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Ist Liebe denn bloß Chemie?

12. Juni 2007 um 22:41

Warum passiert einem das, dass man einen Menschen trifft, der einfach nur wunderbar ist, lieb, aufrichtig, gefühlvoll, intelligent, der die gleichen Ansichten hat, wie man selbst, der spitze zu einem passt und mit dem man eigentlich ein fantastisches Leben führen könnte, aber die verdammte Natur macht einem einen Strich dadurch: man ist einfach nicht verliebt. Man hat ihn gern aber man ist eben nicht verliebt, fühlt sich körperlich nicht angezogen, spürt kein Kribbeln. Und dann wiederum trifft man jemanden, der eigentlich übrhaupt nicht zu einem passt und von dem man weiß: mit dem kannste nicht glücklich werden, der hat ne andere Lebenseinstellung, ihm sind andere Dinge wichtig als mir etc., aber bei dem werden einem die Knie weich und das Herz klopft bis zum Hals. Was soll das? Warum gibts das? Kann man nichts dagegen tun? Liebe muss doch mehr sein als nur "Chemie"!Ich verzweifle!

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12. Juni 2007 um 23:04

'Verliebt' sein ist Chemie...
zu Lieben ist Vorsatz.

Gut, wenn beides zusammentrifft.

Aber eher nicht alltäglich.


asteus


P.S.: Verliebt sein ist wohl eher mit 'sehnendem Begehren' zu umschreiben ... udn hat wenig mit der 'Liebe' (Lub) der Dichter zu tun ...

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12. Juni 2007 um 23:14

Aber was ist dann die Konsequenz?
Ewig allein bleiben?
Mit jemandem zusammensein, wo es passt, auch wenn man nicht genug fühlt?
Sich auf jemanden einlassen, wo man genug fühlt, wo man aber weiß, dass es nicht klappt?

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13. Juni 2007 um 12:23

JA - Es ist nur Chemie...
...Liebe wird oft mit Verrliebstsein verwechselt



Bericht über das Verliebtsein:

In der Zeit des Verliebseins reagiert unser Körper mit der Ausschüttung von chemischen Botenstoffen und der Verknüpfung neuer neuronaler Verbindungen, die unseren Verstand benebeln und uns in einem Rausch von Glückszuständen versetzen. Alles dient von Seiten der Natur zur Erhaltung der Art. Doch früher oder später wurde von Seiten der Natur alles eingeleitet, was zur Paarung und Bindung erforderlich war, die Botenstoffe haben ihre Wirkung erzielt, der Nachwuchs ist gesichert, die Art bleibt erhalten. Was danach zum Erhalt der Art von Nöten ist, dass sind nicht mehr zwei durch den Rausch der Liebe benebelte Menschen, sondern zwei nüchtern und rational denkende Eltern, die sich nun mit wieder kühlen und klaren Kopf der Betreuung des Nachwuchses widmen. Um dieses zu gewährleisten, werden alle Botenstoffe spätestens nach einem Jahr wieder auf das Ausgangsniveau zurückgefahren.

Warum die Liebe blind macht

Ist man verliebt, hat man nur die positiven Seiten des menschlichen Gegenüber im Sinn -negative Eigenschaften werden dagegen geflissentlich unter den Tisch gekehrt. Britische Forscher konnten diese Alltagserfahrung nun neurobiologisch belegen. Sie fanden heraus, dass bei mütterlicher und partnerschaftlicher Liebe weitgehend die selben Gehirnregionen aktiv bzw. stillgelegt sind.

Wie Andreas Bartels und Semir Zeki vom University College London berichten, werden bei beiden Formen der Liebe gewisse Belohnungszentren im Gehirn aktiviert. Im Gegenzug werden auch jene Areale stillgelegt, die für die kritische Beurteilung von Personen verantwortlich sind.



Die rosa Brille der Verliebten ...

"Wenn man verliebt ist, beginnt man damit, sich selbst zu täuschen, und endet damit, andere zu täuschen. Das nennt die Welt Romantik", sinnierte Oscar Wilde zum Thema Liebe.

Auch wenn man das allzu nüchterne Resümee des britischen Romanciers nicht teilt, so stimmt eines ganz bestimmt: Der oder die Geliebte wird mit ganz anderen Augen wahrgenommen, als es bei den anderen Mitmenschen der Fall ist.

Zentren für soziale Kritk stillgelegt

Wie Bartels und Zeki herausfanden, haben die beiden Formen der Liebe noch eine Gemeinsamkeit. Beide Regungen führen auch zu einer Inaktivierung von bestimmten Gehirnregionen, die vor allem mit negativen Emotionen und kritischen sozialen Beurteilungen von Mitmenschen verbunden sind.

Liebes-Blindheit neurobiologisch erklärt

Sieht man von Details ab, dann löst Liebe im Gehirn also zwei Vorgänge aus: ein Plus an Wohlgefühl sowie ein Minus an Kritikvermögen. Dies sei erstens Ausdruck eines allgemeinen zweigleisigen Regulationsprinzips ("push-pull mechanism") und habe zweitens durchaus eine Funktion, schließen die britischen Hirnforscher.

Wenn man nämlich mit einer Person eng vertraut sei, dann sei es auch nicht mehr nötig, deren Persönlichkeit ständig neu zu beurteilen. Mit diesen Ergebnissen könne man nun auch in neurobiologischen Begriffen erklären, warum die "Liebe blind macht", so die beiden Forscher in ihrem Artikel.

DEM GANZEN STIMME ICH VOLL ZU

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13. Juni 2007 um 12:44

"Liebe"
Also zu "Liebe" gehört schon wesentlich mehr, auch gemeinsam lachen, tiefe Zuneigung, usw.

Aber "Verliebtheit" - das, was du so schön mit weichen Knien, Herzklopfen und sexueller Anziehungskraft umschreibst, wird durch Hormone und chemische Reaktionen im Körper gesteuert. Daher fühlt es sich eben auch so körperlich an. Was soll das? Der Mensch ist ja wie jedes andere Tier auf Paarung ausgerichtet. Diese chemischen Reaktionen sind ein ausgeklügeltes System um den passenden Partner zu finden. Genetisch passend, d.h. um gesunde Nachkommen zu zeugen. Da spielen ähnliche Interessen keine Rolle.

Hab auch schon gehört, dass Frauen, die die Pille einnehmen auf andere Typen stehen, als sie es ohne Hormoneinnahme täten. Hab ich selbst noch nicht getestet...

Kann man was machen? Nee. Wenn es ein Rezept gebe, um sich zu verlieben, wäre es doch langweilig.

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13. Juni 2007 um 13:53

Nun, junger Freund,
fast möchte ich wetten, dass du das mit 45 auch weniger stürmisch - und vor allem weniger absolut - betrachtest - falls das Alter 25 (wie angegeben) denn stimmt.

Aber es ist - so will mir scheinen - das Vorrecht der jungen Jahre, sich selbst in unfreiwilliger Hybris als das Mass der Dinge zu sehen.

(So etwas hat ausser mir sicher niemand gefühlt --- und Ähnliches --- kenn' ich ... )

Und nix anderes.

Nur zu, die Jahre werden vergehen ... und viel Glück dabei!

Bisweilen mag es sogar vorkommen, dass sich biologische Leidenschaft mit endogenem Willen paart. Aber - ich habe es ja schon geschrieben - selten ...


asteus

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