere hat jetzt nur eine Chance, weil Dir in der Beziehung etwas fehlt. Also red mit Deinem Mann noch mal Klartext, dass es so nicht weitergehen kann.

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27. Juni 2017 um 7:49

Hallo lanna,
nein, habe ich nicht.
 

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27. Juni 2017 um 7:58
In Antwort auf rosamunde2017

Hallo,

ich möchte euch mal mein Problem schildern, und meine Frage ist, ob die Beziehung noch eine Chance hat.

Ich bin Mitte 40 und mit meinem Lebensgefährten seit 17 Jahren zusammen. Bis vor ca. 2 Jahren war ich sehr glücklich. Dann fingen die Probleme an, ich hatte Streß im Job und unsere Eltern wurden krank und pflegebedürftig bzw. starben. Ich stand kurz vor dem Burnout, es ging dann aber wieder besser, dagegen meinem LG immer schlechter. Mein LG wurde auch krank und depressiv. Ich habe immer wieder versucht, ihn aus dem Loch herauszuholen und wollte für Momente ohne Kummer sorgen. Leider hat das nicht geklappt. Er hat sich wahrscheinlich von mir unter Druck gesetzt gefühlt und ich habe dann auch nicht mehr gefragt. Um selbst da aber nicht mit runtergerissen zu werden, habe ich konsequenterweise 1-2x die Woche etwas für mich selbst gemacht  – das hat mir gut getan und ich hatte wieder Kraft für den Alltag geschöpft. Gegen Ende letzten Jahres hat das aber nichts mehr genützt und ich habe es zu hause kaum noch ausgehalten. Ich war kurz davor, meinen Koffer zu packen und zu gehen – nur wußte ich nicht, wohin. Also habe ich die Zähne zusammengebissen und bin geblieben.
Dieses Jahr dann im gemeinsamen Urlaub habe mich plötzlich in einen anderen Mann verliebt. Seither geht er mir nicht mehr aus dem Kopf, wir haben aber keinen Kontakt miteinander und ich bin mir zudem nicht sicher, was er für mich empfindet.
Die Zuneigung zu ihm kam so plötzlich, daß es mich einige schlaflose Nächte und unzählige Grübeleien gekostet hat.
 
Ich bin so hin- und hergerissen  Einerseits möchte ich für meinen LG da sein, merke aber, daß es mich überfordert, fühle mich eher als Therapeutin oder wie seine Mutter, aber nicht wie seine Frau. Andererseits habe ich großes Bedürfnis danach, einfach mal wieder unbeschwert leben zu können, zu lachen und zu genießen. Ich weiß nicht, wie ich beides miteinander vereinbaren kann. In den letzten Wochen habe ich schon mehrmals versucht, mit meinem LG zu sprechen, was mir fehlt, aber er blockt dann ab und ist beleidigt. Ich trau mich schon gar nicht mehr was zu sagen. Dann flüchte ich mich in Tagträumereien und erinnere mich an die Begegnung mit dem anderen und an die Schmetterlinge
 
Dazu kommt, daß mein LG täglich Alkohol trinkt – dann geht mir abends beim Zubettgehen seine Fahne dermaßen auf die Nerven …. Ich habe ihn darauf angesprochen, aber er will nicht darauf verzichten. Wie gesagt, in den letzten Wochen habe ich versucht, ihm klarzumachen, daß ich auch Bedürfnisse habe, die nicht ewig hintenangestellt werden können, habe aber das Gefühl, er nimmt es nicht ernst.
 
Ich bin nicht der Typ der sagt: „Laß das oder ich gehe“ bzw. „mach das oder ich bin weg“ – das traue ich mich nicht.  Denn ich bin mir ziemlich sicher, daß ich dann wirklich gehen könnte, weil er immer mal wieder zu mir sagt, er würde sich nicht ändern, für nichts und niemanden … entweder wird er so genommen wie er ist oder gar nicht.  Wo er im Prinzip ja auch recht hat, aber es kann ja nicht sein, daß einer sich verbiegt und seine Bedürfnisse hintenanstellt und der andere hat alles, was er braucht.
 
Ich denke halt an die Zukunft und weiß nicht, ob eine Besserung in Sicht ist, wenn nicht, würde ich gehen.
 
Was meint ihr ?
 

So paradox es klingen mag. Aber ich denke nur eine klare Trennung kann die Beziehung noch retten. Wenn sich nichts ändert, gehst Du drauf und wirst Dich in ein paar Jahren entsetzt fragen, was Du mit Deinem Leben angestellt hast.

Ich sehe einen klaren Schnitt als einzige Chance. Vielleicht wacht Dein LG dann auf und kämpft um Dich und gegen seine Sucht (denn alkoholabhängig ist er definitiv, können wir separat diskutieren). Vielleicht weckt ihn selbst das nicht auf und dann solltest Du wirklich konsequent Dein eigenes Leben leben. Man kann einem Menschen nur bis zu einem gewissen Grad helfen, dann muss dessen eigener Wille zur Änderung einsetzen.

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27. Juni 2017 um 8:35

Hallo rama,
zu dem Schluß bin ich gestern auch gekommen, nachdem ich meinen obigen Text nochmal durchgelesen habe  
Ich werde mich jetzt erst einmal zurückziehen und für mich alleine planen. Ich renne ihm nicht mehr hinterher. Wer nicht will, der hat schon ...  oder wie sagt man ? Ich habe einfach keine Kraft mehr. Er muß merken, daß er auch seinen Teil zur Beziehung beitragen muß.

Von ihm kam in den letzten Jahren so überhaupt nichts mehr , keine Aufmerksamkeiten, keine Dinge, die ich mir gewünscht habe und auch angesprochen habe (z.B. Fußmassage oder so).

Es tut aber so unheimlich weh, mir eingestehen zu müssen, daß er Interesse an mir als Person verloren hat, mich durch manche Äußerungen sehr verletzt hat und ich keine Gefühle mehr für ihn habe. Ich glaube, es ist nur Freundschaft übrig geblieben, aber keine Liebe.

Ich weiß, daß ich um ein offenes Gespräch mit ihm nicht drumrumkomme, aber ich solche Angst davor
 

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27. Juni 2017 um 9:11

"Wer nicht will, der hat schon..."
Es ist aber auch möglich, dass er wegen der Depression einfach nicht kann.

Wenn Du nicht reden kannst, schreib ihm einen Brief.
Dabei kann man sorgfältig formulieren, Dein LG kann erst mal sacken lassen und muss nicht unmittelbar antworten.

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27. Juni 2017 um 10:37

Hm, und dann ?

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27. Juni 2017 um 13:44

meine beste freundin ist im moment fast in der selben situation nur war der andere mann ihre jugendliebe
ich habe ihr geraten sich von ihrem derzeitigen freund (16 jahre beziehung und 0 Gefühl mehr für ihn) zu trennen und sich alleine erstmal gedanken zu machen was sie eigendlich will
sie war sehr unglücklich in ihrer partnerschaft und hat es ihm auch des öfteren gesagt das sie ihn nicht mehr liebt und er doch endlich mal was ändern soll, allerdings hat er das immer belächelt und gedacht sie kriegt sich schon wieder ein...das war früher auch immer so

aber diesmal ist es anderes...da war jemand für den sie schon immer gefühle hatte und die sind auch nach 16 jahren nicht weg
ich habe ihr schon damals gesagt das sie sich nicht immer gleich hals über kopf in die nächste beziehung stürtzen soll (sie war schon davor 8 Jahre mit jemandem zusammen und auch verheiratet)

sie hat ihn jetzt nach 16 jahren erstmal wieder in seine wohnung geschickt und will sich jetzt erstmal um sich kümmern und alleine bleiben, sie geniesst es richtig meint sie mal nach arbeit nach hause zu kommen und da sitzt kein depremierter freund auf der coutsch der sich nur hängen lässt und sie auch runterzieht...sie macht sich jetzt gedanken ob es sich überhaupt noch lohnt um die beziehung zu kämpfen oder ob sie es lieber doch mal mit der jugendliebe probiert


 

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27. Juni 2017 um 14:23

Hallo alqualonde,

zu deiner Freundin: wenn sie ihn nicht mehr liebt, warum sollte er sich ändern und was sollte er dafür tun ? Ich finde, um jmd. kämpfen ist immer so verkrampft und irgendwie bleibt dann auch die Liebe auf der Strecke.

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27. Juni 2017 um 16:06

Nein, ich könnte da nur ins Hotel und das wird teuer. Meine Eltern wohnen weit weg und einer Freundin möchte ich das auch nicht zumuten.

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27. Juni 2017 um 16:21
In Antwort auf rosamunde2017

Nein, ich könnte da nur ins Hotel und das wird teuer. Meine Eltern wohnen weit weg und einer Freundin möchte ich das auch nicht zumuten.

Ist eine Pension evtl billiger?
Auch wenn es Geld kostet: Es wäre ein deutliches Zeichen an Deinen Mann...

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