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Klischee-Beziehungsprobleme: Wie finden wir hier raus?

11. Februar 2014 um 10:25 Letzte Antwort: 13. Februar 2014 um 6:43

Hallo zusammen

Ich habe in einem anderen Thread schon geschrieben, dass ich finde, dass mein Freund (er 24. ich 22, seit 6 Jahren zusammen) zu rational ist, was Beziehungsdinge anbelangt. Dies ist Ursprung der meisten Streitigkeiten. Hier geht es darum, dass wir es einfach nicht fertig bringen, wenn wir dann streiten, diese normal zu schlichten. Es eskaliert immer. Und es kommt mir vor wie aus einem schlechten Bilderbuch, da es genau DIE Klischee-Probleme zwischen Mann und Frau zu sein scheinen.

Wenn wir nicht streiten, haben wir es wirklich gut miteinander. Er meldet sich mehrmals täglich bei mir, ist aufmerksam und sucht meine Nähe. Wir hatten aber vor längerer Zeit einen ziemlich krassen Streit. Seit da sucht er zwar nachwievor meine Nähe und meldet sich auch nachwievor bei mir, sagt mir aber eigentlich nie mehr, dass er mich liebt, oder macht mir ein Kompliment,... Er ist bei mir, sucht meine Nähe, vielleicht sagt er manchmal "schön, dass du hier bist", aber das wars dann auch schon. Im Allgemeinen sagt er gar nichts, was unsere Beziehung angeht, bis wir irgendwann wieder streiten. Und dann wirft er mir krasse Dinge an den Kopf und entschuldigt sich nachher auch nicht dafür.

Es läuft immer gleich ab, wenn wir streiten. Man muss erwähnen, dass wir beide uns sehr durch unser Studium stressen lassen und daher schon ziemlich gestresste Menschen sind. Es gibt einen Auslöser, meistens eben wenn wir über Beziehungen reden und er soooo rational ist oder wenn er mal wieder was Oberflächliches (fast Frauenverachtendes) von sich gibt. Dann sag ich ihm, dass ich das total daneben finde. Seine Reaktion ist dann, dass er einfach nicht mehr wirklich mit mir spricht und auch nachher den ganzen Abend mir aus dem Weg geht und keine körperliche Nähe mehr sucht, obwohl er das ohne Streit immer tut. Ich habe dann die Wahl. Entweder sage ich ihm ins Gesicht, dass ich das scheisse finde, wie er tut. Dann eskaliert der Streit und er wirft mich raus (wir wohnen nicht zusammen). Oder aber ich sage nichts, lasse mich den ganzen Abend ignorieren und tu dann am nächsten Morgen so, als wäre nichts gewesen. Dann kommt er wieder auf mich zu und tut auch so, als wäre nichts gewesen und wir gehen wieder normal miteinander um. Wenn es eskaliert ist und er mich rauswirft, dann meldet er sich so nach 1-2 Tagen wieder bei mir, entschuldigt sich aber nicht, sondern will einfach so weiter gehen, als wäre nichts gewesen.

Mir missfällt das. Ich möchte ja auch nicht stundenlang über unsere Probleme sprechen. Aber einfach so tun, als wäre nichts gewesen.. Das kann und will ich nicht. Wenn ich es durchziehe (und das habe ich einige Monate getan) und einfach nichts sage und so tue, als wäre nichts gewesen, dann harmonieren wir perfekt. Aber das ist nicht, was ich will. Ich verstehe nicht, weshalb er nicht einfach über unsere Probleme sprechen kann.

Er hingegen hat das Gefühl, dass ich immer über alles sprechen will und er denkt, dass die Probleme zwischen uns nicht lösbar sind (da mag er wohl auch ansatzweise recht haben, denn seine unromantische Haltung gegenüber Beziehungen wird er nicht ändern und ich werde vermutlich auch nicht so einfach mit solchen Bemerkungen zurecht kommen) und er deshalb nicht darüber sprechen will. Er sagt auch, dass er sieht, dass das nicht optimal ist, was er tut, aber er keine andere Lösung sieht.

Momentan sind wir gerade wieder so weit, dass er mich rausgeworfen hat. Vermutlich wird er sich heute oder morgen bei mir melden und so tun, als wäre nichts gewesen. Ich sollte dann auch so tun, als wäre nichts gewesen und wir hätten dann eine tolle Zeit bis zum nächsten Streit, wenn es wieder von vorne beginnt.

Ich mag das nicht. Ich will das nicht. Aber ich weiss nicht, wie ich das ändern kann. Er will einfach nicht mit mir reden. Man muss sagen, dass ich früher (ca. bis vor einem Jahr oder so) ganz anders in der Beziehung war. Ich war vermutlich ziemlich einengend und er fühlte sich oft ziemlich erdrückt von mir. Das ist nun aber deutlich anders, aber mir scheint, als hätte er immer noch dieses Bild vor Augen und kann deswegen mir gar nicht mehr entgegen kommen. Ich weiss nicht, was ich noch tun soll, um diese Beziehung zu retten.

Retten möchte ich sie schon gerne, weil er mir sehr viel bedeutet und wir wirklich wundervolle Momente zusammen verbringen, wenn wir nicht streiten.

Ich fühle mich inzwischen einfach so, als würde ich mich die ganze Zeit verbiegen, um ihm entgegen zu kommen. Ich versuche, Streitigkeiten zu ignorieren und so zu tun, als wäre nichts gewesen. Dann kommt er auch auf mich zu. Wenn ich aber nach etwa 4 solchen Situationen, in welchen ich nichts gesagt habe, einmal etwas sage, dann kommt direkt von ihm der Vorwurf: "Du kannst es nie einfach gut sein lassen. Immer musst du alles ausdiskutieren." Dann bin ich die Böse und er merkt wohl noch nicht mal, dass ich die letzten 4 Male versucht habe, es auf seine Weise zu lösen und er dann einfach so weiter macht, aber nie von ihm ein Schritt in meine Richtung kommen würde, dass er zum Beispiel von sich aus ein Gespräch mit mir beginnen würde über ein solches Thema.

Er sagt mir nicht mehr, dass er mich liebt. Er ist lieb zu mir, aber in Streitsituationen zeigt er null Kompromissbereitschaft, sondern zieht einfach sein Ding durch und wirft mich raus, wenn ich nicht so bin, wie er es gerne hätte.

Was soll ich noch tun? Ich habe auch schon über Trennung nachgedacht, aber es ist doch absurd, dass wir ein solches Klischee-Mann-Frau-Problem nicht irgendwie in den Griff bekommen könnten... Es ist immer wieder das gleiche Problem zwischen Mann und Frau (ich weiss, es gibt auch andere Situationen und ich will euch hier nicht eine Schublade stecken. Aber einfach vom Klischee her..)

Also an die, die in einer ähnlichen Situation waren wie mein Freund: Wie kommt man an euch ran? Wie bringt man euch dazu, über eure Beziehung zu sprechen?

An die, die in der gleichen Situation waren wie ich: Wie habt ihr euren Partner dazu gebracht, über eure Probleme zu sprechen, oder wie habt ihr dieses Problem gelöst?

Vielen Dank für eure Hilfe

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11. Februar 2014 um 10:59

Das, was du sagst, stimmt genau...
.. Sobald ich den Spiess umdrehe und ihn mal links liegen lasse, kommt er sofort wieder und sagt mir, wie er mich vermisst hat und entschuldigt sich auch bei mir und ist extrem lieb zu mir.

Aber sobald ich dann wieder beginne, mich im wieder anzunähern, dann geht er wieder weg.

Um von ihm das zu bekommen, was ich von ihm möchte, muss ich ihn zuerst einige Tage vollkommen links liegen lassen, dann kommt er "angekrochen".

Aber das kann doch längerfristig auch keine Lösung sein? Es kommt mir vor wie ein Spiel. Ich muss ihn auf Distanz halten, damit er zu mir kommt. Wenn ich dann seine Nähe zulasse, distanziert er sich dann eher wieder. (Nicht direkt, wir haben dann auch ziemlich viele schöne Momente, aber früher oder später läuft es dann wieder auf das hinaus, dass er sich wieder distanziert.)

Mein Problem ist auch, dass ich ziemlich ungeduldig bin. ich hasse es, mich mehrere Tage von ihm ignorieren zu lassen. Meistens kann ich dann nicht mehr widerstehen und gehe auf ihn zu und tu dann so, als wäre nichts gewesen.

Wenn ich ihm sage, dass wir miteinander sprechen müssen, so sagt er, dass er nicht wisse, worüber wir sprechen sollen und wir ja immer nur über alles sprechen und ich über alles die ganze Zeit nur sprechen will, obwohl wir eigentlich in dem letzten halben Jahr kaum mehr einmal über unsere Beziehung gesprochen haben.

Wenn ich ihm sage, dass ich nicht weiss, ob diese Beziehung noch Sinn macht, wenn er sich so querstellt, dann kommt er wieder bei mir an und ist extrem lieb zu mir. Für kurze Zeit zumindest.

Ich weiss einfach nicht, wie man diese instabile Situation zu einer stabilen ausbauen kann. Für einen Schritt auf ihn zu macht er zwei von mir weg, gehe ich einen weg, kommt er zwei auf mich zu, aber gleichzeitig können wir nicht aufeinander zu gehen..

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11. Februar 2014 um 11:35

Die Scheidung seiner Eltern
war ziemlich krass für ihn. Er hat das hautnah miterlebt (war da auch schon 16) und hatte dann kurzfristig gar keinen Kontakt mehr zu seinem Vater. Er hat da ziemlich viel Probleme und war deshalb auch längere Zeit bei einem Psychologen.

es kann schon sein, dass das alles nur Fassade ist und er sich eigentlich hinter seiner Angst versteckt, verlassen zu werden. Er gibt sich immer stark und zeigt kaum Gefühle, spricht mit niemandem über seine Probleme.

Ich weiss einfach nicht genau, wie ich an ihn rankomme. Wie ich schaffe, dass er mit mir spricht, anstatt seine Probleme zu überspielen.

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11. Februar 2014 um 12:58

Ich denke
das sollte ich wirklich mal tun. Es wäre im Prinzip das einzig Richtige, wenn ich mich mal von ihm distanzieren würde und das Ganze aus der Distanz betrachten würde. Aber irgendwie bin ich dann doch wieder ziemlich harmoniebedürftig und möchte lieber mit ihm eine schöne Zeit verbringen, anstatt uns anzuschweigen. Aber ich befürchte, das scheint die einzige Möglichkeit zu sein, zuerst den Rückzug anzutreten, damit wir beide die Gelegenheit haben, für uns zu entscheiden, wie es weiter gehen soll.

Meinen Stolz scheine ich irgendwo auf der Strecke verloren zu haben.. Ich bin am Anfang vom Streit sicher nicht das liebe Lämmlein, aber nachher vermutlich schon, wenn ich einfach nicht möchte, dass wir uns wieder tagelang anschweigen. Aber das sollte sich tatsächlich ändern.

Ich werde mich nun mal ein paar Tage zurück ziehen und versuchen, mein Selbstbewusstsein wieder zu erlangen..

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11. Februar 2014 um 13:00

Konsequent sein
wäre wirklich mal keine schlechte Idee. Leider war ich immer zu ungeduldig, um wirklich konsequent zu sein.

Ich wollte niemanden angreifen oder zu fest auf Klischees zurückgreifen. Ich dachte nur, weil ich schon öfters gehört habe, dass Männer nicht so gerne über Probleme sprechen und Frauen gerne alles ausdiskutieren möchten. Daher Klischee-Probleme. Mir ist aber klar, dass das wohl nicht das einzige Problem in unserer Beziehung ist und dass es sicherlich Tausende von Paaren gibt, bei denen die Rollen vertauscht sind und genau so viele bei denen kein solches Problem auftaucht..

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11. Februar 2014 um 21:47

Schriftlich
führt dazu, dass er das zwar zur Kenntnis nimmt, selber aber dennoch nicht Stellung dazu nimmt. Wenn ich ihn frage, meint er dann meist, dass er ja nicht gezwungen ist, mir darauf zu antworten. Was ja auch stimmt.

Ich denke, eine Zeit lang weg von den Diskussionen und einfach mal gut sein lassen, wäre keine dumme Idee..

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11. Februar 2014 um 22:29

Mit Diskussionen aus
dem Weg gehen meinte ich nicht, gar nicht mehr mit ihm über Dinge zu sprechen, sondern eher, Diskussionen, so wie sie jetzt waren, zu vermeiden. Und vielleicht auch noch ein wenig weniger Dinge ansprechen, weil die Situation einfach ein wenig überreizt ist im Moment, damit ein wenig Gras über die Sache wachsen kann und er sich nicht beim ersten Wort, das ich sage, angegriffen fühlt, egal was ich sage oder wie ich es sage.

Aber ich gebe dir absolut recht. Wenn ich mit einer zu hohen Erwartungshaltung (also der Erwartung, dass er sofort zu allem Stellung nehmen muss) an die Sache herangehe und ihn so lange nerve, bis er dann mal Stellung nimmt, ist es irgendwie schon fast klar, dass er keine Lust mehr hat, mit mir zu reden und schon abblockt, bevor ich überhaupt den ersten Satz gesprochen habe.

Und er hat mich tatsächlich auch schon darum gebeten, meine Gefühle zwar zu äussern, mich aber kurz zu fassen und ihn dann danach damit ein wenig in Ruhe zu lassen. Von da her scheint er das gleiche zu wollen, wie du mir hier vorschlägst.

Werde mir das auf jeden Fall ganz fest vornehmen und hoffen, dass die Situation sich dadurch etwas legt und wir uns eine andere Streitkultur angewöhnen können, die uns beide nicht so sehr "beansprucht".

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12. Februar 2014 um 8:41

Ich denke,
dass ich mich wohl etwas mehr damit beschäftigen sollte, was er mir gesagt hat, anstatt ihn damit zu nerven, dass er nichts mehr sagt. Und den Fehler nicht nur bei ihm zu sehen, sondern auch von meiner Seite an mir zu arbeiten.

Aber dennoch auch klare Grenzen aufzeigen und freiwillig gehen, bevor er mich rauswirft, falls es trotzdem zu einem Streit kommen sollte.

Ich versuche oft, es nicht zu persönlich zu nehmen. Und prinzipiell verstehe ich seine Aussagen ja auch und wie du sagst, eigentlich muss ich ihm ja auch recht geben.. Aber bis es mir wirklich total egal ist, das wird wohl noch eine Weile dauern.

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12. Februar 2014 um 8:43

Ich denke,
würde ich vorher realisieren, dass es zu nichts bringt und dann von alleine gehen, käme es auch gar nicht so weit, dass er mich rauswirft. Von da her hat sein Verhalten auch damit zu tun, wie ich in einer solchen Situation damit umgehe. Wenn ich da freiwillig etwas auf Abstand gehe, wenn es gar nicht mehr funktioniert, kann es ja dann auch nicht mehr so eskalieren.

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13. Februar 2014 um 6:23

Vielen Dank
Ich denke, das mit der Bremse ziehen sollte ich mir wirklich angewöhnen. Dass ich ihn dann nicht einfach so lange belästige mit unseren/meinen Problemen, bis es eskaliert, sondern vorher schon einzusehen, dass diese Art von Streitkultur zu nichts bringen wird.

Ich werde das versuchen und bin optimistisch, dass dies auch positive Auswirkungen auf sein Verhalten haben wird.

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13. Februar 2014 um 6:37

Ich denke,
vor allem sollten wir auch versuchen, dass es gar nicht so weit eskaliert, dass er mich rausschmeissen möchte. Aber wenn, dann denke ich auch, dass wir einen Weg finden sollten ohne Rausschmiss und dass ich mich da etwas durchsetzen sollte.

Das mit der Trennung habe ich mir auch schon oft überlegt. Ich denke, dass wir sonst, abgesehen von unserer Streitkultur (und der etwas rationalen Art von ihm), extremst harmonieren und dass es einfach schade wäre, eine solche Beziehung hinzuschmeissen wegen Dingen, die in anderen Beziehungen wahrscheinlich genauso wieder ähnlich auftauchen könnten.

Wir haben uns übrigens ausgesprochen.. Mehr dazu oben..

Vielen Dank für deine Hilfe

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13. Februar 2014 um 6:42

Wir haben uns ausgesprochen
Haben uns gestern getroffen und miteinander gesprochen. Er sagte mir, dass er gerne versucht, mit mir über Dinge zu sprechen, dass ich ihn aber nicht solange damit belästigen soll, bis er dann endlich eine Antwort gibt, sondern ihm zuerst auch ein wenig Raum zum Überleggen lassen soll. Er war sehr konstruktiv und ist sehr auf mich und meine Bedürfnisse eingegangen.
Ich werde versuchen, ihm diesen Raum zu geben und er wird versuchen, auf mich zuzukommen und mit mir zu sprechen. Das wird hoffentlich dann nicht mehr zur Eskalation führen. Wenn doch, versuche ich zu erreichen, dass wir einen anderen Weg finden als Rausschmiss.

Im Allgemeinen haben wir noch besprochen, dass wir mehr Zeit miteinander verbringen sollten, in der wir wirklich etwas für uns tun und uns diese Zeit auch wirklich bewusst nehmen sollten. Denn oft war es so, dass einer von uns dann doch keine Zeit hatte (respektive natürlich nehmen wollte) wegen dem Studium.

Momentan bin ich sehr optimistisch, aber die Zeit wird zeigen, ob sich längerfristig was ändert.

Danke euch allen für eure Hilfe..

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13. Februar 2014 um 6:43

Damit meinte ich nicht,
dass ich gehe, bevor er mich rausschmeisst in dem Sinne. Sondern eher, dass ich merke, dass ich ihn zu fest einenge, bevor er die Notbremse zieht und mich rauswirft. Dass wir vorher einen Weg finden, miteinander umzugehen, bevor es so eskaliert, dass er mich rausschmeisst.

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