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Kann ich jemals wieder jemanden so lieben wie ihn? War er die Liebe meines Lebens?

14. März um 10:13 Letzte Antwort: 14. März um 23:16

Das hier wird jetzt eine etwas längere Ausführung. Ich muss es einfach loswerden und weiß nicht mit wem ich darüber reden soll, weil ich mir so dumm vorkomme...
 
Ich fange mal ganz vorne an…
Es geht um einen Mann, den ich schon mein ganzes Leben kenne. Wir waren gemeinsam im Kindergarten, dann in der Grundschule, kamen aus dem gleichen Dorf und hatten dort den gleichen Freundeskreis. Ich habe mich schon früh in ihn verliebt, zu einer Zeit wo man das vielleicht eher noch Schwärmerei nennen würde – irgendwann in der Grundschule. Er war derjenige den ich immer ein bisschen cooler fand als alle anderen. Wir kamen zur weiterführenden Schule, kamen uns näher. Ganz klassisch wie das in dem Alter (mit 14) ist. Wir haben telefoniert, uns heimlich getroffen, sind spazieren gegangen, stundenlang, haben Händchen gehalten. Und irgendwann war es soweit und er hat mich endlich geküsst. Ich war das glücklichste Mädchen der Welt. Der Tag des ersten Kusses war auch der Tag an dem wir offiziell zusammengekommen sind. Es folgten 7 Jahre Beziehung. Wir waren ein super Paar. Haben uns unglaublich geliebt. Ich war mir lange sicher, dass ich ihn heiraten würde und wir zusammen alt werden würden. Nach den ersten 4 Jahren Beziehung haben wir die Schule abgeschlossen und ich ging zum Studieren in eine andere Stadt. Er fing in unserer Heimatstadt eine Ausbildung an. Die Fernbeziehung war am Anfang schlimm, aber irgendwann gewöhnten wir uns beide an das dauerhafte verabschieden. Mit Beginn meines Studiums fing ich auch für einen Reiseveranstalter zu arbeiten, meine Semesterferien damit zu verbringen in die Berge zu fahren und Aktivreisen zu begleiten... Sommer wie Winter. Und ich habe es geliebt. Mir hat diese Art zu arbeiten Spaß gemacht, neue Leute kennenzulernen, bin selbstbewusster geworden und hab mich nicht zuletzt unsterblich in die Berge verliebt. Ich habe die Zeit bei dem Reiseunternehmen sehr genossen und es hat mir eigentlich wenig ausgemacht, dass wir uns dadurch weniger gesehen haben. Vor allem, weil ich auch nicht einsehen wollte zu Hause auf ihn zu warten während er 8h am Tag arbeitet. Und er fing an das was ich da so sehr geliebt habe immer mehr zu hassen. Weil es für Ihn bedeutet hat, dass ich diese Zeit gegen Zeit mit ihn eintausche… Wenn wir während meiner Arbeit telefoniert haben, endete es fast immer im Streit. Er konnte kein Verständnis dafür aufbringen, dass ich das so sehr liebe und ich nicht dafür, dass er von mir verlangt hat daheim zu sitzen und auf Ihn zu warten. Für mich war irgendwann klar, wir haben uns auseinanderentwickelt. Unterschiedliche Vorstellungen davon wie unser Leben verlaufen soll. Ich hatte einen riesigen Drang die Welt zu sehen, Leute kennenzulernen, zu reisen, Dinge zu erleben und hatte das Gefühl er schränkt mich darin ein. Ich war nicht mehr glücklich in der Beziehung. Wenn wir zusammen waren war es gut zwischen uns, wirklich schön, aber sobald ich wieder weggefahren bin hingen wir an den immer selben Themen und kamen einfach nicht auf einen Nenner. Und dann kam irgendwann der Tag der unvermeidlich kommen mussten und wir trennten uns. Ich trennte mich von Ihm. Und es hat mir das Herz gebrochen. Ich wollte Ihn nicht verlieren. Habe unglaublich viel geweint in dieser Zeit. Auch vor der Trennung schon. Und Ihm ging es noch schlechter. Ich wusste, damit hatte ich Ihm das Herz gebrochen. Ich wollte den Kontakt nicht aufgeben, er sagte ich brauche den kompletten Bruch und den Abstand. Und so kam es. Wir hatten keinen Kontakt mehr, ich dachte es wäre an mir zu akzeptieren, dass er den Kontakt nicht will. Ich lenkte mich ab, ging reisen, arbeitete noch mehr für den Reiseveranstalter und kam reicht gut klar mit der Trennung. Für mich auch der Beweis das Richtige gemacht zu haben. Für meinen Master ging ich dann nach Wien. Dachte immer irgendwie, dass wir irgendwann wieder Kontakt haben werden. In der Hoffnung wieder Kontakt zu Ihm aufbauen zu können schrieb ich ihm nach einem Jahr zum Geburtstag und bekam eine so knappe Nachricht zurück, dass es klar war, er wollte den Kontakt nicht. Ich akzeptierte das. In Wien lernte ich wieder jemanden kennen, kam mit ihm zusammen, aber es war schon nach kurzer Zeit klar, dass es nie so werden würde wie mit meinem ersten Freund. Dass ich ihn nie so lieben würde. Ich trennte mich wieder. Wesentlich weniger dramatisch. Und fing von dort an meinen Ex-Freund wieder zu vermissen. Dachte viel daran ob die Trennung damals wirklich das richtige gewesen war. Nach langem Ringen und Durchdenken entschied ich mich, mich erneut bei Ihm zu melden. Mit einer sehr ehrlichen Nachricht, in der ich mein Gefühlchaos schilderte und auch gestand, dass ich die Trennung in Frage stellte. Mich fragte, ob wir uns wieder ineinander verlieben würden. Und bat ihn darum mich zu treffen. Ich musste wissen ob da immer noch was zwischen uns wäre. Er antwortete, dass er sich sicher ist, dass wir uns nicht wieder verlieben würden, er sich sehr verändert hätte und bei der Trennung damals etwas in Ihm zerbrochen ist. Stimmte aber mir zu liebe einem treffen zu. Und so kam es, dass wir uns erneut trafen. 2 Stunden spazierten wir nebeneinander her und unterhielten uns über die vergangenen zwei Jahre. Es war direkt wieder recht vertraut. Vor mir stand kein Fremder. Es war nicht komisch, wir hatten uns die ganze Zeit etwas zu erzählen. Er betonte immer wieder die Unterschiede zwischen uns, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass er im Kern noch der Mensch, den ich damals so geliebt habe, war. Nur in einer neuen Lebensphase (er studiert jetzt auch). Vielleicht sogar, dass wieder etwas zwischen uns sein könnte. Obwohl das Treffen wirklich schön war und auch er sagte, dass er es wirklich genossen hat mich mal wieder zu sehen schloss er weiteren Kontakt direkt aus. Und auch wenn ich es mir anders wünschen würde, kann ich nicht leugnen, dass ich es verstehen kann. Erstens was denke ich mir, dass ich nachdem ich ihn zu verletzt habe, jetzt einfach so wiederauftauche und Teil seines Lebens sein möchte. Und sicher auch die Angst wieder verletzt zu werden.
Das ist jetzt einige Monate her. Seitdem denke ich viel an Ihn. Es geht mir nicht aus dem Kopf, dass er es vielleicht doch war – die eine große Liebe. Die Liebe meines Lebens. Ich frage mich ob ich jemals jemanden so lieben kann und werde wie Ihn. Denke, dass jetzt vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt war, aber wir vielleicht irgendwann wieder zusammenfinden. Und schaffe es nicht mehr diese Gedanken loszuwerden. Uns versteht mich nicht falsch, ich glaube tatsächlich trotzdem noch, dass ich diese Trennung gebraucht habe, weil ich halt noch so sehr diesen Dran nach Erlebnissen hatte, glaube aber, dass ich mich aus den falschen Gründen getrennt habe…
 
Und an der Stelle brauche ich euch. Hat schon Mal jemand etwas ähnliches erlebt, kann mir irgendwelche Tipps geben wie ich ihn vergesse, irgendwas? Ich habe wirklich Angst davor nie jemanden wieder zu lieben wie ihn…
 

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14. März um 11:00

Nein, du wirst nie wieder jemanden so lieben wie ihn.

Und das ist auch richtig so. 
Du musst lernen, dass man jeden Menschen, in dem man sich verliebt, komplett anders liebt, als alle anderen.

Genau das, was du mit ihm hattest, wirst du wahrscheinlich so nie mehr erleben, dafür aber etwas ganz neues anderes.

Du hast dich eben für deine Freiheit entschieden und ich finde es richtig gut von ihm, dass er so konsequent ist.

Leb einfach dein Leben weiter, halte ihn in guter Erinnerung und irgendwann wird ein neuer Mann in dein Leben treten.

Du solltest aber aufhören zu vergleichen und die Liebe mit ihm, nicht auf gleichstellen mit anderen. So wirst du nicht glücklich.

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14. März um 16:07
In Antwort auf anni_1996

Das hier wird jetzt eine etwas längere Ausführung. Ich muss es einfach loswerden und weiß nicht mit wem ich darüber reden soll, weil ich mir so dumm vorkomme...
 
Ich fange mal ganz vorne an…
Es geht um einen Mann, den ich schon mein ganzes Leben kenne. Wir waren gemeinsam im Kindergarten, dann in der Grundschule, kamen aus dem gleichen Dorf und hatten dort den gleichen Freundeskreis. Ich habe mich schon früh in ihn verliebt, zu einer Zeit wo man das vielleicht eher noch Schwärmerei nennen würde – irgendwann in der Grundschule. Er war derjenige den ich immer ein bisschen cooler fand als alle anderen. Wir kamen zur weiterführenden Schule, kamen uns näher. Ganz klassisch wie das in dem Alter (mit 14) ist. Wir haben telefoniert, uns heimlich getroffen, sind spazieren gegangen, stundenlang, haben Händchen gehalten. Und irgendwann war es soweit und er hat mich endlich geküsst. Ich war das glücklichste Mädchen der Welt. Der Tag des ersten Kusses war auch der Tag an dem wir offiziell zusammengekommen sind. Es folgten 7 Jahre Beziehung. Wir waren ein super Paar. Haben uns unglaublich geliebt. Ich war mir lange sicher, dass ich ihn heiraten würde und wir zusammen alt werden würden. Nach den ersten 4 Jahren Beziehung haben wir die Schule abgeschlossen und ich ging zum Studieren in eine andere Stadt. Er fing in unserer Heimatstadt eine Ausbildung an. Die Fernbeziehung war am Anfang schlimm, aber irgendwann gewöhnten wir uns beide an das dauerhafte verabschieden. Mit Beginn meines Studiums fing ich auch für einen Reiseveranstalter zu arbeiten, meine Semesterferien damit zu verbringen in die Berge zu fahren und Aktivreisen zu begleiten... Sommer wie Winter. Und ich habe es geliebt. Mir hat diese Art zu arbeiten Spaß gemacht, neue Leute kennenzulernen, bin selbstbewusster geworden und hab mich nicht zuletzt unsterblich in die Berge verliebt. Ich habe die Zeit bei dem Reiseunternehmen sehr genossen und es hat mir eigentlich wenig ausgemacht, dass wir uns dadurch weniger gesehen haben. Vor allem, weil ich auch nicht einsehen wollte zu Hause auf ihn zu warten während er 8h am Tag arbeitet. Und er fing an das was ich da so sehr geliebt habe immer mehr zu hassen. Weil es für Ihn bedeutet hat, dass ich diese Zeit gegen Zeit mit ihn eintausche… Wenn wir während meiner Arbeit telefoniert haben, endete es fast immer im Streit. Er konnte kein Verständnis dafür aufbringen, dass ich das so sehr liebe und ich nicht dafür, dass er von mir verlangt hat daheim zu sitzen und auf Ihn zu warten. Für mich war irgendwann klar, wir haben uns auseinanderentwickelt. Unterschiedliche Vorstellungen davon wie unser Leben verlaufen soll. Ich hatte einen riesigen Drang die Welt zu sehen, Leute kennenzulernen, zu reisen, Dinge zu erleben und hatte das Gefühl er schränkt mich darin ein. Ich war nicht mehr glücklich in der Beziehung. Wenn wir zusammen waren war es gut zwischen uns, wirklich schön, aber sobald ich wieder weggefahren bin hingen wir an den immer selben Themen und kamen einfach nicht auf einen Nenner. Und dann kam irgendwann der Tag der unvermeidlich kommen mussten und wir trennten uns. Ich trennte mich von Ihm. Und es hat mir das Herz gebrochen. Ich wollte Ihn nicht verlieren. Habe unglaublich viel geweint in dieser Zeit. Auch vor der Trennung schon. Und Ihm ging es noch schlechter. Ich wusste, damit hatte ich Ihm das Herz gebrochen. Ich wollte den Kontakt nicht aufgeben, er sagte ich brauche den kompletten Bruch und den Abstand. Und so kam es. Wir hatten keinen Kontakt mehr, ich dachte es wäre an mir zu akzeptieren, dass er den Kontakt nicht will. Ich lenkte mich ab, ging reisen, arbeitete noch mehr für den Reiseveranstalter und kam reicht gut klar mit der Trennung. Für mich auch der Beweis das Richtige gemacht zu haben. Für meinen Master ging ich dann nach Wien. Dachte immer irgendwie, dass wir irgendwann wieder Kontakt haben werden. In der Hoffnung wieder Kontakt zu Ihm aufbauen zu können schrieb ich ihm nach einem Jahr zum Geburtstag und bekam eine so knappe Nachricht zurück, dass es klar war, er wollte den Kontakt nicht. Ich akzeptierte das. In Wien lernte ich wieder jemanden kennen, kam mit ihm zusammen, aber es war schon nach kurzer Zeit klar, dass es nie so werden würde wie mit meinem ersten Freund. Dass ich ihn nie so lieben würde. Ich trennte mich wieder. Wesentlich weniger dramatisch. Und fing von dort an meinen Ex-Freund wieder zu vermissen. Dachte viel daran ob die Trennung damals wirklich das richtige gewesen war. Nach langem Ringen und Durchdenken entschied ich mich, mich erneut bei Ihm zu melden. Mit einer sehr ehrlichen Nachricht, in der ich mein Gefühlchaos schilderte und auch gestand, dass ich die Trennung in Frage stellte. Mich fragte, ob wir uns wieder ineinander verlieben würden. Und bat ihn darum mich zu treffen. Ich musste wissen ob da immer noch was zwischen uns wäre. Er antwortete, dass er sich sicher ist, dass wir uns nicht wieder verlieben würden, er sich sehr verändert hätte und bei der Trennung damals etwas in Ihm zerbrochen ist. Stimmte aber mir zu liebe einem treffen zu. Und so kam es, dass wir uns erneut trafen. 2 Stunden spazierten wir nebeneinander her und unterhielten uns über die vergangenen zwei Jahre. Es war direkt wieder recht vertraut. Vor mir stand kein Fremder. Es war nicht komisch, wir hatten uns die ganze Zeit etwas zu erzählen. Er betonte immer wieder die Unterschiede zwischen uns, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass er im Kern noch der Mensch, den ich damals so geliebt habe, war. Nur in einer neuen Lebensphase (er studiert jetzt auch). Vielleicht sogar, dass wieder etwas zwischen uns sein könnte. Obwohl das Treffen wirklich schön war und auch er sagte, dass er es wirklich genossen hat mich mal wieder zu sehen schloss er weiteren Kontakt direkt aus. Und auch wenn ich es mir anders wünschen würde, kann ich nicht leugnen, dass ich es verstehen kann. Erstens was denke ich mir, dass ich nachdem ich ihn zu verletzt habe, jetzt einfach so wiederauftauche und Teil seines Lebens sein möchte. Und sicher auch die Angst wieder verletzt zu werden.
Das ist jetzt einige Monate her. Seitdem denke ich viel an Ihn. Es geht mir nicht aus dem Kopf, dass er es vielleicht doch war – die eine große Liebe. Die Liebe meines Lebens. Ich frage mich ob ich jemals jemanden so lieben kann und werde wie Ihn. Denke, dass jetzt vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt war, aber wir vielleicht irgendwann wieder zusammenfinden. Und schaffe es nicht mehr diese Gedanken loszuwerden. Uns versteht mich nicht falsch, ich glaube tatsächlich trotzdem noch, dass ich diese Trennung gebraucht habe, weil ich halt noch so sehr diesen Dran nach Erlebnissen hatte, glaube aber, dass ich mich aus den falschen Gründen getrennt habe…
 
Und an der Stelle brauche ich euch. Hat schon Mal jemand etwas ähnliches erlebt, kann mir irgendwelche Tipps geben wie ich ihn vergesse, irgendwas? Ich habe wirklich Angst davor nie jemanden wieder zu lieben wie ihn…
 

vielleicht weniger SelbstMitleid und dein Leben weiterleben indem du nach vorne schaust anstatt zurück

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14. März um 22:34
In Antwort auf anni_1996

Das hier wird jetzt eine etwas längere Ausführung. Ich muss es einfach loswerden und weiß nicht mit wem ich darüber reden soll, weil ich mir so dumm vorkomme...
 
Ich fange mal ganz vorne an…
Es geht um einen Mann, den ich schon mein ganzes Leben kenne. Wir waren gemeinsam im Kindergarten, dann in der Grundschule, kamen aus dem gleichen Dorf und hatten dort den gleichen Freundeskreis. Ich habe mich schon früh in ihn verliebt, zu einer Zeit wo man das vielleicht eher noch Schwärmerei nennen würde – irgendwann in der Grundschule. Er war derjenige den ich immer ein bisschen cooler fand als alle anderen. Wir kamen zur weiterführenden Schule, kamen uns näher. Ganz klassisch wie das in dem Alter (mit 14) ist. Wir haben telefoniert, uns heimlich getroffen, sind spazieren gegangen, stundenlang, haben Händchen gehalten. Und irgendwann war es soweit und er hat mich endlich geküsst. Ich war das glücklichste Mädchen der Welt. Der Tag des ersten Kusses war auch der Tag an dem wir offiziell zusammengekommen sind. Es folgten 7 Jahre Beziehung. Wir waren ein super Paar. Haben uns unglaublich geliebt. Ich war mir lange sicher, dass ich ihn heiraten würde und wir zusammen alt werden würden. Nach den ersten 4 Jahren Beziehung haben wir die Schule abgeschlossen und ich ging zum Studieren in eine andere Stadt. Er fing in unserer Heimatstadt eine Ausbildung an. Die Fernbeziehung war am Anfang schlimm, aber irgendwann gewöhnten wir uns beide an das dauerhafte verabschieden. Mit Beginn meines Studiums fing ich auch für einen Reiseveranstalter zu arbeiten, meine Semesterferien damit zu verbringen in die Berge zu fahren und Aktivreisen zu begleiten... Sommer wie Winter. Und ich habe es geliebt. Mir hat diese Art zu arbeiten Spaß gemacht, neue Leute kennenzulernen, bin selbstbewusster geworden und hab mich nicht zuletzt unsterblich in die Berge verliebt. Ich habe die Zeit bei dem Reiseunternehmen sehr genossen und es hat mir eigentlich wenig ausgemacht, dass wir uns dadurch weniger gesehen haben. Vor allem, weil ich auch nicht einsehen wollte zu Hause auf ihn zu warten während er 8h am Tag arbeitet. Und er fing an das was ich da so sehr geliebt habe immer mehr zu hassen. Weil es für Ihn bedeutet hat, dass ich diese Zeit gegen Zeit mit ihn eintausche… Wenn wir während meiner Arbeit telefoniert haben, endete es fast immer im Streit. Er konnte kein Verständnis dafür aufbringen, dass ich das so sehr liebe und ich nicht dafür, dass er von mir verlangt hat daheim zu sitzen und auf Ihn zu warten. Für mich war irgendwann klar, wir haben uns auseinanderentwickelt. Unterschiedliche Vorstellungen davon wie unser Leben verlaufen soll. Ich hatte einen riesigen Drang die Welt zu sehen, Leute kennenzulernen, zu reisen, Dinge zu erleben und hatte das Gefühl er schränkt mich darin ein. Ich war nicht mehr glücklich in der Beziehung. Wenn wir zusammen waren war es gut zwischen uns, wirklich schön, aber sobald ich wieder weggefahren bin hingen wir an den immer selben Themen und kamen einfach nicht auf einen Nenner. Und dann kam irgendwann der Tag der unvermeidlich kommen mussten und wir trennten uns. Ich trennte mich von Ihm. Und es hat mir das Herz gebrochen. Ich wollte Ihn nicht verlieren. Habe unglaublich viel geweint in dieser Zeit. Auch vor der Trennung schon. Und Ihm ging es noch schlechter. Ich wusste, damit hatte ich Ihm das Herz gebrochen. Ich wollte den Kontakt nicht aufgeben, er sagte ich brauche den kompletten Bruch und den Abstand. Und so kam es. Wir hatten keinen Kontakt mehr, ich dachte es wäre an mir zu akzeptieren, dass er den Kontakt nicht will. Ich lenkte mich ab, ging reisen, arbeitete noch mehr für den Reiseveranstalter und kam reicht gut klar mit der Trennung. Für mich auch der Beweis das Richtige gemacht zu haben. Für meinen Master ging ich dann nach Wien. Dachte immer irgendwie, dass wir irgendwann wieder Kontakt haben werden. In der Hoffnung wieder Kontakt zu Ihm aufbauen zu können schrieb ich ihm nach einem Jahr zum Geburtstag und bekam eine so knappe Nachricht zurück, dass es klar war, er wollte den Kontakt nicht. Ich akzeptierte das. In Wien lernte ich wieder jemanden kennen, kam mit ihm zusammen, aber es war schon nach kurzer Zeit klar, dass es nie so werden würde wie mit meinem ersten Freund. Dass ich ihn nie so lieben würde. Ich trennte mich wieder. Wesentlich weniger dramatisch. Und fing von dort an meinen Ex-Freund wieder zu vermissen. Dachte viel daran ob die Trennung damals wirklich das richtige gewesen war. Nach langem Ringen und Durchdenken entschied ich mich, mich erneut bei Ihm zu melden. Mit einer sehr ehrlichen Nachricht, in der ich mein Gefühlchaos schilderte und auch gestand, dass ich die Trennung in Frage stellte. Mich fragte, ob wir uns wieder ineinander verlieben würden. Und bat ihn darum mich zu treffen. Ich musste wissen ob da immer noch was zwischen uns wäre. Er antwortete, dass er sich sicher ist, dass wir uns nicht wieder verlieben würden, er sich sehr verändert hätte und bei der Trennung damals etwas in Ihm zerbrochen ist. Stimmte aber mir zu liebe einem treffen zu. Und so kam es, dass wir uns erneut trafen. 2 Stunden spazierten wir nebeneinander her und unterhielten uns über die vergangenen zwei Jahre. Es war direkt wieder recht vertraut. Vor mir stand kein Fremder. Es war nicht komisch, wir hatten uns die ganze Zeit etwas zu erzählen. Er betonte immer wieder die Unterschiede zwischen uns, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass er im Kern noch der Mensch, den ich damals so geliebt habe, war. Nur in einer neuen Lebensphase (er studiert jetzt auch). Vielleicht sogar, dass wieder etwas zwischen uns sein könnte. Obwohl das Treffen wirklich schön war und auch er sagte, dass er es wirklich genossen hat mich mal wieder zu sehen schloss er weiteren Kontakt direkt aus. Und auch wenn ich es mir anders wünschen würde, kann ich nicht leugnen, dass ich es verstehen kann. Erstens was denke ich mir, dass ich nachdem ich ihn zu verletzt habe, jetzt einfach so wiederauftauche und Teil seines Lebens sein möchte. Und sicher auch die Angst wieder verletzt zu werden.
Das ist jetzt einige Monate her. Seitdem denke ich viel an Ihn. Es geht mir nicht aus dem Kopf, dass er es vielleicht doch war – die eine große Liebe. Die Liebe meines Lebens. Ich frage mich ob ich jemals jemanden so lieben kann und werde wie Ihn. Denke, dass jetzt vielleicht noch nicht der richtige Zeitpunkt war, aber wir vielleicht irgendwann wieder zusammenfinden. Und schaffe es nicht mehr diese Gedanken loszuwerden. Uns versteht mich nicht falsch, ich glaube tatsächlich trotzdem noch, dass ich diese Trennung gebraucht habe, weil ich halt noch so sehr diesen Dran nach Erlebnissen hatte, glaube aber, dass ich mich aus den falschen Gründen getrennt habe…
 
Und an der Stelle brauche ich euch. Hat schon Mal jemand etwas ähnliches erlebt, kann mir irgendwelche Tipps geben wie ich ihn vergesse, irgendwas? Ich habe wirklich Angst davor nie jemanden wieder zu lieben wie ihn…
 

Dein Ex war sehr wichtig und wird es immer bleiben. 

Du hattest deine Gründe für die Trennung. Wärst du wieder in der Beziehung, würde dich möglicherweise dasselbe wie früher stören. Es hat geendet, weil es so sein sollte und weil es dein Wunsch war. Dass da niemand ist, der die Bedeutung deines Ex erlangt hat, heißt nicht unbedingt, dass dein Ex wieder zurückkommen soll.

Es gibt, wie ich denke, für die meisten von uns nicht beliebig viele Menschen, die sehr wichtig werden können, aber mehr als einen. 

Man hat aber keinen Anspruch auf eine Beziehung oder darauf, den richtigen Menschen zu treffen. Selbst wenn du, was ich nicht glaube, niemals wieder jemanden so lieben wirst wie deinen Ex, dann wäre das eben so. Sei jedenfalls dankbar für das, was du erlebt hast und dafür, dass es so lange schön und passend und richtig war. Nostalgie hat ihre Tücken, weil man Gefahr läuft, zu übersehen, dass sich etwas überlebt hat. Du hast deinen Ex geliebt, aber auch für die Trennung gab es Gründe. Irgendwann war eben alles nicht mehr so ideal und passend. Das solltest du genauso sehen wie das Schöne an der Vergangenheit.

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14. März um 23:16

Was creepyworld89 schreibt, trifft es sehr gut. Und aus eigener Erfahrung: Ich war fast 20 Jahre mit meiner ersten großen Liebe zusammen, hab immer gedacht, so etwas wie mit ihr gibt es nie wieder für mich. Erst recht nachdem sie sich von mir getrennt hat. Inzwischen bin ich glücklich mit einer anderen Frau zusammen, die in vielen Dingen ähnlich wie meine Ex-Frau ist, in anderen hingegen völlig anders. Und die Saiten in mir zum Schwingen bringt, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe. Worauf ich hinaus will: ja, natürlich kann man sich wieder unsterblich verlieben, aber eben auf etwas andere Weise. Lass los, schließe mit der Vergangenheit im Frieden ab und öffne Dich für Neues. Wenn Dein Herz immer noch durch Deine Vorstellung von Deiner vergangenen großen Liebe besetzt ist, wirst Du tatsächlich Schwierigkeiten haben, einen anderen Mann komplett in Dein Herz zu lassen.

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