Forum / Liebe & Beziehung

Komplizierte Kiste

5. Januar um 12:15 Letzte Antwort: 5. Januar um 13:04

Hallo,

mich plagen einige Gedanken und ich hoffe, dass es mir hilft einiges niederzuschreiben und vielleicht hatd er ein oder andere einen Tipp für mich!

Es geht um mich und meinen Freund. Wir kennen uns seit wir Teenies sind und hatten bereits einige gescheiterte Beziehungsversuche. Das Hauptproblem war immer die riesige Verlustangst und Unsicherheit beiderseits- dadurch sind beiderseits einige unschöne Dinge damals passiert (Lügen, Betrug, viel Leid und Schmerz). Jedesmal führte erneuter Kontakt (egal wie lang die Funkstille war) dazu, dass alles, was man sich in der Zeit ohne den anderen aufgebaut hatte (sei es eine andere Beziehung oder das Leben in einer anderen Stadt oder sogar einem anderen Land) unwichtig wurde und jeder hat seine Opfer gebracht, alles stehn und liegen lassen, es wurden rücksichtlos Herzen von anderen gebrochen, nur um mit und bei dem anderen sein zu können. Jedoch immer mit der Angst, dass man es wieder nicht miteinander "schafft" und das eigene Herz bricht.

Während der letzten Funkstille, die über viele Jahre ging, habe ich mich viel mit toxischen Beziehungen, der menschlichen Psychologie (mit Schwerpunkt auf Liebe und zwischenmenschlichen Beziehungen), dem Buddhismus sowie verschiedenen Krankheitsbildern beschäftigt. Ich bin in der Lage alles logisch und selbstreflektierend zu betrachten. Doch als wir uns dann wiedersahen war es, als hätte ich das, was ich die Ganze Zeit während seiner Abwesenheit als Gefühl der "Liebe" definiert hatte ein Witz. Wahrscheinlich war das was ich in der Zeit ohne ihn woanders hatte eher eine "gesunde" Form der Liebe. Ich hatte immer klare Grenzen, Regeln, die Kontrolle über alles und habe zwar bedingungslos und mit vollstem Vertrauen geliebt aber auch immer im Kopf gehabt, dass eine Trennung ein normaler Lauf der Dinge wäre, wenn es irgendwann doch nicht mehr funktioniert.

Nun haben wir uns wieder getroffen. Ein Stück älter und reifer. Trotzdem war es wieder um uns geschehen. Nun sind wir wieder nicht mit offenen Karten in die Sache rein. Es gab noch einige Lügen von damals die erst einige Monate später ans Licht kamen. Das hatte von beiden Seiten aus den Grund, dass man schlichtweg einfach Angst hatte der andere wäre dann wieder sofort weg. Diese Dinge liegen ca 5 Jahre in der Vergangenheit. Er hatte die Freundin die er nach mir hatte bereits während er mit mir zusammen war heimlich getroffen und ich hatte ihn kurz bevor wir uns getrennt haben betrogen. Dazu muss man sagen, dass das letzte Jahr Beziehung damals nur noch die Hölle war. Wir haben uns täglich heftigst gestritten und kamen aber auch nicht voneinander los. Ich denke ohne dieses herausziehen durch eine jeweils 3. Person hätten wir uns sogar noch länger und schlimmer geschadet.

Es fühlt sich mit ihm so unglaublich richtig an, aber die Angst und die ganzen Fragen (Was hat er noch alles damals gemacht? ich glaube absolut nicht, dass er sich damals "nur" mit ihr getroffen hat- ich bin ja nicht blöde). Aber letzendlich ist es doch auch eigentlich völlig egal. Das ist alles ewig her und mittlerweile weiß man mehr was man am anderen hat und wir sind auch in einem Alter in dem man schlichtweg weiß was man will. Das war mir damals garnicht so bewusst und ihm auch nicht. Man hatte sich, man liebte sich, aber man dachte eben auch nicht daran, dass man das was man beim anderen fühlt eben so nicht wieder finden wird.

Ich möchte die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen. Wenn mir das Szenario von damals, dass er sich mit ihr heimlich getroffen hat, in den Kopf schießt, dann beeinflusst mich das so extrem, dass ich an nichts anderes mehr denken kann, schlecht schlafe und einfach nur traurig bin. Da hilft mir meine ganze Logik nicht. Selbst nicht, dass ich weiß, dass ich damals nicht viel besser war und auch Mist gebaut habe statt mich zu trennen. Ich denke dann aber "ja ich hab mich aber kurz nach dem fremdgehen getrennt und er hat sich MONATELANG mit ihr getroffen und ist am selben Tag noch bei mir gewesen und war noch dreist genug mir in der Zeit Lügen zu unterstellen". Dabei weiß ich, dass ich mich geändert habe- so wie er und er zb gibt mir auch keinen aktuellen Grund jetzt an seiner Ehrlichkeit und Ernsthaftigkeit zu zweifeln.

Habt ihr Tipps wie ich daran arbeiten kann? Ich WILL die Vergangenheit Vergangenheit sein lassen und ich WILL nicht, dass mich das beeinflusst. Nicht aus Dummheit mit der Überzeugung, dass nie wieder irgendwas passiert (denn man hat nunmal nicht das Verhalten des anderes Hand) aber gerne das Risiko in Kauf nehmend.

Lieben dank fürs Lesen

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5. Januar um 13:04

Ich empfehle, das professionell aufzuarbeiten warum Du da nicht abschließen kannst.
Allerdings verstehe ich nicht, was Verlustangst und Unsicherheit damit zu tun haben, dass man skrupellos und verletzend mit einem geliebten Menschen umgeht. Vor allem, nicht nur Euch beide betreffend sondern eben auch die jeweils erwähnten partner, die Ihr ja wohl so einfach sitzen gelassen habt wenn wieder eine neue Episode bei Euch anstand

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