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Ist die Karriere mehr wert?

13. Februar um 9:29

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

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13. Februar um 10:19

"In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"



ich vermute einmal, dass es schwierig ist, wenn jemand total heimatverbunden ist, dem Partner, der es nicht ist, genau dieses Gefühl zu vermitteln und über alles zu stellen. Dein Freund möchte sich ausprobieren und beruflich glücklich werden. Genau das kann er momentan nicht. Er hat versucht, sich deinen Wünschen anzupassen und stellt fest, dass es nicht geht, weil das Entscheidende, sein Beruf nicht funktioniert.

Du dagegen bist glücklich: alles stimmt. Familie, Beziehung, Job.
Bei ihm sieht es dagegen so aus: es stimmt nur die Bezeihung - Familie ist weit weg und Job ist scheisse.
Also hast du 3 Pluspunkte und er 2 Minutpunkte.

Es ist natürlich schlecht, dass ihr jetzt ein Haus euer Eigen nennt. Jedoch sollte das doch kein Klotz am Bein sein. Eigentum ist schön, aber man kann sich doch trotzdem weiterentwickeln.

Ich verstehe ihn. Wenn man eh die meiste Zeit seines wachen Tages mit der Arbeit verbringt, man berufliche Vorstellungen und Träume hat, noch jung ist, dann sollte man schauen,  dass man das verbinden kann. Er ist noch so jung, da sollte er noch alles mögliche  krachen lassen und beruflich durchstarten können - Dienstreisen ins Ausland, vielleicht sogar ein paar Jahre im Ausland oder in anderen Städten in Deutschland. Dagegen sprich doch nur, dass du aus deinem Dorf und deinem Umfeld nciht weg möchtest. Bisher hatte es ja gut geklappt. Aber nun ist eine Änderung angesagt. Entweder er trennt sich von dir, weil du ihm kein eigenes Leben lässt oder du schaust, ob du nicht auch Geschmack an seinem Leben finden kannst. Und was spricht gegen einen Jobwechsel bei dir? Du bist 29 - du kannst doch nicht jetzt schon auf deinem Stuhl hängen, an dem du dann auch noch zum Renteneintritt sitzen wirst?

Ein kleiner Einblick aus meinem persönlichen Umfeld um dir Mut zu machen:
- Wenn ich mir meinen aktuellen Chef so anschaue - unser Büro ist in Paris und er lebt mit Frau und Kindern in London. Er pendelt. Und das ist möglich. Er hat einen erfüllenden Job und die Frau muss nicht umziehen.
- Eine andere Kollegin von mir hat den Hauptfirmensitz im Ruhrgebiet und arbeitet in einem langfristigen Projekt in Hamburg. Sie ist ca. 3-4Tage die Woche im Norden plus Dienstreisen ins Ausland. UND sie wird gerade als neue Kandidatin für die Karrierezielgerade nach oben gesehen. Sie ist Mitte dreissig. 
- Eine andere Freundin lebt mit Freund im Ausland und sie hat noch ihre Wohnung in Hamburg und zusammen haben sie ein eigenes Häusschen im Rheinland. Oft sind sie nicht im Haus, aber wenn, dann geniessen sie es total.

Bei keinem geht es darum - Beziehung oder Karriere. Da wird sich angepasst und Kompromisse gemacht. Es wird geschaut, was geht. Und ja, ein erfüllender Beruf ist schon für einige Leute wichtig. Ich kann da deinen Freund total verstehen, dass er etwas unbefriedigendes und krankmachendes nicht weiter machen kann.

Was spricht denn gegen das Umziehen für dich? Familie, Freunde, Haus, Job - alles soll so bleiben, wie es ist? Das tut es doch nie. Es ändert sich immer etwas. Du kannst gekündigt werden. Einfach so. Das geht oft schneller, als man denkt. Deine Eltern könnten umziehen oder deine Freunde könnten auch in die Ferne gehen. Was bleibt dir dann an dem Ort? Die Erinnerung und das Haus..... Denk daran - Leben ist Wandel, Stillstand ist eher mit Rückschritt vergleichbar. Nimm Veränderungen als Gewinn für dein Leben wahr.

Könntet ihr nicht erstmal schauen, wie das mit der Pendelei geht? Den Horizont erweiteren, es als Chance zu sehen, dass ihr beide das Leben und eure Beziehugn von einer anderen Seite seht? Wie ist denn die Verkehrsverbindung bei euch? Kommt man da gut weg?

 

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13. Februar um 9:40
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

"Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"

sieht so aus!

zumindest ist er wohl nicht bereit, kompromisse zu machen (du ja auch nicht, oder? dir sind deine heimat und deine eltern ja auch wichtiger, als eure beziehung ).

m.e. ist es daher an der zeit, über möglichkeit 3. nachzudenken: trennen, und das haus verkaufen...

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13. Februar um 9:40
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

"Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"

sieht so aus!

zumindest ist er wohl nicht bereit, kompromisse zu machen (du ja auch nicht, oder? dir sind deine heimat und deine eltern ja auch wichtiger, als eure beziehung ).

m.e. ist es daher an der zeit, über möglichkeit 3. nachzudenken: trennen, und das haus verkaufen...

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13. Februar um 10:15

"Was, wenn ihm der Job in Dortmund nach 2 Jahren wieder nicht gefällt? Gehts dann nach Berlin? Und dann zwei Jahre später nach Hamburg? Und dann zwei Jahre später nach Zürich?"

da hätte ich eher andere bedenken - mit 30, kurz nach dem berufseinstieg, mögen so ein paar wechsel nach kurzer zeit noch akzeptabel sein... aber wenn das so bleibt, wirds irgendwann schwierig, mit so einem lebenslauf überhaupt noch einen job zu finden... und dann werden solche "hoch qualifizierten" karrieretypen erst richtig spaßig als partner, das gejammer und gemotze über alle und jeden, die am eigenen unglück schuld sein sollen, würde ich mir dann nicht antun wollen... (hab grad so einen fall im bekanntenkreis)
 

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13. Februar um 10:19

"In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"



ich vermute einmal, dass es schwierig ist, wenn jemand total heimatverbunden ist, dem Partner, der es nicht ist, genau dieses Gefühl zu vermitteln und über alles zu stellen. Dein Freund möchte sich ausprobieren und beruflich glücklich werden. Genau das kann er momentan nicht. Er hat versucht, sich deinen Wünschen anzupassen und stellt fest, dass es nicht geht, weil das Entscheidende, sein Beruf nicht funktioniert.

Du dagegen bist glücklich: alles stimmt. Familie, Beziehung, Job.
Bei ihm sieht es dagegen so aus: es stimmt nur die Bezeihung - Familie ist weit weg und Job ist scheisse.
Also hast du 3 Pluspunkte und er 2 Minutpunkte.

Es ist natürlich schlecht, dass ihr jetzt ein Haus euer Eigen nennt. Jedoch sollte das doch kein Klotz am Bein sein. Eigentum ist schön, aber man kann sich doch trotzdem weiterentwickeln.

Ich verstehe ihn. Wenn man eh die meiste Zeit seines wachen Tages mit der Arbeit verbringt, man berufliche Vorstellungen und Träume hat, noch jung ist, dann sollte man schauen,  dass man das verbinden kann. Er ist noch so jung, da sollte er noch alles mögliche  krachen lassen und beruflich durchstarten können - Dienstreisen ins Ausland, vielleicht sogar ein paar Jahre im Ausland oder in anderen Städten in Deutschland. Dagegen sprich doch nur, dass du aus deinem Dorf und deinem Umfeld nciht weg möchtest. Bisher hatte es ja gut geklappt. Aber nun ist eine Änderung angesagt. Entweder er trennt sich von dir, weil du ihm kein eigenes Leben lässt oder du schaust, ob du nicht auch Geschmack an seinem Leben finden kannst. Und was spricht gegen einen Jobwechsel bei dir? Du bist 29 - du kannst doch nicht jetzt schon auf deinem Stuhl hängen, an dem du dann auch noch zum Renteneintritt sitzen wirst?

Ein kleiner Einblick aus meinem persönlichen Umfeld um dir Mut zu machen:
- Wenn ich mir meinen aktuellen Chef so anschaue - unser Büro ist in Paris und er lebt mit Frau und Kindern in London. Er pendelt. Und das ist möglich. Er hat einen erfüllenden Job und die Frau muss nicht umziehen.
- Eine andere Kollegin von mir hat den Hauptfirmensitz im Ruhrgebiet und arbeitet in einem langfristigen Projekt in Hamburg. Sie ist ca. 3-4Tage die Woche im Norden plus Dienstreisen ins Ausland. UND sie wird gerade als neue Kandidatin für die Karrierezielgerade nach oben gesehen. Sie ist Mitte dreissig. 
- Eine andere Freundin lebt mit Freund im Ausland und sie hat noch ihre Wohnung in Hamburg und zusammen haben sie ein eigenes Häusschen im Rheinland. Oft sind sie nicht im Haus, aber wenn, dann geniessen sie es total.

Bei keinem geht es darum - Beziehung oder Karriere. Da wird sich angepasst und Kompromisse gemacht. Es wird geschaut, was geht. Und ja, ein erfüllender Beruf ist schon für einige Leute wichtig. Ich kann da deinen Freund total verstehen, dass er etwas unbefriedigendes und krankmachendes nicht weiter machen kann.

Was spricht denn gegen das Umziehen für dich? Familie, Freunde, Haus, Job - alles soll so bleiben, wie es ist? Das tut es doch nie. Es ändert sich immer etwas. Du kannst gekündigt werden. Einfach so. Das geht oft schneller, als man denkt. Deine Eltern könnten umziehen oder deine Freunde könnten auch in die Ferne gehen. Was bleibt dir dann an dem Ort? Die Erinnerung und das Haus..... Denk daran - Leben ist Wandel, Stillstand ist eher mit Rückschritt vergleichbar. Nimm Veränderungen als Gewinn für dein Leben wahr.

Könntet ihr nicht erstmal schauen, wie das mit der Pendelei geht? Den Horizont erweiteren, es als Chance zu sehen, dass ihr beide das Leben und eure Beziehugn von einer anderen Seite seht? Wie ist denn die Verkehrsverbindung bei euch? Kommt man da gut weg?

 

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13. Februar um 10:28
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

nun, Du hast doch erlebt, was passiert, wenn man mit dem Job unglücklich ist.

Ich kann das soweit nachvollziehen, ich habe auch ein berufliches Gebiet, wo ich nicht überall einen Job finde.
Wir haben in der Nähe meiner Schwiegermutter gewohnt, dort war ich erst einmal ohne Job. Gefunden habe ich dann einen Job - in München. 350 km von seiner, 500 km von meiner Familie entfernt. Nachdem ich die Probezeit überstanden hatte, sind wir alle hier her gezogen, die Übergangszeit bin ich gependelt.

So wie Dein Freund das geregelt hat, finde ich es schon daneben, so etwas sollte VORHER mit dem Partner besprochen werden. Aber die grundsätzliche Intention teile ich. Wenn man jeden Tag 8h mal 5 Tage die Woche nur Frust schiebt, ist die Beziehung eh nicht mehr zu retten, weil die daran auch kaputt gehen würde - genau wie man selbst.
Ich hatte das Glück, dass es für meinen Mann außer Frage stand, dass wir dahin ziehen, wo es beruflich die besten Chancen gibt. (Auch wenn er ebenfalls einiges dafür aufgegeben hat) - ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn ihm die "alte Heimat" so wichtig gewesen wäre. Ich bin froh, dass ich nie vor dieser Entscheidung stand.

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13. Februar um 10:44
In Antwort auf annaan3

"In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"



ich vermute einmal, dass es schwierig ist, wenn jemand total heimatverbunden ist, dem Partner, der es nicht ist, genau dieses Gefühl zu vermitteln und über alles zu stellen. Dein Freund möchte sich ausprobieren und beruflich glücklich werden. Genau das kann er momentan nicht. Er hat versucht, sich deinen Wünschen anzupassen und stellt fest, dass es nicht geht, weil das Entscheidende, sein Beruf nicht funktioniert.

Du dagegen bist glücklich: alles stimmt. Familie, Beziehung, Job.
Bei ihm sieht es dagegen so aus: es stimmt nur die Bezeihung - Familie ist weit weg und Job ist scheisse.
Also hast du 3 Pluspunkte und er 2 Minutpunkte.

Es ist natürlich schlecht, dass ihr jetzt ein Haus euer Eigen nennt. Jedoch sollte das doch kein Klotz am Bein sein. Eigentum ist schön, aber man kann sich doch trotzdem weiterentwickeln.

Ich verstehe ihn. Wenn man eh die meiste Zeit seines wachen Tages mit der Arbeit verbringt, man berufliche Vorstellungen und Träume hat, noch jung ist, dann sollte man schauen,  dass man das verbinden kann. Er ist noch so jung, da sollte er noch alles mögliche  krachen lassen und beruflich durchstarten können - Dienstreisen ins Ausland, vielleicht sogar ein paar Jahre im Ausland oder in anderen Städten in Deutschland. Dagegen sprich doch nur, dass du aus deinem Dorf und deinem Umfeld nciht weg möchtest. Bisher hatte es ja gut geklappt. Aber nun ist eine Änderung angesagt. Entweder er trennt sich von dir, weil du ihm kein eigenes Leben lässt oder du schaust, ob du nicht auch Geschmack an seinem Leben finden kannst. Und was spricht gegen einen Jobwechsel bei dir? Du bist 29 - du kannst doch nicht jetzt schon auf deinem Stuhl hängen, an dem du dann auch noch zum Renteneintritt sitzen wirst?

Ein kleiner Einblick aus meinem persönlichen Umfeld um dir Mut zu machen:
- Wenn ich mir meinen aktuellen Chef so anschaue - unser Büro ist in Paris und er lebt mit Frau und Kindern in London. Er pendelt. Und das ist möglich. Er hat einen erfüllenden Job und die Frau muss nicht umziehen.
- Eine andere Kollegin von mir hat den Hauptfirmensitz im Ruhrgebiet und arbeitet in einem langfristigen Projekt in Hamburg. Sie ist ca. 3-4Tage die Woche im Norden plus Dienstreisen ins Ausland. UND sie wird gerade als neue Kandidatin für die Karrierezielgerade nach oben gesehen. Sie ist Mitte dreissig. 
- Eine andere Freundin lebt mit Freund im Ausland und sie hat noch ihre Wohnung in Hamburg und zusammen haben sie ein eigenes Häusschen im Rheinland. Oft sind sie nicht im Haus, aber wenn, dann geniessen sie es total.

Bei keinem geht es darum - Beziehung oder Karriere. Da wird sich angepasst und Kompromisse gemacht. Es wird geschaut, was geht. Und ja, ein erfüllender Beruf ist schon für einige Leute wichtig. Ich kann da deinen Freund total verstehen, dass er etwas unbefriedigendes und krankmachendes nicht weiter machen kann.

Was spricht denn gegen das Umziehen für dich? Familie, Freunde, Haus, Job - alles soll so bleiben, wie es ist? Das tut es doch nie. Es ändert sich immer etwas. Du kannst gekündigt werden. Einfach so. Das geht oft schneller, als man denkt. Deine Eltern könnten umziehen oder deine Freunde könnten auch in die Ferne gehen. Was bleibt dir dann an dem Ort? Die Erinnerung und das Haus..... Denk daran - Leben ist Wandel, Stillstand ist eher mit Rückschritt vergleichbar. Nimm Veränderungen als Gewinn für dein Leben wahr.

Könntet ihr nicht erstmal schauen, wie das mit der Pendelei geht? Den Horizont erweiteren, es als Chance zu sehen, dass ihr beide das Leben und eure Beziehugn von einer anderen Seite seht? Wie ist denn die Verkehrsverbindung bei euch? Kommt man da gut weg?

 

Alles schön und gut, aber er hat sich einfach gegen die Vereinbarung sich vorerst nur im Umfeld von 100 Kilometern zu bewerben am anderen Ende von Deutschland beworben. Dass er dort ein Bewerbungsgespräch hat, erfährt sie ganz nebenbei beim Mittagessen mit seinen Eltern und dann auch noch diese zwei Entscheidungsmöglichkeiten nach dem Motto "friss oder stirb". Damit hätte er bei mir verloren. Ich würde mich für Option 3 entscheiden: Trennung. Denn anstatt mit ihr darüber zu reden und vorher darüber zu sprechen, dass er sich weiter weg bewerben muss, weil es ansonsten wenig Perspektiven für ihn gibt, macht er sein Ding und erwartet, dass sie mitspielt. Für jemanden, dem ich und die Beziehung so wenig wert sind, würde ich ganz sicher nicht meinen Job und meine Heimat aufgeben und auch keine Fernbeziehung eingehen. Da wäre ich froh, dass ich nach "nur" anderthalb Jahren das Erwachen hatte und nicht erst, wenn zum Beispiel Kinder da sind.

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13. Februar um 11:01

"Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"

Ich denke, ihm ist sein Glück und seine Gesundheit wichtig. Was sie für dich auch sein sollte.

Vielleicht solltest du dich auch mal von deinen Eltern lösen. Kenne niemanden, der in deinem Alter noch täglich bei den Eltern ist.

Vielleicht würde es dir gut tun, mal umzuziehen. Sicherlich fändest du in Dortmund auch einen tollen Job, eine neue Herausforderung.

Falls ihr euch nicht einigen könnt, bleibt halt nur die Trennung.

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13. Februar um 11:50
In Antwort auf traventure

Alles schön und gut, aber er hat sich einfach gegen die Vereinbarung sich vorerst nur im Umfeld von 100 Kilometern zu bewerben am anderen Ende von Deutschland beworben. Dass er dort ein Bewerbungsgespräch hat, erfährt sie ganz nebenbei beim Mittagessen mit seinen Eltern und dann auch noch diese zwei Entscheidungsmöglichkeiten nach dem Motto "friss oder stirb". Damit hätte er bei mir verloren. Ich würde mich für Option 3 entscheiden: Trennung. Denn anstatt mit ihr darüber zu reden und vorher darüber zu sprechen, dass er sich weiter weg bewerben muss, weil es ansonsten wenig Perspektiven für ihn gibt, macht er sein Ding und erwartet, dass sie mitspielt. Für jemanden, dem ich und die Beziehung so wenig wert sind, würde ich ganz sicher nicht meinen Job und meine Heimat aufgeben und auch keine Fernbeziehung eingehen. Da wäre ich froh, dass ich nach "nur" anderthalb Jahren das Erwachen hatte und nicht erst, wenn zum Beispiel Kinder da sind.

ja, das liest sich natürlich nicht so gut. Ich wäre auch überfordert damit, einfach so überfahren zu werden. Aber es gibt ja immer zwei Seiten - wir lesen hier ja nur ihre Seite. Ich kann mir vorstellen, dass er sich nicht getraut hat, ihr zu sagen, wo er überall nach einem neuen Job schaut.

Ich glaube, wenn mir meine Heimat so wichtig wäre, wie ihr, würde ich mich auch für Trennung entscheiden. Denn die TE sagt ja selber, dass sie sich unwohl fühlt, beim Gedanken, wegzugehen. Mit einem Mann, der von ausserhalb kommt und kurz davor ist, beruflich durchzustarten, geht diese Heimatverbundenheit nicht.

Wenn sie dagegen offen für was Neues sein kann, dann könnten sie verschiedene Beziehungsmodelle versuchen.

Ehrlich gesagt, kann ich immer nihct so ganz nachvollziehen, wie jemand sich so vehement gegen Entwicklung stemmen kann und sagt, "entweder machst du es so, wie ich es will, weil ich will nicht aus meiner Comfort Zone raus, oder ich trenne mich, weil du stellst deinen Beruf über die Beziehung". Dass sie ihre Heimat über die Beziehung stellt, sieht sie im Gegenzug natürlich nicht.

Ich glaube, die beiden passen nicht zusammen.

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13. Februar um 12:25

Puh, schwierige Nuss.

Ich kann beide Seiten verstehen - nur müsst ihr Kompromisse eingehen. 

Ihm muss man positiv zuschreiben, dass er es woanders zumindest mal probiert hat. Dass die Stelle nicht gepasst hat, war halt einfach Pech.
Dass er dir von der Bewerbung nichts gesagt hat, ist nicht in Ordnung. Das würde mir zu denken geben, wieso er dir das gegenüber nicht direkt offen gelegt hat.

Wenn ein Umzug für dich nicht in Frage kommt, musst du dich trennen. Sein Weltbild ist komplett anders als deins, sein Glück assoziiert er mit der Arbeit, du mit deiner Familie. Da prallen Welten aufeinander, die man nicht in Einklang bringen kann - wenn keiner bereit zu Kompromissen ist.

Redet offen darüber, lasst den "kalten Krieg" beiseite und schaut, ob es eine Lösung gibt. Ansonsten geht im Guten auseinander. Am Ende seid ihr beide Schuld / keiner Schuld, dass es nicht funktioniert. 

Viel Glück!
 

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13. Februar um 12:41

Also als erstes frage ich mich natürlich was er denn so spezielles studiert hat, dass es stellen scheinbar nur im Ruhrgebiet gibt. Fehlt mir die Fantasie zu.

Dann finde ich es von seiner Seite ziemlich daneben, sich ohne vorheriger Absprache so weit weg zu bewerben. Ihr habt eine Beziehung und gemeinsames Wohneigentum. Da geht sowas meiner Meinung nach nicht. 
 
Natürlich sollte er schon einen Job haben mit dem er zufrieden ist, sonst wird es mit der zeit auch bei euch in der Beziehung kriseln, aber ob das nur so weit weg und dann zufällig in seiner alten Heimat geht? Denke da steckt mehr dahinter als nur der Job.

Nun zu dir. Du bist überhaupt nicht bereit es in Betracht zu ziehen wegzuziehen. Du setzt also voraus das er bereit ist alles aufzugeben und du nichts. Denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Beziehung mit jemanden vom anderen Ende der Republik  (und auch recht engstirnig ).

Für mich wäre mit den Infos wohl auch eine Trennung die sinnvollere lösung. Eine Fernbeziehung wäre wohl nur ein Abschied auf raten.

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13. Februar um 13:10

Mein Mann hat beruflich bedingt auch laufend Arbeitsorte die weiter weg sind. Tja, dann ist er halt nur am Wochenende da- so what? Sollte er mal irgendwann eine dauerhafte gute Stelle haben könnten wir erwägen ob ich mit dorthin ziehe aber so funktioniert es auch. Wenn wir Wohneigentum hätten würden wir uns schwer tun das aufzugeben- das ist ja eigentlich schon auf Dauer angelegt.

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13. Februar um 13:20

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

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13. Februar um 13:27
In Antwort auf annaan3

ja, das liest sich natürlich nicht so gut. Ich wäre auch überfordert damit, einfach so überfahren zu werden. Aber es gibt ja immer zwei Seiten - wir lesen hier ja nur ihre Seite. Ich kann mir vorstellen, dass er sich nicht getraut hat, ihr zu sagen, wo er überall nach einem neuen Job schaut.

Ich glaube, wenn mir meine Heimat so wichtig wäre, wie ihr, würde ich mich auch für Trennung entscheiden. Denn die TE sagt ja selber, dass sie sich unwohl fühlt, beim Gedanken, wegzugehen. Mit einem Mann, der von ausserhalb kommt und kurz davor ist, beruflich durchzustarten, geht diese Heimatverbundenheit nicht.

Wenn sie dagegen offen für was Neues sein kann, dann könnten sie verschiedene Beziehungsmodelle versuchen.

Ehrlich gesagt, kann ich immer nihct so ganz nachvollziehen, wie jemand sich so vehement gegen Entwicklung stemmen kann und sagt, "entweder machst du es so, wie ich es will, weil ich will nicht aus meiner Comfort Zone raus, oder ich trenne mich, weil du stellst deinen Beruf über die Beziehung". Dass sie ihre Heimat über die Beziehung stellt, sieht sie im Gegenzug natürlich nicht.

Ich glaube, die beiden passen nicht zusammen.

Ich finde aber, dass es keine Ausrede ist, sich "nicht zu trauen". Wenn man sich nicht traut mit dem Partner über solche wichtigen Angelegenheiten zu reden, dann läuft doch eh etwas falsch. 

Es gibt Menschen die einfach heimatverbunden sind, ich zum Beispiel. Wäre mir mein Freund auf die Art gekommen, ich hätte mich auch gegen jegliche Entwicklung in seine Richtung gesträubt, einfach weil er Entscheidungen trifft die eine Auswirkung auf die Beziehung haben, ohne mir das vorher zu sagen. Hätte er vorher mit mir drüber gesprochen und mich nicht in die Messerklinge laufen lassen, dann hätte man darüber reden können und dann hätte ich es auch nicht so empfunden, als ob er seinen Job über die Beziehung stellt.

Den Job stellt er in diesem Fall nur deshalb über die Beziehung, weil er die Entscheidung längst getroffen hat und sie jetzt mitziehen soll. Es gibt von seiner Seite aus keine Bereitschaft ihr entgegen zu kommen, dafür soll sie sich jetzt komplett nach ihm richten. Das ist total unfair. Vor kurzem noch ein Haus zusammen gekauft, in welchem ja offensichtlich auch viel Arbeit steckt, jetzt plötzlich will er 700 Kilometer weit weg ziehen, am besten soll sie noch ihren Job aufgeben, der ihr gefällt und alles über Bord werfen für jemanden, der sie nichtmal in sein Vorhaben eingeweiht hat. Würde ich niemals tun. Nach zwei Jahren hat sich die TE dort eingelebt und sie richtet wieder ein neues Haus ein, plötzlich will er in London arbeiten oder in Peking und weil er das so will hat sie dann wieder nur die Wahl mitzugehen oder ihn zu verlieren.

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13. Februar um 13:33
In Antwort auf avarrassterne1

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

Sie haben vereinbart, dass er sich erstmal im näheren Umfeld bewirbt. Wenn da nichts vernünftiges dabei ist hätte er darüber reden müssen. Aber erst am Tisch mit den Eltern zu erzählen, dass er ein Bewerbungsgespräch 700 km entfernt hat und für sie nur zwei Möglichkeiten bleiben, das ist nicht fair. Eine Beziehung funktioniert nur, wenn man rechtzeitig und offen miteinander kommuniziert und nicht hinter dem Rücken des Partners Dinge tut, die anders abgesprochen sind. Hätte er vorher gesagt er findet im vereinbarten Umkreis nichts, er muss sich also weiter weg bewerben und sie würde sich jeglicher Veränderung sträuben - okay. Aber sie wurde ja gänzlich übergangen und da finde ich ist es ihr gutes Recht Heimat über eine Beziehung zu einem Mann zu stellen, dem sein Job wichtiger ist, als offen und ehrlich zu reden und eine Lösung zu finden, bevor man vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

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13. Februar um 13:35

Vielleicht war da nie die Rede von. Aber ich vermute das hinter der Bewerbung noch mehr steckt als nur beruflicher frust. 

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13. Februar um 13:36
In Antwort auf avarrassterne1

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

Den letzten Absatz finde ich super.

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13. Februar um 13:43
In Antwort auf traventure

Sie haben vereinbart, dass er sich erstmal im näheren Umfeld bewirbt. Wenn da nichts vernünftiges dabei ist hätte er darüber reden müssen. Aber erst am Tisch mit den Eltern zu erzählen, dass er ein Bewerbungsgespräch 700 km entfernt hat und für sie nur zwei Möglichkeiten bleiben, das ist nicht fair. Eine Beziehung funktioniert nur, wenn man rechtzeitig und offen miteinander kommuniziert und nicht hinter dem Rücken des Partners Dinge tut, die anders abgesprochen sind. Hätte er vorher gesagt er findet im vereinbarten Umkreis nichts, er muss sich also weiter weg bewerben und sie würde sich jeglicher Veränderung sträuben - okay. Aber sie wurde ja gänzlich übergangen und da finde ich ist es ihr gutes Recht Heimat über eine Beziehung zu einem Mann zu stellen, dem sein Job wichtiger ist, als offen und ehrlich zu reden und eine Lösung zu finden, bevor man vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

was das "vorher mit ihr darüber reden" angeht bin ich völlig Deiner Meinung, hatte ich auch schon geschrieben, ich habe es nur nicht noch einmal wiederholt.

Ändert aber nichts daran, dass für mich in so einer Situation die Wünsche beider Parteien grundsätzlich immer gleichwertig sind.

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13. Februar um 13:59

Ja, es spricht nicht gerade für eine gute Kommunikation, dass er ihr nicht vorher sagt, wo er dich überall beworben hat. Ich vermute da mal als Grund, dass er sich einfach nicht traute. Beim Mittagessen mit den Eltern könnte er es sagen und wusste, dass da nicht der Grösse Streit in diesem sofortigen Moment losbrechen würde. 

ein bisschen unfähig ist da schon. Aber auch irgrndwie vesstndlich.  Wahrscheinlich hätte es riesen Stress gegeben. Ok. Den gibt es nun jetzt. 

wiede auch sei, es ist falsch einen Menschen fetzuhalten, wenn er in der aktuellen Situation unglücklich ist. 

bei diesen verschiedenen schießenden Bedürfnissen der beiden, Frage ich mich, ob sie schwierigere Lebenssituationen zusammen meistern können....

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13. Februar um 14:09

Finde ich auch, habe ich ja auch so geschrieben - aber der Glaube, dass es dann anders gelaufen wäre, fehlt mir, um ehrlich zu sein.

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13. Februar um 15:21

Würde ich genau so unterschreiben. 

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