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Ist er so gefühlskalt oder bin ich so empfindlich? Freue mich über jede Meinung...

12. Juni 2012 um 15:40

Hallo zusammen,

ich schreibe euch diese Zeilen, weil ich nun nicht mehr weiß, ob mein Freund ein emotionaler Trottel ist oder ob ich übertreibe.

Wir (beide 30 Jahre) sind seit fast sechs Jahren ein Paar. Seit Jahren wohnen wir schon zusammen und eigentlich läuft alles gut. Jetzt haben wir unser Studium fertig, haben Jobs und es würden ein paar große Veränderungen anstehen (größere Wohnung, Heirat, Kids...).

Seit langer Zeit macht mein Freund mich mit Kleinigkeiten sprachlos, im negativen Sinne. Oft hatte ich schon den Gedanken, dass er es mit mir nicht gut meint. Habe den Gedanken aber schnell wieder zur Seite geschoben, weil sonst doch alles passt und wir auch von anderen als Traumpaar bezeichnet werden. Mein Freund kann sehr liebevoll sein und doch kommen bei mir im Alltag immer wieder Zweifel auf.

Wenn wir irgendwo hingehen, sucht er sich den besten Platz aus. Wenn er vor mir durch die Tür geht, lässt er sie hinter sich einfach fallen ohne auch nur zu schauen, ob ich noch mit durch kann. Wenn ich etwas zu tragen hatte, kam er nicht auf die Idee zu fragen, ob er mir etwas abnehmen könnte, auch wenn er nichts in der Hand hatte. Wenn wir bei seinen Eltern sind, fragt er mich nicht, ob ich was trinken möchte. Wenn ich mir abends auf der Couch etwas zu trinken hinstelle, trinkt er mein Glas leer und lässt es so stehen...

Vor zwei Wochen habe ich mich beim Sport verletzt, hatte eine Woche lang den rechten Arm eingegipst, jetzt trage ich eine Schiene. Der Haushalt bleibt also momentan eigentlich an ihm hängen, weil ich meinen Arm nicht bewegen oder belasten kann. Mein Freund spült, saugt mal durch und bringt den Müll raus (saugen & Müll sind eh seine Aufgaben) und sonst macht er nix. Aber wenn ich krümmel, dann blafft er mich an, schließlich sei die Arbeit ja umsonst. Und generell ist er jetzt sehr schlecht drauf, als hätte er eine Riesen Last. Dabei helfe ich ihm sogut ich es eben kann, aber er tut die ganze Zeit so, als ob es ein Riesen Ding sei. Dabei bin ich sonst diejenige, die fast alles alleine macht.

Hm, schwer zu beschreiben, es sind eben die kleinen Sachen und doch stört es mich immer mehr, weil ich das Gefühl habe, dass ich ihm eigentlich egal bin und er nur eine fleißige Hausfrau und attraktive Sexualpartnerin braucht.
Apropos, ich habe auch nichts gegen Pornos, doch habe ich immer gedacht, dass zwei Erwachsene auch erwachsen damit umgehen im Sinne von es wird nichts verheimlicht, man sieht es locker und braucht es auch nicht dringend. Mein Freund aber hat eine Sammlung auf der Externen, auf dem Laptop, auf dem iPad und, weil das ja nicht reicht und man könnte ja irgendwann irgendwo ohne Netz sein, natürlich auch nochmal auf dem iPhone. Zudem schaut er auch sehr brutale Pornos, auch teilweise mit Pferden. Da ist für mich aber eine Grenze, wie gesagt, nichts gegen Pornos, aber Tiere?

Mein Freund hat auch nicht wirklich Freunde, wir sind fast immer zusammen und ich treffe mich auch sehr selten mit anderen.
Gott, was ist hier los? Ich bin so verwirrt... Immer wenn ich ihn auf etwas anspreche, bin ich sofort böse. Nichts darf ich an ihm kritisieren. Ich liebe ihn, auch wenn ich gerade nur negativ über ihn geschrieben habe, aber eigentlich will ich mit ihm alt werden. Und doch habe ich immer mehr das Gefühl, dass er mich voll und ganz in Anspruch nimmt und Unterstützung einfordert, und dabei nicht in der Lage ist das gleiche zurückzugeben.

Ich hoffe, es ist nicht zu wirr, habe einfach losgeschrieben und hoffe auf eure Meinungen. Was kann ich tun? Oder muss ich einfach meine Einstellung ändern?
Danke!
LG asiasrasia

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13. Juni 2012 um 3:20

Finde
ich auch etwas merkwürdig, dass dir das nach 6 Jahren auffällt
Ich find das meiste was du beschrieben hast auch total unhöflich von ihm und hin und wieder würd ich da wohl auch ausrasten. Aber ich denke, dass ist nicht erst seit gestern so, deswegen schätze ich, dass es eine Eigenschaft ist, die du im Großen und Ganzen akzeptieren kannst.
Das mit den Pornos find ich nicht schlimm und ok, Tiere das ist schon heftig. Aber genau aus dem Grund schaut man lieber nicht, was sich der Liebste in seiner Einsamkeit so reinzieht

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13. Juni 2012 um 10:41

Warum mich das erst jetzt stört?
Naja, natürlich sind mir die Dinge schon früher aufgefallen. Aber ich habe es immer verdrängt, weil die Beziehung sonst sehr schön ist und wir uns gut verstehen. Ich weiß auch, dass mein Freund mich liebt und sich eine Zukunft mit mir wünscht.

Das Problem liegt hier vielleicht in unser beider Erziehung:

Er ist der erstgeborene Sohn, hat noch einen Bruder und die Mutter vergöttert ihre Männer. Sie ist/war die "perfekte" Mutter, Ehe- und Hausfrau, schmeißt den Haushalt allein und unterstützt ihre Männer in all ihren Hobbys etc. Bei politischen Diskussionen hält sie ihren Mund und auch sonst verliert sie nie ein böses Wort. Sie war immer nur die liebende aufopfernde Frau ohne eigene Bedürfnisse. Dabei ist mein Freund nicht einer dieser verzogenen Machos, die blöde Sprüche klopfen. Im Gegenteil, er ist gelassen, intelligent, wird selten laut. Und im Allgemeinen wird er als sehr höflich wahrgenommen. Alle fühlen sich in seiner Gegenwart wohl. Seine Unhöflichkeiten mir gegenüber kann ich noch nichtmal als bösartig bewerten. Es scheint so, als könnte er nichts dafür. Wie soll denn jemand auf die Idee kommen jmd. die Tür aufzuhalten, wenn sonst immer nur IHM die Tür aufgehalten wurde?... Versteht ihr was ich meine?

Ich hingegen war schon schnell selbständig. Meine Eltern und ich sind vor 23 Jahren nach Deutschland gesiedelt. Meine Mutter trinkt seit Jahren, mein Vater kommt damit nicht klar, will aber auch nicht zugeben, dass es ein Alkoholproblem gibt und war auch immer sehr streng zu mir. Ich habe gelernt niemandem Probleme zu bereiten, immer schön höflich und unkompliziert zu sein. Quasi unsichtbar... wie die Mutter meines Freundes und hier schließt sich wohl der Kreis

Jetzt, wo wir aus der Studentenbude ausziehen können, habe ich das Gefühl, dass es ernst wird. Ja, nach sechs Jahren. Wenn wir jetzt in eine neue größere Wohnung ziehen, dann fühlt sich das irgendwie so an, als wenn ich ihm versprechen würde immer bei ihm zu bleiben. Ich frage mich, ob ich bereit bin immer zurück zu stecken, immer für ihn Verständnis zu haben. Ich bezweifle nämlich, dass sich an seiner Einstellung etwas ändert. Kann ich nicht etwas an meiner ändern?

Ah ja, was die Pornos angeht: ich bin eigentlich dafür, dass man offen damit umgeht. Ich möchte auch niemandem das Schauen an sich verbieten. Und ja, ich weiß was Phantasie ist. Und trotzdem muss ich gegen Tierpornos vehement protestieren. Sexualität muss in gegenseitigem Einverständnis passieren und das ist bei Kindern und Tieren nicht gegeben. Außerdem finde ich es lächerlich auf der einen Seite öko/fairtrade Produkte zu kaufen, damit die Arbeitsbedingungen der afrikanischen Bauern fair bleiben. Auf der anderen Seite zwingt man Frauen dazu, Pferden den Sch***z zu lutschen, weil man es eben irgendwie geil findet. Sorry, aber da steckt auch zu viel Feministin in mir.

Danke euch und liebe Grüße,
asiasrasia



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