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Ich weiß nicht mehr weiter...

22. August 2017 um 20:31 Letzte Antwort: 24. August 2017 um 11:52

Hallo Ihr Lieben, Eigentlich dürfte ich mich nicht beschweren, ich habe vieles was sich andere wünschen würden. Ich schließe demnächst mein Studium erfolgreich ab, habe zurzeit ein Praktikum in einem tollen Unternehmen, habe liebevolle Eltern und keine finanziellen Sorgen. Jedoch bin ich seid längerem sehr sehr traurig. Und das jeden Tag. Ich bin in einer Beziehung mit einem Menschen, den ich aus tiefstem Herzen liebe und mit dem ich vieles zusammen gemeistert habe. Leider ist diese Person jedoch seid Jahren kokainabhängig, was unsere Beziehung leider Stück für Stück zerstört. Lange habe ich versucht ihn zu unterstützen, ihm Hilfe zu holen, ihn zu verstehen. Ich kann nun jedoch nicht mehr. Er bricht Versprechen und behandelt mich so gefühlskalt, dass ich daran zerbreche. Ich will bzw kann ihn jedoch nicht so einfach aufgeben oder "im Stich lassen". Des Weiteren wenden sich meine Freunde immer weiter von mir ab, da sie nicht verstehen können, warum ich keinen schlussstrich ziehen kann mit ihm. Rein rationell verstehe ich das natürlich, aber ich denke ich würde mir ewig vorwerfen ihm nicht genug geholfen zu haben. Es hängt so viel an unsere Beziehung. Wir haben eine wundervolle Wohnung zusammen. Und wenn er nicht drauf ist, auch eine tolle Zeit, in der er der liebevollste Typ ist. Leider merke ich langsam aber wie sehr ich an meinem Leben kaputt gehe. Ich bin ständig damit beschäftigt mir sorgen zu machen und kann mich nicht auf mich selbst konzentrieren. Ich verliere langsam jeglichen Spaß am Leben und fühle mich unheimlich leer. Tut mir leid für den ewig langen Text und auch dafür, dass die Antwort/ Lösung ziemlich eindeutig ist. Ich wollte jedoch wissen, ob es hier Leute gibt die in ähnlichen Situationen waren oder sind... oder ob mir jemand vllt einen Rat geben kann.

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22. August 2017 um 20:40

Ich gegen eine solche Sucht kannst du nur verlieren. Wenn jemand etwas tun kann dann nur er selbst. Du kannst ihn nur motivieren indem du gehst und ihn nicht mehr unterstützt denn dann machst du dich zum Co-abhängigen...

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22. August 2017 um 20:44
In Antwort auf herbstblume6

Ich gegen eine solche Sucht kannst du nur verlieren. Wenn jemand etwas tun kann dann nur er selbst. Du kannst ihn nur motivieren indem du gehst und ihn nicht mehr unterstützt denn dann machst du dich zum Co-abhängigen...

Nach dem, was sie schreibt, ist sie schon längst co-abhängig.

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22. August 2017 um 20:57
In Antwort auf herbstblume6

Ich gegen eine solche Sucht kannst du nur verlieren. Wenn jemand etwas tun kann dann nur er selbst. Du kannst ihn nur motivieren indem du gehst und ihn nicht mehr unterstützt denn dann machst du dich zum Co-abhängigen...

Er hat ja immer wieder "klare" Momente in denen er zu suchtberatungen oder zum Psychologen geht. 
Ich weiß, dass man Suchtkranken nicht wirklich helfen kann, da der erste Schritt bzw der Wille von der Person selbst kommen muss. 
es ist bloß unheimlich schwierig wenn diese Person so schwankt, eig clean werden will und es nicht schafft. 
Natürlich würde ich mich dabei schlecht fühlen, ihn dabei im Stich zu lassen..

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22. August 2017 um 21:55

Ja, da hast du bestimmt recht. Das wäre definitiv die beste Lösung. 

Das Problem ist halt einfach, dass er in klaren Phasen ja ganz anders ist. So wie früher... dann ist er der Partner mit dem ich mir eine Zukunft vorstellen kann und der mich unheimlich glücklich macht. 

Ware da nicht diese kaputtmachende "Krankheit". Habe halt die Hoffnung dass er irgendwann den Entzug schafft
 

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23. August 2017 um 6:52

Natürlich ist sucht eine Krankheit, egal ob Alkohol, Medikamente oder Drogen. 

Mein Freund ist schon relativ alt und ich selbst wollte auch noch nie Kinder, daher besteht hier ja nicht die Gefahr dass ich da Kinder durch leiden lasse...

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23. August 2017 um 7:04
In Antwort auf bellealena

Natürlich ist sucht eine Krankheit, egal ob Alkohol, Medikamente oder Drogen. 

Mein Freund ist schon relativ alt und ich selbst wollte auch noch nie Kinder, daher besteht hier ja nicht die Gefahr dass ich da Kinder durch leiden lasse...

Er macht den Entzug und ihr werdet glücklich  . Er liebt nur dich :*
 

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23. August 2017 um 8:47
In Antwort auf bellealena

Natürlich ist sucht eine Krankheit, egal ob Alkohol, Medikamente oder Drogen. 

Mein Freund ist schon relativ alt und ich selbst wollte auch noch nie Kinder, daher besteht hier ja nicht die Gefahr dass ich da Kinder durch leiden lasse...

Die Suchtberatungstermine die nur 1 Stunde gehen bringen gar nichts.
Versuche ihn in einer klaren Phase davon zu überzeugen in ein Suchtklinik zu gehen und dort für mehrere Woche zu bleiben.
Anders kommt er leider nicht davon weg.

Wenn er das nicht macht denk über eine Trennung nach.

Meine Mama hat das Jahrelang mit meinem Alkoholabhängigen Vater mitgemacht. Sie war dann selbst "Co-Abhängig" und ihr ist es immer noch peinlich, dass mein Vater so ein scheiß gemacht hat. Mittlerweile wissen es die Nachbarn, Bekannten und Verwandten offiziel und so kann meine Mama ihr Leben mehr oder wengier mit meinem Vater wieder Leben. Aber so wie vor der Abhängigkeit wird es nie wieder ...

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23. August 2017 um 17:44
In Antwort auf hoffnungsvoll95

Die Suchtberatungstermine die nur 1 Stunde gehen bringen gar nichts.
Versuche ihn in einer klaren Phase davon zu überzeugen in ein Suchtklinik zu gehen und dort für mehrere Woche zu bleiben.
Anders kommt er leider nicht davon weg.

Wenn er das nicht macht denk über eine Trennung nach.

Meine Mama hat das Jahrelang mit meinem Alkoholabhängigen Vater mitgemacht. Sie war dann selbst "Co-Abhängig" und ihr ist es immer noch peinlich, dass mein Vater so ein scheiß gemacht hat. Mittlerweile wissen es die Nachbarn, Bekannten und Verwandten offiziel und so kann meine Mama ihr Leben mehr oder wengier mit meinem Vater wieder Leben. Aber so wie vor der Abhängigkeit wird es nie wieder ...

Das tut mir sehr leid mit deinem Vater...

Ja, er geht ja einmal die Woche hin aber ich habe nie das Gefühl dass es danach wirklich besser ist. Das Problem ist glaube ich dass er wirklich von der sucht loskommen möchte aber es einfach nicht schafft. Er hat ja ein "wunderbar" funktionierendes Leben; ist erfolgreich im Job, tolle Familie. 

Ich glaube auhc dass eine Suchtklinik die einzige reele Chance wäre, aber das will er nicht aus Angst seinen Job zu verlieren

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23. August 2017 um 17:45

Doch macht er. Nur finde ich diese nicht wirklich effektiv.

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23. August 2017 um 17:49

Er will es ja ändern, aber das ist nicht besonders leicht. Das kann ich leider auch aus Erfahrung sagen. Nur weil der wille vorhanden ist ist es trotzdem eine starke psychische sucht, die es sehr schwer macht da wieder rauszukommen...

Warum ich mit ihm noch zusammen bin? Ich liebe ihn sehr. Und Jahre in denen alles wunderbar lief sind schwierig wegzuschmeißen. Zumal es für mich natürlich schwer ist die suchtkranke person mit der klaren Person zu vereinen. Man sieht ja als Partner verstärkt die positiven Aspekte und möchte an denen ja auch festhalten.

Klar, er lässt sich regelmäßig gesundheitlich testen. Seine Blutwerte sind alle top. Da er ja nicht durch Scheine zieht oder spritzt ist ein Risiko für Infektionskrankheiten eig auch ausgeschlossen.

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23. August 2017 um 18:11

Ja sehe ich halt auch so. Und da seine Familie nichts davon weiß und seine Freunde alle in der Party-Szene arbeiten und das ganze Thema komplett verharmlosen, bin ich halt die Einzige die wirklcih drunter leidet. Ich fühle mich so unheimlich alleine, weil ich ja weiß dass es ihn auf lange Sicht komplett zerstören wird und es tut mir so weh das mit anzusehen und so machtlos zu sein.
Und natürlich bin cih dann ja auch die einzige "böse" Person, die immer wieder auf ihn einredet und ihm zum Handeln drängt. Das bringt halt nichts...

Und ja, er hat nach der Stund eimmer ne positive Stimmung und plant alles ohne Drogen,a ber spätestens beim nächsten Restaurantbesuch oder der nächsten party ist alles hinfällig...

Hast du wahrscheinlich Recht. Denke meine größte Sorge ist es ihn zu verlieren und ihm seinem Schicksal so komplett alleine zu überlassen. Ich weiß ja theoretisch dass ich nicht dafür verantwortlich bin, aber ist schwer dass auch wirklich umzusetzen.

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24. August 2017 um 8:35

Ich würde offen und ehrlich mit seiner Familie reden. Mein Vater ist auch erst in Therapie nachdem meine Geschwister und ich rausgefunden haben das er Alkoholiker ist. Wir haben ihm dann gemeinsam die Pistole auf die Brust gesetzt. Entweder er geht zur Therapie oder wir, seine Enkel und auch seine Frau sind weg!
Dann hat es auf einmal funktioniert - er wollte auch nicht in die 3-wöchige Theapie weil dann ja alle was mitbekommen, aber anders geht es leider nicht.

Auf der Arbeit muss Dein Freund gar nicht sagen was das Problem ist. Er wird krankgeschrieben und der Arbeitgeber hat kein Recht zu erfahren warum. Telefonier doch einfach mal mit einer Suchtklinik in der Nähe oder frag mal Deinen Hausarzt.

Bei meinem Vater wurde meine Mama von der Hausärztin unterstützt. Aber da kam auch dazu, dass mein Vater Herzprobleme hat ...

Worauf ich eigentlich hinauswill:
Sag deinem Freund, dass Du ihn liebst und ihn eigentlich nicht aufgeben möchtest. Mach ihm dann deutlich, dass er in die Suchtklinik muss. Wenn das nichts hilft sag ihm, dass Du seine Familie informieren wirst. Klar ist das ein harter Schritt. Aber einmal in Deinem Leben musst Du an Dich und nicht an ihn denken und tun was das beste für Dich ist.

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24. August 2017 um 9:00

Ich glaube es gibt nur eine Lösung... Du musst ihm die Pistole auf die Brust setzen: Stationäre Suchtklinik oder Beziehungsaus.

Er zerstört Euer beider Leben, weil er seinen Job durch einen Klinkaufenthalt nicht riskieren will?? Riskiert dafür aber Euer bedier Leben? Dann ist ihm der Job wichtiger als Du oder die Drogen sind ihm wichtiger!

Es gibt nur die Lösung Suchtklinik. Alles andere wird scheitern.

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24. August 2017 um 10:01

Liebe ist, wenn man das Beste für seinen Partner wünscht, ohne an den eigenen Vorteil zu denken.

​Hinterfrage dich mal, ob du ihn wirklich liebst. Die Erkenntnis kann weh tun, aber es ist nicht deine Liebe zu ihm, die dich nicht gehen lässt. Du WEIßT, dass für ihn das Beste wäre, dass du dich trennst. Weil dann die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass er aufgewacht und was ändert.

​Nein, DU willst ihn nicht verlieren, deshalb bleibst du bei ihm und schiebst vor, ihn nicht im Stich lassen zu können.

​Wenn es dich tröstet: Er ist genauso. Er steht jeden Morgen auf, weiß was er dir antut und entscheidet jeden Tag wieder aufs neue, dass du ihm nicht annähernd so wichtig bist wie sein Koks, die "Freunde", die Partys.

​Ich sehe da alles Mögliche und könnte noch viel mehr schreiben.
​Was ich nicht sehe ist Liebe. Wirkliche Liebe zum anderen.

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24. August 2017 um 10:28
In Antwort auf bellealena

Hallo Ihr Lieben, Eigentlich dürfte ich mich nicht beschweren, ich habe vieles was sich andere wünschen würden. Ich schließe demnächst mein Studium erfolgreich ab, habe zurzeit ein Praktikum in einem tollen Unternehmen, habe liebevolle Eltern und keine finanziellen Sorgen. Jedoch bin ich seid längerem sehr sehr traurig. Und das jeden Tag. Ich bin in einer Beziehung mit einem Menschen, den ich aus tiefstem Herzen liebe und mit dem ich vieles zusammen gemeistert habe. Leider ist diese Person jedoch seid Jahren kokainabhängig, was unsere Beziehung leider Stück für Stück zerstört. Lange habe ich versucht ihn zu unterstützen, ihm Hilfe zu holen, ihn zu verstehen. Ich kann nun jedoch nicht mehr. Er bricht Versprechen und behandelt mich so gefühlskalt, dass ich daran zerbreche. Ich will bzw kann ihn jedoch nicht so einfach aufgeben oder "im Stich lassen". Des Weiteren wenden sich meine Freunde immer weiter von mir ab, da sie nicht verstehen können, warum ich keinen schlussstrich ziehen kann mit ihm. Rein rationell verstehe ich das natürlich, aber ich denke ich würde mir ewig vorwerfen ihm nicht genug geholfen zu haben. Es hängt so viel an unsere Beziehung. Wir haben eine wundervolle Wohnung zusammen. Und wenn er nicht drauf ist, auch eine tolle Zeit, in der er der liebevollste Typ ist. Leider merke ich langsam aber wie sehr ich an meinem Leben kaputt gehe. Ich bin ständig damit beschäftigt mir sorgen zu machen und kann mich nicht auf mich selbst konzentrieren. Ich verliere langsam jeglichen Spaß am Leben und fühle mich unheimlich leer. Tut mir leid für den ewig langen Text und auch dafür, dass die Antwort/ Lösung ziemlich eindeutig ist. Ich wollte jedoch wissen, ob es hier Leute gibt die in ähnlichen Situationen waren oder sind... oder ob mir jemand vllt einen Rat geben kann.

Ich könnte so eine Beziehung nicht führen.. Wenn du merkst das du selber dran kaputt gehst musst du was ändern.. 
Entweder einen Schlussstrich ziehen oder er hört von alleine auf.. 
Wenn ein Mensch nicht von alleine aufhören will, dann kannst du ihm auch nicht helfen. 

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24. August 2017 um 11:12

Sucht ist ganz klar von der WHO als Krankheit definiert und taucht in allen medizinischen Manualen auf. Das Schwierige an der Krankheitsbewältigung ist für den Betroffenen nicht nur der körperliche Aspekt, sondern in einem hohen Maß der psychische Effekt (Leistungssteigerung, Hochgefühl, innere Ruhe, das Gefühl, über den Dingen zu stehen), der beim Aufgeben der Sucht wegfällt. Der Betroffene muss in einer Therapie erlernen, darauf zu verzichten und es auszuhalten. Das ist nicht einfach. Der Partner von Bellealena "funktioniert" ja hervorragend, da ist die Änderungsbereitschaft voraussichtlich relativ gering.

Liebe Bellealena, wo ich allen hier Recht gebe: Die Verantwortung für seine Sucht liegt bei deinem Partner. Deine Hilfsmöglichkeiten sind begrenzt. Du kannst ihn informieren, wo er Hilfe bekommt - die Schritte dazu muss er selbst gehen. Du kannst ihn insofern helfen, indem du dich aus deiner Co-Abhängigkeit herausbegibst und deinerseits Verantwortung für dich übernimmst. Warum du ihn damit hilfst? Dein Partner bekommt in erster Linie die positiven Auswirkungen des Koks-Konsums zu spüren: es klappt bei der Arbeit, er ist erfolgreich. Dass er dabei ist, mit seiner Sucht eure Beziehung zu zerstören, bekommt er gar nicht mit, weil du ihn psychisch in Watte packst und ganz übergriffig ihm seine Verantwortung entziehst. Wenn du für dich Verantwortung übernimmst, sprich: es ernstnimmst, dass es dir in der Beziehung nicht gut geht und du dauerhaft daran Schaden nimmst, heißt das, dass auch eine Trennung eine Option ist. Das ist deine Option, wenn dein Partner nichts ändert. Und indem du ihm das klarmachst, wird (vielleicht zum ersten Mal überhaupt) deutlich, dass seine Sucht auch negative Konsequenzen hat. In dem du deine Grenzen selber ernst nimmst UND sie deinem Partner aufzeigst, ermöglichst du ihm also, das alles unter einem anderen Gesichtspunkt zu sehen.

Wenn es dir schwer fällt: die meisten Suchtberatungsstellen bieten auch eine Angehörigenberatung (dazu gehören auch Partner) an. Wenn du dich selbst nicht ernst genug nimmst, stellt sich die Frage, ob du unter mangelndem Selbstbewusstsein leidest, das Gefühl der verantwortlichen Helferin brauchst, und ob es daher nicht auch für dich eine Option ist, daran (möglicherweise mit therapeutischer Unterstützung) zu arbeiten. Oft ist es nämlich so, dass sich unbewusst, fast schon magnetisch, genau die Partner finden, die sich in einer so unglückseligen Konstellation halten: der Abhängigen stärkt vordergründig das Selbstwertgefühl des Co-Abhängigen, weil dieser das Gefühl hat, der (einzige) starke Helfende zu sein. Da damit fälschlicherweise alle Verantwortung beim Co-Abhängigen liegen, dies jedoch völlig wirkungslos ist, kann der Abhängige in aller Ruhe weiter konsumieren.

Du kannst also daran ansetzen, deine eigene Rolle in diesem Sucht-System mal zu reflektieren. Und dann genau dort eine Veränderung einzubringen. Das geht aber nur, wenn du bereit bist, die Verantwortung für dich zu übernehmen und dich von der deines Partners abzugrenzen. Das braucht ein solides Selbstwertgefühl - dafür bist du verantwortlich.

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24. August 2017 um 11:12

Sucht ist ganz klar von der WHO als Krankheit definiert und taucht in allen medizinischen Manualen auf. Das Schwierige an der Krankheitsbewältigung ist für den Betroffenen nicht nur der körperliche Aspekt, sondern in einem hohen Maß der psychische Effekt (Leistungssteigerung, Hochgefühl, innere Ruhe, das Gefühl, über den Dingen zu stehen), der beim Aufgeben der Sucht wegfällt. Der Betroffene muss in einer Therapie erlernen, darauf zu verzichten und es auszuhalten. Das ist nicht einfach. Der Partner von Bellealena "funktioniert" ja hervorragend, da ist die Änderungsbereitschaft voraussichtlich relativ gering.

Liebe Bellealena, wo ich allen hier Recht gebe: Die Verantwortung für seine Sucht liegt bei deinem Partner. Deine Hilfsmöglichkeiten sind begrenzt. Du kannst ihn informieren, wo er Hilfe bekommt - die Schritte dazu muss er selbst gehen. Du kannst ihn insofern helfen, indem du dich aus deiner Co-Abhängigkeit herausbegibst und deinerseits Verantwortung für dich übernimmst. Warum du ihn damit hilfst? Dein Partner bekommt in erster Linie die positiven Auswirkungen des Koks-Konsums zu spüren: es klappt bei der Arbeit, er ist erfolgreich. Dass er dabei ist, mit seiner Sucht eure Beziehung zu zerstören, bekommt er gar nicht mit, weil du ihn psychisch in Watte packst und ganz übergriffig ihm seine Verantwortung entziehst. Wenn du für dich Verantwortung übernimmst, sprich: es ernstnimmst, dass es dir in der Beziehung nicht gut geht und du dauerhaft daran Schaden nimmst, heißt das, dass auch eine Trennung eine Option ist. Das ist deine Option, wenn dein Partner nichts ändert. Und indem du ihm das klarmachst, wird (vielleicht zum ersten Mal überhaupt) deutlich, dass seine Sucht auch negative Konsequenzen hat. In dem du deine Grenzen selber ernst nimmst UND sie deinem Partner aufzeigst, ermöglichst du ihm also, das alles unter einem anderen Gesichtspunkt zu sehen.

Wenn es dir schwer fällt: die meisten Suchtberatungsstellen bieten auch eine Angehörigenberatung (dazu gehören auch Partner) an. Wenn du dich selbst nicht ernst genug nimmst, stellt sich die Frage, ob du unter mangelndem Selbstbewusstsein leidest, das Gefühl der verantwortlichen Helferin brauchst, und ob es daher nicht auch für dich eine Option ist, daran (möglicherweise mit therapeutischer Unterstützung) zu arbeiten. Oft ist es nämlich so, dass sich unbewusst, fast schon magnetisch, genau die Partner finden, die sich in einer so unglückseligen Konstellation halten: der Abhängigen stärkt vordergründig das Selbstwertgefühl des Co-Abhängigen, weil dieser das Gefühl hat, der (einzige) starke Helfende zu sein. Da damit fälschlicherweise alle Verantwortung beim Co-Abhängigen liegen, dies jedoch völlig wirkungslos ist, kann der Abhängige in aller Ruhe weiter konsumieren.

Du kannst also daran ansetzen, deine eigene Rolle in diesem Sucht-System mal zu reflektieren. Und dann genau dort eine Veränderung einzubringen. Das geht aber nur, wenn du bereit bist, die Verantwortung für dich zu übernehmen und dich von der deines Partners abzugrenzen. Das braucht ein solides Selbstwertgefühl - dafür bist du verantwortlich.

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24. August 2017 um 11:52
In Antwort auf herbstblume6

Ich gegen eine solche Sucht kannst du nur verlieren. Wenn jemand etwas tun kann dann nur er selbst. Du kannst ihn nur motivieren indem du gehst und ihn nicht mehr unterstützt denn dann machst du dich zum Co-abhängigen...

Das ist sie bereits, seit Jahren....

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