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Forum / Liebe & Beziehung

Jemanden helfen, der eigentlich keine Hilfe will?

Letzte Nachricht: 5. Februar 2022 um 15:55
R
reign
05.02.22 um 7:57

Guten Morgen,
ich wende mich an euch, weil ich ein kleines/großes Problem habe. Mein Partner und ich sind beide über 30. Ich habe ihn letztes Jahr kennengelernt und Lieben gelernt. Jedoch gibt es einige Probleme. Es fällt mir immer wieder schwer seine Lebenseinstellung zu akzeptieren. Er kommt aus einem anderen "Haus" als ich. Ich stamme aus einer Unternehmer- Familie. Habe somit gelernt mit Geld umzugehen und dieses auch anzulegen. Dies ist bei ihm nicht der Fall. Er hat gerade mal so einen Hauptschulabschluss gemacht, ich habe studiert. Vor einigen Monaten hab ich ihn überredet mit ins Familienunternehmen einzusteigen, da er als Hilfsarbeiter wirklich wenig Geld verdient hat und auch gesundheitliche Schwierigkeiten hatte. Anfangs wollte er dies nicht, aber dann hat er doch zugestimmt. Dann haben wir Post bekommen mit einer Lohnpfändung und erfahren, dass er höher verschuldet ist (ü 30.000). Führerschein musste er wegen Drogen abgeben. Somit hab ich versucht ihn zu unterstützen, wir waren bei einer Insolvent- Beratung, haben uns mit der Führerscheinzentrale auseinandergesetzt etc. Das Problem ist, dass von ihm alleine nichts kommt, ich muss ihn immer wieder an die Hand nehmen und ihn daran erinnern. Nun ist es so, dass ich umziehen möchte (400km). Meine Familie ebenso, somit auch sein Job. Das Thema hatten wir vor einigen Monaten bereits, dort sagte er mir, dass er mit mir mitgehen würde. Jetzt wird es ernst, und er hat seine Meinung geändert. Mit der Begründung, "durch die aktuelle Situation (Insolvenz, Führerschein) möchte er nicht umziehen. Danach kam als Ausrede "aber meine Freunde sind hier". Ich persönlich hab gedacht, dass es das Beste für ihn wäre um sein Leben in den Griff zu bekommen. Er sagte mir mehrmals, dass er gerne Haus und Familie haben möchte. Nun haben wir die Gelegenheit ein Haus zu beziehen und er springt ab. Seine Freunde sind oberste Priorität. Seine Freunde sind 20-25 Jahre alte Säufer & Drogenabhängige. Somit kommt er aus seinem Kreis auch gar nicht raus. 

Ich würde ihm so gerne helfen, er redet auch immer, dass er all das nicht mehr möchte. Und wenn er dann die Chance hat etwas zu ändern, zieht er wortwörtlich den Schwanz ein. 

Jegliche Argumentation, die ich aufbringe, wird ignoriert. Ich bat ihn, es erstmal zu versuchen. Da er keine eigene Wohnung hat und auch viel frei hat (3 Wochen im Monat), hat er meineserachtens nicht viel zu verlieren wenn er es mal probiert, er  könnte ja in den freien Tagen auch mal seine Freunde besuchen fahren. Daraufhin kam nur "Ich bin ja nicht mobil, ich hänge dort fest. Du kannst da ja jederzeit weg". Daraufhin fragte ich, ob dies dann nicht die beste Möglichkeit wäre, sodass der Führerschein endlich gemacht wird. Wieder kam keine Antwort.

Ich bin am verzweifeln. Entweder, er belügt mich bzgl. seinen Zielen im Leben und der Tatsache das er sein Leben ändern möchte oder er ist zu sehr bereits in seiner Sucht gefangen?! 

Mich ärgert es auch etwas, weil auch meine Familie ihm helfen wollte. Meine Mutter musste ich regelrecht überreden, dass sie ihn anstellt. Und wenn er nicht mitzieht, sitzt er wieder da ohne alles.

Würdet ihr weiterhin "kämpfen" oder sollte ich ihn einfach ziehen lassen? Es wirkt auf mich als würde er nicht wirklich Hilfe wollen. Ich wäre sehr dankbar über eine sachliche Sichtweise, weil ich eben doch sehr emotional eingebunden bin diesbezüglich.

Liebe Grüße und schonmal ein herzliches Dankeschön.

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W
woodquarter
05.02.22 um 8:48

Moin!

Ich habe Ähnliches, wenn auch nur in Ansätzen, in meiner Umgebung schon erlebt. Jemand, der von Dingen (Alkohol, Drogen, etc.) sachlich/körperlich oder von Personen (Eltern, Freunde, etc.) emotional abhängig ist, kann nur etwas ändern, wenn der Leidensdruck oder die Probleme so groß sind, dass er aus sich (!) heraus etwas ändern möchte/muss.

Du kannst nur Angebote machen oder Hilfestellungen geben. Ihn selbst kannst du nicht ändern. Das würde in deinem Fall möglicherweise in sowas wie Umerziehen münden und sowas crasht irgendwann.
 
Überlege, wie dein Leben in 5 oder 10 Jahren mit Beruf, Familie, Kindern … aussehen soll und wie er zu deinen Vorstellungen passen könnte.

Andererseits könnte es auch sein, dass er sich von euch ein bisschen „erdrückt“ fühlt und Minderwertigkeitskomplexe hat. Vielleicht meint er, mit dir und deiner Familie „nicht mithalten“ zu können und der Umzug ist für ihn ein guter Ausstiegspunkt.

Dir selbst würde ich zu einem Coaching raten. Da lernst du dich selbst besser kennen und hast die Möglichkeit, deine Fragen mit erfahrenen unparteiischen Dritten professionell zu besprechen. 

Und ja, ich weiß aus eigener leidvoller Erfahrung von mir selbst, wie lange es dauern kann, Probleme zu erkennen, diese ändern zu wollen und das dann auch durchzuziehen … da gehen schnell ein paar Jahre ins Land.

Alles Gute!!

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B
blah_blah
05.02.22 um 9:58
In Antwort auf reign

Guten Morgen,
ich wende mich an euch, weil ich ein kleines/großes Problem habe. Mein Partner und ich sind beide über 30. Ich habe ihn letztes Jahr kennengelernt und Lieben gelernt. Jedoch gibt es einige Probleme. Es fällt mir immer wieder schwer seine Lebenseinstellung zu akzeptieren. Er kommt aus einem anderen "Haus" als ich. Ich stamme aus einer Unternehmer- Familie. Habe somit gelernt mit Geld umzugehen und dieses auch anzulegen. Dies ist bei ihm nicht der Fall. Er hat gerade mal so einen Hauptschulabschluss gemacht, ich habe studiert. Vor einigen Monaten hab ich ihn überredet mit ins Familienunternehmen einzusteigen, da er als Hilfsarbeiter wirklich wenig Geld verdient hat und auch gesundheitliche Schwierigkeiten hatte. Anfangs wollte er dies nicht, aber dann hat er doch zugestimmt. Dann haben wir Post bekommen mit einer Lohnpfändung und erfahren, dass er höher verschuldet ist (ü 30.000). Führerschein musste er wegen Drogen abgeben. Somit hab ich versucht ihn zu unterstützen, wir waren bei einer Insolvent- Beratung, haben uns mit der Führerscheinzentrale auseinandergesetzt etc. Das Problem ist, dass von ihm alleine nichts kommt, ich muss ihn immer wieder an die Hand nehmen und ihn daran erinnern. Nun ist es so, dass ich umziehen möchte (400km). Meine Familie ebenso, somit auch sein Job. Das Thema hatten wir vor einigen Monaten bereits, dort sagte er mir, dass er mit mir mitgehen würde. Jetzt wird es ernst, und er hat seine Meinung geändert. Mit der Begründung, "durch die aktuelle Situation (Insolvenz, Führerschein) möchte er nicht umziehen. Danach kam als Ausrede "aber meine Freunde sind hier". Ich persönlich hab gedacht, dass es das Beste für ihn wäre um sein Leben in den Griff zu bekommen. Er sagte mir mehrmals, dass er gerne Haus und Familie haben möchte. Nun haben wir die Gelegenheit ein Haus zu beziehen und er springt ab. Seine Freunde sind oberste Priorität. Seine Freunde sind 20-25 Jahre alte Säufer & Drogenabhängige. Somit kommt er aus seinem Kreis auch gar nicht raus. 

Ich würde ihm so gerne helfen, er redet auch immer, dass er all das nicht mehr möchte. Und wenn er dann die Chance hat etwas zu ändern, zieht er wortwörtlich den Schwanz ein. 

Jegliche Argumentation, die ich aufbringe, wird ignoriert. Ich bat ihn, es erstmal zu versuchen. Da er keine eigene Wohnung hat und auch viel frei hat (3 Wochen im Monat), hat er meineserachtens nicht viel zu verlieren wenn er es mal probiert, er  könnte ja in den freien Tagen auch mal seine Freunde besuchen fahren. Daraufhin kam nur "Ich bin ja nicht mobil, ich hänge dort fest. Du kannst da ja jederzeit weg". Daraufhin fragte ich, ob dies dann nicht die beste Möglichkeit wäre, sodass der Führerschein endlich gemacht wird. Wieder kam keine Antwort.

Ich bin am verzweifeln. Entweder, er belügt mich bzgl. seinen Zielen im Leben und der Tatsache das er sein Leben ändern möchte oder er ist zu sehr bereits in seiner Sucht gefangen?! 

Mich ärgert es auch etwas, weil auch meine Familie ihm helfen wollte. Meine Mutter musste ich regelrecht überreden, dass sie ihn anstellt. Und wenn er nicht mitzieht, sitzt er wieder da ohne alles.

Würdet ihr weiterhin "kämpfen" oder sollte ich ihn einfach ziehen lassen? Es wirkt auf mich als würde er nicht wirklich Hilfe wollen. Ich wäre sehr dankbar über eine sachliche Sichtweise, weil ich eben doch sehr emotional eingebunden bin diesbezüglich.

Liebe Grüße und schonmal ein herzliches Dankeschön.

Huhu ^^

Ich finde es krass, wie sehr du bereit bist ihm zu unterstützen. Das spricht sehr für dich!
Das Ding ist nur, dadurch nimmst du IHM die Möglichkeit, Dinge zu ändern. Schließlich änderst DU diese ja. Nicht er. Der leider sehr unschöne Nebeneffekt Deiner Hilfe (und noch mal: das Du das alles machst ist nicht selbstverständlich) ist, dass er abhängig von dir werden würde. Was hätte er noch, wenn ihr euch nach dem Umzug irgendwann trennen würdet. Vermutlich nicht mal die finanziellen Mittel und Freunde, um sich einen Umzug in die Heimat leisten zu können.
Das vernünftigste wäre tatsächlich, wenn du etwas auf die Bremse gehst, und ihm mehr Raum und Zeit lässt die Dinge in den Griff zu bekommen. Es ist klar, dass sowas für ihn länger braucht als für dich. Schließlich ist er in seinen Problemen gefangen. Du guckst von außen darauf. Lass ihn die Dinge selbst regeln und wenn es da nicht weiter voran geht, biete Hilfe im kleinen Rahmen an (z.B. telefonisch nen Termin vereinbaren, dass fällt vielen Leuten schwer, oder bring in nen Kaffee, wenn er greade für den Führerschein lernt, oder biete an, ein amtliches schreiben Korrektur zu lesen).
Wenn du langfristig bemerkst das du mit seinem Tempo nicht klar kommst, wäre das wohl leider ein Grund für ne Trennung. Das Tempo aber deinerseits so voranzutreiben, wie du es greade tust, hilft keinen so richtig nachhaltig.

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R
reign
05.02.22 um 10:17
In Antwort auf blah_blah

Huhu ^^

Ich finde es krass, wie sehr du bereit bist ihm zu unterstützen. Das spricht sehr für dich!
Das Ding ist nur, dadurch nimmst du IHM die Möglichkeit, Dinge zu ändern. Schließlich änderst DU diese ja. Nicht er. Der leider sehr unschöne Nebeneffekt Deiner Hilfe (und noch mal: das Du das alles machst ist nicht selbstverständlich) ist, dass er abhängig von dir werden würde. Was hätte er noch, wenn ihr euch nach dem Umzug irgendwann trennen würdet. Vermutlich nicht mal die finanziellen Mittel und Freunde, um sich einen Umzug in die Heimat leisten zu können.
Das vernünftigste wäre tatsächlich, wenn du etwas auf die Bremse gehst, und ihm mehr Raum und Zeit lässt die Dinge in den Griff zu bekommen. Es ist klar, dass sowas für ihn länger braucht als für dich. Schließlich ist er in seinen Problemen gefangen. Du guckst von außen darauf. Lass ihn die Dinge selbst regeln und wenn es da nicht weiter voran geht, biete Hilfe im kleinen Rahmen an (z.B. telefonisch nen Termin vereinbaren, dass fällt vielen Leuten schwer, oder bring in nen Kaffee, wenn er greade für den Führerschein lernt, oder biete an, ein amtliches schreiben Korrektur zu lesen).
Wenn du langfristig bemerkst das du mit seinem Tempo nicht klar kommst, wäre das wohl leider ein Grund für ne Trennung. Das Tempo aber deinerseits so voranzutreiben, wie du es greade tust, hilft keinen so richtig nachhaltig.

Hey, danke für deine Antwort. 
Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihn nicht überfordere. Hab ihn auch einige Monate mit den Thema in Ruhe gelassen, damit er selber aktiv werden kann. Aber Eigeninitiative ist überhaupt nicht vorhanden. Das Thema Führerschein hatte ich mit ihm das erste Mal im April letzten Jahres. Er erzählte mir, er würde sich informieren wollen. Es passierte nichts und ich ließ es. Seit November arbeitet er nun bei uns. Und ein Führerschein ist notwendig. Bislang fahre ich ihn, wenn er irgendwohin muss. Meine Mutter machte dementsprechend auch Druck. Sodass er wenigstens Mal rumtelefoniert hat um sich über eine MPU zu erkundigen. Seitdem ist auch nichts mehr passiert. Klärende Gespräche sind auch schwierig, weil er sich meistens gar nicht mehr äußert und/oder vom Thema ablenkt. Deswegen befürchte ich, dass er nicht bereit ist sein Leben umzuorientieren. Aber warum er das nicht offen mit mir bespricht ist mir ein Rätsel. Ich wollte ihm eigentlich immer das Gefühl geben, dass ich ihn unterstütze und helfe. Aber vllt. bin ich wirklich dabei ihn zu unterdrücken? 

Ich weiß ehrlich gesagt wirklich nicht mehr weiter. Es fehlt uns wirklich die offene und direkte Kommunikation. Ich weiß nicht mal mehr, ob er überhaupt wirklich etwas ändern möchte. Bislang war alles nur "Gerede". Klar das mit dem Jobwechsel war ein riesen Schritt. Und ich bin froh, dass er diesen gemacht hat. Aber jetzt hab ich ihn, sollte er nicht mitkommen, auch irgendwie noch mehr in den "Ruien" geschickt.

Was du sagtest bzgl. wenn das in die Brüche geht, etc, er niemanden hat und auch nicht die finanziellen Mittel- stimmt. Die Angst wird auch bei ihm vorhanden sein. Bei mir ist die auch anwesend. Aber ich persönlich finde, dass er nichts zu verlieren hat. Er muss keine Wohnung aufgeben (wir leben bei mir in der Wohnung, vorher hat er bei seinen Eltern gelebt), keinen Job aufgeben. Natürlich hängt er an anderen Dingen. Wenn er nicht mitzieht, verliert er sein Dach über'n Kopf, seinen Job. Das tut mir dann auch im Herzen weh und ich möchte nicht, ganz gleich ob die Beziehung scheitert oder nicht, dass er richtig abrutscht. 

Ich werde mal gucken, ob es nicht eine andere Lösung gibt, dass man ggf. in den ersten Monaten an zwei Wohnorten lebt, sprich, nach der Arbeit für zwei Wochen zurück, und dort dann zwei Wochen leben. Aber ein Dauerzustand ist das nicht. Soweit könnte ich ihm noch entgegen kommen, damit man dann sieht, ob es im neuen Wohnort nicht vllt doch funktioniert. 

Eine Fernbeziehung kommt für uns beide nicht in Frage. 

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A
anonym123
05.02.22 um 11:21

Ich glaube, ihr habt ungesunde Rollen in eurer Beziehung eingenommen. Du scheinst mehr seine Sozialarbeiterin zu sein, als seine Freundin. Wobei selbst Sozialarbeiter und Streetworker ja so arbeiten, dass sie zwar unterstützen, aber auch NUR, wenn der jenige den Wunsch und Antrieb ( z.B. nach Führerschein) selber hat und das auch in die Hand nehmen möchte. Sonst bringt es ja alles nichts.

Jeder Mensch strebt nach Veränderung zum positiven ( wer möchte schon verschuldet sein ??? Kennst du jemanden??). Jeder Mensch würde sagen, ich möchte das nicht mehr, aber es ist halt nicht jeder bereit deswegen sein ganzes Leben umzukrempeln. 
Die Frage ist : bist du mit ihm zusammen weil du eigentlich auf Veränderung hoffst oder bist du mit ihm zusammen und kannst ihn im "hier und jetzt" akzeptieren?
Wenn man auf Veränderungen hofft, wird man nämlich enttäuscht, er ist Ü 30, seine Persönlichkeit ist "ausgereift", natürlich kann er ein paar Sachen verändern aber er wird irgendwo trotzdem für immer der Gleiche bleiben. 
Du bist nicht verantwortlich für das Leben eines Ü30 jährigen !!! Lass ihn ziehen oder führe die Beziehung mit ihm fort, aber dann ohne sein Leben managen zu wollen. Er ist erwachsen.


 

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anonym123
05.02.22 um 11:26
In Antwort auf reign

Guten Morgen,
ich wende mich an euch, weil ich ein kleines/großes Problem habe. Mein Partner und ich sind beide über 30. Ich habe ihn letztes Jahr kennengelernt und Lieben gelernt. Jedoch gibt es einige Probleme. Es fällt mir immer wieder schwer seine Lebenseinstellung zu akzeptieren. Er kommt aus einem anderen "Haus" als ich. Ich stamme aus einer Unternehmer- Familie. Habe somit gelernt mit Geld umzugehen und dieses auch anzulegen. Dies ist bei ihm nicht der Fall. Er hat gerade mal so einen Hauptschulabschluss gemacht, ich habe studiert. Vor einigen Monaten hab ich ihn überredet mit ins Familienunternehmen einzusteigen, da er als Hilfsarbeiter wirklich wenig Geld verdient hat und auch gesundheitliche Schwierigkeiten hatte. Anfangs wollte er dies nicht, aber dann hat er doch zugestimmt. Dann haben wir Post bekommen mit einer Lohnpfändung und erfahren, dass er höher verschuldet ist (ü 30.000). Führerschein musste er wegen Drogen abgeben. Somit hab ich versucht ihn zu unterstützen, wir waren bei einer Insolvent- Beratung, haben uns mit der Führerscheinzentrale auseinandergesetzt etc. Das Problem ist, dass von ihm alleine nichts kommt, ich muss ihn immer wieder an die Hand nehmen und ihn daran erinnern. Nun ist es so, dass ich umziehen möchte (400km). Meine Familie ebenso, somit auch sein Job. Das Thema hatten wir vor einigen Monaten bereits, dort sagte er mir, dass er mit mir mitgehen würde. Jetzt wird es ernst, und er hat seine Meinung geändert. Mit der Begründung, "durch die aktuelle Situation (Insolvenz, Führerschein) möchte er nicht umziehen. Danach kam als Ausrede "aber meine Freunde sind hier". Ich persönlich hab gedacht, dass es das Beste für ihn wäre um sein Leben in den Griff zu bekommen. Er sagte mir mehrmals, dass er gerne Haus und Familie haben möchte. Nun haben wir die Gelegenheit ein Haus zu beziehen und er springt ab. Seine Freunde sind oberste Priorität. Seine Freunde sind 20-25 Jahre alte Säufer & Drogenabhängige. Somit kommt er aus seinem Kreis auch gar nicht raus. 

Ich würde ihm so gerne helfen, er redet auch immer, dass er all das nicht mehr möchte. Und wenn er dann die Chance hat etwas zu ändern, zieht er wortwörtlich den Schwanz ein. 

Jegliche Argumentation, die ich aufbringe, wird ignoriert. Ich bat ihn, es erstmal zu versuchen. Da er keine eigene Wohnung hat und auch viel frei hat (3 Wochen im Monat), hat er meineserachtens nicht viel zu verlieren wenn er es mal probiert, er  könnte ja in den freien Tagen auch mal seine Freunde besuchen fahren. Daraufhin kam nur "Ich bin ja nicht mobil, ich hänge dort fest. Du kannst da ja jederzeit weg". Daraufhin fragte ich, ob dies dann nicht die beste Möglichkeit wäre, sodass der Führerschein endlich gemacht wird. Wieder kam keine Antwort.

Ich bin am verzweifeln. Entweder, er belügt mich bzgl. seinen Zielen im Leben und der Tatsache das er sein Leben ändern möchte oder er ist zu sehr bereits in seiner Sucht gefangen?! 

Mich ärgert es auch etwas, weil auch meine Familie ihm helfen wollte. Meine Mutter musste ich regelrecht überreden, dass sie ihn anstellt. Und wenn er nicht mitzieht, sitzt er wieder da ohne alles.

Würdet ihr weiterhin "kämpfen" oder sollte ich ihn einfach ziehen lassen? Es wirkt auf mich als würde er nicht wirklich Hilfe wollen. Ich wäre sehr dankbar über eine sachliche Sichtweise, weil ich eben doch sehr emotional eingebunden bin diesbezüglich.

Liebe Grüße und schonmal ein herzliches Dankeschön.

Eine gesunde Beziehung wäre es, wenn er selber sagen würde ich will jetzt Insolvenz anmelden, ich informiere mich da mal, hilfst du mir bei den Anträgen und begleitest mich. 
Dann bist du für ihn da als Partnerin. 
Eine ungesunde Beziehung ist es, wenn Du sagst lass uns Insolvenzen für dich anmelden, ich mach mal einen Termin für dich, ich informiere mich. Dann bist du für ihn da als Sozialarbeiterin.

 

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reign
05.02.22 um 12:17
In Antwort auf anonym123

Eine gesunde Beziehung wäre es, wenn er selber sagen würde ich will jetzt Insolvenz anmelden, ich informiere mich da mal, hilfst du mir bei den Anträgen und begleitest mich. 
Dann bist du für ihn da als Partnerin. 
Eine ungesunde Beziehung ist es, wenn Du sagst lass uns Insolvenzen für dich anmelden, ich mach mal einen Termin für dich, ich informiere mich. Dann bist du für ihn da als Sozialarbeiterin.

 

Da hast du vollkommen Recht. Ich bin auch tatsächlich Sozialarbeiterin vom Beruf. Merke das auch ständig wieder, dass ich zu sehr in dieser Rolle bin. Ich hab ihm aber immer versucht die Freiheit zu lassen, weil ich ihm nicht alles aufdrängen möchte. Es ist bislang immer nen Vorschlag gewesen. Bei den meisten hat er eingewilligt, bei anderen nicht. Wie bei der Insolvenz, wir haben über Vor- und Nachteile gesprochen. Ich habe ihm gesagt, was ich an seiner Stelle machen würde, aber dennoch immer wieder klargestellt, dass es seine Entscheidung ist. Aber vllt war das auch von mir unbewusste Beeinflussung. Ich werde nun einfach abwarten. Hab ihm auch bereits gesagt, bzgl.  des Umzugs, dass ich ihn nicht überreden werde und seine Meinung entscheiden werden, aber gleichzeitig drum gebeten das er mit mir darüber offen kommuniziert. Hab auch manchmal das Gefühl, dass ich ein Kind an meiner Seite habe. 

Ich möchte, dass er glücklich ist. Nichts anderes. Ob mit mir oder ohne mich- möchte ihn ja auch nicht zu etwas zwingen.

Vllt. ist meine soziale Ader und meine Hilfe genau das Problem. 

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anonym123
05.02.22 um 13:03
In Antwort auf reign

Da hast du vollkommen Recht. Ich bin auch tatsächlich Sozialarbeiterin vom Beruf. Merke das auch ständig wieder, dass ich zu sehr in dieser Rolle bin. Ich hab ihm aber immer versucht die Freiheit zu lassen, weil ich ihm nicht alles aufdrängen möchte. Es ist bislang immer nen Vorschlag gewesen. Bei den meisten hat er eingewilligt, bei anderen nicht. Wie bei der Insolvenz, wir haben über Vor- und Nachteile gesprochen. Ich habe ihm gesagt, was ich an seiner Stelle machen würde, aber dennoch immer wieder klargestellt, dass es seine Entscheidung ist. Aber vllt war das auch von mir unbewusste Beeinflussung. Ich werde nun einfach abwarten. Hab ihm auch bereits gesagt, bzgl.  des Umzugs, dass ich ihn nicht überreden werde und seine Meinung entscheiden werden, aber gleichzeitig drum gebeten das er mit mir darüber offen kommuniziert. Hab auch manchmal das Gefühl, dass ich ein Kind an meiner Seite habe. 

Ich möchte, dass er glücklich ist. Nichts anderes. Ob mit mir oder ohne mich- möchte ihn ja auch nicht zu etwas zwingen.

Vllt. ist meine soziale Ader und meine Hilfe genau das Problem. 

Das gehört aber eigentlich schon nicht mehr in die Partnerschaft. 
Also ihm Vorschläge zu machen oder Vor- und Nachteile von der Insolvenz aufzuzählen etc. 
Klar, man kann darüber diskutieren, aber bei dir hört es sich eher nach einem Jugendlichen an, den du auf die richtige Bahn lenken willst, mit " Vor und Nachteilen". Aber das macht man doch nicht bei jemandem, der Ü30 ist.
Das ist dann auch keine Partnerschaft auf Augenhöhe. 
Auf Augenhöhe wäre es zu sagen:  Hey du hast Schulden, wir wollen ja irgendwann Familie, wie hast du vor die Schulden loszuwerden?
Die LÖSUNGEN solltest dann aber nicht DU für ihn suchen, sondern ER selber
( auch wenn Du dann natürlich für ihn da sein kannst )! 
Wenn er dann keine Lösungen sucht, dann weißt du, dass er einfach nicht verantworrungsbewusst ist und auch nicht bereit etwas zu ändern. 
Dann ist er auch nicht bereit für Verantwortung über Kinder, wenn er nicht mal Verantwortung für seine Probleme übernehmen möchte.


Bin übrigens auch in der Sozialarbeit, deshalb hats mich wahrscheinlich daran erinnert.

 

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anonym123
05.02.22 um 13:11
In Antwort auf reign

Da hast du vollkommen Recht. Ich bin auch tatsächlich Sozialarbeiterin vom Beruf. Merke das auch ständig wieder, dass ich zu sehr in dieser Rolle bin. Ich hab ihm aber immer versucht die Freiheit zu lassen, weil ich ihm nicht alles aufdrängen möchte. Es ist bislang immer nen Vorschlag gewesen. Bei den meisten hat er eingewilligt, bei anderen nicht. Wie bei der Insolvenz, wir haben über Vor- und Nachteile gesprochen. Ich habe ihm gesagt, was ich an seiner Stelle machen würde, aber dennoch immer wieder klargestellt, dass es seine Entscheidung ist. Aber vllt war das auch von mir unbewusste Beeinflussung. Ich werde nun einfach abwarten. Hab ihm auch bereits gesagt, bzgl.  des Umzugs, dass ich ihn nicht überreden werde und seine Meinung entscheiden werden, aber gleichzeitig drum gebeten das er mit mir darüber offen kommuniziert. Hab auch manchmal das Gefühl, dass ich ein Kind an meiner Seite habe. 

Ich möchte, dass er glücklich ist. Nichts anderes. Ob mit mir oder ohne mich- möchte ihn ja auch nicht zu etwas zwingen.

Vllt. ist meine soziale Ader und meine Hilfe genau das Problem. 

Bei dem Umzug denke ich übrigens, dass er Angst hat. Du wärst in der neuen Stadt sein einziger Lebensmittelpunkt, alle Freunde 400 km entfernt. Besonders für Männer ist das glaube ich schwierig, ihren ganzen Freundeskreis aufzugeben. Frauen machen das dann doch eher für den Mann ( denken da halt emotional und wenig rational).
Hier gibts ja auch gaaaanz viele Beiträge : für Partner umgezogen und unglücklich ... kannst ja mal lesen. 
Die Männer wollen dann aber meist keinen Kompromiss und wollen ihr Umfeld und ihre Freunde nicht verlassen. Als Student vielleicht noch eher, aber nicht mehr wenn man älter ist. Ich bin damals auch für meinen Ex zu ihm gezogen, er wäre niemals weg aus seinem sozialen Umfeld, wo er die Freunde teilweise schon seit der Kindheit kennt.

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reign
05.02.22 um 13:57
In Antwort auf anonym123

Das gehört aber eigentlich schon nicht mehr in die Partnerschaft. 
Also ihm Vorschläge zu machen oder Vor- und Nachteile von der Insolvenz aufzuzählen etc. 
Klar, man kann darüber diskutieren, aber bei dir hört es sich eher nach einem Jugendlichen an, den du auf die richtige Bahn lenken willst, mit " Vor und Nachteilen". Aber das macht man doch nicht bei jemandem, der Ü30 ist.
Das ist dann auch keine Partnerschaft auf Augenhöhe. 
Auf Augenhöhe wäre es zu sagen:  Hey du hast Schulden, wir wollen ja irgendwann Familie, wie hast du vor die Schulden loszuwerden?
Die LÖSUNGEN solltest dann aber nicht DU für ihn suchen, sondern ER selber
( auch wenn Du dann natürlich für ihn da sein kannst )! 
Wenn er dann keine Lösungen sucht, dann weißt du, dass er einfach nicht verantworrungsbewusst ist und auch nicht bereit etwas zu ändern. 
Dann ist er auch nicht bereit für Verantwortung über Kinder, wenn er nicht mal Verantwortung für seine Probleme übernehmen möchte.


Bin übrigens auch in der Sozialarbeit, deshalb hats mich wahrscheinlich daran erinnert.

 

Ja, ich fühle mich auch wirklich so als hätte ich manchmal ein Kind an meiner Seite. Verantwortungsbewusstsein ist tatsächlich nur geringfügig vorhanden. Er hat bereits ein Kind- aber darum kümmern tut er sich auch nicht wirklich. Ich glaube, dass man wirklich zu verschieden ist und andere Ziele verfolgt. Wobei er mir damals erzählte er hätte die selben Ziele. Vermutlich möchte er diese aber erst im späteren Alter erreichen. Alles nicht so einfach, wenn die Kommunikation eingeschränkt ist.
Ich danke dir auf jeden Fall.

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sibila
05.02.22 um 14:36

Hallo,
mein "Kandidat" ist 50+. Ich habe so etwas ähnliches 4 Jahre mitgemacht. Ganz offen hat er mit mir nie gesprochen. Schnell habe ich gemerkt, dass er mit Geld nicht umgehen kann. Jetzt ist es so weit, dass ihm bald der Strom abgestellt wird. Ich bin umgezogen und werde ihn nicht mehr kontaktieren. Sollte er sich wegen Wohnungsproblemen bei mir melden, werde ich ihn fragen, wieviel er bereit ist zu zahlen.
Mein Fazit:
Ein Zusammenleben mit ihm kommt für mich nicht in Frage. Ich glaube, dass solche Menschen ganz tief unten sein müssen um zu erkennen, dass sie selbst etwas ändern müssen, sprich einsehen müssen, dass sie therapeutische Hilfe benötigen.

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beria89
beria89
05.02.22 um 15:55

Hi,
Sorry, aber was liegt dir an dem Kerl? Der muss entweder aussehen wie Dwayne The Rock Johnson oder hat nen unheimlich großen *****. Falls die Story stimmt, die du hier schilderst, dann solltest du kurzen Prozess machen und Schluss machen. Solche Menschen hören und lernen nicht und tun auf dauer nicht gut.
Kannst mir später danken!

Lg Beria

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