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In Vorgesetzten verliebt -- flirtet er mit mir?

30. November 2018 um 20:38

Okay, diese ganze Geschichte ist etwas merkwürdig und ich muss ein wenig ausholen...

Ich bin seit Herbstanfang Auszubildende und Anfang 20. Der Abteilungsleiter in der Abteilung, in der ich gerade bin, und neben dem ich sitze, ist 40 und wirklich lieb zu mir in letzter Zeit und gefällt mir immer mehr.

Als ich einmal krank im Betrieb erschienen bin und das bereut habe, hat er mir angeboten, mich nach Hause zu fahren oder sein Auto nehmen zu können. Da habe ich dankend abgelehnt, weil ich ihm keinen Ärger machen wollte. Er hat aber immer wieder im Scherz gesagt, ich solle ihm morgens Kaffee hinstellen, was ich dann einfach mal gemacht habe, weil meiner Meinung nach nichts dagegen spricht. Er freut sich sehr darüber und es ist kaum Arbeit.

In unserer Firma ist es Gang und Gäbe, dass wir einander ein wenig ärgern und Witze übereinander reißen. Auch ich durfte da von Anfang an mitmachen und jeder nahm es mit Humor. Er hat das anfangs bei mir noch sehr intensiv gemacht, bis ich dann irgendwann angefangen habe, etwas zurück zu sagen, worüber er sich immer sehr zu freuen scheint und manchmal meine Witze sogar den Kollegen erzählt hat, als ich daneben saß, was auf mich so wirkte, als wollte er eigentlich wieder mit mir ein Gespräch anfangen. Als die Kollegen letztens ein paar lustige Fakten aus seiner Jugend erzählt haben, musste ich schon sehr lachen und er hat seinen Fokus jedes Mal auf mich gelenkt und versucht, mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich bin meist eher still in der Öffentlichkeit, müsst ihr vielleicht dazu wissen. Er verteidigt mich aber auch öfter, wenn ich mich z. B. über meinen eigenen Namen lustig mache.

Achja, und letztens hat eine Azubine mir gesagt, ich solle meinem Ausbilder (nicht dem Abteilungsleiter) meine Überstunden von einer Messe per Mail schreiben. Als ich das dem AL auf die Nachfrage hin, was ich denn da mache, erzählt habe, hat er mich darum gebeten, ihn mal an meinen PC zu lassen und ihr dann eine Mail geschrieben, dass sie doch bitte keinen Quatsch über Überstunden erzählen solle und die Mail mit dem Satz „PS: Herr [sein Name] ist echt süß"  beendet, "damit sie weiß, dass die Mail von mir (ihm) kommt". Das fand ich schon echt lustig.

Jedenfalls hat er mir dann letztens angeboten, mit auf Messe zu fahren (wir hatten zu wenige Mitarbeiter, die mitwollten) und mich hierzu gefragt, ob er mich morgens abholen und abends zurückfahren soll, und ich habe eingewilligt, weil ich bei ihm das Gefühl habe, er hat wie ich auch einfach das Helfersyndrom in sich. Seine Bemühungen und Sorgen wirken ehrlich. Er ist auch zu männlichen Arbeitskollegen stets zuvorkommend und hilfsbereit. Außerdem wohne ich ca. 2 Stunden mit der Bahn von der Firma entfernt und habe kein Auto. Jetzt kommt der Knackpunkt... 

Er meinte, ich solle ihm seine Adresse schreiben, also habe ich ihm das einfach per Firmenmail auf seine Firmen-Mailadresse geschrieben. Er hat daraufhin gelacht und gesagt: „Was machen Sie denn da? Sie sollen mir das doch aufs Handy schreiben!“ Darauf hab ich dann erwidert, dass ich seine Handynummer nicht habe, und er hat sie mir kurzerhand aufgeschrieben, obwohl er meine Adresse auch einfach aus der Mail hätte entnehmen können... Hehe...

Jedenfalls habe ich ihm dann kurz nach Feierabend direkt geschrieben und... Das wäre jetzt ein wenig viel für diesen Post, aber kurz gesagt: ich habe sein Bild niedlich genannt, er fragte daraufhin „Wegen der Kinder, ne? " Und ich habe dann gesagt, dass das natürlich übrrhaaaupt nichts mit ihm zu tun habe, er meinte dann, dass hätte ich auch netter sagen können, und ich hab dann gesagt, ich hätte den Zusatz „PS: Herr [...] ist echt süß" vergessen. Das fanden wir dann beide zum Schreien komisch und ich habe aber im Nachhinein klargemacht, dass ich das schon ernst meinte. Habe ihm auch erzählt, dass meine Eltern die Mail, die er der anderen Azubine geschickt hat, nicht so dolle fanden, weil sie sich Gedanken machen, dass ich gekündigt werden könnte, und er war schon besorgt. Als ich dann meinte, dass auch die Nachfrage kam, ob er auf mich stünde, ist er darauf gar nicht eingegangen und hat stattdessen gesagt, dass er mich beruhigen kann, weil er schon zugegeben hätte, dass er die Mail geschrieben hat, wenn jemand nachgefragt hätte. Er ist auch nochmal auf das Thema meiner Wohnungssuche eingegangen, das ich in der Firma schon angesprochen hatte, und hat mir angeboten, mal bei seinem Vermieter nachzufragen, ob da noch Wohnungen frei sind, wenn ich möchte, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Am nächsten Tag bin ich etwas länger in der Firma geblieben, was ich manchmal ganz gerne mache, weil es abends so ruhig ist und ich da in Ruhe meine Aufgaben beenden kann (und natürlich, weil er so gut wie immer länger bleibt). Wir waren dann zum ersten Mal komplett alleine, weil jeder andere außer ein paar Reinungskräfte und die Hausmeister, IT etc. bereits weg waren. Er hat mir dann angeboten, mich zum Bahnhof oder nach Hause oder wohin ich auch möchte zu fahren. Ich wollte ihm wieder keinen Ärger machen, aber ich wollte so gern Zeit mit ihm verbringen, also habe ich dann gemeint, nach Hause wäre schon nett, aber auch gesagt, dass er das nicht müsse. "Ich weiß, dass ich das nicht muss", hat er dann gesagt und mich dann kurzerhand 45 Minuten nach Hause gefahren. Ich hatte mich schon länger nicht mehr so gut mit jemandem unterhalten. Wir siezen uns noch (ihm ist das "Du" jedoch in letzter Zeit ein paar Mal herausgerutscht -- mir natürlich nicht), aber haben zum Teil über sehr private Themen geredet. Seine Exfreundin, seine Kinder, meine Familie, seine und meine Kindheit... Und wir haben recht ähnliche Lebensgeschichten, wobei er offensichtlich um Einiges mehr erlebt hat. Das war schon ein schöner Austausch und ich habe zum allerersten Mal frei über meine Familie sprechen können, ohne weinen zu müssen. Mir ist dann mitten während der Fahrt erst klargeworden, dass er nur fünf Minuten mit dem Auto von der Arbeit entfernt wohnt und gerade 1,5 Stunden Fahrt auf sich nimmt, nur, damit ich nicht so lange fahren muss... das war schon krass... Auf meine Nachfrage hin, wieso er das mache, meinte er nur „Weil es doch doof ist, wenn Sie so weit fahren müssen. Außerdem habe ich eh nichts vor."

Tja, und die ganze Nacht danach bin ich immer wieder wach geworden. Habe von ihm geträumt. War todmüde am nächsten Tag und konnte kaum ein Gespräch mit ihm aufrechterhalten. Er hat mir aber wieder etwas von McDonald's mitgebracht - das macht er manchmal, ich bringe ihm und andere Kollegen auch manchmal Kekse und dergleichen - jedenfalls wollte ich keine Soße zu meinen Nuggets und habe im.Scherz gesagt, dass das ja unnötige Kalorien seien, worauf er erwiderte, dass ich mir ja keine Gedanken darum machen müsse (das 2. Mal, dass er so etwas gesagt hat).

Dann hat er so in die Runde gesagt, dass er nachts immer wieder wach wurde. Ich habe dann erzählt, dass das bei mir ganz genauso war, und er hat gegrinst und gemeint „Telepathie“. Das ist doch ein dead giveaway, oder? Eindeutiges Zeichen, oder sehe ich das falsch? Was meint ihr? Ich habe eben echt Angst, dass ich mir das alles zu sehr zu Herzen nehmen. Ich meine, er wird von allen gemocht. Er flirtet auch gerne leicht mit Kolleginnen allgemein. Ich bin eher so still, ich traue mich im Großraumbüro kaum, mit ihm zu reden und kann mich sonst auch kaum auf meine Arbeit konzentrieren... Ich mag ihn aber so gerne... Was kann ich tun? Was hat das alles überhaupt zu bedeuten?

Bitte redet jetzt nicht nur über den Altersunterschied, habe darüber bereits mit meinen Eltern viel geredet. Vielen lieben Dank im Voraus für alle Antworten!

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30. November 2018 um 21:16

Als Womanizer in dem Sinne würde ich ihn nicht bezeichnen. Er verbringt die Wochenenden normalerweise mit seinen Kindern, die in einer anderen Stadt wohnen, und bleibt, wie gesagt, abends häufig lange in der Firma, wenn längst keine Kolleginnen mehr da sind. Er nennt zwar Mitarbeiterinnen schon häufiger „Mäuschen“ und es hat auch schon einmal eine Mitarbeiterin gesagt, ich solle ihm bloß keinen Kaffee bringen, aber ich habe das so interpretiert, dass sie nur nicht wollte, dass ich mich dazu gezwungen fühle, weil ich Auszubildende bin (was wirklich nicht der Fall ist). Er hat auch während einer mehrtägigen Messe einmal gesagt, ich solle ihm bitte Essen beiseite stellen und eine wiederum andere Kollegin hat dann gefragt „Ähh, Sie wollten ihm das jawohl jetzt nicht bringen, oder?" (Was ich wirklich nicht vorhatte), und sie hat dann gesagt, er könne sich sein Essen gefälligst selber holen. Das hat mich schon etwas stutzig gemacht. Ich habe den Eindruck, dass er etwas einsam ist und manche das einfach als dreist empfinden, wenn er nach so etwas fragt. Ich persönlich habe damit aber kein Problem. Ich weiß, dass einige Kolleginnen schon ein wenig auf ihn stehen (er sieht eben auch gut aus und ist einfach allgemein sympathisch), aber ich konnte bisher keine wirklichen Bemühungen seinerseits beobachten.

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1. Dezember 2018 um 6:10
In Antwort auf opensourceproject

Okay, diese ganze Geschichte ist etwas merkwürdig und ich muss ein wenig ausholen...

Ich bin seit Herbstanfang Auszubildende und Anfang 20. Der Abteilungsleiter in der Abteilung, in der ich gerade bin, und neben dem ich sitze, ist 40 und wirklich lieb zu mir in letzter Zeit und gefällt mir immer mehr.

Als ich einmal krank im Betrieb erschienen bin und das bereut habe, hat er mir angeboten, mich nach Hause zu fahren oder sein Auto nehmen zu können. Da habe ich dankend abgelehnt, weil ich ihm keinen Ärger machen wollte. Er hat aber immer wieder im Scherz gesagt, ich solle ihm morgens Kaffee hinstellen, was ich dann einfach mal gemacht habe, weil meiner Meinung nach nichts dagegen spricht. Er freut sich sehr darüber und es ist kaum Arbeit.

In unserer Firma ist es Gang und Gäbe, dass wir einander ein wenig ärgern und Witze übereinander reißen. Auch ich durfte da von Anfang an mitmachen und jeder nahm es mit Humor. Er hat das anfangs bei mir noch sehr intensiv gemacht, bis ich dann irgendwann angefangen habe, etwas zurück zu sagen, worüber er sich immer sehr zu freuen scheint und manchmal meine Witze sogar den Kollegen erzählt hat, als ich daneben saß, was auf mich so wirkte, als wollte er eigentlich wieder mit mir ein Gespräch anfangen. Als die Kollegen letztens ein paar lustige Fakten aus seiner Jugend erzählt haben, musste ich schon sehr lachen und er hat seinen Fokus jedes Mal auf mich gelenkt und versucht, mit mir ins Gespräch zu kommen. Ich bin meist eher still in der Öffentlichkeit, müsst ihr vielleicht dazu wissen. Er verteidigt mich aber auch öfter, wenn ich mich z. B. über meinen eigenen Namen lustig mache.

Achja, und letztens hat eine Azubine mir gesagt, ich solle meinem Ausbilder (nicht dem Abteilungsleiter) meine Überstunden von einer Messe per Mail schreiben. Als ich das dem AL auf die Nachfrage hin, was ich denn da mache, erzählt habe, hat er mich darum gebeten, ihn mal an meinen PC zu lassen und ihr dann eine Mail geschrieben, dass sie doch bitte keinen Quatsch über Überstunden erzählen solle und die Mail mit dem Satz „PS: Herr [sein Name] ist echt süß"  beendet, "damit sie weiß, dass die Mail von mir (ihm) kommt". Das fand ich schon echt lustig.

Jedenfalls hat er mir dann letztens angeboten, mit auf Messe zu fahren (wir hatten zu wenige Mitarbeiter, die mitwollten) und mich hierzu gefragt, ob er mich morgens abholen und abends zurückfahren soll, und ich habe eingewilligt, weil ich bei ihm das Gefühl habe, er hat wie ich auch einfach das Helfersyndrom in sich. Seine Bemühungen und Sorgen wirken ehrlich. Er ist auch zu männlichen Arbeitskollegen stets zuvorkommend und hilfsbereit. Außerdem wohne ich ca. 2 Stunden mit der Bahn von der Firma entfernt und habe kein Auto. Jetzt kommt der Knackpunkt... 

Er meinte, ich solle ihm seine Adresse schreiben, also habe ich ihm das einfach per Firmenmail auf seine Firmen-Mailadresse geschrieben. Er hat daraufhin gelacht und gesagt: „Was machen Sie denn da? Sie sollen mir das doch aufs Handy schreiben!“ Darauf hab ich dann erwidert, dass ich seine Handynummer nicht habe, und er hat sie mir kurzerhand aufgeschrieben, obwohl er meine Adresse auch einfach aus der Mail hätte entnehmen können... Hehe...

Jedenfalls habe ich ihm dann kurz nach Feierabend direkt geschrieben und... Das wäre jetzt ein wenig viel für diesen Post, aber kurz gesagt: ich habe sein Bild niedlich genannt, er fragte daraufhin „Wegen der Kinder, ne? " Und ich habe dann gesagt, dass das natürlich übrrhaaaupt nichts mit ihm zu tun habe, er meinte dann, dass hätte ich auch netter sagen können, und ich hab dann gesagt, ich hätte den Zusatz „PS: Herr [...] ist echt süß" vergessen. Das fanden wir dann beide zum Schreien komisch und ich habe aber im Nachhinein klargemacht, dass ich das schon ernst meinte. Habe ihm auch erzählt, dass meine Eltern die Mail, die er der anderen Azubine geschickt hat, nicht so dolle fanden, weil sie sich Gedanken machen, dass ich gekündigt werden könnte, und er war schon besorgt. Als ich dann meinte, dass auch die Nachfrage kam, ob er auf mich stünde, ist er darauf gar nicht eingegangen und hat stattdessen gesagt, dass er mich beruhigen kann, weil er schon zugegeben hätte, dass er die Mail geschrieben hat, wenn jemand nachgefragt hätte. Er ist auch nochmal auf das Thema meiner Wohnungssuche eingegangen, das ich in der Firma schon angesprochen hatte, und hat mir angeboten, mal bei seinem Vermieter nachzufragen, ob da noch Wohnungen frei sind, wenn ich möchte, worüber ich mich sehr gefreut habe.

Am nächsten Tag bin ich etwas länger in der Firma geblieben, was ich manchmal ganz gerne mache, weil es abends so ruhig ist und ich da in Ruhe meine Aufgaben beenden kann (und natürlich, weil er so gut wie immer länger bleibt). Wir waren dann zum ersten Mal komplett alleine, weil jeder andere außer ein paar Reinungskräfte und die Hausmeister, IT etc. bereits weg waren. Er hat mir dann angeboten, mich zum Bahnhof oder nach Hause oder wohin ich auch möchte zu fahren. Ich wollte ihm wieder keinen Ärger machen, aber ich wollte so gern Zeit mit ihm verbringen, also habe ich dann gemeint, nach Hause wäre schon nett, aber auch gesagt, dass er das nicht müsse. "Ich weiß, dass ich das nicht muss", hat er dann gesagt und mich dann kurzerhand 45 Minuten nach Hause gefahren. Ich hatte mich schon länger nicht mehr so gut mit jemandem unterhalten. Wir siezen uns noch (ihm ist das "Du" jedoch in letzter Zeit ein paar Mal herausgerutscht -- mir natürlich nicht), aber haben zum Teil über sehr private Themen geredet. Seine Exfreundin, seine Kinder, meine Familie, seine und meine Kindheit... Und wir haben recht ähnliche Lebensgeschichten, wobei er offensichtlich um Einiges mehr erlebt hat. Das war schon ein schöner Austausch und ich habe zum allerersten Mal frei über meine Familie sprechen können, ohne weinen zu müssen. Mir ist dann mitten während der Fahrt erst klargeworden, dass er nur fünf Minuten mit dem Auto von der Arbeit entfernt wohnt und gerade 1,5 Stunden Fahrt auf sich nimmt, nur, damit ich nicht so lange fahren muss... das war schon krass... Auf meine Nachfrage hin, wieso er das mache, meinte er nur „Weil es doch doof ist, wenn Sie so weit fahren müssen. Außerdem habe ich eh nichts vor."

Tja, und die ganze Nacht danach bin ich immer wieder wach geworden. Habe von ihm geträumt. War todmüde am nächsten Tag und konnte kaum ein Gespräch mit ihm aufrechterhalten. Er hat mir aber wieder etwas von McDonald's mitgebracht - das macht er manchmal, ich bringe ihm und andere Kollegen auch manchmal Kekse und dergleichen - jedenfalls wollte ich keine Soße zu meinen Nuggets und habe im.Scherz gesagt, dass das ja unnötige Kalorien seien, worauf er erwiderte, dass ich mir ja keine Gedanken darum machen müsse (das 2. Mal, dass er so etwas gesagt hat).

Dann hat er so in die Runde gesagt, dass er nachts immer wieder wach wurde. Ich habe dann erzählt, dass das bei mir ganz genauso war, und er hat gegrinst und gemeint „Telepathie“. Das ist doch ein dead giveaway, oder? Eindeutiges Zeichen, oder sehe ich das falsch? Was meint ihr? Ich habe eben echt Angst, dass ich mir das alles zu sehr zu Herzen nehmen. Ich meine, er wird von allen gemocht. Er flirtet auch gerne leicht mit Kolleginnen allgemein. Ich bin eher so still, ich traue mich im Großraumbüro kaum, mit ihm zu reden und kann mich sonst auch kaum auf meine Arbeit konzentrieren... Ich mag ihn aber so gerne... Was kann ich tun? Was hat das alles überhaupt zu bedeuten?

Bitte redet jetzt nicht nur über den Altersunterschied, habe darüber bereits mit meinen Eltern viel geredet. Vielen lieben Dank im Voraus für alle Antworten!

"Er hat aber immer wieder im Scherz gesagt, ich solle ihm morgens Kaffee hinstellen, was ich dann einfach mal gemacht habe, weil meiner Meinung nach nichts dagegen spricht. Er freut sich sehr darüber und es ist kaum Arbeit."

Diesen Service für ihn bezahlt ja auch das Unternehmen. Ist es eins, das Kaffeeserviererinnen ausbildet? (Nein.)

"Als ich das dem AL auf die Nachfrage hin, was ich denn da mache, erzählt habe, hat er mich darum gebeten, ihn mal an meinen PC zu lassen und ihr dann eine Mail geschrieben, dass sie doch bitte keinen Quatsch über Überstunden erzählen solle und die Mail mit dem Satz „PS: Herr [sein Name] ist echt süß"  beendet, "damit sie weiß, dass die Mail von mir (ihm) kommt". Das fand ich schon echt lustig."

Was meint er? Dass er dir Geld schenken will? Aber Zeit nicht, oder?
Du bist da, um etwas zu LERNEN. Nicht, um dich verbiegen zu lassen.
Vorschlag: Neue Mail schreiben mit der Überschrift "Überstunden sind Zeitverschwendung, wenn sie nicht bezahlt werden. MEINE Zeit ist es, die hier verschwendet wird."

"Helfersyndrom"

Ja, diese Krankheit habe ich auch. Auch bei dir übrigens.
Frauen sind dafür besser geeignet als Männer, sage ich dir aus persönlicher Erfahrung. Spätestens bei Handgriff Nummer 4 kommt die Frage: Steckst du mal schnell den Stecker in die Steckdose? Passendste Antwort zu dieser Ja/Nein-Frage wäre: Nein.
Oder: Kannst du mal schnell einen Satz ohne mal sagen?
Ein Baumeister ohne Hilfspersonal lernt aber auch noch einiges. Weiter im Text.

"(ihm ist das "Du" jedoch in letzter Zeit ein paar Mal herausgerutscht -- mir natürlich nicht)"

Was daran soll natürlich sein? Hat er dir auch schon erzählt, dass du ihn beim Sex siezen musst?

"Seine Exfreundin, seine Kinder ..."

sind schon Hindernisse auf seiner Seite. Du dagegen bist völlig frei und musst dir SEINE Probleme nicht an Land ziehen. Diejenige, die dann brav alleine zu sein hat, während er neben seinem Überstundenjob bei seiner anderen Familie ist.
Denn es gibt sehr viele Männer, die noch keine Kinder mit Exen haben und schon aus diesem Grunde besser sind für dich. Für dich, die ihre eigenen Träume träumen darf.

Der Rest ist geschenkt.

"Er flirtet auch gerne leicht mit Kolleginnen allgemein."

Glaube ich, weil es zu diesem Typ Mann passt, der Schwierigkeiten hat, auf Wünsche von Frauen zu achten. Dieser Umstand will dann auch schon deine Zukunft programmieren. Denke ich. Die nächste Bewerberin könnte immer noch besser sein. Für ihn.

Mein Rat: Arbeit und Intimes nicht in einen Topf werfen. Distanz. Ganz besonders bei Blendern, die nur an ihr eigenes Wohlergehen denken.

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1. Dezember 2018 um 10:13
In Antwort auf anne234

"Er hat aber immer wieder im Scherz gesagt, ich solle ihm morgens Kaffee hinstellen, was ich dann einfach mal gemacht habe, weil meiner Meinung nach nichts dagegen spricht. Er freut sich sehr darüber und es ist kaum Arbeit."

Diesen Service für ihn bezahlt ja auch das Unternehmen. Ist es eins, das Kaffeeserviererinnen ausbildet? (Nein.)

"Als ich das dem AL auf die Nachfrage hin, was ich denn da mache, erzählt habe, hat er mich darum gebeten, ihn mal an meinen PC zu lassen und ihr dann eine Mail geschrieben, dass sie doch bitte keinen Quatsch über Überstunden erzählen solle und die Mail mit dem Satz „PS: Herr [sein Name] ist echt süß"  beendet, "damit sie weiß, dass die Mail von mir (ihm) kommt". Das fand ich schon echt lustig."

Was meint er? Dass er dir Geld schenken will? Aber Zeit nicht, oder?
Du bist da, um etwas zu LERNEN. Nicht, um dich verbiegen zu lassen.
Vorschlag: Neue Mail schreiben mit der Überschrift "Überstunden sind Zeitverschwendung, wenn sie nicht bezahlt werden. MEINE Zeit ist es, die hier verschwendet wird."

"Helfersyndrom"

Ja, diese Krankheit habe ich auch. Auch bei dir übrigens.
Frauen sind dafür besser geeignet als Männer, sage ich dir aus persönlicher Erfahrung. Spätestens bei Handgriff Nummer 4 kommt die Frage: Steckst du mal schnell den Stecker in die Steckdose? Passendste Antwort zu dieser Ja/Nein-Frage wäre: Nein.
Oder: Kannst du mal schnell einen Satz ohne mal sagen?
Ein Baumeister ohne Hilfspersonal lernt aber auch noch einiges. Weiter im Text.

"(ihm ist das "Du" jedoch in letzter Zeit ein paar Mal herausgerutscht -- mir natürlich nicht)"

Was daran soll natürlich sein? Hat er dir auch schon erzählt, dass du ihn beim Sex siezen musst?

"Seine Exfreundin, seine Kinder ..."

sind schon Hindernisse auf seiner Seite. Du dagegen bist völlig frei und musst dir SEINE Probleme nicht an Land ziehen. Diejenige, die dann brav alleine zu sein hat, während er neben seinem Überstundenjob bei seiner anderen Familie ist.
Denn es gibt sehr viele Männer, die noch keine Kinder mit Exen haben und schon aus diesem Grunde besser sind für dich. Für dich, die ihre eigenen Träume träumen darf.

Der Rest ist geschenkt.

"Er flirtet auch gerne leicht mit Kolleginnen allgemein."

Glaube ich, weil es zu diesem Typ Mann passt, der Schwierigkeiten hat, auf Wünsche von Frauen zu achten. Dieser Umstand will dann auch schon deine Zukunft programmieren. Denke ich. Die nächste Bewerberin könnte immer noch besser sein. Für ihn.

Mein Rat: Arbeit und Intimes nicht in einen Topf werfen. Distanz. Ganz besonders bei Blendern, die nur an ihr eigenes Wohlergehen denken.

„Was meint er? Dass er dir Geld schenken will? Aber Zeit nicht, oder?Du bist da, um etwas zu LERNEN. Nicht, um dich verbiegen zu lassen.Vorschlag: Neue Mail schreiben mit der Überschrift ‘Überstunden sind Zeitverschwendung, wenn sie nicht bezahlt werden. MEINE Zeit ist es, die hier verschwendet wird.’”

Meine Überstunden werden mir ja ausbezahlt, bzw. ich bekomme sie in Form von Urlaub wieder, was mir auch lieber ist. Die Mail, die er nur einer anderen Auszubildenden geschrieben hat, die mir den Hinweis gegeben hatte, meine Überstunden unbedingt einzureichen, hat damit ja gar nichts zu tun. Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst... Vielleicht habe ich die Situation auch nicht passend geschildert.

„Ja, diese Krankheit habe ich auch. Auch bei dir übrigens. Frauen sind dafür besser geeignet als Männer, sage ich dir aus persönlicher Erfahrung. Spätestens bei Handgriff Nummer 4 kommt die Frage: Steckst du mal schnell den Stecker in die Steckdose? Passendste Antwort zu dieser Ja/Nein-Frage wäre: Nein.Oder: Kannst du mal schnell einen Satz ohne mal sagen?Ein Baumeister ohne Hilfspersonal lernt aber auch noch einiges. Weiter im Text.“

Diese negative Einstellung finde ich grundsätzlich nicht gut, weil ich befürchte, dass man so „die guten“ Männer vergraulen könnte. Natürlich gibt es solche und solche Männer.
Aber bisher habe ich ja kaum etwas für ihn getan. Die paar mal Kaffee und Kekse holen haben mich insgesamt vielleicht 10 Minuten und 10 Euro gekostet (wenn man bedenkt, dass ich ja auch selbst von diesen Keksen etwas hatte). Ich finde es erstaunlich, wie stur du die Dinge, bei denen er mir durchaus Hilfe anbot bzw. bereits etwas für mich getan hat, ignorieren kannst. Oder meinst du, das ist ein reines Machtspielchen?

„Was daran soll natürlich sein? Hat er dir auch schon erzählt, dass du ihn beim Sex siezen musst?“

Nein. Mir wurde relativ am Anfang von einem anderen Kollegen mit leicht bedröppeltem Gesicht kommuniziert, dass die Geschäftsführung wünscht, dass Azubis erstmal gesiezt werden. Solange mir jemand das Du nicht offiziell anbietetet, bin ich allein, weil ich jünger bin als so ziemlich jeder dort mit dem Siezen doch auf der sicheren Seite, oder meinst du nicht? Vielleicht bin ich auch sozial inkompetent. Mich haben mehrere Kollegen bereits geduzt ohne etwas zu sagen, aber ich bin da vorsichtig, weil eine der Kolleginnen mich sofort wieder gesiezt hat, wenn ich sie zurück geduzt habe (wieso machen Menschen das?). Die anderen beiden Azubis (2. und 3. Lehrjahr) sind über diese Schwelle schon hinweg und duzen jeden. Bei mir beschränkt sich das auf Mitarbeiter außerhalb des Ein- und Verkaufs und der Buchhaltung.

„"Seine Exfreundin, seine Kinder ..."sind schon Hindernisse auf seiner Seite. Du dagegen bist völlig frei und musst dir SEINE Probleme nicht an Land ziehen. Diejenige, die dann brav alleine zu sein hat, während er neben seinem Überstundenjob bei seiner anderen Familie ist.Denn es gibt sehr viele Männer, die noch keine Kinder mit Exen haben und schon aus diesem Grunde besser sind für dich. Für dich, die ihre eigenen Träume träumen darf.“

Ja, da stimme ich dir größtenteils zu. Dass er wenig Zeit hat, könnte vielleicht ein Problem werden. Jedoch hat er mir erzählt, dass er sich beruflich evtl. umorientieren möchte, weil es in der Firma einige Probleme gibt. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich es nicht gewohnt bin, 24/7 mit jemandem aufeinander zu hocken und man sieht sich ja über 9 Stunden am Tag auf der Arbeit (vorerst). Ich mag gerne Zeit für mich haben, kann mir aber auch vorstellen, dass sich das nochmal ändern könnte. Aber ich bringe schon auch meine Laster mit, glaube also bitte nicht, das wäre ein total einseitiges Spiel à la Ich bin das Opfer, er der Täter. Ich kann mich schon durchsetzen, wenn ich das wirklich will, und das habe ich auch in früheren Beziehungen. Da war nämlich meist eher das Problem, dass ich „zu wenig Zeit“ (ehrlich gesagt einfach nur keine Lust) hatte und ich meine Gefühle zu wenig gezeigt habe etc. Es ist nicht immer alles nur ein Klischee. Glaube mir, ich habe am Anfang gedacht, er sei ein ziemliches A****loch, aber ihm sind Dinge passiert, die Männern laut Klischees und Anekdoten einer jeden Frau nicht passieren. Seine Ex hat sich einen anderen gesucht, weil er zu wenig da war, während sie umziehen wollten und er deswegen bereits in der neuen Stadt gewohnt hat. Der Typ hat gearbeitet, während sie auf ihrem Hintern saß und mit anderen Männern herumgeflirtet hat. Nach ein paar Monaten Beziehung mit dem anderen wollte sie ihn dann doch zurück, was er -- meiner Meinung nach genau richtig gewählt -- nicht mit sich machen lassen hat. Für die Kinder ist er jedoch immer da und er liebt sie so abgöttisch. Erzählt den (männlichen!) Kollegen ständig von ihnen. Jemand, der seine Kinder so liebt, kann eigentlich kein schlechter Mensch sein. Mir geht es eher darum, herauszufinden, wie ich sein Verhalten mir gegenüber zu deuten habe.

„Glaube ich, weil es zu diesem Typ Mann passt, der Schwierigkeiten hat, auf Wünsche von Frauen zu achten. Dieser Umstand will dann auch schon deine Zukunft programmieren. Denke ich. Die nächste Bewerberin könnte immer noch besser sein. Für ihn. Mein Rat: Arbeit und Intimes nicht in einen Topf werfen. Distanz. Ganz besonders bei Blendern, die nur an ihr eigenes Wohlergehen denken.“

Arbeit und Intimes zu trennen versuche ich ja. Kaum intime Gespräche bei der Arbeit, und ich würde es niemals heraushängen lassen, wenn wir mal zusammen sein sollten. Ich verstehe nur nicht ganz, wie du darauf kommst, dass es ihm nur um sein eigenes Wohlergehen geht -- denkst du womöglich an den/die Mann/Männer, die dich verletzt haben? Der gedankliche Sprung erschließt sich mir gerade nicht, oder habe ich etwas übersehen?...




 

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1. Dezember 2018 um 10:16

Ihm nach dem Mund reden tue ich auch nicht, ich scherze schon öfter über ihn in seiner Anwesenheit. Und er „bedient“ mich ja genauso. Für mich sind das einfach Nettigkeiten, ich verstehe nicht, was daran so falsch ist, wenn es ihm gefällt -- mir gefällt es ja auch, wenn er mir etwas mitbringt.

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1. Dezember 2018 um 13:23
In Antwort auf opensourceproject

„Was meint er? Dass er dir Geld schenken will? Aber Zeit nicht, oder?Du bist da, um etwas zu LERNEN. Nicht, um dich verbiegen zu lassen.Vorschlag: Neue Mail schreiben mit der Überschrift ‘Überstunden sind Zeitverschwendung, wenn sie nicht bezahlt werden. MEINE Zeit ist es, die hier verschwendet wird.’”

Meine Überstunden werden mir ja ausbezahlt, bzw. ich bekomme sie in Form von Urlaub wieder, was mir auch lieber ist. Die Mail, die er nur einer anderen Auszubildenden geschrieben hat, die mir den Hinweis gegeben hatte, meine Überstunden unbedingt einzureichen, hat damit ja gar nichts zu tun. Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst... Vielleicht habe ich die Situation auch nicht passend geschildert.

„Ja, diese Krankheit habe ich auch. Auch bei dir übrigens. Frauen sind dafür besser geeignet als Männer, sage ich dir aus persönlicher Erfahrung. Spätestens bei Handgriff Nummer 4 kommt die Frage: Steckst du mal schnell den Stecker in die Steckdose? Passendste Antwort zu dieser Ja/Nein-Frage wäre: Nein.Oder: Kannst du mal schnell einen Satz ohne mal sagen?Ein Baumeister ohne Hilfspersonal lernt aber auch noch einiges. Weiter im Text.“

Diese negative Einstellung finde ich grundsätzlich nicht gut, weil ich befürchte, dass man so „die guten“ Männer vergraulen könnte. Natürlich gibt es solche und solche Männer.
Aber bisher habe ich ja kaum etwas für ihn getan. Die paar mal Kaffee und Kekse holen haben mich insgesamt vielleicht 10 Minuten und 10 Euro gekostet (wenn man bedenkt, dass ich ja auch selbst von diesen Keksen etwas hatte). Ich finde es erstaunlich, wie stur du die Dinge, bei denen er mir durchaus Hilfe anbot bzw. bereits etwas für mich getan hat, ignorieren kannst. Oder meinst du, das ist ein reines Machtspielchen?

„Was daran soll natürlich sein? Hat er dir auch schon erzählt, dass du ihn beim Sex siezen musst?“

Nein. Mir wurde relativ am Anfang von einem anderen Kollegen mit leicht bedröppeltem Gesicht kommuniziert, dass die Geschäftsführung wünscht, dass Azubis erstmal gesiezt werden. Solange mir jemand das Du nicht offiziell anbietetet, bin ich allein, weil ich jünger bin als so ziemlich jeder dort mit dem Siezen doch auf der sicheren Seite, oder meinst du nicht? Vielleicht bin ich auch sozial inkompetent. Mich haben mehrere Kollegen bereits geduzt ohne etwas zu sagen, aber ich bin da vorsichtig, weil eine der Kolleginnen mich sofort wieder gesiezt hat, wenn ich sie zurück geduzt habe (wieso machen Menschen das?). Die anderen beiden Azubis (2. und 3. Lehrjahr) sind über diese Schwelle schon hinweg und duzen jeden. Bei mir beschränkt sich das auf Mitarbeiter außerhalb des Ein- und Verkaufs und der Buchhaltung.

„"Seine Exfreundin, seine Kinder ..."sind schon Hindernisse auf seiner Seite. Du dagegen bist völlig frei und musst dir SEINE Probleme nicht an Land ziehen. Diejenige, die dann brav alleine zu sein hat, während er neben seinem Überstundenjob bei seiner anderen Familie ist.Denn es gibt sehr viele Männer, die noch keine Kinder mit Exen haben und schon aus diesem Grunde besser sind für dich. Für dich, die ihre eigenen Träume träumen darf.“

Ja, da stimme ich dir größtenteils zu. Dass er wenig Zeit hat, könnte vielleicht ein Problem werden. Jedoch hat er mir erzählt, dass er sich beruflich evtl. umorientieren möchte, weil es in der Firma einige Probleme gibt. Allerdings muss ich auch sagen, dass ich es nicht gewohnt bin, 24/7 mit jemandem aufeinander zu hocken und man sieht sich ja über 9 Stunden am Tag auf der Arbeit (vorerst). Ich mag gerne Zeit für mich haben, kann mir aber auch vorstellen, dass sich das nochmal ändern könnte. Aber ich bringe schon auch meine Laster mit, glaube also bitte nicht, das wäre ein total einseitiges Spiel à la Ich bin das Opfer, er der Täter. Ich kann mich schon durchsetzen, wenn ich das wirklich will, und das habe ich auch in früheren Beziehungen. Da war nämlich meist eher das Problem, dass ich „zu wenig Zeit“ (ehrlich gesagt einfach nur keine Lust) hatte und ich meine Gefühle zu wenig gezeigt habe etc. Es ist nicht immer alles nur ein Klischee. Glaube mir, ich habe am Anfang gedacht, er sei ein ziemliches A****loch, aber ihm sind Dinge passiert, die Männern laut Klischees und Anekdoten einer jeden Frau nicht passieren. Seine Ex hat sich einen anderen gesucht, weil er zu wenig da war, während sie umziehen wollten und er deswegen bereits in der neuen Stadt gewohnt hat. Der Typ hat gearbeitet, während sie auf ihrem Hintern saß und mit anderen Männern herumgeflirtet hat. Nach ein paar Monaten Beziehung mit dem anderen wollte sie ihn dann doch zurück, was er -- meiner Meinung nach genau richtig gewählt -- nicht mit sich machen lassen hat. Für die Kinder ist er jedoch immer da und er liebt sie so abgöttisch. Erzählt den (männlichen!) Kollegen ständig von ihnen. Jemand, der seine Kinder so liebt, kann eigentlich kein schlechter Mensch sein. Mir geht es eher darum, herauszufinden, wie ich sein Verhalten mir gegenüber zu deuten habe.

„Glaube ich, weil es zu diesem Typ Mann passt, der Schwierigkeiten hat, auf Wünsche von Frauen zu achten. Dieser Umstand will dann auch schon deine Zukunft programmieren. Denke ich. Die nächste Bewerberin könnte immer noch besser sein. Für ihn. Mein Rat: Arbeit und Intimes nicht in einen Topf werfen. Distanz. Ganz besonders bei Blendern, die nur an ihr eigenes Wohlergehen denken.“

Arbeit und Intimes zu trennen versuche ich ja. Kaum intime Gespräche bei der Arbeit, und ich würde es niemals heraushängen lassen, wenn wir mal zusammen sein sollten. Ich verstehe nur nicht ganz, wie du darauf kommst, dass es ihm nur um sein eigenes Wohlergehen geht -- denkst du womöglich an den/die Mann/Männer, die dich verletzt haben? Der gedankliche Sprung erschließt sich mir gerade nicht, oder habe ich etwas übersehen?...




 

"Meine Überstunden werden mir ja ausbezahlt, bzw. ich bekomme sie in Form von Urlaub wieder, was mir auch lieber ist. Die Mail, die er nur einer anderen Auszubildenden geschrieben hat, die mir den Hinweis gegeben hatte, meine Überstunden unbedingt einzureichen, hat damit ja gar nichts zu tun. Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst... Vielleicht habe ich die Situation auch nicht passend geschildert."

Ich halte es für gut, wenn du dir deine Gedanken nicht buchstäblich vorschreiben lässt. In deine Korrespondenz hat sich niemand einzumischen, auch dann nicht, wenn er beobachtet hat, was gerade mit dir los ist. "Überstunden bei Azubis" kannst du direkt mit Suchmaschine suchen. Das betrifft die Arbeit. Automatisch hast du durch Überstunden wenig Zeit für dein Privatleben, konzentrierst dich dadurch wiederum nicht ganz zufällig auf Arbeitskollegen, und zwar diesen.

"Diese negative Einstellung finde ich grundsätzlich nicht gut, weil ich befürchte, dass man so „die guten“ Männer vergraulen könnte."

Mein Mann ist auch manchmal so, wir sind seit über 18 Jahren verheiratet und haben einen Umbau hinter uns, bei dem ich dieses Verhalten (Frau hat Mann = Chef = der mit dem Geld zu helfen) wieder studieren durfte. Manchmal musste ich ihn auch fragen: Du, welcher Zauberer soll das denn tun, was du nicht kannst? Aber wir konnten uns beide viel Zeit nehmen, und auch wenn ich mir manchmal noch drei zusätzliche Hände gewünscht habe, ist das Ergebnis großartig, nämlich ganz nach meinem Geschmack, den er schon lange gut findet. Dafür kocht er gern und schmeißt den ganzen Bürokratenkram und so.
Die "negative" Einstellung hast du herausgelesen, weil ich ablehne, was für manche, vielleicht auch dich, so selbstverständlich scheint.
Einer der Putzer, die nach Schema F meinen Mann (= Chef und so) ordentlich vollschleimem mussten, hat sich sogar zu einem "Kompliment" herniedergelassen: Nicht schlecht für eine Frau. Als sie endlich fertig waren, habe ich einen Teil wieder weggeflext, weil sie nicht verstanden hatten, dass sie keine Designer sind, die der Bauherrin ihren 0815-Arbeiterschließfach-Geschmack vorzuschreiben haben. Und rate, wer bei uns nach wie vor wichtiger ist als Putzer.  
Ich wollte eigentlich nicht so viel über mich schreiben. Aber ich hoffe, du verstehst das Problem so besser.
Es geht um DEINE Wünsche und Ziele. Sage deinem Gegenüber klipp und klar: "Schuster (nämlich Vorgesetzer im Unternehmen), bleib bei deinen Leisten. Das eine ist dein Job, für den du dein Geld kassierst. Aber das andere, nämlich meins, geht dich gar nichts an."
Also in diesem Punkt nicht Machtspielchen, vielmehr Gewohnheiten, die sich gut beobachten lassen. Die einen möchte man erhalten, die anderen nicht haben und sagt deshalb: Nein. Das tue ich nicht. 
Du konzentrierst dich auf jedes Detail, bei dem du glaubst, etwas wie Bemühen um dich zu erkennen. Aber diese Gesten musst du nicht überbewerten, das tut jeder Mann, der Frau(en) erst einmal beeindrucken will, es bedeutet nicht automatisch, dass du ihm besonders wertvoll bist. Manche schaffen es gerade so bis zum Sex, das hast du auch schon irgendwo gelesen. Das ergibt regelmäßig einseitige Bindungen der Frauen. Peinlich  und nicht gut für deine Ausbildung, wenn es doch nichts wird. Deine Ausbildung! Das ist seine Verantwortung. Flirts mit der unerfahrenen Azubi oder mit allen möglichen Frauen sagen nur, du kannst von vornherein von ihm keine Treue erwarten.

Noch ein Gedanke dazu. Die positive Grundeinstellung erhalten ist ein ganz wichtiger Punkt in einer Beziehung, Ehe, Familie, die dauerhaft sein soll. Sie wird auf BEIDEN Seiten gebraucht, und schon sind wir beim nächsten Punkt.  

"Vielleicht bin ich auch sozial inkompetent."

Du bist nicht sozial inkompetent. Wenn er unerlaubt DU zu dir sagt, hast du dieses Recht ebenfalls. Du tust das nicht, deine eigene Hemmung verbietet es dir. Er hat diese Hemmung nicht, und über den Grund kannst du nachdenken.
Du hast auch die Möglichkeit, ihm als beruflich Vorgesetztem zu sagen: Bleiben wir doch beim SIE. (Da ist die Grenze, Herr großer Chef, die ich kleine Azubi Ihnen setze.) Aber dieses Vermischen oder Hüpfen vom Beruf zum Intimen verunsichert dich nur. Du musst keinesfalls sämtliche Fehler bei dir suchen. Registriere ruhig seine. 

"Ich kann mich schon durchsetzen, wenn ich das wirklich will, und das habe ich auch in früheren Beziehungen."

Das lese ich gern. Bleib so. Bleib Frau, lass dich nicht verbiegen. Die große Umerziehung zur Kämpferin um den selbstbezogenen Helden so. Das brauchst du allenfalls für den Job, nicht für dein Liebesleben, weil es noch überall starke Männer gibt, ohne Kinder, die genau dich suchen.

"Seine Ex hat ..."

Exen sind immer die Bösen. Er möchte dir ja auch nicht vorjammern "Ach, ich habe dies und jenes in meiner Ex-Beziehung falsch gemacht." Sondern er will möglichst GUT dastehen. Aber du darfst den fehlenden Part, den er dir nicht mitteilt, in Gedanken ergänzen. Du kannst dich auch gleich fragen: Möchte ich diese, seine Ex sein? Ihr Verhalten, das du beschreibst, erzählt von einseitiger Bindung. Er frei. Denk mal darüber nach, warum der strahlende Held so frei ist. (Lösung steht schon weiter oben.)

Ich mache hier Schluss mit den Vorträgen und hoffe, dass sich damit auch weitere Fragen erledigt haben. Mit ein bisschen Menschenkenntnis, Studium und Erfahrung bekommt man diesen Blick für wesentliche Punkte.
Das war kein Sprung. Deine eigene Konzentration auf ihn, die sich durch den ganzen Text zieht, sagt mir: Er ist einer, der gern die Puppen für sich tanzen lässt.
Willst du eine dieser Fleißigen, Selbstlosen sein?

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