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Kurzschluss oder endgültig?

15. Mai 2014 um 17:16

Hallo!

Ich möchte mir jetzt in erster Linie mal den Ballast von der Seele schreiben, weil ich mich gerade richtig fertig fühle. Ich (w, 22) war knapp 1,5 Jahre mit meiner Freundin (26) zusammen. Wir leben in verschiedenen Ländern, sie in der Schweiz, wo sie an einer FH die Ausbildung zur Physiotherapeutin macht, und ich in Österreich, wo ich an der Abendschule gerade die Matura gemacht habe (mündliche steht noch an, aber das Schriftliche habe ich diese Woche hinter mich gebracht).
Es war für uns beide die erste Beziehung zum gleichen Geschlecht, ich hatte davor nur hetero Beziehungen, sie noch gar keine. Somit war ich quasi wirklich ihre Erste. Sie ist ein recht verschlossener Mensch, kann kaum aus sich herauskommen und sieht sich als jemand, der in erster Linie andere zufrieden stellen muss. Man äußert einen Wunsch, sofort erhält sie das Gefühl, sie müsse es lösen oder managen. Ich habe das erst spät gemerkt, sie hat sich aber davor nicht wirklich mitteilen können. Danach habe ich immer versucht zu hinterfragen, ob sie denn wirklich dieses und jenes möchte, egal ob es um Ausflüge oder ähnliches ging. Sie meinte oft, dass es passt und sonst haben wir einen Kompromiss gemacht.
Da mich die Distanz massiv fertig gemacht hat, war ich oft traurig und habe halt öfters erwähnt, dass sie mir fehlt und ich gerne bei ihr wäre. Sie hat es an sich immer erwidert, da sie aber nicht der gefühlsbetonteste Mensch ist, hat sie es seltener von sich aus gesagt. Ich muss noch hinzufügen, dass ihr Vater relativ früh gestorben ist und ihre Mutter Depressionen hat. Wie das so ist, hat ihre Mutter auch das Gefühl, sie muss immer anderen etwas Gutes tun und die eigenen Bedürfnisse kommen erst zum Schluss bzw. werden gar nicht wahrgenommen. Meiner (Ex-)Freundin war das auch klar, dass sie ein destruktives Muster lebt. Neben diesem großen Problem kommt noch hinzu, dass sie sexuelle Probleme hat. Wir haben kein einziges Mal miteinander geschlafen, deshalb war es auch oft ein Thema, bei dem wir beide unglücklich wurden. Aber ich muss an dieser Stelle sagen, dass mir der Sex nur manchmal abging, sie mir durch ihre Art so viel anderes geben konnte und ich auch das stets betont hab.

Nun kam sie letzte Woche mit der Idee daher, in einem Fitnesscenter als Aushilfe zu arbeiten. Da es klar ist, dass sie nur am Wochenende kann, da sie 5 Tage die Woche in der FH, von 8 bis 5-6, sitzt, und man als Aushilfe eben auch flexibel sein sollte, meinte ich, dass ich überhaupt nicht davon begeistert wäre. Sie hätte den Job gern dauerhaft gemacht, nicht bloß über den Sommer. Und ich möchte ab diesem Jahr gerne in München studieren, d.h., ich müsste gut 7h mit dem Zug zu ihr fahren, nur um dann Gefahr zu laufen, sie nur ein paar wenige Stunden zu sehen, da sie arbeiten muss. Ich hatte (nach einer emotionalen Debatte) noch ein sachliches Gespräch darüber und meinte, dass ich es ihr ja wirklich gönnen würde, da sie sagte, es wäre ihr Traum-Nebenjob seit... Ewigkeiten. Aber dass es einfach nicht für mich mit der Fernbeziehung ginge und ich es daher nicht absegnen kann. Ja, bei so einer miesen Beziehungsform muss man bereit sein, Abstriche zu machen, das war und ist eben meine Meinung. Sie heulte, war fast schon hysterisch, ich war total verunsichert. Irgendwann konnte sie sich wieder beruhigen.
Dann kamen wieder normale Tage, wir verstanden uns gut, ich hatte eben diese Woche Mo/Di meine schriftlichen Prüfungen und sie hat mir immer geschrieben und war da. Und dann hatten wir am Dienstag wieder eine Auseinandersetzung. Meine (Ex-)Freundin kam mir recht lieblos vor, als ich sagte, ich würde gern am Donnerstag wieder mal zu ihr fahren (sahen uns 4 Wochen nicht mehr) und hätte gern mit ihr ein paar Ausflüge in den nächsten Wochen gemacht. Sie wurde ärgerlich, da sie ja so wenig Zeit hätte usw. und immer hätte ich so große Erwartungen an sie etc pp. Sie hatte von Mo auf Di nicht gut geschlafen und war knatschig, wir verschoben die Diskussion auf Mittwoch, also gestern.
Gestern redeten wir nochmal, ich erklärte ihr meine Sicht, dass es mir einfach weh tat, wenn sie sich so lieblos äußerte, als wäre ich bloß eine gute Bekanntschaft, aber nicht ihre Freundin, und als ich fragte, ob sie mich noch liebte, bejahte sie.
Ein paar Stunden später schickte sie mir via Skype eine Art "Schlussmach-Brief", nur war dieser total dramatisch, sehr emotional und ja... sie sprach es an, dass sie die Beziehung nun beenden wolle, aber es war einfach zu hysterisch für einen "ordentlichen" Abschiedsbrief. Zudem war sie auf Skype online, meinte in dem Brief noch, ich könne sie sofort anrufen - es passte einfach nicht ins Gesamtbild. Natürlich rief ich an und dann führten wir ein sehr unangenehmes Gespräch. Sie war das Opfer. Sie litt ja so dermaßen unter allem (sie konnte nicht sagen, unter was, aber sie litt auf jeden Fall) und sie könne das nicht mehr. Als ich fragte, ob es an meinem Geschlecht läge, sagte sie nichts. Im Brief meinte sie zwar, sie stehe seit Montag jetzt doch nicht auf Frauen, das habe sie erkannt, aber ja, sie konnte es nicht sagen. Hier möchte ich anmerken, dass ich selber gemerkt habe, dass ich nicht auf Frauen grundsätzlich stehe, sondern mich sehr zu Männern hingezogen fühle. Aber sie ist einfach etwas so Besonderes für mich gewesen, dass mir ihr Geschlechtsteil einfach egal war. Ich liebte sie wirklich so, wie sie war, mit Ecken und Kanten.
Auf jeden Fall... Sie widersprach sich, hatte schon von Anfang an geweint und begann ein paar Mal, hysterisch loszuheulen, dann war sie wieder eiskalt, überheblich, gehässig, meinte, sie wolle doch auch mal egoistisch sein, sie könne das jetzt nicht, nicht mehr, sie würde meine Umarmungen vermissen oder mit mir gemeinsam einzuschlafen - eine halbe Stunde später meinte sie, wenn sie sich vorstellt, mir nahe zu sein, ist es für sie seltsam...
Als ich ihre Probleme ansprach, dass sie jetzt einfach wegen dem Druck in der Schule usw so außer sich sei und dass sie uns nicht so wegwerfen sollte, schließlich sagte sie mir am selben Tag noch, sie liebt mich (hatte am Tag zuvor noch Pläne für nächste Woche vorgeschlagen), wurde sie überheblich, stellte rhetorische Fragen, z. B. "Was ist, wenn ich den Job doch machen wollen würde? Würdest du dann in den sauren Apfel beißen, so wie ich davor?!" usw... Und dann war ich einfach beleidigt. Irgendwann reichte mir dieses Verhalten und ich meinte, sie solle doch machen, was sie tun wollte, aber ich müsse nicht so auf mir herumtrampeln lassen. Und wenn sie kein Angebot annehmen konnte, dann sollte sie es doch einfach lassen, weil ich mir auch zu gut bin, mich schikanieren zu lassen.

Das ist jetzt ca. einen Tag her, ich weiß, dass das noch keine "Zeit" ist. Aber es tut mir weh. Ihre Reaktion kam so plötzlich, so ohne Vorwarnung. Es gab natürlich hin und wieder Streit, aber wir hatten es immer so toll geschafft, es nach ein bisschen Gezanke ordentlich zu klären. Ich verstehe die Welt nicht mehr, und es tut mir einfach weh. Ich zerfließe nicht vor Kummer, aber ich spüre, wie sie mir fehlt, wie mir die Dinge fehlen werden wie in die Schweiz fahren und die schöne Strecke genießen, mit ihr herumzufahren, im Bett zu kuscheln... Wir hatten Probleme, wir waren kein Vorbild-Paar und wollten es nicht sein. Unsere Eltern wussten von uns und es gab keine Probleme ihrerseits. Ich verstehe die Welt nicht mehr und habe das Gefühl, ich hätte ungerechtfertigt eine gesalzene Ohrfeige erhalten, die mir jetzt noch Kopfweh bereitet. Ich weiß nicht, ob ich will, dass sie zurückkommt. Ein Teil meint "Ja" - mein Ego. Ein anderer Teil will sie wirklich zurück. Und der Rest ist einfach schockiert und zu verletzt für einen Neuanfang.

Vielleicht kennt jemand sowas oder mag sich kurz dazu äußern, ich würde mich freuen!

Liebe Grüße

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16. Mai 2014 um 8:31

Hallo du
Also für mich liest sich das alles sehr sehr sehr nach nunja "Ausprobieren" in der Jugend, aber eben nicht vollends mit dieser Homosexualität einhergehen.

Schau mal ihr hattet nie Sex. Punkt eins. Wenn man sich zum anderen/gleichen Geschlecht wirklich hingezogen fühlt, dann bleibt das auch überhaupt nicht aus. Sie sagt es ja auch zu dir, nämlich dass sie es zwar vermisst nicht in deinen Armen zu liegen, aber sich auch "komisch" dabei fühlt. Du schreibst wiederrum auch, dass du dich ehr zu Männern hingezogen fühlst.

Im Prinzip heißt das, ihr habt beide die Erwartungshaltung bzw. die Einstellung an sich, dass ihr als Paar mit allem drum und dran funktionieren MÜSST. Ihr steht da aber emotional so gar nicht dahinter.

Deiner ganzer Text, alles was du schreibst, liest sich für mich wie zwei beste Freundinnen. Nicht mehr und nicht weniger, die experimentieren wollten, merkten so ganz ist das nicht das Wahre und eine ist nun doch mal eingebrochen unter der ganzen Last von Erwartungen, die sie nicht erfüllen kann. Liebe hat viele verschiedene Formen. Es gibt auch die Liebe zwischen besten Freunden, Geschwisterliebe usw... bei diesen fehlt aber das "Begehren". Genauso wie ich es bei euch lese.

Und nun gehts euch beiden beschi ssen, weil ihr die "beste Freundin" verloren seht. Nimm doch mal den Druck von dir und vor allem ihr runter. Schau mal der Realität ins Auge dass diese Paarbeziehung euch beiden nicht gut tut und nicht funktioniert, SEHR WOHL aber eine wirkliche, herzliche beste Freundschaft. Sag ihr, dass du das verstehst. Dass du sie sehr sehr gerne hast und sie als beste Freundin auch einfach nicht verlieren willst.

Gesteh dir das selber erstmal ein und irgendwann könnt ihr drüber lachen, denn das Problem, warum es als Paar nicht funktioniert habt ihr bereits auf dem Tisch. Und da nehmt ihr euch beide nichts. Von meiner Sparte aus, kam der Knall auch erst so spät, weil ihr eben diese Fernbeziehung gehabt habt. Da waren die Alltagsanforderungen an euch - als Paar - einfach nicht so vehement.

So oder so... mein Rat... schaut dass ihr als Freunde die Kurve bekommt.

Alles Gute dir

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16. Mai 2014 um 11:54
In Antwort auf widdergirl85

Hallo du
Also für mich liest sich das alles sehr sehr sehr nach nunja "Ausprobieren" in der Jugend, aber eben nicht vollends mit dieser Homosexualität einhergehen.

Schau mal ihr hattet nie Sex. Punkt eins. Wenn man sich zum anderen/gleichen Geschlecht wirklich hingezogen fühlt, dann bleibt das auch überhaupt nicht aus. Sie sagt es ja auch zu dir, nämlich dass sie es zwar vermisst nicht in deinen Armen zu liegen, aber sich auch "komisch" dabei fühlt. Du schreibst wiederrum auch, dass du dich ehr zu Männern hingezogen fühlst.

Im Prinzip heißt das, ihr habt beide die Erwartungshaltung bzw. die Einstellung an sich, dass ihr als Paar mit allem drum und dran funktionieren MÜSST. Ihr steht da aber emotional so gar nicht dahinter.

Deiner ganzer Text, alles was du schreibst, liest sich für mich wie zwei beste Freundinnen. Nicht mehr und nicht weniger, die experimentieren wollten, merkten so ganz ist das nicht das Wahre und eine ist nun doch mal eingebrochen unter der ganzen Last von Erwartungen, die sie nicht erfüllen kann. Liebe hat viele verschiedene Formen. Es gibt auch die Liebe zwischen besten Freunden, Geschwisterliebe usw... bei diesen fehlt aber das "Begehren". Genauso wie ich es bei euch lese.

Und nun gehts euch beiden beschi ssen, weil ihr die "beste Freundin" verloren seht. Nimm doch mal den Druck von dir und vor allem ihr runter. Schau mal der Realität ins Auge dass diese Paarbeziehung euch beiden nicht gut tut und nicht funktioniert, SEHR WOHL aber eine wirkliche, herzliche beste Freundschaft. Sag ihr, dass du das verstehst. Dass du sie sehr sehr gerne hast und sie als beste Freundin auch einfach nicht verlieren willst.

Gesteh dir das selber erstmal ein und irgendwann könnt ihr drüber lachen, denn das Problem, warum es als Paar nicht funktioniert habt ihr bereits auf dem Tisch. Und da nehmt ihr euch beide nichts. Von meiner Sparte aus, kam der Knall auch erst so spät, weil ihr eben diese Fernbeziehung gehabt habt. Da waren die Alltagsanforderungen an euch - als Paar - einfach nicht so vehement.

So oder so... mein Rat... schaut dass ihr als Freunde die Kurve bekommt.

Alles Gute dir

Zuerst mal: Danke für deine Antwort!
Das stimmt, wir haben es zuerst ausprobiert, um zu sehen, ob wir uns überhaupt zueinander hingezogen fühlen. Wichtig hier ist zu erwähnen, dass wir uns übers Internet kennen gelernt hatten, über ein Schreib-RPG (also nicht zum Zocken, sondern wo man gemeinsam an Geschichten etc. über beliebige Themen schreibt). Da sie ein sehr großes Problem mit ihrem Körper hat (sie ist etwas fester, aber nicht dick) und sich daher auch nicht sonderlich attraktiv fühlt, wollte sie mich nicht mal zu Anfang, als wir "nur" Freunde waren, treffen, aus Angst, ich könnte sie abstoßend finden. Es hat ziemlich lange gedauert, ihr zu beweisen und zu zeigen, dass mir das Äußere in erster Linie nicht wichtig ist und als sich bei uns eben Gefühle entwickelten, meinten wir, dass wir sowieso erst mal sehen müssten, ob wir uns gegenseitig anziehend fänden oder eben nicht.
Als wir uns trafen, war ich im ersten Moment auch gehemmt (hatte mir auch die Monate davor "Vorwürfe" gemacht, weshalb ich auf einmal Frauen anziehend fand, selbst wenn ich in keinster Weise jemals homophob war), doch nach ein paar Tagen haben wir uns das erste Mal geküsst und joa... Dann waren wir quasi für uns offiziell zusammen. Übrigens war ich die erste Person, die sie geküsst hat. In ihren jungen 26 Jahren gab es davor niemanden - und ja, das glaube ich ihr.

Sex wollten wir beide eigentlich ja auch, ich habe mir das wirklich gewünscht und auch Annäherungsversuche gewagt, aber immer, als es sozusagen ans "Eingemachte" ging, begann sie abzublocken und sogar zu weinen, weil sie spürte, wie sie sich innerlich verschloss, aufgrund einer Blockade oder/und wegen dem Gefühl, körperlich so abstoßend zu sein. Irgendwann wollte ich mir auch keine Abfuhr mehr einholen und so haben wir das in der Beziehung ganz ausgelassen. Wir hatten des Öfteren deswegen im Anschluss auch Streits, aber was soll man machen... Einen Therapieplatz zu bekommen ist nicht so einfach und der Ansprechpartner in der FH ging nach 2-3 Monaten in Pension. Dort hat sie aber auch selten(er) über unser Sexleben gesprochen, wie sie mir erzählt hat...
Recht hast du aber natürlich, dass wir beide eine gewisse Erwartungshaltung hatten und es erdrückend war mit der Zeit, zu wissen, es würde sicher mind. noch ein paar Jahre dauern, bis wir ordentlich signifikante Fortschritte erzielt hätten. Aber ich habe daran geglaubt. Und wie gesagt, mir fehlte das körperliche Intime zwar, aber es herrschte ein Ausgleich durch andere Dinge, die sie mir gab (ich wollte aber nie, dass der Ist-Zustand für immer anhalten würde!).

Sie entwickelte sich mit der Zeit zu meiner allerliebsten, besten Freundin, das stimmt. Aber das, was den Unterschied zu anderen besten/guten Freundinnen macht, ist, dass ich ihr einfach nahe sein möchte. Anders, als man es zu platonischen Freunden ist. Ich möchte sie innig umarmen, küssen und mit ihr gemeinsam im Bett oder auf der Couch kuscheln können. Und das schmerzt mich auch so. Weil ich das Empfinden nur bei dieser Frau habe, bei einer anderen besten Freundin reicht eine lockere Umarmung völlig.
Ich möchte mich gar nicht mal in eine Homo-/Hetero-Schublade stecken. Sie war einfach was ganz Besonderes und löste ganz eigene Bedürfnisse aus.

Vielleicht war es letztlich wirklich ein "Experiment" und es ist ganz offenbar ja gescheitert. Aber ich kann mir so auch kaum eine Freundschaft vorstellen, wenn mich der Gedanke, es könnte ihr jemand anderes so nahe sein, eifersüchtig macht und mir jetzt gerade große Schmerzen bereitet.

Es ist einfach verwirrend und tut sehr weh...

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17. Mai 2014 um 6:13
In Antwort auf nonetheless123

Zuerst mal: Danke für deine Antwort!
Das stimmt, wir haben es zuerst ausprobiert, um zu sehen, ob wir uns überhaupt zueinander hingezogen fühlen. Wichtig hier ist zu erwähnen, dass wir uns übers Internet kennen gelernt hatten, über ein Schreib-RPG (also nicht zum Zocken, sondern wo man gemeinsam an Geschichten etc. über beliebige Themen schreibt). Da sie ein sehr großes Problem mit ihrem Körper hat (sie ist etwas fester, aber nicht dick) und sich daher auch nicht sonderlich attraktiv fühlt, wollte sie mich nicht mal zu Anfang, als wir "nur" Freunde waren, treffen, aus Angst, ich könnte sie abstoßend finden. Es hat ziemlich lange gedauert, ihr zu beweisen und zu zeigen, dass mir das Äußere in erster Linie nicht wichtig ist und als sich bei uns eben Gefühle entwickelten, meinten wir, dass wir sowieso erst mal sehen müssten, ob wir uns gegenseitig anziehend fänden oder eben nicht.
Als wir uns trafen, war ich im ersten Moment auch gehemmt (hatte mir auch die Monate davor "Vorwürfe" gemacht, weshalb ich auf einmal Frauen anziehend fand, selbst wenn ich in keinster Weise jemals homophob war), doch nach ein paar Tagen haben wir uns das erste Mal geküsst und joa... Dann waren wir quasi für uns offiziell zusammen. Übrigens war ich die erste Person, die sie geküsst hat. In ihren jungen 26 Jahren gab es davor niemanden - und ja, das glaube ich ihr.

Sex wollten wir beide eigentlich ja auch, ich habe mir das wirklich gewünscht und auch Annäherungsversuche gewagt, aber immer, als es sozusagen ans "Eingemachte" ging, begann sie abzublocken und sogar zu weinen, weil sie spürte, wie sie sich innerlich verschloss, aufgrund einer Blockade oder/und wegen dem Gefühl, körperlich so abstoßend zu sein. Irgendwann wollte ich mir auch keine Abfuhr mehr einholen und so haben wir das in der Beziehung ganz ausgelassen. Wir hatten des Öfteren deswegen im Anschluss auch Streits, aber was soll man machen... Einen Therapieplatz zu bekommen ist nicht so einfach und der Ansprechpartner in der FH ging nach 2-3 Monaten in Pension. Dort hat sie aber auch selten(er) über unser Sexleben gesprochen, wie sie mir erzählt hat...
Recht hast du aber natürlich, dass wir beide eine gewisse Erwartungshaltung hatten und es erdrückend war mit der Zeit, zu wissen, es würde sicher mind. noch ein paar Jahre dauern, bis wir ordentlich signifikante Fortschritte erzielt hätten. Aber ich habe daran geglaubt. Und wie gesagt, mir fehlte das körperliche Intime zwar, aber es herrschte ein Ausgleich durch andere Dinge, die sie mir gab (ich wollte aber nie, dass der Ist-Zustand für immer anhalten würde!).

Sie entwickelte sich mit der Zeit zu meiner allerliebsten, besten Freundin, das stimmt. Aber das, was den Unterschied zu anderen besten/guten Freundinnen macht, ist, dass ich ihr einfach nahe sein möchte. Anders, als man es zu platonischen Freunden ist. Ich möchte sie innig umarmen, küssen und mit ihr gemeinsam im Bett oder auf der Couch kuscheln können. Und das schmerzt mich auch so. Weil ich das Empfinden nur bei dieser Frau habe, bei einer anderen besten Freundin reicht eine lockere Umarmung völlig.
Ich möchte mich gar nicht mal in eine Homo-/Hetero-Schublade stecken. Sie war einfach was ganz Besonderes und löste ganz eigene Bedürfnisse aus.

Vielleicht war es letztlich wirklich ein "Experiment" und es ist ganz offenbar ja gescheitert. Aber ich kann mir so auch kaum eine Freundschaft vorstellen, wenn mich der Gedanke, es könnte ihr jemand anderes so nahe sein, eifersüchtig macht und mir jetzt gerade große Schmerzen bereitet.

Es ist einfach verwirrend und tut sehr weh...

Das ist bei jeder
Trennung, egal welche Gründe es zu anfangs auch hat, der Fall, sofern man selbst der/die Verlassene ist.

Ich habe bisher nur eine einzige Trennung hinter mir, wo es mir nicht so ging und ich ihm einfach alles Glück dieser Erde wünschte. Da stand die Trennung aber emotional zumindest etwas länger im Raum und die "Beziehungsabschlussarbeit" wurde wohl von beiden Seiten schon lange gegen Ende der Beziehung auch iwo erledigt.

Diese Zeit wirst du aber auch hinter dich bringen. Am Anfang gehts einem klar bescheiden aber spätestens dann wenn du einen neuen Partner/Partnerin hast, ist das dann auch vorbei.

Für dich ist es verwirrend ja... weil man bei einer Trennung es einfach in den ersten Wochen auch gar nicht so recht wahr haben will. Aber irgendwann wirst auch du es verstehen.

Habe dir ja oben schon geschrieben, ob du nun so die Differenzen hast oder nur sie alleine - oder wer auch immer von euch beiden mehr - sie hat sie definitiv.

Das sie mit ihrem Körper Probleme hat - ja das kann ja sein - vor allem in Anbetracht dessen, dass sie ja einen Job im Fitnessstudio gerne machen würde, wohl auch um an sich arbeiten zu können bzw. um den nötigen Antrieb zu haben, nach Feierabend auch noch wirklich was zu tun für sich Heißt für mich aber nicht unbedingt, dass deswegen euer Sexleben darunter gelitten hat. Du kennst doch auch Frauen.. und da nimmt sich keine was... wenn wir keine Lust haben auf Sex, haben wir Ausreden... xD Ich denke sie konnte es einfach nicht. Schob es für sich selbst vllt auf ihren Körper und der Einstellung aber tief drinnen, denke ich konnte sie sich dem gleichgeschlechtlichen Sex einfach nicht öffnen.

Ihr ganzes Verhalten nunmehr spricht für mich dafür...

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21. Mai 2014 um 7:33
In Antwort auf widdergirl85

Das ist bei jeder
Trennung, egal welche Gründe es zu anfangs auch hat, der Fall, sofern man selbst der/die Verlassene ist.

Ich habe bisher nur eine einzige Trennung hinter mir, wo es mir nicht so ging und ich ihm einfach alles Glück dieser Erde wünschte. Da stand die Trennung aber emotional zumindest etwas länger im Raum und die "Beziehungsabschlussarbeit" wurde wohl von beiden Seiten schon lange gegen Ende der Beziehung auch iwo erledigt.

Diese Zeit wirst du aber auch hinter dich bringen. Am Anfang gehts einem klar bescheiden aber spätestens dann wenn du einen neuen Partner/Partnerin hast, ist das dann auch vorbei.

Für dich ist es verwirrend ja... weil man bei einer Trennung es einfach in den ersten Wochen auch gar nicht so recht wahr haben will. Aber irgendwann wirst auch du es verstehen.

Habe dir ja oben schon geschrieben, ob du nun so die Differenzen hast oder nur sie alleine - oder wer auch immer von euch beiden mehr - sie hat sie definitiv.

Das sie mit ihrem Körper Probleme hat - ja das kann ja sein - vor allem in Anbetracht dessen, dass sie ja einen Job im Fitnessstudio gerne machen würde, wohl auch um an sich arbeiten zu können bzw. um den nötigen Antrieb zu haben, nach Feierabend auch noch wirklich was zu tun für sich Heißt für mich aber nicht unbedingt, dass deswegen euer Sexleben darunter gelitten hat. Du kennst doch auch Frauen.. und da nimmt sich keine was... wenn wir keine Lust haben auf Sex, haben wir Ausreden... xD Ich denke sie konnte es einfach nicht. Schob es für sich selbst vllt auf ihren Körper und der Einstellung aber tief drinnen, denke ich konnte sie sich dem gleichgeschlechtlichen Sex einfach nicht öffnen.

Ihr ganzes Verhalten nunmehr spricht für mich dafür...

Ich denke,
du hast Recht. Aber eher aus dem Grund, da sie wirklich große Bindungsprobleme hat und ich mich jetzt auch mal darüber schlau gemacht habe, ob irgendwelche anderen Persönlichkeitsstörungen zutreffen könnten. Es klingt recht drastisch und natürlich steht mir so eine "Ferndiagnose" nicht zu. Aber ich habe vor allem beim ängstlich-vermeidenden, unsicheren Typ nur Übereinstimmungen gefunden, mit einer Ausnahme. Aber wenn vier von fünf Punkten zutreffen, ist das schon eindeutig...
Sie meinte lange Zeit selber schon, dass sie eine Therapie für notwendig hält. Und wenn ich über ihr Verhalten nachdenke, dann wird mir von Tag zu Tag klarer, dass ihre Handlungen und das, was sie sagte, erschreckend gut passt und ich es hätte früher sehen sollen. Es waren genug Zeichen vorhanden, aber wenn man sich nie mit diesen Themen ernsthaft auseinandergesetzt hat, ist es auch schwer...

Es kam bei ihr also weniger aus heiterem Himmel als für mich, und trotzdem fühle ich mich noch immer erschlagen und überwältigt von diesem hysterischen, nunmehr eiskalten Entschluss.

Sie ist auch nicht die erste Person, mit der ich eine Beziehung hatte, aber es tut mir trotz allem sehr weh. Aber ich danke dir trotzdem für deine aufbauenden und netten Worte und hoffe ebenso, dass ich es bald verarbeiten konnte!
Bzgl. dem Fitnesscenter - ja, sie ist generell Sportbegeistert, hat es aber mit 16 so exzessiv betrieben, dass ihr Körper überfordert war und es zu einem Bandscheibenvorfall kam. Danach nahm sie rasant zu, da sie sich ja nicht mehr bewegen konnte und bis heute spürt sie ab und an noch (vlt. aufgrund psychosomatischer Gründe) eine Entzündung an dieser Stelle, die sie für zwei Wochen mind. lähmt.
Der Job im Fitnesscenter würde ihr vor allem bei ihrer Ausbildung helfen, da sie ja, wie gesagt, Physiotherapeutin werden möchte. Das verstehe ich, aber naja... Es ist im Grunde genommen jetzt auch nicht mehr relevant, was ich möchte oder nicht. Aber das tut ziemlich weh.
Und wegen dem Sex: Es ist eher nicht sehr normal, wenn jemand mit 25 noch ungeküsst ist und so große Hemmungen besitzt. Mit dem Sex kann man ja wirklich warten, aus religiösen oder anderen Gründen, aber es war ihr auch unmöglich, sich einmal nackt oder zumindest halb nackt vor mich hinzustellen. Sie schämte sich so dermaßen und war sich ganz sicher, dass ich quasi schreiend aus dem Zimmer laufen würde, da sie 90-60-90-Maße hat, dass sie partout nicht mal ein Shirt wechseln wollte. Es war wirklich zermürbend, mehr für sie vermutlich letztlich als für mich. Und trotzdem würde ich sie nicht verlieren wollen. Jedoch ist der Fall ja eingetroffen.

Heute werden wir ein letztes Mal reden, da sie noch einige Sachen von mir hat und mir auch noch über 1000,- schuldet (habe in die Möbel, die wir für die Wohnung, die wir eigentlich beziehen wollten, auch etwas investiert und wir einigten uns schon früher, dass, wenn wir uns trennen würden, ich meinen Anteil zurück bekäme) und ich noch den Haustürschlüssel von ihrer Wohnung, die sie im August auflösen wird, habe. Mir graut davor und das spüre ich schon richtig, da mir schlecht ist. Ich würde mir zwar wünschen, sie würde es nochmal probieren wollen, aber mit Hilfe einer Therapie (ansonsten würde ich das nicht mehr eingehen wollen), doch das wird ein Wunschgedanke bleiben. Naja.

Auf jeden Fall nochmal herzlichen Dank für deine Hilfe und Worte, sie haben mir auf jeden Fall geholfen und mich zum Nachdenken angeregt!

Liebe Grüße,
nonetheless

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28. Mai 2014 um 11:13

Kleines Update
Mittlerweile haben wir miteinander gesprochen und uns auf eine, ich sag mal, unübliche Einigung eingelassen.
Wir wären "Friends with benefits", aber ohne den Sex eben. Ich weiß leider nicht, wie man so etwas nur in Bezug auf Kuscheln und Küssen nennt, aber da es ja auch ein Vorzug in einer normalen Freundschaft ist...

Nun ist es so, dass wir wieder täglich Kontakt haben, der mich an sich ja recht glücklich macht. Anfangs dachte ich auch, dass es wirklich besser war, beziehungstechnisch getrennte Wege zu gehen, doch es fängt an, mir nach und nach klarer zu werden, dass meine Gefühle für sie noch immer existieren, eben nicht auf platonischer Ebene. Und ihr geht es genauso, sie hat es mir gesagt. Wir reden ab und an (kurz) darüber, dann lässt sie auch so Sachen durchblicken, wie, dass sie eifersüchtig ist, aber es sich nicht erlauben möchte, da sie ja schließlich die Beziehung beendet hat usw usf. Ich meinte dann, dass alle Gefühle immer eine Berechtigung hätten, egal in welcher Position man gerade ist und es ungesund ist, sich etwas zu verbieten.
Gestern hatten wir dann wieder einen etwas unangenehmen Moment, wo sie die andere Seite aufzeigte, nämlich, dass wir getrennt bleiben würden. Danach wurde ich etwas emotional und schrieb ihr, dass ich mir endlich jemanden wünsche, der mich liebt und nicht wegläuft, der keine Angst hat und mit mir die schweren Zeiten durchlebt. Sie war verletzt und beleidigt und ich habe mich für diese Worte entschuldigt, sie waren nämlich wirklich mit der Absicht, zu sticheln, von mir geschrieben worden. Anschließend meinte sie daraufhin, dass ich ja das Recht dazu hätte, mich so zu benehmen, jetzt würde sie eben das zurückbekommen, was sie mir angetan hätte. Als ich dann antwortete, dass sie doch ganz genau wissen müsste, was ich mir tatsächlich wünsche, kam nur zurück, dass man es aber auf diesem Wege allerdings nicht kriegen würde. Gemeint war also, dass ich sie mit Sticheleien nicht mehr für mich gewinnen könnte.

Nun bin ich verwirrt, fühle mich betrogen. Sie sagt mir immer, sie kann im Moment einfach nicht, sie habe starke Bindungsängste und selber genügend massive, persönliche Probleme und ich weiß, das was ein Mensch sagt und tut, muss nicht immer dasselbe sein, aber ausschlaggebend sollte für mich sein, was sie mir mitteilt. Sie sagt also, sie möchte keine Beziehung.
Dann lässt sie aber wieder durchblicken, dass sie mit mir zusammen sein will. Sie möchte mit mir viel Zeit im Sommer verbringen, den Kurzurlaub noch machen, will sich die Vorteilscard für die ÖBB holen und ich soll mir nochmal das GA der Schweiz kaufen (sie weiß ganz genau, dass ich so viel Geld nur für etwas oder jemanden ausgeben würde, wo es sich auch rentiert, quasi amortisiert). Es sind diese Versprechungen, bei denen ich natürlich hoffe, dass sie wahr sind und werden und ehrlich gesagt auch davon ausgehe, dass sie es auch möchte. Sie würde sich sonst wirklich quer stellen, das kann sie gut...
Aber ich will nicht ausgenutzt werden. Sie sagt mir dieses und tut aber jenes. Ich denke, sie möchte mit mir so etwas wie eine Beziehung führen, nur eben wo sie keinen Sex zu haben braucht und sich auch nicht dauernd unter Erwartungsdruck setzen muss. Es gibt aber auch Freundschaften, wo man miteinander schläft und eine Erwartungshaltung hat man doch bei jedem Menschen, den man gerne hat...

Ich verstehe gar nichts mehr und mein Verstand und mein Gefühl sitzen gerade da und schütteln den Kopf. Kann mir vielleicht jemand den notwendigen Ratschlag geben, etwas Augen öffnendes? Ich weiß eigentlich, dass so eine Verbindung ungesund ist und ich möchte mir auch nicht weh tun lassen, für jemandes Ego da sein und es streicheln und ich bleibe auf der Strecke. Dafür bin ich mir viel zu schade. Aber ... die Hoffnung... Die naive Hoffnung in mir...
Ich wäre um jeden gut gemeinten, netten Ratschlag sehr dankbar!

Liebe Grüße

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Frühere Diskussionen
Warum reicht mir einer nicht mehr?
Von: mallt_12463090
neu
28. Mai 2014 um 0:40
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