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Konservativ erzogen: Und wieder mache ich mir eine echte Liebe selbst kaputt

6. Dezember 2013 um 20:29 Letzte Antwort: 4. April um 3:39

Hallo,
ein schwieriges Thema für mich. Ich möchte versuchen, es mal kurz und knackig zu beschreiben. Ich bin 32 Jahre alt, männlich und bin sehr behütet erzogen worden. Dennoch sehr liebevoll, meine Eltern haben meiner Ansicht nach alles richtig gemacht. Bis auf dass ich zu angsterfüllt erzogen wurde. Mir wurden wahnsinnig viele Ängste eingeredet, ich und meine Schwester waren beide Spätzünder und sind es noch heute. Mit dem Unterschied, dass meine Schwester ihren Partner bereits mit 19 kennengelernt hat und seit knapp 10 Jahren superglücklich vergeben ist. Mittlerweile verheiratet mit Kindern.

Ich habe große Verlustängste, ich habe große Unsicherheiten. Das sieht man mir nicht an, ich habe einen soliden Posten als Akademiker, sehe (den Frauenmeinungen nach sogar recht gut aus, bin sehr sportlich). Ich achte auf mich, bin sogar ein wenig eitel....ein Außenstehender würde denken, der macht so einiges klar. So ist es keinesfalls.

Mit meinen 32 Jahren hatte ich gerade einmal eine 5 Jährige Beziehung, Jugendliebe. Ging nach dem Abi in die Brüche, dann jahrelang garnichts, irgendwann wieder aus meinem Dornröschenschlaf erwacht und hatte dann eine kurze Beziehung von 1 Jahr, ging einfach nicht gut.

Nun habe ich vor einem halben Jahr eine wirklich tolle Frau kennengelernt. Sie war von Beginn an an mir interessiert, wir begegneten uns das erste Mal bei uns in der Firma. Ich fand sie toll, sie mich glaube ich auch. Wir verbrachten oft die Pause mit einander, dann privat. Irgendwann küssten wir uns bei mir zu hause, als wir uns zum gemeinsamen Kochen verabredeten. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, eine super anständige Frau, ebenso konservativ wie ich selbst, vor mir zu haben.

Nach und nach erzählte sie mir von ihrer Vergangenheit, die - sachlich betrachtet - eigentlich vollkommen normal ist, so meine Ansicht. Fast alle haben mal gekifft, exzessiv Party betrieben, mal ne Pille eingeschmissen oder mal mit total merkwürdigen Partnern Sex gehabt.

Ich allerdings nicht, nicht weil ich nicht durfte, sondern weil ich nicht mochte, weil ich keinen Bedarf danach habe.

Die Frau, um die es geht, hat es in der Vergangenheit schon ordentlich krachen lassen, mit ihren 29 Jahren hat sie glaube ich mehr erlebt, als ich je noch erleben kann. Ich habe keinen Nachholbedarf. Überhaupt nicht. Ich beneide sie nicht, sie selbst beschreibt viele Erlebnisse als absolut überflüssig.

Nun sind wir seit knapp 2 Monaten zusammen gekommen, ich habe mich schon lange verliebt, spüre Emotionen zu ihr, wie nie zuvor, diese Frau macht mich im positiven Sinne wahnsinnig, ich vermisse sie jede Sekunde, ich möchte genau so wie sie mit mir, mit ihr eine Beziehung führen. Wir haben gleiche Einstellungen zur Beziehung, fühlen uns sehr wohl mit einander.

Und jetzt kommt mein Problem: Ich habe eigentlich sachlich betrachtet keines. Doch ich erwische mich wie bereits in meiner letzten Beziehung, die ich meiner Ansicht nach kaputt gemacht habe durch Zerrederei von Dingen, die keine Probleme waren oder sind.

Ich grabe Leichen aus der Vergangenheit aus und ertrage dann deren Anblick nicht, frage bis ins Detail nach ihren Ex Freunden, Affären und wühle förmlich in der Vergangenheit, fast so als ob ich daran Spaß hätte, mich selbst zu quälen, so ist es aber nicht.

Mittlerweile kann ich mit meiner Freundin nicht mehr schlafen, weil ich vor Augen habe, dass sie knapp 2 Wochen, bevor wir uns kennen gelernt haben, noch Sex mit einem ziemlich ungebildeten Typen aus einem Sportverein hatte. Das empfand ich ab dem Zeitpunkt, zu dem ich es erfahren habe, so ekelerregend, dass ich keinen Sex mehr mit ihr haben kann.

Diese Frau hat mich noch nie belogen, nie betrogen, ich habe nie eine so liebevolle Frau kennengelernt, die mich begingungslos liebt und ich mich so wohl fühle mit ihr.


Doch ich glaube ich bin dem Glück nicht gewachsen. Ich breche Streit vom Zaun aus dem Nichts, ich frage dann so lange nach irgendwelchen LSD Erfahrungen, ergöze mich dann an ihrer Ehrlichkeit und mache ihr das zum Vorwurf.

Ich ertappe mich, dass ich mich fast so verhalte, als sei dies alles, ihre Affären, Drogenerfahrungen und Blödsinnigkeiten während unserer Beziehung passiert wären, sind sie nicht.

Ich weiß selbst, ich sollte den Bogen nicht überspannen, sonst läuft sie mir weg, was ich keinesfalls möchte. Einerseits interessiert mich ihrer Vergangenheit, was sie so geformt hat, wie sie heute ist, andererseits halte ich dann die Wahrheit nicht aus. Ich drehe mich da im Kreis. Erfahre ich nichts, schalte ich mein Kopfkino ein, das ist meist noch krasser als die Realität und dann klärt sie mich auf über die Wahrheit, die Realität und auch das halte ich dann nicht wirklich sachlich aus.

Ich komme mir manchmal vor, wie ein unreifer Teenager. Ich bilde mir manchmal ein, nur weil ich nichts im Leben erlebt habe (auch kein Bedürfnis danach hatte oder habe) dürfen alle anderen das auch nicht gehabt haben, andernfalls gelten sie als unanständig.

Wem habe ich das zu verdanken? Meinen Eltern. Insbesondere meiner Mutter. Sie hält mir trotz meines Alters bei Besuchen immernoch Vorträge, wie schädlich rauchen ist, wie schlimm die drogenabhängige Jugend, die sexsüchtigen Frauen und untreuen Leute heute sind. Mich nervt das, aber gleichzeitig beeinflusst es mich auch.

Ich habe nun jemanden kennengelernt, der so gut wie kein "vorgegebenes" Kriterium erfüllt, also der quasi nach meinen Erziehungsmaßstäben nicht brav erzogen wurde, sondern aus der Linie ausgebrochen ist.

Jetzt beißt sich meine Liebe zu dieser Frau zu meinen moralischen Erziehungsaspekten.

Psychologische Hilfe habe ich mir schon geholt, aber die Terminvorlaufzeiten sind enorm und Wahnsinn.

Wer von euch kann mir einen Rat geben. Ich will diese Frau nicht verlieren, will auch nicht ständig sinnlose Diskussionen vom Zaun brechen. Andererseits möchte ich wieder unbefangen küssen können, Sex mit ihr haben können, ohne ständig an Dinge zu denken, die sie vielleicht haben unanständig werden lassen, ohne an Affären oder andere Kerle zu denken, die vor mir an meiner Stelle waren.

Furchtbare Situation, für viele sicher Luxusprobleme, für mich aber elementar, denn eines ist gewisse, wenn ich so weiter mache, wird sie mich irgendwann verlassen, das ist in meiner letzten Beziehung auch so gegangen, mit dem Unterschied, dass meine Emotionen damals deutlich geringer waren.

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6. Dezember 2013 um 22:39


Irgendwie ist es exakt das.
Ich frage, es kommt eine Antwort. Es ist nicht so die Sache an sich, die entscheidend ist, sondern wirklich mehr die Frage "Kann ich das auch bieten, kann ich ihr hier gerecht werden" und interessanterweise habe ich schon häufig gefragt, ob es sie stört, dass ich, weniger Partnerinnen hatte, keine dieser Erfahrungen, ob sie das Verlangen hat, erneut diese und jene Sachen zu erleben.

Sie hat geantwortet, offen und sehr interessant, nein, sagte sie, gerade weil ich diese Dinge nicht gemacht habe, unterscheide ich mich von ihren bisherigen Freunden, sie hat damit abgeschlossen, es zwar probiert, aber für sich als schlecht befunden. Klang verdammt plausibel. Sie meinte, dass sie bei mir das Gefühl habe, ich habe Ahnung vom Leben, wisse eben was ich wolle ohne es zu probieren. Viele ihrer Erfahrungen bezeichnet sie als überflüssig und sei auch wenig stolz darauf. Rückgängig machen könne sie es aber dennoch nicht, sie wisse es zu schätzen, dass ich sie so akzeptiere.

Andererseits bin ich irgendwie froh, dass sie sich ausgetobt hat und wirklich scheint zu wissen, was sie möchte. Da müsste sie eher umgekehrt Befürchtungen haben, wobei ich wiederum das Gefühl habe, mit ihr nochmal komplett meine Jugend durchleben zu können, ohne dass sie sich ihrerseits nochmals zurück versetzt fühlt. Eigentlich eine Win - Win Situation für uns beide.

Beispiel: Sie steht scheinbar total auf meine Art von Sex, ich persönlich fand das immer Standardsex, mehr hab ich nicht zu bieten. Sie kennt es anders, sie kennt typischen Hardcoresex, den ich nicht kenne, aber auch irgendwie nicht kennenlernen möchte. Sie kann es mir zeigen, falls ich auf den Geschmack komme, aber sie steht eigentlich auf Softsex, zum es mal konkret zu machen. Irgendwie merkwürdig, perfekt ergänzt und ich suche hier Probleme, Streitpunkte und Themen, obwohl das alles super passt.

Mir fehlt in dieser Beziehung nichts und sie gibt an, sie sei dermaßen glücklich, mich gefunden zu haben......es spricht eigentlich alles für sie, ich denke ich sollte vielleicht einfach aufhören, Dinge zu hinterfragen, die nichts mit Gegenwart und Zukunft zu tun haben.

Ich habe die merkwürdige Art zu glauben, dass sie mich mit ihrer Vergangenheit hintergangen hat, als sei die in den letzten paar Tagen abgelaufen, ich fühle manchmal eine ihrer Affären präsent, wenn sie allein davon nur erzählt, obwohl sie das nicht einmal bildlich tut, sondern beiläufig, sehr unemotional, unbedeutend und auch nur, weil ich es zwingend wissen möchte. Ich dagegen habe manchmal das Gefühl in dem Moment, als sei die Affäre drüben im Bett gewesen vor wenigen Stunden und ich fühle mich hintergangen.

Möglicherweise bin ich auch schon zu lange Single und nicht mehr gewohnt, dass andere Menschen eben Affären, Partner oder Erfahrungen gemacht haben, wo bei mir der totale Stillstand geherrscht hat. Diesen aber kann ich beim besten Willen nicht von der Menschheit um mich herum erwarten, ich muss hier irgendwie mal klar im Kopf werden, fällt mir verdammt schwer.

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7. Dezember 2013 um 14:50

Ich kann dich gut verstehen!
Die allermeisten Menschen machen total dämliche, unnötige Fehler in ihrem Leben - die einen mehr, die anderen weniger. Die einen definieren dies als Affären, Drogen etc., die anderen haben vielleicht einfach nur zu viel Zeit an den falschen Menschen verschwendet.
Im Prinzip ist das aber irgendwo auch total egal. Ja, du hast Recht, wenn du schreibst, dass ihre Erfahrungen sie geformt haben. Aber wenn dich das Wissen um ihre Vergangenheit so quält, dann stopp dich selbst! Das Wichtigste ist nicht ihre Vergangenheit, sondern das Hier und Jetzt. Wenn sie dich aufrichtig liebt, wenn sie dich glücklich macht, wenn dein Herz lacht, wenn du sie siehst - was spielt es für eine Rolle?
Besinn dich auf das Positive, genieß jeden Moment mit ihr und vertrau auf das Gute, was euch verbindet - nur so habt ihr eine Zukunft.

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7. Dezember 2013 um 15:00

Ich kann ja auch nur ins Blaue hinein raten
aber kurz und knapp scheint es mir so, als würdest du eigene Probleme über diese Frau hinüberstülpen. Ich glaube nicht, dass du unbedingt deine Freundin selbst meinst, wenn du diese Vorwürfe vom Stapel lässt, weil du ja selbst sagst, dass du nüchtern betrachtest gar kein Problem damit hast, sondern dass du das alles vielleicht jemandem ganz anderes sagen möchtest, dem du dich das zu sagen nicht traust. Vielleicht sogar auf eine ganz andere Weise.
Eventuell solltest du mal ein inneres Zwiegespräch zwischen dir und deiner Mutter suchen, so gespielt, wie es wäre, wenn du ihr mal sagen würdest, dass sie mit ihren Vorwürfen mal die Luft anhalten soll, denn ohne es zu wissen, beschimpft sie ja deine Freundin mit ihren Aussagen, und du scheinst ja auch nicht wirklich hinter diesen Aussagen zu stehen, die du quasi deiner Mutter im Streit mit deiner Freundin nach dem Mund redest.
Vielleicht ist das der missglückte Versuch von Abkapselung zu den Idealvorstellungen deiner Mutter an dich und deine Partnerin, den du bisher nicht vollzogen hast, aber gerne würdest.
Ich bin kein Psychologe, aber solche Phänomene soll es geben. Denk mal drüber nach und probier es aus, vielleicht hilft es.

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7. Dezember 2013 um 16:03

Angst
du hast angst, diese angst koennte im unterbewusstsein mit deiner mutter zusammenhaengen die dich vor allem gewarnt hat. du solltest lernen ueber deinen schatten zu springen und alle regeln ueber bord zu werfen die dir deine eltern mitgegeben haben. vertraue auf deine gefuehle, dein kopf ist viel zu maechtig und deine innere moralische instanz fast unueberwindbar. arbeite daran.

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7. Dezember 2013 um 18:43

Natuerlich,
der weg zum psychologen ist aber langwierig und steinig ein weiteres problemchen duerfte es sein den richtigen zu finden.
oft denkt man die eigene kindheit waere gut und behuetet gewesen. war sie ja vielleicht auch aber beides kann sich spaeter schlecht auswirken. ueberbehuetet bedeutet zuviel angst und d. h. dann wieder mangelndes vertrauen ins kind bzw. mangelnde liebe. schreiben - erkennen - handeln !

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7. Dezember 2013 um 18:57
In Antwort auf dianne_12374856

Ich kann dich gut verstehen!
Die allermeisten Menschen machen total dämliche, unnötige Fehler in ihrem Leben - die einen mehr, die anderen weniger. Die einen definieren dies als Affären, Drogen etc., die anderen haben vielleicht einfach nur zu viel Zeit an den falschen Menschen verschwendet.
Im Prinzip ist das aber irgendwo auch total egal. Ja, du hast Recht, wenn du schreibst, dass ihre Erfahrungen sie geformt haben. Aber wenn dich das Wissen um ihre Vergangenheit so quält, dann stopp dich selbst! Das Wichtigste ist nicht ihre Vergangenheit, sondern das Hier und Jetzt. Wenn sie dich aufrichtig liebt, wenn sie dich glücklich macht, wenn dein Herz lacht, wenn du sie siehst - was spielt es für eine Rolle?
Besinn dich auf das Positive, genieß jeden Moment mit ihr und vertrau auf das Gute, was euch verbindet - nur so habt ihr eine Zukunft.

Kann ich absolut
Unterzeichnen!!!!!

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7. Dezember 2013 um 18:59

Das stimmt
Allerdings kann man - und je älter man wird, desto schwieriger wird es - nicht jede Minute Vergangenheit des Partners bzw. Der Partnerin bis ins Klein Klein aufarbeiten und so verstehen, als sei man 'live' mit dabei gewesen. Das kann man einfach nicht. Und ich bin auch der Ansicht, manches belastet mehr, als es was bringt, weil der bzw. Die jenige Gegenüber einfach vieles missinterpretieren könnte.

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7. Dezember 2013 um 22:36

Ich will dir Mut machen...
Erstens, ich finde es gut, dass du zum Psychologen gehst. Ängste können sehr gut behandelt werden.

Meine einfache Frage ist: Warum redest du bitte nicht mit ihr? Erzählst ihr, wie uns, warum du so bist. Ich bin sicher, wenn sie dich gerne hat, wird sie es verstehen und dir helfen, daran mit dir zu arbeiten.

Zudem bekommt sie die reelle Chance Stop zu sagen. Immer wenn deine Fragen ihr zu weit gehen, kann sie Stop sagen und gehen.

Dann hast du Zeit, dir in Ruhe Gedanken zu machen dich zu beruhigen und dann könnt ihr ja euch wieder sehen.

Ich weiß in der Arbeit ist das sehr schwierig, aber nur so schaffst du es langsam aus dieser Situation rauszukommen.

Versuche dir, das ganze Bewusst zu werden und überlege dir ein Verhalten was dir und ihr besser gefallen würde. Versuche dieses Verhalten an den Tag zu legen.

Das braucht Zeit, ist aber die einzige Chance für euch!

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8. Dezember 2013 um 6:24

Sehe ich genauso
Gut geschrieben!!!
Ich würde hier auch die Ursache des Problems erklären und keine symptomatischen Fragen stellen. Denn daraus wird sie nie verstehen, wo das Problem liegt.

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8. Dezember 2013 um 6:34

Theorie und Praxis
Im Kern hast du vollkommen Recht. Mal auf ein blödes Beispiel heruntergebrochen, wenn er sich in einer Second Hand Hose unwohl fühlt, sollte er die gleiche Hose neu kaufen.

Aber bei Menschen ist das anders. Wenn er mit ihrer Einstellung aus der Vergangenheit nicht klarkommt, was ich nochmal betone, denn wenn sie in der Gegenwart keinen Anlass zur Beunruhigung gibt, sollte die Vergangenheit kein Thema sein.....dann kann er hier nicht los ziehen und diese Frau quasi unverbraucht irgendwo 'bestellen'... wenn es die grosse Liebe ist, würde er die hier sausen lassen, weil sein Kopf dieser Frau zwanghaft Untreue unterstellt. Hört sich für mich auch so an, als sei die Verlustangst gerade daher so hoch, weil er sie so gern hat. Fatal, wenn er seiner Angst (die unbegründet ist) nachgeben würde und los zieht und eine Frau sucht, wo die Vergangenheit halt passt. Den Fehler hab ich in anderer Hinsicht gemacht.
Da hab ich 'ne Freundin gehabt, die toll war, aber mein Hobby Sport nicht geteilt hat. Tja, dann hatte ich eine, die das Hobby teilt und stelle fest, dass aber alles andere nicht passt.

Man kann sich keine Partnerin bestellen, backen, wo einfach alles von Beginn an passt.
Ich denke, das Thema Vergangenheit ist irgendwann selbst Vergangenheit und dann ist er auch freier im Kopf, aber ich würde über die Sache sprechen...keine konkreten Leichen aus der Vergangenheit ansehen, sondern eher über seine Ängste reden.

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8. Dezember 2013 um 7:12

Dein Rat
War bzw. Ist in meinen Augen gut. Sehr treffend beschrieben, exakt das Problem kenne ich wie viele andere auch, man hört etwas, es fühlt sich an, als wäre die Affäre gerade noch im Nebenzimmer und der Erzähler kann die Panik/Angst garnicht teilen, weil er weiss, dass das vorbei ist, vielleicht bedeutungslos. Jetzt gibt es Menschen, die schaffen es, etwas beruhigend zu erzählen und andere erzählen es so, dass hinterher mehr fragen auftauchen als es Antworten gab. In einer Beziehung sollte man keine negativen Spannungen dadurch aufbauen.

Du schreibst das Entscheidende: Er muss lernen, die Eifersucht zu handeln, ein normales Maß zu finden. Denn es scheint in der Tat so, als dass ihn Verbotenes anzieht, die Frau mit den Dingen, die verboten sind oder waren. Die Problematik dürfte eher in ihm und seiner (unbegründeten) Eifersucht liegen als in den Partnerinnen. Klaro, die Schuld auf andere schieben ist immer einfacher. Aber nehmen wir an, er lernt eine Frau kennen, die mit 30 Jahren einen Freund hatte....ich weiss nicht, ob er mittels Eifersucht dann nicht wieder andere Spirenzien entwickelt von wegen, die hat Nachholbedarf, was weiss denn ich. Es gibt immer einen Grund, eifersüchtig zu sein und wenn der Grund nicht da ist, konstruiert man ihn.

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8. Dezember 2013 um 7:50
In Antwort auf sandor_11960200


Irgendwie ist es exakt das.
Ich frage, es kommt eine Antwort. Es ist nicht so die Sache an sich, die entscheidend ist, sondern wirklich mehr die Frage "Kann ich das auch bieten, kann ich ihr hier gerecht werden" und interessanterweise habe ich schon häufig gefragt, ob es sie stört, dass ich, weniger Partnerinnen hatte, keine dieser Erfahrungen, ob sie das Verlangen hat, erneut diese und jene Sachen zu erleben.

Sie hat geantwortet, offen und sehr interessant, nein, sagte sie, gerade weil ich diese Dinge nicht gemacht habe, unterscheide ich mich von ihren bisherigen Freunden, sie hat damit abgeschlossen, es zwar probiert, aber für sich als schlecht befunden. Klang verdammt plausibel. Sie meinte, dass sie bei mir das Gefühl habe, ich habe Ahnung vom Leben, wisse eben was ich wolle ohne es zu probieren. Viele ihrer Erfahrungen bezeichnet sie als überflüssig und sei auch wenig stolz darauf. Rückgängig machen könne sie es aber dennoch nicht, sie wisse es zu schätzen, dass ich sie so akzeptiere.

Andererseits bin ich irgendwie froh, dass sie sich ausgetobt hat und wirklich scheint zu wissen, was sie möchte. Da müsste sie eher umgekehrt Befürchtungen haben, wobei ich wiederum das Gefühl habe, mit ihr nochmal komplett meine Jugend durchleben zu können, ohne dass sie sich ihrerseits nochmals zurück versetzt fühlt. Eigentlich eine Win - Win Situation für uns beide.

Beispiel: Sie steht scheinbar total auf meine Art von Sex, ich persönlich fand das immer Standardsex, mehr hab ich nicht zu bieten. Sie kennt es anders, sie kennt typischen Hardcoresex, den ich nicht kenne, aber auch irgendwie nicht kennenlernen möchte. Sie kann es mir zeigen, falls ich auf den Geschmack komme, aber sie steht eigentlich auf Softsex, zum es mal konkret zu machen. Irgendwie merkwürdig, perfekt ergänzt und ich suche hier Probleme, Streitpunkte und Themen, obwohl das alles super passt.

Mir fehlt in dieser Beziehung nichts und sie gibt an, sie sei dermaßen glücklich, mich gefunden zu haben......es spricht eigentlich alles für sie, ich denke ich sollte vielleicht einfach aufhören, Dinge zu hinterfragen, die nichts mit Gegenwart und Zukunft zu tun haben.

Ich habe die merkwürdige Art zu glauben, dass sie mich mit ihrer Vergangenheit hintergangen hat, als sei die in den letzten paar Tagen abgelaufen, ich fühle manchmal eine ihrer Affären präsent, wenn sie allein davon nur erzählt, obwohl sie das nicht einmal bildlich tut, sondern beiläufig, sehr unemotional, unbedeutend und auch nur, weil ich es zwingend wissen möchte. Ich dagegen habe manchmal das Gefühl in dem Moment, als sei die Affäre drüben im Bett gewesen vor wenigen Stunden und ich fühle mich hintergangen.

Möglicherweise bin ich auch schon zu lange Single und nicht mehr gewohnt, dass andere Menschen eben Affären, Partner oder Erfahrungen gemacht haben, wo bei mir der totale Stillstand geherrscht hat. Diesen aber kann ich beim besten Willen nicht von der Menschheit um mich herum erwarten, ich muss hier irgendwie mal klar im Kopf werden, fällt mir verdammt schwer.

Kopf hoch
Ich denke du bist schon auf dem weg der Besserung.

Mein tip

1: um deine Beziehung zu halten . Lernen die klappe zu halten. Und immer daran denken das die Zeit nur in eine Richtung läuft.

2: and dir arbeiten: du hast das Problem und die Ängste schon erkannt (such weiter vielleicht finden sich noch andere Gründe, Ängste) um so öfter du drüber nachdenkst und dir die Ängste von allen Seiten anschaust und auseinander nimmst. Desto schwächer werden diese.

Versuche mal wenn die Eifersucht wieder aufflammt über diese rational nachzudenken.
(Nicht ganz einfach aber geht)



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8. Dezember 2013 um 7:58
In Antwort auf adonis_11843885

Kopf hoch
Ich denke du bist schon auf dem weg der Besserung.

Mein tip

1: um deine Beziehung zu halten . Lernen die klappe zu halten. Und immer daran denken das die Zeit nur in eine Richtung läuft.

2: and dir arbeiten: du hast das Problem und die Ängste schon erkannt (such weiter vielleicht finden sich noch andere Gründe, Ängste) um so öfter du drüber nachdenkst und dir die Ängste von allen Seiten anschaust und auseinander nimmst. Desto schwächer werden diese.

Versuche mal wenn die Eifersucht wieder aufflammt über diese rational nachzudenken.
(Nicht ganz einfach aber geht)



Sehr gut
1: um deine Beziehung zu halten . Lernen die klappe zu halten. Und immer daran denken das die Zeit nur in eine Richtung läuft.

Das gefällt mir für meine persönliche Situation sehr gut. Merke ich mir, danke für den Rat, bin in einer ähnlichen, vielleicht sogar deutlich krasseren Situation

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8. Dezember 2013 um 10:31

Überleg dir mal
Was deine Massstäbe sind, die deiner Eltern kennst du ja schon. Was ist dir wichitg. Ist es für dich wirklich kriegsentscheidend, wie ihre Vergangenheit war? Man muss nicht alles gut finden, was die Eltern als gut empfinden. Das musste ich für mich auch schon lernen. Und ich fühl mich seitdem extrem frei... Ich gestalte mein Leben nach meinen Massstäben. Du musst dir im Klaren sein, dass man als Kind Masstäbe braucht, aber dass du nun alt genug bist, selbst zu beurteilen, ob du die Massstäbe deiner Eltern als gut, wichtig, lebenswichtig erachtest oder ob es für DICH vielleicht andere Ansichten gibt, mit denen du DICH wohler fühlst. Die Zeiten in deinem Alter sind vorbei, wo man den Eltern gefallen MUSS

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4. April um 3:39

Hallo,ich grabe das nochmal kurz aus. Ich weiss dass der thread 7 Jahre alt ist, aber ich wüsste gerne, wie es dem Fragesteller in seiner Beziehung ergangen ist und ob er irgendwelche Tips hat. Ich habe nämlich ganz genau das gleiche "Problem". Egal was mir meine Freundin aus ihrer Vergangenheit erzählt, es gefällt mir nicht. Wenn sie mir von ihren Saufparties oder ihren männlichen Freunden erzählt, geht es mir immer unglaublich schlecht, ich werde sofort eifersüchtig und das merkt sie auch. Ich rupfe jede Geschichte komplett auseinander und zähle auf, was mir nicht gefällt. Dabei kann mir ihre Vergangenheit doch ganz ega sein? Ich weiss dass ich ihr vertrauen kann und sie hat mich noch nie direkt belogen. Trotzdem entwickelt sich bei mir so ein kleines Vertrauensproblem, was ich mir komplett selbst zuzuschreiben habe, weil ich einfach alles übel nehme was sie getan hat, mir aber doof vorkommt. Sie verheimlichte mir beispielsweise eine Zeit lang den (nur telefonischen) Kontakt zum Ex, und als ich das dann rausgefunden hab, gab es natürlich erstmal Drama. Obwohl das nüchtern betrachtet komplett albern ist. Ihr Ex wohnt in einem anderen Land, und sie hat es mir nur nicht erzählt, weil sie es für nicht wichtig empfand und mir meine Eifersucht ersparen wollte. Wir sind beide erst Anfang 20, seit fast 2 Jahren zusammen, und ich habe mit ihr schon oft über das "Problem" gesprochen. Aber bis jetzt haben wir keine Lösung dafür gefunden, sie hat von sich aus ihre "Partylust" und den Kontakt zu männlichen Freunden deutlich reduziert, aber irgendwie bringt es mir nix. Sie hat auch vorgeschlagen, mich zu so einer Party mitzunehmen, damit ich selber sehe wie es dort ist und damit ich ihre Kumpels kennenlerne. Doch ich will das gar nicht, ich habe gar keinen Bedarf daran zu feiern oder meinen Freundeskreis zu vergrössern. Ich gehe nicht gerne unter Menschen, und würde mich als Introvertiert bezeichnen.  Ich mache mir meine Probleme selber, und treibe unsere Beziehung damit in den Abgrund. Ich weiss dass ich sie nicht einschränken darf, dass sie nix falsch gemacht hat, dass sie immer ehrlich war und dass sie mich nie betrügen würde. Aber es gibt trotzdem jedes mal dieses blöde Gefühl, wenn ich zufällig eine Nachricht von einem ihrer Kumpel auf dem Handy sehe, oder mir auf sozialen Netzwerken ein Bild von ihr beim Feiern entgegenkommt. Ich rede mir selber ein, dass irgendetwas schlimmes hätte passieren können, und selbst wenn sie mir genauestens erzählt, was sie gemacht hat, ertrage ich das einfach nicht. Ich hoffe, dass wir das irgendwie hinkriegen, denn Schluss machen ist für meine Freundin keine Option, und ich will auch lieber daran arbeiten. Es geht mir teilweise echt schlecht, bleibe nächtelang wach und male mir alles aus, was mir meine Freundin verheimlicht haben könnte. Ich bin für jede Antwort dankbar, und tut mir leid, falls sich jetzt ein bisschen was wiederholt hat, aber ich fühle mich genau so wie der Fragesteller es beschrieben hat, und das ist leider das einzige, was ich im Internet zu exakt meinem Problem gefunden hab.  LG

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