Forum / Liebe & Beziehung

Ich will mich nicht scheiden lassen um meinem Mann nicht traurig zu machen

4. Oktober um 23:14 Letzte Antwort: 6. Oktober um 10:29

Hallo liebe Community. 

Ich weiß auch nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht einfach nur etwas Beistand, vielleicht einen guten Rat, vielleicht ist es jemandem ähnlich ergangen und mag berichten wie sie damit umgegangen ist. 

Also...

Ich bin seit gut zwei Jahren verheiratet. Ja, das hört sich erstmal so kurz an, aber glaubt mir, innerhalb zwei Jahren kann ganz schön viel passieren. Mittlerweile spüre ich gar nichts mehr für meinen Ehemann. Ich freue mich, wenn er nicht da ist, wenn ich alleine sein kann. Ich habe keinerlei Interesse an ihm, oder daran irgendetwas mit ihm zu unternehmen.
Mir ist jetzt sogar aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr angucke. Unbewusst. Ich gucke ihm nicht mal mehr ins Gesicht. Irgendwie geht es nicht. Ich sehe nur diesen Mann, der mich so unendlich traurig gemacht hat innerhalb dieser zwei Jahren. Mehr sehe ich da nicht. 

Wir waren jetzt zwei Wochen getrennt (eine Woche war ich bei meiner Familie, die andere Woche gab es aufgrund Streit keinen Kontakt) und ganz ehrlich - ich fands gut. Ich habe viel nach Wohnungen gesucht für mich. Ich habe mir mein ganzes neues Leben als Single ausgemalt. Teilweise habe ich sogar vergessen, dass ich ja noch gar nicht geschieden bin. 

Ich habe früh geheiratet, mit 19. Im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich da eigentlich reingeraten bin, was mich dazu veranlasst hat. Aber rückgängig machen kann ich es jetzt nicht mehr.
Aber ich denke mir, dass das nicht mein Leben gewesen sein kann. Das kann es doch nicht gewesen sein. All die Jahre habe ich diese Ehe ertragen, jede andere hätte schon zwanzig Mal die Scheidung eingereicht.
Soviel habe ich immer mitgemacht. Ich denke auch einfach deswegen, weil ich emotional sehr an ihn gebunden, sehr abhängig von ihm war. Wir sind damals direkt in eine andere Stadt gezogen, und bis heute habe ich keine wirklichen Freundschaften geschlossen. Er ist der einzige Mensch den ich habe, so gesehen. Meine Familie ist sehr weit weg. Deswegen war die Vorstellung, mich scheiden zu lassen wohl früher auch immer so unerträglich für mich. Ich wusste, dann stehe ich wieder alleine da. Dann wohne ich alleine. Von morgens bis abends werde ich alleine sein, wie früher, vor der Ehe. Da ist niemand mit mir oder bei mir. Dieser Gedanke war immer sehr schlimm für mich. Ich ertrage das ständige Alleinsein nicht. Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich hatte Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und ja, es wird trotzdem schwierig sein, aber mittlerweile denke ich mir alles ist besser als in dieser Ehe zu bleiben.... Und ich denke mir, dass ich mir wieder ein eigenes Leben aufbauen kann. Dass ich hoffentlich irgendwann den richtigen Partner treffe, dass ich mein Glück doch noch finde. 

Aber wenn ich dann realistisch an die Scheidung denke, bekomme ich Schuldgefühle. Ich weiß, mein Mann wäre unendlich traurig. Sein Leben würde zusammen brechen. Ich bin alles was er hat. Er hat hier in Deutschland keine Familie, nur mich. Und selbst wenn sie hier wären oder er zurück in seine Heimat gehen würde, der Kontakt zu denen ist auch nicht ganz einfach für ihn. Im Endeffekt bin ich das wichtigste für ihn. Er wäre am Boden zerstört, wenn wir jetzt wirklich getrennte Wege gehen würden. 

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Wissen mich scheiden lassen soll. Ich glaube, ich würde mir das den Rest meines Lebens vorhalten. Aber dann denke ich mir wieder, dass ich doch auch das recht auf mein Glück habe. Ich kann doch nicht mein Glück wegwerfen, nur damit es ihn gut geht... 

Mein Glück gegen seines. Entweder bleibe ich in dieser Ehe und bin unglücklich. Oder ich gehe und er ist unglücklich. Einer verliert...

War hier irgendjemand mal in der gleichen Situation? Wie habt ihr euch verhalten? Habt ihr irgendeinen Rat an mich? Ich bin so unendlich traurig seit Monaten nun wegen dieser Situation und es scheint keine Lösung zu geben. 

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4. Oktober um 23:36
In Antwort auf kyky

Hallo liebe Community. 

Ich weiß auch nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht einfach nur etwas Beistand, vielleicht einen guten Rat, vielleicht ist es jemandem ähnlich ergangen und mag berichten wie sie damit umgegangen ist. 

Also...

Ich bin seit gut zwei Jahren verheiratet. Ja, das hört sich erstmal so kurz an, aber glaubt mir, innerhalb zwei Jahren kann ganz schön viel passieren. Mittlerweile spüre ich gar nichts mehr für meinen Ehemann. Ich freue mich, wenn er nicht da ist, wenn ich alleine sein kann. Ich habe keinerlei Interesse an ihm, oder daran irgendetwas mit ihm zu unternehmen.
Mir ist jetzt sogar aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr angucke. Unbewusst. Ich gucke ihm nicht mal mehr ins Gesicht. Irgendwie geht es nicht. Ich sehe nur diesen Mann, der mich so unendlich traurig gemacht hat innerhalb dieser zwei Jahren. Mehr sehe ich da nicht. 

Wir waren jetzt zwei Wochen getrennt (eine Woche war ich bei meiner Familie, die andere Woche gab es aufgrund Streit keinen Kontakt) und ganz ehrlich - ich fands gut. Ich habe viel nach Wohnungen gesucht für mich. Ich habe mir mein ganzes neues Leben als Single ausgemalt. Teilweise habe ich sogar vergessen, dass ich ja noch gar nicht geschieden bin. 

Ich habe früh geheiratet, mit 19. Im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich da eigentlich reingeraten bin, was mich dazu veranlasst hat. Aber rückgängig machen kann ich es jetzt nicht mehr.
Aber ich denke mir, dass das nicht mein Leben gewesen sein kann. Das kann es doch nicht gewesen sein. All die Jahre habe ich diese Ehe ertragen, jede andere hätte schon zwanzig Mal die Scheidung eingereicht.
Soviel habe ich immer mitgemacht. Ich denke auch einfach deswegen, weil ich emotional sehr an ihn gebunden, sehr abhängig von ihm war. Wir sind damals direkt in eine andere Stadt gezogen, und bis heute habe ich keine wirklichen Freundschaften geschlossen. Er ist der einzige Mensch den ich habe, so gesehen. Meine Familie ist sehr weit weg. Deswegen war die Vorstellung, mich scheiden zu lassen wohl früher auch immer so unerträglich für mich. Ich wusste, dann stehe ich wieder alleine da. Dann wohne ich alleine. Von morgens bis abends werde ich alleine sein, wie früher, vor der Ehe. Da ist niemand mit mir oder bei mir. Dieser Gedanke war immer sehr schlimm für mich. Ich ertrage das ständige Alleinsein nicht. Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich hatte Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und ja, es wird trotzdem schwierig sein, aber mittlerweile denke ich mir alles ist besser als in dieser Ehe zu bleiben.... Und ich denke mir, dass ich mir wieder ein eigenes Leben aufbauen kann. Dass ich hoffentlich irgendwann den richtigen Partner treffe, dass ich mein Glück doch noch finde. 

Aber wenn ich dann realistisch an die Scheidung denke, bekomme ich Schuldgefühle. Ich weiß, mein Mann wäre unendlich traurig. Sein Leben würde zusammen brechen. Ich bin alles was er hat. Er hat hier in Deutschland keine Familie, nur mich. Und selbst wenn sie hier wären oder er zurück in seine Heimat gehen würde, der Kontakt zu denen ist auch nicht ganz einfach für ihn. Im Endeffekt bin ich das wichtigste für ihn. Er wäre am Boden zerstört, wenn wir jetzt wirklich getrennte Wege gehen würden. 

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Wissen mich scheiden lassen soll. Ich glaube, ich würde mir das den Rest meines Lebens vorhalten. Aber dann denke ich mir wieder, dass ich doch auch das recht auf mein Glück habe. Ich kann doch nicht mein Glück wegwerfen, nur damit es ihn gut geht... 

Mein Glück gegen seines. Entweder bleibe ich in dieser Ehe und bin unglücklich. Oder ich gehe und er ist unglücklich. Einer verliert...

War hier irgendjemand mal in der gleichen Situation? Wie habt ihr euch verhalten? Habt ihr irgendeinen Rat an mich? Ich bin so unendlich traurig seit Monaten nun wegen dieser Situation und es scheint keine Lösung zu geben. 

Hallo,

rein logisch betrachtet wird er auch dann unglücklich werden, wenn du an seiner Seite unglücklich bist.

Natürlich hast du ein Recht darauf, glücklich sein zu wollen. Die pursuit for happyness steht sogar in einigen Verfassungen.

Keine Frage, du mußt ein neues Leben beginnen. Er auch.

Wesentlich ist - auch für dein weiteres Glücksempfinden -, ob du den Abschied so ehrlich und fair wie nur möglich gestaltest oder ob du ihm einen unfairen Arschtritt gibst. Es wird Tränen, Schmerz und Verzweiflung geben, darum kommt man nicht herum.

Alles Gute,
Pi


 

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5. Oktober um 7:39
In Antwort auf kyky

Hallo liebe Community. 

Ich weiß auch nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht einfach nur etwas Beistand, vielleicht einen guten Rat, vielleicht ist es jemandem ähnlich ergangen und mag berichten wie sie damit umgegangen ist. 

Also...

Ich bin seit gut zwei Jahren verheiratet. Ja, das hört sich erstmal so kurz an, aber glaubt mir, innerhalb zwei Jahren kann ganz schön viel passieren. Mittlerweile spüre ich gar nichts mehr für meinen Ehemann. Ich freue mich, wenn er nicht da ist, wenn ich alleine sein kann. Ich habe keinerlei Interesse an ihm, oder daran irgendetwas mit ihm zu unternehmen.
Mir ist jetzt sogar aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr angucke. Unbewusst. Ich gucke ihm nicht mal mehr ins Gesicht. Irgendwie geht es nicht. Ich sehe nur diesen Mann, der mich so unendlich traurig gemacht hat innerhalb dieser zwei Jahren. Mehr sehe ich da nicht. 

Wir waren jetzt zwei Wochen getrennt (eine Woche war ich bei meiner Familie, die andere Woche gab es aufgrund Streit keinen Kontakt) und ganz ehrlich - ich fands gut. Ich habe viel nach Wohnungen gesucht für mich. Ich habe mir mein ganzes neues Leben als Single ausgemalt. Teilweise habe ich sogar vergessen, dass ich ja noch gar nicht geschieden bin. 

Ich habe früh geheiratet, mit 19. Im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich da eigentlich reingeraten bin, was mich dazu veranlasst hat. Aber rückgängig machen kann ich es jetzt nicht mehr.
Aber ich denke mir, dass das nicht mein Leben gewesen sein kann. Das kann es doch nicht gewesen sein. All die Jahre habe ich diese Ehe ertragen, jede andere hätte schon zwanzig Mal die Scheidung eingereicht.
Soviel habe ich immer mitgemacht. Ich denke auch einfach deswegen, weil ich emotional sehr an ihn gebunden, sehr abhängig von ihm war. Wir sind damals direkt in eine andere Stadt gezogen, und bis heute habe ich keine wirklichen Freundschaften geschlossen. Er ist der einzige Mensch den ich habe, so gesehen. Meine Familie ist sehr weit weg. Deswegen war die Vorstellung, mich scheiden zu lassen wohl früher auch immer so unerträglich für mich. Ich wusste, dann stehe ich wieder alleine da. Dann wohne ich alleine. Von morgens bis abends werde ich alleine sein, wie früher, vor der Ehe. Da ist niemand mit mir oder bei mir. Dieser Gedanke war immer sehr schlimm für mich. Ich ertrage das ständige Alleinsein nicht. Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich hatte Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und ja, es wird trotzdem schwierig sein, aber mittlerweile denke ich mir alles ist besser als in dieser Ehe zu bleiben.... Und ich denke mir, dass ich mir wieder ein eigenes Leben aufbauen kann. Dass ich hoffentlich irgendwann den richtigen Partner treffe, dass ich mein Glück doch noch finde. 

Aber wenn ich dann realistisch an die Scheidung denke, bekomme ich Schuldgefühle. Ich weiß, mein Mann wäre unendlich traurig. Sein Leben würde zusammen brechen. Ich bin alles was er hat. Er hat hier in Deutschland keine Familie, nur mich. Und selbst wenn sie hier wären oder er zurück in seine Heimat gehen würde, der Kontakt zu denen ist auch nicht ganz einfach für ihn. Im Endeffekt bin ich das wichtigste für ihn. Er wäre am Boden zerstört, wenn wir jetzt wirklich getrennte Wege gehen würden. 

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Wissen mich scheiden lassen soll. Ich glaube, ich würde mir das den Rest meines Lebens vorhalten. Aber dann denke ich mir wieder, dass ich doch auch das recht auf mein Glück habe. Ich kann doch nicht mein Glück wegwerfen, nur damit es ihn gut geht... 

Mein Glück gegen seines. Entweder bleibe ich in dieser Ehe und bin unglücklich. Oder ich gehe und er ist unglücklich. Einer verliert...

War hier irgendjemand mal in der gleichen Situation? Wie habt ihr euch verhalten? Habt ihr irgendeinen Rat an mich? Ich bin so unendlich traurig seit Monaten nun wegen dieser Situation und es scheint keine Lösung zu geben. 

Hallo,

du meinst, dein Mann ist glücklich, wenn du bei ihm bleibst, obwohl er weiß, dass du am liebsten weit weg wärst? Weiß er denn gar nix von deiner Unzufriedenheit, oder ist es ihm wurscht, wie du dich fühlst?
Wie ist denn eure Ehe überhaupt? Du schreibst viel davon, dass du raus willst, aber gar nicht, wieso eigentlich.

lg
cefeu

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5. Oktober um 8:10

Ihr wart jetzt schon zwei Wochen "auf Probe" getrennt. Wenn ihr beieinander seid, guckst du ihn nicht mal mehr an. Ich gehe mal davon aus, dass körperliche Zuwendung egal welcher Art schon länger nicht mehr stattfindet.

Wieso glaubst du, dass ihn eine Scheidung unglücklicher machen könnte als das? 

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5. Oktober um 9:09
In Antwort auf kyky

Hallo liebe Community. 

Ich weiß auch nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht einfach nur etwas Beistand, vielleicht einen guten Rat, vielleicht ist es jemandem ähnlich ergangen und mag berichten wie sie damit umgegangen ist. 

Also...

Ich bin seit gut zwei Jahren verheiratet. Ja, das hört sich erstmal so kurz an, aber glaubt mir, innerhalb zwei Jahren kann ganz schön viel passieren. Mittlerweile spüre ich gar nichts mehr für meinen Ehemann. Ich freue mich, wenn er nicht da ist, wenn ich alleine sein kann. Ich habe keinerlei Interesse an ihm, oder daran irgendetwas mit ihm zu unternehmen.
Mir ist jetzt sogar aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr angucke. Unbewusst. Ich gucke ihm nicht mal mehr ins Gesicht. Irgendwie geht es nicht. Ich sehe nur diesen Mann, der mich so unendlich traurig gemacht hat innerhalb dieser zwei Jahren. Mehr sehe ich da nicht. 

Wir waren jetzt zwei Wochen getrennt (eine Woche war ich bei meiner Familie, die andere Woche gab es aufgrund Streit keinen Kontakt) und ganz ehrlich - ich fands gut. Ich habe viel nach Wohnungen gesucht für mich. Ich habe mir mein ganzes neues Leben als Single ausgemalt. Teilweise habe ich sogar vergessen, dass ich ja noch gar nicht geschieden bin. 

Ich habe früh geheiratet, mit 19. Im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich da eigentlich reingeraten bin, was mich dazu veranlasst hat. Aber rückgängig machen kann ich es jetzt nicht mehr.
Aber ich denke mir, dass das nicht mein Leben gewesen sein kann. Das kann es doch nicht gewesen sein. All die Jahre habe ich diese Ehe ertragen, jede andere hätte schon zwanzig Mal die Scheidung eingereicht.
Soviel habe ich immer mitgemacht. Ich denke auch einfach deswegen, weil ich emotional sehr an ihn gebunden, sehr abhängig von ihm war. Wir sind damals direkt in eine andere Stadt gezogen, und bis heute habe ich keine wirklichen Freundschaften geschlossen. Er ist der einzige Mensch den ich habe, so gesehen. Meine Familie ist sehr weit weg. Deswegen war die Vorstellung, mich scheiden zu lassen wohl früher auch immer so unerträglich für mich. Ich wusste, dann stehe ich wieder alleine da. Dann wohne ich alleine. Von morgens bis abends werde ich alleine sein, wie früher, vor der Ehe. Da ist niemand mit mir oder bei mir. Dieser Gedanke war immer sehr schlimm für mich. Ich ertrage das ständige Alleinsein nicht. Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich hatte Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und ja, es wird trotzdem schwierig sein, aber mittlerweile denke ich mir alles ist besser als in dieser Ehe zu bleiben.... Und ich denke mir, dass ich mir wieder ein eigenes Leben aufbauen kann. Dass ich hoffentlich irgendwann den richtigen Partner treffe, dass ich mein Glück doch noch finde. 

Aber wenn ich dann realistisch an die Scheidung denke, bekomme ich Schuldgefühle. Ich weiß, mein Mann wäre unendlich traurig. Sein Leben würde zusammen brechen. Ich bin alles was er hat. Er hat hier in Deutschland keine Familie, nur mich. Und selbst wenn sie hier wären oder er zurück in seine Heimat gehen würde, der Kontakt zu denen ist auch nicht ganz einfach für ihn. Im Endeffekt bin ich das wichtigste für ihn. Er wäre am Boden zerstört, wenn wir jetzt wirklich getrennte Wege gehen würden. 

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Wissen mich scheiden lassen soll. Ich glaube, ich würde mir das den Rest meines Lebens vorhalten. Aber dann denke ich mir wieder, dass ich doch auch das recht auf mein Glück habe. Ich kann doch nicht mein Glück wegwerfen, nur damit es ihn gut geht... 

Mein Glück gegen seines. Entweder bleibe ich in dieser Ehe und bin unglücklich. Oder ich gehe und er ist unglücklich. Einer verliert...

War hier irgendjemand mal in der gleichen Situation? Wie habt ihr euch verhalten? Habt ihr irgendeinen Rat an mich? Ich bin so unendlich traurig seit Monaten nun wegen dieser Situation und es scheint keine Lösung zu geben. 

Die Zeit heilt alle Wunden. Scheidung ist da, unumgänglich

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5. Oktober um 14:55
In Antwort auf cefeu1

Hallo,

du meinst, dein Mann ist glücklich, wenn du bei ihm bleibst, obwohl er weiß, dass du am liebsten weit weg wärst? Weiß er denn gar nix von deiner Unzufriedenheit, oder ist es ihm wurscht, wie du dich fühlst?
Wie ist denn eure Ehe überhaupt? Du schreibst viel davon, dass du raus willst, aber gar nicht, wieso eigentlich.

lg
cefeu

Ich denke, in den letzten Tagen hat er gemerkt, wie desinteressiert ich bin. Ich bin mir aber sicher, er denkt sich das sei nur eine Phase. Er hat aber sogar vor ein paar Tagen gesagt, dass ich wissen muss ob ich mit ihm weiter leben kann, ob ich das aushalte. Aber ich weiß genau, wenn ich jetzt zu ihm gehe und ihm die Trennung ankündige, wird es trotzdem ein riesen Schock für ihn sein. Er wird trotzdem nicht damit rechnen, dass ich wirklich diesen Schritt gehe.


Zu deiner Frage, was eigentlich so schlimm an meiner Ehe sei, habe ich mal die Hauptgründe zusammengefasst:


1.Es gibt kein Vertrauen. Es sind in der Vergangenheit einige Dinge vorgefallen, worunter mein Vertrauen zu ihm sehr gelitten hat. Ich habe diese Dinge selbst herausgefunden und natürlich denke ich mir, dass da vielleicht noch mehr ist, wovon ich nichts weiß. Selbst in vermeintlich guten Phasenhabe ich nicht ganz meine Ruhe, weil dann immer diese Zweifel aufkommen. Das belastet sehr. Vertrauen ist das Grundgerüst einer jeden Beziehung würde ich mal sagen. Wenn das nicht besteht, wie soll die Beziehung dann funktionieren?

2. Er schreibt mir immer vor was ich wie mache soll. Er ist ein ganzes Stück älter als ich und ist deshalb immer der Meinung, er wisse generell alles besser. Das macht das Zusammenleben extrem schwierig. Nichts kann ich machen ohne ein Kommentar seinerseits. Immer sagt er mir was ich machen soll, was ich nicht machen soll, wie ich etwas machen soll. Es ist einfach nur anstrengend. Sicherlich weiß ich nicht alles besser, und sicherlich kann man auch mal einen Rat von jemand anderem annehmen, damit habe ich gar kein Problem, aber wenn man nichts mehr eigenständig machen kann, dann geht das meiner Meinung nach zu weit. Außerdem nimmt er mir auch so die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und aus meinen eigenen Fehlern zu lernen. Ich habe das Thema schon so oft angesprochen, ohne Ergebnis. Er kann sich einfach nicht in diese Situation hineinversetzen, wie es ist, wenn da immer jemand ist, der dir sagt wie du was machen sollst. Ich stand schon einige Male vor einer Aufgabe, unfähig zu handeln. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Wie ich es machen soll. Ich war ja daran gewöhnt, dass mein Mann mir immer alles vorschreibt. Dann habe ich mir überlegt, was er mir sagen würde, wenn er in dem Moment neben mir stehen würde. Also das finde ich schon sehr bedenklich.


3. Er wird sehr schnell wütend und verhält sich nicht angemessen. Zum einen ist es normal, dass es mal Streitereien gibt, und ich bin natürlich auch nicht perfekt. Es gab sicherlich auch hier und da mal einen Grund auf mich wütend zu sein. Aber ich finde man sollte immer einen gewissen Anstand beibehalten. Dazu ist mein Mann leider nicht in der Lage.
Dann ist das größere Problem dass er leider sehr schnell wütend wird, wegen Kleinigkeiten. Das macht das Zusammenleben sehr schwierig, weil er die meiste Zeit einfach wütend ist. Und es verletzt mich sehr, weil ich ein sehr sehr sensibler Mensch bin. Ich bin wahrscheinlich der letzte Mensch auf dieser Welt der mit so einem Verhalten umgehen kann. 
Einmal habe ich eine Flasche unverschlossen auf den Tisch gestellt, der Deckel lag nur lose drauf, weil ich dachte er will nie etwas trinken. Dann hat er irgendwann den Tisch bewegt und die Flasche ist natürlich umgekippt und der Inhalt hat sich auf dem Boden entleert. Und schon fing es an. Diese unfassbare Wut, das kann man sich nicht vorstellen. Wegen so einer Kleinigkeit. Dann kommen auch so unnötige Fragen wie „warum hast du das gemacht?!“ „hast du daran nicht gedacht?!“ „wie konntest du das vergessen?!“. Meine Güte, natürlich habe ich die Flasche nicht absichtlich offen stehen lassen bzw. ich dachte eben er wäre noch nicht fertig. Natürlich mache ich das nicht mit Absicht. Natürlich habe ich nicht daran gedacht, die Flasche wird jetzt gleich umkippen, ansonsten hätte ich sie ja wieder verschlossen. Diese Fragen kann ich gar nicht nachvollziehen. Aber er meint das ernst. Er will auch wirklich Antworten darauf hören. Dann fragt er „ja wie konntest du das vergessen?“ ja was wie? ich habe es einfach vergessen. Was für eine Antwort will man darauf hören?
Ein anderes Mal habe ich den Deckel vom Topf genommen beim Reiskochen. Obwohl er vorher meinte ich solle dies nicht tun (da wären wir auch wieder bei dem sich ständig einmischen und mich nichts alleine machen lassen). Da ist er genauso ausgerastet. Wei ich den Deckel vom Topf genommen habe. Weil.Ich.Den.Deckel.Vom.Topf.genommen.Habe.
Ein anderes Mal hat er sich ausgesperrt. Ich war Zuhause, hatte ihm vorher gesagt dass ich mich hinlegen werde, weil es mir nicht gut ging. Dann hat er natürlich an die Tür geklopft, damit ich ihn reinlasse. Da ich aber geschlafen habe, habe ich ihn nicht gehört. Irgendwann habe ich im Halbschlaf Glas-Klirren vernommen, und ein unheimlich lautes Scheppern.  So wurde ich langsam wach. Er hat tatsächlich die Wohnungstür halb eingeschlagen, weil ich ihn nicht reingelassen habe. Und wer war die böse mal wieder? Wer hatte den Fehler gemacht? Wieder ich. Natürlich. Weil ich die Tür nicht aufgemacht habe. Und natürlich kamen auch wieder diese sinnfreien Fragen „Warum hast du nicht aufgemacht?!“ „Hast du mich nicht gehört?!“ Nein. Offensichtlich habe ich dich nicht gehört. Ansonsten hätte ich doch aufgemacht. Was habe ich für einen Grund ihm die Tür nicht aufzumachen? Dass er vielleicht mal einen Schlüssel hätte mitnehmen sollen, wenn er die Wohnung verlässt, und es somit einzig und allein seine Schuld war. Nein. Daran denkt er nicht. Dass ich krank war, es mir nicht gut ging. Nein, das ist auch total irrelevant und interessiert ihn nicht. 
Ich könnte unzählige solcher Ereignisse erzählen. Unsere Türen innerhalb der Wohnung sind auch schon alle eingeschlagen von diversen Wutanfällen. 
Er hat mich selbst bis dato nicht geschlagen. Ein paar Mal hat er mich im Streit sehr heftig geschubst, was auch überhaupt nicht in Ordnung war. Aber geschlagen hat er mich noch nie und ich kenne ihn so gut, dass ich weiß, dass er das auch nicht machen wird. 


Sein Verhalten hat dazu geführt, dass ich in seiner Gegenwart unter ständigem Druck stehe. ich bin total unruhig. Mir darf kein Fehler passieren, ich darf nichts fallen lassen, wenn er etwas will muss ich sofort springen. Ich mache mich immer auf diese Wut gefasst. Sie kommt aus dem nichts. Es kann alles gut sein, wir haben eine gute Zeit, und dann mache ich einen Fehler, und diese Wut kommt. Das Problem ist, jeder Mensch macht mal einen Fehler, jeder lässt mal etwas fallen. Das kann passieren. Das heißt egal wie sehr ich aufpasse, egal wie sehr ich mir Mühe gebe, ich verliere zwangsläufig. Früher oder später werde ich wieder einen Fehler machen und dann kommt wieder diese Wut. Ich habe innerlich eine permanente Angst und Unruhe. Wenn ich mit ihm bin aber auch wenn er nicht bei mir ist. Wenn er mir schreibt oder versucht hat mich anzurufen, aber ich es nicht gehört habe. Dann habe ich wieder einen Fehler gemacht. Wenn ich dann an mein Handy gehe und Nachrichten auf Whatsapp sehe oder mehrere verpasste Anrufe von ihm … dann fange ich direkt an zu zittern. Dann weiß ich, die Wut kommt wieder.


4. Er hat zu hohe Erwartungen an mich, die meiner Meinung nach kein Mensch dieser Welt erfüllen kann. Ich habe mir immer sehr viel Mühe gegeben, ich studiere Vollzeit, arbeite viel, habe dann noch den ganzen Haushalt alleine und versuche immer allen seinen Wünschen noch zu entsprechen und immer dem nachzukommen, was er von mir verlangt. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch, ich habe nur 24 Stunden am Tag. ich sprinte von A nach B, bin den ganzen Tag beschäftigt ohne Pause und dann kommen immer noch Vorwürfe, warum ich dies und jenes nicht noch gemacht hätte. Dann bin ich wieder die schlechte, ich habe weder den Fehler gemacht. Und dann fängt wieder seine Wut an …


5. Er mischt sich meiner Meinung nach zu sehr in mein Leben ein. Klar, wenn man verheiratet ist kann man nicht alles alleine entscheiden. Aber meiner Meinung nach hat man ja trotzdem nich ein privates Leben, unabhängig von der Ehe. Viele Dinge, die ich machen möchte, verwehrt er mir. Viele Pläne die ich habe/hatte, kann ich in dieser Ehe nicht umsetzen. Obwohl das ein Bereich ist, in den erst sich gar nicht einzumischen hat. es hat gar nichts mit ihm zu tun. Teilweise geht es um irgendwelche Seminare/Kurse die ich gerne besuchen würde, wo ich aber in eine andere Stadt für fahren müsse oder sogar ein bis zwei Wochen in einer anderen Stadt bleiben müsste. Das will er nicht. Oder es geht um so banale Sachen wie, ob ich den Führerschein normal mit Schaltung mache oder erstmal nur Kupplung. Er hat die ganze Zeit darauf bestanden, dass ich Automatik mache da dies einfacher ist. Wenn ich mich dagegen wehre, kommt wieder die Wut. Ich habe die Wahl mich nach ihm zu richten und zumindest in dieser Hinsicht nicht schon wieder ein Problem herauf zu beschwören aber bin dann unglücklich weil ich nicht das machen kann was mir spaß macht oder ich wende mich gegen ihn, habe dann die Möglichkeit das zu machen was mir spaß macht, nehme dann aber seine Wut in Kauf.
 

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5. Oktober um 15:36
In Antwort auf kyky

Ich denke, in den letzten Tagen hat er gemerkt, wie desinteressiert ich bin. Ich bin mir aber sicher, er denkt sich das sei nur eine Phase. Er hat aber sogar vor ein paar Tagen gesagt, dass ich wissen muss ob ich mit ihm weiter leben kann, ob ich das aushalte. Aber ich weiß genau, wenn ich jetzt zu ihm gehe und ihm die Trennung ankündige, wird es trotzdem ein riesen Schock für ihn sein. Er wird trotzdem nicht damit rechnen, dass ich wirklich diesen Schritt gehe.


Zu deiner Frage, was eigentlich so schlimm an meiner Ehe sei, habe ich mal die Hauptgründe zusammengefasst:


1.Es gibt kein Vertrauen. Es sind in der Vergangenheit einige Dinge vorgefallen, worunter mein Vertrauen zu ihm sehr gelitten hat. Ich habe diese Dinge selbst herausgefunden und natürlich denke ich mir, dass da vielleicht noch mehr ist, wovon ich nichts weiß. Selbst in vermeintlich guten Phasenhabe ich nicht ganz meine Ruhe, weil dann immer diese Zweifel aufkommen. Das belastet sehr. Vertrauen ist das Grundgerüst einer jeden Beziehung würde ich mal sagen. Wenn das nicht besteht, wie soll die Beziehung dann funktionieren?

2. Er schreibt mir immer vor was ich wie mache soll. Er ist ein ganzes Stück älter als ich und ist deshalb immer der Meinung, er wisse generell alles besser. Das macht das Zusammenleben extrem schwierig. Nichts kann ich machen ohne ein Kommentar seinerseits. Immer sagt er mir was ich machen soll, was ich nicht machen soll, wie ich etwas machen soll. Es ist einfach nur anstrengend. Sicherlich weiß ich nicht alles besser, und sicherlich kann man auch mal einen Rat von jemand anderem annehmen, damit habe ich gar kein Problem, aber wenn man nichts mehr eigenständig machen kann, dann geht das meiner Meinung nach zu weit. Außerdem nimmt er mir auch so die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und aus meinen eigenen Fehlern zu lernen. Ich habe das Thema schon so oft angesprochen, ohne Ergebnis. Er kann sich einfach nicht in diese Situation hineinversetzen, wie es ist, wenn da immer jemand ist, der dir sagt wie du was machen sollst. Ich stand schon einige Male vor einer Aufgabe, unfähig zu handeln. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Wie ich es machen soll. Ich war ja daran gewöhnt, dass mein Mann mir immer alles vorschreibt. Dann habe ich mir überlegt, was er mir sagen würde, wenn er in dem Moment neben mir stehen würde. Also das finde ich schon sehr bedenklich.


3. Er wird sehr schnell wütend und verhält sich nicht angemessen. Zum einen ist es normal, dass es mal Streitereien gibt, und ich bin natürlich auch nicht perfekt. Es gab sicherlich auch hier und da mal einen Grund auf mich wütend zu sein. Aber ich finde man sollte immer einen gewissen Anstand beibehalten. Dazu ist mein Mann leider nicht in der Lage.
Dann ist das größere Problem dass er leider sehr schnell wütend wird, wegen Kleinigkeiten. Das macht das Zusammenleben sehr schwierig, weil er die meiste Zeit einfach wütend ist. Und es verletzt mich sehr, weil ich ein sehr sehr sensibler Mensch bin. Ich bin wahrscheinlich der letzte Mensch auf dieser Welt der mit so einem Verhalten umgehen kann. 
Einmal habe ich eine Flasche unverschlossen auf den Tisch gestellt, der Deckel lag nur lose drauf, weil ich dachte er will nie etwas trinken. Dann hat er irgendwann den Tisch bewegt und die Flasche ist natürlich umgekippt und der Inhalt hat sich auf dem Boden entleert. Und schon fing es an. Diese unfassbare Wut, das kann man sich nicht vorstellen. Wegen so einer Kleinigkeit. Dann kommen auch so unnötige Fragen wie „warum hast du das gemacht?!“ „hast du daran nicht gedacht?!“ „wie konntest du das vergessen?!“. Meine Güte, natürlich habe ich die Flasche nicht absichtlich offen stehen lassen bzw. ich dachte eben er wäre noch nicht fertig. Natürlich mache ich das nicht mit Absicht. Natürlich habe ich nicht daran gedacht, die Flasche wird jetzt gleich umkippen, ansonsten hätte ich sie ja wieder verschlossen. Diese Fragen kann ich gar nicht nachvollziehen. Aber er meint das ernst. Er will auch wirklich Antworten darauf hören. Dann fragt er „ja wie konntest du das vergessen?“ ja was wie? ich habe es einfach vergessen. Was für eine Antwort will man darauf hören?
Ein anderes Mal habe ich den Deckel vom Topf genommen beim Reiskochen. Obwohl er vorher meinte ich solle dies nicht tun (da wären wir auch wieder bei dem sich ständig einmischen und mich nichts alleine machen lassen). Da ist er genauso ausgerastet. Wei ich den Deckel vom Topf genommen habe. Weil.Ich.Den.Deckel.Vom.Topf.genommen.Habe.
Ein anderes Mal hat er sich ausgesperrt. Ich war Zuhause, hatte ihm vorher gesagt dass ich mich hinlegen werde, weil es mir nicht gut ging. Dann hat er natürlich an die Tür geklopft, damit ich ihn reinlasse. Da ich aber geschlafen habe, habe ich ihn nicht gehört. Irgendwann habe ich im Halbschlaf Glas-Klirren vernommen, und ein unheimlich lautes Scheppern.  So wurde ich langsam wach. Er hat tatsächlich die Wohnungstür halb eingeschlagen, weil ich ihn nicht reingelassen habe. Und wer war die böse mal wieder? Wer hatte den Fehler gemacht? Wieder ich. Natürlich. Weil ich die Tür nicht aufgemacht habe. Und natürlich kamen auch wieder diese sinnfreien Fragen „Warum hast du nicht aufgemacht?!“ „Hast du mich nicht gehört?!“ Nein. Offensichtlich habe ich dich nicht gehört. Ansonsten hätte ich doch aufgemacht. Was habe ich für einen Grund ihm die Tür nicht aufzumachen? Dass er vielleicht mal einen Schlüssel hätte mitnehmen sollen, wenn er die Wohnung verlässt, und es somit einzig und allein seine Schuld war. Nein. Daran denkt er nicht. Dass ich krank war, es mir nicht gut ging. Nein, das ist auch total irrelevant und interessiert ihn nicht. 
Ich könnte unzählige solcher Ereignisse erzählen. Unsere Türen innerhalb der Wohnung sind auch schon alle eingeschlagen von diversen Wutanfällen. 
Er hat mich selbst bis dato nicht geschlagen. Ein paar Mal hat er mich im Streit sehr heftig geschubst, was auch überhaupt nicht in Ordnung war. Aber geschlagen hat er mich noch nie und ich kenne ihn so gut, dass ich weiß, dass er das auch nicht machen wird. 


Sein Verhalten hat dazu geführt, dass ich in seiner Gegenwart unter ständigem Druck stehe. ich bin total unruhig. Mir darf kein Fehler passieren, ich darf nichts fallen lassen, wenn er etwas will muss ich sofort springen. Ich mache mich immer auf diese Wut gefasst. Sie kommt aus dem nichts. Es kann alles gut sein, wir haben eine gute Zeit, und dann mache ich einen Fehler, und diese Wut kommt. Das Problem ist, jeder Mensch macht mal einen Fehler, jeder lässt mal etwas fallen. Das kann passieren. Das heißt egal wie sehr ich aufpasse, egal wie sehr ich mir Mühe gebe, ich verliere zwangsläufig. Früher oder später werde ich wieder einen Fehler machen und dann kommt wieder diese Wut. Ich habe innerlich eine permanente Angst und Unruhe. Wenn ich mit ihm bin aber auch wenn er nicht bei mir ist. Wenn er mir schreibt oder versucht hat mich anzurufen, aber ich es nicht gehört habe. Dann habe ich wieder einen Fehler gemacht. Wenn ich dann an mein Handy gehe und Nachrichten auf Whatsapp sehe oder mehrere verpasste Anrufe von ihm … dann fange ich direkt an zu zittern. Dann weiß ich, die Wut kommt wieder.


4. Er hat zu hohe Erwartungen an mich, die meiner Meinung nach kein Mensch dieser Welt erfüllen kann. Ich habe mir immer sehr viel Mühe gegeben, ich studiere Vollzeit, arbeite viel, habe dann noch den ganzen Haushalt alleine und versuche immer allen seinen Wünschen noch zu entsprechen und immer dem nachzukommen, was er von mir verlangt. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch, ich habe nur 24 Stunden am Tag. ich sprinte von A nach B, bin den ganzen Tag beschäftigt ohne Pause und dann kommen immer noch Vorwürfe, warum ich dies und jenes nicht noch gemacht hätte. Dann bin ich wieder die schlechte, ich habe weder den Fehler gemacht. Und dann fängt wieder seine Wut an …


5. Er mischt sich meiner Meinung nach zu sehr in mein Leben ein. Klar, wenn man verheiratet ist kann man nicht alles alleine entscheiden. Aber meiner Meinung nach hat man ja trotzdem nich ein privates Leben, unabhängig von der Ehe. Viele Dinge, die ich machen möchte, verwehrt er mir. Viele Pläne die ich habe/hatte, kann ich in dieser Ehe nicht umsetzen. Obwohl das ein Bereich ist, in den erst sich gar nicht einzumischen hat. es hat gar nichts mit ihm zu tun. Teilweise geht es um irgendwelche Seminare/Kurse die ich gerne besuchen würde, wo ich aber in eine andere Stadt für fahren müsse oder sogar ein bis zwei Wochen in einer anderen Stadt bleiben müsste. Das will er nicht. Oder es geht um so banale Sachen wie, ob ich den Führerschein normal mit Schaltung mache oder erstmal nur Kupplung. Er hat die ganze Zeit darauf bestanden, dass ich Automatik mache da dies einfacher ist. Wenn ich mich dagegen wehre, kommt wieder die Wut. Ich habe die Wahl mich nach ihm zu richten und zumindest in dieser Hinsicht nicht schon wieder ein Problem herauf zu beschwören aber bin dann unglücklich weil ich nicht das machen kann was mir spaß macht oder ich wende mich gegen ihn, habe dann die Möglichkeit das zu machen was mir spaß macht, nehme dann aber seine Wut in Kauf.
 

Wow du armes Ding. Wenn du ihm die aufgezählten Punkte klar gemacht hast und er weiß und sich trotzdem nicht ändert, lass dich so schnell es geht scheiden. 

Da brauchst du auch keine Schuldgefühle haben.
Das ist doch keine Beziehung geschweige denn eine Ehe, wenn man angst vor Nachrichten des Partners hat. Eine Beziehung bzw. Ehe sollte auf Augenhöhe sein - wir sind doch nicht mehr im Mittelalter!

Kann es sein, dass er arabische Wurzeln hat bzw. dieser Kultur angehört? In dieser Kultur werden Frauen immernoch teilweise wie eine Art Besitz angesehen. So wie du es beschreibst, würde es auf jeden Fall passen. 

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5. Oktober um 15:44
In Antwort auf amalfi

Die Zeit heilt alle Wunden. Scheidung ist da, unumgänglich

Ich weiß man sagt das so, aber es ist trotzdem schwierig jetzt daran zu glauben... Man hat ja auch so viele Erinnerungen..

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5. Oktober um 15:46
In Antwort auf monasmama

Ihr wart jetzt schon zwei Wochen "auf Probe" getrennt. Wenn ihr beieinander seid, guckst du ihn nicht mal mehr an. Ich gehe mal davon aus, dass körperliche Zuwendung egal welcher Art schon länger nicht mehr stattfindet.

Wieso glaubst du, dass ihn eine Scheidung unglücklicher machen könnte als das? 

Er hat durch mein Vorhandensein in seinem Leben immer noch viele Vorteile, auf diese Vorteile will/kann er vielleicht nicht verzichten.

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5. Oktober um 16:25

Und welche Vorteile hast Du? Wiegen diese die Nachteile auf?

Willst Du diesen Weg noch weitere Jahre, Jahrzehnte gehen? Du bist Anfang 20, wirf Dein Leben doch nicht weg! Was Du beschreibst ist keine Ehe, keine Partnerschaft. Das ist die Hölle! Du kannst selbst entscheiden, ob Du weiter zugrunde gehen möchtest oder ob Du wieder beginnst zu leben! Hab Mut und stehe zu Dir! 

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5. Oktober um 16:57
In Antwort auf kyky

Hallo liebe Community. 

Ich weiß auch nicht was ich mir von diesem Beitrag erhoffe. Vielleicht einfach nur etwas Beistand, vielleicht einen guten Rat, vielleicht ist es jemandem ähnlich ergangen und mag berichten wie sie damit umgegangen ist. 

Also...

Ich bin seit gut zwei Jahren verheiratet. Ja, das hört sich erstmal so kurz an, aber glaubt mir, innerhalb zwei Jahren kann ganz schön viel passieren. Mittlerweile spüre ich gar nichts mehr für meinen Ehemann. Ich freue mich, wenn er nicht da ist, wenn ich alleine sein kann. Ich habe keinerlei Interesse an ihm, oder daran irgendetwas mit ihm zu unternehmen.
Mir ist jetzt sogar aufgefallen, dass ich ihn gar nicht mehr angucke. Unbewusst. Ich gucke ihm nicht mal mehr ins Gesicht. Irgendwie geht es nicht. Ich sehe nur diesen Mann, der mich so unendlich traurig gemacht hat innerhalb dieser zwei Jahren. Mehr sehe ich da nicht. 

Wir waren jetzt zwei Wochen getrennt (eine Woche war ich bei meiner Familie, die andere Woche gab es aufgrund Streit keinen Kontakt) und ganz ehrlich - ich fands gut. Ich habe viel nach Wohnungen gesucht für mich. Ich habe mir mein ganzes neues Leben als Single ausgemalt. Teilweise habe ich sogar vergessen, dass ich ja noch gar nicht geschieden bin. 

Ich habe früh geheiratet, mit 19. Im Nachhinein weiß ich irgendwie auch nicht, wie ich da eigentlich reingeraten bin, was mich dazu veranlasst hat. Aber rückgängig machen kann ich es jetzt nicht mehr.
Aber ich denke mir, dass das nicht mein Leben gewesen sein kann. Das kann es doch nicht gewesen sein. All die Jahre habe ich diese Ehe ertragen, jede andere hätte schon zwanzig Mal die Scheidung eingereicht.
Soviel habe ich immer mitgemacht. Ich denke auch einfach deswegen, weil ich emotional sehr an ihn gebunden, sehr abhängig von ihm war. Wir sind damals direkt in eine andere Stadt gezogen, und bis heute habe ich keine wirklichen Freundschaften geschlossen. Er ist der einzige Mensch den ich habe, so gesehen. Meine Familie ist sehr weit weg. Deswegen war die Vorstellung, mich scheiden zu lassen wohl früher auch immer so unerträglich für mich. Ich wusste, dann stehe ich wieder alleine da. Dann wohne ich alleine. Von morgens bis abends werde ich alleine sein, wie früher, vor der Ehe. Da ist niemand mit mir oder bei mir. Dieser Gedanke war immer sehr schlimm für mich. Ich ertrage das ständige Alleinsein nicht. Aber mittlerweile hat sich das Blatt gewendet. Ich hatte Zeit, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Und ja, es wird trotzdem schwierig sein, aber mittlerweile denke ich mir alles ist besser als in dieser Ehe zu bleiben.... Und ich denke mir, dass ich mir wieder ein eigenes Leben aufbauen kann. Dass ich hoffentlich irgendwann den richtigen Partner treffe, dass ich mein Glück doch noch finde. 

Aber wenn ich dann realistisch an die Scheidung denke, bekomme ich Schuldgefühle. Ich weiß, mein Mann wäre unendlich traurig. Sein Leben würde zusammen brechen. Ich bin alles was er hat. Er hat hier in Deutschland keine Familie, nur mich. Und selbst wenn sie hier wären oder er zurück in seine Heimat gehen würde, der Kontakt zu denen ist auch nicht ganz einfach für ihn. Im Endeffekt bin ich das wichtigste für ihn. Er wäre am Boden zerstört, wenn wir jetzt wirklich getrennte Wege gehen würden. 

Ich weiß nicht, wie ich mit diesem Wissen mich scheiden lassen soll. Ich glaube, ich würde mir das den Rest meines Lebens vorhalten. Aber dann denke ich mir wieder, dass ich doch auch das recht auf mein Glück habe. Ich kann doch nicht mein Glück wegwerfen, nur damit es ihn gut geht... 

Mein Glück gegen seines. Entweder bleibe ich in dieser Ehe und bin unglücklich. Oder ich gehe und er ist unglücklich. Einer verliert...

War hier irgendjemand mal in der gleichen Situation? Wie habt ihr euch verhalten? Habt ihr irgendeinen Rat an mich? Ich bin so unendlich traurig seit Monaten nun wegen dieser Situation und es scheint keine Lösung zu geben. 

Hallo kyky,

Natürlich gibt es eine Lösung! Überlege dir was du machen willst und TUE es dann auch! Momentan suchst du nur nach Gründen, warum du NICHTS tun kannst. Also stell das ab und gestalte dein neues Leben!

Freundliche Grüße, Christoph

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5. Oktober um 18:47

Ojemine, das ist ja alles andere als ein schönes Leben das du da führst.

Ich habe keine Ahnung, warum du dich mit ihm in eine Ehe begeben hast, denn dieses Verhalten wird er ja nicht plötzlich an den Tag gelegt haben. Scheint, als würdest du einen (zugebenermaßen sehr groben, patriarchalisch agierenden) Vaterersatz haben und keinen liebevollen Mann.

Vielleicht hast du irgendwann mal zu ihm aufgesehen oder dir gedacht, wow, was für ein Mann, aber diese Art Mann werden Frauen niemals als gleichberechtigt sehen und sich alle Rechte rausnehmen, und die der Partnerin am liebsten auslöschen. Und wenn das nicht geht, dann die Partnerin auslöschen.

Gib acht, ich denke, er ist zu mehr fähig durch sein Verhalten. Achtung, das ist keine Liebe, das ist Besitzdenken. Ich glaube, du lebst sehr gefährlich. Hast du niemanden, dem du dich anvertrauen kannst?

Die "Erinnerungen" die du ansprichst, sind mittlerweile Illusionen. Es geht um das Hier und Jetzt und das ist sehr bedenklich. Die Zeiten von Früher kommen nicht mehr, das verspreche ich. Die sind vorbei.

Einer Frau, die sich einigermaßen selbst wertschätzt, wäre der erste Wutausbruch wegen Lapalien schon zuviel. Ich würde wahrscheinlich lachen, was auch in die Hose gehen würde. Du lässt das jetzt schon jahrelang über dich ergehen. Aber schön langsam schwants dir, das ist nicht ok, wie der mit mir umgeht. 

Nein, das ist ganz und gar nicht ok. Bitte pass auf auf dich, vergewissere dich, dass du irgendwo unterkommst wovon er nichts weiß. Arbeite an deinem Selbstwert und werde erwachsen.
 

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5. Oktober um 19:29
In Antwort auf kyky

Ich denke, in den letzten Tagen hat er gemerkt, wie desinteressiert ich bin. Ich bin mir aber sicher, er denkt sich das sei nur eine Phase. Er hat aber sogar vor ein paar Tagen gesagt, dass ich wissen muss ob ich mit ihm weiter leben kann, ob ich das aushalte. Aber ich weiß genau, wenn ich jetzt zu ihm gehe und ihm die Trennung ankündige, wird es trotzdem ein riesen Schock für ihn sein. Er wird trotzdem nicht damit rechnen, dass ich wirklich diesen Schritt gehe.


Zu deiner Frage, was eigentlich so schlimm an meiner Ehe sei, habe ich mal die Hauptgründe zusammengefasst:


1.Es gibt kein Vertrauen. Es sind in der Vergangenheit einige Dinge vorgefallen, worunter mein Vertrauen zu ihm sehr gelitten hat. Ich habe diese Dinge selbst herausgefunden und natürlich denke ich mir, dass da vielleicht noch mehr ist, wovon ich nichts weiß. Selbst in vermeintlich guten Phasenhabe ich nicht ganz meine Ruhe, weil dann immer diese Zweifel aufkommen. Das belastet sehr. Vertrauen ist das Grundgerüst einer jeden Beziehung würde ich mal sagen. Wenn das nicht besteht, wie soll die Beziehung dann funktionieren?

2. Er schreibt mir immer vor was ich wie mache soll. Er ist ein ganzes Stück älter als ich und ist deshalb immer der Meinung, er wisse generell alles besser. Das macht das Zusammenleben extrem schwierig. Nichts kann ich machen ohne ein Kommentar seinerseits. Immer sagt er mir was ich machen soll, was ich nicht machen soll, wie ich etwas machen soll. Es ist einfach nur anstrengend. Sicherlich weiß ich nicht alles besser, und sicherlich kann man auch mal einen Rat von jemand anderem annehmen, damit habe ich gar kein Problem, aber wenn man nichts mehr eigenständig machen kann, dann geht das meiner Meinung nach zu weit. Außerdem nimmt er mir auch so die Möglichkeit, mich weiterzuentwickeln und aus meinen eigenen Fehlern zu lernen. Ich habe das Thema schon so oft angesprochen, ohne Ergebnis. Er kann sich einfach nicht in diese Situation hineinversetzen, wie es ist, wenn da immer jemand ist, der dir sagt wie du was machen sollst. Ich stand schon einige Male vor einer Aufgabe, unfähig zu handeln. Ich wusste nicht, was ich machen soll. Wie ich es machen soll. Ich war ja daran gewöhnt, dass mein Mann mir immer alles vorschreibt. Dann habe ich mir überlegt, was er mir sagen würde, wenn er in dem Moment neben mir stehen würde. Also das finde ich schon sehr bedenklich.


3. Er wird sehr schnell wütend und verhält sich nicht angemessen. Zum einen ist es normal, dass es mal Streitereien gibt, und ich bin natürlich auch nicht perfekt. Es gab sicherlich auch hier und da mal einen Grund auf mich wütend zu sein. Aber ich finde man sollte immer einen gewissen Anstand beibehalten. Dazu ist mein Mann leider nicht in der Lage.
Dann ist das größere Problem dass er leider sehr schnell wütend wird, wegen Kleinigkeiten. Das macht das Zusammenleben sehr schwierig, weil er die meiste Zeit einfach wütend ist. Und es verletzt mich sehr, weil ich ein sehr sehr sensibler Mensch bin. Ich bin wahrscheinlich der letzte Mensch auf dieser Welt der mit so einem Verhalten umgehen kann. 
Einmal habe ich eine Flasche unverschlossen auf den Tisch gestellt, der Deckel lag nur lose drauf, weil ich dachte er will nie etwas trinken. Dann hat er irgendwann den Tisch bewegt und die Flasche ist natürlich umgekippt und der Inhalt hat sich auf dem Boden entleert. Und schon fing es an. Diese unfassbare Wut, das kann man sich nicht vorstellen. Wegen so einer Kleinigkeit. Dann kommen auch so unnötige Fragen wie „warum hast du das gemacht?!“ „hast du daran nicht gedacht?!“ „wie konntest du das vergessen?!“. Meine Güte, natürlich habe ich die Flasche nicht absichtlich offen stehen lassen bzw. ich dachte eben er wäre noch nicht fertig. Natürlich mache ich das nicht mit Absicht. Natürlich habe ich nicht daran gedacht, die Flasche wird jetzt gleich umkippen, ansonsten hätte ich sie ja wieder verschlossen. Diese Fragen kann ich gar nicht nachvollziehen. Aber er meint das ernst. Er will auch wirklich Antworten darauf hören. Dann fragt er „ja wie konntest du das vergessen?“ ja was wie? ich habe es einfach vergessen. Was für eine Antwort will man darauf hören?
Ein anderes Mal habe ich den Deckel vom Topf genommen beim Reiskochen. Obwohl er vorher meinte ich solle dies nicht tun (da wären wir auch wieder bei dem sich ständig einmischen und mich nichts alleine machen lassen). Da ist er genauso ausgerastet. Wei ich den Deckel vom Topf genommen habe. Weil.Ich.Den.Deckel.Vom.Topf.genommen.Habe.
Ein anderes Mal hat er sich ausgesperrt. Ich war Zuhause, hatte ihm vorher gesagt dass ich mich hinlegen werde, weil es mir nicht gut ging. Dann hat er natürlich an die Tür geklopft, damit ich ihn reinlasse. Da ich aber geschlafen habe, habe ich ihn nicht gehört. Irgendwann habe ich im Halbschlaf Glas-Klirren vernommen, und ein unheimlich lautes Scheppern.  So wurde ich langsam wach. Er hat tatsächlich die Wohnungstür halb eingeschlagen, weil ich ihn nicht reingelassen habe. Und wer war die böse mal wieder? Wer hatte den Fehler gemacht? Wieder ich. Natürlich. Weil ich die Tür nicht aufgemacht habe. Und natürlich kamen auch wieder diese sinnfreien Fragen „Warum hast du nicht aufgemacht?!“ „Hast du mich nicht gehört?!“ Nein. Offensichtlich habe ich dich nicht gehört. Ansonsten hätte ich doch aufgemacht. Was habe ich für einen Grund ihm die Tür nicht aufzumachen? Dass er vielleicht mal einen Schlüssel hätte mitnehmen sollen, wenn er die Wohnung verlässt, und es somit einzig und allein seine Schuld war. Nein. Daran denkt er nicht. Dass ich krank war, es mir nicht gut ging. Nein, das ist auch total irrelevant und interessiert ihn nicht. 
Ich könnte unzählige solcher Ereignisse erzählen. Unsere Türen innerhalb der Wohnung sind auch schon alle eingeschlagen von diversen Wutanfällen. 
Er hat mich selbst bis dato nicht geschlagen. Ein paar Mal hat er mich im Streit sehr heftig geschubst, was auch überhaupt nicht in Ordnung war. Aber geschlagen hat er mich noch nie und ich kenne ihn so gut, dass ich weiß, dass er das auch nicht machen wird. 


Sein Verhalten hat dazu geführt, dass ich in seiner Gegenwart unter ständigem Druck stehe. ich bin total unruhig. Mir darf kein Fehler passieren, ich darf nichts fallen lassen, wenn er etwas will muss ich sofort springen. Ich mache mich immer auf diese Wut gefasst. Sie kommt aus dem nichts. Es kann alles gut sein, wir haben eine gute Zeit, und dann mache ich einen Fehler, und diese Wut kommt. Das Problem ist, jeder Mensch macht mal einen Fehler, jeder lässt mal etwas fallen. Das kann passieren. Das heißt egal wie sehr ich aufpasse, egal wie sehr ich mir Mühe gebe, ich verliere zwangsläufig. Früher oder später werde ich wieder einen Fehler machen und dann kommt wieder diese Wut. Ich habe innerlich eine permanente Angst und Unruhe. Wenn ich mit ihm bin aber auch wenn er nicht bei mir ist. Wenn er mir schreibt oder versucht hat mich anzurufen, aber ich es nicht gehört habe. Dann habe ich wieder einen Fehler gemacht. Wenn ich dann an mein Handy gehe und Nachrichten auf Whatsapp sehe oder mehrere verpasste Anrufe von ihm … dann fange ich direkt an zu zittern. Dann weiß ich, die Wut kommt wieder.


4. Er hat zu hohe Erwartungen an mich, die meiner Meinung nach kein Mensch dieser Welt erfüllen kann. Ich habe mir immer sehr viel Mühe gegeben, ich studiere Vollzeit, arbeite viel, habe dann noch den ganzen Haushalt alleine und versuche immer allen seinen Wünschen noch zu entsprechen und immer dem nachzukommen, was er von mir verlangt. Aber ich bin eben auch nur ein Mensch, ich habe nur 24 Stunden am Tag. ich sprinte von A nach B, bin den ganzen Tag beschäftigt ohne Pause und dann kommen immer noch Vorwürfe, warum ich dies und jenes nicht noch gemacht hätte. Dann bin ich wieder die schlechte, ich habe weder den Fehler gemacht. Und dann fängt wieder seine Wut an …


5. Er mischt sich meiner Meinung nach zu sehr in mein Leben ein. Klar, wenn man verheiratet ist kann man nicht alles alleine entscheiden. Aber meiner Meinung nach hat man ja trotzdem nich ein privates Leben, unabhängig von der Ehe. Viele Dinge, die ich machen möchte, verwehrt er mir. Viele Pläne die ich habe/hatte, kann ich in dieser Ehe nicht umsetzen. Obwohl das ein Bereich ist, in den erst sich gar nicht einzumischen hat. es hat gar nichts mit ihm zu tun. Teilweise geht es um irgendwelche Seminare/Kurse die ich gerne besuchen würde, wo ich aber in eine andere Stadt für fahren müsse oder sogar ein bis zwei Wochen in einer anderen Stadt bleiben müsste. Das will er nicht. Oder es geht um so banale Sachen wie, ob ich den Führerschein normal mit Schaltung mache oder erstmal nur Kupplung. Er hat die ganze Zeit darauf bestanden, dass ich Automatik mache da dies einfacher ist. Wenn ich mich dagegen wehre, kommt wieder die Wut. Ich habe die Wahl mich nach ihm zu richten und zumindest in dieser Hinsicht nicht schon wieder ein Problem herauf zu beschwören aber bin dann unglücklich weil ich nicht das machen kann was mir spaß macht oder ich wende mich gegen ihn, habe dann die Möglichkeit das zu machen was mir spaß macht, nehme dann aber seine Wut in Kauf.
 

Ach du meine Güte... ich habe die Abschnitte nur überflogen... das hat gereicht...

Das tönt schrecklich.. wieso habt ihr denn geheiratet? Das scheint ja vorne und hinten nicht zu passen??

Und dermassen verstellen, dass man davon nichts mitbekommen hätte, kann niemand... er war doch sicher immer schon so..

Ein Zusammnleben kann ich mir mit ihm gar nicht vorstellen...

Du bist nicht für sein Glück verantwortlich.

Lasse dich scheiden und finde dein Glück. Du bist noch extrem jung.

 

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6. Oktober um 7:05

Nachdem du so ausführlich beschrieben hast, wie respektlos und grob sich dein Mann aufführt - merkst du, wie merkwürdig dein Gedanke wirkt, dass du dich nicht scheiden lassen kannst, weil er ja dann traurig wär? Interessiert es ihn denn, ob du traurig bist, bei allem was er macht?
Außerdem gehört zum Erwachsensein dazu, dass man für das eigene Handeln grade steht und für dessen Konsequenzen die Verantwortung trägt. Dein Mann behandelt dich wie ne Mischung zwischen kleinem Kind und Haufen Dreck, also muss er irgendwann mit der Konsequenz rechnen, dass du dich zurückziehst und dich eventuell sogar von ihm trennst. Warum willst du ihn unbedingt vor den Konsequenzen seines eigenen Handelns abschirmen? Ist er am Ende das kleine Kind hier?

lg
cefeu

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6. Oktober um 8:00

Hey Kyky, das klingt ja schrecklich was du erzählst. Es macht mich traurig, wütend und hilflos. Würde mir das eine meiner Freundinnen erzählen, würde ich mit männlicher Verstärkung bei ihr auftauchen und sie SOFORT mitnehmen.
Liebes, sieh zu dass du dort wegkommst. Wenn eure Zimmertüren schon demoliert sind, wird er sich mit absoluter Sicherheit irgendwann an dir vergreifen. Die Frage ist nicht ob, sondern wann. Lass es bitte nicht so weit kommen 

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6. Oktober um 10:29

Es tut mir leid für dich, es tönt wirklich schrecklich. Ich kann aber deinen Mann vielleicht teils verstehen, natürlich nicht seine Wutausbrüche rechtfertigen. Die Wutausbrüche sind Ausdruck vom Verlust der Selbstbeherrschung. Passiert mir leider auch öfters, mein Mann fühlt sich wohl auch so terrorisiert und bevormundet wie Du. 

Als mein Mann und ich zu zweit waren, ging es noch einigermassen. Dann kamen Kinder dazu und es wird schlimmer. Er macht eben auch so Fehler, die Du und mein Mann, und Aussenstehende als Lapalien bezeichnen würden. Allerdings häufen sich solche Dinge im Alltag dermassen sodass ich dauernd was nachputzen und suchen muss. Wenn er abgewaschen hat sind die Pfannen ziemlich sicher noch dreckig. Wenn er mir was holen geht bringt er sicher was falsches zurück und dies nach einer Viertelstunde, weil er wieder lang suchen musste und/oder nicht zugehört hat was ich brauche. Kürzlich haben wir festgestellt, dass er immer noch nicht weiss wo genau die Kinderkleider sind - mittlerweile ist unser Kind 3. Das Resultat ist, ich muss alles selber machen. Mir kommt vor, ich müsste nicht nur zu den Kindern schauen, sondern auch noch zu ihm. Mit der Zeit bin ich auch überfordert und es kommen Nervenzusammenbrüche und Wutausbrüche dazu. 

Mein Mann sagt oft man kann vieles anders machen, es muss nicht so sein wie ich es möchte. Klar. Man kann 10min fahren um von A nach B zu kommen. Man kann auch einen riesen Umweg machen und 30min aufwenden. Wenn wir die Zeit haben, kann er gut alles auf seine Art machen. Wenn ich aber ohnehin schon gestresst bin, möchte ich nur effizienter vorgehen und vorallem nicht noch lange diskutieren. Am Schluss mache ich ziemlich alles selber und kann mich kaum auf seine Unterstützung verlassen. 

Mein Mann reklamiert auch, dass ich alles bestimme. Das stimmt aber so nicht. Ich frage oft nach seiner Meinung bei allen kleinen und grösseren Entscheidungen, auch weil er mehr Lebenserfahrung hat. Aber irgendwie ist dies so selbstverständlich, sodass es ihm oder uns kaum mehr auffällt. 

Ihr passt einfach nicht zusammen, zumindest nicht für den Alltag. Zusammensein ist schön aber zusammen leben ist was anders. Er wird wohl kurz traurig sein aber die Trennung ist vielleicht auch entlastend für ihn. 

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