Forum / Liebe & Beziehung

kaum Zeit zu zweit wegen seinem Beruf

23. November 2020 um 8:36 Letzte Antwort: 24. November 2020 um 9:37

Hallo zusammen,

ich bin über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und eig durch Corona zusammengezogen.
Er ist angehender Anwalt und hat deswegen sehr lange Arbeitszeiten in seiner Kanzlei.
Er kommt meistens um 8 Uhr am Abend nach Hause und wenn er Fristen hat kann es auch halb 10 oder später werden.
Er meint, dass er um 8 Uhr am Abend heimkommt ist eigentlich ziemlich früh im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen Kanzleien.

Ich habe einen "normalen" Bürojob wo ich aber eigentlich gute Aufstiegchancen habe und ich mache auch öfters Überstunden aber bin meistens um 5/6 herum zu Hause.
Wenn nicht Corona ist, treffe ich am Abend auch Freunde oder gehe in einen Sportkurs. Aber da bin ich meistens doch wieder um 8 Uhr daheim.

Für mich ist es sehr schwer, dass er jeden Tag erst so spät heimkommt.

Er ist auch jemand, der sehr früh schlafen geht. D.h. manchmal kommt er heim, isst und legt sich ins Bett um noch eine Folge einer Serie zum einschlafen zu schauen.
Ich habe das Gefühl, die Beziehung kommt viel zu kurz.

Wenn kein Corona ist, trifft er (verstädnlicherweise) am Abend auch manchmal Freunde und dann kommt er erst um 11/12 nach Hause, sodass wir uns gar nicht sehen.
Ich bin verletzt, da er für seine Freunde länger aufbleibt als für mich. Er meint aber, bei mir muss er sich nicht verstellen und bei den Freunden würde er auch lieber schon früher schlafen gehen aber das geht nicht.

Er hat ein Hobby am Wochenende, was von externen Faktoren abhängt.
D.h. er weiß nie, ob und wenn ja an welchem Tag es stattfindet und meine Wochenendplanung hängt immer in der Schwebe, da ich schon mind. einen Tag am Wochenende miteinander verbringen möchte.

Unter der Woche übernehme ich das einkaufen und kochen, da er ja nicht dazukommt. Ich mache auch meiner Meinung nach mehr im Haushalt, vorallem da ich auch seit dem Einzug im Homeoffice bin und natürlich mit über jede freie Minute mit ihm freue.

Ich liebe ihn wirklich sehr. Ich fühle mich sehr sicher bei ihm und er bringt mich zum Lachen.

Aber ich dachte, ich muss diese Durststrecke nur bis er ein Anwalt ist durchstehen und dann kann er sich die Zeit selbst einteilen. Aber gestern hat er mir auf eine Frage hin geantwortet, dass er wenn er Anwalt ist nicht früher heimkommen wird.

Und für mich ist dann ein bisschen die Welt zusammengebrochen.
Ich habe andere Vorstellungen für meine Beziehung.
Ich sehe andauernd Pärchen gemeinsam draußen wenn er noch arbeiten ist und ich hätte das auch gerne. Ich möchte miteinander mehr Zeit verbringen und nicht nur wie in einer WG zusammenwohnen. Überhaupt wenn dann irgendwann mal Kinder im Spiel sind, will ich dass er sich ebenfalls um diese mitkümmert.

Ich habe eine Workaholic Mutter und habe mir geschworen, nie so zu werden und auch keinen Partner zu nehmen, der so ist. Ich habe mich sehr vernachlässigt gefühlt von ihr - die Arbeit stand immer an Nummer 1.
Aber meine Eltern haben auch nie etwas unternommen oder Freunde getroffen - sind immer am Abend gemeinsam auf der Couch gesessen vor dem Fernseher und am Wochenende gemeinsam Einkaufen und dann Großeltern besuchen - das möchte ich auch nicht. Aber eventuell ist für mich deswegen das der Status Quo und ich verlange zu viel Zeit gemeinsam?

Eventuell ist es für mich auch viel schlimmer, da ich seit dem Einzug wegen Corona in Homeoffice bin und den ganzen Tag niemanden sehe außer meinen Partner am Abend.
Aber auch wenn ich in der Arbeit wäre, wäre ich ja sonst viel früher als er daheim und alleine.

Wie seht ihr das ganze? Erwarte ich mir zu viel? Weil ich finde es auch toll, dass er seinen Job liebt und motiviert ist. Ich erwarte keinesfalls, dass er seinen Job aufgibt oder ähnliches aber ich frage mich, ob er dann der richtige für mich ist.
Es schmerzt der Gedanke, die Beziehung beenden zu müssen, aus so einem Grund - da der Rest eigentlich passt.

Wie sind eure Arbeitszeiten und die eurer Partner? Wie viel Zeit verbringt ihr miteinander unter der Woche und am Wochenende?
Ich würde mich über eure Insights freuen.

 

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23. November 2020 um 8:50

Darf ich fragen wo ihr wohnt, dass bei euch mal Corona ist und mal nicht? Da wo wir wohnen, ist durchgehend Corona.  

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23. November 2020 um 9:08

Liebe TE,

ich habe eine Zeit lang auch als Rechtsanwältin gearbeitet.... und genau aus dem Grund damit aufgehört! So sehr mir die Arbeit "fachlich" auch gefallen hat, ich bin irgendwann komplett durchgedreht, weil ich nichts anderes mehr machen konnte und kaum Zeit mit meinem Mann hatte. Ich habe das nun geändert und bin glücklicher denn je. Viele meiner Freunde und Bekannten arbeiten auch in dem Bereich und leider ist das dort ziemlich "normal".

Davon abgesehen, dass Juristen generell sehr sehr viel arbeiten, muss jeder für sich selbst wissen, wieviel Zeit er in den Beruf stecken möchte. Wenn dein Partner in dem Beruf total aufgeht und zufrieden damit ist, kannst du leider nichts tun, als es zu akzeptieren oder es sein zu lassen. Du musst dir selbst eine Vorstellung von deinem Leben und deiner Zukunft machen. Für ihn scheint es ja in Ordnung zu sein, dass er so viel arbeitet. Wie steht es um dich? Möchtest du das so weiterführen? Ihn wirst du vermutlich nicht ändern können.

Meinem Mann und mir ist unsere Freizeit total wichtig. Ich würde sagen, wir arbeiten durchschnittlich viel. Machen so gut wir können pünktlich Feierabend. Ich bin kein workaholic und er auch nicht. Wir leben nicht um zu arbeiten. 

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23. November 2020 um 9:32

Ich glaub, du hast dir für dich den falschen Partner ausgesucht. Er möchte Anwalt werden und sagt eindeutig, dass seine Arbeitszeiten sich in den nächsten Jahren nicht ändern werden. 

Es gibt Paare, bei denen passt das so. Und dann gibts eben welche, da klappt das nicht. 
Du leidest - wofür?

Wenn dir etwas nicht gefällt änder es.
Wenn du es nicht ändern kannst, akzeptiere es.
Wenn du es nicht akzeptieren kannst, zieh weiter.

Du kannst ihn nicht dazu zwingen oder dazu bringen seine Ziele/Wünsche/Ambitionen zu ändern und dir anzupassen. Genauso wenig wie er dich dazu zwingen kann, in einer  unglücklichen Beziehung zu verweilen.

Du musst für dich entscheiden was du aushalten kannst, was du willst und was du nicht willst und dann handle danach.

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23. November 2020 um 9:43

Ich hab mich aus ähnlichen Gründen seinerzeit von meinem langjährigen Partner und Vater meiner Tochter getrennt. Er war ein toller Mann, aber auch ein absoluter Workaholic, sehr ehrgeizig und auch erfolgreich, aber Freizeit oder gar Zeit für die Familie ist in seinem Leben kaum vorhanden. Er lebt absolut für die Arbeit. Ist ja auch sein gutes Recht... Ich dachte auch, achja, das geht schon, aber je länger das so ging, umso weniger kam ich klar damit. Ich war für alles alleine verantwortlich und hatte kaum Unterstützung durch ihn, das zehrt einfach irgendwann an den Kräften. Arbeit war immer wichtiger, auch im Urlaub konnte er nicht ohne. Klar habe ich ihn immer wieder darauf angesprochen, auch er meinte oft von sich aus, dass er kürzer treten möchte, weil es ihm auch zuviel wird, aber das hat er einfach nicht geschafft. 

Das Fass lief dann endgültig über, als ich wegen eines gesundheitlichen Problems in der Klinik lag und er es in 4 Wochen nur einmal geschafft hat, mich zu besuchen. Danach wusste ich, dass es so nicht weitergeht und nach langen Gesprächen haben wir uns dann getrennt. Heute sind wir weiterhin gut befreundet, er kümmert sich auch mehr um unsere Tochter als je zuvor, aber eine Beziehung war mir das alles einfach nicht mehr wert.

Mein jetziger Partner hat flexible Arbeitszeiten, ist zwar auch mal abends weg, aber bei ihm ist es so, wenn Feierabend, dann ist auch Feierabend. Nicht noch hier etwas arbeiten und da eine Mail und dort ein Anruf und zack ist schon wieder Mitternacht - und ja, das genieße ich sehr. Mehr Paarzeit, mehr gegenseitige Unterstützung, man ist sie einfach näher. Das habe ich bei meinem Ex sehr vermisst. 

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23. November 2020 um 9:49
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Hallo zusammen,

ich bin über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und eig durch Corona zusammengezogen.
Er ist angehender Anwalt und hat deswegen sehr lange Arbeitszeiten in seiner Kanzlei.
Er kommt meistens um 8 Uhr am Abend nach Hause und wenn er Fristen hat kann es auch halb 10 oder später werden.
Er meint, dass er um 8 Uhr am Abend heimkommt ist eigentlich ziemlich früh im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen Kanzleien.

Ich habe einen "normalen" Bürojob wo ich aber eigentlich gute Aufstiegchancen habe und ich mache auch öfters Überstunden aber bin meistens um 5/6 herum zu Hause.
Wenn nicht Corona ist, treffe ich am Abend auch Freunde oder gehe in einen Sportkurs. Aber da bin ich meistens doch wieder um 8 Uhr daheim.

Für mich ist es sehr schwer, dass er jeden Tag erst so spät heimkommt.

Er ist auch jemand, der sehr früh schlafen geht. D.h. manchmal kommt er heim, isst und legt sich ins Bett um noch eine Folge einer Serie zum einschlafen zu schauen.
Ich habe das Gefühl, die Beziehung kommt viel zu kurz.

Wenn kein Corona ist, trifft er (verstädnlicherweise) am Abend auch manchmal Freunde und dann kommt er erst um 11/12 nach Hause, sodass wir uns gar nicht sehen.
Ich bin verletzt, da er für seine Freunde länger aufbleibt als für mich. Er meint aber, bei mir muss er sich nicht verstellen und bei den Freunden würde er auch lieber schon früher schlafen gehen aber das geht nicht.

Er hat ein Hobby am Wochenende, was von externen Faktoren abhängt.
D.h. er weiß nie, ob und wenn ja an welchem Tag es stattfindet und meine Wochenendplanung hängt immer in der Schwebe, da ich schon mind. einen Tag am Wochenende miteinander verbringen möchte.

Unter der Woche übernehme ich das einkaufen und kochen, da er ja nicht dazukommt. Ich mache auch meiner Meinung nach mehr im Haushalt, vorallem da ich auch seit dem Einzug im Homeoffice bin und natürlich mit über jede freie Minute mit ihm freue.

Ich liebe ihn wirklich sehr. Ich fühle mich sehr sicher bei ihm und er bringt mich zum Lachen.

Aber ich dachte, ich muss diese Durststrecke nur bis er ein Anwalt ist durchstehen und dann kann er sich die Zeit selbst einteilen. Aber gestern hat er mir auf eine Frage hin geantwortet, dass er wenn er Anwalt ist nicht früher heimkommen wird.

Und für mich ist dann ein bisschen die Welt zusammengebrochen.
Ich habe andere Vorstellungen für meine Beziehung.
Ich sehe andauernd Pärchen gemeinsam draußen wenn er noch arbeiten ist und ich hätte das auch gerne. Ich möchte miteinander mehr Zeit verbringen und nicht nur wie in einer WG zusammenwohnen. Überhaupt wenn dann irgendwann mal Kinder im Spiel sind, will ich dass er sich ebenfalls um diese mitkümmert.

Ich habe eine Workaholic Mutter und habe mir geschworen, nie so zu werden und auch keinen Partner zu nehmen, der so ist. Ich habe mich sehr vernachlässigt gefühlt von ihr - die Arbeit stand immer an Nummer 1.
Aber meine Eltern haben auch nie etwas unternommen oder Freunde getroffen - sind immer am Abend gemeinsam auf der Couch gesessen vor dem Fernseher und am Wochenende gemeinsam Einkaufen und dann Großeltern besuchen - das möchte ich auch nicht. Aber eventuell ist für mich deswegen das der Status Quo und ich verlange zu viel Zeit gemeinsam?

Eventuell ist es für mich auch viel schlimmer, da ich seit dem Einzug wegen Corona in Homeoffice bin und den ganzen Tag niemanden sehe außer meinen Partner am Abend.
Aber auch wenn ich in der Arbeit wäre, wäre ich ja sonst viel früher als er daheim und alleine.

Wie seht ihr das ganze? Erwarte ich mir zu viel? Weil ich finde es auch toll, dass er seinen Job liebt und motiviert ist. Ich erwarte keinesfalls, dass er seinen Job aufgibt oder ähnliches aber ich frage mich, ob er dann der richtige für mich ist.
Es schmerzt der Gedanke, die Beziehung beenden zu müssen, aus so einem Grund - da der Rest eigentlich passt.

Wie sind eure Arbeitszeiten und die eurer Partner? Wie viel Zeit verbringt ihr miteinander unter der Woche und am Wochenende?
Ich würde mich über eure Insights freuen.

 

Willkommen im Alltag🤷🏼‍♂️

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23. November 2020 um 13:39

Ein befreundetes Päärchen hatte genau diesselbe Situation. (inklusive frankfurter Grosskanzlei). Die waren schon ewig zusammen und verheitratet (sehr jung) und Sie meinte halt einfach: Wenn du nach den ersten 2 Jahren berufserfahrung da weiter bleibst bin ich weg.

Jetzt ist er Firmenanwalt in nem Konzern. Arbeitet immer noch gerne, macht auch mal überstunden, aber halt mal 45-50 statt 70-80.

Wenn jemand seinen Job gerne macht ist das gut und mal die Extrameile gehen gehört dazu. Wenn jemand diesen drive hat ist das ja auch ne grundlegende Charaktereigenschaft und man kanns ihm nicht verbieten. Aber wirklich 10-12h jeden Tag reine Arbeitszeit das muss nicht sein. Meine erfahrung ist, dass da häufig mehr dahinter steckt.

Ich würde klar sagen was du dir vorstellst, aber auch alternativen Aufzeigen-- Wechsel auf Firmenseite/ Richter ... dann hat er die Chance sich selbst zu überlegen was er will. Die Entscheidung wirst du Ihm nicht abnehmen können und er muss Sie treffen, aber du musst Ihm schon rigendwie die Hand reichen.

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23. November 2020 um 13:55
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Hallo zusammen,

ich bin über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und eig durch Corona zusammengezogen.
Er ist angehender Anwalt und hat deswegen sehr lange Arbeitszeiten in seiner Kanzlei.
Er kommt meistens um 8 Uhr am Abend nach Hause und wenn er Fristen hat kann es auch halb 10 oder später werden.
Er meint, dass er um 8 Uhr am Abend heimkommt ist eigentlich ziemlich früh im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen Kanzleien.

Ich habe einen "normalen" Bürojob wo ich aber eigentlich gute Aufstiegchancen habe und ich mache auch öfters Überstunden aber bin meistens um 5/6 herum zu Hause.
Wenn nicht Corona ist, treffe ich am Abend auch Freunde oder gehe in einen Sportkurs. Aber da bin ich meistens doch wieder um 8 Uhr daheim.

Für mich ist es sehr schwer, dass er jeden Tag erst so spät heimkommt.

Er ist auch jemand, der sehr früh schlafen geht. D.h. manchmal kommt er heim, isst und legt sich ins Bett um noch eine Folge einer Serie zum einschlafen zu schauen.
Ich habe das Gefühl, die Beziehung kommt viel zu kurz.

Wenn kein Corona ist, trifft er (verstädnlicherweise) am Abend auch manchmal Freunde und dann kommt er erst um 11/12 nach Hause, sodass wir uns gar nicht sehen.
Ich bin verletzt, da er für seine Freunde länger aufbleibt als für mich. Er meint aber, bei mir muss er sich nicht verstellen und bei den Freunden würde er auch lieber schon früher schlafen gehen aber das geht nicht.

Er hat ein Hobby am Wochenende, was von externen Faktoren abhängt.
D.h. er weiß nie, ob und wenn ja an welchem Tag es stattfindet und meine Wochenendplanung hängt immer in der Schwebe, da ich schon mind. einen Tag am Wochenende miteinander verbringen möchte.

Unter der Woche übernehme ich das einkaufen und kochen, da er ja nicht dazukommt. Ich mache auch meiner Meinung nach mehr im Haushalt, vorallem da ich auch seit dem Einzug im Homeoffice bin und natürlich mit über jede freie Minute mit ihm freue.

Ich liebe ihn wirklich sehr. Ich fühle mich sehr sicher bei ihm und er bringt mich zum Lachen.

Aber ich dachte, ich muss diese Durststrecke nur bis er ein Anwalt ist durchstehen und dann kann er sich die Zeit selbst einteilen. Aber gestern hat er mir auf eine Frage hin geantwortet, dass er wenn er Anwalt ist nicht früher heimkommen wird.

Und für mich ist dann ein bisschen die Welt zusammengebrochen.
Ich habe andere Vorstellungen für meine Beziehung.
Ich sehe andauernd Pärchen gemeinsam draußen wenn er noch arbeiten ist und ich hätte das auch gerne. Ich möchte miteinander mehr Zeit verbringen und nicht nur wie in einer WG zusammenwohnen. Überhaupt wenn dann irgendwann mal Kinder im Spiel sind, will ich dass er sich ebenfalls um diese mitkümmert.

Ich habe eine Workaholic Mutter und habe mir geschworen, nie so zu werden und auch keinen Partner zu nehmen, der so ist. Ich habe mich sehr vernachlässigt gefühlt von ihr - die Arbeit stand immer an Nummer 1.
Aber meine Eltern haben auch nie etwas unternommen oder Freunde getroffen - sind immer am Abend gemeinsam auf der Couch gesessen vor dem Fernseher und am Wochenende gemeinsam Einkaufen und dann Großeltern besuchen - das möchte ich auch nicht. Aber eventuell ist für mich deswegen das der Status Quo und ich verlange zu viel Zeit gemeinsam?

Eventuell ist es für mich auch viel schlimmer, da ich seit dem Einzug wegen Corona in Homeoffice bin und den ganzen Tag niemanden sehe außer meinen Partner am Abend.
Aber auch wenn ich in der Arbeit wäre, wäre ich ja sonst viel früher als er daheim und alleine.

Wie seht ihr das ganze? Erwarte ich mir zu viel? Weil ich finde es auch toll, dass er seinen Job liebt und motiviert ist. Ich erwarte keinesfalls, dass er seinen Job aufgibt oder ähnliches aber ich frage mich, ob er dann der richtige für mich ist.
Es schmerzt der Gedanke, die Beziehung beenden zu müssen, aus so einem Grund - da der Rest eigentlich passt.

Wie sind eure Arbeitszeiten und die eurer Partner? Wie viel Zeit verbringt ihr miteinander unter der Woche und am Wochenende?
Ich würde mich über eure Insights freuen.

 

Ich weiß nicht, ob es dir weiterhilft, aber mir geht es ähnlich. Mein Mann ist auch Jurist und arbeitet ähnlich wie dein Freund. Oft ist er abends noch zusätzlich unterwegs, privat und geschäftlich vermischt sich da oft, sodass wenn ich mich beschwere, öfters das Argument kommt, dass ich ja auch gut leben möchte und er das auch für uns tut. Früher gab es da eigentlich auch nie Diskussionen, ich habe auch einen anspruchsvollen Job und muss den ganzen Tag sprechen, sodass ich abends oft froh war alleine zu sein. Allerdings haben wir jetzt ein Baby, ich bin in Elternzeit und hätte abends schon gerne einen Gesprächspartner oder einen Vater, der sein Kind ins Bett bringt. Ich hab ihn mit diesen Arbeitszeiten kennengelernt und kann ihm das schlecht vorwerfen, aber ich würde dir auf jeden Fall raten gut über mögliche Kinder nachzudenken, wenn es dich jetzt schon stört. Vor allem, falls er überlegt sich selbstständig zu machen. Dann ist er über Jahre hinweg völlig verplant und nur zum Schlafen zuhause. Andrerseits hast du dafür einen erfolgreichen Mann an deiner Seite und in anderen Bereichen weniger Stress. Zb könnt ihr eine Putzfrau oder Haushälterin beschäftigen, dann wäre das schonmal gerechter. Dass er auf deinem Rücken und durch deine Mehrarbeit im Haushalt seine Karriere aufbaut ist auf jeden Fall nicht gerecht, auch wenn er das nicht mit böser Absicht tut.

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23. November 2020 um 14:15

Eurer Problem ist nicht die Arbeitszeit, sondern dass du für ihn nur eine Frau bist, die nebenher läuft und keine Ansprüche hat,

Ich bin Ärztin und mein Mann ist bei der Kripo und arbeiten beide täglich 14+ Stunden und manchmal auch mehrere Tage durchgehend.

Ich bin jetzt mit dem Baby Zuahause und es ist alles noch wunderbar.

Wenn mein Mann nach Hause kommt, macht er den liegen gebliebenen Haushalt und wir unternehmen täglich etwas zusammen und sei es nur ein gemeinsamer Spaziergang.

Wir haben einen Film/Serienabend in der Woche, ansonsten bleibt die Glotze aus und wir kochen gemeinsan, führem Gespräche, besuchen Freunde und Familie.

Man kann auch mit wenig Zeit und viel Arbeit in die Beziehung investieren aber Voraussetzung dafür ist natürlich,  dass beide das wollen.

Das sehe ich bei euch leider gar nicht. 
Ihm ist es egal, was du möchtest und wie du dich fühlst.

Seine Karriere hat Priorität und du darfst dich fügen.

Da sehe ich keine rosige Zukunft, da du ihm nicht wichtig genug bist. Lieber geht er mit Freunden aus und vertröstet dich mit einer billigen Ausrede.

Sag ihm, wie viel Zeit du mit ihm verbringen möchtest,  wenn er lieber schläft oder sich mit Freunden trifft, dann trenne dich.

Der wird dich nicht glücklich machen und will es auch gar nicht. 

Der ist nur froh, dass er eine gratis Putze Zuhause hat.

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23. November 2020 um 14:17
In Antwort auf

Hallo zusammen,

ich bin über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und eig durch Corona zusammengezogen.
Er ist angehender Anwalt und hat deswegen sehr lange Arbeitszeiten in seiner Kanzlei.
Er kommt meistens um 8 Uhr am Abend nach Hause und wenn er Fristen hat kann es auch halb 10 oder später werden.
Er meint, dass er um 8 Uhr am Abend heimkommt ist eigentlich ziemlich früh im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen Kanzleien.

Ich habe einen "normalen" Bürojob wo ich aber eigentlich gute Aufstiegchancen habe und ich mache auch öfters Überstunden aber bin meistens um 5/6 herum zu Hause.
Wenn nicht Corona ist, treffe ich am Abend auch Freunde oder gehe in einen Sportkurs. Aber da bin ich meistens doch wieder um 8 Uhr daheim.

Für mich ist es sehr schwer, dass er jeden Tag erst so spät heimkommt.

Er ist auch jemand, der sehr früh schlafen geht. D.h. manchmal kommt er heim, isst und legt sich ins Bett um noch eine Folge einer Serie zum einschlafen zu schauen.
Ich habe das Gefühl, die Beziehung kommt viel zu kurz.

Wenn kein Corona ist, trifft er (verstädnlicherweise) am Abend auch manchmal Freunde und dann kommt er erst um 11/12 nach Hause, sodass wir uns gar nicht sehen.
Ich bin verletzt, da er für seine Freunde länger aufbleibt als für mich. Er meint aber, bei mir muss er sich nicht verstellen und bei den Freunden würde er auch lieber schon früher schlafen gehen aber das geht nicht.

Er hat ein Hobby am Wochenende, was von externen Faktoren abhängt.
D.h. er weiß nie, ob und wenn ja an welchem Tag es stattfindet und meine Wochenendplanung hängt immer in der Schwebe, da ich schon mind. einen Tag am Wochenende miteinander verbringen möchte.

Unter der Woche übernehme ich das einkaufen und kochen, da er ja nicht dazukommt. Ich mache auch meiner Meinung nach mehr im Haushalt, vorallem da ich auch seit dem Einzug im Homeoffice bin und natürlich mit über jede freie Minute mit ihm freue.

Ich liebe ihn wirklich sehr. Ich fühle mich sehr sicher bei ihm und er bringt mich zum Lachen.

Aber ich dachte, ich muss diese Durststrecke nur bis er ein Anwalt ist durchstehen und dann kann er sich die Zeit selbst einteilen. Aber gestern hat er mir auf eine Frage hin geantwortet, dass er wenn er Anwalt ist nicht früher heimkommen wird.

Und für mich ist dann ein bisschen die Welt zusammengebrochen.
Ich habe andere Vorstellungen für meine Beziehung.
Ich sehe andauernd Pärchen gemeinsam draußen wenn er noch arbeiten ist und ich hätte das auch gerne. Ich möchte miteinander mehr Zeit verbringen und nicht nur wie in einer WG zusammenwohnen. Überhaupt wenn dann irgendwann mal Kinder im Spiel sind, will ich dass er sich ebenfalls um diese mitkümmert.

Ich habe eine Workaholic Mutter und habe mir geschworen, nie so zu werden und auch keinen Partner zu nehmen, der so ist. Ich habe mich sehr vernachlässigt gefühlt von ihr - die Arbeit stand immer an Nummer 1.
Aber meine Eltern haben auch nie etwas unternommen oder Freunde getroffen - sind immer am Abend gemeinsam auf der Couch gesessen vor dem Fernseher und am Wochenende gemeinsam Einkaufen und dann Großeltern besuchen - das möchte ich auch nicht. Aber eventuell ist für mich deswegen das der Status Quo und ich verlange zu viel Zeit gemeinsam?

Eventuell ist es für mich auch viel schlimmer, da ich seit dem Einzug wegen Corona in Homeoffice bin und den ganzen Tag niemanden sehe außer meinen Partner am Abend.
Aber auch wenn ich in der Arbeit wäre, wäre ich ja sonst viel früher als er daheim und alleine.

Wie seht ihr das ganze? Erwarte ich mir zu viel? Weil ich finde es auch toll, dass er seinen Job liebt und motiviert ist. Ich erwarte keinesfalls, dass er seinen Job aufgibt oder ähnliches aber ich frage mich, ob er dann der richtige für mich ist.
Es schmerzt der Gedanke, die Beziehung beenden zu müssen, aus so einem Grund - da der Rest eigentlich passt.

Wie sind eure Arbeitszeiten und die eurer Partner? Wie viel Zeit verbringt ihr miteinander unter der Woche und am Wochenende?
Ich würde mich über eure Insights freuen.

 

Es ist völlig belanglos, wie viel Zeit andere mit ihrem Partner verbringen. Wichtig ist, dass es für dich in deiner Beziehung passt.

Ich frag mich beim lesen, ob er nicht morgens dafür realtiv spät erst auf Arbeit muss (9Uhr?) und evtl auch eine längere MIttagspause hat (2Std?) so dass er manche Dinge, die zu eurem Haushalt gehören, nicht auch leisten kann.

Wir arbeiten beide im Schichtdienst. Das Jahr über haben wir uns die Klinke und die Kinder eigentlich nur in die Hand gegeben.
Ich arbeite auch sehr oft Sonntags, mein Mann kann es oft so legen, dass er dieselben Sonntage arbeitet, so dass wir dann doch ggf mal einen gemeinsamen im Monat haben (nächster Sonntag ist so einer )

Vorteilhaft finde ich, dass wir keine Probleme mit Ferienbetreuung haben und morgens kümmert sich der Mann, wenn ich arbeite, das ist ein chilliger Tageststart für mich.

Als kinderloses Paar hätte ich das mega-ka*ke gefunden.
Tatsächlich hat mein Mann auch schon mal eine Arbeitsstelle verlassen, weil wir uns nicht mehr gesehen haben.

Bei dir scheint das aber nicht zu gehen. Folglich solltest du mal versuchen, nichts zu erwarten, um nicht enttäuscht zu sein, sondern einfach zu nehmen, was du bekommen kannst. Und dann entscheiden, ob dir das reicht.

Manche Frauen sind ja auch sehr zufrieden damit, viel ohne den Gatten zu sein und diesen dann bewusst bei zahlreichen (teuren) Ausflügen zu genießen. Wellness-Wochenende und Karibik-Rundreisen.

Man muss einfach rauskriegen, wo die Prioritäten liegen.
Gerüchte besagt, Anwälte verdienen gut. Aber ordentlich Kohle zu haben hat halt auch den Preis, viel dafür leisten zu müssen.

Wäre theoretisch eine TZ-Stelle für ihn möglich, wenn er fertig ist? Will er selbstständig werden? Vielleicht könnt ihr mal zusammen die Möglichkeiten durchsprechen.

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23. November 2020 um 16:51
In Antwort auf

Darf ich fragen wo ihr wohnt, dass bei euch mal Corona ist und mal nicht? Da wo wir wohnen, ist durchgehend Corona.  

Ich meinte Corona-Lockdowns - diese kommen und gehen und wenn keine waren, haben wir natürlich die Zeit genutzt um auch Freunde zu treffen etc.

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23. November 2020 um 16:56
In Antwort auf

Liebe TE,

ich habe eine Zeit lang auch als Rechtsanwältin gearbeitet.... und genau aus dem Grund damit aufgehört! So sehr mir die Arbeit "fachlich" auch gefallen hat, ich bin irgendwann komplett durchgedreht, weil ich nichts anderes mehr machen konnte und kaum Zeit mit meinem Mann hatte. Ich habe das nun geändert und bin glücklicher denn je. Viele meiner Freunde und Bekannten arbeiten auch in dem Bereich und leider ist das dort ziemlich "normal".

Davon abgesehen, dass Juristen generell sehr sehr viel arbeiten, muss jeder für sich selbst wissen, wieviel Zeit er in den Beruf stecken möchte. Wenn dein Partner in dem Beruf total aufgeht und zufrieden damit ist, kannst du leider nichts tun, als es zu akzeptieren oder es sein zu lassen. Du musst dir selbst eine Vorstellung von deinem Leben und deiner Zukunft machen. Für ihn scheint es ja in Ordnung zu sein, dass er so viel arbeitet. Wie steht es um dich? Möchtest du das so weiterführen? Ihn wirst du vermutlich nicht ändern können.

Meinem Mann und mir ist unsere Freizeit total wichtig. Ich würde sagen, wir arbeiten durchschnittlich viel. Machen so gut wir können pünktlich Feierabend. Ich bin kein workaholic und er auch nicht. Wir leben nicht um zu arbeiten. 

Hallo Emmiemilla, danke für deine Antwort.
Wie war das für dich - wolltest du davor schon Anwalt werden und hast dann aber bemerkt, dass diese Lebensweise nichts für dich ist oder dachtests du dir davor schon, dass dir deine Freizeit wichtig ist?
Wie lange hast du so gearbeitet bis du deinen Job geändert hast?

Für ihn ist es wirklich in Ordnung und er hat das Bedürfnis zu beweisen, was er kann. Da ist ihm die Freizeit nicht so wichtig, da ihm der Job wirklich sehr viel Spaß macht und er wirklich dafür lebt.

Bei deinen Freunden/ehem. Kollegen bei denen das normal ist - wie schupfen die Arbeit mir Partnerschaft und dann noch Kindern?
Ich habe das Gefühl, alle KollegInnen bei ihm hatten nie eine ernsthafte Beziehung oder sind wieder geschieden.

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23. November 2020 um 17:00
In Antwort auf

Ich hab mich aus ähnlichen Gründen seinerzeit von meinem langjährigen Partner und Vater meiner Tochter getrennt. Er war ein toller Mann, aber auch ein absoluter Workaholic, sehr ehrgeizig und auch erfolgreich, aber Freizeit oder gar Zeit für die Familie ist in seinem Leben kaum vorhanden. Er lebt absolut für die Arbeit. Ist ja auch sein gutes Recht... Ich dachte auch, achja, das geht schon, aber je länger das so ging, umso weniger kam ich klar damit. Ich war für alles alleine verantwortlich und hatte kaum Unterstützung durch ihn, das zehrt einfach irgendwann an den Kräften. Arbeit war immer wichtiger, auch im Urlaub konnte er nicht ohne. Klar habe ich ihn immer wieder darauf angesprochen, auch er meinte oft von sich aus, dass er kürzer treten möchte, weil es ihm auch zuviel wird, aber das hat er einfach nicht geschafft. 

Das Fass lief dann endgültig über, als ich wegen eines gesundheitlichen Problems in der Klinik lag und er es in 4 Wochen nur einmal geschafft hat, mich zu besuchen. Danach wusste ich, dass es so nicht weitergeht und nach langen Gesprächen haben wir uns dann getrennt. Heute sind wir weiterhin gut befreundet, er kümmert sich auch mehr um unsere Tochter als je zuvor, aber eine Beziehung war mir das alles einfach nicht mehr wert.

Mein jetziger Partner hat flexible Arbeitszeiten, ist zwar auch mal abends weg, aber bei ihm ist es so, wenn Feierabend, dann ist auch Feierabend. Nicht noch hier etwas arbeiten und da eine Mail und dort ein Anruf und zack ist schon wieder Mitternacht - und ja, das genieße ich sehr. Mehr Paarzeit, mehr gegenseitige Unterstützung, man ist sie einfach näher. Das habe ich bei meinem Ex sehr vermisst. 

Hi, danke für deine Worte.
Es tut mir gut, deine Geschichte zu hören.
Man hofft natürlich immer, dass er sich dann eventuell doch ändert aber ich finde, echte Erfahrungsberichte aus ähnlichen Situationen helfen dann doch, die Realität besser zu betrachten.
Ich glaube auch nicht wirklich, dass sich das jemals bei ihm ändern wird ..
Es freut mich sehr, dass du mit deinem neuen Partner glücklich bist!

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23. November 2020 um 17:04
In Antwort auf

Ein befreundetes Päärchen hatte genau diesselbe Situation. (inklusive frankfurter Grosskanzlei). Die waren schon ewig zusammen und verheitratet (sehr jung) und Sie meinte halt einfach: Wenn du nach den ersten 2 Jahren berufserfahrung da weiter bleibst bin ich weg.

Jetzt ist er Firmenanwalt in nem Konzern. Arbeitet immer noch gerne, macht auch mal überstunden, aber halt mal 45-50 statt 70-80.

Wenn jemand seinen Job gerne macht ist das gut und mal die Extrameile gehen gehört dazu. Wenn jemand diesen drive hat ist das ja auch ne grundlegende Charaktereigenschaft und man kanns ihm nicht verbieten. Aber wirklich 10-12h jeden Tag reine Arbeitszeit das muss nicht sein. Meine erfahrung ist, dass da häufig mehr dahinter steckt.

Ich würde klar sagen was du dir vorstellst, aber auch alternativen Aufzeigen-- Wechsel auf Firmenseite/ Richter ... dann hat er die Chance sich selbst zu überlegen was er will. Die Entscheidung wirst du Ihm nicht abnehmen können und er muss Sie treffen, aber du musst Ihm schon rigendwie die Hand reichen.

Er möchte unbedingt selbständiger Anwalt werden weil er sich etwas aufbauen möchte und sich das selbst beweisen.
D.h. sobald er die Anwaltsprüfung hat und sich eintragen lassen kann, werden es vermutlich noch mehr Stunden?!
Er hatte die Chance einen guten Beruf beim Staat zu erhalten - gute Bezahlung und eigentlich super geregelte Arbeitszeiten - aber er meinte, das wollte er nicht. Er muss sich beweisen, dass er es als eigener Anwalt schafft.

Er meint, jetzt in der Kanzlei muss er eben Kaffepausen machen mit Kollegen und die dauern ihm zB zu lange.
Die würde er nicht machen und dadurch könnte er dann schon wieder früher heimkommen.
Aber gestern meinte er eben, 8 Uhr wird es immer bleiben bzw ist doch eigentlich früh für seinen Job - deswegen war ich dann doch überrascht und habe bisschen mehr realisiert, dass es wohl so nicht weitergehen kann für mich ..

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23. November 2020 um 17:07
In Antwort auf

Ich weiß nicht, ob es dir weiterhilft, aber mir geht es ähnlich. Mein Mann ist auch Jurist und arbeitet ähnlich wie dein Freund. Oft ist er abends noch zusätzlich unterwegs, privat und geschäftlich vermischt sich da oft, sodass wenn ich mich beschwere, öfters das Argument kommt, dass ich ja auch gut leben möchte und er das auch für uns tut. Früher gab es da eigentlich auch nie Diskussionen, ich habe auch einen anspruchsvollen Job und muss den ganzen Tag sprechen, sodass ich abends oft froh war alleine zu sein. Allerdings haben wir jetzt ein Baby, ich bin in Elternzeit und hätte abends schon gerne einen Gesprächspartner oder einen Vater, der sein Kind ins Bett bringt. Ich hab ihn mit diesen Arbeitszeiten kennengelernt und kann ihm das schlecht vorwerfen, aber ich würde dir auf jeden Fall raten gut über mögliche Kinder nachzudenken, wenn es dich jetzt schon stört. Vor allem, falls er überlegt sich selbstständig zu machen. Dann ist er über Jahre hinweg völlig verplant und nur zum Schlafen zuhause. Andrerseits hast du dafür einen erfolgreichen Mann an deiner Seite und in anderen Bereichen weniger Stress. Zb könnt ihr eine Putzfrau oder Haushälterin beschäftigen, dann wäre das schonmal gerechter. Dass er auf deinem Rücken und durch deine Mehrarbeit im Haushalt seine Karriere aufbaut ist auf jeden Fall nicht gerecht, auch wenn er das nicht mit böser Absicht tut.

Danke! Ja dein Text hilft mir wirklich weiter.

Er will sich selbstständig machen um sich etwas zu beweisen also wie es aussieht, hat er dann wohl erst mit 40 Zeit für mich? wenn überhaupt

Ja, ein erfolgreicher Mann ist attraktiv, aber meiner Meinung nach, kann man auch erfolgreich in seinem Beruf sein und trotzdem genug Zeit haben für Partner und Familie.
Da ich auch einen gut bezahlten Job habe ist es mir wirklich nicht wichtig, dass er Geld nach Hause bringt sondern Zeit für mich hat..

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23. November 2020 um 17:08
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Eurer Problem ist nicht die Arbeitszeit, sondern dass du für ihn nur eine Frau bist, die nebenher läuft und keine Ansprüche hat,

Ich bin Ärztin und mein Mann ist bei der Kripo und arbeiten beide täglich 14+ Stunden und manchmal auch mehrere Tage durchgehend.

Ich bin jetzt mit dem Baby Zuahause und es ist alles noch wunderbar.

Wenn mein Mann nach Hause kommt, macht er den liegen gebliebenen Haushalt und wir unternehmen täglich etwas zusammen und sei es nur ein gemeinsamer Spaziergang.

Wir haben einen Film/Serienabend in der Woche, ansonsten bleibt die Glotze aus und wir kochen gemeinsan, führem Gespräche, besuchen Freunde und Familie.

Man kann auch mit wenig Zeit und viel Arbeit in die Beziehung investieren aber Voraussetzung dafür ist natürlich,  dass beide das wollen.

Das sehe ich bei euch leider gar nicht. 
Ihm ist es egal, was du möchtest und wie du dich fühlst.

Seine Karriere hat Priorität und du darfst dich fügen.

Da sehe ich keine rosige Zukunft, da du ihm nicht wichtig genug bist. Lieber geht er mit Freunden aus und vertröstet dich mit einer billigen Ausrede.

Sag ihm, wie viel Zeit du mit ihm verbringen möchtest,  wenn er lieber schläft oder sich mit Freunden trifft, dann trenne dich.

Der wird dich nicht glücklich machen und will es auch gar nicht. 

Der ist nur froh, dass er eine gratis Putze Zuhause hat.

Danke für die harten aber klaren Worte

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23. November 2020 um 18:28
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Er möchte unbedingt selbständiger Anwalt werden weil er sich etwas aufbauen möchte und sich das selbst beweisen.
D.h. sobald er die Anwaltsprüfung hat und sich eintragen lassen kann, werden es vermutlich noch mehr Stunden?!
Er hatte die Chance einen guten Beruf beim Staat zu erhalten - gute Bezahlung und eigentlich super geregelte Arbeitszeiten - aber er meinte, das wollte er nicht. Er muss sich beweisen, dass er es als eigener Anwalt schafft.

Er meint, jetzt in der Kanzlei muss er eben Kaffepausen machen mit Kollegen und die dauern ihm zB zu lange.
Die würde er nicht machen und dadurch könnte er dann schon wieder früher heimkommen.
Aber gestern meinte er eben, 8 Uhr wird es immer bleiben bzw ist doch eigentlich früh für seinen Job - deswegen war ich dann doch überrascht und habe bisschen mehr realisiert, dass es wohl so nicht weitergehen kann für mich ..

Naja da hasts du es doch, seine Priorität ist es sich zu beweisen, dass er es kann. Er will den Beruflichen Erfolg und der schnellste und einfachste Weg dahin ist halt viel Arbeiten. Niemand wird gezwungen wirklich hart viel zu arbeiten, dass ist immer eine Entscheidung.
PSie Idee das man als Selbstständiger weniger arbeitet, die gilt vielleciht wenn man mit 60 noch ein bisschen Consultant Arbeit zum Spass macht aber nicht in der Beruflichen Kernphase.

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23. November 2020 um 18:33
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Hi, danke für deine Worte.
Es tut mir gut, deine Geschichte zu hören.
Man hofft natürlich immer, dass er sich dann eventuell doch ändert aber ich finde, echte Erfahrungsberichte aus ähnlichen Situationen helfen dann doch, die Realität besser zu betrachten.
Ich glaube auch nicht wirklich, dass sich das jemals bei ihm ändern wird ..
Es freut mich sehr, dass du mit deinem neuen Partner glücklich bist!

Ich dachte auch lange, dass er sich ändert... Hab mir auch immer wieder neue Grenzen gesetzt und neue Ultinaten... noch ein Jahr warten, noch zwei Jahren. Aber manche Menschen wollen sich nicht ändern. 
Die Trennun konnten viele nicht nachvollziehen, ich hätte doch alles! Aber Geld kann einem auch nicht alles ersetzen, zudem ich selbst gut verdiene und auf meinen Ex nie angewiesen war.

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23. November 2020 um 18:52
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Hallo zusammen,

ich bin über einem Jahr mit meinem Partner zusammen und eig durch Corona zusammengezogen.
Er ist angehender Anwalt und hat deswegen sehr lange Arbeitszeiten in seiner Kanzlei.
Er kommt meistens um 8 Uhr am Abend nach Hause und wenn er Fristen hat kann es auch halb 10 oder später werden.
Er meint, dass er um 8 Uhr am Abend heimkommt ist eigentlich ziemlich früh im Gegensatz zu seinen Kollegen in anderen Kanzleien.

Ich habe einen "normalen" Bürojob wo ich aber eigentlich gute Aufstiegchancen habe und ich mache auch öfters Überstunden aber bin meistens um 5/6 herum zu Hause.
Wenn nicht Corona ist, treffe ich am Abend auch Freunde oder gehe in einen Sportkurs. Aber da bin ich meistens doch wieder um 8 Uhr daheim.

Für mich ist es sehr schwer, dass er jeden Tag erst so spät heimkommt.

Er ist auch jemand, der sehr früh schlafen geht. D.h. manchmal kommt er heim, isst und legt sich ins Bett um noch eine Folge einer Serie zum einschlafen zu schauen.
Ich habe das Gefühl, die Beziehung kommt viel zu kurz.

Wenn kein Corona ist, trifft er (verstädnlicherweise) am Abend auch manchmal Freunde und dann kommt er erst um 11/12 nach Hause, sodass wir uns gar nicht sehen.
Ich bin verletzt, da er für seine Freunde länger aufbleibt als für mich. Er meint aber, bei mir muss er sich nicht verstellen und bei den Freunden würde er auch lieber schon früher schlafen gehen aber das geht nicht.

Er hat ein Hobby am Wochenende, was von externen Faktoren abhängt.
D.h. er weiß nie, ob und wenn ja an welchem Tag es stattfindet und meine Wochenendplanung hängt immer in der Schwebe, da ich schon mind. einen Tag am Wochenende miteinander verbringen möchte.

Unter der Woche übernehme ich das einkaufen und kochen, da er ja nicht dazukommt. Ich mache auch meiner Meinung nach mehr im Haushalt, vorallem da ich auch seit dem Einzug im Homeoffice bin und natürlich mit über jede freie Minute mit ihm freue.

Ich liebe ihn wirklich sehr. Ich fühle mich sehr sicher bei ihm und er bringt mich zum Lachen.

Aber ich dachte, ich muss diese Durststrecke nur bis er ein Anwalt ist durchstehen und dann kann er sich die Zeit selbst einteilen. Aber gestern hat er mir auf eine Frage hin geantwortet, dass er wenn er Anwalt ist nicht früher heimkommen wird.

Und für mich ist dann ein bisschen die Welt zusammengebrochen.
Ich habe andere Vorstellungen für meine Beziehung.
Ich sehe andauernd Pärchen gemeinsam draußen wenn er noch arbeiten ist und ich hätte das auch gerne. Ich möchte miteinander mehr Zeit verbringen und nicht nur wie in einer WG zusammenwohnen. Überhaupt wenn dann irgendwann mal Kinder im Spiel sind, will ich dass er sich ebenfalls um diese mitkümmert.

Ich habe eine Workaholic Mutter und habe mir geschworen, nie so zu werden und auch keinen Partner zu nehmen, der so ist. Ich habe mich sehr vernachlässigt gefühlt von ihr - die Arbeit stand immer an Nummer 1.
Aber meine Eltern haben auch nie etwas unternommen oder Freunde getroffen - sind immer am Abend gemeinsam auf der Couch gesessen vor dem Fernseher und am Wochenende gemeinsam Einkaufen und dann Großeltern besuchen - das möchte ich auch nicht. Aber eventuell ist für mich deswegen das der Status Quo und ich verlange zu viel Zeit gemeinsam?

Eventuell ist es für mich auch viel schlimmer, da ich seit dem Einzug wegen Corona in Homeoffice bin und den ganzen Tag niemanden sehe außer meinen Partner am Abend.
Aber auch wenn ich in der Arbeit wäre, wäre ich ja sonst viel früher als er daheim und alleine.

Wie seht ihr das ganze? Erwarte ich mir zu viel? Weil ich finde es auch toll, dass er seinen Job liebt und motiviert ist. Ich erwarte keinesfalls, dass er seinen Job aufgibt oder ähnliches aber ich frage mich, ob er dann der richtige für mich ist.
Es schmerzt der Gedanke, die Beziehung beenden zu müssen, aus so einem Grund - da der Rest eigentlich passt.

Wie sind eure Arbeitszeiten und die eurer Partner? Wie viel Zeit verbringt ihr miteinander unter der Woche und am Wochenende?
Ich würde mich über eure Insights freuen.

 

diese dramatischen Arbeitszeiten halten sich irgendwie hartnäckig bei juristen und bei anwälten erst recht. Irgendwie gibt es da viele, die sich darüber definieren und das tut dein freund wohl auch.
wenn man will, geht es aber auch anders. Ich bin anwältin und ich gehe selten nach 6 aus der Kanzlei. Warum? Weil die Arbeit für mich definitiv nicht alles im leben ist. Ja, in einer großkanzlei kommt man mit dieser Einstellung nirgendwo hin, aber in einer mittelständischen kanzlei ist das möglich. Alles eine frage der Prioritäten. 

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24. November 2020 um 9:37
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Hallo Emmiemilla, danke für deine Antwort.
Wie war das für dich - wolltest du davor schon Anwalt werden und hast dann aber bemerkt, dass diese Lebensweise nichts für dich ist oder dachtests du dir davor schon, dass dir deine Freizeit wichtig ist?
Wie lange hast du so gearbeitet bis du deinen Job geändert hast?

Für ihn ist es wirklich in Ordnung und er hat das Bedürfnis zu beweisen, was er kann. Da ist ihm die Freizeit nicht so wichtig, da ihm der Job wirklich sehr viel Spaß macht und er wirklich dafür lebt.

Bei deinen Freunden/ehem. Kollegen bei denen das normal ist - wie schupfen die Arbeit mir Partnerschaft und dann noch Kindern?
Ich habe das Gefühl, alle KollegInnen bei ihm hatten nie eine ernsthafte Beziehung oder sind wieder geschieden.

Es ging mir in erster Linie nicht unbedingt um die anwaltliche Tätigkeit sondern um den rechtlichen Bereich in dem ich mich dort bewegt habe. Ich habe insgesamt in drei Kanzleien gearbeitet. Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass es richtig coole Kanzleien gibt, bei denen auch das kollegiale Miteinander super ist und die Arbeit richtig Spaß machen kann. Manche Menschen arbeiten auch einfach total gerne und können sich da extrem reinsteigern. Ich habe das nie verstanden und das muss man auch nicht!

Meine Freizeit war mir schon immer sehr wichtig! Aber wenn man gut leben will, muss man auch bisschen was dafür leisten - dachte ich jedenfalls. Ich bin dann nach ein paar Jahren fast an einem Burnout vorbeigeschrammt - nicht weil ich ein workaholic bin, sondern weil ich mich durch den Rest so unter Druck gesetzt gefühlt habe und dachte ich MUSS das machen. Klar ist es angenehm, wenn man gutes Geld verdient und sich alles kaufen kann, was man will, aber Gesundheit und Freizeit kann man sich dann halt nicht kaufen und das ist für mich mittlerweile unbezahlbar. Ich habe sehr viel dazu gelernt.

Mein "juristisches Umfeld" hat teilweise mit den selben zeitlichen Probleme wie dein Freund und du zu kämpfen. Alle arbeiten viel, aber die meisten machen sich da irgendwie nicht so viel draus und versuchen die Zeit, die ihnen bleibt so gut wie es geht zu nutzen. Alle sind in langjährigen Beziehungen und bei denen scheint es ganz gut zu klappen. 

Wie gesagt, ich glaube, es gibt Menschen, die das gerne machen! Und wenn dein Freund gerne so weiter machen will, dann wirst du ihn davon nicht abbringen können. Die Frage ist, ob du für dich und dein Leben klare Regeln aufstellst nach denen du leben möchtest. Jeder hat ein unterschiedliches Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung und deins scheint höher zu sein als das von deinem Freund! Das bedeutet nicht, dass er dich weniger liebt, aber er setzt seine Prioritäten möglicherweise anders. Hätte ich weiter viel gearbeitet wäre mein Mann aus Liebe auch bei mir geblieben und hätte es mitgemacht. Zum einen würde ich aber nicht wollen dass er dadurch leidet und zum anderen wollte ich selber nie so viel arbeiten sondern meine Zeit viel mehr ihm und meiner Familie widmen.

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