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Ist mein Freund alkoholkrank?

28. März 2008 um 15:12

Hallo zusammen,

ich wohn jetzt etwa 6 Monate mit meinem Freund zusammen. Ich bin mir sicher, dieser ist der Mann fürs Leben. Wir haben so viel gemeinsam. So viele Pläne. Aber die Sache mit dem Alkohol zerstört zunehmend alles. Zur Zeit habe ich das Gefühl, dass mich diese Sache zermürbt. Ich weiß nicht, wie gefährdet mein Freund tatsächlich ist und was ich tun kann.

Er trinkt täglich ca. 3 Flaschen Bier, dass mag nicht so sehr viel sein, aber es ist eben täglich. Es gab auch mal Tage wo er gar nichts getrunken hat. Früher waren es sogar schon etwa 10 Bier an einem Abend. Bevor er seine Diagnose Leberzirrhose diagnostiert bekam. Der Arzt vermutet, da er über mehrere Jahre, Antidepressiva eingenommen hat, die Leberzirrhose entstanden ist. Seitdem ist es zwar schon besser geworden, aber halt eben nicht (für mich) zufriedenstellend.

Tagsüber trinkt er nicht, er geht ja arbeiten. Er selbst ist natürlich der Meinung das er kein Problem hat. Er sieht das so um sich "vom Arbeitsstress zu erholen und abzuschalten". Bei geselligen Abenden ist es weitaus mehr, nie Hochprozentiges, aber so viel Bier, bis er im sitzen einschläft. Wenn er trinkt, bleibt er mir gegenüber sehr liebevoll. Er wird nie aggressiv! Bei seinen Freunden ist der Alkohol sehr wichtig; absolut notwendig, wenn man zusammen ist.

Was Alkoholprobleme angeht habe ich schon einiges hinter mir, die ich in meiner Kindheit erfahren dürfte...

Er findet das alles nicht so schlimm. Er trinkt halt gerne Bier und meint er wäre bestimmt nicht alkoholgefährdet.

Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll. Einerseits liebe ich ihn und wir haben viele gemeinsame Interessen und gehen sehr liebevoll miteinander um, andererseits macht mich dieses Trinken fertig, es belastet mich, ich habe Angst um ihn. Wer kann mir einen Rat geben, was ich tun könnte, um unsere Beziehung zu retten, wohin ich mich wenden könnte, um Hilfe auch für mich zu erhalten.

Jede Diskussion über dieses Thema ist sinnlos und endet im Streit. Ich will ihn nicht verlieren, ich möchte nicht, dass er sich vor mir zurückzieht wenn ich ihn mit diesem thema konfrontiere.Alkoholkrank zu sein mache ich nicht fest an der Alkoholmenge, sondern daran, dass er es nicht lassen kann,man kann schnell die Kontrolle über den Alkoholkonsum verlieren.

Und wie gesagt, er trinkt manchmal mehr mal weniger. Kann ja auch sein, dass er vlt. ein sogenannter Quartalstrinker ist...?! Die Tage wo er mal nichts getrunken hat, seitdem wir zusammen wohnen, kann man wirklich an der Hand abzählen.

Jede Diskussion über dieses Thema ist sinnlos und endet im Streit. Ich will ihn nicht verlieren, ich möchte nicht, dass er sich vor mir zurückzieht wenn ich ihn mit diesem thema konfrontiere.

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28. März 2008 um 22:54

Hi
mir geht es genauso, trinken ist einfach männersachen die machen das gernezur entspannung. warum sol eine familie kranken daran ne glaube ich nciht. irgendwann kommt schon der punkt und er bessert sich mal sogar mein kumpel der täglich echt 20 bier getrunken hat über bestimmt 30 jahre hat sich jetzt auf einen tag auf den anderen geändert hätte man nie gedacht also hoffnung. und auch den männern nicht alles verbieten. also verlassen ist ein blöder vorschlag wrüde ich nie machen

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28. März 2008 um 22:55
In Antwort auf era119

Hi
mir geht es genauso, trinken ist einfach männersachen die machen das gernezur entspannung. warum sol eine familie kranken daran ne glaube ich nciht. irgendwann kommt schon der punkt und er bessert sich mal sogar mein kumpel der täglich echt 20 bier getrunken hat über bestimmt 30 jahre hat sich jetzt auf einen tag auf den anderen geändert hätte man nie gedacht also hoffnung. und auch den männern nicht alles verbieten. also verlassen ist ein blöder vorschlag wrüde ich nie machen

Mein
partner sagt halt dann ich lass dir deine kosmetik und deine pille ist genauso ungesund und du lässt mir meine bierchen. und alle frauen tolerieren das. naja ich nehm jetzt antidepressiva weil ich so fertig bin hoffe dann geht es mir besser

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28. März 2008 um 23:21

Also fassen wir mal zusammen
-Er hat früher 10 Bier am Tag getrunken, hat Leberzirrhose und trinkt immer noch regelmäßig 3 Bier am Tag
- bei geselligen Abenden soviel Bier, daß er im sitzen einschläft
-Die Tage wo er nichts getrunken hat, seitdem Ihr zusammen wohnt kann man an der Hand abzählen
und er glaubt er hat KEIN Problem und jede Diskussion über dieses Thema ist sinnlos und endet im Streit ...
ER IST ALKOHOLIKER.
Du schreibst auch :
Was Alkoholprobleme angeht habe ich schon einiges hinter mir, die ich in meiner Kindheit erfahren dürfte...
-- ich nehme mal an das dies keine positiven Erfahrungen waren und du somit weist wie es ist mit einem Alkoholiker zusammenzuleben. Das Problem ist auch - der Alkoholkonsum steigt im Laufe der Jahre noch an - bis es zum Crash kommt - irgendwann. Positiv ist das er wenigstens im Suff nicht aggressiv wird. Bedenklich ist dass Du darüber mit ihm nicht reden kannst. Wenn er schon Leberzirrhose hat, sollte er absolut ohne Alkohol leben und es ist ihm (scheinbar) egal, dass Du ihn liebst, mit ihm Pläne hast und ihn nicht verlieren willst. Was er macht ist lebensgefährlich.
Du hast eigentlich nicht viele Möglichkeiten:
1. Nichts tuen und zusehen wie er sich evtl. zugrunde richtet und Ihn so akzeptieren wie er ist (das beinhaltet natürlich permanentes Konfliktpotential und wird im Laufe der Jahre noch schlimmer wenn die Liebe nicht mehr so frisch ist) oder
2. Ihm klipp und klar sagen, dass Du so nicht mit Ihm Leben willst und eine Familie gründen kannst. Damit gefährdest Du natürlich die Partnerschaft - das ist klar. Aber wenn er Dich liebt und Dich nicht verlieren will, wird er sich ändern können.
Entschuldigung für meine deutlichen Worte.

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30. März 2008 um 14:46

So ein quatsch
es gibt so viele die zb antidepressiva nehmen , da müsste man erstmal bei der sucht eingreifen. aber bei ein paar gläschen alkohol wird gemotzt. so ein quatsch, Sein konsum ist auch nicht viel und es sind halt männer.

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31. März 2008 um 0:35

Puh..
...nicht gerade die konstruktivsten Beiträge bis jetzt!
Ich kann den Schmerz gut verstehen, wenn man sieht, wie der, den man liebt, sich selber zerstört.
Eine Bekannte von mir hat ihrem Freund ganz einfach mit Trennung gedroht, wenn das mit dem Trinken nicht aufhört.
Er hat sich seitdem erheblich stabilisiert. Auch das Kind, was sie inzwischen bekommen haben, hat aus ihm einen erstaunlich netten und verträglichen Menschen gemacht.
Heimlich trinkt er natürlich doch noch mehr, als sie denkt. Aber er hat auch schon eine Warnung vom Arzt, die wohl einiges bewirkt hat.
Die neue Familie hat ihn echt stabilisiert, weil sie seinen Willen zum Weiterleben und gut Funktionieren wachhält.
Wenn Du nicht mehr mit ihm darüber reden kannst, ist er definitiv abhängig.
Also hilft wohl nur noch eins: Ein heilsamer Schock. Hängt davon ab, wieviel ihm an Dir liegt.
Viel Glück!!!

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28. Juni 2008 um 19:53

"Ist mein Freund alkoholkrank?"
Hallo Salitos,

bin zufällig auf deinen Beitrag gestossen.

Habe so ziemlich das gleiche Problem wie du.
Bei mir ist es so, daß mein Mann unter der Woche gar kein Alkohol trinkt. Dies passiert konstant an den Wochenenden zu verschiedenen Anlässen. (Im Urlaub kann es auch vorkommen, daß unter der Woche getrunken wird)
Ob das ein Essen mit der Fussballmannschaft ist, oder jemand hat Geburtstag. Dann ist mal wieder ein Fussball-TV Tag dran oder ein Tunier. Ich könnte hier unzählige Anlässe aufzählen.
Aber, mir ist bewußt, wenn man trinken möchte, gibt es immer einen Anlass.

Er trinkt regelmäßig Freitags und auch Samstags seine 8 - 10 Biere oder auch mal 15 Stück. Ich zähle nicht mehr mit.
Früher war es nur Samstags, jetzt mittlerweile merke ich seinen Drang auch Freitags.
Mein Mann ist lieb und nett zu mir, er ist nicht agressiv. Im Gegenteil. Hat er einen gewissen Alkohol-Pegel, ist er bedeutend anhänglicher als im nüchternen Zustand.
Er geht regelmäßig arbeiten und hilft mir auch bei den Hausarbeiten (bin berufstätig).
Theoretisch könnte ich mich eigentlich nicht beklagen, da er immer kuckt, daß alles geregelt ist. Allerdings teilen wir so gut wie keine gemeinsamen Interessen und sind von unseren Lebenseinstellungen grundverschieden. Auch ist er ein totaler Kumpeltyp. Ruft einer, springt er. Ruft keiner, geht er trotzdem zu den Kumpels. Das schlimme ist, die sind genau wie er.

So und jetzt habe ich mir auch mal überlegt, ist mein Mann eigentlich Alkoholkrank oder nicht?
Ich habe für mich meine Antwort gefunden. Er ist es, und ich bin Co.

Mein Mann trinkt seit seinem 15 Lebensjahr und ist mittlerweile Mitte 50. Mein Mann kann keine Pause die länger als 2 Wochen dauert einlegen. Er fängt dann regelrecht an zu zittern. Ich merke es, er streitet es ab.
Er will nicht aufhören und ich kämpfe nunmehr mit mir, mich doch von ihm zu lösen.
Anfangs hab ich das Problem nicht so erkannt, da ich mit Alkohol in der Familie verschont blieb. Auch wollte ich ihn immer ändern und war tatsächlich in der Hoffnung, ich könnte ihn ändern.
Das geht aber nicht. Diese Überzeugung hab ich jetzt.

Ich war und bin noch bei meinem Mann, weil ich ihn als Mensch wirklich liebe. Nur mit Alkohol... kann ich ihn auch hassen.
Ich selbst leide sehr unter dieser Situation, bin aber auch fähig, mein eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Mein Mann gibt vor, nicht darunter zu leiden. Er findet es nicht schlimm und irgendwie gefällt ihm dieses Leben.
Ich bin mir auf jeden Fall bewußt, solange er nicht das Ruder rumreißt, werden wir keine Chance haben, da heil rauszukommen.

Ich bin machtlos.






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28. Juni 2008 um 20:13

Ein sehr liebevoller beitrag,
der zeigt, wie sehr du dich sorgst und wie sehr du deinen freund liebst.

Mein vater ist selber alkoholiker, seit 21 jahren trocken!

ich weiß also, wie es ist, co-abhängig zu sein - allerdings war ich erst 12, als er schon trocken war und habe das alles (im gegensatz zu mama und geschwistern) aus kindlicher perspektive wahr genommen.

Hier im forum kannst du dich austauschen, wirst aber wirkliche hilfe am besten bei thearapeuten, anonymen alkoholikern oder dem kreuzbund finden. Dort arbeiten betroffene, die können dich fachmännisch unterstützen. Und diese hilfe benötigst du/ihr auf jeden fall.

Fakt ist, dass etwas getan werden muss!

Du machst auf mich einen sehr mutigen, einfühlsamen und intelligenten eindruck und ich bin mir sicher, dass du deinem freund helfen kannst - ohne dass du daran zugrunde gehst... es muss nicht immer heißen, dass eine trennung die folge sein muss, um einen alkoholiker zu heilen. Es gibt auch andere wege. Und lass Dich hier nicht runterziehen.
Du packst das!!! Ihr packt das! Viel glück dabei!!!

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