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Kommunikation in der Beziehung

15. Juni 2015 um 10:12

Hallöchen zusammen,

muss mir mal ein paar Dinge von der Seele schreiben, nachdem ich meinem Mann gerade auch schon eine elendlange WhatsApp geschickt hab und momentan auf seine Antwort warte.

Ich will mal versuchen, unsere Beziehung in kurze Worte zu fassen:

Wir kennen uns seit über 11 Jahren, waren von Anfang an sehr verliebt und wussten, dass wir zusammen gehören. Haben 2 Kinder (fast 6 + 2 1/2) und sind seit knapp 5 Jahren verheiratet.

Er ist ein toller Mann, ich habe mich in den ersten Jahren gefühlt als wäre ich "angekommen". Er war mein Anker, meine Festung, mein Ein und Alles.

Nach ein paar Jahren kamen dann die ersten Schwierigkeiten. Bzw. eigentlich dreht sich alles um eine einzige Schwierigkeit (denke ich).

Mein Mann (und mittlerweile leider auch ich) redet nicht gern. Es finden kaum bis gar keine Gespräche statt. Weder über das alltägliche, und schon gar nicht über uns.

Versteht mich nicht falsch, ich möchte keine Dauergespräche führen oder so. Aber so grundsätzliches fehlt einfach.

Ich habe ihm vor Jahren gesagt, dass das Reden in einer Beziehung das A und O ist. Hab ihm mit Sicherheit zu sehr die Pistole auf die Brust gehalten und es gab dadurch öfter Streit.

Das hat sich alles über Jahre hinweg gezogen. Unsere große Tochter kam zur Welt, dann die Hochzeit. Irgendwann kam allerdings bei mir der Punkt, dass ich ebenfalls aufgehört habe zu reden. Und seither sind die Fronten sehr verhärtet. Ich kann kaum normal mit ihm reden, geschweige denn ihm in die Augen sehen. Ich fühle mich verletzt, nicht ernst genommen, nicht respektiert.

Manchmal frage ich mich, wie wir es geschafft haben, trotz diesem angespannten Verhältnis, noch ein zweites Kind zu bekommen und immer noch zusammen zu sein.

Worum's mir mittlerweile eigentlich nur geht... Wie schafft man es, aus einer solchen verfahrenen Situation rauszukommen?! Sich einfach hinsetzen und reden funktioniert denke ich nicht.

Letztes (oder vorletztes) Jahr war ich wegen diverser Familienkonstellationen meinerseits beim Psychologen. Hab mich bei ihm ausgeweint, er hat mir zugehört, Dinge hinterfragt. Und was kam raus?! Dass ich zusammen mit meinem Mann mal zur Partner-Therapie kommen soll. Hab das damals meinem Mann erzählt und er war nicht wie angenommen ablehnend, sondern meinte, dass er sich das auch vorstellen könnte.

Nun geht mir das ständig im Kopf rum. Bekommt man solche verzwickten und angespannten Verhältnisse überhaupt alleine wieder hin? Hab das Gefühl, wir bräuchten immer einen Schlichter, wenn's dann doch mal zur Sache geht. Mein Mann war bisher entweder still wenn ich doch mal versucht habe mit ihm zu reden oder er wurde gemein und hat die Dinge verdreht. (Vielleicht bin aber auch ich diejenige, die die Dinge falsch betrachtet. Wer weiß das schon...)

So, nun erstmal genug geschrieben. Vielleicht war jemand mal in ner ähnlichen Lage und kann mir etwas Mut machen und Tips geben.

Danke

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15. Juni 2015 um 10:33

Wenn dein Mann
die Paartherapie auch als eine gute Idee fand, warum habt ihr es dann denn nicht gemacht?
Nein, man braucht nicht immer einen Streitschlichter, aber ich denke, damit ihr lernt, wie ihr miteinander kommunizieren müsst, braucht ihr Hilfe. Wenn ihr das erst mal könnt, geht's schon auch allein.

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15. Juni 2015 um 10:42

Das mit dem Briefe schreiben...
... machen wir per WhatsApp.

Meist fang ich mit dem Schreiben an und verfasse erstmal einen recht langen Text, ohne Vorwürfe, alles aus meiner Sicht geschrieben. Und das funktioniert soweit auch ganz gut, zumindest insofern, dass es keinen Streit oder ähnliches hinterher gibt. Wir haben das auch schon vor Monaten mal so besprochen, dass wir damit eben anfangen, statt Auge in Auge zu reden. Und ich geb dir bei allem recht was du schreibst.

Aber... Mir ist das einfach zu wenig auf Dauer. Ich denke wir müssten längst einen Schritt weiter gehen. Aber das kostet beide Überwindung. Und dadurch, dass ich ihm das vor Jahren immer gepredigt hab, dass Reden eben so wichtig ist, hab ich das Gefühl, mittlerweile ihm gegenüber total angesäuert zu sein. Vielleicht bin ich auch einfach nur stur. Ich hab das Gefühl, dass ich ständig auf ihn zugegangen bin, auf ihn Rücksicht genommen hab. Und nun mag ich einfach nicht mehr. Fühle mich als würd ich innerlich total schmollen und die Arme verschränken. Ist es nun an mir, mich zu überwinden? Oder kann ich's ihm einfach überlassen? Wobei das wahrscheinlich nix bringen würde. Für ihn ist es völlig ok, dass wir uns so wenig unterhalten. Zumindest hab ich so das Gefühl.

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15. Juni 2015 um 10:46
In Antwort auf coquette164

Wenn dein Mann
die Paartherapie auch als eine gute Idee fand, warum habt ihr es dann denn nicht gemacht?
Nein, man braucht nicht immer einen Streitschlichter, aber ich denke, damit ihr lernt, wie ihr miteinander kommunizieren müsst, braucht ihr Hilfe. Wenn ihr das erst mal könnt, geht's schon auch allein.

Wir haben...
... damals gesagt, dass wir's nochmal so versuchen. Und jetzt komm ich eben an den Punkt, wo ich überlege, wie's am meisten Sinn macht.

Ich hab schon seit Jahren das Gefühl, dass er mir was aus seiner Vergangenheit nicht erzählt / nicht erzählen will. Dass da irgendwas passiert ist, was ihn so verschlossen gemacht hat. Er konnte noch nie aus sich rausgehen, geschweige denn mir sein Herz öffnen.

Nun hab ich jahrelang nicht gebohrt und trotzdem komm ich nicht weiter. Noch schlimmer: Mittlerweile hat sich jeder von uns in sein eigenes Schneckenhaus verkrochen und keiner will rauskommen.

Das ist für mich wirklich frustrierend, weil ich mich so bisher überhaupt nicht kannte. Ich bin ein sehr lebensbejahender Mensch, immer optimistisch, kann über jeden Mist lachen. Und momentan fühl ich mich wie kurz vor ner Depression, bin niedergeschlagen, habe wenig Appetit, würde mich am liebsten verkriechen.

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