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Ist die Trennung die Lösung?

20. März 2012 um 16:31 Letzte Antwort: 21. November 2012 um 15:00

Hallo Zusammen,

ich bin in einer verzweifelten Situation. Ich bin seit fast 11 Jahren verheiratet und habe zwei zehnjährige wunderbare Kinder.
Seit mehr als 5 Jahren bin ich unglücklich in dieser Beziehung. Ich bin ein sehr optimistischer und unternehmungslustiger Mensch, der aktiv ist und viel gibt. Mein Mann hat immer alles von mir genommen, mir aber wenig Liebe und Respekt zurückgegeben. Zudem ist er sehr launisch und regt sich bei mir oder den Kindern über Kleinigkeiten auf und ist zu sehr vielem - gerade neuen Dingen- negativ eingestellt.
Außerdem hat er sich nicht weiterentwickelt- und ich weiss nicht, ob ich ihn noch liebe.
Zwischendurch haben wir aber immer auch wieder gute Phasen (gerade wenn die Kinder mal 1-2 Tage nicht da sind), in denen ich mir sicher bin, dass er der richtige Mann für mich ist. Er ist sicher kein verkehrter Mensch und steht absolut hinter der Familie- und tut alles für uns.
Ich denke, dass wir nach außen immer noch eine Traumfamilie darstellen.

Im Regelfall ist es aber so, dass ich Bauchweh bekomme, wenn er zur Tür hereinkommt. Ich kann ihn einfach nicht ertragen, bin total angespannt und gehe bei jedem bisschen sofort an die Decke! Dass lässt sich auch leider nicht immer vor den Kindern vermeiden, die auch schon leiden. Ich habe mich ihm gegenüber nicht mehr im Griff und werde auch ausfallend, kann mich aber so auch nicht ertragen.
Ich fühle mich leblos und depressiv- lebendig begraben mit ihm.

Seitdem wir ernsthaft über Trennung gesprochen und diese auch schon im Detail besprochen haben, reißt er sich sehr zusammen und versucht nett zu mir zu sein. Er möchte die Trennung eigentlich nicht, will aber auch nicht, dass ich seinetwegen krank werde. Eine Paartherapie schließt er aus- und ich glaube da auch nicht daran. Nur ich kann ihn und seine Nähe nicht mehr ertragen- und seine jetzige zeitweise sehr fürsorgliche und sehr liebevolle Art erreicht mich nicht mehr.

Ich verspreche mir von einer Trennung, dass ich Ruhe habe, wieder durchatmen und fröhlich und entspannt sein kann. Aber ist das die Lösung? In vielen Gesprächen mit Freunden stelle ich fest, dass diese in einer ähnlichen Situation sind- ich es teilweise noch besser habe.
Und die akzeptieren es? Muss man für die eigenen Vorteile im Familienleben, das Glück der Kinder und die gesellschaftliche Anerkennung es in Kauf nehmen, dass man keine ausgefüllte Beziehung führt, seinen Mann nicht mehr mag, keine Lust auf Sex hat und immer lethargisch ist?

Es gibt aber immer noch viele essentielle Punkte, in denen wir in die gleiche Richtung schauen. Ist es dann nicht so früh, alles wegzuschmeißen? Ich möchte die Trennung auch so ungerne meinen Kindern antun, weil ich Angst habe, dass diese daran zerbrechen. Zudem haben diese im Sommer ihren Schulwechsel auf das Gymnasium vor sich- ist das nicht schon Unsicherheit genug? Andererseits worunter leiden sie mehr- unter einer sauberen, freundschaftlichen Trennung, in der versucht wird, das Familienleben so gut wie möglich aufrecht zu erhalten- oder unter chronischer schlechter Stimmung zu Hause?

Ich kann sehr schwer loslassen, was ist wenn ich nach der Trennung nur noch seine positiven Seiten sehe und ihn wieder zurückhaben will? Oder ich dann auch nicht atmen kann, sondern nur noch traurig bin? Das würde ich meinen Kindern gerne ersparen.

Manchmal denke ich, bin ich vielleicht einfach depressiv oder mir geht es zu gut im Leben, deshalb weiß ich auch nicht, ob die Trennung die Lösung ist. Aber ich merke wie entspannt es zu Hause ist, wenn ich alleine oder alleine mit meinen Kindern bin- und dass sich bei mir alles zusammenkrampft wenn er kommt und es meistens sofort wegen Kleinigkeiten Stress gibt.


Ist die Trennung die Lösung? Habt Ihr ähnliche Situationen erlebt? Könnt Ihr mit eigenen Erfahrungen weiterhelfen?

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20. März 2012 um 21:22

Es gibt keine einfache Lösung
Hallo,

ich stecke in einer ganz ähnlichen Situation, die Beziehung dauert aber schon doppelt so lange an und die Kinder sind etwas älter. Meine Situation ist aber fast die gleiche, was die Gefühle zu meinem Mann betrifft. Ich habe das Gefühl er zieht mich runter. Das geht jetzt schon zwei Jahre so und ich schaffe es weder mich zu trennen, noch die Beziehung zu verbessern.

Heute denke ich so, morgen denke ich so. Heute will ich mich lösen und endlich frei sein, morgen denke ich an die Kinder, an die Vergangeneheit. An alle sein guten Seiten. Rein äusserlich finde ich ihn immer noch gut, aber das innere gefällt mir nicht mehr. Und was das schlimme ist ich mag seinen Geruch nicht mehr. Umarmungen fühlen sich fremd an.
Wie ist das bei Dir? Hast Du noch Körperkontakt oder stösst Dich das ab?
Normalerweise ist das ja ein eindeutiges Zeichen sich erst mal Abstand zu nehmen.

Was ist es was die Stimmung bei euch so schlecht macht?

Hauptsächlich seine muffige Art, sich über alles aufzuregen?
Kenne ich....

Habt ihr es schon mit einer Beratung versucht? Das wäre zumindest eine Möglichkeit die eigene Situation mal von aussen beleuchten zu lassen und eine unabhängige Meinung zu hören. Mag sein das viel reden euch vielleicht helfen würde, einfach wieder mehr aufeinander eingehen.

Aber ich stelle hier fest man kann reden wie man will, Kompromisse eingehen wie man will. Die grundlegenden Charaktereigenschaften bleiben doch nun mal so wie sie sind und der Partner bleibt so wie er ist. Ich frage mich auch ob ich so für immer leben will.......Aber je länger man wartet, desto mehr Gründe findet man gegen eine Trennung, aber auch dafür, man schafft den Absprung immer schwerer, entfernt sich aber immer weiter.

Egal was Du tust, versuch es nicht an den Kindern festzumachen. Sei standfest in Deiner Meinung wenn es soweit ist, egal ob Du bleibst oder gehst. Wenn die Eltern stark sind und den Kindern klar machen das sie daran keinerlei Schuld tragen, aber auch nichts daran ändern können, denke ich wird sich das schon regeln.
Sie sollten sich nicht verantwortlich oder schuldig fühlen, die Eltern nicht trösten oder auffangen müssen . Wenn Du nach einer Trennung entspannter bist und nicht mehr dauernd gestritten wird kann das für Kinder auch eine Verbesserung der Situation sein. Ich wünsche Dir das Du Deinen Weg findest. Und lass es uns wissen. Ich schaffe es leider einfach nicht für einen klaren Weg zu entscheiden, das macht irgendwie hilflos und das deprimiert auch auf die Dauer.

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21. März 2012 um 18:32

Danke!
...für die aufbauenden unterstützenden Worte. Ja es ist so schwer, und ich fühle mich als Versager, obwohl ich mit allen Mitteln versucht habe, um diese Beziehung zu kämpfen.Ich denke, vielleicht gibt es noch irgendwo eine Chance. Ich will mir nicht eingestehen, dass ich es nicht schaffe, eine glücklcihe Familie und Ehe zu haben-dass es vorbei ist. Aber das ist es eigentlich schon lange. Aber wie gesagt, es gibt ja auch noch viele wesentliche Dinge, in denen wir übereinstimmen. Und dann ist da das drum herum.... Wir haben so einen netten Freundeskreis und niemand ist dort getrennt! Ich werde für alle dann der Ehebrecher sein.

Das mit dem Fremdverlieben ist übrigens schon passiert. Ich hatte einen wundervollen Mann kennengelernt (ebenfalls ähnlich unglücklich verheiratet), den ich aber aus Unsicherheit und Überforderung mit diesen beiden Situationen ziemlich unfair behandelt habe und der jetzt einen Schlußstrich gezogen hat, um nicht weiter zu leiden und nun auf meine E-Mails und Liebesgeständnisse nicht mehr reagiert.. Ich habe gearde seinetwegen wahnsinngen Liebeskummer.... Durch ihn habe ich gemerkt, dass ich innerlich noch nicht abgestorben bin, sondern noch empfinden kann! Denn das tue ich in meiner Ehe schon lange nicht mehr!

Wie haben die Kinder reagiert, gibt es einen Ratgeber, den du empfehlen kannst? Wie alt waren die Kinder?

Mein Mann tut mir auch so leid, er hat mit ja nichts in dem Sinne getan, sondern ist ein fürsorglicher Vater und Ehemann. Und auch irgendwie ein attraktiver, intelligenter und toller Mann. Nur eben nicht mehr für mich. Ich liebe ihn eben nicht mehr, und er war nicht bereit oder in der Lage für unsere Beziehung zu kämpfen.
Und jetzt versucht er es über die komplette Verdrängung und benimmt sich wie ein verliebter Teenager.
Ich habe Angst, dass er zerbricht.

Dabei bin ich derzeit alles andere als liebenswert. Sehr schlecht gelaunt und immer am Heulen. Selbst mein Sohn hat gestern gesagt. Mama, Du heulst ja jeden Tag!
Ich habe nur solche Angst, um die Kinder, gerade jetzt beim Schulwechsel, weil alle sagen, jetzt brauchen Sie besondere Unterstützung.
Aber ich kann auch nicht noch ein Jahr warten, damit bin ich komplett tot.

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21. März 2012 um 20:40

Wiedermal
jemand der rechtfertigung sucht für das was eigentlich längst passiert ist.
Warum hast du nicht eher angefangen fragen zu stellen ? 5 jahre sind eine lange zeit.
Immer erst wenn das kind in den brunnen gefallen ist.
Als ich deinen ertsen beitrag gelesen hab kam mir sofort in den sinn da ist ein anderer im spiel.
Hast du bevor das passiert ist versucht deinem mann klar zu machen wie schlimm es für dich ist ??? Warum reagiert er jetzt ??? Weiß er von dem anderen ?
Ich bin mir manchmal nicht sicher was man so im leben erwartet. Die ewig währende immer gegenwärtige verliebtheit ?
Ich denke gut funktionierende beziehungen sin immer kompromisse. Die wenigsten haben ein leben lang die rosarote brille auf. Und ja, ich glaube an liebe. Aber die verändert sich nun mal.
Wenn du nen tip von mir willst : trennen, merken ist doch alles nicht so rosarot, alles im eimer und dann staunen.
Nicht böse gemeint aber lies dir mal deb großteil der geschichten hier durch. Oft das selbe ende.
Nur meine meinung.

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22. März 2012 um 14:53

Klar
sieht man das von aussen anders. Aber ist das nicht der grund warum leute in foren schreiben und sich meinungen vin ausserhalb holen ?
Und wenn du in deinem bekanntenkreis niemanden hast der die trennung bereut heißt das ja nicht dass das universell ist.
Deshalb habe ich auch von Erfahrungen aus den foren geschrieben.

Gruß

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22. März 2012 um 21:55

Ja, ich werde es tun!
Deine Worte sind echt sehr unterstützend und treffen mich genau. Ich weiß, dass ich es tun muss, denn ich habe keine Alternative.
Mein Mann hat mich gestern noch einmal gefragt, ob ich es wirklich will und ich habe ihm gesagt, dass es sein muss!
Der andere Mann ist nicht der Trennungsgrund. Genau deshalb habe ich es ja immer wieder beendet, weil ich die Entscheidung unabhängig von ihm treffen will. Das hat auch nichts mit rosaroter Brille oder verloren gegangenen Schmetterlingen zu tun. Das diese nach den ersten Jahren verschwinden, sollte allen klar sein.
Dennoch sollte man den Anspruch behalten dürfen mit Liebe und Respekt behandelt zu werden. Ich glaube stark an die Liebe, sonst hätte ich das vielleicht alles schon vorher hingeschmissen.
Wir reden ja seit mind. 5 Jahren darüber und haben bzw. ich habe versucht daran zu arbeiten, damit zu leben etc. . Ich war davon überzeugt, dass er meine große Liebe ist, aber wenn man genau hinschaut, ist das schon lange zerbrochen. Zuviel Verletzungen, Respektlosigkeiten, Lieblosigkeiten.
Und nun ist mein Accu seit Monaten leer.
Im letzten Winter habe ich Johanniskraut geschluckt, um es zu ertragen. Das hat doch unmöglich noch etwas mit Liebe zu tun?
Als ich ihm im Herbst vergangenen Jahres erzählt habe, dass es nun wirklich ernst sei und ich Angst habe krank zu werden, habe ich ihm auch noch die Möglichkeit offenbart, eine Therapie zu machen oder sich irgendetwas einfallen zu lassen. Ich habe ihm gesagt, ich komme sofort mit, nur dieses Mal musst Du Dich drum kümmern. Nichts ist passiert, er hat nicht gekämpft, die Situation mit heuchlerischen Schmeicheleien versucht zu verdrängen.
Und trotzdem: Sobald ich meine Anspannung etwas gelockert habe, war er wieder der Alte: Meckert rum, macht alles schlecht, zieht mich runter. Und immer sieht er nur sich- als Opfer. Laut seiner Sichtweise ist er der Arme, der immer von mir heruntergeputzt wird. Ich versuche ihm dann zu erklären, warum ich so bin, wie ich jetzt bin, aber das will er nicht hören.
Ich werde die Trennung für mich durchziehen und nicht für einen anderen Mann (den ich ja ohnehin schon verlorene habe). Nur dann geht es: trotzdem war es sehr schön, zu erfahren, dass man noch fühlen kann und es nicht immer nur alles weh tut.
Ich habe jetzt angefangen, mit Freundinnen darüber zu reden. Ich hatte es eigentlich erst geplant, wenn wir es durchgezogen haben, aber die Situation hatte sich ergeben. Und ich bin auf Verständnis und Unterstützung gestoßen. Das hat sehr gut getan.

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30. März 2012 um 23:20

Schaffs nicht
Darf ich fragen wie die erste Zeit vor , während und nach der Trennung nach so vielen Jahren für Dich war? Ich kann es einfach nicht, gehe diesen Weg nicht, aber ich gehe gar keinen , das ist das schlimme. Fühle mich wie gelähmt, halte es so nicht mehr aus, kann nichts verbessern hier aber auch nicht gehen. Vermutlich Trennungsangst, Zukunftsangst, ein bißchen Liebe, viel Gewohnheit, gemeinsamer Besitz. Ich denke immer und immer wieder das man doch irgendeinen Weg finden muss noch was zu retten, gehe aber dann bei jeder Kleinigkeit auf Konfrontation. Und- ich habe körperlich keinerlei Gefühl mehr für ihn.

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21. November 2012 um 15:00


ich kanns echt nicht mehr lesen! Da jammert ihr rum dass ihr seit JAHREN Eure Männer nicht mehr liebt und depressiv seit und haaaaaaaaaaaach alles so leer ist...meine Güte: dann trennt Euch!! Komischerweise geht es dann immer wenn ein anderer Mann im Spiel ist! Da sind die "Gewissensbisse" plötzlich abgetaucht. Überlegt Euch mal, wie sich das für den Verlassenen anfühlt, wenn der nächste schon am Start ist!!

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