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Forum / Liebe & Beziehung

Krankheit Beziehung beenden

Letzte Nachricht: 13. August 2015 um 0:38
K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:04

Hey zusammen!

Ich bin total fertig und wollte mal eure Meinung hören. Ich, 25, bin seit vier Jahren mit meinem Freund, 26, zusammen. Es ist für uns beide die absolute traumbeziehung. Wir passen super zusammen, haben ähnliche Ansichten und hatten sogar oft übers heiraten gesprochen.

Vor zwei Jahren ist mein Freund an Krebs erkrankt. Das ganze ging ziemlich hin und her, mal Fortschritte und Rückschläge. Während einer Chemotherapie, die er vor einem halben Jahr machen musste, haben wir uns immer weiter voneinander entfernt. Ich habe es einfach nicht ausgehalten, meinen Freund, der für mich immer eine starke Schulter war, ohne haare so schwach da liegen zu sehen. Inzwischen geht es ihm wieder besser und wir führen eigentlich aktuell ein normales Leben, er geht wieder arbeiten und wir verstehen uns oberflächlich ganz gut.

Seine Chancen, durchzukommen und auch keine dauerhaften Belastungen davon zu tragen, stehen laut dem Ärzten eigentlich ganz gut. Er muss trotzdem alle drei Monate zu Kontrollen und das macht mich einfach fertig. Ich kann schon Wochen vorher nicht schlafen, mache mir Gedanken, kann an nichts mehr denken und habe ja auch schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass so eine Untersuchung nicht gut laufen kann.

Ich weiß einfach nicht, ob ich das noch aushalte und überlege, Schluss zu machen. Ich kann einfach nicht mehr! Andererseits ist er mein Traummann und ich würde es mir vielleicht nie verzeihen, ihn jetzt zu verlassen. Ich weiß, dass das ein kindischer Wunsch ist, aber am liebsten würde ich jetzt meine Ruhe haben und ihn zurück haben, wenn zwei drei Jahre ins Land gegangen sind und nichts zurück gekommen ist. Aber wenn er dann eine andere hat oder mir vorwirft, dass ich ihn in so einer Lage im stich gelassen habe? Dann ist die Liebe meines Lebens für immer weg.

Was denkt ihr, was für mich besser ist? Bitte keine moralischen Antworten im Sinne von du kannst ihn doch in so einer Lage nicht alleine lassen, das kann ich verstehen. Aber ich muss mir überlegen, was besser für MICH ist und das weiß ich einfach nicht.

Ich danke euch!

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I
ivory_12728426
09.08.15 um 11:21

Das seh ich anders.
sie hat einfach angst. immerzu, rund um die uhr.
es kann die hölle sein, sein ganzes leben in angst verbringen zu müssen.
ich finde es auf jeden fall sehr mutig von ihr, hier die wahrheit zu sagen. kann sie sich doch denken, dass ihr sehr starker moralischer gegenwind um die ohren pfeift.

sorry, te. aber in dieser bitteren sitaution weiss ich keinen rat für dich.

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khaleesidaenerys
khaleesidaenerys
09.08.15 um 11:22

Hab noch nie sowas egoistisches gelesen
Der arme Kerl bekommt Krebs, kämpft um sein Leben und du heulst rum, weil er mal dich brauch?!
Wie heuchlerisch ist das denn?

Trenn dich! Denn du hast ihn nicht verdient! Er hat eine Frau verdient die noch weiß was es heißt zu geben und zu nehmen. In Guten wie in schlechten Zeiten....du weißt doch gar nicht was das bedeutet!

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:23

Keine Moral
Okay, das ist genau die Antwort, die ich nicht hören wollte, aber das ist vielleicht schwierig zu verstehen.

Mal zur Erinnerung: ich habe nicht Schluss gemacht, als er krank geworden ist. Ich war zwei Jahre der Krankheit an seiner Seite! Operationen, Bestrahlung, Chemo, Kotzen, Weinen, Hoffnungslosigkeit, ich war überall dabei. Aber nach zwei Jahren schwinden die Kräfte irgendwann. Wer macht sowas mit, ohne denjenigen zu lieben?

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:24
In Antwort auf ivory_12728426

Das seh ich anders.
sie hat einfach angst. immerzu, rund um die uhr.
es kann die hölle sein, sein ganzes leben in angst verbringen zu müssen.
ich finde es auf jeden fall sehr mutig von ihr, hier die wahrheit zu sagen. kann sie sich doch denken, dass ihr sehr starker moralischer gegenwind um die ohren pfeift.

sorry, te. aber in dieser bitteren sitaution weiss ich keinen rat für dich.

Danke!
Ich danke dir!

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C
coquette164
09.08.15 um 11:26

Nun,
du kannst selbstverständlich machen was du willst, aber wäre ich in seiner Lage würde ich dich danach niemals wieder zurück nehmen. Wer mich in einer solchen Situation im Stich lässt, hat in meinem Leben nichts mehr verloren.
Du sprichst davon, ihn heiraten zu wollen. Das bedeutet "in guten wie in schlechten Zeiten" und nicht "in guten Zeiten gerne und in schlechten will ich meine Ruhe haben".

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I
ivory_12728426
09.08.15 um 11:32
In Antwort auf kegan_12683696

Danke!
Ich danke dir!

Ich kann das schon verstehen,
dass du nicht mehr kannst.

kannst du dir nicht hilfe holen? bietet das krankenhaus nicht angehörigen-gruppen an? oder die krankenkasse?
keiner, der nicht in dieser situation steckt, kann sich richtig vorstellen, was e bedeutet, so lange angst haben zu müssen um jemanden, den man liebt. da kann es enorm hilfreich sein, menschen zu finden, denen es exakt gleich geht. wo du einfach mal zusammenklappen kannst und heulen kannst.

ich hoffe, ihr beide kriegt das hin. hol dir hilfe!

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:38

Nein
Ich möchte nicht bestimmen, welche Antworten ich bekomme. Aber glaub mir, Vorwürfe moralischer Art mache ich mir genug.

Ich wäre auch gerne stärker, aber bin es offensichtlich nicht.

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:40
In Antwort auf ivory_12728426

Ich kann das schon verstehen,
dass du nicht mehr kannst.

kannst du dir nicht hilfe holen? bietet das krankenhaus nicht angehörigen-gruppen an? oder die krankenkasse?
keiner, der nicht in dieser situation steckt, kann sich richtig vorstellen, was e bedeutet, so lange angst haben zu müssen um jemanden, den man liebt. da kann es enorm hilfreich sein, menschen zu finden, denen es exakt gleich geht. wo du einfach mal zusammenklappen kannst und heulen kannst.

ich hoffe, ihr beide kriegt das hin. hol dir hilfe!

Das
Ist vielleicht wirklich eine gute Idee.
Diejenigen, die glauben, dass alles durch genug Liebe getragen wird und es nicht mehr braucht haben sowas wohl noch nicht mitgemacht.

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I
ivory_12728426
09.08.15 um 11:47
In Antwort auf kegan_12683696

Das
Ist vielleicht wirklich eine gute Idee.
Diejenigen, die glauben, dass alles durch genug Liebe getragen wird und es nicht mehr braucht haben sowas wohl noch nicht mitgemacht.

Mach das, kümmere dich mal um dich selber.
solche gruppen können enorm viel auffangen.
und sie können dir vermitteln, dass du eben nicht diese kaltherzige, egomane frau bist, die einfach geht, wenn es ernst und schwer wird.

ich kenne frauen in deiner situation, die so am ende waren, dass sie ihrem partner den tod gewünscht haben. nur damit es ein ende hat.
diese frauen haben sich selber dafür extrem gehasst, solche gedanken überhaupt empfunden zu haben.

du bist noch sehr jung, um so einen packen allein zu tragen. das kommt noch dazu, ich denke, es ist eine völlig andre situation, wenn ein partner erkrankt, mit dem man schon 20 jahre zusammen ist. aber in deinem alter ist das ganze nochmal so schwer.

mach was. gib noch nicht auf, sondern hol dir alle hilfe, die du bekommen kannst.

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 11:59

Warum
Sollte es dich nichts angehen, wenn wir hier darüber reden.

Ich habe ihn am Anfang jeden Tag im Krankenhaus besucht und in den Zeiten dazwischen in seiner Wohnung. Zum Ende hin sind die Besuche weniger geworden, weil es für mich einfach unglaublich schwer war, ihn so zu sehen.
Ich habe immer versucht, ihn aufzumuntern, dass ich fest überzeugt bin, dass er es schafft (was ich auch bin). Und ganz so nutzlos kann es nicht gewesen sein, er sagt immer, dass er das alles ohne mich nicht geschafft hätte. Nur jetzt ist diese akute Phase ja vorbei.

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K
kegan_12683696
09.08.15 um 12:04

Ja
Das kann gut sein. Vielleicht war die Liebe einfach nicht stark genug für diese Belastungen. Oder aber sie ist vergraben unter diesem riesigen Berg Angst.

Das mit Kindern habe ich auch überlegt, aber ich würde da keine Schlüsse raus ziehen. Zu seinen Kindern hat man nach meiner Vorstellung eine andere Beziehung. Man würde ihnen ja auch jeden Fehltritt, jede Enttäuschung, alles verzeihen, was beim Partner ebenfalls nicht der Fall ist.

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S
sioned_11946000
09.08.15 um 12:54

Ich finde es befremdlich,
wie hier der TE Egoismus vorgeworfen wird.

Aber es soll immer Leute geben, die päpstlicher als der Papst sein wollen und dies auch von ihren Mitmenschen erwarten.

Wer einmal eine lebensbedrohende Krankheit mitgetragen hat, der weiß auch, dass irgendwann der Punkt kommt, an dem man einfach nicht mehr kann.

Die TE ist erst 25 Jahre alt und hat schon mehr an Leid gesehen, als manche Leute in ihrem ganzen Leben.

Sie hat Recht, wenn sie sagt, dass sie jetzt auch mal auf sich selbst achten muss.

Es wird auch nicht alles so heiß gegessen, wies gekocht wird; sprich, man sagt in einer Stress-Situation schon mal etwas, was man aber nicht so meint.

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P
phile_12139927
09.08.15 um 13:01

Hallo
Liebe TE,

wie du merkst, sind hier alle keine Psychologen, sondern normale Menschen. Deswegen kannst du hier (logischerweise) nur wenig oder begrenztes Verständnis erwarten.

Ich finde es sehr stark von dir, dass du deinen Partner zwei Jahre unterstützt hast. Die meisten Leute, die hier so scharf richten, würden das vermutlich nicht durchhalten

Was an deinem Post irritert, ist die Aussage, dass du ihn in paar Jahren gesund wieder haben wollen würdest. Das erscheint für die meisten Menschen untragbar und moralisch unter aller Sau diese sind aber auch nicht in deiner Situation.

Ich kann verstehen, dass du ausgelaugt bist und den Wunsch hast, dass die Krankheit endlich vorbei ist. Das Problem ist, dass auch du Hilfe brauchst. Ich würde dir raten, dich an einen Psychologen oder eine Beratungsstelle zu wenden, damit du wieder gestärkter durchs Leben gehen kannst.

Ich finde es krass, wie wenig sich hier manche in eine andere Lage hineinfühlen können. Zwei Jahre sind kein Pappenstil, vorallem nicht in deinem Alter wir alle haben nur gewisse Kraftkapazitäten und es ist normal, dass man irgendwann das Gefühl hat, nicht mehr zu können.

Wäre dein Partner seit Jahren psychisch krank und du könntest diesen Zustand nicht mehr aushalten, dann würden hier einige mit Verständnis reagieren und dir raten dich selbst zu schützen. Die Leute wollen aber nur immer die eine Seite der Medallie sehen und sind froh, wenn sie jemand beschimpfen oder verurteilen können. Damit lebt es sich doch viel einfacher, anstatt Mitgefühl zu empfinden

Es war eine harte Zeit für euch und dein Partner und du haben bestimmt auch psychisch sehr viel durchlitten. Hol dir bitte Hilfe und schaffe die Ruheräume (im bildlichen Sinne), in denen du Kraft tanken kannst. Vielleicht würde dir auch ein Urlaub alleine mal gut tun.
Sprech mit deinem Partner darüber, dass du sehr angestrengt bist. Du musst nicht immer die Starke sein

Liebe Grüße und euch beiden alles Gute.

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Kannst du deine Antwort nicht finden?

K
kegan_12683696
09.08.15 um 15:57

Danke
Ich danke euch allen schonmal für eure Antworten - egal, in welche Richtung sie gehen. Ich wollte ja keine Bestätigung für irgendeine Sicht, sondern einfach mal einen Blick von außen. Den habe ich bekommen.

Eine Selbsthilfegruppen oder so würde mich glaube ich nicht weiter bringen. Das ist noch mehr Konfrontation mit der Krankheit, der ich gerade aus dem Weg gehen will. Psychologische Hilfe oder so könnte ich mir dagegen gut vorstellen.

Vor allem aber glaube ich, dass ich ein bisschen Abstand brauche. Die Ideen mit dem Urlaub mit Freundinnen sind gar nicht schlecht. Ich will einfach mal wieder das Gefühl bekommen, dass das Leben schön sein kann und etwas anderes als Qual. Ich werde mit meinem Freund darüber sprechen, dass wir in nächster Zeit weniger Zeit miteinander verbringen sollten, damit ich mal wieder auf andere Ideen komme.

Wovor ich genau Angst habe? Dass es immer so weiter geht wie die letzten zwei Jahre, dass es noch viel schlimmer wird als alles, was ich erlebt habe. Es stimmt, dass ich ihn, wenn ich ihn verlasse, auch verliere, genauso wie wenn er sterben sollte. Aber ich wäre nicht mehr verantwortlich für ihn, und genau diese Verantwortung wird mir einfach langsam zuviel.

Dass der Wunsch, in ein paar Jahren wieder mit einem gesunden Freund zusammen zu sein, hart klingt, kann ich verstehen. Aber wenn ich mir wünschen könnte, wie es wäre, dann wäre es so.

Ich werde nochmal ein bisschen Öl ins Feuer gießen und meine letzten Sympathien verspielen, wer sich also so schon schnell aufgeregt hat, sollte nicht mehr weiter lesen
- Sollte ich wirklich irgendwann mit ihm Schluss machen, werde ich bestimmt niemandem den wahren Grund sagen. Ehrlichkeit ist mir eigentlich wichtig. Aber wenn ich die Reaktionen hier lese, werde ich danach ja von der ganzen Welt gehasst.
- Ich weiß nicht, ob mein Freund mich nicht irgendwann zurück nehmen würde. So hart es klingt: in einer Beziehung mit einem kranken zu bleiben ist eine Sache, sie neu anzufangen eine ganz andere. Ich weiß nicht, ob er mit seiner 'last', seinen Narben und allem drum herum überhaupt so schnell jemand neuen findet. Es ist ungerecht das zu denken. Aber überlegt euch mal, ob ihr euch auf soetwas einlassen würdet, wo ihr seinen tollen Charakter, den ich ja kenne, noch nicht einmal so genau sehen könnt.

Es tut mir leid, dass ich so bin,

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A
ally_12702640
09.08.15 um 16:34

Das ist keine Frage von "Liebe"
Ich glaube schon, dass du deinen Freund sehr liebst und ich verstehe, wie sehr diese Situation an dir, an euch beiden zerrt.
Auf den Weg mitgeben möchte ich dir folgendes.....wie auch immer du dich entscheidest, ist es ok!

Es gibt Menschen die nur sehr schlecht mit einem Schicksalsschlag zurechtkommen. Daran ist nichts verwerflich, es ist einfach so. Viel, viel schlimmer ist es meiner Meinung, bei jemandem zu bleiben, weil andere oder man selbst es von einem erwartet. "Sowas tut man ja nicht"
Zu der eigentlichen Krankengeschichte kommen dann zu allem Überfluss Gewissensbisse.

Du bist noch sehr jung und du hast dir dein Leben anders vorgestellt. Ihr beide habt euch euer Leben anders vorgestellt. Nur leider läuft es nicht immer so, wie wir uns das wünschen oder wie wir es "verdient" hätten.

Diese Sache wird dich noch "Jahre" begleiten. Das musst du wissen und für einen schwer Kranken ist es zumindest genauso schlimm, immer wieder die Sorge, die Bedenken und die großen Zweifel in den Augen der Anderen zu sehen, wobei man selber NIE wieder daran denken will.
Es schwebt immer über euch, wie ein Schwert.

Es heißt auch so schön, Liebe überwindet alles.
Das stimmt nicht ganz. Zusammenhalten ist natürlich sehr wichtig aber wenn einer nicht mehr kann.....?
Und so eine Sache schadet der Liebe, manchmal merkt man das erst nach Jahren.

Das soll kein Rat sein dich von deinem Freund zu trennen!!!
Ich möchte dir eben nur sagen, du hast ein Recht auf DEIN Leben und auf DEINE Entscheidung auch wenn sie sehr schwer ist und weh tut.

Für euch hoffe ich das ihr es schafft.
Alles Gute!

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A
Anonym
09.08.15 um 21:48

Kann dich total verstehen
Liebe TE, Normalerweise bin ich stiller Mitleser in diesem Forum, aber zu diesem Thread möchte ich gerne etwas schreiben. Warum? Weil ich denke, dass meine Situation ganz ähnlich ist wie deine, ich bin ebenfalls 25, mein Freund 26 und auch er leidet an Krebs, weswegen wir alle drei Monate zur Kontrolluntersuchung ins Krankenhaus müssen. Alle zwölf Wochen Angst und Ungewissheit. Auch ich kann wochenlang davor nicht richtig schlafen, nicht richtig essen, hab die Hosen voll vor dem Termin. Ich hab mir auch schon oft die Frage gestellt, wann mir dabei meine Jugend, meine Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren gegangen ist. Angst ist ein furchtbarer Begleiter, für mich wesentlich schlimmer als Bettpfannen waschen und Erbrochenes aufwischen (alles hinter mir). Aber weißt du, was mir wirklich hilft? Das Wissen, was ich alles überleben kann, die Erfahrung, wie stark ich sein kann. Und das hat nichts damit zu tun, ob man heult, zusammenbricht oder vor Wut auf das Schicksal schreien möchte. Ich kann Schluss machen, er ist "nur" mein Freund, kein Kind oder Elternteil. Aber das Problem ist, dass einem das zu jeder Zeit wieder passieren kann. Was ist, wenn der nächste Freund erkrankt? Oder plötzlich sogar stirbt? Was ist, wenn man selber dran ist? Ich glaube, wenn du das mit deinem Freund zusammen packst, ist deine Beziehung so viel mehr wert, dein Charakter gewachsen und das Vertrauen in deine eigene Stärke viel größer als zuvor. Das sind die Dinge, die mich durchhalten lassen. Ich weiß, dass man anfängt andere Paare zu hassen, weil ihr größtes Problem liegen gelassene Socken sind, dass man das Gefühl hat, man wird seiner Zukunft beraubt, dass man sich wünscht wieder Kind zu sein, völlig unschuldig und unbeschwert. Aber das ist nun mal das Leben und die Kunst ist es es trotzdem zu lieben. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und wenn du mal das Bedürfnis hast dich auszukotzen gerne per PN

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K
kegan_12683696
10.08.15 um 21:23
In Antwort auf Anonym

Kann dich total verstehen
Liebe TE, Normalerweise bin ich stiller Mitleser in diesem Forum, aber zu diesem Thread möchte ich gerne etwas schreiben. Warum? Weil ich denke, dass meine Situation ganz ähnlich ist wie deine, ich bin ebenfalls 25, mein Freund 26 und auch er leidet an Krebs, weswegen wir alle drei Monate zur Kontrolluntersuchung ins Krankenhaus müssen. Alle zwölf Wochen Angst und Ungewissheit. Auch ich kann wochenlang davor nicht richtig schlafen, nicht richtig essen, hab die Hosen voll vor dem Termin. Ich hab mir auch schon oft die Frage gestellt, wann mir dabei meine Jugend, meine Leichtigkeit und Unbeschwertheit verloren gegangen ist. Angst ist ein furchtbarer Begleiter, für mich wesentlich schlimmer als Bettpfannen waschen und Erbrochenes aufwischen (alles hinter mir). Aber weißt du, was mir wirklich hilft? Das Wissen, was ich alles überleben kann, die Erfahrung, wie stark ich sein kann. Und das hat nichts damit zu tun, ob man heult, zusammenbricht oder vor Wut auf das Schicksal schreien möchte. Ich kann Schluss machen, er ist "nur" mein Freund, kein Kind oder Elternteil. Aber das Problem ist, dass einem das zu jeder Zeit wieder passieren kann. Was ist, wenn der nächste Freund erkrankt? Oder plötzlich sogar stirbt? Was ist, wenn man selber dran ist? Ich glaube, wenn du das mit deinem Freund zusammen packst, ist deine Beziehung so viel mehr wert, dein Charakter gewachsen und das Vertrauen in deine eigene Stärke viel größer als zuvor. Das sind die Dinge, die mich durchhalten lassen. Ich weiß, dass man anfängt andere Paare zu hassen, weil ihr größtes Problem liegen gelassene Socken sind, dass man das Gefühl hat, man wird seiner Zukunft beraubt, dass man sich wünscht wieder Kind zu sein, völlig unschuldig und unbeschwert. Aber das ist nun mal das Leben und die Kunst ist es es trotzdem zu lieben. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und wenn du mal das Bedürfnis hast dich auszukotzen gerne per PN

Das
Ist wirklich sehr nett von dir, danke!

Ich denke irgendwie immer ich bin die einzige der es in dem Alter so geht und bemitleide mich dann sehr.

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D
dara_11864430
10.08.15 um 23:41

...
In jeder Beziehung gibt es Höhen und Tiefen, die den Partnern zweifeln lassen.
Glaubst du er macht sich keine Gedanken wies dir geht? Oder zweifelt an der Stärke eurer Beziehung? Er sagt es dir nicht, einfach um dich nicht zu verletzen, er weiss wie schwer die Situation für dich, doch keiner kann jemanden stärken wie mit seiner ehrliche Liebe und seine grosse liebe und die bist nun mal DU!
Er braucht DICH!
Wie würdest du reagieren wen du an seiner Stelle wärst?
Es ist miese rabel, ich gebe es zu! Aber was dich nicht umbringt macht dich nur stärker, klar kannst du Schluss machen wen dein Gefühl es dir so sagt dann tu es! Aber bereue es nicht.
Ich empfehle dir einen Kraft Tee oder Kraft Tropfen, er hat mir zu meinem Burn Out Syndrom (indem mein freund mich immer gestärkt hat) geholfen
Kraft Tropfen: Rescue Tropfen (Bachblüten)
Kraft Tee: Blütenkraft Rettung von Goldmännchen
Ansonsten kannst du eine Heilpraktikerin oder Therapeutin aufsuchen die dir helfen die schwere Zeit gemeinsam zu überwinden, den leicht wird es nicht wen du dich für die Beziehung entscheidest, aber umso schöner wen ihr beide den Krebs bekämpft hat!
Du kannst mir gerne privat schreiben, helfe dir sehr gerne!

Drücke euch beiden die Daumen, ihr schafft das schon!
Lg, Alexandra

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D
dara_11864430
10.08.15 um 23:43
In Antwort auf kegan_12683696

Danke
Ich danke euch allen schonmal für eure Antworten - egal, in welche Richtung sie gehen. Ich wollte ja keine Bestätigung für irgendeine Sicht, sondern einfach mal einen Blick von außen. Den habe ich bekommen.

Eine Selbsthilfegruppen oder so würde mich glaube ich nicht weiter bringen. Das ist noch mehr Konfrontation mit der Krankheit, der ich gerade aus dem Weg gehen will. Psychologische Hilfe oder so könnte ich mir dagegen gut vorstellen.

Vor allem aber glaube ich, dass ich ein bisschen Abstand brauche. Die Ideen mit dem Urlaub mit Freundinnen sind gar nicht schlecht. Ich will einfach mal wieder das Gefühl bekommen, dass das Leben schön sein kann und etwas anderes als Qual. Ich werde mit meinem Freund darüber sprechen, dass wir in nächster Zeit weniger Zeit miteinander verbringen sollten, damit ich mal wieder auf andere Ideen komme.

Wovor ich genau Angst habe? Dass es immer so weiter geht wie die letzten zwei Jahre, dass es noch viel schlimmer wird als alles, was ich erlebt habe. Es stimmt, dass ich ihn, wenn ich ihn verlasse, auch verliere, genauso wie wenn er sterben sollte. Aber ich wäre nicht mehr verantwortlich für ihn, und genau diese Verantwortung wird mir einfach langsam zuviel.

Dass der Wunsch, in ein paar Jahren wieder mit einem gesunden Freund zusammen zu sein, hart klingt, kann ich verstehen. Aber wenn ich mir wünschen könnte, wie es wäre, dann wäre es so.

Ich werde nochmal ein bisschen Öl ins Feuer gießen und meine letzten Sympathien verspielen, wer sich also so schon schnell aufgeregt hat, sollte nicht mehr weiter lesen
- Sollte ich wirklich irgendwann mit ihm Schluss machen, werde ich bestimmt niemandem den wahren Grund sagen. Ehrlichkeit ist mir eigentlich wichtig. Aber wenn ich die Reaktionen hier lese, werde ich danach ja von der ganzen Welt gehasst.
- Ich weiß nicht, ob mein Freund mich nicht irgendwann zurück nehmen würde. So hart es klingt: in einer Beziehung mit einem kranken zu bleiben ist eine Sache, sie neu anzufangen eine ganz andere. Ich weiß nicht, ob er mit seiner 'last', seinen Narben und allem drum herum überhaupt so schnell jemand neuen findet. Es ist ungerecht das zu denken. Aber überlegt euch mal, ob ihr euch auf soetwas einlassen würdet, wo ihr seinen tollen Charakter, den ich ja kenne, noch nicht einmal so genau sehen könnt.

Es tut mir leid, dass ich so bin,

Natur Kräfte!
Heilpraktikerin oder Therapeutin die mit Naturheilkunde arbeitet, können dir helfen die Situation gemeinsam zu überwinden

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K
kegan_12683696
11.08.15 um 17:56

Mein Freund
Ich habe mit ihm darüber gesprochen, wie es mir geht.
Er war erst ziemlich schockiert und sagte, es sei fast schlimmer als die ganze Krankheit. Er hat sich aber auch irgendwie vorher etwas gedacht, weil ich mich schon sehr verändert habe wie er meint.

Er ist niemand, der ausrastet oder mich drängt, manchmal ist er mir fast etwas zu verständnisvoll. Letztendlich wäre es meine Entscheidung, stimmt ja auch irgendwie. Vielleicht habe ich aber auch darauf gehofft, dass er Schluss macht, wenn er mitbekommt, wie wenig er sich auf mich verlassen kann. So bleibt es doch meine Entscheidung.

Nachdem er sich etwas gefangen hatte, hat er ähnliche Dinge gesagt wie manche hier, aber nicht die unfreundlichen. Unsere Angst würde uns zeigen, was uns wirklich wichtig ist. Und die Ängste, denen wir uns nicht stellen, würden unser Schicksal. Ich weiß nicht, viel hilft mir das auch nicht.

Ich danke euch allen nochmal. So habe ich zumindest den mit gefunden, mit ihm zu reden. Alles weitere muss man sehen.

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I
ivory_12728426
11.08.15 um 20:25
In Antwort auf kegan_12683696

Mein Freund
Ich habe mit ihm darüber gesprochen, wie es mir geht.
Er war erst ziemlich schockiert und sagte, es sei fast schlimmer als die ganze Krankheit. Er hat sich aber auch irgendwie vorher etwas gedacht, weil ich mich schon sehr verändert habe wie er meint.

Er ist niemand, der ausrastet oder mich drängt, manchmal ist er mir fast etwas zu verständnisvoll. Letztendlich wäre es meine Entscheidung, stimmt ja auch irgendwie. Vielleicht habe ich aber auch darauf gehofft, dass er Schluss macht, wenn er mitbekommt, wie wenig er sich auf mich verlassen kann. So bleibt es doch meine Entscheidung.

Nachdem er sich etwas gefangen hatte, hat er ähnliche Dinge gesagt wie manche hier, aber nicht die unfreundlichen. Unsere Angst würde uns zeigen, was uns wirklich wichtig ist. Und die Ängste, denen wir uns nicht stellen, würden unser Schicksal. Ich weiß nicht, viel hilft mir das auch nicht.

Ich danke euch allen nochmal. So habe ich zumindest den mit gefunden, mit ihm zu reden. Alles weitere muss man sehen.

Gut, dass du es mal ausgesprochen hast.
habt ihr das denn nie gemacht, über eure angst zu reden? du bist ja damit nicht allein, er hat ja auch gewaltige ängste.
angst zu haben, ist etwas merkwürdiges. sie wächst, wenn man sie verschweigt, wenn man sie aber zeigt, ihr einen namen und ein gesicht gibt und sie mit jemandem teilen kann, dann nimmt sie nicht diese furchtbaren ausmasse an, die sie bekommt, wenn man sie alleine aushalten muss.

du hast einen guten schritt getan. bleibt dabei, bleibt im gespräch, teilt euch mit, was ihr denkt und fühlt.sucht euch wirklich hilfe, du in einer angehörigen-gruppe, dein freund vielleicht in einer gruppe für betroffene.

ich muss dir jetzt noch etwas sagen, was vielen nicht gefallen wird.
wenn ich an mich zurückdenke, wie ich mit gerade mal 22 ajhren war, dann weiss ich nicht, ob ich das damals ausgehalten hätte, einen krebskranken freund zu haben. ich glaub, ich hatte in dem alter noch längst nicht diese mentale stärke, so eine krankheit mitzutragen. wahrscheinlich wäre ich dem drohenden tod davongelaufen.
darum finde ich es immer noch gut und stark von dir, die hälfte deiner beziehungszeit mit deinem freund und dieser krankheit ertragen zu haben.

ich wünsche euch beiden von herzen, dass ihr es schafft.

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A
Anonym
11.08.15 um 21:25
In Antwort auf kegan_12683696

Das
Ist wirklich sehr nett von dir, danke!

Ich denke irgendwie immer ich bin die einzige der es in dem Alter so geht und bemitleide mich dann sehr.

Kenne ich zu gut
Aber oft hilft heulen und eine gute Freundin... Was ich leider ständig mache, ist nach möglichen Therapien googlen... Aber wenn ich da was finde, hilft mir das oft ist wahrscheinlich auch voll der Scheiß, aber irgendwie muss man ja klarkommen

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D
dalya_12944159
13.08.15 um 0:29


Ich habe in der Familie auch schon Einiges miterlebt,. von Krankheiten über Todesfälle (einmal sogar Selbstmord).

Mir würde es im Traum nicht einfallen, einen geliebten Menschen fallen zu lassen.

Ich kann verstehen, dass Du Dir Sorgen machst.
Aber überleg mal, wie es ihm geht.
Und niemand sagt, dass Du immer stark sein musst. Du darfst auch mal weinen, jammern, wütend auf die Krankheit sein.

Geh nochmal in Dich und finde heraus, ob Du ohne seine Krankheit nicht vielleicht auch schlussmachen wolltest.

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D
dalya_12944159
13.08.15 um 0:32

Dieser Spruch
ist Schwachsinn, denn jeder Mensch ist anders und 2 Menschen beurteilen dieselbe Situation unterschiedlich.

Mir wurden auch viele destruktive Ratschläge von vermeintlich Beziehungserfahrenen gegeben. Die glaubten auch, sie wüssten, was gut für mich ist, nur weil sie selbst eine ähnliche Situation erlebt hatten.

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D
dalya_12944159
13.08.15 um 0:38


Ja, die TE sollte sich Hilfe suchen. Entlastung.

Für jemand anders zu sorgen, ist anstrengend.

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