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Ist das echte Liebe?

22. Oktober 2009 um 15:33

Hallo zusammen!

Ich brauche Ratschläge, Meinungen zu diesem komplexen Thema.
Ich bin 43 und lebe seit einem Jahr mit meinem Freund (44)
zusammen. Gesamt sind wir 1 1 /2 Jahre zusammen.

Wie das nunmal so ist, war auch unser Kennenlernen und unsere erste Zeit wunderschön. Die rosa Brille war da, alles wunderbar. Als ich bei ihm einzog, war ich sehr guter Dinge. Ich hatte zwar Angst, dass es zu früh sein könnte, verwarf die, und sprang mit ihm ins Wasser. Ich war zu diesem Zeitpunkt sehr sehr glücklich und es kam mir kein böses Wort über die Lippen.

Nach einigen Wochen bekam ich jedoch auch eine andere Seite zu hören und zu sehen. Ich bin in diese Partnerschaft eingestiegen mit dem Wissen, dass jeder Mensch negative Eigenschaften hat, ein Partner sich überhaupt nicht durch den anderen verbiegen und verändern lässt, kurz gesagt ausgestattet mit einer Menge positiven Gefühlen, Realität und den Willen einfach eine neue wunderbare Beziehung und Lebensgemeinschaft zu haben und daran zu arbeiten.

Wir arbeiteten jeden Tag daran und das sah so aus.
Zu allen Dingen die ich machte, wurde gemeckert. Mein Freund entpuppte sich als sehr perfektionistisch und pedant, sehr ordnungsliebend und sehr auf Regeln und Details bedacht. Für mich eigentlich schon fast krank und dieses Verhalten raubte mir jeglichen Unternehmenswillen.
Ich sage deswegen fast krank, weil er in vielen Dingen einfach kein Mittelmass gefunden hat, keine Toleranz, kein Nachgeben (erst nach einem Streit), kein flexibles Verhalten.
Mir war das völlig unbekannt, ich hatte das noch nie und es tat mir überhaupt nicht gut.
Wir haben oft gesprochen darüber, es änderten sich die Dinge *im kleinen* , auch ich hab mich sehr am Riemen gerissen.

Dann folgte das nächste und ich war hin-und hergerissen von meinen Gefühlen, dachte einmal JA und einmal NEIN, aber ich bekam in unserem Zusammenleben dann mit, dass er ein sehr ich-bezogener Mensch in seinem Tun und Handeln und Reden ist, sehr sehr schwer über Gefühle reden konnte und dass er mich immer wieder vor Leuten runterputzte, was er für Spass hielt.

Wenn ich sauer war, mich aufregte, mich ärgerte, traurig war, mit ihm redete mit Engelszungen kam immer wieder das gleiche: Ich sei gestört, ich sei zu sensibel, ich sei anders wie andere Frauen, ich sei unausgeglichen, viel zu emotional. Das tat mir unendlich weh, weil ich einfach in diese Partnerschaft diesen Willen gesetzt hab, den anderen zu verstehen und danach zu handeln, immer wieder auf ihn einging und immer wieder nach Lösungen suchte.
Dieses Verhalten ist ein wenig besser geworden, kommt aber immer wieder und ich merke, dass meine Liebe zu ihm viel weniger geworden ist. Ich hab ihm das auch gesagt und er meinte immer wieder, er hätte sich eh schon so viel geändert. Meine Liebe wird immer weniger und ich möcht trotzdem gern festhalten. Ich frag mich manchesmal nur was?

Was meint Ihr dazu, bin ich entsetzlich wahrnehmungsgestört, teilweise paranoid oder hat vieles einfach nur damit zu tun, dass man letzten Endes nicht zusammenpasst. Kann es sein, dass man in der Verliebtseinsphase sich wirklich (sagen wir mal unbewusst) so zeigt und präsentiert, wie man absolut nicht ist? Ich hab nicht so lange die rosa Brille gesehen, mir war schon bewusst, dass er so wie ich auch negative Eigenschaften hat, aber auf solche war ich eher nicht gefasst.

Danke



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22. Oktober 2009 um 15:48

PS. Was mich auch extrem unsicher macht, ist ehrlich gesagt,
dass ich auch so unsicher bin in meinen Gedanken und Gefühlen. Ich weiss einfach nicht mehr was ich glauben soll.
Mein Bauchgefühl sagt eigentlich Nein zu dem ganzen und wenn ich Hoffnung sehe, flammt es wieder zu einem Ja auf, ja in dem Sinn, dass wir das beide schaffen.
Andererseits habe ich das Gefühl enorm viel zu geben und auf mich zu nehmen und dieser Druck ist kaum mehr auszuhalten und macht mich so, wie ich nicht sein will.

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