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Ist mein freund ein choleriker?

22. März 2008 um 18:11

hallo schwestern.

die ueberschrift an und fuer sich wird bei einigen ein augenverdrehen hervorrufen. "wieder nur so ein beitrag!" und sogar ich, beim schreiben, fuehle mich wie eine "weitere" aus dem club "die schwachen, die es nicht schaffen loszulassen".

dabei fing alles so 'normal' an. erste grosse liebe mit 21. alles war wunderschoen und wir dachten, wir koennen alles schaffen. nach drei tagen das erste 'ich liebe dich!' nach drei wochen zog er bei meinen eltern und mir ein. wir waren uns sicher, dass wir uns fuer die ewigkeit gehoeren. er hat mir seine welt gezeigt (er ist ein 'einfacher' typ.) und ich ihm meine. (haette abi machen koennen, lese gerne, mag sprachen.) nach etwa einem jahr hatten wir unsere erste wohnung. der erste hund wurde angeschafft, ein zweiter vor'm ermorden gerettet. zu diesem zeitpunkt entschlossen wir uns, ein haus zu bauen. die krisen und streits kamen, gingen aber auch wieder. ich gab dem stress und dem druck die schuld an seinen launen. wir entschieden uns fuer ein ausbauhaus. hatten kaum hilfe, ausser meinen vater, der ab und zu vorbeikam. im grunde genommen baute er das haus komplett alleine aus. ich war fuer ihn mehr der handlanger, als alles andere, da nicht zuletzt die koerperliche kraft fehlte. er wechselte ein paar mal die jobs und befindet sich momentan in einen, der ihn nicht im geringsten ausfuellt. die wutausbrueche haeuften sich. jede kleinigkeit nahm er als anlass auszuflippen. mittlerweile ist es schon so schlimm, dass die hunde wasser lassen, wenn er auch nur die stimme erhebt. ich bin bis gestern immer mehr oder weniger damit 'zurecht' gekommen. wenn er gebruellt hat, liess ich ihn bruellen. stellte auf durchzug. ich schob es eine weile auf sein sternzeichen. komisch oder? er ist skorpion und die sind ja bekanntlich mit vorsicht zu geniessen. seit gestern ist diese 'ausrede' jedoch fuer mich gestorben. wir sassen am fruehstueckstisch und assen zum ersten mal seit 7 jahren frischkaese! ich beobachtete ihn, wie er erst butter auf sein brot schmierte und dann den frischkaese. ich erwaehnte lediglich, dass man, wenn man frischkaese als brotaufstrich hat, doch eigentlich keine butter braucht. und ich schwoere euch, ich habe das wirklich nur so fuer mich gesagt. ohne einen unterton oder einen komischen, zynischen 'einspar-blick'. er guckte mich an und schmiss mir die stulle an mein oberteil. danach fing er fuerchterlich an zu schreien, nannte mich "stueck scheisse" und ich koennte doch mal zur abwechslung einfach "das maul halten". ich sass da und waehrend ich noch dachte, dass ich traeume, fing er an, den tisch 'abzuraeumen'. es polterte und kleckerte nur alles so vor sich hin. er bruellte weiter und ich verkniff mir die traenen. es war der blanke horror, weil ich ihn so nicht im geringsten kannte. rumzetern, ja, aber so eine behandlung kannte ich weder von zu hause, noch von ihm. ich hatte immer nur den abdruck vom frischkaese auf meinem oberteil vor augen und die worte "stueck scheisse" in den ohren. ich habe gehofft, dass es ein traum war, dem war aber leider nicht so. irgendwann ging er ins schlafzimmer. ich stand auf und putzte mir die nase. er bruellte von hinten, dass, wenn einer grund zum heulen haette, er das sei. ich zog meine schmutzigen sachen aus, holte mir neue und zog mich um. dann ging ich wieder ins schlafzimmer und fing an, eine kleine tasche zu packen. er schaute so lange fern und legte mir dann noch verschiedene sachen aufs bett. eine jacke und hausschuhe. als ich gehen wollte, stellte er sich mir in den weg. er hatte wieder seine normale temperatur erreicht und versuchte mich in den arm zu nehmen. er meinte dann zu mir, mit dem tenor, dass ich eine gross-schuld tragen wuerde, dass er angst hat, ich wuerde mich wie meine mutter entwickeln. (sie ist der liebste mensch der welt und will immer nur das beste fuer alle, gibt daher immer wieder ratschlaege, wie man was 'besser' machen kann, 'mutter' eben.) er sagt, dass er nicht will, dass ich so werde und dass er mir das schon desoefteren gesagt haette. nun hofft er, dass ich es 'endlich mal begriffen habe'. den restlichen tag ueber fragte er mich immer wieder, ob nun alle ok sei. ich antwortete dann immer, dass das ja mit einem normalen streit nicht vergleichbar war. er blieb auf seinem standpunkt, dass ich, auch wenn es noch so schlimm war, schuld daran war.

wie wuerdet ihr in zukunft damit / mit ihm umgehen?

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22. März 2008 um 19:36

EIN AGGRESSIVER UND CHOLERISCHER Mann ist ein hohes Sicherheitsrisiko
Absolut richtig. Das wird nicht besser, höchstens schlimmer. Irgendwann kommen noch Kinder dazu, was noch viel mehr Stress ist als ein Hausbau, und der Absprung wird ungleich schwieriger. Jemanden die Agression abzugewöhnen, ist aussichtslos.

Btw.: bin auch Skorpion, aber wohl eher ein untypischer (glaub eh nicht an sowas). Frauen geh ich wohl eher auf die Nerven, weil ich zu ruhig bin und man mit mir offenbar nicht streiten kann. Auch nicht immer besser...

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23. März 2008 um 1:11

Oh oh..
...geh` bevor es zu spaet ist.
Oder bleibe solange Du es noch wirklich ertragen kannst,
und er doch evtl. einsichtig ist?
Mein 1.Mann ist auch Skorpion, doch ja, man konnte nicht wirklich streiten.
Er hat Mist gemacht, ich habe mich aufgeregt, bin gegangen.
Er hat mich zurueckgeholt.
Ueber Jahre, 2 Kinder, und erst als die Kids da waren,
da habe ich den Mist nicht mehr mitgemacht.
Doch soweit brauchst du es nicht kommen zu lassen.
Nimm` die Hunde und weg.
Gehoert Euch das Haus haelftig?
Wenn er so reagiert, so werdet ihr vielleicht auch keine guetig Einigung
erwirtschaften.

Alles alles Gute,
bleib` ruhig und mach ein Selbstverteidigungskurs, sicher ist sicher.
Versuche mit ihm zu reden, oder schlag` ein Gespraech mit Dritten vor.

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23. März 2008 um 8:03

Ich arbeite...
... seit etwa fuenf jahren im kundendienst einer grossen internetfirma.

wollte mich natuerlich auch noch fuer alle antworten bedanken!

ich haette mir nie vorstellen koennen, dass es mir auch mal so gehen wird und ich sage: "er kann doch auch so lieb sein!". damals dachte ich mir immer: 'mensch, lass den und hau' ab!', aber heute merke ich am eigenen leid, wie schwer das ist, weil es ja wirklich eben nur phasen sind. frueher waren sie auch besser abschaetzbar. ich wusste zum beispiel, wenn ein hund was kaputt gemacht hat, dass es gleich ein donnerwetter gibt oder aber an tag, an denen er seinen dienstplan fuer den kommenden monat bekommt, genau das gleiche. habe es aber, wie schon erwaehnt, in den sieben jahren noch nie erlebt, dass er seine wut gegen mich richtet. das war ein schock hoch zehn.

es ist auch immer leicht geraten, dass man gehen soll... die naechsten fragen waeren dann 'wohin?', 'wie lange?' und 'wie geht es weiter?'.

ihr erlebt mich ratlos. :|

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23. März 2008 um 13:32

Es ist schwerig,
denn einerseits wirst Du in der Zukunft von Ausbrüchen dieser Art nicht gefeilt sein, und andererseits kann sein Verhalten krankhaft sein.

Ich rate Euch auf jeden Fall, zu einer Beratungsstelle zu gehen. Er sollte eine Therapie machen, wenn nicht, dann kann es ein böses Ende nehmen. Nach Gewaltexzessen tut es ihm immer leid, aber davon kannst Du dir nichts kaufen.

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23. März 2008 um 23:06

Hallo!
Ich fühle mit Dir! Dein Text könnte glatt von mir sein!

Bin genau in der gleichen Situation, 8 Jahre ein Paar, er hatte mehrere Jobwechsel, ich arbeite seit vielen Jahren in der selben Firma.
Er rastet aus, ich bin schuld. Es sind u.a. Teller, Tassen, ein Tisch, ein Sideboard und eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen. Geschlagen hat er mich nie.
Und nach jedem Streit bist Du diejenige, die ihn zum Ausrasten gebracht hat, nicht wahr?
Und dann verhält er sich eine ganze Weile wieder normal und will es gut machen. Das Problem ist, in dem Moment denkst Du es wird alles wieder gut.
So wie früher, ihr seid schon so lange zusammen.

Aber, jemand der so ausflippt hat keinen Respekt mehr. Und in dem Moment in dem Du geblieben bist, wusste er okay, die bleibt trotzdem bei mir.

Ich kann mich auch nicht so einfach trennen, obwohl ich weiß, daß ich es sollte. Aber ich werde bei seinem nächsten Ausraster erstmal zu meinen Eltern gehen.
Und dann sehe ich ja, wie es ist ohne ihn.

Ich wünsche Dir viel Kraft!




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