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Ist die Karriere mehr wert?

13. Februar 2018 um 9:29

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war. Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat. Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


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13. Februar 2018 um 10:28
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

nun, Du hast doch erlebt, was passiert, wenn man mit dem Job unglücklich ist.

Ich kann das soweit nachvollziehen, ich habe auch ein berufliches Gebiet, wo ich nicht überall einen Job finde.
Wir haben in der Nähe meiner Schwiegermutter gewohnt, dort war ich erst einmal ohne Job. Gefunden habe ich dann einen Job - in München. 350 km von seiner, 500 km von meiner Familie entfernt. Nachdem ich die Probezeit überstanden hatte, sind wir alle hier her gezogen, die Übergangszeit bin ich gependelt.

So wie Dein Freund das geregelt hat, finde ich es schon daneben, so etwas sollte VORHER mit dem Partner besprochen werden. Aber die grundsätzliche Intention teile ich. Wenn man jeden Tag 8h mal 5 Tage die Woche nur Frust schiebt, ist die Beziehung eh nicht mehr zu retten, weil die daran auch kaputt gehen würde - genau wie man selbst.
Ich hatte das Glück, dass es für meinen Mann außer Frage stand, dass wir dahin ziehen, wo es beruflich die besten Chancen gibt. (Auch wenn er ebenfalls einiges dafür aufgegeben hat) - ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich gemacht hätte, wenn ihm die "alte Heimat" so wichtig gewesen wäre. Ich bin froh, dass ich nie vor dieser Entscheidung stand.

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13. Februar 2018 um 10:44

Alles schön und gut, aber er hat sich einfach gegen die Vereinbarung sich vorerst nur im Umfeld von 100 Kilometern zu bewerben am anderen Ende von Deutschland beworben. Dass er dort ein Bewerbungsgespräch hat, erfährt sie ganz nebenbei beim Mittagessen mit seinen Eltern und dann auch noch diese zwei Entscheidungsmöglichkeiten nach dem Motto "friss oder stirb". Damit hätte er bei mir verloren. Ich würde mich für Option 3 entscheiden: Trennung. Denn anstatt mit ihr darüber zu reden und vorher darüber zu sprechen, dass er sich weiter weg bewerben muss, weil es ansonsten wenig Perspektiven für ihn gibt, macht er sein Ding und erwartet, dass sie mitspielt. Für jemanden, dem ich und die Beziehung so wenig wert sind, würde ich ganz sicher nicht meinen Job und meine Heimat aufgeben und auch keine Fernbeziehung eingehen. Da wäre ich froh, dass ich nach "nur" anderthalb Jahren das Erwachen hatte und nicht erst, wenn zum Beispiel Kinder da sind.

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13. Februar 2018 um 11:01

"Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????"

Ich denke, ihm ist sein Glück und seine Gesundheit wichtig. Was sie für dich auch sein sollte.

Vielleicht solltest du dich auch mal von deinen Eltern lösen. Kenne niemanden, der in deinem Alter noch täglich bei den Eltern ist.

Vielleicht würde es dir gut tun, mal umzuziehen. Sicherlich fändest du in Dortmund auch einen tollen Job, eine neue Herausforderung.

Falls ihr euch nicht einigen könnt, bleibt halt nur die Trennung.

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13. Februar 2018 um 12:25

Puh, schwierige Nuss.

Ich kann beide Seiten verstehen - nur müsst ihr Kompromisse eingehen. 

Ihm muss man positiv zuschreiben, dass er es woanders zumindest mal probiert hat. Dass die Stelle nicht gepasst hat, war halt einfach Pech.
Dass er dir von der Bewerbung nichts gesagt hat, ist nicht in Ordnung. Das würde mir zu denken geben, wieso er dir das gegenüber nicht direkt offen gelegt hat.

Wenn ein Umzug für dich nicht in Frage kommt, musst du dich trennen. Sein Weltbild ist komplett anders als deins, sein Glück assoziiert er mit der Arbeit, du mit deiner Familie. Da prallen Welten aufeinander, die man nicht in Einklang bringen kann - wenn keiner bereit zu Kompromissen ist.

Redet offen darüber, lasst den "kalten Krieg" beiseite und schaut, ob es eine Lösung gibt. Ansonsten geht im Guten auseinander. Am Ende seid ihr beide Schuld / keiner Schuld, dass es nicht funktioniert. 

Viel Glück!
 

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13. Februar 2018 um 12:41

Also als erstes frage ich mich natürlich was er denn so spezielles studiert hat, dass es stellen scheinbar nur im Ruhrgebiet gibt. Fehlt mir die Fantasie zu.

Dann finde ich es von seiner Seite ziemlich daneben, sich ohne vorheriger Absprache so weit weg zu bewerben. Ihr habt eine Beziehung und gemeinsames Wohneigentum. Da geht sowas meiner Meinung nach nicht. 
 
Natürlich sollte er schon einen Job haben mit dem er zufrieden ist, sonst wird es mit der zeit auch bei euch in der Beziehung kriseln, aber ob das nur so weit weg und dann zufällig in seiner alten Heimat geht? Denke da steckt mehr dahinter als nur der Job.

Nun zu dir. Du bist überhaupt nicht bereit es in Betracht zu ziehen wegzuziehen. Du setzt also voraus das er bereit ist alles aufzugeben und du nichts. Denkbar schlechte Voraussetzungen für eine Beziehung mit jemanden vom anderen Ende der Republik  (und auch recht engstirnig ).

Für mich wäre mit den Infos wohl auch eine Trennung die sinnvollere lösung. Eine Fernbeziehung wäre wohl nur ein Abschied auf raten.

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13. Februar 2018 um 13:10

Mein Mann hat beruflich bedingt auch laufend Arbeitsorte die weiter weg sind. Tja, dann ist er halt nur am Wochenende da- so what? Sollte er mal irgendwann eine dauerhafte gute Stelle haben könnten wir erwägen ob ich mit dorthin ziehe aber so funktioniert es auch. Wenn wir Wohneigentum hätten würden wir uns schwer tun das aufzugeben- das ist ja eigentlich schon auf Dauer angelegt.

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13. Februar 2018 um 13:20

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

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13. Februar 2018 um 13:27

Ich finde aber, dass es keine Ausrede ist, sich "nicht zu trauen". Wenn man sich nicht traut mit dem Partner über solche wichtigen Angelegenheiten zu reden, dann läuft doch eh etwas falsch. 

Es gibt Menschen die einfach heimatverbunden sind, ich zum Beispiel. Wäre mir mein Freund auf die Art gekommen, ich hätte mich auch gegen jegliche Entwicklung in seine Richtung gesträubt, einfach weil er Entscheidungen trifft die eine Auswirkung auf die Beziehung haben, ohne mir das vorher zu sagen. Hätte er vorher mit mir drüber gesprochen und mich nicht in die Messerklinge laufen lassen, dann hätte man darüber reden können und dann hätte ich es auch nicht so empfunden, als ob er seinen Job über die Beziehung stellt.

Den Job stellt er in diesem Fall nur deshalb über die Beziehung, weil er die Entscheidung längst getroffen hat und sie jetzt mitziehen soll. Es gibt von seiner Seite aus keine Bereitschaft ihr entgegen zu kommen, dafür soll sie sich jetzt komplett nach ihm richten. Das ist total unfair. Vor kurzem noch ein Haus zusammen gekauft, in welchem ja offensichtlich auch viel Arbeit steckt, jetzt plötzlich will er 700 Kilometer weit weg ziehen, am besten soll sie noch ihren Job aufgeben, der ihr gefällt und alles über Bord werfen für jemanden, der sie nichtmal in sein Vorhaben eingeweiht hat. Würde ich niemals tun. Nach zwei Jahren hat sich die TE dort eingelebt und sie richtet wieder ein neues Haus ein, plötzlich will er in London arbeiten oder in Peking und weil er das so will hat sie dann wieder nur die Wahl mitzugehen oder ihn zu verlieren.

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13. Februar 2018 um 13:33
In Antwort auf avarrassterne1

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

Sie haben vereinbart, dass er sich erstmal im näheren Umfeld bewirbt. Wenn da nichts vernünftiges dabei ist hätte er darüber reden müssen. Aber erst am Tisch mit den Eltern zu erzählen, dass er ein Bewerbungsgespräch 700 km entfernt hat und für sie nur zwei Möglichkeiten bleiben, das ist nicht fair. Eine Beziehung funktioniert nur, wenn man rechtzeitig und offen miteinander kommuniziert und nicht hinter dem Rücken des Partners Dinge tut, die anders abgesprochen sind. Hätte er vorher gesagt er findet im vereinbarten Umkreis nichts, er muss sich also weiter weg bewerben und sie würde sich jeglicher Veränderung sträuben - okay. Aber sie wurde ja gänzlich übergangen und da finde ich ist es ihr gutes Recht Heimat über eine Beziehung zu einem Mann zu stellen, dem sein Job wichtiger ist, als offen und ehrlich zu reden und eine Lösung zu finden, bevor man vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

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13. Februar 2018 um 13:35

Vielleicht war da nie die Rede von. Aber ich vermute das hinter der Bewerbung noch mehr steckt als nur beruflicher frust. 

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13. Februar 2018 um 13:36
In Antwort auf avarrassterne1

nein, er ist nicht wegen ihr hingezogen, sondern weil es da ein Jobangebot gab, was einen sehr guten Eindruck gemacht hat. Jetzt sucht er wieder einen Job und nicht nur dort, wo er gerade wohnt - wie überraschend?
Manche Menschen sind heimatverbunden, andere nun einmal nicht - und für die ist nicht das geringste Problem daran zu erkennen, jetzt in München zu leben, in 3 Jahren in Hamburg und in 10 Jahren in Berlin.

Ok, ich lasse u.a. deswegen die Finger von Wohneigentum - machen aber auch nicht alle, die vermieten dann ggf. .

Ich würde der TE jetzt auch nicht vorwerfen, dass sie nicht wegziehen will.
Aber den Partner beschuldigen, dass "Beruf vor Beziehung geht" und an "Heimat geht vor Beziehung" gar kein Problem finden - das ist aus meiner Sicht ganz und gar nicht ok.

Den letzten Absatz finde ich super.

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13. Februar 2018 um 13:43
In Antwort auf traventure

Sie haben vereinbart, dass er sich erstmal im näheren Umfeld bewirbt. Wenn da nichts vernünftiges dabei ist hätte er darüber reden müssen. Aber erst am Tisch mit den Eltern zu erzählen, dass er ein Bewerbungsgespräch 700 km entfernt hat und für sie nur zwei Möglichkeiten bleiben, das ist nicht fair. Eine Beziehung funktioniert nur, wenn man rechtzeitig und offen miteinander kommuniziert und nicht hinter dem Rücken des Partners Dinge tut, die anders abgesprochen sind. Hätte er vorher gesagt er findet im vereinbarten Umkreis nichts, er muss sich also weiter weg bewerben und sie würde sich jeglicher Veränderung sträuben - okay. Aber sie wurde ja gänzlich übergangen und da finde ich ist es ihr gutes Recht Heimat über eine Beziehung zu einem Mann zu stellen, dem sein Job wichtiger ist, als offen und ehrlich zu reden und eine Lösung zu finden, bevor man vor vollendete Tatsachen gestellt wird.

was das "vorher mit ihr darüber reden" angeht bin ich völlig Deiner Meinung, hatte ich auch schon geschrieben, ich habe es nur nicht noch einmal wiederholt.

Ändert aber nichts daran, dass für mich in so einer Situation die Wünsche beider Parteien grundsätzlich immer gleichwertig sind.

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13. Februar 2018 um 14:09

Finde ich auch, habe ich ja auch so geschrieben - aber der Glaube, dass es dann anders gelaufen wäre, fehlt mir, um ehrlich zu sein.

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13. Februar 2018 um 15:21

Würde ich genau so unterschreiben. 

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13. Februar 2018 um 15:21

Würde ich genau so unterschreiben. 

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13. Februar 2018 um 15:33

Das würde ich so pauschal nicht sagen. Ich glaube da spielt einfach eine wahnsinnig große Enttäuschung von ihrer Seite aus mit hinein. Wenn man sich ein Haus kauft, dann rechnet man normalerweise nicht damit, dass dem Partner, noch bevor man richtig eingezogen ist, plötzlich einfällt, dass er unzufrieden ist mit seinem Job und sich 700 km weit weg bewerben will. Er wird diese Unzufriedenheit ja nicht erst seit ein paar Wochen haben. Zusätzlich wurde sie feige vor vollendete Tatsachen gestellt, hat eigentlich gar nichts mehr zu melden, wenn das Gespräch positiv verläuft ist er weg oder es läuft auf eine Fernbeziehung hinaus. Diese Vorgehensweise wäre für mich ein No-Go und deshalb würde ich für einen solchen Menschen ganz sicher gar nichts aufgeben. Aus Prinzip und weil ich diesem Menschen nicht mehr vertrauen könnte. 

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13. Februar 2018 um 15:44

Zwei Sachen:
1. Dass er es erst beim Nachtessen mit den eigenen Eltern sagte, bedeutet für mich folgendes: a) Er suchte den Schutz der Eltern, um es Dir indirekt zu sagen. Er hatte also die Eier nicht dazu, diesen Punkt mit Dir zu diskutieren. Schade. b) Das deutet - alles meine Interpretation - daraufhin, dass er Dich indirekt als zu verkorkst ansieht, nämlich, dass Du eh nie bereit wärst, das mitzumachen. Da fehlt es indirekt an Vertrauen in Dich.

2. Der Titel, das hat jemand anders glaube ich auch erwähnt, Deines threads könnte auch anders lauten: Ist das in der Heimat bleiben mehr Wert als eine Beziehung? Das müsst ihr entscheiden. Die Menschen sind seit jeher, also immer (!), dem Essen und heute und seit langem der Arbeit nachgewandert. Das ist nichts Neues. Was wichtiger ist, die gemeinsame Beziehung oder Deine Heimat, das ist ein Entscheid, der grundlegend ist. Und eine offene Frage, die ich nicht beantworten will. Du hast ihm ja auch nicht gesagt, wir bleiben nur ein Paar, wenn wir hier bleiben. Als Paar muss man halt fähig sein, zu diskutieren (siehe a) und Lösungen zu treffen. Oder man trennt sich. Wenn Eure Neubau Substanz hat, könnt ihr den vielleicht sogar gut verkaufen. Oder bei entsprechender Nachfrage. Oder vermieten. Aber das allein, das Eigenheim, sollte kein Hindernis sein, sich zu entwickeln.

Ich kann beide verstehen. Du, liebe TE, bist aber auch etwas stur und nicht gerade kompromissbereit. Eine Beziehung lebt aber auch vom Kompromiss.

Übrigens, dass beide Wünsche gleich viel Wert sind, finde ich auch. Aber man kann vorliegend nicht beides haben.

Eine Fernbeziehung halte ich auf Dauer einfach nicht für tauglich. Allgemein gesprochen. Einzelfälle können anders ausgehen.

Redet! Liebe =Kompromiss.

Aber er hätte Dich schon früher einweihen sollen.

Und das letzte aber: Es ist erst ein Bewerbungsgespräch.

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13. Februar 2018 um 16:32
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

Ja Karriere ist meiner Meinung nach wichtig (Mehr Geld = mehr Möglichkeiten) aber es ist nicht alles. Mir selbst ist mein Privatleben wichtiger als mein Beruf. Ich würde aber trotzdem nicht von jetzt auf gleich 700 km wegziehen. 
Ich finde es unmöglich, dass er seine Bewerbung nicht mal erwähnt hat.. In einer guten Beziehung spricht man über sowas. Für mich wäre das ein Trennungsgrund. Ich finde das einen totalen Vertrauensbruch. 
Es interessiert ihn anscheinend überhaupt nicht was mit dir ist. Sorry, aber das klingt nicht nach der großen Liebe. 

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13. Februar 2018 um 23:20

Ich würde erstmal klären, wie die Rahmenbedingungen bei dem Job in Dortmund sind. Ist (teilweise) Telearbeit möglich, oder gibt es Filialen in Süddeutschland, in denen er mittelfristig eingesetzt werden kann?

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14. Februar 2018 um 6:20
In Antwort auf julian_12675699

Zwei Sachen:
1. Dass er es erst beim Nachtessen mit den eigenen Eltern sagte, bedeutet für mich folgendes: a) Er suchte den Schutz der Eltern, um es Dir indirekt zu sagen. Er hatte also die Eier nicht dazu, diesen Punkt mit Dir zu diskutieren. Schade. b) Das deutet - alles meine Interpretation - daraufhin, dass er Dich indirekt als zu verkorkst ansieht, nämlich, dass Du eh nie bereit wärst, das mitzumachen. Da fehlt es indirekt an Vertrauen in Dich.

2. Der Titel, das hat jemand anders glaube ich auch erwähnt, Deines threads könnte auch anders lauten: Ist das in der Heimat bleiben mehr Wert als eine Beziehung? Das müsst ihr entscheiden. Die Menschen sind seit jeher, also immer (!), dem Essen und heute und seit langem der Arbeit nachgewandert. Das ist nichts Neues. Was wichtiger ist, die gemeinsame Beziehung oder Deine Heimat, das ist ein Entscheid, der grundlegend ist. Und eine offene Frage, die ich nicht beantworten will. Du hast ihm ja auch nicht gesagt, wir bleiben nur ein Paar, wenn wir hier bleiben. Als Paar muss man halt fähig sein, zu diskutieren (siehe a) und Lösungen zu treffen. Oder man trennt sich. Wenn Eure Neubau Substanz hat, könnt ihr den vielleicht sogar gut verkaufen. Oder bei entsprechender Nachfrage. Oder vermieten. Aber das allein, das Eigenheim, sollte kein Hindernis sein, sich zu entwickeln.

Ich kann beide verstehen. Du, liebe TE, bist aber auch etwas stur und nicht gerade kompromissbereit. Eine Beziehung lebt aber auch vom Kompromiss.

Übrigens, dass beide Wünsche gleich viel Wert sind, finde ich auch. Aber man kann vorliegend nicht beides haben.

Eine Fernbeziehung halte ich auf Dauer einfach nicht für tauglich. Allgemein gesprochen. Einzelfälle können anders ausgehen.

Redet! Liebe =Kompromiss.

Aber er hätte Dich schon früher einweihen sollen.

Und das letzte aber: Es ist erst ein Bewerbungsgespräch.

Ich finde aber Punkt 1 überwiegt. Er hat mit diesem feigen Verhalten eine Diskussion auf gleicher Ebene kaputt gemacht. Er hat sich entschieden zu gehen, wenn das klappt und sie mit dieser Entscheidung vor die Wahl gestellt mitzukommen (und alles aufzugeben) oder eine Fernbeziehung zu führen. Selbst wenn das Bewerbungsgespräch schiefgeht zeigt dieses Verhalten, dass er sie im Ernstfall übergehen würde (nur weil er einem Konflikt aus dem Weg gehen will, einem berechtigten Konflikt weil tatsächlich beide wünsche gleich viel Wert sind).

Bei mir hätte er nur eine Chance, wenn er sich entschuldigt und sein falsches Verhalten einsieht (und zwar vor dem möglichen Scheitern im Bewerbungsgespräch) und bereit ist zu einer echten Diskussion und Kompromissuche auf Augenhöhe. Ich gehe, egal was du dazu sagst, schließt nämlich jeden Kompromiss von seiner Seite aus, denn wie du treffend sagst auf lange Sicht gesehen wird eine Fernbeziehung mit einer solchen Entfernung nicht funktionieren, insbesondere weil noch gar nicjt gesagt ist, ob es dem Herrn in der neuen Arbeitsstelle dann überhaupt gefällt oder ob sie alles für einen Wanderer aufgibt, der nirgends zufrieden sein wird.

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14. Februar 2018 um 13:42
In Antwort auf traventure

Ich finde aber Punkt 1 überwiegt. Er hat mit diesem feigen Verhalten eine Diskussion auf gleicher Ebene kaputt gemacht. Er hat sich entschieden zu gehen, wenn das klappt und sie mit dieser Entscheidung vor die Wahl gestellt mitzukommen (und alles aufzugeben) oder eine Fernbeziehung zu führen. Selbst wenn das Bewerbungsgespräch schiefgeht zeigt dieses Verhalten, dass er sie im Ernstfall übergehen würde (nur weil er einem Konflikt aus dem Weg gehen will, einem berechtigten Konflikt weil tatsächlich beide wünsche gleich viel Wert sind).

Bei mir hätte er nur eine Chance, wenn er sich entschuldigt und sein falsches Verhalten einsieht (und zwar vor dem möglichen Scheitern im Bewerbungsgespräch) und bereit ist zu einer echten Diskussion und Kompromissuche auf Augenhöhe. Ich gehe, egal was du dazu sagst, schließt nämlich jeden Kompromiss von seiner Seite aus, denn wie du treffend sagst auf lange Sicht gesehen wird eine Fernbeziehung mit einer solchen Entfernung nicht funktionieren, insbesondere weil noch gar nicjt gesagt ist, ob es dem Herrn in der neuen Arbeitsstelle dann überhaupt gefällt oder ob sie alles für einen Wanderer aufgibt, der nirgends zufrieden sein wird.

Einverstanden.

Auch damit, dass man es ansprechen muss und eine Einsicht von ihm vorhanden sein muss. Lernfähig sind wir alle und Fehler machen auch alle.

Wir kennen die Hintergründe nicht genau. Wenn dieser Herr eine Top-Ausbildung hat, ist ein Weiterzug eben denkbar. Will heissen, vielleicht landet er mal in London bzw. hat ein Jobangebot dort. Und dann?

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14. Februar 2018 um 15:01
In Antwort auf julian_12675699

Einverstanden.

Auch damit, dass man es ansprechen muss und eine Einsicht von ihm vorhanden sein muss. Lernfähig sind wir alle und Fehler machen auch alle.

Wir kennen die Hintergründe nicht genau. Wenn dieser Herr eine Top-Ausbildung hat, ist ein Weiterzug eben denkbar. Will heissen, vielleicht landet er mal in London bzw. hat ein Jobangebot dort. Und dann?

Das müssten sie dann natürlich vorher klären. Sie will ja auch in den nächsten Jahren Kinder das verträgt sich auch nicht so gut mit ständig wechselndem Wohnsitz. Sollte er einsichtig sein und die Beziehung noch eine Chance haben müssten die beiden sehr viele Gespräche führen, um eine Lösung zu finden, oder sich zu trennen, weil sie eben doch nicht zusammen passen.

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14. Februar 2018 um 20:21
In Antwort auf mrsnaseweis

Hallo
da mein Leben im Moment etwas aus den Fugen gerät, versuche ich mir Tipps und Meinungen von anderen Menschen einzuholen. Nun ist es so, dass meine Freunde und meine Familie hier sehr pateiisch sind - daher hier der Versuch.

Mein Freund (31) und ich (29) sind nun seit ca. 1 1/2 Jahren ein Paar. Er kam vor zwei Jahren aus Dortmund nach Süddeutschland (in die Stadt, in welcher ich schon seit meiner Kindheit wohne) weil er hier beruflich eine vielversprechende Stelle fand. Dies war zufällig bei meinem Ex-Arbeitsgeber - so lernten wir uns auch über ehemalige Kollegen kennen. Mein Freund hat sehr teuer und aufwendig studiert, da für ihn die Karriere ein großer Baustein seines Glück ist. Es war für ihn nicht leicht (und ist es immer noch nicht), damals seine Familie (sein Vater ist bereits über die 70), seine Freunde und auch seine damalige Freundin (welche er dann für mich verlassen hat) zurück zu lassen - hat es jedoch trotz allem getan. Da ich nicht dabei war, kann ich nicht sagen, wie die Situation damals verlaufen ist.

Vor ca. 6 Monaten haben wir uns entschieden, hier in meiner Heimatstadt (in welcher er ja nun auch Zuhause war) ein Haus zu kaufen, welches wir nun bis zum heutigen Tag umgebaut haben, um uns ein gemeinsames Zuhause zu schaffen. Der Umbau war/ist eine harte Zeit, gerade für ein Paar, welches noch nicht so lange zusammen ist. Dennoch haben wir das gemeistert und es nimmt jetzt langsam gestalt an. Jeden Tag kommt hier noch eine Lampe und dort noch ein Bild hin usw. Besonders ich habe sehr viel Liebe in dieses Zuhause gesteckt.

So, da klingt ja jetzt alles ganz herrlich und das könnte es ja auch sein, wenn es hier nicht ein Problem gäbe, das dieses harmonische Leben zu zerstörren droht.

Schon vor ein paar Monaten, während dem Umbau, kam mein Freund immer depremierter von der Arbeit nach Hause. Er fühle sich unterfordert. Er hatte sich mehr von dieser Stelle erwartet, geplant, in eine Leitungsposition aufzusteigen, wie es im Vorstellungsgespräch damals auch vereinbart war.  Noch dazu hat der Chef sehr kolerische Züge und hat fehlende Führungskompetenzen. Das Klagelied wurde von Abend zu Abend mehr, bis hin zu Tränen. Dies löste in mir auch das ein oder andere Déjà-vu aus, da ich ebenfalls sehr unter dieser Firma und  diesem Chef gelitten hatte (so lange, bis ich sogar zum Psychologen musste). Somit hat mein Freund hier mein volle Verständnis. Ich riet ihm, hier ins Gespräch mit seinem Chef zu gehen (obwohl ich mir aus der Erfahrung fast sicher bin, dass es nichts bringt). Dies fand mein Freund "taktisch unklug", da es hier zur totalen Eskalation kommen könnte. Davor wollte er erst eine Alternative in der Hinterhand haben.

Nun ja, also blieb nur übrig, Bewerbungen raus zu schicken. Nun hat mein Freund eine Qualifikation und auch einen Anspruch, mit denen man nicht an jeder Ecke arbeiten kann. Dennoch hatten wir vereinbart, dass er sich vorerst nur in der Gegend (ca. 100km Umkreis) bewerben würde. Hier liegt die Problematik begraben, dass es zum Einem eigentlich kaum eine Stelle gibt, zum Anderen sein jetziger Chef natürlich Wind von der Sache bekommen könnte. Als er Bewerbungen schrieb, hatte ich mich hier nicht weiter eingemischt - wir hatten ja was vereinbart.

Nun waren dieses Wochenende seine Eltern da. Dies ist eh immer eine unheimlich angespannte Situation für mich, weil mein Freund für die Beiden der "kleine Prinz ist", sodass ich nur selten etwas richtig machen kann. Wir waren Freitag Mittag mit denen gerade Essen in einem Restaurant, als mein Freund (als würde er vom Wetter reden) offenbart, dass er in 2 Wochen ein Vorstellungsgespräch Nähe Dortmund hat.  Mir ist schier das Essen im Hals stecken geblieben. Seine Eltern höchst erfreut (Klar - der kleine Prinz ist dann wieder daheim) und ich wie mit nem Hammer ins Gesicht geschlagen. Hab dann erst mal höflich das Weite gesucht.

Die ist jetzt 5 Tage her. Seitdem herrscht der Kalte Krieg. Wir können kaum noch eine Sekunde im gleichen Raum sein, ohne über die Thematik zu diskutieren, verbunden mit unendlich vielen Tränen, schlaflosen Nächten und totaler Verzweiflung.

Vielleicht werde ich jetzt etwas unstruktuiert, aber hierzu habe ich so viele Gedanken im Kopf:

1. Er sagt, ich soll mit - ich möchte nicht weg aus meiner Heimatsstadt. Dies klingt vielleicht erst mal stur, hat aber durchaus seine Hintergründe: Zum Einen habe ich ein sehr sehr enges Verhältnis zu meinen Eltern (es gibt kaum einen Tag, an dem ich nicht bei ihnen bin). Zum anderen habe ich einen Job, den ich eigentlich ganz gerne mache. Natürlich gibts hier auch schlechte Tage im Büro, aber an sich arbeite ich mit dem Thema, für das meine Leidenschaft brennt. Und nicht zu vergessen haben wir die letzten 6 Monate Tag und Nacht bis zur Erschöpfung uns ein Zuhause geschaffen. Wie gesagt - es hängen noch nicht mal die letzten Lampen. Ebenfalls ein zentraler Punkt ist der, dass ich mich nach meinem Abitur entschieden hatte, in meiner Heimatstadt zu bleiben, weil ich hier sehr verwurzelt bin, weil ich Angst vor der Fremde habe. Dies jetzt zu machen, würde mich selbst irgendwie verraten.


2. Er sagt, er pendelt und wir führen einen Fernbeziehung - ich weiß ich schaffe das nicht: Ich bin ein Mensch, der ein unheimlich inniges Verhältnis zu meinem Partner pflegt. Mein Partner ist nicht nur der, den ich liebe sondern auch mein bester Freund. Nun reden wir hier ja noch von 200 Kilometern, welche man mal schnell am Freitag runter fährt (das wäre ja durchaus vertretbar), sondern von einer Strecke von gut 700 Kilometern. Dies würde bedeuten, wenn es gut läuft, sieht man sich 2 Mal in Monat, wenn schlecht gar nicht. Hier kommen noch weitere Aspekte hinzu. Er ist dann wieder bei seinen Freunden, seiner Familie. Vielleicht male ich nun schon den Teufel an die Wand aber ich warte nur auf den Anruf:"Schatz - ich kann dieses Wochenende doch nicht kommen - meine Kumpels machen ne Grillparty"... - oder Ähnliches. Dann kommt dazu, dass ich das mit seiner letzten Beziehung live miterlebt habe. Die Dame hatte sich auch auf eine Fernbeziehung eingelassen, mit dem Resultat, dass er sich in mich verliebt hat und sie verlassen hat. Klar kann sowas immer passieren, aber man ist hier halt ein gebranntes Kind. Und wenn wir grad beim Thema Kind sind. Mein Wunsch war es immer, in den nächsten Jahren (2-3) Kinder zu bekommen. Hatte mir auch nicht vorgestellt, diese dann mal allein groß zu ziehen - wenn man überhaupt mal annimmt, dass er unter solchen Voraussetzungen Kinder will.


Dies sind jetzt die Beiden Entscheidungen die er mir zur Verfügung stellt und ich soll mich entscheiden. Frei nach dem Motto: Friss oder stirb. In mir herrscht ein unheimlicher Kampf in den letzten Tagen. Soll ich alles aufgeben (Familie, Job, Haus, Freunde, Heimat) um in einer fremden Stadt bei meinem Partner zu sein, der dann wahrscheinlich noch massig Überstunden schiebt, um seinen großen Traum im Beruf zu verwircklichen? Oder soll ich hier alleine sitzen bleiben, in dem Heim, welches wir seit Monaten aufgebaut haben und meinen Wunsch auf ein normales Familienleben begraben. Leiden wie ein Hund, weil mich die Sehensucht und die Ungewissheit auffressen wird, bis wir uns trennen, weil wir uns auseinander gelebt haben.

Und immer wieder stellt sich mir einfach die Frage: Ist ihm die Karriere so viel wichtiger wie ich und unsere Beziehung????


 

ich hab nicht alles gelesen, aber was, bitteschön ist dein Problem? Ich fahre im Jahr zwischen 60 und 100tkm und pendle seit vielen Jahren. Derzeit arbeite ich 630km von zuhause entfernt, geht auch.

​Solltest du länger bei einer Firma arbeiten, deren Firmenklima bei dir zu psychischen Störungen führt, bist du in dieser Firma schlecht aufgehoben. Und wenn dein Partner in einer solchen Firma arbeiten muss, ist sein Platz auch besser woanders.

​So, jetzt hab ich doch nochmal zurückgeblättert: du kannst also nicht Fernbeziehung, dann bleibt ja nur die Trennung. Also trenn dich und weine die nächsten 5 Jahre in dein Kissen. Das Leben kann schon grausam sein. Vor allem, wenn es nicht so läuft, wie man sich das in seinem Filofax zurecht gelegt hat.

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15. Februar 2018 um 9:12

Ich habe eine Freundin, die bis zur Trennung ihrer Eltern (sie war 15) an 9 unterschiedlichen Orten gelebt hat. Sie beschreibt das nicht gerade schön, sich ständig neue Freunde suchen zu müssen obwohl man eh weiß, bald lebt man wieder woanders. Sie nimmt es ihrem Vater heute sehr übel, dass ihm die Karriere wichtiger war, als seine Familie, denn trotz der Umzüge war kaum Zeit vorhanden.

Du hast recht, das beide aufeinander zugehen müssen, aber erst wenn er seinen Fehler einsieht und Einsicht zeigt. Sonst zieht sie vielleicht mit um und zwei Jahre später ist er immer noch unzufrieden im Job und bewirbt sich heimlich wieder woanders und stellt sie vor die Wahl. Diskussionen über die Zukunft sind erst dann klug, wenn man sich auf einer Augenhöhe befindet. Tun die beiden aber nicht, weil er bereits entschieden hat und ihr nur 2 Möglichkeiten bleiben, bei denen nur sie auf ihn zugehen muss. Den ersten Schritt muss er machen, wenn er das nicht tut dann wäre es für mich vorbei, den mit einem Partner der hinter meinem Rücken solche wichtigen Entscheidungen trifft und mich dann auch noch vor die Wahl stellt, würde ich nicht zusammen sein wollen. Da würde ich auch keinen Schritt weiter auf ihn zugehen, woher weiß sie denn, dass er in zwei Jahren nicht wieder ganz genauso handelt? Dann hat sie aber vielleicht bereits alles aufgegeben.

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15. Februar 2018 um 11:41
In Antwort auf py158

ich hab nicht alles gelesen, aber was, bitteschön ist dein Problem? Ich fahre im Jahr zwischen 60 und 100tkm und pendle seit vielen Jahren. Derzeit arbeite ich 630km von zuhause entfernt, geht auch.

​Solltest du länger bei einer Firma arbeiten, deren Firmenklima bei dir zu psychischen Störungen führt, bist du in dieser Firma schlecht aufgehoben. Und wenn dein Partner in einer solchen Firma arbeiten muss, ist sein Platz auch besser woanders.

​So, jetzt hab ich doch nochmal zurückgeblättert: du kannst also nicht Fernbeziehung, dann bleibt ja nur die Trennung. Also trenn dich und weine die nächsten 5 Jahre in dein Kissen. Das Leben kann schon grausam sein. Vor allem, wenn es nicht so läuft, wie man sich das in seinem Filofax zurecht gelegt hat.

Also in einem Punkt gebe ich dir recht: Bei einer Firma arbeiten dir einen krank macht sollte man unter allen Umständen vermeiden. 
Zum Rest: Wer dauerhaft extrem lange pendelt und/oder nur Wochenende zu hause, für den ist Job wichtiger als die Beziehung bzw. die Familie. Das meine ich tatsächlich erstmal nicht wertend, ist aber so.

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15. Februar 2018 um 12:16

Ich sage ja im Prinzip nix anderes. Ich ergänze nur, dass Leute die dauerhaft sowas leben, eben ihren Job an erster Stelle sehen.

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15. Februar 2018 um 12:22

Und wenn man dauerhaft solche Wege hat verlegt man den Lebensmittelpunkt. Oder man sucht sich eine stelle näher am Wohnort. Gibt genug Möglichkeiten. 

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15. Februar 2018 um 15:01

Mit dir hat es einfach keinen Sinn...

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15. Februar 2018 um 15:43

Der Normalfall ist nicht: Entweder zeit für die Familie oder gutes einkommen. Nur mal so. 

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15. Februar 2018 um 16:12

Die Ehe der Eltern war nicht schlecht, wo hab ich das denn geschrieben? Eine Trennung heißt ja nicht, dass die Beziehung schlecht war, sie wollte ihren Kindern diese ständigen Umzüge einfach nicht mehr antun. Er ist immer noch genauso viel unterwegs wie damals und hat nach wie vor kaum Zeit für seine Kinder (und Enkel).

Im jungen Alter sind Umzüge vielleicht nicht so schlimm für Kinder, je älter sie werden desto schwieriger ist es. Umzüge innerhalb einer Stadt kann man auch nicht mit dem vergleichen, was meine Freundin mitgemacht hat. Sie sind immer in eine andere Stadt gezogen (je nachdem am welchem Standort der Vater eben eingesetzt wurde).

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15. Februar 2018 um 16:14

Werden dir deine ständigen Vorurteile eigentlich nicht langsam mal langweilig?

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15. Februar 2018 um 16:30

Schade meldet sich die TE nicht mehr.

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15. Februar 2018 um 16:46

Das verstehst du glaube ich falsch. Zumindest mir geht's gar nicht so sehr darum, dass er sich so weit weg bewirbt, sondern dass er erstens, wie du beschreibst einen "unpassenden Zeitpunkt" gewählt hat, um davon zu erzählen und sie zweitens vor die Wahl stellt. Er ist nunmal in einer Beziehung und da kann man bei gewissen Entscheidungen nicht einfach egoistisch vorgehen - wenn einem die Beziehung etwas wert ist. Heimlich irgendwelche Entscheidungen treffen sagt viel über seinem Charakter in einer Beziehung aus. Zumal ich es hier auch ziemlich unfair finde SEINEN möglichen neuen Job über ihren Job zu stellen, in dem sie sich aktuell wohl fühlt. Hat er etwa ein größeres Recht auf die Erfüllung seiner Träume, als sie? 


Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Entweder Trennung, weil sie einfach nicht zusammen passen und die Erfüllung ihrer Träume 800 Kilometer voneinander entfernt liegen. Oder ein Kompromiss auf Augenhöhe. Dafür müsste er aber erstmal einsehen, dass solche Alleingänge in einer Beziehung nicht funktionieren, sonst wird das Thema in der Beziehung noch sehr viel häufiger für große Konflikte sorgen - spätestens wenn er merkt der neue Job ist wieder nichts. 

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15. Februar 2018 um 17:28

Naja einer von beiden wird (auf die Dauer gesehen) auf jeden Fall einiges aufgeben müssen. 800 Kilometer Trennung funktionieren nicht für immer. Ich finde schon, dass das ein "Drama" wert ist. Ich würde jedenfalls für keinen Mann meine Heimat und meinen sicheren Arbeitsplatz aufgeben, bei dem ich mir unsicher bin, ob er auch in Zukunft wichtige Entscheidungen alleine trifft. Ihre Wünsche sind genauso wichtig wie sein Wunsch nach einem zufriedenstellenden Job. Da muss man halt einen Kompromiss auf Augenhöhe finden.

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15. Februar 2018 um 18:15

Das spielt absolut keine Rolle. Jeder Mensch hat andere Prioritäten. Wenn man eine Beziehung eingeht zählt beides gleich viel und man schließt Kompromisse oder man trennt sich. Aber man stellt seinen Partner nicht einfach egoistisch vor die Wahl.

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15. Februar 2018 um 19:15

Wenn man sich gerade ein Haus gekauft hat find ich es nachvollziehbar, wenn man erstmal im näheren Umkreis auf Jobsuche geht. Ich meine er hat dieses Haus ebenfalls gekauft und ich denke mal nicht, das die Unzufriedenheit im Job von heute auf morgen kam, das hätte ihm auch früher einfallen können.

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16. Februar 2018 um 1:20

Gibt es bei dir nur die extreme? Sehr gut verdienender alleinversorger oder gleich arbeitslos und ohne Ausbildung?  Vielleicht gehst du immer nur von deinem, vermutlich gehobenem-mittelklasse Umfeld aus, wenn du vom angeblichen 'durchschnitt' redest. Nett dass du noch erwähnst dass es auch Ausnahmen gibt. 
denk doch mal an die arbeiterfamilien, wo viele Männer wie Frauen handwerkliche Berufe ausüben oder 'einfach' im Supermarkt,  als putzkraft, busfahrerIn, friseurIn o.ä. arbeiten.  Da gibt es viele Familien die sich so durchschlagen,  beide arbeiten,  der Mann nicht unbedingt  mehr verdient und sich der Partner ganz sicher nicht nach dem Einkommen ausgesucht wird. Ich denke gerade in der 'unteren mittelschicht' zählen oft werte fernab des Einkommens bei der partnerwahl, auch wenn es um Familienplanung geht. Ich denke dass du nicht 'untere mittelschicht' bist, deine Beispiele und dein sogenanntes 'Normal' aber auf alle Menschen beziehst. Ich habe gerade wirklich mal nachgedacht,  und bei keiner meiner Freundinnen ist es so, dass der Partner viel mehr verdient als sie. Ich habe Eltern die beide studiert haben und gut verdienen, habe selber auch studiert, bin 24, Mutter und bin 'für meinen Freund' ausgewandert,  wollte mit ihm eine Familie gründen und habe dieses geplante Kind bekommen, obwohl er alles andere als ein stabiles Einkommen hat. Das ist natprlich nur eine Ausnahme,  die 'die' (deine?) Regel bestätigt. 

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16. Februar 2018 um 8:25

Kommt drauf an warum der Mann arbeitslos ohne Ausbildung ist. Weil er ein verantwortungsloser und fauler Kerl ist, der einfach kein Bock hat auf Arbeit, dann wäre das ein Charakter der nicht zu mir passt und mit so jemandem würde ich ganz bestimmt keine Familie gründen. Oder ist er arbeitslos und hat keine Ausbildung, weil er sich zwar bemüht und bewirbt, aber trotzdem keine Stelle bekommt. 

Arbeitslos ist nicht gleich arbeitslos und die Art und Weise der Arbeitslosigkeit spiegelt den Charakter einer Person wieder.

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16. Februar 2018 um 8:34

Für viele Berufe, die gut bezahlt sind, sind Frauen "weniger begabt". In meinem Umfeld gibt es kaum Frauen, denen Programmieren, Mathe oder Physik wirklich liegt. Andere Berufe liefen den meisten Frauen besser, drum gibt es in einigen gut bezahlten Berufen eben eine geringe Anzahl an Frauen. Berufe die vielen Frauen besser liegrn sind teilweise einfach schlechter bezahlt. Mit guter Ausbildung heißt das dann trotzdem nicht, dass Frau gleich viel verdient - leider. Ich studiere einen sehr männerlastigen Studiengang. Von Absolventen der letzten 5 Jahre weiß ich von großen Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen (gleiches Unternehmen, ähnliche Noten).

Man darf nicht immer nur stumpfe Zahlen anschauen, man muss auch ein bisschen überlegen, warum das alles so ist. Für dich gibt es da ganz klar nur eine Option, finde ich ziemlich engstirnig.

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16. Februar 2018 um 9:40

Du beziehst dich in nahezu alle deinen aussagen auf deine gefühlte persönliche Realität,  dir meist so gar nix repräsentatives hat. Deine Blase ist nicht die realität. Allein was du da wieder von "minderen" berufen faselst ist schlicht blödsinn.

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16. Februar 2018 um 10:27

Was ist denn 'fast immer'? Sicherlich ist das das so, aber sicher nicht 'fast immer', was für mich um die 98% wären. 
ich finde nur nicht gut, dass du oft provokant pauschalisierst ("was anderes als Männer mit stabilem Einkommen wird von Frauen mit kinderwunsch nicht geheiratet" usw. 
So verallgemeindernd stimmt das einfach nicht, zumindest nicht in allen schichten.  
OT: hast du eigentlich das Cathy Newman Interview mit Jordan peterson gesehen? 

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16. Februar 2018 um 11:14

Das ist nicht frauenfeindlich. Wenn du schon mit Statisitik kommst, ich studiere Infromationsmanagement und zwar als eine von sehr wenigen Frauen im technischen Bereich! Viele Frauen haben daran nunmal weniger Interesse, auch was Noten und Verständnis angeht liegen die Männer bei uns im Studiengang häufig vorne. Andere Studiengänge sind überlaufen von Frauen, Marketing und Design zum Beispiel, da gibt es weniger Männer und die weiblichen Absolventinnen sind dort durchschnittlich auch besser. Das hat was mit Interessen zu tun, die bei Geschlechtern nunmal unterschiedlich sein können und es oftmals auch sind und davon hängen dann auch die Leistungen ab. Meistens ist man in den Dingen gut, die einen auch interessieren. Das ist kein Vorurteil. Und ein Ingenieur verdient normalerweise einfach mehr, als ein Mitarbeiter im Marketing. Obwohl beide ein Studium abgelegt haben und damit eine annähernd gleichwertige Ausbildung (Studium).

Ich hab in keinem Wort diese Klischeeberufe erwähnt, die du oben erwähnst. Ich rede von gleichwertigen Ausbildungen, in denen Frauen schlechter bezahlt werden. Das ein Personalmanager mit Studium mehr verdient als ein Friseur ist ja nun auch nichts Neues. Diese Berufe sind aber nicht miteinander zu vergleichen, weil eine ganz andere Ausbildung notwendig ist. 

Als Frau in einem eher frauenuntypischen Beruf habe ich den Arbeitsmarkt in dieser Hinsicht ganz gut im Blick. Und ich weiß auch, dass es gravierende Unterschiede gibt zwischen den Gehältern von Frauen und Männern, trotz identischer Ausbildung. Wie gesagt kenne ich allein in meinem Bereich dutzende Beispiele dafür. 

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16. Februar 2018 um 11:17

Wenn man sich Mühe gibt bei der Recherche kann man nahezu alles mit irgendwelchen Statistiken belegen, die wiederrum andere Statistiken widerlegen. Wenn man sich nur für die schwarze Seite interessiert, wird man auch nur schwarz finden und weiß ausblenden. 

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16. Februar 2018 um 12:08

Wie soll ich damit umgehen, mir macht das Spaß, was ich mache und genau deshalb habe ich mir diesen Beruf bzw. dieses Studium ausgesucht. Ich kann mich für solche Fächer begeistern, es gibt aber nunmal nicht viele Frauen, die das ebenfalls können und ich finde das muss man akzeptieren. Ich werde dadurch besser verdienen als meine Marketing-Freundinnen, die sich für ihre Themen aber genauso begeistern wie ich mich für meine und darauf kommt es letztendlich an. 

Man kann doch niemanden für seine Berufswahl verurteilen und ihm dann vorwerfen, dass er weniger verdient und sich deshalb einen besserverdienenden Partner aussucht. Ich finde es genauso schlimm, wenn man jetzt als Frau darauf achten muss, keinen Mann mit höheren Gehalt zu "wählen", nur damit einem nicht Geldgier vorgeworfen wird. Gehälter sind total egal, menschlich muss es passen, wenn eine Beziehung funktionieren soll. Und ich glaube die Basis ist schonmal eine bessere, wenn beide Erfüllung in ihrem Job finden, egal ob es Gehaltsunterschiede gibt oder nicht.

Es gibt nunmal Unterschiede zwischen den Geschlechtern und die muss man auch mal offen stehen lassen können, ohne dass immer von Vorurteilen die Rede ist. Interessen sind nunmal unterschiedlich, aber ob man will oder nicht auch teilweise geschlechtsbedingt. 

In meinem Fall war es jedenfalls so, dass das anfangs gebotene Gehalt sich zwischen Frauen und Männern deutlich unterschiedlich war. Die Frau hatte dementsprechend einen deutlich schwierigeren Ausgangspunkt für Verhandlungen, weil er auch ohne Verhandlungen ein höheres Gehalt angeboten bekommen hat. Ist vielleicht ein schlechtes Beispiel und sicherlich nicht (mehr) in allen Unternehmen üblich, aber leider gibt es solche Unterschiede immer noch. 

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16. Februar 2018 um 12:14

Im Übrigen sehe ich meinen Beruf nicht als Männerberuf, sondern als einen Beruf, der aufgrund unterschiedlich Interessen häufig von Männern angestrebt wird. Wir haben einige Damen, die den Anforderungen nicht gewachsen sind und in den ersten Semestern abbrechen, weil ihnen einfach ein stückweit das Verständnis für die Themen fehlt. Jeder hat etwas, worin er gut ist und das sollte man fördern, unabhängig ob Frau oder Mann.

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16. Februar 2018 um 12:16

Klar, Vorteile hat das natürlich schon Aber Geld ist trotzdem nicht alles was zählt.

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