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Ist Abstand nach Trennung nichts anderes als Selbstbetrug?

30. Oktober 2006 um 14:32 Letzte Antwort: 9. November 2006 um 13:13

Hallo an alle,
Ich wäre dankbar für ein paar Gedanken...
Ich habe eine einjährige "Verbandelung" mit einem Mann hinter mir, in den ich ernsthaft verliebt bin, während bei ihm die Gefühle nicht für eine Beziehung reichen. Da das für mich nur noch Qual bedeutet, werde ich einen Schlussstrich ziehen müssen und ihn komplett aus meinem Leben streichen.
Nun habe ich mir allerhand Gedanken über das Wesen der Liebe an sich gemacht und mich gefragt, ob diese Verbannung eines geliebten Menschen aus dem eigenen Leben nicht einfach Selbstbetrug ist? Man bricht den Kontakt ab und entfernt alles, was einen an den Anderen erinnert, um nicht ständig vor Augen zu haben, weshalb man ihn liebt. Dann hofft man durch Zeit, Abstand und Ablenkung sich die menschliche Eigenschaft zunutze zu machen, dass irgendwann die Erinnerung verschwimmt und damit auch der Schmerz nicht mehr so akut ist und man irgendwann "darüber hinweg" ist und sagt (oder glaubt?), ihn nicht mehr zu lieben.
Im Grunde ist es doch aber so, dass sich der geliebte Mensch nicht ändert, also all das weiter verkörpert, was man an ihm liebt...Charakter, Aussehen, Lebensziele, Überzeugungen usw....Und da man die eigene Persönlichkeit ja auch nicht grundlegend ändert, müsste man ihn theoretisch ja immer noch weiter lieben, egal ob was zurückkommt oder nicht?
Das ist ja auch genau der Grund, weshalb oftmals wieder alles Vergangene hochkommt, wenn man einer alten, unerfüllten Liebe begegnet...meine Theorie ist, dass man so eine Liebe niemals überwindet, sondern lediglich durch den Kontaktabbruch die Gefühle halbwegs "vergisst", aber das ist doch Betrug an sich und den eigenen Gefühlen?

Ich frage mich auch, ob alles, was danach kommt, lediglich "zweite Wahl" ist? Ich kenne einige Menschen, die verlassen wurden und die von sich sagen, dass sie wohl -hätte sich der Partner nicht getrennt - immer noch mit diesem glücklich wären. Da die Trennung aber nunmal erfolgt ist, versucht man, sich umzuorientieren und findet vielleicht sogar jemand neuen.Eigentlich ist es aber doch so, dass man weiterhin mit dem alten Partner glücklich gewesen wäre und nur deshalb jemand neuen hat, weil der sich getrennt hat...Ich hoffe ich hab mich einigermaßen verständlich ausgedrückt.

Als Letztes die Überlegung, ob der komplette Abstand wirklich der richtige Weg ist? Der Mensch bedeutet mir so viel, ich fühl mich ihm so nah wie sonst niemandem und es tut mir im Herzen weh, dass er plötzlich ganz aus meinem Leben verschwunden sein soll, denn er wird ein riesiges Loch hinterlassen. Für ihn wäre eine reine Freundschaft kein Problem, aber mir ist das einfach nicht möglich. Ich sehe keine Alternative zum Kontaktabbruch, da ich selbst bei gelegentlichem freundschaftlichen Kontakt wohl jedensmal wieder traurig wäre, weil mir bewusst wird, dass es nie "mehr" sein wird.

Was sagt ihr dazu?

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30. Oktober 2006 um 14:49

Viele Worte...
die beschreiben, was gerade in dir vorgeht, vielleicht hast du Lust, meinen Beitrag zu lesen, da ich ebenfalls wie du, vor einer solchecn Entscheidung stehe...ich quäle mich auch mit der Frage, ob ein Kontaktabbruch wirklich der einzig richtige Weg ist, zumal du Recht hast, denn warum soll man nicht einfach die Nähe dieses Menschen genießen, wenn man ihn doch auf eine Art und Weise liebt, nun ist es doch aber so, dass sich dem auch Schmerzen gegenüber stellen, Schmerzen, welche du immer dann hast, wenn du ihn wieder gehen lassen mußt, und auch während du ihn siehst, bist du in Gedanken schon bei eurer Trennung und dem Wissen, dass es nie mehr so sein wird, wie du es dir tief im Inneren wünscht...also kannst du die Zeit mit ihm doch gar nicht richtig genießen...und das hat zur Folge, dass es dir schlecht geht...und wenn dir etwas doch ncht gut tut, warum willst du es dann aufrecht erhalten??? ich weiß, es ist alles nicht einfach, aber was ist an der Liebe schon leicht zu verstehen...die Entscheidung kannst letztlich nur du allein treffen, und am besten ist, da auch nciht weiter drüber nachzudneken, sondern einfach aus dem Gefühl heraus zu handeln...

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30. Oktober 2006 um 16:45

Abstand = Selbstbetrug?
Hallo Kathrin,

erst mal ist Abstand in Deiner beschriebenen Situation: Selbstschutz.

Schutz vor Dir selbst, denn Du könntest ja schwächeln, noch mehr leiden, wenn Du ihn siehst/triffst.

Alles was mit einer gewissen Art gewalt zu tun hat, erlebt man widerwillig.
Auch in Deinem Beispiel. Du bist gewissermaßen dazu gezwungen (Zwang, "Gewalt") Dich für Deine innere Freiheit zu entscheiden.
Aber Du willst ihn. Und das macht es schwer.
Selbstbetrug im weitesten Sinne wäre, wenn Du sagst, Du könntest Dich emotional abgrenzen, wenn Du ihn siehst bzw. wenn Du Dinge von ihm betrachtest.

Mein Tipp:
Wenn man aus Verstandesgründen sich aus einer Situation heraus- oder von einem Menschen fernhalten sollte, muss man seine Gefühle bekämpfen.
Nich all Deine Gefühle - aber eben die, die Dich zu ihm hinführen.

Zweite Wahl:
gibts doch gar nicht, es sei denn man hat zwei Liebhaber oder so und geht zu dem Anderen, weil der eine nicht da ist.

Wenn Du Deine Gefühle von dem Mann befreit hast, werden wieder Zeiten kommen, in denen Du Dich neu verliebst. Und dieser ist dann 1.Wahl.

Ich habe schon einige 1.Wahl-Beziehungen hinter mir - und ich freue mich sehr auf die nächste

Grüße maimann

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5. November 2006 um 14:37
In Antwort auf an0N_1294636999z

Viele Worte...
die beschreiben, was gerade in dir vorgeht, vielleicht hast du Lust, meinen Beitrag zu lesen, da ich ebenfalls wie du, vor einer solchecn Entscheidung stehe...ich quäle mich auch mit der Frage, ob ein Kontaktabbruch wirklich der einzig richtige Weg ist, zumal du Recht hast, denn warum soll man nicht einfach die Nähe dieses Menschen genießen, wenn man ihn doch auf eine Art und Weise liebt, nun ist es doch aber so, dass sich dem auch Schmerzen gegenüber stellen, Schmerzen, welche du immer dann hast, wenn du ihn wieder gehen lassen mußt, und auch während du ihn siehst, bist du in Gedanken schon bei eurer Trennung und dem Wissen, dass es nie mehr so sein wird, wie du es dir tief im Inneren wünscht...also kannst du die Zeit mit ihm doch gar nicht richtig genießen...und das hat zur Folge, dass es dir schlecht geht...und wenn dir etwas doch ncht gut tut, warum willst du es dann aufrecht erhalten??? ich weiß, es ist alles nicht einfach, aber was ist an der Liebe schon leicht zu verstehen...die Entscheidung kannst letztlich nur du allein treffen, und am besten ist, da auch nciht weiter drüber nachzudneken, sondern einfach aus dem Gefühl heraus zu handeln...

Distanz = kein Selbstbetrug,sondern Selbstschutz
Hallo,
ich habe im den letzten Wochen auch an diesem Thema zu knabbern gehabt. Bei mir ist es sehr kompliziert gewesen:
Er ist ein Arbeitskollege und sie arbeitet ebenfalls im gleichen Gebäude.Beide war seit letztem Jahr Oktober getrennt.Dieses Jahr im April kam er dann auf mich zu und wir fanden immer mehr Interesse aneinander. Sie bekam Wind davon und fing sofort das Heulen an, dass sie ihn doch so sehr liebe,etc. - Tja, Ende der Story: er hat mir gegenüber super viele Versprechen nicht eingehalten. Vor allem ist er vor ein paar Wochen wieder mit der Ex zusammen gekommen und hat es mir nicht von sich aus erzählt; ich musste es ihm aus der Nase ziehen per SMS. Die ALte lacht sich innerlich nun eins in Fäustchen, dass sie ihn wieder zurück hat und ich nun allein bin.
Das kann ich ihm so nicht verzeihen und habe alles auf Distanz gestellt: keine SMS, keine Telefonate, keine Treffen.
Wir "sehen" uns höchstens mal per Yahoo-Messenger und unterhalten uns oberflächlich.
Mir geht es, seitdem ich den Kontakt so zurück geschraubt habe, viel bessser. Ich denke nicht mehr so oft an ihn, gehe wieder mit Freunden raus und merke, dass ich den Einen oder Anderen Süß finde. ;O)
Mein Ex kommt damit nicht so ganz klar, dass ich nun wieder ich selbst bin, aber er hat seine Entscheidung nunmal getroffen und muss meine ebenso akzeptieren, oder nicht?
Vielleicht kann man sich irgendwan mal wieder in Person treffen und sich unterhalten - schrieb ich ihm. In den nächsten Monaten bin ich allerdings nur noch für mich da. Ich muss zusehen, dass es MIR gut geht und NICHT, dass ich es ihm recht mache.
Es hat lange gedauert, bis ich dieses Denken entwickelt habe und auch durchziehen konnte, doch ich habe es geschafft.

Diese alte Ausrede von wegen "Freunde bleiben" klappt in den meisten Fällen nicht.
Seine Ex wollte auch immer NUR Freundschat haben und das er sie nicht ignoriert; und was lernen wir draus?: Freundschaft kann Liebe werden, doch aus Liebe keine Freundschaft (zumindest nicht dann, wenn man keine Zeit dazwischen verstreichen lässt).

Liebe Grüsse und Kopf hoch!

Dani

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9. November 2006 um 13:13
In Antwort auf evadne_12049899

Distanz = kein Selbstbetrug,sondern Selbstschutz
Hallo,
ich habe im den letzten Wochen auch an diesem Thema zu knabbern gehabt. Bei mir ist es sehr kompliziert gewesen:
Er ist ein Arbeitskollege und sie arbeitet ebenfalls im gleichen Gebäude.Beide war seit letztem Jahr Oktober getrennt.Dieses Jahr im April kam er dann auf mich zu und wir fanden immer mehr Interesse aneinander. Sie bekam Wind davon und fing sofort das Heulen an, dass sie ihn doch so sehr liebe,etc. - Tja, Ende der Story: er hat mir gegenüber super viele Versprechen nicht eingehalten. Vor allem ist er vor ein paar Wochen wieder mit der Ex zusammen gekommen und hat es mir nicht von sich aus erzählt; ich musste es ihm aus der Nase ziehen per SMS. Die ALte lacht sich innerlich nun eins in Fäustchen, dass sie ihn wieder zurück hat und ich nun allein bin.
Das kann ich ihm so nicht verzeihen und habe alles auf Distanz gestellt: keine SMS, keine Telefonate, keine Treffen.
Wir "sehen" uns höchstens mal per Yahoo-Messenger und unterhalten uns oberflächlich.
Mir geht es, seitdem ich den Kontakt so zurück geschraubt habe, viel bessser. Ich denke nicht mehr so oft an ihn, gehe wieder mit Freunden raus und merke, dass ich den Einen oder Anderen Süß finde. ;O)
Mein Ex kommt damit nicht so ganz klar, dass ich nun wieder ich selbst bin, aber er hat seine Entscheidung nunmal getroffen und muss meine ebenso akzeptieren, oder nicht?
Vielleicht kann man sich irgendwan mal wieder in Person treffen und sich unterhalten - schrieb ich ihm. In den nächsten Monaten bin ich allerdings nur noch für mich da. Ich muss zusehen, dass es MIR gut geht und NICHT, dass ich es ihm recht mache.
Es hat lange gedauert, bis ich dieses Denken entwickelt habe und auch durchziehen konnte, doch ich habe es geschafft.

Diese alte Ausrede von wegen "Freunde bleiben" klappt in den meisten Fällen nicht.
Seine Ex wollte auch immer NUR Freundschat haben und das er sie nicht ignoriert; und was lernen wir draus?: Freundschaft kann Liebe werden, doch aus Liebe keine Freundschaft (zumindest nicht dann, wenn man keine Zeit dazwischen verstreichen lässt).

Liebe Grüsse und Kopf hoch!

Dani

Also
ich muss dir recht geben. Man verarscht sich nur selbst. Ich habe es auch durchgemacht. Hatte den Kontakt komplett abgebrochen als er seine Freundin kennengelernt hat. Ich habe kurz drauf auch einen Partner gefunden. Im Endefekt war er wieder single und ich kurz drauf auch und alles hat wieder von vorn angefangen. Ich glaube ich habe ihn die ganze zeit über verdrängt, nichts anderes. Weil die Gefühle sind immer noch die gleichen! Und im Nachhinein habe ich mir auch gedacht, dass meine Beziehung nur 2. Wahl war. Weil ich bei meinem Ex nie die Gefühle hatte, wie bei IHM.

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