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Kann ich "richtig" lieben?

10. Juni um 18:20

Liebe Go-Feminin-Community,
ich hab vor einigen Jahren schon einmal nachgefragt, weil ich mich im Singleleben sehr unsicher gefühlt habe. Kurz zu mir: Beziehungstechnisch und Sex-technisch bin ich ein ziemlicher Spätzünder und hatte beides erst jetzt mit 25. Meine erste richtige Beziehung hat grade einmal 3 Monate gehalten, trotzdem war es sehr gut, diese Erfahrung endlich gemacht zu haben. Nun zu meinem Problem: Meine Ex-Beziehung ist daran zerbrochen, dass wir beide das Gefühl hatten, miteinander nur eine "Vernunftentscheidung" getroffen zu haben, also nur aus Sympathie und Logik zusammen zu sein und nicht aus richtigem Gefühl heraus. Eine Beziehung mit richtigem Gefühl hatte ich allerdings noch nie und das macht mir große Angst. Ich kann mich durchaus verlieben, aber ich weiß nicht, ob auf eine gesunde Art. Meist verliebe ich mich so, dass ich von jemandem, den ich nicht haben kann, unglaublich begeistert und total hingerissen bin und das über einen langen Zeitraum hinweg, ihn total überidealisiere usw. Ein gesundes Kennenlernen mit wachsenden Gefühlen hatte ich bisher noch nie. Wenn ich jemanden, der mich nett fand kontinuierlich kennengelernt hab, war es meist so, dass die Gefühle nie wirklich kamen. Jetzt habe ich Angst, dass ich mich nicht auf eine "gesunde", "normale", "wachsende" Art verlieben kann, wie es für eine Beziehung notwendig wäre. Aktuell gibt es jemanden, der sehr stark an mir interessiert ist und schon jetzt bekomme ich nur wieder Panik, Beklemmungsgefühle und habe bereits vorher Angst, dass ich mich wieder nicht verlieben werde, kann irgendwie nicht entspannt an sowas herangehen. Ich habe dann auch immer riesige Angst, dass irgendwas mit mir nicht stimmt, dass ich die Menschen, die gut zu mir sind, einfach nicht lieben kann, ich finde dauernd Dinge die mich stören und habe schon in der frühsten Kennenlernphase Panik, der Person wehzutun. Es ist seltsam, weil ich eigentlich eine totale Romantikerin bin, die sich total gewünscht hat, die echte Liebe zu finden, aber mittlerweile spiele sogar ich schon mit dem Gedanken erstmal nur lockere Beziehungen oder Freundschaft-Plus-Geschichten einzugehen, weil ich daran zweifle, dass ich mich überhaupt "richtig" verlieben kann. Liebe zu finden war für mich irgendwie immer eins der wichtigsten Dinge in meinem Leben, aber grade das machts so schwer, weil ich es so übertrieben ernst nehme.

Ist das nachvollziehbar, wie ich mich fühle, gibt es vielleicht andere, denen es auch so geht und kann mir vielleicht jemand Tipps geben, wie ich endlich entspannter an sowas herangehen kann? Wie ich mit meiner Angst und Beklemmung umgehen kann?

Vielen Dank schonmal <3
 

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10. Juni um 22:06
In Antwort auf juuuudl

Liebe Go-Feminin-Community,
ich hab vor einigen Jahren schon einmal nachgefragt, weil ich mich im Singleleben sehr unsicher gefühlt habe. Kurz zu mir: Beziehungstechnisch und Sex-technisch bin ich ein ziemlicher Spätzünder und hatte beides erst jetzt mit 25. Meine erste richtige Beziehung hat grade einmal 3 Monate gehalten, trotzdem war es sehr gut, diese Erfahrung endlich gemacht zu haben. Nun zu meinem Problem: Meine Ex-Beziehung ist daran zerbrochen, dass wir beide das Gefühl hatten, miteinander nur eine "Vernunftentscheidung" getroffen zu haben, also nur aus Sympathie und Logik zusammen zu sein und nicht aus richtigem Gefühl heraus. Eine Beziehung mit richtigem Gefühl hatte ich allerdings noch nie und das macht mir große Angst. Ich kann mich durchaus verlieben, aber ich weiß nicht, ob auf eine gesunde Art. Meist verliebe ich mich so, dass ich von jemandem, den ich nicht haben kann, unglaublich begeistert und total hingerissen bin und das über einen langen Zeitraum hinweg, ihn total überidealisiere usw. Ein gesundes Kennenlernen mit wachsenden Gefühlen hatte ich bisher noch nie. Wenn ich jemanden, der mich nett fand kontinuierlich kennengelernt hab, war es meist so, dass die Gefühle nie wirklich kamen. Jetzt habe ich Angst, dass ich mich nicht auf eine "gesunde", "normale", "wachsende" Art verlieben kann, wie es für eine Beziehung notwendig wäre. Aktuell gibt es jemanden, der sehr stark an mir interessiert ist und schon jetzt bekomme ich nur wieder Panik, Beklemmungsgefühle und habe bereits vorher Angst, dass ich mich wieder nicht verlieben werde, kann irgendwie nicht entspannt an sowas herangehen. Ich habe dann auch immer riesige Angst, dass irgendwas mit mir nicht stimmt, dass ich die Menschen, die gut zu mir sind, einfach nicht lieben kann, ich finde dauernd Dinge die mich stören und habe schon in der frühsten Kennenlernphase Panik, der Person wehzutun. Es ist seltsam, weil ich eigentlich eine totale Romantikerin bin, die sich total gewünscht hat, die echte Liebe zu finden, aber mittlerweile spiele sogar ich schon mit dem Gedanken erstmal nur lockere Beziehungen oder Freundschaft-Plus-Geschichten einzugehen, weil ich daran zweifle, dass ich mich überhaupt "richtig" verlieben kann. Liebe zu finden war für mich irgendwie immer eins der wichtigsten Dinge in meinem Leben, aber grade das machts so schwer, weil ich es so übertrieben ernst nehme.

Ist das nachvollziehbar, wie ich mich fühle, gibt es vielleicht andere, denen es auch so geht und kann mir vielleicht jemand Tipps geben, wie ich endlich entspannter an sowas herangehen kann? Wie ich mit meiner Angst und Beklemmung umgehen kann?

Vielen Dank schonmal <3
 

 Hallo Juuuudl,

meiner Meinung nach gibt es nicht die richtige Art, sich zu verlieben.
Ich verliebe mich auch immer spontan in jemanden und nicht durch ein bewusstes Kennenlernen. Alleine durch das Beobachten und die Erwartungshaltung, ob ich mich nun verliebe oder nicht, würde das bei mir nie passieren.  

Gerade wenn man unbedingt einen Partner haben möchte, funktioniert es am schlechtesten (Leider!).

Ich kenne bei mir folgende Arten, mich zu verlieben:

- ein einziges Mal im Leben:
verliebt auf den ersten Blick (wirklich auf den ersten Blick: ich bin mit 13 mit einer Jugendgruppe in ein Ferienlager. Am Münchner Hauptbahnhof ging die Reise los. Ich habe ihn am Bahnsteig gesehen und war sofort verliebt, noch bevor ich in den Zug eingestiegen war. Ich hatte dann noch eine ganze Weile Liebeskummer).

- oder ich lerne jemanden ohne Erwartung kennen und habe mich im Lauf der Zeit verliebt (häufigere Variante)

- ich lerne jemanden kennen, den ich zuerst unsympathisch finde und verliebe mich plötzlich aufgrund irgendeiner "Sache" plötzlich (ist mir schon zweimal passiert).

- ich lerne jemanden kennen und merke eine Anziehung von Anfang an, die sich schnell verstärkt.

Keine der Arten, sich zu verlieben ist schlechter als die andere. Keine ist normaler als die andere.

Es kann ja sein, dass es Menschen gibt, die sich unbewusst nur in potentielle Partner verlieben, die nicht erreichbar sind (aus welchen psychologischen Gründen auch immer).

Allerdings sollte man auch in Betracht ziehen, dass es eben häufig passiert, dass Verliebtheit nicht auf Gegenliebe trifft.  Das ist einfach völlig normal – finde ich. Und wenn das dann überwiegend passiert, würde ich persönlich nicht denken, dass ich deshalb unbewusst nach nicht erreichbaren Partnern schaue.  Vielleicht gehört man auch einfach zu den Frauen, auf die nicht gleich jeder zweite Mann steht – überspitzt ausgedrückt.  Oder man strahlt die Sehnsucht nach Liebe und einen Partner haben zu wollen auch stark aus und das kommt auch oft nicht so gut an (man selbst merkt das gar nicht).

Lass dich nicht in irgendwelche Vorstellungen pressen, wie es zu sein hätte und setze dich auch nicht selber unter Druck. Umso weniger kannst du dich verlieben.

Nett finden reicht nicht aus zum Verlieben, bei mir nicht. Bei mir ist Verlieben etwas, das mit mir passiert und nichts, das ich steuern kann. Ich kann es höchstenfalls - falls es mich noch nicht ganz erwischt hat - eventuell noch stoppen, aber ganz sicher bin ich mir da auch nicht.

Das sind MEINE Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es soll dir aber zeigen, dass es anderen auch so geht oder gehen kann wie dir und dass es da keine Norm dafür gibt.

Viel Glück!

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10. Juni um 22:11

Nachtrag:

Überidealisieren ist doch für Verliebtheit geradezu symptomatisch. Du kannst es auch die "rosa Brille" nennen. Es geht dir halt wie mir und vielen anderen auch: wenn du verliebt bist, dann mit Haut und Haaren. Alles völlig normal. (Dass das sehr schmerzhaft ist, wenn es nicht erwidert wird, ist eine anderes Thema).

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10. Juni um 22:12

Es ist auch nicht jeder Mensch gleich und daher auch nicht jeder der Typ für so eine Sache. Aber man kriegt eben eingebläut, dass man wie alle anderen zu fühlen hat, sonst ist man nicht normal.... Ich bin überzeugt, diese Kiste mit enger Beziehung ist nicht für jeden die ideale Lebensform.

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11. Juni um 0:22
In Antwort auf venus.finsternis

Es ist auch nicht jeder Mensch gleich und daher auch nicht jeder der Typ für so eine Sache. Aber man kriegt eben eingebläut, dass man wie alle anderen zu fühlen hat, sonst ist man nicht normal.... Ich bin überzeugt, diese Kiste mit enger Beziehung ist nicht für jeden die ideale Lebensform.

Da könntest du Recht haben, schon einmal vielen Dank für deine Antwort, allerdings will ich eigentlich wirklich eine feste Beziehung, ich wollte das immer, ich war immer schon eine totale romantikerin, die sich wenn dann richtig verliebt, eine offene Beziehung passt also eigentlich nicht so gut zu mir, da spielt nur meine Beziehungsangst hinein, denke ich.

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11. Juni um 0:25
In Antwort auf ella-1234

 Hallo Juuuudl,

meiner Meinung nach gibt es nicht die richtige Art, sich zu verlieben.
Ich verliebe mich auch immer spontan in jemanden und nicht durch ein bewusstes Kennenlernen. Alleine durch das Beobachten und die Erwartungshaltung, ob ich mich nun verliebe oder nicht, würde das bei mir nie passieren.  

Gerade wenn man unbedingt einen Partner haben möchte, funktioniert es am schlechtesten (Leider!).

Ich kenne bei mir folgende Arten, mich zu verlieben:

- ein einziges Mal im Leben:
verliebt auf den ersten Blick (wirklich auf den ersten Blick: ich bin mit 13 mit einer Jugendgruppe in ein Ferienlager. Am Münchner Hauptbahnhof ging die Reise los. Ich habe ihn am Bahnsteig gesehen und war sofort verliebt, noch bevor ich in den Zug eingestiegen war. Ich hatte dann noch eine ganze Weile Liebeskummer).

- oder ich lerne jemanden ohne Erwartung kennen und habe mich im Lauf der Zeit verliebt (häufigere Variante)

- ich lerne jemanden kennen, den ich zuerst unsympathisch finde und verliebe mich plötzlich aufgrund irgendeiner "Sache" plötzlich (ist mir schon zweimal passiert).

- ich lerne jemanden kennen und merke eine Anziehung von Anfang an, die sich schnell verstärkt.

Keine der Arten, sich zu verlieben ist schlechter als die andere. Keine ist normaler als die andere.

Es kann ja sein, dass es Menschen gibt, die sich unbewusst nur in potentielle Partner verlieben, die nicht erreichbar sind (aus welchen psychologischen Gründen auch immer).

Allerdings sollte man auch in Betracht ziehen, dass es eben häufig passiert, dass Verliebtheit nicht auf Gegenliebe trifft.  Das ist einfach völlig normal – finde ich. Und wenn das dann überwiegend passiert, würde ich persönlich nicht denken, dass ich deshalb unbewusst nach nicht erreichbaren Partnern schaue.  Vielleicht gehört man auch einfach zu den Frauen, auf die nicht gleich jeder zweite Mann steht – überspitzt ausgedrückt.  Oder man strahlt die Sehnsucht nach Liebe und einen Partner haben zu wollen auch stark aus und das kommt auch oft nicht so gut an (man selbst merkt das gar nicht).

Lass dich nicht in irgendwelche Vorstellungen pressen, wie es zu sein hätte und setze dich auch nicht selber unter Druck. Umso weniger kannst du dich verlieben.

Nett finden reicht nicht aus zum Verlieben, bei mir nicht. Bei mir ist Verlieben etwas, das mit mir passiert und nichts, das ich steuern kann. Ich kann es höchstenfalls - falls es mich noch nicht ganz erwischt hat - eventuell noch stoppen, aber ganz sicher bin ich mir da auch nicht.

Das sind MEINE Erfahrungen ohne Anspruch auf Allgemeingültigkeit. Es soll dir aber zeigen, dass es anderen auch so geht oder gehen kann wie dir und dass es da keine Norm dafür gibt.

Viel Glück!

Vielen Dank für deine lange, tolle Antwort, das ist wirklich cool. Ich habe mich da sehr wiedergefunden, ich bin obwohl ich oft viel zu viel grübel einfach ein Gefühlsmensch und wenn das Gefühl nicht groß genug ist, bin ich meist lieber single als eine Beziehung zu haben, die nicht richtig passt, ich habe nur teilweise einfach Angst, dass es keine passende Beziehung gibt bzw. ich bin mir nicht sicher, ob ich mir viele potentielle Partner nicht kaputtrede, aber ich glaube, wenn ich meine Zweifel an einer Sache habe und mich erst dazu "überreden" müsste, kann es ja nicht ganz das Richtige sein, oder?
Und ja, ich bin tatsächlich nicht grade jemand in den man sich auf den ersten Blick verliebt - da braucht es schon eins bis drölf Blicke ^^
Es erleichtert mich auf jeden Fall zu hören, dass meine Gefühle nachvollziehbar sind, also danke! =)

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11. Juni um 8:31
In Antwort auf juuuudl

Da könntest du Recht haben, schon einmal vielen Dank für deine Antwort, allerdings will ich eigentlich wirklich eine feste Beziehung, ich wollte das immer, ich war immer schon eine totale romantikerin, die sich wenn dann richtig verliebt, eine offene Beziehung passt also eigentlich nicht so gut zu mir, da spielt nur meine Beziehungsangst hinein, denke ich.

Man will oft, von dem man glaubt, dass man es zu wollen hat. Ich war auch so. Irgendwann machte es klick. Ich führe nun seit Jahren keine typische Beziehungen mehr und bin glücklicher als zuvor. Ich war lange verheiratet, ein toller Mann, alles paletti. Aber das bin nicht ich. Ich habe stattdessen schöne Freundschaften, genieße die Zeit alleine und habe ab und zu Begegnungen mit Männern, kürzer oder länger, aber nie mit Zusammenleben etc. Das passt zu mir. So fühle ich mich ''richtig''.

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16. Juni um 15:12

Danke schon einmal für eure Nachrichten, ich hab da ein wenig drüber nachgedacht, es kann durchaus sein, dass ich grade lieber etwas "Lockereres" möchte, aber ich bin darin leider nicht gut. Es gibt im Augenblick ja einen Mann, der sich sehr eindeutig für mich interessiert und auch total übereifrig darin ist, mir dauernd Komplimente macht und auch gezeigt hat, dass er sich etwas Festeres vorstellen kann... ich habe ihm zwar deutlich gemacht, dass das alles viel zu schnell ist und ich im Augenblick eigentlich nicht so schnell wieder eine Beziehung will, er will sich aber gerne weiter treffen, was ja in Ordnung wäre, aber irgendwie komme ich mir bei sowas total schnell wie eine Heuchlerin oder Herzensbrecherin vor... =( unterm Strich kann ich mich also nicht richtig verlieben und etwas ernsthaftes anfangen aber irgendwie auch nichts Lockeres...

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18. Juni um 14:50

Heyhey ja, du hast sehr Recht mit dem was du sagst. Und dass meine Erwartungen viel zu hoch sind, das weiß ich auch, aber ich kann es nunmal nicht abstellen... ich kann mir eine Beziehung ohne die großen Gefühle oder das Bauchsflattern einfach nicht vorstellen... alles andere ist mir gar nicht so wichtig, ich will einfach nur diese Gefühle für einen Menschen haben mit dem ich zusammen sein kann, das ist alles. Und ich kann mir auch einfach nicht vorstellen, mein Leben lang nie richtige Liebe zu finden... mir ist durchaus klar, dass nicht jeder Lebensweg auf dieselbe Art ausgehen muss, aber Liebe ist nunmal einer der größten Wünsche meines Lebens oder besser DER größte... Problem ist, dass ich mit "locker" ja auch nicht klarkomme... ich mache mir dann permanent stress und hab Panik vor dem Druck und der Verantwortung, dalls es doch ernst werden sollte... ich bin in meinem Kopf immer ungefähr ein halbes Jahr voraus und dann hab ich einen extremen Kloß im Hals.

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