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Kann Liebe plötzlich aufhören?

26. Dezember 2009 um 1:06

Hallo,

ja, ich schreibe als Mann in ein Frauenforum, aber ich glaube nur hier eine Antwort bekommen zu können.
Ein ähnliches Thema habe ich hier auch schon gefunden (http://forum.gofeminin.de/forum/separation/__f7130_separation-Frau-sagt-s ie-liebt-mich-nicht-mehr.html) , also probiere ich es auch mal.

Etwas zur Vorgeschichte: Meine Frau und ich sind jetzt seit 12 Jahren zusammen, seit 3 Jahren verheiratet. Wir haben eine 3jährige Tochter, wobei ich sagen muss das unser Kind nicht wirklich ungewollt war, aber eher überraschend kam. Keiner hat mehr damit gerechnet, und das Thema Kinder war eigentlich durch. Vor allem für meine Frau.

Es lief in den Jahren nicht immer alles glatt, aber wir waren uns immer eigentlich sehr nahe (besser kann ich es gerade nicht beschreiben). Wir haben uns Wünsche erfüllen können, ich kannte meine Frau, sie kannte mich, es ging immer vorwärts. Ich habe Fehler gemacht, aber immer versucht daran zu arbeiten, teilweise bis zur Selbstaufgabe. Das war für mich nie ein Problem, da ich meine Fehler auch selbst als solche erkannt habe.
Ich habe versucht meiner Frau den Rücken frei zu halten, habe einen Großteil unseres Haushaltes geschmissen, unser Kind betreut, gekocht, geputzt, gewaschen.
Meine Frau konnte sich weiterbilden, auch mal allein verreisen, abends weggehen, alles nie ein Problem.

Alles fing ungefähr vor ca. einem halben oder dreiviertel Jahr an. Meine Frau hat sich körperlich von mir entfernt. Da habe ich mir noch gedacht, das gibt sich wieder. Kein Druck oder Drängen von mir. Ich muss dazu sagen, dass sie sich auch körperlich verändert hat, d.h. sie hatte früher beispielsweise nie regelmäßig ihre Periode. Das hat sich erst nach der Geburt unserer Tochter jetzt so langsam eingepegelt. Die hormonellen Veränderungen die das mit sich bringt wollte meine Frau nie wahrhaben und hat sich auch nie wirklich untersuchen lassen.
Ich vermutete auch so etwas wie eine verspätete postnatale Depression, keine Ahnung ob das so spät noch kommen kann.
Sie hat stark abgenommen, und ist seit einem halben Jahr auch seelisch so stark angegriffen wie ich sie noch nie erlebt habe. Einerseits fast depressiv, andererseits euphorisch. Angebote, sie zu unterstützen Hilfe zu finden schlägt sie ab, auch solche für z.B. eine Paartherapie.

Nun kam vor zwei Wochen das "Finale", sie sagte mir dass sie mich nicht mehr lieben würde und sie sich von mir trennen würde. Im Interesse unserer Tochter sollten wir vorerst auf eine räumliche Trennung verzichten. Geändert hätte sich nur die Tatsache, das sie mir jetzt gesagt habe wie es steht.
Ihr gehe es jetzt mit dieser Entscheidung gut, behauptet sie.
Sie hätte keinen anderen, sie suche aber nach etwas das sich wieder für sie wie Liebe anfühlt, "richtige" Liebe irgendwie. Und sie spricht da weniger davon selbst so geliebt zu werden, sondern selbst so zu lieben.

Ok, ich muss dazu sagen meine Frau war schon immer ein wenig so gestrickt. Und ich habe ihr auch direkt gesagt, dass sie nicht aus dieser Phase heraus solche Entscheidungen treffen sollte. Es kann nicht gesund sein, wochenlang unter wirklichen Gefühlsschwankungen, Depressionen u.ä. zu leiden, dazu ständig und massenhaft Liebesromane zu lesen, die manches dann doch ein wenig verklären. Das kann keine Entscheidung sein, die tatsächlich die Realität ist, die vor Wochen noch anders war.

Sie hat mich nie betrogen, und hat es wohl auch nicht vor. Ich im übrigen auch nicht. Es ist jetzt so das wir zusammenleben, auch gelegentlich gemeinsame Unternehmungen haben mit unserem Kind, wir uns aber sonst versuchen aus dem Weg zu gehen.
Allerdings schmeisse ich immer noch den Haushalt, betreue unser Kind, lasse mein gesamtes Einkommen einfliessen und und und. Ich muss dazu sagen, ich arbeite ausschliesslich nachts (noch, auch so ein Punkt den ich meiner Frau zuliebe ändern werde), und habe dadurch ca. 30 Minuten pro Tag Freizeit für mich. War nie ein Problem, aber nun weiß ich nicht ob ich mich auch in den Augen meiner Frau zum kompletten Idioten machen, wenn ich das weiterhin tue.
Jetzt konzentriere ich mich zunächst mal auf unsere Tochter, ein guter Vater bin ich zumindest noch, findet sie.

Kann mir hier vielleicht jemand helfen die Situation richtig einzuschätzen? Kennt das jemand ähnlich?

Soll ich kämpfen, und wie, ohne Druck aufzubauen?
Soll ich kämpfen obwohl sie sagt das es vermutlich sinnlos ist?

Ich habe mir jetzt vorgenommen einfach mal den Druck aus unserer Beziehung rauszunehmen. die DInge einfach mal passieren zu lassen, obwohl meine Frau für mich derzeit so unberechenbar ist wie nie zuvor.

Aber vielleicht gibt es ja hier Menschen, Frauen und auch Männer, die mir ihre Erfahrungen mitteilen könnten. Ich erwarte auch keine Patentrezepte, die gibt es nicht.

Gruß und vielen Dank






























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26. Dezember 2009 um 9:54

...
Was mir als erstes in den Sinn kam, nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe:
Mein Gott, fang doch endlich mal an, für DICH zu denken und zu entscheiden - jeder zweite Satz "ich ändere das für meine Frau" " ich hab an meinen Fehlern gearbeitet" "Selbstaufgabe", "meiner Frau zuliebe" usw.
Wie kann ich etwas, jemanden, lieben, der so total und vollständig versucht, ein Teil von mir zu sein? Da ist ja keine Persönlichkeit, keine Person mehr, die ich wahrnehme, die ich für irgendwas bewundern oder auch an der mich etwas ärgern, reizen, anziehen kann.
Ich kann Dir nur den Rat geben:
Versuch mal, ein bisschen mehr an Dich und für Dich zu entscheiden, was für Dich gut wäre und was Du gern möchtest - und dann schau mal, ob vielleicht Deine Frau Dich plötzlich wieder wahrnimmt.

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26. Dezember 2009 um 20:11

Holl dir deinen respekt zurück
Ich denke du solltest wieder mal richtig Mann sein, ein Mann der nie an sich denkt und einem alle wünsche von den Lippen abliest kann mit der zeit den reiz verliehren. Deine Frau hätte warscheinlich auch mal Grenzen gebraucht, sie durfte ja alles: alleine in die Frerien alleine in den Ausgang, denn Haushalt abgeben.... vieleicht hätte sie einwenieg Eifersucht gebraucht von dir, damit sie spürte das du immer noch intressiert bist an ihr. Vieleicht dachte sie du nimmst sie nicht mehr wahr, sie könne ja machen was sie will du würdest ja nicht mal merken wen sie Fremd gehen würde. Und so bist du langsm in ihr verschwunden und sie sucht jemanden der sie ganz wahr nimmt und auch mal stopp sagt wen es zu weit geht.

Ich denke sie ist mit sich sehr unzufrieden, wie eine Prinzessein die alles hat und doch unglücklich ist. Ob es mit einem Partnerwechsel getahn ist ????

Ihr set schon 12 Jahre zusammen, kann es sein das ihr sozusagen eine Sankastenliebe seid. Und sie gar keine erfahrungen hat mit anderen Beziehungen und sie das neugierig macht?

???Auf jedemfall solltest du aufhören den Depen zuspielen, und dir nicht alles gefallen lassen, klopf mal auf den Tisch.
Sie sollte wissen das es für sie auch konsekuenten hat.
Vieleicht gibt es den verlorenen respekt zurück.

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26. Dezember 2009 um 23:58
In Antwort auf karly_12950367

...
Was mir als erstes in den Sinn kam, nachdem ich deinen Beitrag gelesen habe:
Mein Gott, fang doch endlich mal an, für DICH zu denken und zu entscheiden - jeder zweite Satz "ich ändere das für meine Frau" " ich hab an meinen Fehlern gearbeitet" "Selbstaufgabe", "meiner Frau zuliebe" usw.
Wie kann ich etwas, jemanden, lieben, der so total und vollständig versucht, ein Teil von mir zu sein? Da ist ja keine Persönlichkeit, keine Person mehr, die ich wahrnehme, die ich für irgendwas bewundern oder auch an der mich etwas ärgern, reizen, anziehen kann.
Ich kann Dir nur den Rat geben:
Versuch mal, ein bisschen mehr an Dich und für Dich zu entscheiden, was für Dich gut wäre und was Du gern möchtest - und dann schau mal, ob vielleicht Deine Frau Dich plötzlich wieder wahrnimmt.

Re
Hallo,

erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Ich denke schon das ich für mich selbst denken kann, aber das ist ja auch ein schleichender Prozess gewesen. Die ganze zeitliche Anpassung, die kleinen Freiheiten die sich meine Frau genommen hat usw. waren aber auch nie ein Problem für mich. Vielleicht ist das blöd, aber so bin ich nun mal gestrickt.Auch Eifersucht war kein Thema, da war und ist Vertrauen von beiden Seiten da.

Zu der Erkenntnis das von meiner Seite zuviel war und von ihr vielleicht zu wenig bin ich auch schon gekommen, und habe vor Monaten bereits angefangen Dinge für mich zu tun, eigene unabhängige Entscheidungen zu treffen. Wie zum Beispiel meine Arbeitszeit zu ändern, nicht mehr nachts zu arbeiten, das auch nicht nur für sie sondern vor allem für mich.
Aber meine Frau hat sich da glaube ich schon ihre eigene Realität über das was aus ihrer Sicht richtig und falsch in einer Beziehung ist aufgebaut. Einfach was sie jetzt fördert oder sie behindert in ihrer neuen Selbstfindung. Und da passe ich im Moment glaube ich nicht hinein.

Jetzt, und ich glaube das wird ihr in den nächsten Wochen noch bewusster werden, fallen natürlich einige Dinge, die ihr das Leben so bequem gemacht haben weg. Damit meine ich nicht waschen putzen kochen, sondern auch die Sicherheit einen Partner zu haben, der ihr absolut mangelndes Selbstbewusstsein in manchen Dingen versucht hat aufzubauen. Denn es ist ja nicht so, dass ich die meisten Dinge gemacht habe, weil sie mir so viel Spass gemacht haben oder weil ich es so wollte.


Ich nenne mal ein Beispiel. Meine Frau war mit dem Thema Kind eigentlich durch, es war aus ihrer Lebensplanung raus. Dann ist es doch passiert, und was für mich großes Glück ist, hat sie irgendwann mal mit den Worten kommentiert

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27. Dezember 2009 um 0:00
In Antwort auf peti_12852620

Re
Hallo,

erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Ich denke schon das ich für mich selbst denken kann, aber das ist ja auch ein schleichender Prozess gewesen. Die ganze zeitliche Anpassung, die kleinen Freiheiten die sich meine Frau genommen hat usw. waren aber auch nie ein Problem für mich. Vielleicht ist das blöd, aber so bin ich nun mal gestrickt.Auch Eifersucht war kein Thema, da war und ist Vertrauen von beiden Seiten da.

Zu der Erkenntnis das von meiner Seite zuviel war und von ihr vielleicht zu wenig bin ich auch schon gekommen, und habe vor Monaten bereits angefangen Dinge für mich zu tun, eigene unabhängige Entscheidungen zu treffen. Wie zum Beispiel meine Arbeitszeit zu ändern, nicht mehr nachts zu arbeiten, das auch nicht nur für sie sondern vor allem für mich.
Aber meine Frau hat sich da glaube ich schon ihre eigene Realität über das was aus ihrer Sicht richtig und falsch in einer Beziehung ist aufgebaut. Einfach was sie jetzt fördert oder sie behindert in ihrer neuen Selbstfindung. Und da passe ich im Moment glaube ich nicht hinein.

Jetzt, und ich glaube das wird ihr in den nächsten Wochen noch bewusster werden, fallen natürlich einige Dinge, die ihr das Leben so bequem gemacht haben weg. Damit meine ich nicht waschen putzen kochen, sondern auch die Sicherheit einen Partner zu haben, der ihr absolut mangelndes Selbstbewusstsein in manchen Dingen versucht hat aufzubauen. Denn es ist ja nicht so, dass ich die meisten Dinge gemacht habe, weil sie mir so viel Spass gemacht haben oder weil ich es so wollte.


Ich nenne mal ein Beispiel. Meine Frau war mit dem Thema Kind eigentlich durch, es war aus ihrer Lebensplanung raus. Dann ist es doch passiert, und was für mich großes Glück ist, hat sie irgendwann mal mit den Worten kommentiert

2. Teil
"Ich wollte kein Kind, und ich wollte eigentlich auch nie verheiratet sein." Sie hatte immer schon Angst vor der Verantwortung für ein Kind, starke Verlustängste und das drückt sich natürlich auch gegenüber unserem Kind aus. Ich weiß das sie die Kleine liebt. Aber ich musste immer zusätzlich ihr das Gefühl geben eine gute Mutter zu sein, obwohl sie die meiste Zeit schlicht überfordert ist.
Und jetzt ist natürlich der Punkt da, an dem ich dort auch klar sage was meine Sicht ist. Aber niemand kann sich vorstellen, was dann losging, aber ich habe im Moment gar keine Energie für falsche Rücksichtnahme. Ich glaube die Möglichkeit das irgendwann früher anzubringen gab es für mich gar nicht.

Meine Frau will sich zum Beispiel in Kürze selbstständig machen, meine Frage war einfach wie sie sich das vorstellt. Einerseits will sie Zeit mit ihrem Kind verbringen, andererseits Freunde treffen, wegfahren, arbeiten. Einfach irgendwie alles und am besten gleichzeitig. Keine Ahnung wie ich darauf zum Beispiel reagieren soll? Ich kann weder sagen, das das so nicht funktionieren wird. Dann heißt es, dass ich sie aus meinem eigenen Egoismus und verletzten Gefühlen heraus behindern will, was nicht der Fall ist. Sage ich, das sie sich dann aber wird damit abfinden müssen das unsere Tochter bei mir lebt, heißt es ich will sie ihr wegnehmen, was genauso Unsinn ist.
Aber natürlich weiß sie das ich im Zweifelsfall immer zurückstecken und für unser Kind da sein würde, und denkt vermutlich das es für sie, egal was sie tut, immer irgendeinen Freifahrtschein geben wird. Und ich kann dem noch nicht mal widersprechen.

Ich habe für mich jetzt mal festgelegt, dass ich hier einfach versuche eine Situation herzustellen, in der einerseits die Dinge offen ausgesprochen werden, vor allem von mir. Aber auch das meine Frau sich über mich mal ein neues Bild machen kann. Vielleicht hilft es mal alles zu bereinigen, sich gegenseitig Dinge zu sagen die vielleicht nicht bequem sind, aber eigentlich seit langem auf den Tisch gehören. Und obwohl es da schon heftig gekracht hat, klappt das doch immerhin ohne Respektlosigkeiten oder Verletzungen. Jetzt ist der Druck vorläufig mal raus, und jeder kann sich vielleicht eine Vorstellung davon machen wie es weitergehen könnte.
Derzeit herrscht da bei meiner Frau irgendwie eine Realität vor, die so aussieht, dass für sie die Trennung eigentlich keine wirklichen Konsequenzen hat; alles geht irgendwie weiter wie bisher, nur eben ohne mich, oder besser mit mir im absoluten Hintergrund. Den Gedanken muss ich ihr, so leid mir das tut, wohl erstmal "austreiben".

Vielleicht gelingt es mir uns dahin zu bringen, dass sie irgendwann feststellt das sie das was sie sucht eigentlich schon längst hat, aber es einfach nicht mehr sehen konnte.
Ich bin darauf nicht fixiert und auch nicht abhängig davon, das konnte ich allerdings auch jetzt erst feststellen. Ich habe immer gedacht mit ihr steht und fällt alles, aber das ist eben nicht so.

Ich danke euch falls ihr antwortet, oder auch falls ihr es nur gelesen habt. Ein bisschen habe ich es auch für mich aufgeschrieben.

Gruß S.





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