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Jetzt lass ichs endlich raus

18. Mai 2016 um 23:34

Hallo ihr lieben,

Sooo lange überlege ich mir schon hier mein Problem zu posten und konnte mich nicht überwinden.

Ich bin seit fast 8 Jahren verheiratet, unser Kind ist 4 Jahre alt.

Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll.

Mein Mann ist sehr veranwortungslos und mittlerweile bin ich die einzige die sich um unseren Lebensunterhalt kümmern muss. Nebenbei studiere ich und bin in der Zeit, in der ich zu Hause bin voll für Kind (Kita bringen/abholen/Spielplatz usw), Haushalt und Kochen verantwortlich.

Mein Mann studiert schon seit vor unserer Heirat und kommt extrem langsam voran. Dennoch ist es schwierig für ihn nebenbei auch nur auf minijob Basis zu arbeiten. Er "findet nix" (seine Aussage) trotz Bewerbungen als Werkstudent. Was "einfacheres", damit einfach mal Geld reinkommt möchte er nicht machen (Post, Lager, Putzen oderso).

Zwei bis dreimal die Woche betreut er unser Kind. Während dieser Zeit ist seine einzige zusätzliche Aufgabe essen für den Kleinen zu machen (wenn ich mal nicht Vorrichtung habe). Kein Haushalt, keine spülmaschine ein-/ausräumen, keine Ordnung halten.

Seine Verantwortungslosigkeit begann schon viel früher, leider haben meine Augen sich erst allmählich geöffnet, nachdem unser Kind zur Welt kam. Denn ich hoffte unbewusst, dass dies ihn ändern würde. Nein es wurde noch viel schlimmer.

Während meiner Mutterschaft bezog ich ca 750 Sozialhilfe (für mein Kind und mich. Keine Familie, kein Krippenplatz. er hat keinerlei leistungsansprüche auch kein Bafög) , die er monatlich komplett einzog, um unsere gemeinsamen lebenskosten zu bezahlen. Er arbeitete immer mal 2- 3 monate aber nie etwas sicheres. Zw 150 und 500 euro konnten es dann mal werden die er zur familienkasse beitrug. Damals dachte ich es ist ok wir sind doch eine Familie, da soll alles voneinander Konto weggehen. Dies bedeutete aber riesige finanzielle Einschränkungen, die ich schon seit Beginn meiner Ehe hatte. (Tat mir vor dem Abi schwer was zu finden) Das ging so weit, dass ich mir keine anständigen (Winter)Schuhe leisten konnte, die kleinste Anschaffung über 10 waren schon eine riesen Belastung. Immer das billigste Toastbrot gekauft nur auf Grundnahungsmittel beschränkt, Obst schon Luxus. Wenn ich mal einkaufen ging, dann konnte ich mir anhören, wie verschwenderisch ich doch sei und dass wir uns das nicht leisten können.

Unsere Wohnung besteht nur aus geschenkten oder auf der Straße gefundenen Möbeln, Wohnzimmer bekamen wir gebraucht für 250. Ich glaube mein mann benötigte über ein Jahr um die raten diese 250 dem Mann zu bezahlen. Küche war eine rumpelkammer (haben jetzt eine relativ gute geschenkt bekommen). Bett von der Straße hochgeholt inkl Matratze . Mittlerweile von Nachbarn abgekauft fast neu für 200, war ihm zu teuer, hat meine Mutter bezahlt. Achja kein Fußboden drin, wir haben beim Einzug einen dunkelblauen pvc als Unterlage drinnen gehabt, den wir immernoch so haben.
Er hat in finanzieller Hinsicht richtig viel Mist gebaut, Mieten nicht ueberwiesen, Nebenkostenabrechnung nicht bezahlt, AOK nicht bezahlt, Strom nicht bezahlt. Habe ueber 600 euro stromschulden weil er damals den anbieter auf meinen Namen gewechselt hat. 5000 euro mietschulden (beide), usw usw

Was unseren Sohn angeht, so wr ich von seiner Geburt an "alleine" mit ihm. Alleineryiehend mit Mann sozusagen. Kein Spielplatz, kein Papa-Tag oder 'hnliches. Gemeinsam raus gehen extrem selten, auch schon vor dem Kleinen.

So vor ca 1 Jahr hab ich aufgrund der gewaltigen Belastung eine Therapie angefangen, weil ich so tief in dieses Leben verstrickt war/bin dass ich gar nicht mehr wusste was nun richtig und falsch ist. Habe es geschafft mein Geld auf mein Konto zu leiten und ihm den Zugang zu verweigern. Naja trotzdem bin ich noch die doofe die ALLES finanziert gerade. Habe es geschafft die Situation so yu sehen wie sie ist, was fuer meine Verhaeltnisse auch schon ein riesen Fortschritt ist.

Dies fuehrte auch dazu, dass er lernte, dass mein Geld mir gehoert, dass er Mist gebaut hat. Er kritisiert mich nicht mehr krankhaft, verhaelt sich besser mir gegenueber, aber die Situation ist halt trotzdem wie oben beschrieben. Immer heisst es ich will ja, ich mache ja , ich habe mich ja schon gebessert usw, aber das sind mal mindestens wieder 8 monate, die er zb einen job sucht.

Aber diese Erkenntnis hat auch tiefe Wunden hinterlassen. Ich kann mich ihm nicht mehr naehern, kann ihm keine Gefuehle zeigen, koennte ihm niemals sagen, dass ich ihn liebe. Ich muss mich zum GV immer ueberwinden (auch wenns danach auch schoen ist). Ich spuere keine Liebe mehr fuer ihn, hab gar kein Vertrauen mehr zu ihm. Ich muss mit mir kaempfen nicht an andere Maenner zu denken beim GV. Und auch allgemein schwaerme ich oft fuer fremde Maenner (habe keinen privaten Kontakt zu irgendwelchen Maennern, kommt bei mir gar nicht in Frage).

Hmm jetzt fragt ihr euch hoechstwahrscheinlich warum ich immernoch so bloed bin mit ihm zusammen zu sein. Einer der zentralen Gruende ist, dass ich noch die Hoffnung habe dass er sich irgendwie doch bessert und ich es meinem Sohn nicht antuen moechte. Getragen wird diese Hoffnung dadurch, dass er schwer depressiv ist (was fuer eine Logik!!) und Psychosen hatte, also ist sein Verhalten wohl zum groessten Teil krankheitsbedingt. Allerdings hat er sich deshalb nie behandeln lassen und war im Dezember das erste Mal ueberhaupt deshalb bei einer Therapeutin. Danach nicht mehr - aber wenns nach ihm geht, dann WILL er ja weitermachen....

Ich fuehle mich absolut gestrandet, kann weder vor noch zurueck. Ich bin fast 30. Wie lange soll ich so noch weitermachen? Ich will mich anlehnen koennen, vertrauen koennen, in Symbiose leben koennen. Aber gerade bin ich nur alleinerziehend mit Riesenkind.
Und dann quaelen mich Gewissensbisse , weil er doch krank ist und es einfach nicht schafft ein normales Leben zu fuehren...

Danke fuer jede/n einzelne/n, die/der bis hierher gelesen hat! Ich brauche dringend Rat und einfach Mal eure Einschaetzung, wie ihr das seht.

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18. Mai 2016 um 23:43

Ps
P.S. Bitte entschuldigt die vielen Fehler, hab auf meinem kleinen Smartphone zuegig geschrieben. Ich hoffe ihr versteht das meiste.

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20. Mai 2016 um 16:43

Deinem Kind zuliebe...
... gibt es nur eine einzige Lösung: TRENNUNG. Ansonsten gehst nicht nur Du kaputt (Du bsit schon auf dem besten Weg dazu), sondern auch noch Dein Kind. Es wird in Hartz IV Verhältnissen aufwachsen und ständig Deinen Mann als "Vorbild" vor Augen haben.

Deinem Kind zuliebe ist der einzige Ausweg aus der von Dir beschriebenen Lebenssituation, die Trennung. Am besten, sofort. Und endgültig.

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