Forum / Liebe & Beziehung

Ist das noch Liebe?

26. März um 9:31 Letzte Antwort: 26. März um 14:01

Juhu,

ich habe ein Problem mit meinem Freund. Wir sind seit vier Jahren zusammen und irgendwie habe ich das Gefühl, wir entfremden uns. 

Wir führen seit einem halben Jahr eine Fernbeziehung, wobei ich seit zwei Monaten bei ihm in der Stadt „Urlaub“ mache. Wie es nun mal so ist, würde ich dementsprechend viel mit ihm verbringen. Das Problem ist nur, wir haben zwar schöne Momente, aber größtenteils macht er lieber alles ohne mich oder ist abgelenkt. 

Erst gestern hat er sich ein neues Spiel runtergeladen - kurz bevor ich zu ihm gefahren bin - und kurz nach meiner Ankunft, saß er vor seinem Computer und hat gespielt. Nach dem Essen blieb das Spiel aus, aber ich habe ihm angemerkt, dass er gerade lieber etwas anderes machen würde. Irgendwann bin ich ins Bett und er hat weiter gespielt. 

Oftmals sieht unser Abend so aus. Ich gehe alleine ins Bett und er bleibt bis in der Frühe wach, um zu zocken. Wir beide haben einen komplett anderen Schlafrhythmus. 

Sex ist seit Ewigkeiten kompliziert, weil er mich oft abweist, mit den Worten „es geht gerade nicht“. Er ist 19 und ich bin 18. Eigentlich ein Alter, wo man auch mal mehrmals am Tag kann, besonders wenn wir bald wieder getrennt sind. 

Allgemein fühle ich mich im Moment sehr unwohl bei ihm. Jeden Abend kommen Nachrichten, wo ihn Leute zum reden oder spielen anschreiben und er nur schreibt „geht nicht, Freundin da“. Das setzt mich irgendwie unter Druck und am liebsten würde ich wieder gehen, damit er seinen Freiraum für seine Leute hat. Und sobald ich sage, ich gehe, freut er sich, weil er dann wieder uneingeschränkt und ohne Rücksicht auf mich, sein Zeugs machen kann. 

Mein größtes Problem ist aber ein Mädchen. Sie schreibt ihn permanent an, täglich und will mit ihm reden, weil sie psychisch labil ist. An sich rechne ich es meinem Freund hoch an, dass er ihr helfen möchte, aber sie hatte sich vor ner Woche sozusagen „Verabschiedet“, weil sie sich umbringen wollte. Mein Freund war völlig fertig und auch sauer. Sie hat sich nicht umgebracht und bei beiden läuft es wieder gut. Dennoch mag ich ihre Psychospiele nicht, die meine Beziehung belasten. Mich nervt es, dass sie jeden Tag ankommt und sich wirklich präsent darstellt. Mittlerweile hat mein Freund von ihr zig Bilder, macht lustige Sticker von ihr, während er von mir nicht mal fünf Bilder hat. Vielleicht ist das Eifersucht, aber ich bin wirklich genervt von ihr und auch von ihm. Er meinte, sie hätte niemanden, deshalb ist er da. 

Ich selber musste mir Hilfe besorgen, weil ich in eine Depression gefallen bin. Ich hatte letztes Jahr viele Verluste und Erinnerungen an einen früheren Missbrauch in der Kindheit sind aufgetaucht. Ich habe Schlaf- und Essstörungen. Wenn es mir schlecht geht und ich mich gerne an meinen Freund wenden möchte, liest er meine Nachrichten nicht und bekommt nichts mit. 
Schade, denn für dieses Mädchen kann er da sein, für mich aber nicht. 

Ich weiss nicht mehr, wo wir stehen oder was wir noch sind. Natürlich haben wir auch mal schöne Momente, aber ich fühle mich die ganze Zeit fehl am Platz. Dabei liebe ich ihn und brauche ihn gerade in meiner Nähe, weil es mir so schlecht geht. 

Reagiere ich über? Ist das normal nach 4 Jahren Beziehung? Ist es schlimm, dass ich mehr von ihm verlange? Bin ich zu einnehmend und sollte mich zurücknehmen? Bin ich einfach eifersüchtig? 

Ich sage schonmal im Voraus Danke für Tipps und eure Zeit zum Schreiben

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26. März um 9:39

Dieses Verhalten von ihm tut dir nicht gut. Sein ganzes Verhalten dir gegenüber zeigt nichts von Liebe zu dir. Ihr seid noch so jung, da sollte eine Beziehung noch besser und anders laufen wenn es wirklich passt. Such das Gespräch mit ihm und sag ihm was dich stört. Und dann abwarten ob und wie er reagiert. 

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26. März um 9:48

Ich glaube nicht, dass du noch großartig mit ihm reden brauchst. 

Er ist noch aus Bequemlichkeit mit dir zusammen oder weil er nicht der Arsch sein möchte, der Schluss macht. Aber ganz sicher nicht aus Liebe.
 

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26. März um 10:46

Ich finde zwei Monate zusammen zu hocken, schon sehr lange.

Natürlich braucht man da seine Freiräume und möchte auch etwas anderes machen, als immer nur den Partner zu sehen. Gerade wenn man noch so jung ist.

Dass "man" immer kann und mehrmals, halte ich für ein Gerücht. Mag bei manchen stimmen aber das Leben ist kein Pornofilm und die Emotionen tragen viel dazu bei, dass man eben keine Lust hat oder nicht kann.

Hast du dir mal Gedanken gemacht, dass ihm alles zu viel ist ?

Eine Depressive Freundin mit Essstörung ist schon ein starkes Stück. Das übt auch auf den Partner unheimlich Druck auf. Ich kann dir nur empfehlen, die Hauptlast bei deinem Therapeuten zu lassen und wenn es gar nicht geht, lasse dich in eine Klinik einweisen.

Du kannst von so einem jungen Menschen nicht verlangen, dass er damit umgehen kann. Dass er mit der Freundin redet ist natürlich blöd aber da ist die emotionale Basis eine andere. Er liebt sie nicht und führt keine Beziehung mit ihr. Ihre Probleme belasten nicht sein Leben. Ich denke schon, dass es ein großer Unterschied ist.

Du könntest ihn bitten, dass ihr zusammen zu einer Anlaufstelle geht, wo Angehörige von Betroffenen einen professionellen Einblick bekommen und eine Hilfestellung, wie man mit dieser Krankheit umgeht.

Das alles sollte aber nur unter erfahrener Anleitung geschehen und wenn es ihm zu viel wird, musst du das respektieren.

Du hast natürlich auch die Möglichkeit einen Schlussstrich zu ziehen und erstmal alleine dein Leben aufzuarbeiten und wieder gesund zu werden.

Setz dich doch mal in einem Gespräch mit ihm zusammen und ergründet auch mal, wie es ihm mit deinen Krankheiten geht, ob er damit überhaupt auf Dauer zurecht kommt und ob eure Beziehung eine Zukunft hat.

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26. März um 11:50
In Antwort auf

Ich finde zwei Monate zusammen zu hocken, schon sehr lange.

Natürlich braucht man da seine Freiräume und möchte auch etwas anderes machen, als immer nur den Partner zu sehen. Gerade wenn man noch so jung ist.

Dass "man" immer kann und mehrmals, halte ich für ein Gerücht. Mag bei manchen stimmen aber das Leben ist kein Pornofilm und die Emotionen tragen viel dazu bei, dass man eben keine Lust hat oder nicht kann.

Hast du dir mal Gedanken gemacht, dass ihm alles zu viel ist ?

Eine Depressive Freundin mit Essstörung ist schon ein starkes Stück. Das übt auch auf den Partner unheimlich Druck auf. Ich kann dir nur empfehlen, die Hauptlast bei deinem Therapeuten zu lassen und wenn es gar nicht geht, lasse dich in eine Klinik einweisen.

Du kannst von so einem jungen Menschen nicht verlangen, dass er damit umgehen kann. Dass er mit der Freundin redet ist natürlich blöd aber da ist die emotionale Basis eine andere. Er liebt sie nicht und führt keine Beziehung mit ihr. Ihre Probleme belasten nicht sein Leben. Ich denke schon, dass es ein großer Unterschied ist.

Du könntest ihn bitten, dass ihr zusammen zu einer Anlaufstelle geht, wo Angehörige von Betroffenen einen professionellen Einblick bekommen und eine Hilfestellung, wie man mit dieser Krankheit umgeht.

Das alles sollte aber nur unter erfahrener Anleitung geschehen und wenn es ihm zu viel wird, musst du das respektieren.

Du hast natürlich auch die Möglichkeit einen Schlussstrich zu ziehen und erstmal alleine dein Leben aufzuarbeiten und wieder gesund zu werden.

Setz dich doch mal in einem Gespräch mit ihm zusammen und ergründet auch mal, wie es ihm mit deinen Krankheiten geht, ob er damit überhaupt auf Dauer zurecht kommt und ob eure Beziehung eine Zukunft hat.

Wir hocken ja nicht zwei Monate zusammen, ich übernachte größtenteils bei meiner Mutter. Bei meinem Freund bin ich nur am Wochenende. Ich würde da gerne seine volle Aufmerksamkeit bekommen und nicht mit ihm zusammen vor dem Computer sitzen oder dann alleine schlafen gehen. Und wenn ich sowas anmerke, soll ich mir was ausdenken, was wir machen können. Von ihm kommt da halt nicht so viel. 

Das man mehrmals kann oder eben nicht, habe ich nicht gemeint. Aber überhaupt irgendwann mal. Wenn ich ihn mal am Abend dazu ermuntern möchte, sagt er nur, dass er zu müde ist. Wäre ich auch, wenn ich bis vier Uhr vor dem Computer sitze... und wenn Sex und es mal von ihm kommt, muss ich dafür bereit sein oder er ist enttäuscht. Ich würde mich halt einfach freuen, wenn ich mal einen Anlauf starte und nicht abgewiesen werde. 

Und natürlich ist eine depressive Freundin ein hartes Stück, aber ich gehe ja auch nicht zu ihm. Im Gegenteil, er ist irgendwann selber auf mich zugekommen und meinte, ich kann es in schlechten Momenten auch bei ihm ablassen. Das ist zweimal vorgekommen, dass ich mich an ihn wenden wollte und er war nicht da, weil er gespielt hat. 
Ich würde mich nicht als Belastung bezeichnen. Eher im Gegenteil, wenn ich ein Problem habe, regle ich das mit meinem Therapeuten. Ich ritze mich nicht, wie beispielsweise seine eine Freundin, die ihm sogar Bilder davon sendet. Ich versuche ihn so wenig wie möglich damit zu belasten, weil es ja nicht sein Problem ist. Dennoch sollte man, wenn man seine Hilfe anbietet auch da sein. Besonders, wenn man sowieso verabredet war. Aber naja, vielleicht hast du recht und ich muss das mal überdenken. 

Danke für deine Worte und Zeit!

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26. März um 14:01
In Antwort auf

Wir hocken ja nicht zwei Monate zusammen, ich übernachte größtenteils bei meiner Mutter. Bei meinem Freund bin ich nur am Wochenende. Ich würde da gerne seine volle Aufmerksamkeit bekommen und nicht mit ihm zusammen vor dem Computer sitzen oder dann alleine schlafen gehen. Und wenn ich sowas anmerke, soll ich mir was ausdenken, was wir machen können. Von ihm kommt da halt nicht so viel. 

Das man mehrmals kann oder eben nicht, habe ich nicht gemeint. Aber überhaupt irgendwann mal. Wenn ich ihn mal am Abend dazu ermuntern möchte, sagt er nur, dass er zu müde ist. Wäre ich auch, wenn ich bis vier Uhr vor dem Computer sitze... und wenn Sex und es mal von ihm kommt, muss ich dafür bereit sein oder er ist enttäuscht. Ich würde mich halt einfach freuen, wenn ich mal einen Anlauf starte und nicht abgewiesen werde. 

Und natürlich ist eine depressive Freundin ein hartes Stück, aber ich gehe ja auch nicht zu ihm. Im Gegenteil, er ist irgendwann selber auf mich zugekommen und meinte, ich kann es in schlechten Momenten auch bei ihm ablassen. Das ist zweimal vorgekommen, dass ich mich an ihn wenden wollte und er war nicht da, weil er gespielt hat. 
Ich würde mich nicht als Belastung bezeichnen. Eher im Gegenteil, wenn ich ein Problem habe, regle ich das mit meinem Therapeuten. Ich ritze mich nicht, wie beispielsweise seine eine Freundin, die ihm sogar Bilder davon sendet. Ich versuche ihn so wenig wie möglich damit zu belasten, weil es ja nicht sein Problem ist. Dennoch sollte man, wenn man seine Hilfe anbietet auch da sein. Besonders, wenn man sowieso verabredet war. Aber naja, vielleicht hast du recht und ich muss das mal überdenken. 

Danke für deine Worte und Zeit!

Ok, so kommt es nochmal anders rüber.

Warum möchtest du denn die Beziehung überhaupt noch ?

Liebe allein reicht für eine Beziehung leider nie aus und du bist ja auch nicht mehr glücklich.

Auf eine Veränderung würde ich nicht hoffen. Jedenfalls keine Änderung von ihm.

Du allein bist für dein Glück verantwortlich. Wenn die Beziehung dich nicht mehr efüllt und glücklich macht, dann ziehe deine Konsequenzen.

Natürlich wird dir dad furchtbar weh tun aber der Schmerz geht vorbei. Der Schmerz den du dir aber tagtäglich mit ihm an tust, kann sich aber noch Jahre hinziehen.

Erzähle ihm das, was du uns erzählst und sage ihm auch klar, dass es für dich so nicht weiter geht. Redet am besten draussen beim spazieren gehen, wo er sich nicht ablenken lassen kann.

Dann siehst du ja, wie sehr er die Beziehung noch möchte und ob er bereit ist sich zu ändern bzw ob er sich überhaupt kann.

Ich wünsche dir auf jedenfall viel Kraft. Denk daran, dass nach jedem Regen auch die Sonne wieder scheint 🌞 

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