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Kann ich meiner Ehe noch eine Chance geben...

8. Oktober 2011 um 15:07

Hej Leute,

ich hab schon unzählige Foren und Beiträge von Menschen mit ähnlichen "Problemen" gelesen. Möchte aber gerne von außenstehenden Personen ehrliches Feedback zu meiner Situation bekommen.

Zu meiner Geschichte: Ich bin seit 7 Jahren mit meinem Mann zusammen, davon 1 1/2 Jahre verheiratet, keine Kinder. Mein Mann ist um 17 Jahre älter als ich. Wir haben uns von Anfang an super verstand und sind sehr schnell zusammengezogen. Vor 5 Jahren haben wir unser gemeinsames Haus bezogen.

Wir haben unsere Beziehung mit einer Affäre angefangen, da stand natürlich der Sex im Vordergrund. Irgendwann kamen Gefühle ins Spiel und wir wurden ein Paar.

Er ist ein wichtiger Mensch in meinem Leben geworden, wir haben viele Hochs und Tiefs gemeinsam durchgemacht und uns gegenseitig den Rücken gestärkt. Leider sind seit Jahren der Sex bzw. Zärtlichkeiten auf der Strecke geblieben. Schleichend wurde es immer weniger, seit langen sind wir am Nullpunkt angelangt. Was aber i.B.a. Sex, das muss ich fairerweise sagen, an mir liegt.

Der Alltag hat sich eingespielt, jedoch bin ich daran irgendwie gescheitert. Er hat mich ziemlich alleine gelassen mit Haus, Garten, Hund,... ich hab mir immer gedacht, dass ich es schon schaffe, bin aber nicht wirklich zufrieden mit der bisherigen Situation.

Vor ca. 2 Jahren fingen wir an, unbewusst aneinander vorbei zu leben. Er macht sein Ding, ich meines.
Eigentlich hatte er ohnehin seines immer durchgezogen. (Büroarbeit + Hobby, welches ihm 4x/Woche bis ca. 22.00 vereinnahmt) Ich habe mich damit arrangiert und sehr darauf Rücksicht genommen. Meinen Alltag, Treffen mit Freundinnen, Familie usw. nach seinen Plan gestaltet.
Mittlerweile nehme ich darauf keine Rücksicht, was zu der Problematik führt, dass wir uns viiiel weniger sehen als vorher.

Vor 4 Monaten hatte ich eine Affäre mit einen anderen Mann, welche nach 1 Monat wieder beendet war. Ich hab mich in diesen Mann verliebt, hatte Schmetterlinge im Bauch, bekomme auch heute noch weiche Knie, wenn ich ihn sehe, war einfach hin und weg. Wir beschlossen jedoch, die Affäre zu beenden, da von uns beiden solche heftigen Gefühle im Spiel waren und es schlicht zu einer Eskaltion der Situation gekommen wäre (er ist ein Arbeitskollege).

Jedenfalls hat mir die Affäre erst die Augen geöffnet und ich habe gemerkt, dass zu Hause gar nichts mehr stimmt. Ich habe meinem Mann nichts von der Affäre erzählt, da ich der Meinung bin, dass sie bei unseren bestehenden Problemen keine spielt, eher die Antwort auf die Probleme war.

Jedenfalls habe ich meinem Mann gesagt, dass ich so nicht mehr kann und sehr unzufrieden bin.
Zum einen lässt er mich im Alltag mittlwerweile völlig im Stich, zum anderen gibt es keine Zärtlichkeiten mehr, wie z.B. Kuscheln beim Fernsehen, Fortgehen, Küssen usw. und punkto Sex bin ich immer mehr von ihm abgekommen (ich habe einfach keine Lust mehr auf ihn. eigentlich dachte ich, dass ich allgemein keine Lust auf Sex verspüre, aber die Situation mit der Affäre hat in mir wieder etwas erweckt).

Seit unseren ersten Krisengespräch bemüht er sich so sehr um mich, um unsere Beziehung. Leider lässt es mich total kalt. Ich bzw. mein Unterbewusstsein reagiert auf seine Berührungen (rein platonische) indem es mich zusammenkrampft, ich kann auch nicht mehr gemeinsam mit ihm lachen usw.

Ich möchte das aber nicht. Mir wäre es am liebsten, wenn unsere Beziehung wieder funktionieren würde. Ich kann aber aus meiner Haut nicht hinaus. Wenn er nicht da ist, denke ich an ihn bzw. vermisse ihn auch ein bisschen. Wenn er da ist, bin ich sehr kalt und oberflächlich ihm gegenüber. Mir zerreißt es das Herz. Als Freund im freundschaftlichen Sinne möchte ich ihn nicht missen, aber ob die Gefühle für eine Beziehung ausreichen?!?!
Ich möchte für die Beziehung kämpfen, versperr mir aber quasi selbst die Möglichkeit, da es meine Gefühle nicht zulassen.

Meine Frage an euch:

1) wie weiß man, ob man sich noch liebt oder nur noch aus Gewohnheit beisammen ist

2) glaubt ihr, dass es möglich ist, aus der Sackgasse herauszukommen und ich uns nochmal eine Chance geben kann - wenn ja, wie?

Ich hoffe ihr könnt mich und mein Verhalten verstehen....denn eigentlich widerspricht es sich. Ich komm mir dabei so verloren und planlos vor....

lg creek



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9. Oktober 2011 um 9:39

Planlos...
...nein ich finde schon dass Du nachdenkst, dass Du versuchst einen Neustart hinzulegen.

Zu 1) Natürlich ist man nach einer langen Zeit aus Gewohnheit zusammen, weil man vergessen hat, die Partnerschaftsarbeit weitrzuführen. Man vergißt, dass es wichtig ist, an der gemeinsamen Liebe weiterzuarbeiten. Sich gegenseitig immer wieder neu zu eobern, ist genau das was man vergißt.
Somit bleibt Dir nur eins, dran arbeiten und gemeinsam die Liebe zueinander neu erwecken...schau Dein Mann macht doch schon den Anfang...

Zu 2) Es gibt immer eine Chance für einen Neustart. Denke doch mal an Eure Anfänge...die waren doch toll.
Es ist doch nur in Vergessenheit geraten, wie schön der Anfang war...und ja, versuche es. Sonst machst Du Dir ewig die Vorwürfe, warum habe ich die Rettung nicht versucht. Wenn es scheitert, ist es noch immer Zeit genug die endgültige Trennung zu vollziehen.

Aus meiner Erfahrung, sage ich Dir ich habe es bitter bereut meine Partnerschaft einfach so laufen zu lassen. Das war so Ende der Achtziger, nach 8 Jahren war auch Puff die Luft raus. In einer Zeit wo man noch wild durch die Lande zog und dachte man könnte die Welt erobern indem man sich selbstverwirklicht. Heute weiß ich eins ganz sicher...es war das Dümmste was ich gemacht habe...dafür bezahle ich heute noch...denn es kam keine wirklich haltbare und lebenswerte Beziehung nach...

Gib nichts auf, wovon Du nicht wirklich weißt ob die Zukunft eine bessere ist!

Viel Glück

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11. Oktober 2011 um 16:11
In Antwort auf lubna_876006

Planlos...
...nein ich finde schon dass Du nachdenkst, dass Du versuchst einen Neustart hinzulegen.

Zu 1) Natürlich ist man nach einer langen Zeit aus Gewohnheit zusammen, weil man vergessen hat, die Partnerschaftsarbeit weitrzuführen. Man vergißt, dass es wichtig ist, an der gemeinsamen Liebe weiterzuarbeiten. Sich gegenseitig immer wieder neu zu eobern, ist genau das was man vergißt.
Somit bleibt Dir nur eins, dran arbeiten und gemeinsam die Liebe zueinander neu erwecken...schau Dein Mann macht doch schon den Anfang...

Zu 2) Es gibt immer eine Chance für einen Neustart. Denke doch mal an Eure Anfänge...die waren doch toll.
Es ist doch nur in Vergessenheit geraten, wie schön der Anfang war...und ja, versuche es. Sonst machst Du Dir ewig die Vorwürfe, warum habe ich die Rettung nicht versucht. Wenn es scheitert, ist es noch immer Zeit genug die endgültige Trennung zu vollziehen.

Aus meiner Erfahrung, sage ich Dir ich habe es bitter bereut meine Partnerschaft einfach so laufen zu lassen. Das war so Ende der Achtziger, nach 8 Jahren war auch Puff die Luft raus. In einer Zeit wo man noch wild durch die Lande zog und dachte man könnte die Welt erobern indem man sich selbstverwirklicht. Heute weiß ich eins ganz sicher...es war das Dümmste was ich gemacht habe...dafür bezahle ich heute noch...denn es kam keine wirklich haltbare und lebenswerte Beziehung nach...

Gib nichts auf, wovon Du nicht wirklich weißt ob die Zukunft eine bessere ist!

Viel Glück

Wahre worte...
Danke für deine meinung. Dein beispiel geht unter die haut, wenn du schreibst, das nie mehr eine gleichwerige (im positiven sinn) beziehung nachgekommen ist.

Ich möchte auch wirklich einen neustart versuchen, ich merke selbst, das langsam die bereitschaft dazu wieder kommt. aber einerseits wird es noch dauern, bis ich aktiv an der beziehung arbeiten kann (dafür hat sich momentan noch so viel frust usw angesammelt) und andererseits hab ich wiederum die angst, wieder in den dornröschenschlaf zu fallen und den tatsächlichen problemem ausweichen.

Damit meine ich genauer gesagt der sex. Der sex steht für mich absolut nicht im vordergrund (sonst wäre ja nicht so lange tote hose wegen mir gewesen) aber ob ich mich mit diesen menschen körperlich nochmal einlassen kann...
Dann denke ich mir wieder, das es außer verhältnis steht für den sex und das gefühl etwas im leben versäumt zu haben, alles hinzuschmeissen....
Und so dreht sich das karussell und ich komme einfach nicht weiter.....

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15. Oktober 2011 um 2:10

Re:
...ja da hast du recht. In meinem alter ohne sex zu leben geht fast gar nicht.

Du schreibst ich soll mein herz entscheiden lassen - das kann sich nicht entscheiden. Mir war und ist der mensch an sich sehr wichtig und 'nur' weils im bett nicht passt alles aufgeben? So hab ich zumindest bis jetzt gedacht. Endlich wurde ich wachgerüttelt.

Ich würde mir wünschen, die schmetterlinge wieder einfangen zu können...

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15. Oktober 2011 um 7:23
In Antwort auf nakato_12047842

Wahre worte...
Danke für deine meinung. Dein beispiel geht unter die haut, wenn du schreibst, das nie mehr eine gleichwerige (im positiven sinn) beziehung nachgekommen ist.

Ich möchte auch wirklich einen neustart versuchen, ich merke selbst, das langsam die bereitschaft dazu wieder kommt. aber einerseits wird es noch dauern, bis ich aktiv an der beziehung arbeiten kann (dafür hat sich momentan noch so viel frust usw angesammelt) und andererseits hab ich wiederum die angst, wieder in den dornröschenschlaf zu fallen und den tatsächlichen problemem ausweichen.

Damit meine ich genauer gesagt der sex. Der sex steht für mich absolut nicht im vordergrund (sonst wäre ja nicht so lange tote hose wegen mir gewesen) aber ob ich mich mit diesen menschen körperlich nochmal einlassen kann...
Dann denke ich mir wieder, das es außer verhältnis steht für den sex und das gefühl etwas im leben versäumt zu haben, alles hinzuschmeissen....
Und so dreht sich das karussell und ich komme einfach nicht weiter.....

Ja das zirkuläre denken...
Ich kenne das nur zu gut.
Die Gedanken kreisen, man fühlt sich wie im Hamsterrad und nur der brutale Absprung rettet einem...*smile*

Ja Sex ist wichtig - altersunabhängig - wenn man mal nüchtern die vielen Partnerschaften betrachtet, wird man , wenn alle ehrlich wären, feststellen: Der Sex ist überall weniger geworden im Laufe der Zeit. Meist findet nur der nur noch so 1 x im Monat statt....Aus Erfahrung kann ich nur sagen, bereits nach 1 Jahr wird der Sex nicht mehr den Stellenwert Nr. 1 haben..leider...

Vllt stellst Du Dir einfach mal vor, ein neuer Partner geht auch mit Dir in diese Phase...nach einer Weile vllt mit viel Glück 2 Jahre - in die Phase des mehr oder weniger sexlosen Daseins. Das wiederholt sich wie "und täglich grüßt das Murmeltier".

Ein Trost, die meisten meiner Freundinnen sagen es ist nun mal nicht mehr wie früher...mit 2-3 Sex in der Woche...wir sind also mit unseren Begierden nicht alleine...was man tun kann ist wieder ein wenig Belebung ins inaktive Sexleben bringen. Man
versucht dann eben einfach wieder aktiver zu werden...hmmm
Deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt...

Bin mal gespannt wie es sich entwickeln wird...berichte mal.

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25. November 2011 um 22:25

Zwischenbilanz
Hej Leute,

ich hab mir gedacht, dass ich meinen jetzigen Stand der Dinge niederschreibe.

Meine Situation hat sich folgendermaßen entwickelt:

Zum einen habe ich meine körperlichen Wunden in Griff bekommen. Ich bekam durch die seelischen Qualen heftige Akne. Leichte Spuren davon kann man noch erkennen, das Schlimmste ist aber gsd schon vorbei.

Ich gehe seit Anfang September zu einer Psychotherapeutin. Das war der klügste Schritt, den ich setzen konnte. Diese Person hat mir sehr über diese schwierige Zeit geholfen und ich kann sagen, dass ich noch lange brauchen werde, um alles aufzuarbeiten. Mein ursächliches Problem liegt ganz wo anders. Es fängt in meiner Kindheit an zieht sich durch mein Leben (oberflächlich gesagt hat es mit mangelndem Selbstwertgefühl und vor allem mit der nicht vorhandenen Familienzusammengehörigkeit zu tun)

Mit meinem Mann hab ich echt heftige Phasen durchlebt. Wie ich schon geschrieben habe, konnte ich ihn nicht einmal mehr platonisch angreifen. Das hat sich im Alltag massiv verbessert.

Wir führten viele lange Gespräche, die meist in einer Heulerei endeten und wir trösteten uns gegenseitig mit Umarmungen. Leider kann ich aber nicht sagen, dass sich unsere emotionale Situation gebessert hat. Ich kann emotional noch immer nichts zulassen und er hat mir in den Gesprächen auch gesagt, dass er sich distanziert hat und auch Zeit braucht, um alles zu verarbeiten.

Die Affäre ist auch wieder spruchreif geworden, nämlich dadurch, dass ich arbeitsmäßig mit dem in naher Zukunft sehr eng zusammenarbeiten muss.
Deshalb trafen wir uns in einem Lokal, ganz neutral um nocheinmal alles zu besprechen und so einen Neustart in unser künftiges Arbeitsleben beginnen zu können. Dazu muss ich sagen, dass es sehr gut funktioniert hat. Wir saßen uns gegenüber und hatten uns nicht einmal berührt. Allerdings, wenn wir uns nicht schon vor Monaten in einander verschossen hätten, wäre es spätestens da passiert.

Einer Sms folgte die andere, wir telefoierten, wir trafen uns ein weiterers Mal, bei dem er mir sagte, dass er sich eine Beziehung mit mir vorstellen könne.
Wir hatten ... und trafen uns, schließlich verbrachte ich eine Nacht bei ihm und wir hatten natürlich Sex.

Seither (wir reden noch immer von gemeinsamer Zukunft) ist er aber schon wieder sehr eigen. Er mag plötzlich nicht mehr telefonieren, smsen mag er nicht.
Ich werde nicht schlau aus diesem Mensch.

Das Schlimme an der Sache ist, dass ich in solchen Situationen gleich wieder eine innere Leere verspüre und nur losheulen könnte.
Was mich dabei so fertig macht, ist, dass ich diese Gefühle nur bei der Affäre habe, die offensichtlich anfängt, mit mir zu spielen, habe sie aber nicht bei meinem Mann.

Ich kann mir realistisch betrachtet auch gut vorstellen, dass ich im Endeffekt werder den Einen, noch den Anderern an meiner Seite haben werde.

In gewissen Momenten ist mir das egal und ich denke mir, dass ich lieber Single sein sollte, bevor ich unglücklich mit einem der Beiden zusammen bin.
Dann kommt aber wieder meine andere Seite zum Vorschein, die einfach nicht alleine sein will.

Zu meinem Mann muss ich noch dazusagen, dass er in einer echt besch....Situation ist. Er hat sich mit seinem besten Freund zerstritten, hat eine schwere Sportverletzung mit einer vermutlich 6 monatigen körperlichen Beeinträchtigung, ein Elternteil wurde in der Zwischenzeit zum Pflegefall und der Stress mit mir.....

Ich werde meine Entscheidung sicherlich nicht von den äußeren Umständen abhängig machen aber dennoch versuchen, ihm so gut wie möglich zu unterstützen, wo ich kann.

So, jetzt hab ich euch wieder zugekübelt....irgendwie denke ich mir, dass ich zu einem völligen Psycho mutiert bin...

creek

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