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Keine Sinnlichkeit in der Beziehung.

16. März 2012 um 13:47 Letzte Antwort: 18. März 2012 um 9:15

Hallo ihr lieben Leute!

Wie so viele die hier ein Thema erstellen, habe auch ich ein Beziehungsproblem. Und zwar ist es so, dass meine Freundin (Mitte 20) und ich (fast 30) bereits seit fast 3 1/2 Jahren zusammen sind und schon 3 Jahre zusammen wohnen. Das war damals einfach eine logische Konsequenz, weil wir beide etwas Neues suchten. Leider ist es so, dass sie bedingt durch ihre lieblose Kindheit nie gelernt hat, mich positiven Gefühlen umzugehen. Sie hat mir ihre Liebe noch nie gestehen können, obwohl sie es eigentlich fühlt. Das kann ich akzeptieren. Das Schlimme allerdings ist, dass sie sehr wohl emotional sein kann, jedoch keine Leidenschaft empfinden bzw. zeigen kann. Ich sehne mich nach nichts mehr als nach einer Partnerin, mit der ich intensive Blicke und lange Küsse mit vielen Berührungen austauschen kann. Auch im Bett sind mir die Berührungen und Küsse sehr wichtig. Aber im Bett herrscht leider keine Harmonie ... Zungenküsse hatten wir in unserer bisherigen Zeit vielleicht vier Mal, mehr nicht. Und ansonsten gab es immer nur normale Bussis und nur auf den Mund und sonst fast nirgends. So normale schöne Sachen wie Hals küssen, Ohren knabbern usw. sind nicht denkbar.

Am Anfang der Beziehung dachte ich, dass sich das legen und besser werden würde. Aber leider hat sich das nicht so herausgestellt. So langsam aber sicher vertrockne ich innerlich. Ich habe schon oft Versuche angestellt, sie auch mal inniger zu küssen, habe sie massiert, liebe Dinge gesagt. Aber die Reaktionen blieben leider aus, sie konnte sich nicht darauf einlassen, hat eher abgeblockt.

Vor einiger Zeit habe ich dann eine Bekannte von früher getroffen und es kam wie es kommen musste. Ich "verknallte" mich in sie. Und erstmalig wurde mir wirklich und schlagartig bewusst, was mir in der Beziehung fehlt. Nämlich das Beschriebene, diese ... ja Sinnlichkeit! Gebeutelt von meinen Gefühlen brachte ich vor ein paare Tagen erstmals meiner Freundin gegenüber zum Ausdruck was ich fühle, was mir fehlt. Sie war am Boden zerstört und ist es momentan noch immer. Sie sagt, sie könne ihre Gefühle nicht zeigen und ich würde sie auch zu sehr unter Druck setzen. Dabei habe ich es nur ein paar Mal zum Ausdruck gebracht in den paar Jahren, dass mir Emotionen fehlen. Die Wörter "ich liebe dich" habe ich auch nicht im Geringsten inflationär gebraucht und sie kamen immer von Herzen. Ich sollte auch romantischer sein, aber jedes Mal als ich nicht zu ihr durchdringen konnte, starb ein kleiner Teil dessen in mir, was für Romantik zuständig ist.

Langsam bin ich am Ende und weíß nicht mehr weiter. Ich möchte sie nicht verletzen und sie tut mir so unglaublich leid. Wir haben von einer gemeinsamen Zukunft geträumt, haben schon von Verlobung geredet, aber gerade klafft so eine riesige Gefühlslücke in meinem Herz die sie nicht zu füllen im Stande ist ...

Wer kennt diese Situation oder so eine ähnliche? Sollte ich es beenden, sollte ich weiter versuchen bis sich vielelicht irgendwas ändert? Hmm ...

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16. März 2012 um 14:19

Vielen Dank
für deine Antwort. Es ist nicht so, dass sie mich nicht "begehren" würde. Vielleicht versteht sie auch was anderes darunter als ich. Zumindest sieht wirkliches Begehren für mich anders aus. Was du dort schildest, das würde ich mir auch wünschen. ^^

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16. März 2012 um 14:36

Das Schlimme
ist, dass sie mir so unglaublich leid tut, weil so viele Hoffnungen zerstört werden. Ich fühle mich im Grunde nach diesen drei Jahren schon sowas wie in der Pflicht, dass es ihr gut geht. Aber ich kann doch auch nicht aus Mitleid mit ihr zusammen bleiben ...

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16. März 2012 um 14:42

Ich muss zugeben,
dass das Thema Therapie gaaanz am Anfang unserer Beziehung mal angesprochen wurde. Da war sie im Grunde sowas wie "nicht beziehungsfähig". Sie hat sich allerdings gewandelt in der langen Zeit. Sie hat das ganz alleine hinbekommen, weshalb das Thema auch unter den Tisch fiel ... so wie eigentlich ziemlich viel unter den Tisch gefallen ist bei uns. Keiner von uns konnte je über seine Gefühle reden. Sei es aus Rücksicht oder warum auch immer ...

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16. März 2012 um 15:14

Hui,
der Spruch scheint wirklich passend zu sein. Das mit der Hoffnung ... Naja, ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Bin ziemlich ausgepumpt und müde was das Thema angeht. Vor allen Dingen, weil ich mit Derjenigen in die ich mich verschossen habe so eng verbunden fühle ...

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17. März 2012 um 11:42
In Antwort auf quemal_12532153

Das Schlimme
ist, dass sie mir so unglaublich leid tut, weil so viele Hoffnungen zerstört werden. Ich fühle mich im Grunde nach diesen drei Jahren schon sowas wie in der Pflicht, dass es ihr gut geht. Aber ich kann doch auch nicht aus Mitleid mit ihr zusammen bleiben ...

Liebe und Schuld
das geht nicht zusammen!
Die Liebe kennt keine Pflicht- oder Schuldgefühle und auch Handeln aus Mitleid hat nur bedingt etwas mit Liebe zum Partner zu tun. (Meist liegt hier doch ein Eigennutz vor)

Tu tust deinem Selbst hier etwas an, für das du keine Belohnung erhältst - so funktioniert das nämlich nicht.
Die wahre Liebe ist frei von solchen "Opfergängen".
Fakt ist doch, du vermisst sehr stark das Durchführen (ich nenn das hier mal so ) der Liebe... Liebe-machen sozusagen..
Und du hast ja schon gemerkt, dass es dich auf Dauer sehr einschränkt SO zu leben.
Was bis jetzt noch nicht so wirklich geschehen ist, ist das du rausgefunden hast, dass du als erstes für dich und deine Befindlichkeit verantwortlich bist!!!
Das heißt, du bist verantwortlich Abhilfe zu schaffen und Konsequenzen auf dich zu nehmen.
Tust du das nicht, wirst du nicht glücklich und suchst die Schuld dafür in äußeren Umständen.... das ist die langfristige Folge aus deinem EIGENEN Verhalten oder eben Nicht-Verhalten!

Eine Sache, die nicht oder nur wenig funktioniert kann man nicht durch "Dranbleiben und Weitermachen" zum Funktionieren bringen.
Die Liebe läßt sich so nicht herbei-erarbeiten.
Du wirst einen neuen Weg versuchen müssen, auch wenn schwer fällt und dir weh tut.

Aber wie ich hier schon öfter geschrieben habe: das Leben ist zu kurz und zu wertvoll, um es mit angezogener Handbremse nur so durchzustehen.
Mach dich selbst glücklich, trag die Konsequenzen für dein Leben!

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18. März 2012 um 4:29
In Antwort auf quemal_12532153

Vielen Dank
für deine Antwort. Es ist nicht so, dass sie mich nicht "begehren" würde. Vielleicht versteht sie auch was anderes darunter als ich. Zumindest sieht wirkliches Begehren für mich anders aus. Was du dort schildest, das würde ich mir auch wünschen. ^^

" ... du bist verantwortlich, Abhilfe zu schaffen ... "
und einige weitere (zutreffende!) Feststellungen wurden dir schon gesagt.
Vorerst mal: es gibt TATSÄCHLICH Liebesbeziehungen ohne Säggs. Vergiß das aber - es ist selten (meist erst im Alter, und da ist es fraglich, ob es sich wirklich um Liebe handelt oder um Gewohnheit, Angst vor dem Alleinsein, finanzielle Unmöglichkeit sich zu trennen ...), und der Säggs war fast immer vorher da; die anderen Fälle bewegen sich im Promillebereich.
Du hast die Wahl:
. 1) Onanieren; das kann sehr viel helfen, aber so wie du dich beschreibst, halte ich es in deinem Fall nicht für eine befriedigende Dauerlösung.
. 2) Auswärtspoppen: ich empfehle dir von Anfang an unbedingte Ehrlichkeit gegenüber allen Beteiligten (also auch dir selbst gegenüber).
. a) Arrangement mit der jeweiligen Bummsparterin UND deiner Freundin mit allen Konsequenzen.
Erschwert oder erleichtert wird deine Situation, wenn sich zwischen dir und einer deiner Geliebten LIEBE einstellt.
Desgleichen bleibt dir ein Überlegen nicht erspart, wenn dies zutrifft UND deine Freundin in Zukunft doch Gefallen an der Wollust entdeckt.
Fakt: natürlich kann man / frau mehr als einen Partner ZUGLEICH lieben (lieben!) - aber ob ihr das schafft ... mhhh ... ? (Größte Hürde ist die vorprogrammierte Scheißeifersucht, die fast nie verkraftet werden kann. Ansicht mancher hervorragender Experten: E sei gar nicht therapierbar!)
. b) Mit folgender Trennung und dem Rat, deine Freundin / Exfreundin möge fachliche Hilfe nicht ablehnen. Dir oder ihr (oder beiden) wird es weh tun.

Du kannst auch in einem sehr ernsthaften Gespräch mit deiner Freundin vorher auf Punkt 2 und 3 aufmerksam machen. Allerdings führt ein anschließender Rückzieher deinerseits nur in ein größeres Dilemma.
So, und nun wähle aus - machs gut und beherzige die Worte Ellälls, die vermutlich eine schon reife, erfahrene Frau ist ...
Gruß ha

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18. März 2012 um 9:15

Vielen Dank
euch allen für eure Antworten. Wir hatten nun in den letzten Tagen einige ernsthafte Gespräche. Es hat sich herausgestellt, dass sie mittlerweile einfach keinen Spaß mehr an Bettaktivitäten hat. Ihr fehlt überhaupt nichts ohne. Wir reißen uns gerade zusammen und versuchen, es vielleicht nochmal in den Griff zu bekommen, aber momentan wirkt jeder Kuss und jede Berührung hölzern auf mich. Das mag natürlich auch mit meinem Unterbewusstsein zu tun haben, dass ich es so empfinde ... Ebenfalls steht die Überlegung im Raum, dass wir uns erstmal räumlich etwas trennen. Denn sie hat einen Job angenommen der rund 50 Kilometer entfernt liegt von unserer gemeinsamen Wohnung und wurde sich an diesem Ort einfach ein kleines Appartement nehmen. Unsere Wohnung soll erstmal erhalten bleiben. Eventuell könne das unsere Beziehung wieder etwas beleben, indem einfach die Vorfreude auf den Anderen wächst, wenn man sich am Wochenende sieht. Ich hege da noch eine gewisse Skepsis, bin aber bereit, diesen Versuch zu mal mitzumachen. Wenn es über die Distanz nicht funktioniert, wie kann es dann funktionieren, wenn man sich den ganzen Tag auf der Pelle hängt?

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