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Kennt sich jemand von euch mit ernsten Depressionen aus? Brauche einen Rat

9. September 2016 um 22:25

Meine Cousine hatte Depressionen und hat sich gerade selber umgebracht. Ich bin noch total geplättet von dieser Nachricht, da ich von ihren Depressionen nichts wusste, und versuche zu begreifen.

Kennt sich jemand mit Depressionen aus oder weiss wo ich Infos zu dieser Krankheit bekomme?

Ich muss mich damit beschäftigen, um zu verstehen...

Danke

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10. September 2016 um 4:07

Fachliteratur zum Thema
Depressionen bekommst Du in jedem Buchhandel. Du kannst Dich auch im Internet darüber kundig machen.


Liebe Grüße,

lib

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10. September 2016 um 16:43

Bei einer Depression
verliert man den Lebenssinn. Die Welt ist nicht nur grau sondern schwarz. Gibt es nichts mehr, was einem am Leben hält, folgt der Suizid.

Es gibt verschiedene Schweregrade von der depressiven Verstimmung bis hin zur schweren Depression.

Betroffene gehen unterschiedlich damit um. Manche teilen sich ihrem Umfeld mit und holen sich Hilfe, wenn sie dazu noch in der Lage sind oder das Umfeld wird auf den Zustand aufmerksam.

Andere verstecken den Leidensdruck und den Seelenschmerz vor ihrem Umfeld, einmal um andere nicht damit zu belasten und andererseits, weil sie sich von der Mitteilung an das Umfeld keine Hilfe mehr erwarten.

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10. September 2016 um 16:52

Depressionen sind eine schwere psychische Störung. Den Rest kannst du bei Wikipedia nachlesen.

Antidepressiva haben als Nebenwirkung meist ein stark erhöhtes Suizidrisiko. Die Patienten spüren nicht mehr den Schmerz - aber es füllt auch nichts mehr die Leere.

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10. September 2016 um 17:52

Hat jemand auch schon jemand nahestehenden durch suizid verloren?
Danke für eure antworten. Bei mir gehen gerade alle Gedanken und Emotionen bergauf und bergab.

Habt ihr schon jemanden durch Freitod verloren und was hat euch da geholfen mit umzugehen?

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10. September 2016 um 17:59
In Antwort auf annaan3

Hat jemand auch schon jemand nahestehenden durch suizid verloren?
Danke für eure antworten. Bei mir gehen gerade alle Gedanken und Emotionen bergauf und bergab.

Habt ihr schon jemanden durch Freitod verloren und was hat euch da geholfen mit umzugehen?

Ja,
der Mann meiner Freundin hat sich umgebracht. Er hatte auch schwere Depressionen.
Es ist ein Schock aber wenn man die Hinterbliebenen so gut kennt, konzentriert sich das verarbeiten mehr darauf, diesen Menschen zur Seite zu stehen. Mit ihnen reden, trösten, für sie da zu sein usw.

Zum anderen bin ich seit vielen Jahren gemeinsam mit 5 anderen in einer privaten Selbsthilfegruppe für depressiv Kranke. Von denen zwei versucht haben,sich umzubingen. Bei ihnen wurde aber das Umfeld rechtzeitig aufmerksam.

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10. September 2016 um 18:08
In Antwort auf annaan3

Hat jemand auch schon jemand nahestehenden durch suizid verloren?
Danke für eure antworten. Bei mir gehen gerade alle Gedanken und Emotionen bergauf und bergab.

Habt ihr schon jemanden durch Freitod verloren und was hat euch da geholfen mit umzugehen?

Ja, ich
habe zwei gute Freunde aufgrund von Depressionen verloren. Beide hatten sie Liebeskummer. Es tut mir leid, liebe annaan, ich möchte jetzt nicht darüber sprechen. Aber ich verspreche Dir, dass Du eine Antwort bekommen wirst. Bist Du damit einverstanden?

LG.,

lib

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10. September 2016 um 18:21
In Antwort auf lightinblack

Ja, ich
habe zwei gute Freunde aufgrund von Depressionen verloren. Beide hatten sie Liebeskummer. Es tut mir leid, liebe annaan, ich möchte jetzt nicht darüber sprechen. Aber ich verspreche Dir, dass Du eine Antwort bekommen wirst. Bist Du damit einverstanden?

LG.,

lib

Danke
Ich versuche das unfassbare zu verarbeiten....

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10. September 2016 um 18:27
In Antwort auf ofi21

Ja,
der Mann meiner Freundin hat sich umgebracht. Er hatte auch schwere Depressionen.
Es ist ein Schock aber wenn man die Hinterbliebenen so gut kennt, konzentriert sich das verarbeiten mehr darauf, diesen Menschen zur Seite zu stehen. Mit ihnen reden, trösten, für sie da zu sein usw.

Zum anderen bin ich seit vielen Jahren gemeinsam mit 5 anderen in einer privaten Selbsthilfegruppe für depressiv Kranke. Von denen zwei versucht haben,sich umzubingen. Bei ihnen wurde aber das Umfeld rechtzeitig aufmerksam.

Danke
Ich bin Hinterbliebene. Meine Cousine war eine enge vertraute darum bin ich so unfassbar geschockt. Vor einem Monat hatte ich das letzte mal kontaktieren zu ihr .... Weil mein August so voll war. Jetzt weiss ich dass sie den August in der Klinik verbracht hat. Ich wusste nichts von ihren Depressionen und dachte wir waren uns sehr verbunden gewesen. Es scheint dass nur ihr Mann etwas davon wusste.

Wenn man denkt man hat noch ein ganzes Leben zusammen... Dann ist das ein Schock. Ich hätte sie so gerne noche Inhalt gesprochen umarmt geküsst....

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10. September 2016 um 18:41
In Antwort auf annaan3

Danke
Ich bin Hinterbliebene. Meine Cousine war eine enge vertraute darum bin ich so unfassbar geschockt. Vor einem Monat hatte ich das letzte mal kontaktieren zu ihr .... Weil mein August so voll war. Jetzt weiss ich dass sie den August in der Klinik verbracht hat. Ich wusste nichts von ihren Depressionen und dachte wir waren uns sehr verbunden gewesen. Es scheint dass nur ihr Mann etwas davon wusste.

Wenn man denkt man hat noch ein ganzes Leben zusammen... Dann ist das ein Schock. Ich hätte sie so gerne noche Inhalt gesprochen umarmt geküsst....

Es ist für....
die Hinterbliebenen immer sehr schwer.
Wenn jemand z.B. schwer an Krebs erkrankt ist und stirbt, wissen die,die zurück bleiben, es kam vom Krebs. Die Krankheit war "sichtbar". Man sah die Schmerzen,das immer schwächer werden usw.

Depressionen sind da eher eine "unsichtbare" Krankheit. Die seelischen Schmerzen, die Schwäche und alles findet im inneren des Menschen statt und ist für viele, gerade wenn der Depressive es verbergen will, nicht zu erkennen.

Depressionen sind für die, die sie nicht kennen nicht erklärbar, viele tun es ab,nehmen nicht ernst, merken nichts.

Depressionen sind eine Krankheiut aber eine "nicht gesellschaftsfähige" Krankheit. Deshalb können viele auch nicht dazu stehen.

Du solltest dich damit ein wenig trösten, dass deine Cousine an dieser Krankheit gestorben ist. Denn genau so ist es.

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10. September 2016 um 20:10
In Antwort auf ofi21

Es ist für....
die Hinterbliebenen immer sehr schwer.
Wenn jemand z.B. schwer an Krebs erkrankt ist und stirbt, wissen die,die zurück bleiben, es kam vom Krebs. Die Krankheit war "sichtbar". Man sah die Schmerzen,das immer schwächer werden usw.

Depressionen sind da eher eine "unsichtbare" Krankheit. Die seelischen Schmerzen, die Schwäche und alles findet im inneren des Menschen statt und ist für viele, gerade wenn der Depressive es verbergen will, nicht zu erkennen.

Depressionen sind für die, die sie nicht kennen nicht erklärbar, viele tun es ab,nehmen nicht ernst, merken nichts.

Depressionen sind eine Krankheiut aber eine "nicht gesellschaftsfähige" Krankheit. Deshalb können viele auch nicht dazu stehen.

Du solltest dich damit ein wenig trösten, dass deine Cousine an dieser Krankheit gestorben ist. Denn genau so ist es.

Was meinst du mit nicht gesellschaftsfähig?
Soweit ich weiß sind Depressionen hier Volkskrankheit, ähnlich wie Rückenschmerzen oder Karies.

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11. September 2016 um 5:46
In Antwort auf annaan3

Danke
Ich versuche das unfassbare zu verarbeiten....

Liebe annaan!
Ich war damals so stinksauer, dass ich gar nicht an Trauer denken konnte. Sich wegen Liebeskummer umzubringen, das ist schon ein dicker Hund. Ja, wenn sie jetzt eine unheilbare Krankheit gehabt hätten ... aber die hatte ja keiner von beiden. Ich hasste alle Frauen auf dieser Welt, machte sie für dessen Tod verantwortlich. In jeder Frau sah ich die Schuld. Das ist zwar blödsinnig, aber es war eben so. Ich las dann Bücher und schrieb Gedichte, das half. Ein richtiger Mann darf ja nicht weinen. Sie hatten mir ihre Depressionen verschwiegen, sie redeten nicht darüber. Ich hasste mich selbst, weil ich nichts dagegen machte oder machen konnte. Damals wusste ich nicht viel von Depressionen. Ich dachte immer: Eine "Niedergeschlagenheit" hat jeder mal. Ich besorgte mir wieder Bücher. Nein, keine von Psychologen, von Neurologen. Da schrieb ein Arzt: "Qual ist schlimmer als der Tod." Dann fiel der Groschen. Ich konnte es endlich verstehen, das Ganze begreifen. Mach Dich darüber kundig, liebe annaan, dann fällt es Dir leichter. VIEEEL leichter!

Alles Gute!


Liebe Grüße,

lib







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12. September 2016 um 13:38

Danke
Danke für die Info und den link.

Momentan habe ich mich gefasst, merke aber dass es mir fehlt mit ihr zu schreibend zu telefonieren.

In fünf Tagen ist ihre Beerdigung. Das zeigt mir, dass es wahr ist.

Ich darfjetzt nur nicht ins hätte könnte wenn und überhaupt verfallen sondern die Realität ohne hinterfragen annehmen. Die zeit lässt schon nicht zurückdrehen. Auch wenn ich es mir noch so sehr wünsche....

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12. September 2016 um 13:47
In Antwort auf dlazaru

Was meinst du mit nicht gesellschaftsfähig?
Soweit ich weiß sind Depressionen hier Volkskrankheit, ähnlich wie Rückenschmerzen oder Karies.

Nun...
... damit ist vielleicht gemeint, dass verdammt viele das nicht als Krankheit für voll nehmen.

Es geht vielen so, dass sie auch mit nahen Familien-Angehörigen Gespräche führen wie
"Ich bin gerade im Krankenhaus" - "Oh, ist es was ernstes oder wieder nur Dein Zeugs?"
oder
"Ich bin in Behandlung wegen Depressionen" "Ja, was die da immer für ein Theater machen, ich bin auch manchmal traurig, da muss man sich mal bissl zusammen reißen"
oder
die ewige Befürchtung, wenn man mit jemandem über die eigene Todessehnsucht spricht (mal abgesehen davon, dass man schon weiss, dass man damit nahestehende Menschen nur belastet, ohne dass die viel helfen können) - dann in der Schublade "wer darüber spricht, macht es eh nicht und will nur Mitleid und Aufmerksamkeit fischen" landet.
oder...

Ja, Volkskrankheit mag sein - aber wie viele nehmen Depressionen als das ernst, was sie sind: eine Krankheit mit ganz realer und akuter Lebensgefahr?

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12. September 2016 um 16:19

...
... ich habe mehrere Schübe durch, wo ich selbst sehr, sehr kurz davor war, diesen Weg zu gehen. Wenn Du Fragen hast, kannst Du mich gern anschreiben.

Allerdings bin ich kein Arzt, ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, zu sagen, dass ich mich damit auskenne - ich habe es halt "nur" erlebt.

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12. September 2016 um 16:29

Ich
leide seit 25 Jahren an Depressionen und habe an Therapien wohl alles durch. Alles!
Auch Tabletten.
Für mich selber habe ich auch alles durchprobiert.
Alles. Sport, Klinik, Heiler...
Meine Lösung ist es die Krankheit anzunehmen. Unter Stress wird die Symptomatik stärker. Je mehr Ruhe und weniger Stress ich habe, desto weniger die Symptome. Habe mich beruflich dahingehend gearbeitet, dass ich nur noch wenige Stunden arbeiten muss.

Da ich ein Kind habe, verschleiere ich die Symptome sehr oft, wenn sie nicht zu stark in Erscheinung treten.
Das kostet AM MEISTEN Kraft. Dieses Sch... verstecken, um zu funktionieren. Aber mein Kind weiß, dass es Mamma nicht immer gut geht und wenn es arg kommt, geht es zu Pappa.

Das Verstecken vor Arbeitgebern war immer das aller Schlimmste. Wie oft ist mir nach schwerem, langem Kampf dann doch gekündigt worden, weil ich verpeilt, traurig, nicht fröhlich, in mich gekehrt wirkte. Worte die wirklich sehr sehr verletzten, wenn man diese Krankheit hat und sich so sehr bemüht.

Sprüche wie "stell dich nicht so an..." Super" Die lassen einen Menschen dann noch tiefer sinken.

In meinen schlimmsten Stunden, wenn ich an das aller Schlimmste denke, halte ich mir vor Augen, dass ich Verantwortung trage und nicht gehen DARF.

Ich schäme mich dann auch oft für diese Gedanken, da das Leben so lebenswert sein kann ein paar Tage später und ich gesundheitlich sonst wirklich rein gar nix habe. Nichts. Noch nie gehabt. Nur Depressionen. Ich war physisch sonst noch NIE krank.

Ich sehe ganz gut aus, habe seit einiger Zeit einen wirklich sehr verständnisvollen Lebensgefährten. Und trotzdem: Das Leben erscheint sehr oft sinnlos, und vor allen Dingen EINSAM.
Und diese Einsamkeitsgefühle sind wirklich unerträglich. Einsam, obwohl ich liebe Menschen um mich habe.

Für mich sind ALLE Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft. Ich habe eine jahrelange Psychoanalyse, der Mercedes unter den Therapien, hinter mir. Zahlreiche Gesprächstherapieen. Wirklich fähige Leute. Aber die Krankheit bleibt. Sie ist Teil von mir und ich kann sie mittlerweile annehmen.

Was mit deiner Cousine passiert ist tut mir aufrichtig leid. Ich kenne auch jemand, der einige Versuche hinter sich hat.

Was da in deiner Cousine vorging ist schwer zu erahnen. Aber dieses Verstecken, das ewige Warten auf ein Therapieplatz machen das ganze sehr schwer.

Ich selber rufe ungelogen seit sechs Monaten Therapeuten an. Ich habe sicher 50 Nummern durch. Jetzt müsste ich schon über 50 km fahren. Und welcher Mensch, der SCHWER depressiv ist, kann DAFÜR die Kraft aufbringen SO lange nach einem Therapieplatz zu suchen? Die Leute brauchen DRINGEND und SOFORT Hilfe und kriegen sie oft nicht. Ich selber müsste mich jetzt einweisen lassen, wenn die Depressionen mal wieder wirklich sehr akut werden würden. So weit ist es, Gott sei dank, nicht. Ich helfe mir sehr viel mit regelmäßigen Sport, wirklich guter Ernährung, und Eigentherapie.
Dazu zählt bei mir: Mal die ganze Angelegenheit ignorieren, so tun als hätte ich gar nix.
Dann lasse ich mich voll gehen und lasse einfach alle Gefühle zu.
Mal hilft das Eine besser, mal das Andere. Mal nix.

Tabletten habe ich aufgehört zu nehmen, da ich meine dadurch entstanden schlimmen Magenschmerzen auf Biegen und brechen nicht mehr los wurde. Außerdem kriegte ich als furchtbare Nebenwirkung Panikattacken und mein sexualleben war kaputt, dadurch dass durch Antidepressiva die Libido iin Mitleidenschaft gerät.

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12. September 2016 um 16:31

Ach
ja, noch als Zusatz:

Ohne die Therapeuten und Medies wäre ich heute sicher nicht mehr da.
Ich konnte durch die Therapie viele Dinge verarbeiten und es ging mir nach der wirklich sehr langen intensiven Therapie viele Jahre ganz gut!

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12. September 2016 um 16:37
In Antwort auf avarrassterne1

Nun...
... damit ist vielleicht gemeint, dass verdammt viele das nicht als Krankheit für voll nehmen.

Es geht vielen so, dass sie auch mit nahen Familien-Angehörigen Gespräche führen wie
"Ich bin gerade im Krankenhaus" - "Oh, ist es was ernstes oder wieder nur Dein Zeugs?"
oder
"Ich bin in Behandlung wegen Depressionen" "Ja, was die da immer für ein Theater machen, ich bin auch manchmal traurig, da muss man sich mal bissl zusammen reißen"
oder
die ewige Befürchtung, wenn man mit jemandem über die eigene Todessehnsucht spricht (mal abgesehen davon, dass man schon weiss, dass man damit nahestehende Menschen nur belastet, ohne dass die viel helfen können) - dann in der Schublade "wer darüber spricht, macht es eh nicht und will nur Mitleid und Aufmerksamkeit fischen" landet.
oder...

Ja, Volkskrankheit mag sein - aber wie viele nehmen Depressionen als das ernst, was sie sind: eine Krankheit mit ganz realer und akuter Lebensgefahr?


Genau so!

Und dann noch Zugaben wie, och das wird schon, raff dich mal auf, man kann sich auch anstellen usw.

Die Gesellschaft scheint immer noch nicht reif dafür zu sein.

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12. September 2016 um 18:54
In Antwort auf ofi21


Genau so!

Und dann noch Zugaben wie, och das wird schon, raff dich mal auf, man kann sich auch anstellen usw.

Die Gesellschaft scheint immer noch nicht reif dafür zu sein.

Blöder Weise...
... ist es an der Stelle gerade das "zusammen reißen" und "aufraffen" - was einen so tief in die *** reiten kann - ironischer Weise aber auch ein Teil der Lösung.

Nur so lange man da den Weg *aus* der Jauchengrube nicht klar vom Weg *in* die Jauchengrube unterscheiden kann (und das braucht viel Erfahrung und / oder GUTE Hilfe - was ich so betone, weil die auch in Therapien leider alles andere als selbstverständlich ist) - ist "reiß Dich mal zusaammen" mit zu hoher Wahrscheinlichkeit der Weg nach unten.

Und ebenso blöder Weise kennt eigentlich jeder Betroffene diese Gespräche - und hat Internet, um mal kurz zu googeln, wie andere so darauf reagieren - und wie SOLL man sich da noch jemandem anvertrauen. (Bevor es mir wieder jemand schlaues erklärt: ja, es ist so ziemlich jedem Betroffenen auch klar, dass da keiner wirklich helfen kann und man nahestehende Menschen nur kaputt macht, wenn man in einer Akutsituation über Todessehnsucht spricht). Also ja, es reden öfter (!!!) die darüber, die wirklich Aufmerksamkeit und Mitleid fischen wollen. Katz frißt Schwanz...

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12. September 2016 um 22:48
In Antwort auf puravida007

Ich
leide seit 25 Jahren an Depressionen und habe an Therapien wohl alles durch. Alles!
Auch Tabletten.
Für mich selber habe ich auch alles durchprobiert.
Alles. Sport, Klinik, Heiler...
Meine Lösung ist es die Krankheit anzunehmen. Unter Stress wird die Symptomatik stärker. Je mehr Ruhe und weniger Stress ich habe, desto weniger die Symptome. Habe mich beruflich dahingehend gearbeitet, dass ich nur noch wenige Stunden arbeiten muss.

Da ich ein Kind habe, verschleiere ich die Symptome sehr oft, wenn sie nicht zu stark in Erscheinung treten.
Das kostet AM MEISTEN Kraft. Dieses Sch... verstecken, um zu funktionieren. Aber mein Kind weiß, dass es Mamma nicht immer gut geht und wenn es arg kommt, geht es zu Pappa.

Das Verstecken vor Arbeitgebern war immer das aller Schlimmste. Wie oft ist mir nach schwerem, langem Kampf dann doch gekündigt worden, weil ich verpeilt, traurig, nicht fröhlich, in mich gekehrt wirkte. Worte die wirklich sehr sehr verletzten, wenn man diese Krankheit hat und sich so sehr bemüht.

Sprüche wie "stell dich nicht so an..." Super" Die lassen einen Menschen dann noch tiefer sinken.

In meinen schlimmsten Stunden, wenn ich an das aller Schlimmste denke, halte ich mir vor Augen, dass ich Verantwortung trage und nicht gehen DARF.

Ich schäme mich dann auch oft für diese Gedanken, da das Leben so lebenswert sein kann ein paar Tage später und ich gesundheitlich sonst wirklich rein gar nix habe. Nichts. Noch nie gehabt. Nur Depressionen. Ich war physisch sonst noch NIE krank.

Ich sehe ganz gut aus, habe seit einiger Zeit einen wirklich sehr verständnisvollen Lebensgefährten. Und trotzdem: Das Leben erscheint sehr oft sinnlos, und vor allen Dingen EINSAM.
Und diese Einsamkeitsgefühle sind wirklich unerträglich. Einsam, obwohl ich liebe Menschen um mich habe.

Für mich sind ALLE Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft. Ich habe eine jahrelange Psychoanalyse, der Mercedes unter den Therapien, hinter mir. Zahlreiche Gesprächstherapieen. Wirklich fähige Leute. Aber die Krankheit bleibt. Sie ist Teil von mir und ich kann sie mittlerweile annehmen.

Was mit deiner Cousine passiert ist tut mir aufrichtig leid. Ich kenne auch jemand, der einige Versuche hinter sich hat.

Was da in deiner Cousine vorging ist schwer zu erahnen. Aber dieses Verstecken, das ewige Warten auf ein Therapieplatz machen das ganze sehr schwer.

Ich selber rufe ungelogen seit sechs Monaten Therapeuten an. Ich habe sicher 50 Nummern durch. Jetzt müsste ich schon über 50 km fahren. Und welcher Mensch, der SCHWER depressiv ist, kann DAFÜR die Kraft aufbringen SO lange nach einem Therapieplatz zu suchen? Die Leute brauchen DRINGEND und SOFORT Hilfe und kriegen sie oft nicht. Ich selber müsste mich jetzt einweisen lassen, wenn die Depressionen mal wieder wirklich sehr akut werden würden. So weit ist es, Gott sei dank, nicht. Ich helfe mir sehr viel mit regelmäßigen Sport, wirklich guter Ernährung, und Eigentherapie.
Dazu zählt bei mir: Mal die ganze Angelegenheit ignorieren, so tun als hätte ich gar nix.
Dann lasse ich mich voll gehen und lasse einfach alle Gefühle zu.
Mal hilft das Eine besser, mal das Andere. Mal nix.

Tabletten habe ich aufgehört zu nehmen, da ich meine dadurch entstanden schlimmen Magenschmerzen auf Biegen und brechen nicht mehr los wurde. Außerdem kriegte ich als furchtbare Nebenwirkung Panikattacken und mein sexualleben war kaputt, dadurch dass durch Antidepressiva die Libido iin Mitleidenschaft gerät.

Danke @puravida
meine Cousine hat wohl innerlich nichts mehr gefühlt.
Ist das diese Art Einsamkeit, die du beschreibst?

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12. September 2016 um 22:55
In Antwort auf avarrassterne1

...
... ich habe mehrere Schübe durch, wo ich selbst sehr, sehr kurz davor war, diesen Weg zu gehen. Wenn Du Fragen hast, kannst Du mich gern anschreiben.

Allerdings bin ich kein Arzt, ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, zu sagen, dass ich mich damit auskenne - ich habe es halt "nur" erlebt.

Was sind Schübe?
was bedeutet das "Schübe"?

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13. September 2016 um 7:56

Das ist
mir gar nicht aufgefallen. Würde ICH für meine Tippfehler bestraft werden, bekäme ich lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung.

Ich muss Dich mal was fragen: Wie bist Du auf den Nick "dejavu" gekommen? Hattest Du mal eins oder mehrere? Ich weiß, dass ein "Dejavue" vom Unterbewusstsein kommt, weil man Gerüche und andere Einflüsse/Eindrücke verdrängt oder im Moment nicht wahrnimmt. Doch plötzlich kommen sie. Vermutlich bin ich (wieder einmal) der einzige, dem das widerfährt. Würdest Du mir darüber berichten?

Liebe Grüße,

lib

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13. September 2016 um 8:09
In Antwort auf annaan3

Was sind Schübe?
was bedeutet das "Schübe"?

Meint...
... bei einer langandauernden Erkrankung die Phasen, wo sich die Symptome deutlich verschlimmern.

Bei fast allen langandauernden Erkrankungen ist es so, dass die Symptome mal stärker mal schwächer sind - in einem Schub wird es innerhalb kurzer Zeit drastisch schlimmer.

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13. September 2016 um 13:03

Ja
in Zeiten eines aktuten Schubes schon.
Ich wollte auch nie da alle mit reinreißen. Habe innerlich immer sehr gekämpft die Anderen zu schützen vor der Krankheit. Bin dann oft weggefahren oder weggegangen, nur damit die Anderen diese Stimmung nicht miterleben müssen.

Das hat wohl auch damit zu tun, dass mein Großvater sich aufgrund der Depressionen meiner Oma im Garten erhängt hat. Ich fühle mich einfach schuldig, wenn die Krankheit zu viel Raum bekommt.

In Zeiten eines akuten Schubes würde ich gerne dem Leben ein Ende bereiten. Ganz ernsthaft. Aber da ist IMMER noch mein Verstand, mein Verantwortungsgefühl und die Gewissheit, dass es ja auch wieder besser wird.

Und da ist wohl mein Kampfgeist. Wenn dir jemand in einer akuten Phase sagt: Geh mal spazieren... dann ist das genauso, als wenn man genau das jemandem, der sich gerade beide Beine gebrochen hat zu sagen.

MIT EINEM UNTERSCHIED: Derjenige mit den gebrochenen Beinen wird durch den Spaziergang AUF JEDEN FALL eine Verschlechterung des Zustandes erfahren.

Bei einer Depression ist es so, dass die Aussicht durch viele Stunden Bewegung zumindest gegeben ist. Aber du brauchst wirklich unglaublich enorme Überwindungskraft dich aus diesem Loch zu befreien. Ich hab das schon mal gemacht. Es ging mir so schlecht, dass ich dachte ich müsste sofort in eine geschlossene....
Ich war total hilflos, hab nur geheult, ALLES; ALLES war sinnlos und ich habe wirklich, wie derjenige der nun auf zwei gebrochenen Beinen Bewegung sucht mein Auto geschnappt und bin 5 Stunden mit Sonnenbrille gewandert in zügigem Tempo und irgendwann merkte ich ein Lächeln in meinem Gesicht, ich freute mich auf ein Essen. Ja, aber wie gesagt die Überwindung hat wirklich IMMENS viel Kraft gekostet. Ich war schon immer sehr zäh und stark. Das ist sicher nicht jeder. Und dann kann es auch passieren, dass die ganze SCh.. am nächsten Tag wieder los geht, trotz Kampf, den man geführt hatte.

Und diese Einsamkeitsgefühle sind wirklich grauenvoll. Du kannst die Gewissheit haben zwei gute Freundinnen zu haben... das Gefühl ist einfach stärker. Da habe ich für mich echt noch keine Lösung gefunden.

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13. September 2016 um 13:13

Depressionen
Man kann man weder nachvollziehen noch verstehen...um das zu können müsste man es erleben...was ich keinem raten/wünschen würde

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13. September 2016 um 15:25

Etwas schwarz-weiß ^^
ja, ich stimme Dir zu, Wahrnehmung und Denk- / Sichtweise sind in einer Depression sehr stark verzerrt. Das gehört zu den Symptomen und hat enorme Auswirkungen auf ... im Grunde JEDEN Bereich des Lebens.

Aber "verstehen das eh nicht" hat sehr viel mit Erfahrungswerten zu tun. Mit dem, was den Betroffenen ständig begegnet. Und da ist nun einmal Fakt: Diejenigen, die das als lebensbedrohliche Erkrankung ernst nehmen, sind in der Unterzahl (und zwar deutlich), zumindest im privaten Bereich. Bei Psychologen, Therapeuten usw sollte es natürlich anders sein.
Mit dem "Umwelt nicht belasten"... nun, pac, es ist Fakt: mit einem guten Freund oder Verwandten darüber zu sprechen, dass man suizidal ist, hat abzählbar wenige Möglichkeiten, wie das ausgehen kann. Entweder man landet bei "wer darüber spricht, macht es eh nicht" oder man bringt denjenigen in eine Situation, die er / sie nicht lösen kann. Das sind nun mal keine Ärzte, sie haben keine Ausbildung, was da wie zu tun ist. Sie sind persönlich zu sehr involviert, haben die nötige Distanz nicht und im Grunde nur eine Möglichkeit: sie können helfen, es zum Arzt zu schaffen. Was ein harter Kampf ist. Oder die Cops rufen und mit den Folgen leben. - Nun, also ich für meinen Teil fände das sehr, sehr belastend.

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13. September 2016 um 21:33

Pac
Du hast es sehr gut getroffen-Ja ich bin depressiv und so gut wie alles, was du beschrieben hast, trifft auf mich zu. Bist du ein Spezialist im Bereich Depressionen?...Du scheinst dich ja sehr gut damit auszukennen.

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14. September 2016 um 8:12

^^
Ist das gut oder ist das schlecht?
=> find ich voll gut, wenn jemand eine Krankheit mit akuter Lebensgefahr nicht ernst nimmt. Was sonst?

Völlig richtig: die loben einen nicht dafür
=> Sarkasmus ist toll und was hättest Du ohne Sarkasmus für Vorstellungen, was ich mir von meiner Umwelt als Reaktion erhofft hätte? Ein Tip: "ach Du armes kleines Hasi, Du hast es ja so schwer und tust mir so leid" ist es genausowenig wie "was für eine tolle Idee!"

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14. September 2016 um 10:17

Danke
Gerade jetzt überkommt mich der Trauigkeitsflash - habe gerade die Traueranzeige oder Einladung zur Beerdigung erhalten. Es ist schon unglaublich hart, ihren Namen mit den beiden Daten zu sehen - Geburtstdatum und Todestag. Jetzt ist es wirklich wahr. Wirklich real.

...und ich hatte nie etwas bemerkt von ihrer Krankheit. Ich hatte sie immer bewundert, wie wunderbar sie doch alle Schwierigkeiten (es waren sehr sehr viele gerade in den letzten Jahren) meistern konnte. Sie hatte so einen tollen Humor und war so unglaublich lieb.

Ach, sie fehlt.

Und ich bin so unglaublich erschüttert, dass ich von ihrer tiefen Traurigkeit und Verzweiflung nichts gewusst, noch nichteinmal geahnt hatte.

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14. September 2016 um 11:57

Danke @lunapurpleviolet
du hast ja so recht.
ich wollte mir auch nicht solche Art von Gedanken machen, aber heute mit der Todesanzeige ist er wirklich so, dass diese Gedanken kommen. so ganz nach dem Motto - ich hätte es merken müssen, war ich blind?, habe ich sie ignoriert, war ich egoistisch mit mir beschäftigt und habe nicht auf sie gesehen .....???

Ja, sie hat ihre Krankheit nicht mit mir teilen wollen. Das muss ich akzeptieren. Ebenso, dass sie das Leben zu schwer fand, dass das Fehlen von Gefühlen für sie zu erdrückend war.

Was mich jetzt nur erschreckt, ist, dass ich seit Jahren auch keine Gefühle habe und ich mich langsam da rauskämpfe. Es ist mühselig und ich glaube, ich kann im Ansatz verstehen, was sie damit meint und warum sie für sich keinen Ausweg sah. Aber dann denke ich - hätte ich sie nicht zum Surfen mitnehmen sollen? Anfang des Sommers war ich surfen um genau das wieder zubekommen, was ich so lange nicht hatte - das Fühlen für innen und aussen. Jetzt denke ich, dass ich sie da hätte mitnehmen sollen. Ich hätte sie fragen sollen. Mir hat es etwas gebracht. Und jetzt denke ich so über dieses "wenn" und "hätte" und so nach. Schrecklich. Dabei ist sie doch ein anderer Mensch. Dabei kann ich nicht mich auf sie projizieren. Und doch denke ich gerade genau das.

Und dabei wollte sie ja gar nicht, dass ich weiss, wie es um sie steht. Es ist ihre Verantwortung und nicht meine. Es ist ihre Entscheidung und nicht meine. Ich hoffe nur, dass sie zum Schluss erleichtert war, ihren Weg so zu gehen, wie sie ihn nun schlussendlich gegangen ist.


.... oh man - ich kann gerade nicht mehr aufhören, darüber zu sprechen und zu schreiben. Mich bescháftigt das so.

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14. September 2016 um 12:29
In Antwort auf annaan3

Danke @lunapurpleviolet
du hast ja so recht.
ich wollte mir auch nicht solche Art von Gedanken machen, aber heute mit der Todesanzeige ist er wirklich so, dass diese Gedanken kommen. so ganz nach dem Motto - ich hätte es merken müssen, war ich blind?, habe ich sie ignoriert, war ich egoistisch mit mir beschäftigt und habe nicht auf sie gesehen .....???

Ja, sie hat ihre Krankheit nicht mit mir teilen wollen. Das muss ich akzeptieren. Ebenso, dass sie das Leben zu schwer fand, dass das Fehlen von Gefühlen für sie zu erdrückend war.

Was mich jetzt nur erschreckt, ist, dass ich seit Jahren auch keine Gefühle habe und ich mich langsam da rauskämpfe. Es ist mühselig und ich glaube, ich kann im Ansatz verstehen, was sie damit meint und warum sie für sich keinen Ausweg sah. Aber dann denke ich - hätte ich sie nicht zum Surfen mitnehmen sollen? Anfang des Sommers war ich surfen um genau das wieder zubekommen, was ich so lange nicht hatte - das Fühlen für innen und aussen. Jetzt denke ich, dass ich sie da hätte mitnehmen sollen. Ich hätte sie fragen sollen. Mir hat es etwas gebracht. Und jetzt denke ich so über dieses "wenn" und "hätte" und so nach. Schrecklich. Dabei ist sie doch ein anderer Mensch. Dabei kann ich nicht mich auf sie projizieren. Und doch denke ich gerade genau das.

Und dabei wollte sie ja gar nicht, dass ich weiss, wie es um sie steht. Es ist ihre Verantwortung und nicht meine. Es ist ihre Entscheidung und nicht meine. Ich hoffe nur, dass sie zum Schluss erleichtert war, ihren Weg so zu gehen, wie sie ihn nun schlussendlich gegangen ist.


.... oh man - ich kann gerade nicht mehr aufhören, darüber zu sprechen und zu schreiben. Mich bescháftigt das so.

Hätte / wäre / könnte...
... sind gefährliche Worte. Du beurteilst Entscheidungen der Vergangenheit mit dem Wissen der Gegenwart, was soll dabei heraus kommen?

Du hast es nicht gewusst, also konntest Du auch nicht so handeln, als ob Du es gewusst hättest.

Hast Du es mal anders herum durchdacht? Was wäre, WENN Du es gewußt hättest? Vermutlich wärst Du inzwischen selbst in einer Klinik - aber Du hättest wahrscheinlich nichts ändern können. Du bist kein Arzt, kein Therapeut, Du hast keine Erfahrung damit, was hättest Du denn machen wollen? Es hätte Dich nur mit zerissen, oder?

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14. September 2016 um 12:51

Zutiefst persönliche Entscheidung
... das, das ist wohl die persönlichste Entscheidung, die wir in unserem Leben treffen können.

Ihr Mann meint, er hat Frieden mit ihrer Entscheidung schliessen können. Mich wühlt sie noch so auf, auch wenn ich es wirklich respektieren kann. Ich glaube, am meinsten wühlt mich auf, dass sie innerlich in so schlechter Verfassung war. Ich hoffe nur, dass es wirklich für sie gut war, diese Entscheidung getroffen zu haben. Ihr Mann hat mir noch gesagt, dass sie uns alle sehr lieb gehabt hat. Das freut mich. Wirklich. Trotz allem, freue ich mich so unglaublich über diese Worte.

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14. September 2016 um 12:53
In Antwort auf avarrassterne1

Hätte / wäre / könnte...
... sind gefährliche Worte. Du beurteilst Entscheidungen der Vergangenheit mit dem Wissen der Gegenwart, was soll dabei heraus kommen?

Du hast es nicht gewusst, also konntest Du auch nicht so handeln, als ob Du es gewusst hättest.

Hast Du es mal anders herum durchdacht? Was wäre, WENN Du es gewußt hättest? Vermutlich wärst Du inzwischen selbst in einer Klinik - aber Du hättest wahrscheinlich nichts ändern können. Du bist kein Arzt, kein Therapeut, Du hast keine Erfahrung damit, was hättest Du denn machen wollen? Es hätte Dich nur mit zerissen, oder?

Konjunktiv ...
... ich wollte es vermeiden, so zu denken, doch heute morgen kamen mir genau diese Gedanken. Dabei ist es doch wie es ist. Sie war traurig, vielleicht auch verzweifelt, sie war nicht gut bei sich, alles war zu schwer für sie und sie wollte und konnte nicht mehr. Mehr kann man dazu doch nicht sagen.

Diese Konjunktiviererei macht mich noch verrückt und lässt mich in Traumwelten abgleiten, die mir nur schaden und keinen Trost spenden....

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14. September 2016 um 13:09
In Antwort auf annaan3

Konjunktiv ...
... ich wollte es vermeiden, so zu denken, doch heute morgen kamen mir genau diese Gedanken. Dabei ist es doch wie es ist. Sie war traurig, vielleicht auch verzweifelt, sie war nicht gut bei sich, alles war zu schwer für sie und sie wollte und konnte nicht mehr. Mehr kann man dazu doch nicht sagen.

Diese Konjunktiviererei macht mich noch verrückt und lässt mich in Traumwelten abgleiten, die mir nur schaden und keinen Trost spenden....

Ich denke...
.. das ist so auch völlig normal und gehört zur Trauer, dazu, das erlebte zu verarbeiten auch dazu, dass einen solche Fragen beschäftigen.
Du musst nur aufpassen, dass Du Dich darin nicht verlierst.

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14. September 2016 um 21:11

Exakt
und deswegen ziehe ich mich in Akutphasen zurück und diskutiere das NICHT mit meinem Umfeld, denn die könnten mir eh nicht helfen - und ich wüßte auch nicht, was sie da tun sollten und ich empfinde es auch eher als anstrengend als hilfreich.

Zurück am Ausgangspunkt. Dem "beobachteten Verhalten depressiver Menschen" (ein depressiver Mensch befindet sich dem Wortlaut nach IN einer Depression, nicht davor.)

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14. September 2016 um 23:12

Ich bin immer wieder fasziniert...
von deinem Wissen-Pacjam. Du scheinst alles erdenkliche über Depressionen zu wissen. Ich spreche meine große Bewunderung aus. Es gibt nicht viele, die über solch ein Wissensspektrum verfügen.

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15. September 2016 um 0:47
In Antwort auf tobias213

Ich bin immer wieder fasziniert...
von deinem Wissen-Pacjam. Du scheinst alles erdenkliche über Depressionen zu wissen. Ich spreche meine große Bewunderung aus. Es gibt nicht viele, die über solch ein Wissensspektrum verfügen.

PAC
ist Gott!

lib

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15. September 2016 um 2:43

Ich
leide selber unter starken Depressionen wenn du möchtest kannst du mir fragen stellen und ich tue sie dir so gut ich kann beantworten

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15. September 2016 um 2:48

Da
sprichst du ware Worte.

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15. September 2016 um 2:55

Nein
das darfst du wirklich nicht als depresiver Mensch lernt man es sehr gut zu verstecken und auch so gut das das direckte Umfeld nix mitbekommt

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15. September 2016 um 10:14
In Antwort auf horrorfreak93

Ich
leide selber unter starken Depressionen wenn du möchtest kannst du mir fragen stellen und ich tue sie dir so gut ich kann beantworten

@horrorfreak93 - danke gerne
ich weiss, jeder Mensch ist anders und bei jedem manifestieren sich innere "Bewegungen" anders. Trotzdem scheint die Depression oft einem Schema zu entsprechen - also dass die betroffenen Menschen sich teilweise gleichen Verhaltensmustern bedienen.

Meine Frage ist nun - warum wird nichts erzählt? Ich glaube, das ist es, was mich gerade mit meiner Cousine am meisten beschäftigt. Ich dachte, wir wären uns sehr nahe. Ich wusste um sehr vieles, was in ihrem Leben geschehen ist, als sie noch Kind war und was in den letzten Jahren geschehen ist. Und doch ist es mir komplette unbekannt gewsen, dass sie unter Depressionen litt.

Wir haben nicht am sleben Wohnort gelebt u nd somit hauptsächlich Fernkommunikation gehabt. Somit konnte ich natürlich ihre körperliche Verfassung nicht spüren. Vielleicht wäre es mir da aufgefallen? Unter den gegebenen Umständen jedoch waren wir nur auf Telefon, Email und Whatsapp und ganz gelegentliche Treffen angewiesen.

Also - warum sagt der kranke Mensch nichts? Ist das auch zu schwer? So schwer, wie eine Tasche zu packen oder einkaufen zu gehen? Das schien ihr wohl, wie ihr Mann erzählte, am ende unmöglich geworden zu sein.

Ich hatte übrigens immer gedacht, sie würde einem Burnout nahe sein, da in den letzten Jahren unglaublich Schweres (z.B. ist ihr Vater zum Pfelgefall geworden... und noch andere Dinge) auf ihr lastete und sie das alles irgendwie gewuppt hatte. Jedoch hatte ich nicht gedacht, dass die Grenze schon überschritten war.

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15. September 2016 um 10:17

Danke @daphne0105
ja es ist schrecklich.
aber ich muss gestehen, dass Tod wirklich als Endgültigkeit gut zu begreifen ist .... besonders wenn man die Todesanzeige erhält. Es ist schrecklich und gleichzeitig auch, wie soll ich es sagen ... tröstend? alles Leid hat ein ende und ich hoffe, meine Cousine hat es so in ihrem Ende gesehn und gespúrt.

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15. September 2016 um 10:18

Danke @daphne0105
ja es ist schrecklich.

Aber ich muss gestehen, dass Tod wirklich als Endgültigkeit gut zu begreifen ist .... besonders wenn man die Todesanzeige erhält. Es ist schrecklich und gleichzeitig auch, wie soll ich es sagen ... tröstend? Alles Leid hat ein Ende und ich hoffe, meine Cousine hat es so in ihrem Ende gesehen und gespürt.

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15. September 2016 um 10:25
In Antwort auf annaan3

@horrorfreak93 - danke gerne
ich weiss, jeder Mensch ist anders und bei jedem manifestieren sich innere "Bewegungen" anders. Trotzdem scheint die Depression oft einem Schema zu entsprechen - also dass die betroffenen Menschen sich teilweise gleichen Verhaltensmustern bedienen.

Meine Frage ist nun - warum wird nichts erzählt? Ich glaube, das ist es, was mich gerade mit meiner Cousine am meisten beschäftigt. Ich dachte, wir wären uns sehr nahe. Ich wusste um sehr vieles, was in ihrem Leben geschehen ist, als sie noch Kind war und was in den letzten Jahren geschehen ist. Und doch ist es mir komplette unbekannt gewsen, dass sie unter Depressionen litt.

Wir haben nicht am sleben Wohnort gelebt u nd somit hauptsächlich Fernkommunikation gehabt. Somit konnte ich natürlich ihre körperliche Verfassung nicht spüren. Vielleicht wäre es mir da aufgefallen? Unter den gegebenen Umständen jedoch waren wir nur auf Telefon, Email und Whatsapp und ganz gelegentliche Treffen angewiesen.

Also - warum sagt der kranke Mensch nichts? Ist das auch zu schwer? So schwer, wie eine Tasche zu packen oder einkaufen zu gehen? Das schien ihr wohl, wie ihr Mann erzählte, am ende unmöglich geworden zu sein.

Ich hatte übrigens immer gedacht, sie würde einem Burnout nahe sein, da in den letzten Jahren unglaublich Schweres (z.B. ist ihr Vater zum Pfelgefall geworden... und noch andere Dinge) auf ihr lastete und sie das alles irgendwie gewuppt hatte. Jedoch hatte ich nicht gedacht, dass die Grenze schon überschritten war.

Wenn ich meine Sicht dazu geben darf:
erstens: weil mir eh keiner helfen kann. Wenn ich einen depressiven Schub habe und es mir schlecht geht, können mir Freunde, Bekannte, Verwandte genau so wenig helfen wie bei einer Blinddarm - Entzündung. Nämlich gar nicht.

zweitens: es hat dafür oft negative Konsequenzen. Entweder ich ziehe eine zweite Person mit rein, die ich in eine ausweglose Lage bringe, weil sie sich Sorgen macht - dabei aber eben hilflos ist, weil sie mir nun einmal nicht helfen kann - oder ich bekomme Mitleid (oder auch nur "Mitgefühl), womit ich generell schwer, in der Situation aber gar nicht umgehen kann oder ich stehe vor einer abwertenden Reaktion, wie weiter unten schon beschrieben. Die sind für mich zu dieser Zeit der Horror schlechthin und das Problem ist, dass ich durch meine verzerrte Wahrnehmung an diesem Punkt auch schwer einschätzen kann, wer wie reagieren würde. Dazwischen gibt es fast nichts (was auch normal ist).

drittens: das ist meist ein schleichender Prozess. Es ist nicht an einem Tag alles super und am nächsten Morgen wacht man auf und ist suizidal / hat andere schwere Depressions-Symptome. Es braucht einiges an Wissen und Erfahrung, die Symptome relativ zeitig zu erkennen. Oft ist es deswegen so, dass gerade Menschen, die das nicht schon x mal durch haben, eine Depression erst bemerken, wenn sie schon bis Unterkante Oberlippe in der Jauchengrube stehen.

viertens: das auch noch zu diskutieren kostet Kraft, die man an der Stelle oft nicht hat.

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15. September 2016 um 10:25
In Antwort auf annaan3

@horrorfreak93 - danke gerne
ich weiss, jeder Mensch ist anders und bei jedem manifestieren sich innere "Bewegungen" anders. Trotzdem scheint die Depression oft einem Schema zu entsprechen - also dass die betroffenen Menschen sich teilweise gleichen Verhaltensmustern bedienen.

Meine Frage ist nun - warum wird nichts erzählt? Ich glaube, das ist es, was mich gerade mit meiner Cousine am meisten beschäftigt. Ich dachte, wir wären uns sehr nahe. Ich wusste um sehr vieles, was in ihrem Leben geschehen ist, als sie noch Kind war und was in den letzten Jahren geschehen ist. Und doch ist es mir komplette unbekannt gewsen, dass sie unter Depressionen litt.

Wir haben nicht am sleben Wohnort gelebt u nd somit hauptsächlich Fernkommunikation gehabt. Somit konnte ich natürlich ihre körperliche Verfassung nicht spüren. Vielleicht wäre es mir da aufgefallen? Unter den gegebenen Umständen jedoch waren wir nur auf Telefon, Email und Whatsapp und ganz gelegentliche Treffen angewiesen.

Also - warum sagt der kranke Mensch nichts? Ist das auch zu schwer? So schwer, wie eine Tasche zu packen oder einkaufen zu gehen? Das schien ihr wohl, wie ihr Mann erzählte, am ende unmöglich geworden zu sein.

Ich hatte übrigens immer gedacht, sie würde einem Burnout nahe sein, da in den letzten Jahren unglaublich Schweres (z.B. ist ihr Vater zum Pfelgefall geworden... und noch andere Dinge) auf ihr lastete und sie das alles irgendwie gewuppt hatte. Jedoch hatte ich nicht gedacht, dass die Grenze schon überschritten war.

Wenn ich meine Sicht dazu geben darf:
erstens: weil mir eh keiner helfen kann. Wenn ich einen depressiven Schub habe und es mir schlecht geht, können mir Freunde, Bekannte, Verwandte genau so wenig helfen wie bei einer Blinddarm - Entzündung. Nämlich gar nicht.

zweitens: es hat dafür oft negative Konsequenzen. Entweder ich ziehe eine zweite Person mit rein, die ich in eine ausweglose Lage bringe, weil sie sich Sorgen macht - dabei aber eben hilflos ist, weil sie mir nun einmal nicht helfen kann - oder ich bekomme Mitleid (oder auch nur "Mitgefühl), womit ich generell schwer, in der Situation aber gar nicht umgehen kann oder ich stehe vor einer abwertenden Reaktion, wie weiter unten schon beschrieben. Die sind für mich zu dieser Zeit der Horror schlechthin und das Problem ist, dass ich durch meine verzerrte Wahrnehmung an diesem Punkt auch schwer einschätzen kann, wer wie reagieren würde. Dazwischen gibt es fast nichts (was auch normal ist).

drittens: das ist meist ein schleichender Prozess. Es ist nicht an einem Tag alles super und am nächsten Morgen wacht man auf und ist suizidal / hat andere schwere Depressions-Symptome. Es braucht einiges an Wissen und Erfahrung, die Symptome relativ zeitig zu erkennen. Oft ist es deswegen so, dass gerade Menschen, die das nicht schon x mal durch haben, eine Depression erst bemerken, wenn sie schon bis Unterkante Oberlippe in der Jauchengrube stehen.

viertens: das auch noch zu diskutieren kostet Kraft, die man an der Stelle oft nicht hat.

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15. September 2016 um 10:37
In Antwort auf avarrassterne1

Wenn ich meine Sicht dazu geben darf:
erstens: weil mir eh keiner helfen kann. Wenn ich einen depressiven Schub habe und es mir schlecht geht, können mir Freunde, Bekannte, Verwandte genau so wenig helfen wie bei einer Blinddarm - Entzündung. Nämlich gar nicht.

zweitens: es hat dafür oft negative Konsequenzen. Entweder ich ziehe eine zweite Person mit rein, die ich in eine ausweglose Lage bringe, weil sie sich Sorgen macht - dabei aber eben hilflos ist, weil sie mir nun einmal nicht helfen kann - oder ich bekomme Mitleid (oder auch nur "Mitgefühl), womit ich generell schwer, in der Situation aber gar nicht umgehen kann oder ich stehe vor einer abwertenden Reaktion, wie weiter unten schon beschrieben. Die sind für mich zu dieser Zeit der Horror schlechthin und das Problem ist, dass ich durch meine verzerrte Wahrnehmung an diesem Punkt auch schwer einschätzen kann, wer wie reagieren würde. Dazwischen gibt es fast nichts (was auch normal ist).

drittens: das ist meist ein schleichender Prozess. Es ist nicht an einem Tag alles super und am nächsten Morgen wacht man auf und ist suizidal / hat andere schwere Depressions-Symptome. Es braucht einiges an Wissen und Erfahrung, die Symptome relativ zeitig zu erkennen. Oft ist es deswegen so, dass gerade Menschen, die das nicht schon x mal durch haben, eine Depression erst bemerken, wenn sie schon bis Unterkante Oberlippe in der Jauchengrube stehen.

viertens: das auch noch zu diskutieren kostet Kraft, die man an der Stelle oft nicht hat.


keine Ahnung, warum das jetzt doppelt gepostet wurde, 1x hätte auch gereicht ^^

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15. September 2016 um 10:39
In Antwort auf avarrassterne1


keine Ahnung, warum das jetzt doppelt gepostet wurde, 1x hätte auch gereicht ^^

Doppelt - ist mir eben auch passite
wahrscheinlich finde gofeminin diesen thread so wichtig, dass hier zur verstärkung doppelpost reinkommen ...

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15. September 2016 um 10:43
In Antwort auf avarrassterne1

Wenn ich meine Sicht dazu geben darf:
erstens: weil mir eh keiner helfen kann. Wenn ich einen depressiven Schub habe und es mir schlecht geht, können mir Freunde, Bekannte, Verwandte genau so wenig helfen wie bei einer Blinddarm - Entzündung. Nämlich gar nicht.

zweitens: es hat dafür oft negative Konsequenzen. Entweder ich ziehe eine zweite Person mit rein, die ich in eine ausweglose Lage bringe, weil sie sich Sorgen macht - dabei aber eben hilflos ist, weil sie mir nun einmal nicht helfen kann - oder ich bekomme Mitleid (oder auch nur "Mitgefühl), womit ich generell schwer, in der Situation aber gar nicht umgehen kann oder ich stehe vor einer abwertenden Reaktion, wie weiter unten schon beschrieben. Die sind für mich zu dieser Zeit der Horror schlechthin und das Problem ist, dass ich durch meine verzerrte Wahrnehmung an diesem Punkt auch schwer einschätzen kann, wer wie reagieren würde. Dazwischen gibt es fast nichts (was auch normal ist).

drittens: das ist meist ein schleichender Prozess. Es ist nicht an einem Tag alles super und am nächsten Morgen wacht man auf und ist suizidal / hat andere schwere Depressions-Symptome. Es braucht einiges an Wissen und Erfahrung, die Symptome relativ zeitig zu erkennen. Oft ist es deswegen so, dass gerade Menschen, die das nicht schon x mal durch haben, eine Depression erst bemerken, wenn sie schon bis Unterkante Oberlippe in der Jauchengrube stehen.

viertens: das auch noch zu diskutieren kostet Kraft, die man an der Stelle oft nicht hat.

Zurückziehen ...
ich kenne es, wenn ich über einen längeren zeitpunkt so "down" bin, dass ich mich zurückziehe, weil mir alles, also auch Menschen, zuviel sind. Kann das hier ähnlich sein?

Ehrlich wage ich zu bezweifeln, dass jemand, der so fertig ist, soweit denkt, dass er mögliche Diskussionen und Gespräche abwägt.....

Meine Cousine hat immer noch auch aus der Klinik heraus fleissig Geburtstagsgrüsse verschickt und auch eine Absage zu einer Party versendet ("es passt nicht" - die Party war 4 Wochen nach Versandt ihrer Absage) ... passt das in das Bild, der immer beflissenen und alles managenden Frau und gleichzeitig alles vertuschenden Depressiven?

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15. September 2016 um 10:45
In Antwort auf annaan3

@horrorfreak93 - danke gerne
ich weiss, jeder Mensch ist anders und bei jedem manifestieren sich innere "Bewegungen" anders. Trotzdem scheint die Depression oft einem Schema zu entsprechen - also dass die betroffenen Menschen sich teilweise gleichen Verhaltensmustern bedienen.

Meine Frage ist nun - warum wird nichts erzählt? Ich glaube, das ist es, was mich gerade mit meiner Cousine am meisten beschäftigt. Ich dachte, wir wären uns sehr nahe. Ich wusste um sehr vieles, was in ihrem Leben geschehen ist, als sie noch Kind war und was in den letzten Jahren geschehen ist. Und doch ist es mir komplette unbekannt gewsen, dass sie unter Depressionen litt.

Wir haben nicht am sleben Wohnort gelebt u nd somit hauptsächlich Fernkommunikation gehabt. Somit konnte ich natürlich ihre körperliche Verfassung nicht spüren. Vielleicht wäre es mir da aufgefallen? Unter den gegebenen Umständen jedoch waren wir nur auf Telefon, Email und Whatsapp und ganz gelegentliche Treffen angewiesen.

Also - warum sagt der kranke Mensch nichts? Ist das auch zu schwer? So schwer, wie eine Tasche zu packen oder einkaufen zu gehen? Das schien ihr wohl, wie ihr Mann erzählte, am ende unmöglich geworden zu sein.

Ich hatte übrigens immer gedacht, sie würde einem Burnout nahe sein, da in den letzten Jahren unglaublich Schweres (z.B. ist ihr Vater zum Pfelgefall geworden... und noch andere Dinge) auf ihr lastete und sie das alles irgendwie gewuppt hatte. Jedoch hatte ich nicht gedacht, dass die Grenze schon überschritten war.

Avarras....
beschreibt ja schon vieles.

Das man Depressionen hat, erkennt man selten sofort. Es dauert lange bis man begreift, es ist nicht nur eine situationbedingte Trauigkeit/Antriebslosigkeit,die man hat, sondern eine Krankheit, die Krankheit Depressionen.

Viele, das weiß ich von Betroffenen, schämen sich auch dafür.
Schämen sich zuzugeben, mir geht es schlecht und das ist nicht mit einem "das wird schon wieder" geheilt.

Es gibt auch viele, die Angst vor den Medikamenten haben, aus verschiedenen Gründen, wie z.B. die Nebenwirkungen, Angst vor Wesensveränderung usw.
Nehmen deshalb keine bzw. versuchen erst gar nicht zu probieren ob sie helfen könnten.
Und diese Medikamente werden sehr oft von Unwissenden verteufelt.

Viele reden darüber und stoßen in ihrem Umfeld auf Unverständnis und schweigen dann wieder.

Es gibt auch Menschen, die sich nichtmal vor sich selbst eingestehen wollen, dass sie unter echten Depressionen leiden.

Sehr viele finden keinen Therapieplatz und lernen nicht mit der Krankheit umzugehen.

Dann gibt es welche, die davor zurückschrecken, sich in stationäre Behandlung zur Kerisenintervention zu begeben.

Es gibt sehr viele Gründe,warum jemand darüber nicht redet

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15. September 2016 um 10:53
In Antwort auf ofi21

Avarras....
beschreibt ja schon vieles.

Das man Depressionen hat, erkennt man selten sofort. Es dauert lange bis man begreift, es ist nicht nur eine situationbedingte Trauigkeit/Antriebslosigkeit,die man hat, sondern eine Krankheit, die Krankheit Depressionen.

Viele, das weiß ich von Betroffenen, schämen sich auch dafür.
Schämen sich zuzugeben, mir geht es schlecht und das ist nicht mit einem "das wird schon wieder" geheilt.

Es gibt auch viele, die Angst vor den Medikamenten haben, aus verschiedenen Gründen, wie z.B. die Nebenwirkungen, Angst vor Wesensveränderung usw.
Nehmen deshalb keine bzw. versuchen erst gar nicht zu probieren ob sie helfen könnten.
Und diese Medikamente werden sehr oft von Unwissenden verteufelt.

Viele reden darüber und stoßen in ihrem Umfeld auf Unverständnis und schweigen dann wieder.

Es gibt auch Menschen, die sich nichtmal vor sich selbst eingestehen wollen, dass sie unter echten Depressionen leiden.

Sehr viele finden keinen Therapieplatz und lernen nicht mit der Krankheit umzugehen.

Dann gibt es welche, die davor zurückschrecken, sich in stationäre Behandlung zur Kerisenintervention zu begeben.

Es gibt sehr viele Gründe,warum jemand darüber nicht redet

Danke @ofi21
... langsam fange ich an zu verstehen.

... jetzt fehlt mir nur noch die konkrete Seite von meiner Cousine. Ich hoffe, ihr Mann mag irgendwann mehr erzählen...

momentan ist ja alles noch so ein Puzzle für mich.

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