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Krankhafte Eifersucht?

29. Juli 2010 um 12:47

Hallo zusammen,

ich hätte gerne eure Meinung...

Seit gut dreieinhalb Jahren bin ich mit meinem Freund zusammen. Wir wohnen immer noch getrennt, obwohl ich gerne mit ihm zusammen ziehen würde. Er ist geschieden und lebt inzwischen seit 10 Jahren allein. Dass es für ihn ein großer Schritt wäre, ist also nachvollziehbar. Ich liebe ihn sehr und bin mir sicher, dass er der Richtige für mich ist und ich den Rest meines Lebens mit ihm verbringen möchte. Bisher habe ich mit niemandem so gut über Gott und die Welt und auch über wichtige Dinge wie Beziehung und Probleme reden können. Niemand hat mich bisher so unterstützt und so hinter mir gestanden wie er. Niemand hat soviel Verständnis und Toleranz gezeigt. Außerdem ist er der zärtlichste Mensch der Welt und küsst fantastisch! Es gibt noch 1000 Gründe, warum ich ihn liebe, aber das ist hier gerade wenig hilfreich... Allerdings hat er auch die Angewohnheit, immer wesentlich später aufzutauchen, als verabredet. Aber daran habe ich mich über die Jahre gewöhnt, auch wenn es mich als Pünktlichkeitsfanatier am Anfang ganz schön viel Nerven und Geduld gekostet hat.

Aber es gibt auch bei uns nicht ganz unerhebliche Probleme.
Der Sex zum Beispiel. Die Gründe, warum ich Schwierigkeiten mit dem Sex habe (Selbstwertprobleme, sehr katholische Erziehung, keinen "Kontakt" mit meinem eigenen Körper, Verkrampfung, mich nicht gehen lassen können), sind mir inzwischen klar, aber ich habe keinen Schimmer, wie ich sie in den Griff kriegen soll. Ich habe eine Zeit lang versucht, mich immer mehr so zu verhalten, dass es ihm gefällt, was offensichtlich dazu geführt hat, dass ich mich immer mehr verkrampfe und überhaupt nicht mehr ich selbst bin. Wenn ich überhaupt mal wüsste, wer ich bin...
Außerdem unternehmen wir in letzter Zeit wenig zusammen. Was mit Geldmangel zu tun hat, aber auch damit, dass wir unterschiedliche Hobbies haben. Er ist viel mit seiner Foto-Truppe unterwegs. Auch am Wochenende.

Mein Bauchgefühl (und auch mein Verstand) sagt mir, dass die Umstellung von Single- auf Paar-Haushalt nicht allein das Problem ist. Merkwürdigerweise ist dieses Thema sehr schwierig zu besprechen. Der Sex ist sicher nicht ganz unwichtig bei seinem Zögern.

Andererseits habe ich auch Probleme, ihm zu vertrauen, was ich zeitweise gut verdrängen kann, aber es taucht immer mal wieder auf. Deshalb denke ich manchmal auch, dass getrennte Wohnungen gar nicht verkehrt sind. Andererseits möchte ich auch auf keinen Fall ewig so weitermachen.

Wir haben uns über das Internet kennengelernt. Nachdem wir uns eine ganze Weile gemailt haben, trafen wir uns das erste Mal. Es war ein wunderschöner Abend und ich im 7. Himmel. Dann fand ich heraus, dass er bei einigen Angaben etwas geflunkert hatte. Z.B. hat er sich 2 Jahre verjüngt und sein Rauchverhalten etwas verschönt. Aber okay. Das ist ja alles kein Beinbruch.
Nach drei Monaten hatten wir eine Krise, weil er sich nicht sicher war, ob er für eine feste Beziehung bereit ist. Hier habe ich seeehr viel über Geduld gelernt. Und das erste Mal in meinem Leben um eine Beziehung gekämpft und nicht aus Stolz alles hingeworfen. Es hat sich gelohnt.
Dann fand ich nach einem halben Jahr ungefähr allerdings heraus (durch Zufall), dass er auf Sexseiten herumsurft und auch Profile dort hat. Ich war sehr verunsichert, aber wir haben irgendwann darüber gesprochen und die Situation geklärt. Er hat versprochen, dass er alles gelöscht hat. Ich habe es nicht weiter nachgeprüft, weil ich ja nicht zur Kontrollfanatikerin mutieren will. Aber ich hatte oft das Gefühl, dass er irgendetwas verheimlicht. Er ist z.B. nicht ans Telefon gegangen, wenn ich bei ihm war. Sein Handy hab ich nie zu Gesicht bekommen.
Vor 2 Jahren hatten wir dann wieder eine Krise. Diesmal von meiner Seite aus. Jetzt hat er um mich gekämpft und seitdem hatte ich auch mehr Vertrauen zu ihm, weil er sich seitdem offener verhält.
Was mir aber auch immer wieder negativ aufstößt, ist die Tatsache, dass er zu fast allen seiner Exfreundinnen noch mehr oder weniger intensiv Kontakt hat (nur zu seiner Ex-Frau nicht). An seinem Geburtstag rufen lauter Frauen an... *seufz*
Aber auch damit habe ich mich mehr oder weniger abgefunden.

Jetzt bin ich - wieder durch Zufall - darüber gestolpert, dass er häufig in einem Forum chattet. Ich habe nicht weiter nachgeforscht, sondern sofort die Finger davon gelassen, als hätte ich mich verbrannt. Deshalb habe ich weiter keine Informationen.

Ich habe keine Ahnung, wie ich mich verhalten soll. Einerseits kann ich ja verstehen, dass er den Sexmangel irgendwie anders kompensieren muss. Ich gehe auch davon aus, dass das alles wirklich nur über Internet abläuft und er sich nicht mit anderen trifft. Aber wer kann da schon sicher sein?
Und ich komme mit Heimlichkeiten so schlecht klar. Ich weiß, jeder sollte sein eigenes Leben weiterleben und seine kleinen Geheimnisse haben, weil es die Beziehung spannend erhält. Aber es belastet mich doch...
Ich wünschte, er würde von sich aus mit mir darüber sprechen. Aber über seine Sexualität spricht er nur ungern und sehr sparsam. Wenn es um mich geht, ist er gesprächiger.

Wenn ich ihn jetzt auf das Chatten anspreche, glaubt er vermutlich, dass ich ihm hinterherspioniere, wird wahrscheinlich so weitermachen wie bisher, allerdings die Spuren besser verwischen. Wenn ich ihn nicht darauf anspreche, nagt es immer weiter an mir...

In 4 Wochen gehe ich für 6 Wochen in Kur. Wg. Depressionen, Selbstwertmangel, Burnout, Schlafstörungen, u.ä. Dort werde ich sehr an mir arbeiten und hoffentlich auch mein Ego-Problem und die Sex-Unfähigkeit irgendwie in Angriff nehmen können. Ich tendiere dazu, so lange mit dem Thema chatten zu warten, bis ich zurück bin...

Was denkt ihr über das alles?

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29. Juli 2010 um 13:41

Gute Idee
das mit dem Ausdrucken und mitnehmen ist eine gute Idee. Das mache ich!

Ich bin schon eine Weile in ambulanter Therapie wg. meiner Ego-Abstürze und Stimmungsschwankungen. Mein Freund hat es sicher nicht leicht mit mir. Ich bin froh, dass er mich so unterstützt und auch was meine für andere "verrückten" Pläne für nach der Reha angeht.

Du hast Recht. Ich muss erst mal mich selbst in den Griff bekommen. Und dann sehe ich, was nach der Reha passiert...

DANKE!

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