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Ist die Beziehung noch zu retten?

30. März 2005 um 13:41

Seit 1 1/4 Jahr bin ich (31) mit meinem Freund (31) nun zusammen.
Als wir uns kennen lernten, war er gerade mal 6 Monate zuvor aus seinem Elternhaus ausgezogen, im Alter von 30 Jahren.
Aufgrund seines Schichtdienstes sehen wir uns meistens nur 1-2 Mal pro Woche, die Wochenenden gehören uns nur selten.

An den Tagen, an denen wir nicht zusammen waren, fuhr er heim zu seinen Eltern (ca. 60 km entfernt), wo auch seine Kumpels sind. Das Dorf und das Haus, wo seine Eltern wohnen, nennt er sein Zuhause seine Wohnung hier nicht, die heißt nur ich fahre nach Berlin oder ich bleibe heute in Berlin. Dort trifft er sich mit seinem Kumpels und geht zu Partys dort ist offensichtlich sein richtiges Leben.

Irgendwann nach einem 3/4 Jahr fragte ich mal, ob wir nicht irgendwann zusammen wohnen wollen. Er fand die Idee gut, so schien es mir zumindest. Als ich mit Grundrissen und Angeboten (wirklich nur zur Information, um zu wissen, was man für sein Geld bekommt) ankam, war seine Begeisterung wie weggeblasen. Er wäre sich nicht sicher, ob er das möchte ... wäre sich nicht sicher, was mich angeht etc. Ich war wirklich wie vor den Kopf gestoßen.

Wochen später fuhren wir in ein verlängertes Wochenende. Ich hatte mich so darauf gefreut. Seine Launen und sein ständiges Gemotze hoben nicht gerade meine Stimmung. Er regte sich über alles auf, sogar darüber, dass ich Big Brother guckte. Ich würde dadurch verblöden und er kenne niemanden, der noch so einen Schwachsinn ansieht.

Kurz nach unserem Jahrestag konnte ich nicht mehr, dieses Gemaule und mich Angekeife war zuviel; schon beim kleinsten Anlaß fing ich an zu heulen.
Wir vereinbarten auf meinen Wunsch hin einen Monat Auszeit, um zu sehen, ob der andere einem fehlt und ob man 2. Chance für die Beziehung möchte. Die ersten 2 Wochen ging es mir wirklich gut, dann hat er mir wirklich gefehlt und ich hab mich richtig auf ihn gefreut. Unser Wiedersehen war nicht rosig, da sein Vater in der Zwischenzeit schwer erkrankt war und im Sterben lag. Es war schrecklich! Er verbrachte die letzten Tage bei seinen Eltern bzw. im Krankenhaus. 2 Wochen später starb der Vater.

Bei der Beerdigung habe ich meinen Freund dann das letzte Mal gesehen, die nächsten 3 Wochen hatten wir nur telefonischen Kontakt, da er sich um seine Mutter und das Haus kümmert. (Seine Schwester, die im Nachbardorf wohnt, kam ebenfalls jeden Tag mit ihren Kindern vorbei.) Irgendwie hatte ich den irrsinnigen Gedanken, ich könnte ihm auch eine Stütze sein, in dem ich für ihn da war. Aber er hatte kein Bedürfnis, mich zu sehen, nicht einmal eine einzige Stunde. Er könne seine Mutter nicht allein lassen und am Haus gäbe es so viel zu tun, hörte ich immer wieder.
Auch meine Nerven lagen zu der Zeit blank; ich wollte ihn nicht nur am Telefon aufbauen, sondern ihn auch mal sehen. Auf Dauer ginge es nicht so weiter, sagte ich ihm. Es käme mir schon vor, als sei ich ein Klotz an seinem Bein und würde ihn mehr nerven als helfen. So wäre keiner von uns beiden glücklich.

Nach 3 Wochen sah ich ihn dann endlich, er blieb über Nacht. Am nächsten Morgen saß er allerdings wieder auf dem Sprung da und wollte nach Hause, da es dort viel zu tun gäbe. Er sagt, er will nun wieder mehr Zeit mit mir verbringen, aber irgendwie kann ich das nicht glauben, so gern ich es auch möchte. Ich befürchte, ich warte auf etwas, was nie kommen wird. Ich will anscheinend mehr, als er geben will. Das Thema Zusammenziehen möchte ich nicht mehr anschneiden, die Antwort wäre sicherlich die Gleiche. Kann ich etwas tun, um die Beziehung zu retten? Ist er noch nicht abgenabelt? Vor kurzem meinte er, er wäre jetzt der Hausherr.
Sagt das nicht schon alles? Was meint Ihr? Will ich zuviel oder erkenne ich nicht, dass er mich in Wirklichkeit nicht will?!

VG, Gleichklang

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31. März 2005 um 1:10

Hallo G.,falsche Frage zur falschen Zeit,
das hat im Moment n i c h t s mir Dir zu tun,auch wenn Du vielleicht jetzt den Kopf schütteln wirst.

Der Tod eine engen Verwandten,hier,seines Vaters,ist einen Ausnahmesituation,und da gibt es viel Arbeit,nicht nur,was den Nachlass betrifft,das ist richtig.

Jepp,abgenabelt ist er auch nicht, b zw. ich sags mal anders,bisher hatte er keinen Grund,seinen intensiven Kontakt zum Heimatort zu ändern,und offensichtlich war ihm auch keine Frau wichtig genug,seine GEwohnheit der Freizeitgestaltung zu überdenken oder neu zu gestalten,der Partnerin zuliebe....-was mich erschreckt dabei,wie man so unflexibel mit 31 sein kann

Du hattest es etwas ungeschickt angefangen,mit den Grundrissplänen für ein gemeinsames Heim....für ihn war das noch weiter weg,und so schnell konkretisieren möchten das viele Männer denn doch nicht......vielleicht hat er auch nur jaja gesagt,um seine Ruhe zu haben.

Du kannst zu ihm fahren,und o h n e (!!) Beziehungsdiskussionen,auch wenns Dir derzeit nicht leicht fallen dürfte,ihm anbieten,ihm zu helfen.
Was eure "Beziehung" angeht,ich sehe bisher keine.

Nur einen Junggesellen,der derzeit nicht bereit ist,sein Leben zu ändern.

Und was den Tod seines Vaters angeht,das kann ein Jahr dauern,mind.ein halbes,bis das verkraftet ist,einigermaßen.
Da ist jemand unwiderruflich weg,der sehr wichtig für ihn war,und kommt nie wieder.

Was Zusammenziehen, etc....angeht,würde ich mir derzeit und durch diesen Todesfall noch länger,einfach abschminken,hinten anstellen,abhaken oder vergessen.

Vielleicht ist es auch der falsche Mann für Dich,schlicht und ergreifend.

Ich habe keinen Satz von Dir gelesen,was er schon mal gemacht hatte,um DIr eine Freude zu machen,geschweige denn das Wichtigste:

Dass ihr euch liebt?
Und als Paar zusammen leben wollt oder ggf. Zukunftspläne habt?

WEnn die Trauer etwas in den Hintergrund tritt,ist es an der Zeit,eure Zukunft ernsthaft zu überdenken.
Wenn Du für das nächste halbe Jahr nicht die Geduld dazu hast und es Dir dieser "bissche Egomane"sorry,nicht wert ist,dann trenn DIch und zieh Konsequenzen.

Hier kannst Du nichts erzwingen,auch nicht beschleunigen.
Kann sein,dass er Dich grundsätzlich schon will,aber eben überhaupt keine Ahnung davon hat,wie man eine Frau behandelt (woher auch,hatte er noch nicht enger),und was man als Mann dazu tun sollte,glücklich in einer Partnerschaft leben zu können...
Bisher zog er ja HOtel Mama vor....wenn das weiter so geht,hak ihn ab.

LG B.

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31. März 2005 um 11:48

Hände weg!
In Deinem Beitrag sind zwei unterschiedliche Probleme angesprochen.

Zum einen geht es darum, dass er noch keine Gelegenheit hatte, ein eigenständiges Leben aufzubauen. Leider hatte ich auch mal einen Freund, der noch nicht richtig abgenabelt war. Er war erst ein Jahr vor unserer Beziehung von zu Hause ausgezogen (mit 35!) und ich war seine erste feste Freundin. Lass die Finger davon. Er ist noch nicht in der Lage, eine Beziehung zu führen, in der man auch längerfristige Zukunftspläne macht.

Zum andern geht es darum, dass er dich nicht an seinem Leben teilhaben lässt, dass er Deine Hilfe zurückweist. Dies ist meines Erachtens auch ein Zeichen von persönlicher Unreife. In einer Beziehung sollte man in der Lage sein, Hilfe zu geben - und auch um Hilfe bitten. Hast Du Dir schon überlegt, ob er seinerseits in der Lage wäre, Dir zu helfen? Offensichtlich kommt es ihm nicht in den Sinn, Dich um Hilfe zu bitten. Ich frage mich einfach, was Dein Freund für eine Vorstellung von einer Beziehung hat.

Ich weiss, es tönt komisch, aber ich denke, er sollte erst erwachsen werden. Du bist ihm schon ein Stück voraus. Es stellt sich einfach die Frage, ob Du solange warten kannst oder ob Du es vorziehst, jemanden zu suchen, der diese Phase schon abgeschlossen hat.

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5. April 2005 um 11:20
In Antwort auf BrunhildeP

Hallo G.,falsche Frage zur falschen Zeit,
das hat im Moment n i c h t s mir Dir zu tun,auch wenn Du vielleicht jetzt den Kopf schütteln wirst.

Der Tod eine engen Verwandten,hier,seines Vaters,ist einen Ausnahmesituation,und da gibt es viel Arbeit,nicht nur,was den Nachlass betrifft,das ist richtig.

Jepp,abgenabelt ist er auch nicht, b zw. ich sags mal anders,bisher hatte er keinen Grund,seinen intensiven Kontakt zum Heimatort zu ändern,und offensichtlich war ihm auch keine Frau wichtig genug,seine GEwohnheit der Freizeitgestaltung zu überdenken oder neu zu gestalten,der Partnerin zuliebe....-was mich erschreckt dabei,wie man so unflexibel mit 31 sein kann

Du hattest es etwas ungeschickt angefangen,mit den Grundrissplänen für ein gemeinsames Heim....für ihn war das noch weiter weg,und so schnell konkretisieren möchten das viele Männer denn doch nicht......vielleicht hat er auch nur jaja gesagt,um seine Ruhe zu haben.

Du kannst zu ihm fahren,und o h n e (!!) Beziehungsdiskussionen,auch wenns Dir derzeit nicht leicht fallen dürfte,ihm anbieten,ihm zu helfen.
Was eure "Beziehung" angeht,ich sehe bisher keine.

Nur einen Junggesellen,der derzeit nicht bereit ist,sein Leben zu ändern.

Und was den Tod seines Vaters angeht,das kann ein Jahr dauern,mind.ein halbes,bis das verkraftet ist,einigermaßen.
Da ist jemand unwiderruflich weg,der sehr wichtig für ihn war,und kommt nie wieder.

Was Zusammenziehen, etc....angeht,würde ich mir derzeit und durch diesen Todesfall noch länger,einfach abschminken,hinten anstellen,abhaken oder vergessen.

Vielleicht ist es auch der falsche Mann für Dich,schlicht und ergreifend.

Ich habe keinen Satz von Dir gelesen,was er schon mal gemacht hatte,um DIr eine Freude zu machen,geschweige denn das Wichtigste:

Dass ihr euch liebt?
Und als Paar zusammen leben wollt oder ggf. Zukunftspläne habt?

WEnn die Trauer etwas in den Hintergrund tritt,ist es an der Zeit,eure Zukunft ernsthaft zu überdenken.
Wenn Du für das nächste halbe Jahr nicht die Geduld dazu hast und es Dir dieser "bissche Egomane"sorry,nicht wert ist,dann trenn DIch und zieh Konsequenzen.

Hier kannst Du nichts erzwingen,auch nicht beschleunigen.
Kann sein,dass er Dich grundsätzlich schon will,aber eben überhaupt keine Ahnung davon hat,wie man eine Frau behandelt (woher auch,hatte er noch nicht enger),und was man als Mann dazu tun sollte,glücklich in einer Partnerschaft leben zu können...
Bisher zog er ja HOtel Mama vor....wenn das weiter so geht,hak ihn ab.

LG B.

@SkyeLassie und @BrunhildeP
Hallo Sky und Brunhilde,

vielen Dank für Eure Antworten. Ihr habt genau das geschrieben, was ich befürchtet und mir schön geredet habe
Es könnte wirklich sein, daß er noch nicht "so weit" ist, wie ein 31jähriger sein sollte (in meiner Vorstellung). Das offensichtliche daran ist, daß er sein Elternhaus noch immer als sein "Zuhause" betitelt. Mir fällt gerade ein, daß seine Ex-Freundin, mit der er 5 Monate vor mir liiert war, sich darüber immer maßlos aufgeregt hatte (sagte er).

Brunhilde fragte, ob er jemals etwas für mich gemacht hat. Ja, das hat er. Wenn es hart kommt, kann ich mich auf ihn wirklich verlassen (Autorepartur, Waschmaschinenkauf etc.). Kleine Dinge, die ich mir wünsche, erfüllt er mir auch (z.b. deckte er mich mit einer Sorte Schokolade ein, die ich so gerne esse ).
Vielleicht ist das seine Fürsorge, die er auch bei seinen Eltern hat, vielleicht ist das sein hilfsbereites Naturell - aber ich freue mich riesig und interpretiere es als "Liebesbeweis" (was es evtl. nicht einmal ist).

Der derzeitige Allgemein-Zustand ist: wir haben das letzte Wochenende zusammen verbracht - ohne seine Mutter. Ich weiß nur nicht, ob er es gemacht hat, weil ich es mir gewünscht habe ("ich möchte mehr Zeit mit Dir verbringen, sonst ist es auf Dauer keine richtige Beziehung, sondern nur eine Telefoniergemeinschaft"). Ich hab die Tage genossen und merke, wie ich mir schon wieder in die Tasche lüge, in dem ich mir sage "Siehste, es geht doch, sei nicht immer so negativ. Wird schon alles werden!".

Ich habe mir vorhin überlegt, daß es vielleicht momentan so harmonisch läuft, weil ich wirklich keinerlei Ansprüche an ihn stelle.
Weder denke ich an eine gemeinsame Wohnung, noch Kinder. Ich frage nicht einmal, wann wir uns wiedersehen - ich überlasse es ihm.

Das ist zwar auch keine Lösung, aber ich glaube, über kurz oder lang erledigt sich alles von selbst. Keiner kann sich auf Dauer verstellen, auch nicht er. Und wenn Hotel Mama für ihn weiterhin so eine große Rolle spielt (was ich befürchte), dann werde ich meine Konsequenzen ziehen MÜSSEN.

Viele Grüße und alles Gute Euch beiden,

Gleichklang

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