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Komplexe Persönlichkeit

11. April 2016 um 5:36 Letzte Antwort: 28. April 2016 um 8:09

Mein Freund - 55 Jahre und selber Mediziner - liebt mich auf der einen Seite sehr. Auf der anderen Seite hat er Seiten an sich, wo ich oft denke, ich kenne ihn überhaupt nicht. Er neigt zum einen zu Jähzorn. Zum anderen reagiert er oft auf andere Menschen völlig unverhältnismäßig. Wir waren z.B. neulich auf dem Geburtstag meiner Nichte. Es waren ca. 30 Leute dort und er war nach einer harten Arbeitswoche nicht gut draut.
Dann fing er an auf Kleinigkeiten hoch agressiv zu reagieren.
Wenn Ihn jemand nicht korrekt begrüßte (Die Jungs waren 18...), wenn er jemandem vorgestellt wurde und dieser ihm nur gerade Hallo sagte und sich wieder seinen Gesprächspartnern zuwandte (Kommentar ... ), der Ehefrau gab er erst gar nicht die Hand, weil er meinte, sie hätte ihm gar nicht richtig in die Augen geschaut ("Wenn ich so eine Tusse schon sehe, weiß ich Bescheid") und so ging es weiter. Ich war nur noch damit beschäftigt, ihn irgendwo wegzuziehen und zu beruhigen. Zuletzt zitterte ich schon wie Espenlaub. Wenn er sich unterhielt, fielen immer wieder die Worte "Arsch" oder "Halts Maul" oder ähnlich, und das obwohl er Akademiker ist und großen Wert auf seinen Titel legt.
Ich hatte auf halb zehn ein Taxi bestellt, damit wir bloß heimkommen und dann hat er in dieser Zeit etwas gemacht, wo ich erst Tage später, nachdem ich darauf angesprochen wurde, es herausbekommen habe.

Ein Junge - 18, Freund meines Sohnes, Patenkind meiner Schwester - wurde von Ihm beschimpft, weil er vor ca. 1 Jahr angeblich etwas über seinen Alkoholkonsum zu seiner Tochter gesagt haben soll. Das ganze vor deren Mutter und meiner Schwester. Dabei hat er sich wohl so im Ton vergriffen, dass die Mutter sich eingemischt hat und ihm natürlich klar machen wollte, dass er so nicht mit ihrem Sohn sprechen könne. Daraufhin hat er sie ebenfalls angegriffen - und meine Schwester sagte, es war unterste Schublade.

So etwas ist schon häufiger passiert. Nun hat es direkt meine Freunde betroffen. Ich bin zutiefst verzweifelt.
Am nächsten Tag war er wieder total lieb und fürsorglich.

Ich habe Angst, meine Freunde und Familie zu verlieren, weil dieser Mann solche Aussetzer hat. Ich habe aber auch Angst, dass er sich etwas antut, wenn ich ihn verlassen würde.

Ich brauche dringend einen Rat.

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11. April 2016 um 6:43

Moin
Wie Du schreibst, kommen solche Aktionen oft vor. Ob man da verharmlosend noch von einer "komplexen" Persönlichkeit reden kann?

>>> Ich habe aber auch Angst, dass er sich etwas antut, wenn ich ihn verlassen würde.

Ist das die primäre Grundlage für die Aufrechterhaltung Eurer "Partnerschaft"?

Ja, scheint eine sehr "komplexe" Persönlichkeit gegeben zu sein.

Vielleicht solltest Du Deinen Helferkomplex nur im Beruf ausleben und Dir nicht noch dringend therapiebedürftige Pflegefälle fürs Privatenleben an Land ziehen?

Pacjam

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11. April 2016 um 6:57

@Morgen Pac hast du dein Spiegelbeld erkannt
Nö, mal wieder Dein infantiles selbäär-sälbäär-ätschi-bätschi.



Pacjam

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12. April 2016 um 5:48

Guten Morgen
Hallo zusammen,

vielen Dank für eure Antworten. Ich bin echt berührt und bin auch schon viel ruhiger geworden. Ich glaube, wir sind zum einen wahrscheinlich wirklich nicht kompatibel im Hinblick auf soziale Kontakte. Dazu kommt noch dieses cholerische Temperament. Ich werde diese Woche ein klärendes Gespräch suchen und euch auf jeden Fall auf dem laufenden halten. Hella

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12. April 2016 um 11:55

Liebe Hella,
für so ein schlechtes Benehmen Deines Lebenspartners, würde ich mich auch grundtief schämen, auch wenn dies mit Dir persönlich, absolut nichts zu tun hat.

Er verlangt, dass man ihm mit Respekt begegnet, aber umgekehrt benimmt er sich wie ein vulgärer Flegel, den anderen gegenüber:

" Wenn er sich unterhielt, fielen immer wieder die Worte "Arsch" oder "Halts Maul" oder ähnlich,..."

Er ist nicht nur ein Wüterich und Choleriker par excellence, sondern er ist zugleich auch eine gespaltene Persönlichkeit, der ihr narzisstisches Ego, über alles geht.

Und es ist nicht zu erwarten, dass er sich diesbezüglich ändern wird, ganz im Gegenteil, es wird mit der Zeit immer schlimmer mit ihm.

Es liegt ganz allein bei Dir, ob Du so ein cholerisches Verhalten Deines Freundes, weiterhin tolerierst, oder sogar deswegen, eine Trennung in Erwägung ziehst.

Denn, wenn Du auch noch soviel mit ihm darüber sprichst,
letztendlich, wird sich NICHTS ändern, bis auf die paar Tage wo er sich etwas zurücknimmt.

Wünsch Dir alles GUTE

die mishiko'



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12. April 2016 um 12:08
In Antwort auf an0N_1302367899z

Liebe Hella,
für so ein schlechtes Benehmen Deines Lebenspartners, würde ich mich auch grundtief schämen, auch wenn dies mit Dir persönlich, absolut nichts zu tun hat.

Er verlangt, dass man ihm mit Respekt begegnet, aber umgekehrt benimmt er sich wie ein vulgärer Flegel, den anderen gegenüber:

" Wenn er sich unterhielt, fielen immer wieder die Worte "Arsch" oder "Halts Maul" oder ähnlich,..."

Er ist nicht nur ein Wüterich und Choleriker par excellence, sondern er ist zugleich auch eine gespaltene Persönlichkeit, der ihr narzisstisches Ego, über alles geht.

Und es ist nicht zu erwarten, dass er sich diesbezüglich ändern wird, ganz im Gegenteil, es wird mit der Zeit immer schlimmer mit ihm.

Es liegt ganz allein bei Dir, ob Du so ein cholerisches Verhalten Deines Freundes, weiterhin tolerierst, oder sogar deswegen, eine Trennung in Erwägung ziehst.

Denn, wenn Du auch noch soviel mit ihm darüber sprichst,
letztendlich, wird sich NICHTS ändern, bis auf die paar Tage wo er sich etwas zurücknimmt.

Wünsch Dir alles GUTE

die mishiko'



Werte Mishiko,
>>> auch wenn dies mit Dir persönlich, absolut nichts zu tun hat


Ich glaube schon, dass es was mit einem persönlich zu tun hat, mit welchen Leuten man sich abgibt und auf welche Personen man sich einlässt. Und zwar gerade auch partnerschaftlich. Das kann man m.E. wirklich nicht trennen und so tun, als ginge einen all das nichts an und hätte auch nichts mit einem zu tun, was jemand macht, auf den man sich freiwillig einließ.

Insofern meine ich:

Gerade WEIL es auch auf einen selbst zurückfällt, auf wen man sich einlässt, sollte man schauen, sich "kompatibel" einzulassen. Wenn beispielsweise der Partner immer wieder mit vulgären Aussetzern in einer Gesellschaft "glänzt", dann sollte man sich schon fragen, ob das mit einem selbst kompatibel ist und somit in Ordnung geht.

Ferner hat man auch persönlich etwas damit zu tun, inwieweit Bekannte, Freunde, Verwandte von einem selbst angegangen werden. Dass das Angiften auch noch vom Partner kommt, setzt dem Unterfangen noch die Krone auf.

Im Übrigen bin ich absolut davon überzeugt, dass es noch weitaus heftiger auf einen selbst zurückfallen wird, auf wen man sich da einlässt, denn ich gehe ganz klar davon aus, dass auch die TE - früher oder später - Zielscheibe der Aggressionen ihres Partners sein wird. Und wenn die TE dann vulgär angegangen wird, kann sie nun wirklich nicht mehr behaupten, damit "nichts zu tun zu haben".

Pacjam

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12. April 2016 um 12:33

Warte mal:
Dein Freund legt großen Wert auf das Wort "AKADEMIKER?" Was ist er denn? Magister, Doktor, Professor, Doktor Doktor? Sollte das der Fall sein, müsste er auch die Bücher von Jung gelesen haben. Da steht alles drin, was er wissen muss. Frag` Ihn mal, wie er seine Kindheit verbrachte, ob Er seine Eltern, mag/mochte. Arroganz und Überheblichkeit stammen meist aus einer Schüchternheit heraus, der man sich nicht bewusst ist. In Wirklichkeit überspielt man sie dadurch, wenn man aufbrausend und äußerst jähzornig zu seinen Mitmenschen ist. Wird dieser Mensch aber an seinem empfindlichsten Punkt getroffen, kann es sein, dass er Tränen in den Augen hat.

Liebe Grüße,

lib

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12. April 2016 um 13:06
In Antwort auf an0N_1296085199z

Werte Mishiko,
>>> auch wenn dies mit Dir persönlich, absolut nichts zu tun hat


Ich glaube schon, dass es was mit einem persönlich zu tun hat, mit welchen Leuten man sich abgibt und auf welche Personen man sich einlässt. Und zwar gerade auch partnerschaftlich. Das kann man m.E. wirklich nicht trennen und so tun, als ginge einen all das nichts an und hätte auch nichts mit einem zu tun, was jemand macht, auf den man sich freiwillig einließ.

Insofern meine ich:

Gerade WEIL es auch auf einen selbst zurückfällt, auf wen man sich einlässt, sollte man schauen, sich "kompatibel" einzulassen. Wenn beispielsweise der Partner immer wieder mit vulgären Aussetzern in einer Gesellschaft "glänzt", dann sollte man sich schon fragen, ob das mit einem selbst kompatibel ist und somit in Ordnung geht.

Ferner hat man auch persönlich etwas damit zu tun, inwieweit Bekannte, Freunde, Verwandte von einem selbst angegangen werden. Dass das Angiften auch noch vom Partner kommt, setzt dem Unterfangen noch die Krone auf.

Im Übrigen bin ich absolut davon überzeugt, dass es noch weitaus heftiger auf einen selbst zurückfallen wird, auf wen man sich da einlässt, denn ich gehe ganz klar davon aus, dass auch die TE - früher oder später - Zielscheibe der Aggressionen ihres Partners sein wird. Und wenn die TE dann vulgär angegangen wird, kann sie nun wirklich nicht mehr behaupten, damit "nichts zu tun zu haben".

Pacjam

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Ja, lieber Markus, Du hast vollkommen recht mit Deiner Behauptung

Ich dachte, sie hat insofern damit nichts zu tun, weil sie sich höflich und anständig anderen gegenüber benimmt, also ganz das Gegenteil von ihrem, diesbezüglich, rücksichtslosen Freund.

mishiko'

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12. April 2016 um 22:15

Seine Kindheit
@lightinblack

Ich kenne seine Eltern nicht, die sind schon lange tot. Allerdings hast Du recht, er hatte eine schwierige Kindheit mit einem Vater, der Arzt ist (Bruder ebenso) und Internat und alles, was wohl damals so dazu gehörte. Einen Besuch bei einer Psychologin hatte ich ihm letztes Jahr schon mal vorgeschlagen. Hat er dann auch angefangen, aber nach drei mal abgebrochen. Wahrscheinlich hat sie ihm etwas gesagt, was ihm nicht recht war. Ich bin aber - glaube ich - mittlerweile überfordert, die Probleme der Kindheit noch zu lösen.

Ich habe eine große Familie, zwei Kinder (denen er aber immer sehr korrekt begegnet ist) und mein eigener Vater war eigentlich das komplette Gegenteil von ihm.
Ich habe aber wahrscheinlich so ein Helfersyndrom, und muss jetzt selber lernen, mich zu schützen.

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12. April 2016 um 23:06
In Antwort auf an0N_1188941199z

Seine Kindheit
@lightinblack

Ich kenne seine Eltern nicht, die sind schon lange tot. Allerdings hast Du recht, er hatte eine schwierige Kindheit mit einem Vater, der Arzt ist (Bruder ebenso) und Internat und alles, was wohl damals so dazu gehörte. Einen Besuch bei einer Psychologin hatte ich ihm letztes Jahr schon mal vorgeschlagen. Hat er dann auch angefangen, aber nach drei mal abgebrochen. Wahrscheinlich hat sie ihm etwas gesagt, was ihm nicht recht war. Ich bin aber - glaube ich - mittlerweile überfordert, die Probleme der Kindheit noch zu lösen.

Ich habe eine große Familie, zwei Kinder (denen er aber immer sehr korrekt begegnet ist) und mein eigener Vater war eigentlich das komplette Gegenteil von ihm.
Ich habe aber wahrscheinlich so ein Helfersyndrom, und muss jetzt selber lernen, mich zu schützen.

Liebe Hella!
Helfersyndrom? Dann müsstest Du ja MEINE Freundin sein!

Irgendeinen Grund muss es geben, denn sonst WÄRE Er ja nicht so. Damit meine ich: Heute ist er der totale Choleriker, am anderen Tag der Fürsorgliche. Das herauszubekommen, gehört zum Schwierigsten überhaupt! Aber, es ist machbar!


Liebe Grüße,

lib

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28. April 2016 um 6:26

Trennung
Hallo zusammen,

ich habe nach einer Woche, die ich Abstand brauchte, mit ihm ein Gespräch über diesen Abend geführt. Er sah sein aggressives Verhalten mal wieder kein bisschen ein, vielmehr war er der Meinung, ich würde ihm in den Rücken fallen.

Da war überhaupt keine Einsicht. Er verließ am nächsten Morgen ohne Abschied die Wohnung. Am nächsten Abend kam die Aufforderung, die Schlüssel zurückzugeben. In dem Moment merkte ich, dass mir ein Stein von der Seele fiel, und ich mich endlich wieder anfing frei zu fühlen.

Ich hatte das als Trennung aufgefasst. Als wir uns zwei Tage später trafen - ich wollte ihm die Schlüssel zurückgeben - kam doch tatsächlich die Frage, was denn nun mit uns sei. Auf meine Antwort, ich sähe uns nun nicht mehr als Paar, war er völlig konsterniert. Ich denke, damit hatte er überhaupt nicht gerechnet. Seitdem habe ich über Whattsapp regelmäßig abwechselnd böse Nachrichten und dann wieder Nachrichten, in denen er sagt, dass er mich vermisst oder fragt, ob die Trennung wirklich definitiv sei. Aber diese wirklich bösen Whattsapp-Nachrichten bewirken bei mir nur, dass es keinen Weg zurück geben kann. Ich denke, Alkohol spielt bei ihm auch eine große Rolle.

Vielen Dank noch mal für eure Antworten, die mir eine echte Unterstützung waren.

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28. April 2016 um 8:09
In Antwort auf an0N_1188941199z

Trennung
Hallo zusammen,

ich habe nach einer Woche, die ich Abstand brauchte, mit ihm ein Gespräch über diesen Abend geführt. Er sah sein aggressives Verhalten mal wieder kein bisschen ein, vielmehr war er der Meinung, ich würde ihm in den Rücken fallen.

Da war überhaupt keine Einsicht. Er verließ am nächsten Morgen ohne Abschied die Wohnung. Am nächsten Abend kam die Aufforderung, die Schlüssel zurückzugeben. In dem Moment merkte ich, dass mir ein Stein von der Seele fiel, und ich mich endlich wieder anfing frei zu fühlen.

Ich hatte das als Trennung aufgefasst. Als wir uns zwei Tage später trafen - ich wollte ihm die Schlüssel zurückgeben - kam doch tatsächlich die Frage, was denn nun mit uns sei. Auf meine Antwort, ich sähe uns nun nicht mehr als Paar, war er völlig konsterniert. Ich denke, damit hatte er überhaupt nicht gerechnet. Seitdem habe ich über Whattsapp regelmäßig abwechselnd böse Nachrichten und dann wieder Nachrichten, in denen er sagt, dass er mich vermisst oder fragt, ob die Trennung wirklich definitiv sei. Aber diese wirklich bösen Whattsapp-Nachrichten bewirken bei mir nur, dass es keinen Weg zurück geben kann. Ich denke, Alkohol spielt bei ihm auch eine große Rolle.

Vielen Dank noch mal für eure Antworten, die mir eine echte Unterstützung waren.

Herzlichen Glückwunsch!
Das meine ich ernst: So bitter die Entscheidung zu einer Trennung zunächst sein mag, so sehr denke ich, dass du in diesem Fall die absolut richtige Entscheidung getroffen hast. Gut, dass du trotz seiner Wankelmütigkeit stark bleibst!

Alles Gute für dich - und baue dir eine gute Zukunft auf!

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