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Konflikte, obwohl nur Freundschaft - 14 Jahre..

1. Juli 2007 um 11:50

Hallo ersteinmal!
Bin ja nun ganz neu hier im Forum, hatte allerdings gerade das dringende Bedürfnis mich hier anzumelden, da ich zufällig über diesen Teil des Forums gestolpert bin und das Gefühl hatte, dass das, was mich zur Zeit beschäftigt, hier sehr gut hineinpasst.

Zugegebenermaßen schreibe ich jetzt ein wenig am Thema vorbei, da es in diesem Unterforum ja um den Altersunterschied "in der Beziehung" geht. Hoffe aber, dass Ihr mir trotzdem weiterhelfen könnt.

Ich bin 18 Jahre alt, seit über 7 Monaten glücklich vergeben, habe einen Freund, der 2 Jahre älter ist als ich, und trotz einigen Konflikten, die entstehen, da wir mitunter charakterlich sehr ähnlich sind (Beispiel: Dickköpfigkeit, ist beim Nachgeben nach Zoff mitunter schwierig), läuft es mit uns immer besser.
Mein Freund nun hat einen sehr guten Kumpel, Freund - wie man will - der Anfang 30 ist. Verheiratet, zwei kleine Kinder. Und über die gemeinsame Freundschaft zu meinem Freund kamen auch wir uns näher.

Es ist schwer zu beschreiben, da ich meine kein kleines naives Dummchen zu sein, was auf einen Typen hereinfällt, der zugegebenermaßen ein großes Talent im Umgang mit Frauen hat. Er ist nicht extrem hübsch, aber er hat etwas, was ich nicht beschreiben kann. Er weiß, was Frauen wollen ohne Macho zu sein.
Die Balance zu finden ist jetzt schwierig, da ich Euch kein verzerrtes Bild von ihm geben will. Fakt ist auf jeden Fall, dass wir irgendwann immer mehr Kontakt zueinander gesucht haben. Einfach nur, um zu reden. Mal gemeinsam irgendwo was essen, völlig harmlos, mehr nicht.

Im Laufe der Zeit wurde es, das muss ich inzwischen auch zugeben, zuviel des guten. Wir sahen uns fast täglich, fuhren gemeinsam zum Einkaufen, hatten einfach Spaß. Ich bin vom Typ her nicht jemand, der draußen herumzieht, aber seine Initative, die manchmal bei meinem Freund fehlte, zog mich einfach mit. Vielleicht suchte ich auch jemanden, der etwas anders ist als die anderen. Jemanden, mit dem IMMER etwas passiert, was einem alleine nie passieren würde, da er weder schüchtern noch zurückhaltend noch kontaktscheu ist, allerdings ohne ein Proll zu sein.
Sagen muss ich dennoch: Ich bin weder in ihn verliebt noch sonstirgendwas. Klar flirten wir. Aber haben uns nie auch nur angefasst oder irgendetwas gemacht, was man als "unanständig" bezeichnen könnte. Wirklich gar nichts!

Mit unseren zunehmenden Treffen begann die Situation zu eskalieren. Wie oben schon erwähnt, ist er verheiratet. Und natürlich blieben auch seiner Frau unsere Treffen nicht verborgen. So gesehen waren sie schon "heimlich" und unter Vorwand von seiner Seite aus, und auch ich habe meinem Freund nicht immer von unseren gemeinsamen Aktionen erzählt.
Seine Frau begann Terror zu machen - für mich in einem gewissen Maße verständlich. Sie checkte seine SMS-Speicher (nochmal: Da war nichts extrem schlimmes dabei!), startete Spionageaktionen - bis sie uns eines Tages zusammen beim Spazierengehen erwischte.
In dem Moment wusste ich, wie sich Menschen fühlen, die in flagranti erwischt werden.. Sie machte eine riesige Szene (merke: Wir lagen nicht nackt im Gras; wir liefen ganz normal nebeneinander und redeten). Für mich war das der Zeitpunkt, wo ich ihm schrieb, dass unsere Freunschaft zum Scheitern verurteilt sei. Dass ich nicht möchte, dass sie eifersüchtig ist, dass sie ein Problem damit hat.

Am nächsten Tag zog er aus.

Mir erzählte er, dass sie ihm keine, wirkliche keine einzige Freunschaft erlaube, dass sie kein Vertrauen in ihn hätte, obwohl ihm seine Familie wirklich sehr wichtig ist. Einige Male hatte er bei unseren Spaziergängen seine kleine Tochter dabei, eineinhalb Jahre und so ein lieber Papa wie er ist ... da bezweifelt niemand, dass ihm vor allem seine Kinder wichtig sind. Aber das Verhältnis zu seiner Frau ist angespannt und wir redeten oft darüber. Ihre Kontrollsucht. Ihr mangelndes Vertrauen in ihn.

Zwar zog er nach wenigen Tagen wieder Zuhause ein und die zwei schienen ein klärendes Gespräch zu führen, worin er ihr nochmals sagte, dass wir wirklich nur Freunde seien, aber die Spannung blieb, denn auch meine beste Freundin (ohjeh, jetzt kommen wir gleich ins Kindergartenniveau - tut mir leid!) wurde eifersüchtig darauf (Tatsache ist, dass wir uns seit 17 Jahren kennen und wir wirklich viele Krisen überwunden haben - ist also realistisch sowas wie eine "Freundschaft fürs Leben"), dass er und ich viel unternahmen. Sprich: Das Gefühl in ihr, dass ich sie ersetzt hätte, zerstörte zum Teil die Freundschaft meiner Freundin und mir (wohl auch dadurch, dass SIE mich bei meinem Freund verpfiff - was er davon halte, dass ich soviel mit IHM unternähme. Meine Unehrlichkeit wurde bestraft, sorgte für zusätzlichen Stress. Eifersucht nun auch von meinem Freund. Allerdings vertraut mir mein Freund, hab ihm später alles erklärt und bin mittlerweile auch ehrlich.. Es gibt ja nichts zu verheimlichen.)

So gesehen ist das jetzt die Vorgeschichte.

Ich habe soweit versucht den Kontakt zu IHM abzubrechen. Wir sind nicht mehr zusammen unterwegs, schreiben zwar weiterhin lang und häufig übers Internet, aber Sehen ... nein, selten. Seine Frau eifersüchtelt weiter, meine Freundin hat sich von mir distanziert, obwohl ich vor allem, um die Freundschaft zwischen mir und ihr wieder herzustellen, den Kontakt zu ihm abgebrochen habe.

So langsam merke ich aber, dass mich das kaputt macht, dieses ewige Theater und irgendwo auch die nichtvorhandende Möglichkeit die Freundschaft auszuleben. Ihm geht es nicht anders. Gestern hab ich ihn gesehen - wenn ich das so sagen darf: Er sieht wirklich elend und fertig aus. Haben kurz geredet ... aber es fehlt das, was ihn ausmacht. Diese dauernde Fröhlichkeit, dieser Optimismus, diese schelmische irgendwie. Das tut mir so unendlich leid. Er meint, selbst seiner Frau wäre das schon aufgefallen..
Er ist nicht mehr so, wie er war.
Und ich fühle mich so maßgeblich daran beteiligt! -.-

Erschwerend kommt hinzu, dass wir in einer sehr kleinen Stadt wohnen, wo jeder jeden kennt und wo Mann und Frau sich entweder nicht kennen oder gleich eine Affäre am Laufen haben. Sich hier zu treffen war sowieso unmöglich, höchstens auf den Feldern zum Spazieren gehen. Außerdem scheint seine Frau nicht so wirklich ein eigenes Leben zu haben. Kaum jemanden, mit dem SIE mal unterwegs wäre oder so.
Mittlerweile schreibt sie eifrig mit MEINER Freundin via Internet. Wahrscheinlich reden sie darüber, wie oft er und ich wohl schon miteinander geschlafen haben! >.<
Und: Ich würde die Ehe zerstören. Hat mir meine Freundin so gesagt.. Wenn ER von seiner Frau aber dauernd am Zügel geführt wird (sie musste doch wissen, als sie ihn, den Großstädter, geheiratet hat, dass er gern flirtet, extrovertiert ist und sich auch sonst nicht in einer kleinen Stadt einsperren lässt..) ... da weiß ich nicht, ob ich das wirklich tue.

Ja.
Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn Ihr als Außenstehende dazu etwas sagen könntet.
Zerstöre ich die Ehe? Bin ich wirklich an allem Schuld? Ist es richtig den Kontakt zu verkürzen bzw. ihn mittlerweile dauernd "abblitzen" zu lassen, wenn er fragt, ob wir ein Stück spazieren gehen oder durch die Stadt bummeln oder einen Kaffee trinken ... und zu sehen, wie er so langsam zu Grunde geht? Wir können sehr gut reden, tiefgreifend und dumm ist er nicht. Er hat eben eine gewisse Reife mit seinen Anfang 30 und ich bin auch gerne manchmal etwas pseudo-intelektuell. Wir ergänzen uns perfekt, rein platonisch und freundschaftlich.
Aber wir dürfen nicht.
Was soll ich tun?

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2. Juli 2007 um 13:30

...
Es ist traurig das niemand versteht das es zwischen Mann und Frau nicht einfach ne normale Freundschaft geben kann!
Mal ehrlich, wärst du ein Mann, würde da kein Mensch ein Problem sehen...
Ich würde nicht sagen das du die Ehe zerstörst! Auf keinen Fall. Ihr redet doch nur! Eure Partner haben Null vertrauen in euch, wenn ihr euch nicht mal zum quatschen treffen dürft.
Redet mit euren Partnern, und stellt wirklich klar das da nix läuft und ihr euch einfach gut versteht! Warum soll man eine gute Freundschaft aufgeben nur wegen gequatsche von anderen?!
Wünsche dir viel Glück!

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3. Juli 2007 um 10:58

Also ich glaube
dass die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe fließend ist, und die Grenze kann überschritten werden, ohne dass es zunächst bemerkt wird, von denen die es betrifft. Das hat erstmal nichts damit zu tun, ob man nun miteinander ins Bett geht oder nicht.
Was ich auch blöd finde ist, dass die meisten Menschen der Meinung sind, man dürfe nur zu einem einzigen Menschen des anderen Geschlechts Beziehungen pflegen, da bricht dann wieder voll das Besitzstandsdenken durch. Denn es ist ja ziemlich unmöglich, in einem Menschen alles perfekt vereint zu finden, was man sucht. Aber ich glaube man sollte sich von der Meinung anderer nicht zu sehr beeinflussen lassen.

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3. Juli 2007 um 13:20
In Antwort auf david_12684191

Also ich glaube
dass die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe fließend ist, und die Grenze kann überschritten werden, ohne dass es zunächst bemerkt wird, von denen die es betrifft. Das hat erstmal nichts damit zu tun, ob man nun miteinander ins Bett geht oder nicht.
Was ich auch blöd finde ist, dass die meisten Menschen der Meinung sind, man dürfe nur zu einem einzigen Menschen des anderen Geschlechts Beziehungen pflegen, da bricht dann wieder voll das Besitzstandsdenken durch. Denn es ist ja ziemlich unmöglich, in einem Menschen alles perfekt vereint zu finden, was man sucht. Aber ich glaube man sollte sich von der Meinung anderer nicht zu sehr beeinflussen lassen.

Fließend?
Ersteinmal vielen lieben Dank für Eure Antworten..

@jfm991
Die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe kann fließend sein, da geb ich Dir recht. Allerdings ... meinst Du, dass ich aufpassen sollte, dass ich mich nicht in ihn verliebe? Oder hab ich das jetzt nur falsch verstanden?

Ich glaub, das wäre wohl schlimmste, was passieren könnte. Manchmal hab ich auch das Gefühl, dass es ein bisschen zu weit geht. Das Verbale, was wir reden. Eigentlich ist es ja Flax und nie ernst gemeint - von meiner Seite aus.
Weiß auch nicht.

Was die Freundschaften zwischen Mann und Frau angeht, ist es eben schwierig. Und wie schon erwähnt: Wäre ich ein Kerl, wäre das gar kein Problem. Mein Freund und er sind ja auch befreundet und da macht niemand so ein Theater. Ungerecht! *seufz*

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6. Juli 2007 um 12:25

Hallo liebe ikeakerze,
jetzt muss ich Dir zuallererst mal ein Riesen-Kompliment machen, für dein Alter bist du total rif und reflektiert in allem was du so sagst.
Ich kann deine Situation sehr gut nachvollziehen, da es mir auch schon ähnlich ging.
Es ist sehr schwer, anderen zu vermitteln ( v.a. den jeweiligen Partnern), dass man eben einfach einen Menschen kennengelernt hat, mit dem man sich so gut versteht, dass man Zeit miteinander verbringen möchte, weil man sich gegenseitig viel zu geben hat. Sofort gehen überall die Alarmglocken an, noch bevor man selbst überhaupt nur den Anflug eines "Hintergedankens" hegt.
Aber gerade jetzt, wenn es ihm wegen der gesamten familiären Situation so schlecht geht, wirst du doch das Bedürfnis haben, ihn zu unterstützen, durch Gespräche, dadurch dass du da bist.
Warum musst du dich vor allen rechtfertigen, wenn bisher nichts "passiert" ist, v.a. das kindische, eifersüchtige Verhalten deiner Freundin ist absolut inakzeptabel. Hör einfach darauf, was du jetzt gerne und von ganzem Herzen tun möchtest, sei es ihm helfen oder dich distanzieren, aber wenn du ehrlich zu dir selbst bist, kannst du nichts falschmachen. Viel Glück

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13. Juli 2007 um 23:43

Hmm...
Mein Gott, dann geh doch endlich! Was interessiert er Dich noch? Ich meine, Ihr hattet nicht mal Sex, also - treibs mit ihm, dann wirst Du sehen, ob es sich lohnt, ihn seiner Frau wegzunehmen. Wenns was wird - perfekt! Wenn nicht, hattest Du wenigstens noch eine schöne Erinnerung.

Oder lass es ganz - er wird sowieso nichts anderes wollen, als Sex... irgendwann... (vertrau mir, ich bin ein Mann, ich weiss das aus Erfahrung. Wenn Du was anderes glaubst, bist Du ganz einfach naiv!)

Platonische Freundschaften gibt es nur zwischen Gleichgeschlechtlichen, obwohl selbst da manchmal die Triebe überwiegen können - schliesslich ist man ja oft genug zusammen. Ganz einfache, logische chemische Reaktionen (Gewohnheitstheorie usw.)

(Gleichgeschlechtlichen? Schreibt man das so??? Na, ist schon spät... da darf man das *smile*)

Also, wenn Du wirklich einen objektiven Rat willst - Du hast zwei Möglichkeiten. Erstens - schlaf mit ihm, zweitens, lass ihn in Ruhe. Alles andere ist nur Krampf, und damit machst Du ihn, seine Ehe und Dich selbst auch kaputt. Wenn Du mit ihm schlafen willst, dann kann daraus was Schönes wachsen, denk auch mal daran. Und kaputt machen kannst Du damit nicht wirklich was - Eure "Beziehung" leidet sowieso, seine Beziehung mit seiner Frau leidet auch unter Dir. Oder zieh endlich den Schlussstrich. Doch entscheide Dich bald...

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15. Juli 2007 um 1:38

So etwas funktioniert nicht
Ihr seid das Beste Beispiel. Guck mal wie es anfing und wie weit Ihr schon gekommen seid.
Besser er kümmert sich so um seine Frau und gönnt ihr den gleichen Spaß den er mit Dir hatte.
Solche Beziehungen bringen früher oder später immer Probleme, spätestens dann wenn es doch funkt, bzw. einem bewußt ist das dies schon lange der Fall ist.
Angenommen es hätte noch niemand bemerkt, so viel Freude und eine Art Liebe wie zwischen Euch ist, da kann es auch noch zu etwas anderem kommen.
Nicht nur Du bist Schuld sondern vor allem auch dieser Mann.
Er sollte seine Energie was Beziehung betrifft, lieber in seine Ehe stecken, so kann es nämlich richtig schön werden, anstatt seinen Spaß mit einer anderen Frau zu haben.
Ein verheirateter Mann sollte einem besser tabu sein. Manche wollen diesen sogar für eine "richtige" Beziehung. Und wenn sie ihn denn haben ist er plötzlich uninteressant oder es passiert einem das Gleiche, er ist dann schon wieder auf der Suche nach der nächsten.
Weißt Du ich bin inzwischen Muslima, und auch hier zeigt es sich mir mal wieder wie richtig der Islam ist.
Lebst Du nicht danach, so kommen solche Probleme.

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