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In der Friendzone - Aufgeben oder Zähne zusammenbeißen

16. September um 18:15

Hallo Community,

ich bin aktuell in einer relativ klassischen Friendzone Situation. Dabei versuche ich nun die Geschichte so gut es geht runterzukürzen. Vorweg, damit man schonmal weiß worum es geht:
Ich habe vor einer Woche die Freundschaft zu meiner besten Freundin beendet, in welche ich seit ein paar Jahren verliebt bin. Nun ignoriert sie mich und ich weiß nicht so recht wie ich mit der Situation umgehen soll.
- Das im Grunde die Kurzfassung

Wir haben uns auf einer Geburtstagsfeier vor 2 Jahren kennengelernt. Wenig später habe ich sie ein einziges mal gedated. Wir beiden haben allerdings das Wort "Date" nie verwendet. Während des Spazierengehens habe ich nach ihrer Hand gegriffen, alles lief gut und wir spazierten Hand in Hand für eine gute Stunde.
Am Abend gingen wir gemeinsam Essen. Ich bestand darauf zu bezahlen. Ich war damals noch relativ unerfahren und so drängte ich mich auf zu bezahlen, gegen ihren Willen. Im Nachhinein hätte ich das nicht machen dürfen. Ob dieser Fehler entscheidend ist kann ich schwer beurteilen.
----
Ich habe sie sehr bedrängt. Ein weiterer Fehler natürlich. Das ganze resultierte in einem klärenden Gespräch, bei welchem sie beiläufig erwähnte, dass wir nur Freunde bleiben sollten. Erschrocken und überfordert hielt ich den Ball Flach und stimmte zu. Wenige Tage später habe ich ihr in einer Nachricht nochmals mein Interesse an ihre zum ersten Mal direkt kundgetan. Ihre Antwort war, dass sie einfach Angst hätte, dass wir uns streiten würden und dann gar keinen Kontakt mehr wollen. Als ich weiter nachhaken wollte hat sie dicht gemacht und wollte nicht mehr darüber reden.
----
Das ganze hat sich soweit entwicklet, dass ich mit kurzen Antworten und Ignoranz abgewiesen wurde. Ich wollte klarheit schaffen und schrieb ihr entschieden, dass sie entweder mit mir reden soll oder mich bitte blockieren soll. Wenig später schrieb sie mir, dass ich sie nicht mehr bedrängen soll, sie aber gerne eine Freundschaft hätte und wir von 0 anfangen können. Ich habe zugestimmt.
----
Wir haben uns sehr gut kennengelernt. Wirklich gut. Wir sind beste Freunde geworden. Ich bin in ihrem Leben (sie ist 21) der erste richtige Mann. Sie hatte laut eigener Aussage nie wirklich Kontakt zum männlichen Geschlecht (sie ist relativ mießerabal im Smalltalk und auf Leute zugehen). Des Weiteren bin ich mir rational gesehen zu 95% sicher, dass sie ebenfalls noch keinen Freund hatte. In ihrer Traumwelt möchte sie nämlich mit einem Mann im Leben glücklich werden, welche Einstellung ich sehr schätze.
Nun gut, wir sind nun beste Freunde an dieser Stelle in der Geschichte. Wir wissen viel über den anderen und sind uns sehr nah. Leider leben wir nicht in der gleichen Stadt, da ich in Düsseldorf lebe und sie in der Nähe von Hamburg durch unsere jeweiligen Studiums. Dennoch hat dies die Freunschaft nur gestärkt.
----
Ich habe während dieser Phase mein bestes Versucht die Freundschaft zu bewerkstelligen. Allerdings bekam ich doch recht bald einen "Rückfall". Gefühle sind nun mal Gefühle, da kann man schwer was machen. Man sollte meinen die Distanz, welche dafür sorgt, dass wir uns eh nur 3-4 Mal im Jahr sehen, sollte das Problem lösen, aber ich bin eher ein Dummkopf was sowas angeht.
Bei einem gemeinsamen Treffen bei mir wollte ich mich ihr relativ harmlos, aber entschlossen, annähern. Ich habe sie versucht in den Arm zu nehmen und sie hat das ganze auch tolleriet. Als sie dann wieder aufs Sofa kam wollte ich sie gerne wieder in den Arm nehmen, aber sie argumentierte kein Haustier zum kuscheln zu sein, sondern ein Mensch. Meine Seite der Geschichte klingt relativ harmlos, aber nüchtern betrachtet vermute ich einfach sehr stark, dass von ihr auch für dieses Treffen einzigst und allein freundschaftliche Gedanken im Kopf waren.
Nach dem Treffen erhielt ich eine Nachricht von ihr es in Zukunft zu meiden sie so zu bedrängen. Auch hier: Das ist meine Version der Geschichte. In der Situation war ihre Nachricht durchaus gerechtfertigt, auch wenn meine schnell geschrieben Fassung sicherlich ein schlechtes Licht auf sie wirft.
----
Der Abend hat mich emotional sehr mitgenommen. In der ganzen Zeit davor hatte ich sowieso bei jedem Treffen ein drückendens Gefühl, da ich immer noch in sie verliebt war. An diesem Abend war mir aber klar, dass es nicht so weitergehen kann. Sie ist wirklich etwas besonderes und ich bin mir in allen Aspekten sicher, dass sie die Frau für mich ist.
Da ich selber hilflos verloren mit der Situation war und ein Todesfall in der Familie eintrat, so habe ich ihr 2 Monaten lang nicht geschrieben. Sie schrieb mit in 4 Monaten 2 Mal, allerdings habe ich ihr sehr kurz, aber unauffällig geantwortet.
Vor kurzem kam sie direkt mit einer Nachricht auf mich zu und wollte Wissen ob wir unsere Freundschaft beenden sollten. Sie wusste definitiv, dass etwas nicht stimmt. Ich entgegnete ihr mit einem "Ja, es ist besser so". Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings mit den Gedanken immer noch nicht wieder voll bei der Sache und bin mir immer noch unsicher was zu tun ist.



Ich habe ihr seit dem noch 2 mal geschrieben und auch ein klärendes Gespräch angeboten. Sie ignoriert mich allerdings aktiv und meldet sich nicht bei mir. Ich fühle mich aktuell ein sehr mießerabel. Denn als Mensch ist sie sehr aufrichtig und nett. Meine moralischen Werte untersagen mir in dieser "Arschlochmanier" die Freundschaft mit ihr so zu beenden. Ich fühle mich schlecht ihr so etwas anzutun. Überall lese ich, dass oft die Freundschaft beenden das richtige ist, aber ich bin vom Charakter ein aufrichtiger Mensch. Eigentlich möchte ich dies nicht so wie es gelaufen ist.
Offen gestanden bin ich mir unsicher was ich genau machen soll. Von 4 Quellen, welche ich gefragt habe, so wurde mir von 2 Personen gesagt ich solle die Sache aufgeben. Ich hätte alles richtig gemacht, schließlich wollte ich ja die Freundschaft beenden, da ich es in der Friendzone auch nicht wirklich ertragen habe. Die anderen 2 Quellen haben mir geraten es weiter zu versuchen, indem wir uns entwöhnen und ich für sie als anderer Mensch auftrete.

Natürlich habe ich hohes Interesse an einer Beziehung mit ihr, doch kann man wirklich eine Veränderung wie die mir versprochene meines Kollegen erzielen? Kann ich gezielt die Freundschaft beenden, Zeit vergehen lassen, irgendwann wieder in ihr Leben treten und ein anderes Ergebnis erhoffen? Die ganzen Wege mit "selber ein Leben aufbauen, souverän wirken und eigenständig sein" sind mir dabei durchaus bewusst. Dennoch frage ich mich ob es sich lohnt Energie in etwas reinzustecken, was am Ende zu keinerlei Ergebnis führt. Mit meinem 24 Jahren verstehe ich sicherlich noch nicht alle Feinheiten der zwischenmenschlichen Beziehungen und die Gedanken einer Frau.

Die andere Alternative, von der ich am meisten Angst habe, ist die, dass ich keine Chance bei ihr habe. Dies wurde mir schon aus genug Quellen zu 99% bestätigt, mit dem Anhängsel "Du kannst das zu 99% vergessen, aber bei Frauen weiß man nie wie das noch kommen mag".
Sollte ich absolut keinesfalls eine Chance haben, so bleiben wir zwei Optionen: Ich versuche die Freundschaft zu retten. Ich denke das kann ich hinbekommen wenn ich will. Die andere Option ist die Freundschaft zu beenden.

Egal wie das ganze ausgehen sollte, ich habe das Gefühl, dass meine Situation für mich kein glückliches Ende nimmt und ich mir mein Gift aussuchen muss: In der Friendzone leben oder sie komplett loslassen.

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16. September um 18:20

edit:
Bei meinem Handlungsspielraum bin ich mir sehr unsicher was ich als nächstes tun soll. Ich habe oft schon überlegt ihr quasi "mein Herz auszuschütten". Wir haben nie zu keinem Zeitpunkt klaren Tisch mit meinem Beziehungwunsch gemacht. Es wäre zu 70% möglich, dass sie gar nicht wirklich meine Gefühle für sie auf dem Schirm hat. Ich bin eine sehr emotionale Person und tendiere stark dazu. Gleichzeitig sehe ich keinen große Hoffnung mich in die Operrolle zu begeben und mit ihr ein klärendes Gespräch mit offenen Karten zu führen. Schließlich werde ich sie doch somit nicht emotional für mich als Partner gewinnen können.

Die andere Option ist eben wie besagt, dass ich die Monate vergehen lasse und auf das nächste Treffen im Freundeskreis warte, frei nach dem Motto "von 0 anfangen und sich ihr annähern". Die Frage an dieser Stelle ist und bleibt, ob das überhaupt Sinn hat bzw. ob ich damit überhaupt noch etwas erreichen kann. 

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16. September um 18:35

lass gut sein!   sie weiß was du fühlst!   sie will aber nicht mehr von dir...   wohl auch keine Freundschaft, da sie merkt dass du immer mehr willst

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16. September um 21:26
In Antwort auf jasmin7190

lass gut sein!   sie weiß was du fühlst!   sie will aber nicht mehr von dir...   wohl auch keine Freundschaft, da sie merkt dass du immer mehr willst

Du hast wahrscheinlich recht. Das mit der Freundschaft ist dahingehend ja so, dass sie zu Schluss noch versucht hat die Freundschaft zu retten, ich aber in die Enge getrieben dann die Freundschaft beendet habe, nicht sie. Aktuell wird sie wohl sauer oder traurig sein, aber ich denke grundlegend ist ihr die Freundschaft sehr wichtig.

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17. September um 8:48

Warum kannst Du ein Nein nicht akzeptieren? Sie wird dich nie lieben, dafür ist schon zu viel passiert. Deine Liebesbekundungen zeigen nur, dass du sie nicht respektierst und dauernd ihre Grenzen überschreitest, kein Respekt ihr gegenüber hast. So was nervt einfach.

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17. September um 9:36

Das Ding ist durch.

Sie will einfach nicht. Akzeptier das und lass sie gehen. Dann kannst auch Du Dich wieder anderen öffnen.

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17. September um 10:15

"Nach dem Treffen erhielt ich eine Nachricht von ihr es in Zukunft zu meiden sie so zu bedrängen. Auch hier: Das ist meine Version der Geschichte. In der Situation war ihre Nachricht durchaus gerechtfertigt, auch wenn meine schnell geschrieben Fassung sicherlich ein schlechtes Licht auf sie wirft."

Ich hab das jetzt dreimal gelesen und rätsel immer noch, wieso die Story deiner Meinung nach ein schlechtes Licht auf sie werfen soll Der einzige, der da etwas merkwürdig beleuchtet wird, bist meiner Meinung nach du.

Ansonsten: komm weg von diesem Gedanken, den du offensichtlich hast - dass es irgendwo nen Schalter bei ihr gibt, den du nur umlegen musst, oder nen Knopf, den du drücken musst, und dann will sie auf einmal ne Beziehung mit dir. Das wird nach so langer Zeit des rein-freundschaftlichen Interesses ihrerseits nicht mehr passieren. Auch nicht über vermeintliche psychologische Tricks oder vorgeschobenes Desinteresse. Sie sieht dich nicht als möglichen Partner, und daran wird sich nix mehr ändern, egal was du tust oder lässt.
(Ja, ich kenn auch diese "Tausendmal berührt"-Geschichten - aber da, wo es geklappt hat, war Liebe ausnahmslos zwischen beiden Beteiligten nie ein Thema, bevor der Blitz eingeschlagen hat. Wenn es anders ist so wie bei dir, dann kann's noch sein, dass die Frau sich irgendwann aus vermeintlicher Vernunft oder gar aus Mitleid zu einer Beziehung breitschlagen lässt. Aber ich glaube und hoffe, das willst du nicht wirklich. )

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ihr euch freundschaftlich wirklich so nah seid, wie du es siehst oder gern sehen willst. Bei vielen dieser "friendzone"-Geschichten handelt sich's nicht wirklich um Freundschaft, sondern eher um einseitige Benutzverhältnisse - die Frau nimmt gern die Aufmerksamkeit und das Interesse - und auch praktische Hilfe, wenn's passt - von ihrem verliebten Hündchen entgegen und ist auch durchaus traurig, wenn das wegbleibt, aber es kommt halt nicht das Gleiche von ihr zurück. Allerdings will die Frau selbst das oft genug nicht wahrhaben und schwindelt sich selber was von "Freundschaft" vor, und der verliebte Mann will sich natürlich auch nicht eingestehen, dass er benutzt wird.

lg
cefeu

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17. September um 12:31
In Antwort auf cefeu1

"Nach dem Treffen erhielt ich eine Nachricht von ihr es in Zukunft zu meiden sie so zu bedrängen. Auch hier: Das ist meine Version der Geschichte. In der Situation war ihre Nachricht durchaus gerechtfertigt, auch wenn meine schnell geschrieben Fassung sicherlich ein schlechtes Licht auf sie wirft."

Ich hab das jetzt dreimal gelesen und rätsel immer noch, wieso die Story deiner Meinung nach ein schlechtes Licht auf sie werfen soll Der einzige, der da etwas merkwürdig beleuchtet wird, bist meiner Meinung nach du.

Ansonsten: komm weg von diesem Gedanken, den du offensichtlich hast - dass es irgendwo nen Schalter bei ihr gibt, den du nur umlegen musst, oder nen Knopf, den du drücken musst, und dann will sie auf einmal ne Beziehung mit dir. Das wird nach so langer Zeit des rein-freundschaftlichen Interesses ihrerseits nicht mehr passieren. Auch nicht über vermeintliche psychologische Tricks oder vorgeschobenes Desinteresse. Sie sieht dich nicht als möglichen Partner, und daran wird sich nix mehr ändern, egal was du tust oder lässt.
(Ja, ich kenn auch diese "Tausendmal berührt"-Geschichten - aber da, wo es geklappt hat, war Liebe ausnahmslos zwischen beiden Beteiligten nie ein Thema, bevor der Blitz eingeschlagen hat. Wenn es anders ist so wie bei dir, dann kann's noch sein, dass die Frau sich irgendwann aus vermeintlicher Vernunft oder gar aus Mitleid zu einer Beziehung breitschlagen lässt. Aber ich glaube und hoffe, das willst du nicht wirklich. )

Ich bin mir auch nicht sicher, ob ihr euch freundschaftlich wirklich so nah seid, wie du es siehst oder gern sehen willst. Bei vielen dieser "friendzone"-Geschichten handelt sich's nicht wirklich um Freundschaft, sondern eher um einseitige Benutzverhältnisse - die Frau nimmt gern die Aufmerksamkeit und das Interesse - und auch praktische Hilfe, wenn's passt - von ihrem verliebten Hündchen entgegen und ist auch durchaus traurig, wenn das wegbleibt, aber es kommt halt nicht das Gleiche von ihr zurück. Allerdings will die Frau selbst das oft genug nicht wahrhaben und schwindelt sich selber was von "Freundschaft" vor, und der verliebte Mann will sich natürlich auch nicht eingestehen, dass er benutzt wird.

lg
cefeu

Eine kluge Einschätzung der Situation!
Ich habe mir lange überlegt, auf den Threed von Michael zu antworten. Es ist offensichtlich, dass er über Freundschaft und damit verbundene Nähe hofft, ihre Gefühle positiv beeinflussen zu können. Dass das nicht, oder nur in den seltensten Fällen gelingt, ist bei ihm hoffentlich angekommen. Zumal sein Verhalten, man könnte auch sagen seine Strategie, recht übergriffig wirkt.
Ein Problem, mit dem viele Männer in ähnlicher Lage wie er zu kämpfen haben, lohnte sich aber wirklich zu reflektieren:
Entscheidungen wie ein Nein zu akzeptieren gehört eigentlich zum guten Charakter eines Menschen. Die Erfahrungen zeigen aber, dass viele zwischen Gemeintem und Gesagtem dann doch einen grossen Unterschied machen. Trügt der Eindruck, dass insbesondere Frauen (und sicher auch Männer) gerne ein Geheimnis um ihre wirklichen Gefühle machen? Und wenn ja, wie würdest du das erklären?
Meine Lebenserfahrung (nicht nur in Beziehungen) ist jedenfalls die, dass es sich schon lohnen kann "nachzufragen". Das machen wir schliesslich überall dort, wo wir echtes Interesse haben und uns eine Chance auf Erfolg versprechen. 
Den Mut aufzubringen Nein zu sagen, das Recht auf ein Nein zu haben, halte ich für positiv und unbestritten. Ich glaube aber auch, dass es unbedingt ein Thema werden müsste, verstärkt den Mut für ein Ja aufzubringen. Der Sprung ins kalte Wasser, so unsicher sich die meisten davor sind, verwandelt sich danach in der Mehrzahl der Ereignisse zu einer überraschend positiven Erfahrung, manchmal gar mit Suchtpotenzial. Dass zwei zusammenghören, bedeutet bekanntlich nicht, dass sie es selber (anfänglich) zu sehen vermögen.
In meinem Freundeskreis gibt es viele und wie mir scheint glückliche Pärchen, die erst nach langer Zeit  

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17. September um 12:34

Ups... Es sollte zum Schluss stehen: In meinem Freundeskreis gibt es viele und wie mir scheint glückliche Pärchen, die erst nach längerer Zeit wirklich zueinander fanden. 

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17. September um 12:56
In Antwort auf michael1337

Hallo Community, 

ich bin aktuell in einer relativ klassischen Friendzone Situation. Dabei versuche ich nun die Geschichte so gut es geht runterzukürzen. Vorweg, damit man schonmal weiß worum es geht:
Ich habe vor einer Woche die Freundschaft zu meiner besten Freundin beendet, in welche ich seit ein paar Jahren verliebt bin. Nun ignoriert sie mich und ich weiß nicht so recht wie ich mit der Situation umgehen soll. 
- Das im Grunde die Kurzfassung

Wir haben uns auf einer Geburtstagsfeier vor 2 Jahren kennengelernt. Wenig später habe ich sie ein einziges mal gedated. Wir beiden haben allerdings das Wort "Date" nie verwendet. Während des Spazierengehens habe ich nach ihrer Hand gegriffen, alles lief gut und wir spazierten Hand in Hand für eine gute Stunde. 
Am Abend gingen wir gemeinsam Essen. Ich bestand darauf zu bezahlen. Ich war damals noch relativ unerfahren und so drängte ich mich auf zu bezahlen, gegen ihren Willen. Im Nachhinein hätte ich das nicht machen dürfen. Ob dieser Fehler entscheidend ist kann ich schwer beurteilen.
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Ich habe sie sehr bedrängt. Ein weiterer Fehler natürlich. Das ganze resultierte in einem klärenden Gespräch, bei welchem sie beiläufig erwähnte, dass wir nur Freunde bleiben sollten. Erschrocken und überfordert hielt ich den Ball Flach und stimmte zu. Wenige Tage später habe ich ihr in einer Nachricht nochmals mein Interesse an ihre zum ersten Mal direkt kundgetan. Ihre Antwort war, dass sie einfach Angst hätte, dass wir uns streiten würden und dann gar keinen Kontakt mehr wollen. Als ich weiter nachhaken wollte hat sie dicht gemacht und wollte nicht mehr darüber reden.
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Das ganze hat sich soweit entwicklet, dass ich mit kurzen Antworten und Ignoranz abgewiesen wurde. Ich wollte klarheit schaffen und schrieb ihr entschieden, dass sie entweder mit mir reden soll oder mich bitte blockieren soll. Wenig später schrieb sie mir, dass ich sie nicht mehr bedrängen soll, sie aber gerne eine Freundschaft hätte und wir von 0 anfangen können. Ich habe zugestimmt.
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Wir haben uns sehr gut kennengelernt. Wirklich gut. Wir sind beste Freunde geworden. Ich bin in ihrem Leben (sie ist 21) der erste richtige Mann. Sie hatte laut eigener Aussage nie wirklich Kontakt zum männlichen Geschlecht (sie ist relativ mießerabal im Smalltalk und auf Leute zugehen). Des Weiteren bin ich mir rational gesehen zu 95% sicher, dass sie ebenfalls noch keinen Freund hatte. In ihrer Traumwelt möchte sie nämlich mit einem Mann im Leben glücklich werden, welche Einstellung ich sehr schätze. 
Nun gut, wir sind nun beste Freunde an dieser Stelle in der Geschichte. Wir wissen viel über den anderen und sind uns sehr nah. Leider leben wir nicht in der gleichen Stadt, da ich in Düsseldorf lebe und sie in der Nähe von Hamburg durch unsere jeweiligen Studiums. Dennoch hat dies die Freunschaft nur gestärkt. 
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Ich habe während dieser Phase mein bestes Versucht die Freundschaft zu bewerkstelligen. Allerdings bekam ich doch recht bald einen "Rückfall". Gefühle sind nun mal Gefühle, da kann man schwer was machen. Man sollte meinen die Distanz, welche dafür sorgt, dass wir uns eh nur 3-4 Mal im Jahr sehen, sollte das Problem lösen, aber ich bin eher ein Dummkopf was sowas angeht. 
Bei einem gemeinsamen Treffen bei mir wollte ich mich ihr relativ harmlos, aber entschlossen, annähern. Ich habe sie versucht in den Arm zu nehmen und sie hat das ganze auch tolleriet. Als sie dann wieder aufs Sofa kam wollte ich sie gerne wieder in den Arm nehmen, aber sie argumentierte kein Haustier zum kuscheln zu sein, sondern ein Mensch. Meine Seite der Geschichte klingt relativ harmlos, aber nüchtern betrachtet vermute ich einfach sehr stark, dass von ihr auch für dieses Treffen einzigst und allein freundschaftliche Gedanken im Kopf waren.
Nach dem Treffen erhielt ich eine Nachricht von ihr es in Zukunft zu meiden sie so zu bedrängen. Auch hier: Das ist meine Version der Geschichte. In der Situation war ihre Nachricht durchaus gerechtfertigt, auch wenn meine schnell geschrieben Fassung sicherlich ein schlechtes Licht auf sie wirft.
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Der Abend hat mich emotional sehr mitgenommen. In der ganzen Zeit davor hatte ich sowieso bei jedem Treffen ein drückendens Gefühl, da ich immer noch in sie verliebt war. An diesem Abend war mir aber klar, dass es nicht so weitergehen kann. Sie ist wirklich etwas besonderes und ich bin mir in allen Aspekten sicher, dass sie die Frau für mich ist. 
Da ich selber hilflos verloren mit der Situation war und ein Todesfall in der Familie eintrat, so habe ich ihr 2 Monaten lang nicht geschrieben. Sie schrieb mit in 4 Monaten 2 Mal, allerdings habe ich ihr sehr kurz, aber unauffällig geantwortet.
Vor kurzem kam sie direkt mit einer Nachricht auf mich zu und wollte Wissen ob wir unsere Freundschaft beenden sollten. Sie wusste definitiv, dass etwas nicht stimmt. Ich entgegnete ihr mit einem "Ja, es ist besser so". Zu diesem Zeitpunkt war ich allerdings mit den Gedanken immer noch nicht wieder voll bei der Sache und bin mir immer noch unsicher was zu tun ist. 



Ich habe ihr seit dem noch 2 mal geschrieben und auch ein klärendes Gespräch angeboten. Sie ignoriert mich allerdings aktiv und meldet sich nicht bei mir. Ich fühle mich aktuell ein sehr mießerabel. Denn als Mensch ist sie sehr aufrichtig und nett. Meine moralischen Werte untersagen mir in dieser "Arschlochmanier" die Freundschaft mit ihr so zu beenden. Ich fühle mich schlecht ihr so etwas anzutun. Überall lese ich, dass oft die Freundschaft beenden das richtige ist, aber ich bin vom Charakter ein aufrichtiger Mensch. Eigentlich möchte ich dies nicht so wie es gelaufen ist. 
Offen gestanden bin ich mir unsicher was ich genau machen soll. Von 4 Quellen, welche ich gefragt habe, so wurde mir von 2 Personen gesagt ich solle die Sache aufgeben. Ich hätte alles richtig gemacht, schließlich wollte ich ja die Freundschaft beenden, da ich es in der Friendzone auch nicht wirklich ertragen habe. Die anderen 2 Quellen haben mir geraten es weiter zu versuchen, indem wir uns entwöhnen und ich für sie als anderer Mensch auftrete. 

Natürlich habe ich hohes Interesse an einer Beziehung mit ihr, doch kann man wirklich eine Veränderung wie die mir versprochene meines Kollegen erzielen? Kann ich gezielt die Freundschaft beenden, Zeit vergehen lassen, irgendwann wieder in ihr Leben treten und ein anderes Ergebnis erhoffen? Die ganzen Wege mit "selber ein Leben aufbauen, souverän wirken und eigenständig sein" sind mir dabei durchaus bewusst. Dennoch frage ich mich ob es sich lohnt Energie in etwas reinzustecken, was am Ende zu keinerlei Ergebnis führt. Mit meinem 24 Jahren verstehe ich sicherlich noch nicht alle Feinheiten der zwischenmenschlichen Beziehungen und die Gedanken einer Frau. 

Die andere Alternative, von der ich am meisten Angst habe, ist die, dass ich keine Chance bei ihr habe. Dies wurde mir schon aus genug Quellen zu 99% bestätigt, mit dem Anhängsel "Du kannst das zu 99% vergessen, aber bei Frauen weiß man nie wie das noch kommen mag". 
Sollte ich absolut keinesfalls eine Chance haben, so bleiben wir zwei Optionen: Ich versuche die Freundschaft zu retten. Ich denke das kann ich hinbekommen wenn ich will. Die andere Option ist die Freundschaft zu beenden. 

Egal wie das ganze ausgehen sollte, ich habe das Gefühl, dass meine Situation für mich kein glückliches Ende nimmt und ich mir mein Gift aussuchen muss: In der Friendzone leben oder sie komplett loslassen.

Danke für die ganzen Antworten soweit  
ich habe mir alles gründlich durchgelesen und verstanden. 

Das letzte was ich noch fragen wollen würde wäre, wie ich weiter fortfahren sollte. Weder hat sie etwas falsch gemacht, noch finde ich mein Verhalten ihr gegenüber fair (in dem Sinne, dass ich die Freundschaft ohne große Erklärung beendet habe). 

Aus einigen Antworten lese ich heraus "brich alles ab". Für mich ist das nicht so einfach, denn ich bin nicht sonderlich gut darin Menschen, welche mir platonisch nichts falsches getan haben, wortlos den Kontakt aufzukündigen. Am Ende des Tages war sie für mich tatsächlich eine sehr gute beste Freundin. Einige Antworten spielen mit dem Gedanken, dass sie mich nur ausnutzte, aber ich bin mir rational sicher genug, dass wir eine wahrlich gute Freundschaft mit Einsatz von ihrer Seite hatten. 

In meinem Kopf zeigt dieses "brich alles ab" einfach von einer Art Ar*loch-Verhalten. Hinzu kommt, dass wir den gleichen Freundeskreis haben, auf den keiner von uns verzichten sollen müsste. 

Zu gut Deutsch:
1. Ich schreibe sie ab, das wird nichts
2. Ich öffne ihr nicht mein Herz und rede mit ihr darüber (wenn ich den Durchschnitt richtig verstanden habe?)
3. Was mache ich nun. Nichts sagen, nichts schreiben? Letztlich hat sie meine Anfrage das ganze zu klären ignoriert und nie geantwortet, gleichzeitig fühle ich mich schlecht so kalt mit der Situation verfahren zu sein.
 

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17. September um 13:04
In Antwort auf michael1337

Danke für die ganzen Antworten soweit  
ich habe mir alles gründlich durchgelesen und verstanden. 

Das letzte was ich noch fragen wollen würde wäre, wie ich weiter fortfahren sollte. Weder hat sie etwas falsch gemacht, noch finde ich mein Verhalten ihr gegenüber fair (in dem Sinne, dass ich die Freundschaft ohne große Erklärung beendet habe). 

Aus einigen Antworten lese ich heraus "brich alles ab". Für mich ist das nicht so einfach, denn ich bin nicht sonderlich gut darin Menschen, welche mir platonisch nichts falsches getan haben, wortlos den Kontakt aufzukündigen. Am Ende des Tages war sie für mich tatsächlich eine sehr gute beste Freundin. Einige Antworten spielen mit dem Gedanken, dass sie mich nur ausnutzte, aber ich bin mir rational sicher genug, dass wir eine wahrlich gute Freundschaft mit Einsatz von ihrer Seite hatten. 

In meinem Kopf zeigt dieses "brich alles ab" einfach von einer Art Ar*loch-Verhalten. Hinzu kommt, dass wir den gleichen Freundeskreis haben, auf den keiner von uns verzichten sollen müsste. 

Zu gut Deutsch:
1. Ich schreibe sie ab, das wird nichts
2. Ich öffne ihr nicht mein Herz und rede mit ihr darüber (wenn ich den Durchschnitt richtig verstanden habe?)
3. Was mache ich nun. Nichts sagen, nichts schreiben? Letztlich hat sie meine Anfrage das ganze zu klären ignoriert und nie geantwortet, gleichzeitig fühle ich mich schlecht so kalt mit der Situation verfahren zu sein.
 

Du musst den Kontakt zu Ihr abbrechen, so lange Du Gefühle für sie hast.

Grund: Du arbeitest Dich sonst auf und interpretierst in alles etwas hinein, was Dir ein bisschen Hoffnung machen könnte.

Daran wirst Du kaputt gehen und die Augen für Frauen, die vielleicht besser zu Dir passen, verschließen.

Sie wird drüber wegkommen, glaub mir. Du aber nicht darüber, wenn sie Dir irgendwann stolz einen Partner präsentieren wird. (und das wir zu 100% passieren)

Lass sie fliegen.

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17. September um 13:05

Keine Antwort ist auch eine Antwort! Es gibt in ihren Augen nichts zu klären.

Lass sie auf dich zukommen, wenn SIE will. Dann siehst Du auch, ob ihr wirklich eine echte Freundschaft habt.

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17. September um 13:11
In Antwort auf leinad74

Du musst den Kontakt zu Ihr abbrechen, so lange Du Gefühle für sie hast.

Grund: Du arbeitest Dich sonst auf und interpretierst in alles etwas hinein, was Dir ein bisschen Hoffnung machen könnte.

Daran wirst Du kaputt gehen und die Augen für Frauen, die vielleicht besser zu Dir passen, verschließen.

Sie wird drüber wegkommen, glaub mir. Du aber nicht darüber, wenn sie Dir irgendwann stolz einen Partner präsentieren wird. (und das wir zu 100% passieren)

Lass sie fliegen.

Verstanden, danke

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17. September um 13:11
In Antwort auf molly714

Keine Antwort ist auch eine Antwort! Es gibt in ihren Augen nichts zu klären.

Lass sie auf dich zukommen, wenn SIE will. Dann siehst Du auch, ob ihr wirklich eine echte Freundschaft habt.

Danke für die Antwort

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17. September um 13:14

Ich denke, dass sie nicht unbedingt mehr das grösste Vertrauen hat, dass du dich an gemeinsame Abmachungen hältst. Zu oft hat sie nein gesagt und zu oft hast du dann doch mehr wollen. Das klärende Gespräch ignoriert sie, weil sie befürchtet, sich dir gegenüber erklären zu müssen, was mit Verletzungen verbunden sein könnte.

Was du tun kannst ist ihr genau das zu schreiben, was du hier vorschlägst. Dass ihr Abstand haltet und über kurz oder lange eine kollegiale Ebene pflegt. Aus Respekt voreinander und dem gemeinsamen Freundeskreis gegenüber. Frei von Hintergedanken und Spielchen.
Begegne ihr in jedem Falle mit Wertschätzung und mach das mit der Art, wie du kommunizierst, sichtbar. Unter Umständen wäre eine Entschuldigung deinerseits hilfreich.
 

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17. September um 13:22
In Antwort auf michael1337

Danke für die ganzen Antworten soweit  
ich habe mir alles gründlich durchgelesen und verstanden. 

Das letzte was ich noch fragen wollen würde wäre, wie ich weiter fortfahren sollte. Weder hat sie etwas falsch gemacht, noch finde ich mein Verhalten ihr gegenüber fair (in dem Sinne, dass ich die Freundschaft ohne große Erklärung beendet habe). 

Aus einigen Antworten lese ich heraus "brich alles ab". Für mich ist das nicht so einfach, denn ich bin nicht sonderlich gut darin Menschen, welche mir platonisch nichts falsches getan haben, wortlos den Kontakt aufzukündigen. Am Ende des Tages war sie für mich tatsächlich eine sehr gute beste Freundin. Einige Antworten spielen mit dem Gedanken, dass sie mich nur ausnutzte, aber ich bin mir rational sicher genug, dass wir eine wahrlich gute Freundschaft mit Einsatz von ihrer Seite hatten. 

In meinem Kopf zeigt dieses "brich alles ab" einfach von einer Art Ar*loch-Verhalten. Hinzu kommt, dass wir den gleichen Freundeskreis haben, auf den keiner von uns verzichten sollen müsste. 

Zu gut Deutsch:
1. Ich schreibe sie ab, das wird nichts
2. Ich öffne ihr nicht mein Herz und rede mit ihr darüber (wenn ich den Durchschnitt richtig verstanden habe?)
3. Was mache ich nun. Nichts sagen, nichts schreiben? Letztlich hat sie meine Anfrage das ganze zu klären ignoriert und nie geantwortet, gleichzeitig fühle ich mich schlecht so kalt mit der Situation verfahren zu sein.
 

du solltest ihr ehrlich sagen dass du gefühle für sie hast und deswegen den kontakt erstmal einstellen möchstest weil es dir dann besser geht

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17. September um 17:08

ja schon, aber einfach nicht mehr melden ist nicht okay

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18. September um 9:40
In Antwort auf steinundwasser

Eine kluge Einschätzung der Situation!
Ich habe mir lange überlegt, auf den Threed von Michael zu antworten. Es ist offensichtlich, dass er über Freundschaft und damit verbundene Nähe hofft, ihre Gefühle positiv beeinflussen zu können. Dass das nicht, oder nur in den seltensten Fällen gelingt, ist bei ihm hoffentlich angekommen. Zumal sein Verhalten, man könnte auch sagen seine Strategie, recht übergriffig wirkt.
Ein Problem, mit dem viele Männer in ähnlicher Lage wie er zu kämpfen haben, lohnte sich aber wirklich zu reflektieren:
Entscheidungen wie ein Nein zu akzeptieren gehört eigentlich zum guten Charakter eines Menschen. Die Erfahrungen zeigen aber, dass viele zwischen Gemeintem und Gesagtem dann doch einen grossen Unterschied machen. Trügt der Eindruck, dass insbesondere Frauen (und sicher auch Männer) gerne ein Geheimnis um ihre wirklichen Gefühle machen? Und wenn ja, wie würdest du das erklären?
Meine Lebenserfahrung (nicht nur in Beziehungen) ist jedenfalls die, dass es sich schon lohnen kann "nachzufragen". Das machen wir schliesslich überall dort, wo wir echtes Interesse haben und uns eine Chance auf Erfolg versprechen. 
Den Mut aufzubringen Nein zu sagen, das Recht auf ein Nein zu haben, halte ich für positiv und unbestritten. Ich glaube aber auch, dass es unbedingt ein Thema werden müsste, verstärkt den Mut für ein Ja aufzubringen. Der Sprung ins kalte Wasser, so unsicher sich die meisten davor sind, verwandelt sich danach in der Mehrzahl der Ereignisse zu einer überraschend positiven Erfahrung, manchmal gar mit Suchtpotenzial. Dass zwei zusammenghören, bedeutet bekanntlich nicht, dass sie es selber (anfänglich) zu sehen vermögen.
In meinem Freundeskreis gibt es viele und wie mir scheint glückliche Pärchen, die erst nach langer Zeit  

"Trügt der Eindruck, dass insbesondere Frauen (und sicher auch Männer) gerne ein Geheimnis um ihre wirklichen Gefühle machen? Und wenn ja, wie würdest du das erklären?"

Du meinst dieses berühmte Klischee, dass Frauen "Nein" sagen, obwohl sie eigentlich "Ja" meinen?
Das kann viele Gründe haben. Frau will möglicherweise, dass Mann sich richtig um sie bemüht - für ihre Egobestätigung, und um seine männliche Durchsetzungskraft zu beweisen. (Das scheint mir die beliebteste Erklärung bei Machos zu sein, weil sie die natürlich ins Recht setzt und ihnen ne echte, "männliche" Handlungsoption gibt, aber ist m.E. bei Frauen nicht der häufigste wirkliche Grund.)
Oder sie will nicht als "leicht zu haben" dastehen und denkt, wenn er dreimal fragen muss statt nur einmal, ohne dass sich zwischendurch was an der Sachlage ändert, wärs besser für ihr Image.
Oder (das ist eigentlich mein Favorit) sie weiß tatsächlich nicht, was sie will, und ist froh, wenn's ihr jemand sagt.
Und dann gibt's noch die Bindungsscheuen, die so viel Angst davor haben, sich auf jemanden einzulassen und dann verletzt zu werden, dass sie lieber erstmal selber Verletzungen austeilen. Aber irgendwann können sie sich doch nicht mehr gegen die Macht der Gefühle wehren


"In meinem Freundeskreis gibt es viele und wie mir scheint glückliche Pärchen, die erst nach längerer Zeit wirklich zueinander fanden."

Da wär's jetzt für mich interessant zu wissen, ob das bei diesen Pärchen genau so nen asymmetrischen Anfang nahm wie beim TE und seiner Angebeteten? Also dass eine/r von beiden von Anfang an verliebt war und sich dem/der anderen richtiggehend aufgedrängt hat, während sich der/die andere nur gewehrt hat, wie hier im Thread? Ich halte es für komplett unmöglich, dass sich sowas nach Jahren noch drehen kann. Bei "nur" einseitigen Gefühlen vielleicht ja, aber nicht, wenn durch übergriffiges Verhalten schon so viel Abwehrspannung in die Geschichte gekommen ist.

lg
cefeu

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18. September um 13:31
In Antwort auf cefeu1

"Trügt der Eindruck, dass insbesondere Frauen (und sicher auch Männer) gerne ein Geheimnis um ihre wirklichen Gefühle machen? Und wenn ja, wie würdest du das erklären?"

Du meinst dieses berühmte Klischee, dass Frauen "Nein" sagen, obwohl sie eigentlich "Ja" meinen?
Das kann viele Gründe haben. Frau will möglicherweise, dass Mann sich richtig um sie bemüht - für ihre Egobestätigung, und um seine männliche Durchsetzungskraft zu beweisen. (Das scheint mir die beliebteste Erklärung bei Machos zu sein, weil sie die natürlich ins Recht setzt und ihnen ne echte, "männliche" Handlungsoption gibt, aber ist m.E. bei Frauen nicht der häufigste wirkliche Grund.)
Oder sie will nicht als "leicht zu haben" dastehen und denkt, wenn er dreimal fragen muss statt nur einmal, ohne dass sich zwischendurch was an der Sachlage ändert, wärs besser für ihr Image.
Oder (das ist eigentlich mein Favorit) sie weiß tatsächlich nicht, was sie will, und ist froh, wenn's ihr jemand sagt.
Und dann gibt's noch die Bindungsscheuen, die so viel Angst davor haben, sich auf jemanden einzulassen und dann verletzt zu werden, dass sie lieber erstmal selber Verletzungen austeilen. Aber irgendwann können sie sich doch nicht mehr gegen die Macht der Gefühle wehren


"In meinem Freundeskreis gibt es viele und wie mir scheint glückliche Pärchen, die erst nach längerer Zeit wirklich zueinander fanden."

Da wär's jetzt für mich interessant zu wissen, ob das bei diesen Pärchen genau so nen asymmetrischen Anfang nahm wie beim TE und seiner Angebeteten? Also dass eine/r von beiden von Anfang an verliebt war und sich dem/der anderen richtiggehend aufgedrängt hat, während sich der/die andere nur gewehrt hat, wie hier im Thread? Ich halte es für komplett unmöglich, dass sich sowas nach Jahren noch drehen kann. Bei "nur" einseitigen Gefühlen vielleicht ja, aber nicht, wenn durch übergriffiges Verhalten schon so viel Abwehrspannung in die Geschichte gekommen ist.

lg
cefeu

Würde mich tatsächlich auch mal interessieren Einfach mal so aus Interesse

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