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Ist Fremdgehen wahrscheinlicher bei geringem Selbstwert?

7. November 2016 um 23:52 Letzte Antwort: 8. November 2016 um 22:36

Guten Abend Community!

Mich(m25) würden eure Meinungen zu den Gedanken & Sorgen die ich zu der Beziehung zu meiner Freundin habe interessieren. Ich skizziere das mal:


Sie(w24) steht auf ziemlich harten Sex. Das ist cool, mir gefällt das auch.
Es ist aber so, dass sie in der Vergangenheit vor mir sehr viele Affären und one night stands hatte, bei denen sie als Mensch von den meisten Typen kaum geschätzt wurde, und es nur um den Sex, -beziehungsweise präzieser- sie als Sexobjekt ging.
Sie selbst hat mir von Malen erzählt, bei denen sie sich danach "eklig" gefühlt hat, und gelegentlich weint sie nach unserem Sex, weil sie sich dadurch an vergangenen Sex erinnert wird, bei dem Sie "nicht auf sich und ihre Bedürfnisse geachtet hat".
Ich weiß zum Beispiel auch von einem Mal, bei dem sie einem Typen auf einer Clubtoilette einen geblasen hat. Ich finde das sehr entwürdigend.
Es wäre etwas Anderes, wenn ich oder ein anderer Exfreund das gewesen wären, weil das dann jemand gewesen wäre, der ihr nach der Sache noch emotional verpflichtet gewesen wäre, und nicht jemand, der sie einfach nur objektifiziert und benutzt hat.
Damit sind wir schon beim Kern des Problems- wie gesagt komme ich ihrem Wunsch nach dominiert werden gerne nach, weil es mir auch gefällt. Allerdings kann ich sie in dem Moment nur so behandeln und ihr gewisse Dinge antuen, weil ich weiß wie sehr ich sie liebe, und in allen anderen Momenten auf Händen tragen möchte.

Ich glaube, dass Sie einen relativ geringen Selbstwert hat, den sie früher mit den erwähnten one night stands kompensiert hat. Ich bin überzeugt davon, dass an one night stands die erfahrene Bestätigung wichtiger ist, als der Sex selbst.

Außerdem glaube ich das dieser geringe Selbstwert aufgrund irgendeines Kindheitstraumas -Freud lässt grüßen- manchmal in Selbsthass umschlägt, der sie dazu treibt sich zu so erniedrigenden Dingen herbzulassen.
Wenn sie das mit mir lustvoll, sich ihrer Selbst und meiner Liebe bewusst tun kann, ist das super. Ich vertraue ihrer Liebe und sie meiner, ich weiß das ich ihr sehr viel Halt gebe und sie weit davon entfernt ist unzufrieden zu sein.

Aber leider habe ich die große Befürchtung, das sie in einem bestimmt noch einmal auftrenden Moment des Selbsthasses, wahrscheinlich betrunken beim Feiern o.Ä. ihre eigenen Grenzen wieder ignoriert. Ich kann mir vorstellen, dass sie in einem weiteren Moment der Selbstvergessenheit besondere Lust daraus zieht, Dinge zu tun und mit sich tun zu lassen, von denen sie jetzt schon weiß, dass sie sie spätestens am Tag danach bereut und sich selbst dafür noch mehr hasst. Und ich glaube sie würde es, grade weil sie mich tatsächlich liebt und sich das bewaren will, auf jeden Fall heimlich tun.

Ich weiß jedenfalls, dass es mein Ego zum platzen bringen würde, wenn ich der naive und loyale Kuschelfreund wäre, auf dessen wiederaufpäppelnde Liebe und Fürsorge sie sich nach der ein- oder anderen heißen Nacht verlassen kann.

Ich glaube diese Zerrissenheit ist bei Frauen bzw. Menschen generell garnicht so selten verbreitet. Mich würden deshalb natürlich insbesondere die Meinungen von Frauen interessieren, die das kennen oder sich zumindest damit identifizieren können.

Abschließend noch ein kurzes, selbstreflektive Eingeständnis: Das das hier das Gedankengebäude eines Mannes ist, der selbst eigene Zweifel mit sich herrum trägt, ist sicherlich deutlich geworden und mir selbst durchaus bewusst.

Ich freue mich auf eure Antworten

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8. November 2016 um 0:46

Trophäen sammeln ist eine rastlose Beschäftigung, die dich, wenn erfolgreich, durch ihr bestätigendes Potential von der echten Auseinandersetzung mit dir selbst schützt. Vielleicht kommst du da ja noch hin wenn du gemerkt hast wie ermüdend es ist sich in dieses Fass ohne Boden zu stürzen.

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8. November 2016 um 1:00

ich gaukle mir was genau vor? du wirkst so eloquent, ich glaube deiner meinung sollte ich besonders gewicht geben...

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8. November 2016 um 1:01

nene, hast schon recht, mach nur

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8. November 2016 um 1:17

Ja, ich glaube an deinen Text ist viel wahres dran. Ich glaube zwar auch nicht, das alle Frauen die Fremdgehen oder viel Sex mit fremden Männern haben grundsätzlich ein Niedriges Selbstwertgefühl haben - aber diese Frauen fühlen sich nach dem Sex eben nicht schlecht.
es kann auch durchaus auch einen sexuellen Reiz haben, nur als "Spielzeug" betrachtet zu werden (ich fand das manchmal ganz angenehm, weil es so im Gegensatz zu meinem sonstigen Leben ist) - aber dann fühle ich mich danach eben nicht schlecht oder schmutzig.

Ich habe gerade keine Lust auf Beziehung - vor allem nicht mit einem Mann- darum ab und an mal so Sex. Mit Selbstbestätigung hat nix zu tun... Nüchtern betrachtet ist es für eine Frau, die halbwegs auf ihr Körperhygiene achtet wirklich nicht schwer einen Kerl ins Bett zu kriegen. Gerade wenn Alkohol im Spiel ist...  

Ich weiß aber, das viele das auch anders sehen und ich glaube auch, dass es Frauen gibt, die Sex zur Selbstbestätigung haben. Da das nicht so wirklich klappt, ist man dann unglücklich.

Aber man kann sich eben auch ändern. Die wahre Kunst ist eben nicht, jeden Abend einen anderen zu verführen, sondern jeden Abend die gleiche Person. . Ist geliebt zu werden nicht eine viel größere Bestätigung, als gef. zu werden?

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8. November 2016 um 11:21

Ich glaub du stehst nicht auf der Leitung, manche lesen hier nur die Hälfte, verstehen es falsch oder ordnen die Beteiligten falsch zu. 
Meine Meinung: entweder redest du mit ihr über deine Zweifel, bietest ihr Offenheit an. Oder sie/ihr schaut Richtung Therapie um die Ursachen dieses Verhaltens zu heilen

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8. November 2016 um 12:13

Ja, dem würde ich zustimmen. 

Wer er ständig rastlos auf der Suche nach ONS ist, egal ob diese gut oder schlecht sind (meistens eher schlecht, weil man sich nicht kennt und nur die eigene Befriedigung im Raum steht - für Frauen echt blöde, wenn er dann nach 5 Minuten fertig ist  , beim Sex IMMER auf Dominanz und Erniedrigung steht oder fremdgeht, statt seine Beziehung zu regeln, der hat schlichtweg ein Problem. Um sein eigenes Problem zu kaschieren/nicht spüren zu müssen, wird eben alles dran gesetzt doller/härter/mehr zu machen, als man das eigentlich selbst bräuchte. Aber es lenkt halt auch prima ab, bis das nächste Tief kommt.

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8. November 2016 um 22:29

Meinst du, dass "mehr Gelegenheiten" mit "öfter" korreliert? Bei Männern und Frauen gleichermaßen?

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8. November 2016 um 22:36
In Antwort auf ovidiu_12302941

Guten Abend Community!

Mich(m25) würden eure Meinungen zu den Gedanken & Sorgen die ich zu der Beziehung zu meiner Freundin habe interessieren. Ich skizziere das mal:


Sie(w24) steht auf ziemlich harten Sex. Das ist cool, mir gefällt das auch.
Es ist aber so, dass sie in der Vergangenheit vor mir sehr viele Affären und one night stands hatte, bei denen sie als Mensch von den meisten Typen kaum geschätzt wurde, und es nur um den Sex, -beziehungsweise präzieser- sie als Sexobjekt ging.
Sie selbst hat mir von Malen erzählt, bei denen sie sich danach "eklig" gefühlt hat, und gelegentlich weint sie nach unserem Sex, weil sie sich dadurch an vergangenen Sex erinnert wird, bei dem Sie "nicht auf sich und ihre Bedürfnisse geachtet hat".
Ich weiß zum Beispiel auch von einem Mal, bei dem sie einem Typen auf einer Clubtoilette einen geblasen hat. Ich finde das sehr entwürdigend.
Es wäre etwas Anderes, wenn ich oder ein anderer Exfreund das gewesen wären, weil das dann jemand gewesen wäre, der ihr nach der Sache noch emotional verpflichtet gewesen wäre, und nicht jemand, der sie einfach nur objektifiziert und benutzt hat.
Damit sind wir schon beim Kern des Problems- wie gesagt komme ich ihrem Wunsch nach dominiert werden gerne nach, weil es mir auch gefällt. Allerdings kann ich sie in dem Moment nur so behandeln und ihr gewisse Dinge antuen, weil ich weiß wie sehr ich sie liebe, und in allen anderen Momenten auf Händen tragen möchte.

Ich glaube, dass Sie einen relativ geringen Selbstwert hat, den sie früher mit den erwähnten one night stands kompensiert hat. Ich bin überzeugt davon, dass an one night stands die erfahrene Bestätigung wichtiger ist, als der Sex selbst.

Außerdem glaube ich das dieser geringe Selbstwert aufgrund irgendeines Kindheitstraumas -Freud lässt grüßen- manchmal in Selbsthass umschlägt, der sie dazu treibt sich zu so erniedrigenden Dingen herbzulassen.
Wenn sie das mit mir lustvoll, sich ihrer Selbst und meiner Liebe bewusst tun kann, ist das super. Ich vertraue ihrer Liebe und sie meiner, ich weiß das ich ihr sehr viel Halt gebe und sie weit davon entfernt ist unzufrieden zu sein.

Aber leider habe ich die große Befürchtung, das sie in einem bestimmt noch einmal auftrenden Moment des Selbsthasses, wahrscheinlich betrunken beim Feiern o.Ä. ihre eigenen Grenzen wieder ignoriert. Ich kann mir vorstellen, dass sie in einem weiteren Moment der Selbstvergessenheit besondere Lust daraus zieht, Dinge zu tun und mit sich tun zu lassen, von denen sie jetzt schon weiß, dass sie sie spätestens am Tag danach bereut und sich selbst dafür noch mehr hasst. Und ich glaube sie würde es, grade weil sie mich tatsächlich liebt und sich das bewaren will, auf jeden Fall heimlich tun.

Ich weiß jedenfalls, dass es mein Ego zum platzen bringen würde, wenn ich der naive und loyale Kuschelfreund wäre, auf dessen wiederaufpäppelnde Liebe und Fürsorge sie sich nach der ein- oder anderen heißen Nacht verlassen kann.

Ich glaube diese Zerrissenheit ist bei Frauen bzw. Menschen generell garnicht so selten verbreitet. Mich würden deshalb natürlich insbesondere die Meinungen von Frauen interessieren, die das kennen oder sich zumindest damit identifizieren können.

Abschließend noch ein kurzes, selbstreflektive Eingeständnis: Das das hier das Gedankengebäude eines Mannes ist, der selbst eigene Zweifel mit sich herrum trägt, ist sicherlich deutlich geworden und mir selbst durchaus bewusst.

Ich freue mich auf eure Antworten

Du ziehst dir Stiefel an die nicht deine sind.

Es ist irgendwie süß, dass du dir diese Gedanken machst, aber: Macht sie sich die auch?
Was ich sagen will: Du baust ziemliche Gedankenkonstrukte auf, überlegst über Ursache, Wirkung, Auswirkungen und die ganze Sache scheint für dich ein Problem darzustellen. Geht es ihr genauso?
Wenn nicht, wird sich ziemlich sicher nichts ändern.

Wenn du Recht hast mit deiner Annahme, dass sie diese ONS benutzt um Bestätigung zu bekommen die sie wegen anderen Dingen "braucht", warum sollte sie dann "hilft" ihr alles, was sie von Bestätigung unabhängig macht. Auf den Trichter muss sie aber selber kommen, das ist nicht dein Ding. Womit wir wieder bei den Schuhen wären.

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