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Ist es falsch alles richtig machen zu wollen?

Letzte Nachricht: 27. März 2010 um 22:43
27.03.10 um 18:41

Hi Zusammen,

möchte gerne mal eure Einschätzung haben zu folgendem Problem.

Ich hatte eine kurze 6wöchige Beziehung, die aber schon wieder vorbei ist, weil wir irgendwie keine Basis gefunden haben und auch die Kommunikation nicht passte.

Jetzt habe ich als "Feedback"- sofern man das so nennen kann- bekommen,
dass er immer den Eindruck hatte, dass ich extrem nervös war und regelrecht Angst vor Fehlern hatte, wenn wir zusammen waren.

Ich frage mich nun, ist es denn so falsch alles richtig machen zu wollen??

Teilweise hatte er mich auch mit manchen Sachen (z.B. Begrifflichkeiten, Kommunikationsmißverständnisse ) aufgezogen, die dann wirklich mal falsch gelaufen waren , so dass ich manchmal wirklich Angst hatte was falsch zu machen, was vielleicht auch zur Verkrampftheit beigetragen hat. Das kam dann schon ziemlich besserwisserisch rüber.

Irgendwie konnte ich nicht ich selbst sein.

Vielleicht liegt es auch an meinem perfektionistisch veranlagtem Naturell?

Wie seht ihr das? Ist es wirklich falsch, alles richtig machen zu wollen?
Was kann man grds. gegen solche Verkrampftheiten tun? Sind diese
Anfangs nicht immer vorhanden, wenn man sich kennenlernt und von seiner besten Seite zeigen will?

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27.03.10 um 18:50

Klar...
...so ein erzwungener perfektionismus wirkt kühl und distanziert.

gerade kleine fehler machen doch einen menschen erst einzigartig und liebenswert!

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27.03.10 um 18:55

...
"Sind diese Anfangs nicht immer vorhanden, wenn man sich kennenlernt und von seiner besten Seite zeigen will?"

Hältst du das wirklich für sinnvoll?
Genau aus diesem Grund hasse ich Date-Situationen... eben weil man sich irgendwie gut darstellen will, ist das schon wieder unauthentisch und gestellt.
Ich will nicht, dass sich jemand von irgendeiner Seite zeigt, ich will einen Menschen, mit dem ich bestenfalls mein Leben verbringen will, von ALLEN Seiten kennenlernen.

Ich will jemanden, der auch bei mir ist, wenn ich mal einen Fehler mache - und nicht dem Zwang unterliegen, alles richtig machen zu müssen, aus Angst, dass der Partner sonst gleich weg ist.

Und je früher man auch die Fehler des Partners kennt, weiß man auch, ob es Dinge sind, mit denen man auf Dauer klarkommt, oder ob es doch nichts wird.

Nichts ist beschissener als wenn man nach vielen Jahren (durch irgendeinen Zufall) draufkommt, dass der Partner irgendeine Seite an sich hat, die man nicht kennt, weil er sich dauernd verstellt hat.

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27.03.10 um 19:09
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Klar...
...so ein erzwungener perfektionismus wirkt kühl und distanziert.

gerade kleine fehler machen doch einen menschen erst einzigartig und liebenswert!

Wer alles...
... "richtig" machen will, wirkt einfach verklemmt und unsicher, weil er die Dinge eben nicht locker sieht, so wie es eben angemessen wäre.

Aus kleinen Fehlern wird dann ein Drama - das ist auf Dauer einfach anstrengend und man hat irgendwann keine Lust, den anderen ständig bei jeder Kleinigkeit aufzufangen und ihm zu sagen: Reg Dich doch nicht so tiereisch auf, Du musst Dich nicht schämen, ist doch nicht schlimm, ich mag Dich auch, wenn Dein Pony heut nicht richtig sitzt/ wenn Du Suppe auf Dein T-Shirt verkleckert hast/ wenn Du nämlich mit h geschrieben hast - um es mal überspitzt auszudrücken. Aber genauso kommt es an, wenn jemand ständig einen auf perfekt macht und für ihn die Welt untergeht, wenn er sich mal "blamiert"...

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27.03.10 um 19:15

Hmm
ich zähle wohl auch zu der Sorte, die sich selbst keine Fehler "gönnt" Ja ich würde sogar sagen,daß ich in manchen Dingen perfektionistisch bin...besonders bei der Arbeit. Ich fühle mich auch nervös und unsicher, wenn ich z.B. bei manchen Dingen nicht mitreden kann oder so. Bin dann auch nervös und verheddere mich manchmal
Aber es stimmt schon, es ist angenehmer mit Menschen zusammen zu sein, die auch mal Fehler machen und auch bei einem selbst die Fehler nicht so dramatisch sehen, wie man selbst. Kommt wohl von der Erziehung her irgendwie, daß man perfektionistisch ist. Es hat aber alles immer 2 Seiten...Perfektionisten sind nicht nur schlecht...die geben sich oft so lange Mühe, bis dies oder jenes klappt, sind genauer und gewissenhafter, was z.B. im Beruf Vorteile haben kann. Zwischenmenschlich kann es aber den anderen vielelicht nerven, alles so genau machen zu wollen
Ich kann Dich gut verstehen, wenn DU Dich so gibst, wie beschrieben. Aber ich denke, daß es nichts damit zu tun hat, es jedem Recht machen zu wollen, nur weil man dies oder jenes richtig machen will. Wobei das ja auch wiederum Ansichtssache ist
Kannst Du denn über Dich und Deine Fehler, die mal passieren, lachen? Manches ist mir peinlich, aber ich kann auch über manche Ungeschicktheiten meinerseits lachen

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27.03.10 um 19:17
In Antwort auf

...
"Sind diese Anfangs nicht immer vorhanden, wenn man sich kennenlernt und von seiner besten Seite zeigen will?"

Hältst du das wirklich für sinnvoll?
Genau aus diesem Grund hasse ich Date-Situationen... eben weil man sich irgendwie gut darstellen will, ist das schon wieder unauthentisch und gestellt.
Ich will nicht, dass sich jemand von irgendeiner Seite zeigt, ich will einen Menschen, mit dem ich bestenfalls mein Leben verbringen will, von ALLEN Seiten kennenlernen.

Ich will jemanden, der auch bei mir ist, wenn ich mal einen Fehler mache - und nicht dem Zwang unterliegen, alles richtig machen zu müssen, aus Angst, dass der Partner sonst gleich weg ist.

Und je früher man auch die Fehler des Partners kennt, weiß man auch, ob es Dinge sind, mit denen man auf Dauer klarkommt, oder ob es doch nichts wird.

Nichts ist beschissener als wenn man nach vielen Jahren (durch irgendeinen Zufall) draufkommt, dass der Partner irgendeine Seite an sich hat, die man nicht kennt, weil er sich dauernd verstellt hat.

Ja sehe ich grds. auch so...
aber ich denke dass doch jeder bei den ersten Treffen, sich gut darstellt und nicht gleich seine
zickige, launische, pessimistische, geizige oder sonst was negative Seite rauskehrt.

Und ich denke auf Dauer kann und will man sich natürlich nicht so verstellen, wenn man ernsthaft an dem anderen interessiert ist.

Klar möchte ich auch, dass mein Partner zu mir steht wenn ich mal einen Fehler mache, aber ich denke oft kommt es in der heutigen "Wegwerfgesellschaft" doch schon gar nicht mehr dazu, dass man überhaupt die Chance kriegt , sich ernsthaft kennenzulernen, wenn man direkt in irgendeinem "Punkt negativ auffällt"







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27.03.10 um 19:22
In Antwort auf

Hmm
ich zähle wohl auch zu der Sorte, die sich selbst keine Fehler "gönnt" Ja ich würde sogar sagen,daß ich in manchen Dingen perfektionistisch bin...besonders bei der Arbeit. Ich fühle mich auch nervös und unsicher, wenn ich z.B. bei manchen Dingen nicht mitreden kann oder so. Bin dann auch nervös und verheddere mich manchmal
Aber es stimmt schon, es ist angenehmer mit Menschen zusammen zu sein, die auch mal Fehler machen und auch bei einem selbst die Fehler nicht so dramatisch sehen, wie man selbst. Kommt wohl von der Erziehung her irgendwie, daß man perfektionistisch ist. Es hat aber alles immer 2 Seiten...Perfektionisten sind nicht nur schlecht...die geben sich oft so lange Mühe, bis dies oder jenes klappt, sind genauer und gewissenhafter, was z.B. im Beruf Vorteile haben kann. Zwischenmenschlich kann es aber den anderen vielelicht nerven, alles so genau machen zu wollen
Ich kann Dich gut verstehen, wenn DU Dich so gibst, wie beschrieben. Aber ich denke, daß es nichts damit zu tun hat, es jedem Recht machen zu wollen, nur weil man dies oder jenes richtig machen will. Wobei das ja auch wiederum Ansichtssache ist
Kannst Du denn über Dich und Deine Fehler, die mal passieren, lachen? Manches ist mir peinlich, aber ich kann auch über manche Ungeschicktheiten meinerseits lachen

Sicher...
Grds. kann ich sicherlich über meine Fehler lachen und habe auch kein Problem damit auch Fehler zuzugeben.

Aber es kommt auch immer auf die Art an wie diese Fehler angesprochen werden.
Und bei ihm hatte ich immer das Gefühl, dass sie besserwisserisch bzw. oberlehrerhaft angesprochen wurden und ich mir wie ein dummes Kind vorkam!

Und das fühlt sich natürlich nicht gut an.


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27.03.10 um 19:26
In Antwort auf

Ja sehe ich grds. auch so...
aber ich denke dass doch jeder bei den ersten Treffen, sich gut darstellt und nicht gleich seine
zickige, launische, pessimistische, geizige oder sonst was negative Seite rauskehrt.

Und ich denke auf Dauer kann und will man sich natürlich nicht so verstellen, wenn man ernsthaft an dem anderen interessiert ist.

Klar möchte ich auch, dass mein Partner zu mir steht wenn ich mal einen Fehler mache, aber ich denke oft kommt es in der heutigen "Wegwerfgesellschaft" doch schon gar nicht mehr dazu, dass man überhaupt die Chance kriegt , sich ernsthaft kennenzulernen, wenn man direkt in irgendeinem "Punkt negativ auffällt"







...
Ich meine ja auch nicht, dass man extra zickig oder sonstwas ist - das wär ja dann auch nur Schauspielerei.

Aber dass man einfach das tut, wonach einem ist... ohne sich vorher groß zu überlegen, ob das dem anderen nun gefällt oder nicht. Ich mag diese Gefallsucht nicht...

Deshalb lasse ich mich auch niemals auf Dates oder sonstige extra Beziehungsanbahnungsanlässe ein... weil man da immer nur eine extra aufgesetzte Fassade eines Menschen zu sehen bekommt.

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27.03.10 um 19:26
In Antwort auf

Wer alles...
... "richtig" machen will, wirkt einfach verklemmt und unsicher, weil er die Dinge eben nicht locker sieht, so wie es eben angemessen wäre.

Aus kleinen Fehlern wird dann ein Drama - das ist auf Dauer einfach anstrengend und man hat irgendwann keine Lust, den anderen ständig bei jeder Kleinigkeit aufzufangen und ihm zu sagen: Reg Dich doch nicht so tiereisch auf, Du musst Dich nicht schämen, ist doch nicht schlimm, ich mag Dich auch, wenn Dein Pony heut nicht richtig sitzt/ wenn Du Suppe auf Dein T-Shirt verkleckert hast/ wenn Du nämlich mit h geschrieben hast - um es mal überspitzt auszudrücken. Aber genauso kommt es an, wenn jemand ständig einen auf perfekt macht und für ihn die Welt untergeht, wenn er sich mal "blamiert"...

Ja das stimmt
aber am meisten ärgert derjenige sich über sich selbst. Man kannd as nicht so einfach abstellen, wie jede andere Eigenschaft auch. Doch man kann an sich arbeiten, um eben lockerer zu werden und nicht alles ganz so verbissen zu sehen. Aber das ist imemr Situationsbedingt. Hängt auch mit Selbstbewußtsein udn Selbtswertgefühl zusammen. Einem Menschen, der so erzogen ist, daß er ein gesundes Selbstbewußtsein hat, wird so schnell nichts peinlich sein...es gibt aber auch die anderen Extreme, nämlich solche Leute, denne alles egal ist, die zu locker sind und auf nichts groß Wert legen und einen Fehler nach dem anderen amchen, sich dies aber nicht eingestehen, da sie ja eh fehlerlos sind.

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27.03.10 um 19:33
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Sicher...
Grds. kann ich sicherlich über meine Fehler lachen und habe auch kein Problem damit auch Fehler zuzugeben.

Aber es kommt auch immer auf die Art an wie diese Fehler angesprochen werden.
Und bei ihm hatte ich immer das Gefühl, dass sie besserwisserisch bzw. oberlehrerhaft angesprochen wurden und ich mir wie ein dummes Kind vorkam!

Und das fühlt sich natürlich nicht gut an.


Dann
war er vielelicht ein Besserwisser, der vielleicht überzeugt ist, selber fehlerfrei zu sein. So eine Art kann ich auch nicht ab. Ärgere Dich nicht weiter, sei froh, daß es nichts geworden ist, denn Du hast Dich ja selbst unwohl gefühlt bei ihm...und das Gegenteil sollte doch schon der Fall sein

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27.03.10 um 19:35
In Antwort auf

...
Ich meine ja auch nicht, dass man extra zickig oder sonstwas ist - das wär ja dann auch nur Schauspielerei.

Aber dass man einfach das tut, wonach einem ist... ohne sich vorher groß zu überlegen, ob das dem anderen nun gefällt oder nicht. Ich mag diese Gefallsucht nicht...

Deshalb lasse ich mich auch niemals auf Dates oder sonstige extra Beziehungsanbahnungsanlässe ein... weil man da immer nur eine extra aufgesetzte Fassade eines Menschen zu sehen bekommt.


ich denke deshalb hat es mit meinem mann so gut geklappt...unser erstes date war aus freundschaftlicher basis...ohne hintergedanken, ohne beziehungsabsichten...nicht mal sex war ein thema...

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27.03.10 um 22:43

In gewisser Weise schon
Wer alles richtig machen will, der verbiegt sich nach dem Standard eines anderen Menschen. Das ist für die meisten Menschen nicht gerade attraktiv (es sei denn man steht auf total devote) - ich denke, die meisten Menschen ziehen ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein beim Partner vor.

Bleib du selbst - schließlich geht es dem Partner ja darum DICH kennenzulernen und mit DIR zusammenzusein, nicht mit einem Bildnis von dem, was du GLAUBST, das er perfekt findet.
Geh die Sache lockerer an und zerbrech dir nicht den Kopf des anderen. Für die Zukunft.

Und perfekt ist sowieso langweilig. Wo will man denn noch was zusammen erreichen, wenn alles von Anfang an perfekt ist.

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